Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 504 (18.6.1920)
- Date
- 1920-06-18
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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/ 1TTBör f.iriii.y.nf—n'rarn^iao Wkenei MoMnzettsnif fe Dezember 1915, RGM. Nr. SS?) zu entkleiden. Die Vim der gegenteiligen Anschauung ausgehende angefochtene-Entkchelduuz verstößt daher in diesem Punkte gegen das Gesetz, weshalb sie in diesem Belang als gesetzwidrig oufiu heben „Armer LoiSl«. Eine Kindermißhandlung rohester Art beschäftigte heult den SrmdeSgerichtSrat Dr. Schrot 1 beim Bez'nksgmcht Döbling. Angrklagt war die Bedienerin Angela S e i b e r t. Am 23. April Wurde der Wachmann Franz Borschützki von Kindern darauf aufmerksam gemacht, daß in einem Hanse der HeiligenstLdterstraße ein Kind foriwährend nach Master resse. Der Wachmann ging mit he» Kiodern in daS bezeichnele HauS und fand dort den unehelichen Sohn der Beschuldigten in einem Zustande ans, der jeder Beschreibung spottete. Der dreijährige, ganz abge" Magerte Knabe war mit einem Strick an das Bett angebunden und erzählte dem Wachmann, daß er LoiSl heiße ^md von der Mutter, wenn ste fortgehe, täglich an das Bett angebunden werde und bis am Abend in dieser Stellung bleiben Müsse. Die Mutter gebe ihm wenig zu essen und er bekomme viel Schläge. DaS Kind war schwach und darrte vor Cchmuy. Da der kleine Loisl nicht gehen konnte, »veil er an beiden Füßen Eiterbeulen hatte. die eine Folge der Verunreinigung waren, trug der humane Wachmann daS in Fetzen gehüllte Kind auf das Polizeikommissariat. von wo das Kind durch die RtttungSgesrllschaft in das städtische Kinderheim gebracht wurde. ,Dre Rabenmutter benahm sich auch vor Gericht sehr siech. Eine Reihe von Zeugen bestätigte, daß die Serbert von dem Knaben sterS als »Gauner" sprach, bem.ste »noch die Augen auSstechen" werde. E-ue Nachbarin der Angeklagten, die 74iälmge Frqu Anna K o r d i n a, sagte aus. baß die herzlose Mmter dem armen Knabe», als er sich einmal beschmutzte, den Kot mit einer unflätigen Bemerkung in den Mund gesteckt habe und daß ste die für das Kind «rhasiemu Lirbrsgaben verlause. Als der Richter der Angeklagten, die wegen KindeSmchhandluug schon «inen gerichtlichen Vekweis erhalten hat. ihre Herzlosigkeit vorhiekt, sagte ste höhnisch: vVÜS könnt ibr mir machen? .Den Kopf kanu'S nicht kosten." Auf Grund der Ergebnisse deS BewcisverfahrenS verurteilte der Richter Angela S e i b e r t zu z w e i M o n a t'e n A r r e st¬ und' f pr achihrdieMutterrechteab. Liu Monat Arrests Wege« Ehrenbeleidigung. Der Inhaber einer Theateragenlur Herr Ludwig Sachs Kat heute be m Bezirksgericht Iosefstadt als Prwatklägrr gegen den Direktor des VergnügungSetablissemrntS Monte, Carlo Louis Lener, auf. Wie in der Klage auSgekührt wird, hatte der Privatkläger, als er am 10. Februar nach der Vorstellung auS der Garderobe seinen Pelz holte, entdeckt, daß sein wertvoller Schal, den er ein dem Rockärmel des Pelzes versteckt hatte, fehlte. ES kam .zwischen ihm und der Gardcrobefrau zu einem Wortwechsel» in welchen sich Direktor Tauer einmengte. Rach Inhalt der Klage soll Direktor Teuer dem Herrn Sachs zugerufen haben: »Sie sind ein Lügner! Wer weiß, ob Sie überhaupt eine« Schal gehabt haben. Man kennt schon soeiwaS!" MS Herr Sachs einen Wachmann holen wollte, um die Identität der Gardrrobcfrau sestzustelle«, soll ihm Teuer zugerufen haben: „Ja,.holt» Sie einen Wachrnaun. ich werde Sie verhasten lasten!" Zu der Verhandlung war der Angeklagte trotz ausgewiesener Ladung nicht erschienen und hatte auch kemen Vertreter geschickt. Nachdem eine beim Vorfall anwesend gewesene Tänzerin der Staatsoprr als Zengin die Angaben der Anklage vollinhaltlich bestätigt hatte, verurteilte der Richter Teuer in eonturnsoüm» wegen Ehrenbelridigung zu einem Monat Arrests. Ein ansgewleserrer General. .Der D e r f a s s u n g s g e r i ch t S h o f unter Vorsitz v«S Präsidenten Dr. V i t t o r e l l i verhandelte heute über die Beschwerde des Generals der Infanterie Bin euz Fox gegen vie Entscheidung der Landesregierung für Oberösterreich vom 8. März. d. I., m t welcher ihn» der Aufenthalt u n d d e r W o h n s i tz i n L i n z verwehrt wurden. In der Beschweide wurde ausgcsührt. daß General Fox .bereits früher jahrelang in Linz als seinem Garn«- s ö n 8 orte gewohnt hat, daß er zwar privater MHÄlnisttz wegen Linz verließ, aber nun nach Linz in seine krühere Wohnung zmEhren wolle. Es handle sich im gegenständlichen Falle nicht, wie die Entscheidung der Landesregierung sinnimmt» um eine Wohnungsanweisung, sondern tun die Wiederbenühung einer bereits innrgehabten Wohnung. Die Verweigerung der Aufenthaltsbewilligung verstoße gegen daS dem Staatsbürger gewährleistete Recht der Frergügigkeit. Der VcrfastungSgerichtshof hat der Beschwerde stattgegeben und erlanut, daß eine V r r l e tz u n g des staatsgrundgesrtzlich gewährleisteten Rechtes der Freizügigkeit stattg eiis U n d e n hat. > Grotzschlachterei und Kslegswucheramt. Die LebenSmittelstelle der Post- und Telegraphendirektion xtzstand im Jänner von dem Gesellschafter einer Sprelwarensabrik Geza Szalontay 1000 Dosen Lrberwnrstkonsrlven um jll 40.000. Die Lieferung war als Muster gedacht. Später sollte der Kauf eines ganze« Waggons mit 20.(.V0 Kilogramm zum Ab- Schluß gelangen. Auflallenderweise erfolgte die Zustellung der Mnsterdosen >u§ dem Magazin der Großichlachtrrei. bei der sich, damals zahl» Weiche Verbrauchcrorganriationrn vergebens um Lebensmittel bemühten. Er kam ferner auf, daß Szalontah L 40 für eine Dose jveüongte, seitens der Großschlächterri jedoch der Preis von jK 24 für die Dole festgesetzt worden war.! Den Waggon mit den Lcberwurstkonserven hatte der Gefell- Master der Firma „British. Eaater Import and Export Comp. lÄätock* Kolvwan D t m! o erworben und mit K 200000 Aufschlag an den Kaufmann Roland K n i S z writervnhandelt. h AlS Vermittler des Dcmko war rin gewisser Dr. Emil Ml»*..*.4 . L>iu*. fit» Kit! alÄ iM'ti .Of’'. Provision arbeitete, tatsächlich aber dem Demko lieferte und von diesem 6°/» bezog. Heute hatten sich vor dem Erkenntnisgerichte Roland K n i s z, Geza Szalontah, Koloman Demko, Doktor Herz, der Direktor der Transit-Export- Und Importge'tllschaft Emst H a S l i n g e r und der GtsiÜschaster der Firma The Ouintagon Dr. Anton P a l o e z y wegen Kettenhandels, be- SiehungSweise Mitschuld daran zu verantworten. Das K r i e g S w u cheramt sprach den Verdacht aus. daß Organe der G r o ß s ch l ä ch t«r e i einen Sondervorteil darin gesucht und gesunden haben. Waren in den Kettenhandel zu bringen.d'och sind die betreff mden Erhebungen noch nicht abgeschlossen. Es sei unverständlich, warum die Großschlgchterei zu gleichet Zeit Anfragen von großen Organisationen abschlägig beantwortete, aber einen Agenten wie Dr. H e r z beauftragte, die lagernden Vorräte zn veräußern. Die Anklage gegen Szalontah wurde nach längerer Verhandlung vom Staatsanwalt zurückgezogen. Koloman Dem k o und Roland Knisz verurteilte der Gerichtshof zu je zwei Monaten ft r e n g e n A rr e st s und zu K 20.000 G e l d st r a f e. Die anderen Angeklagten wurden fie'igrsvrochen. Der WolksrsirL Eine Krone Gestern notierte in Zürich: die österreichische Krone Geld . die osterr. gestemvelte Krone Geld die jschechrsche Krone ..... die Mark . . . . . . . . . Agram ......... ■ Budapest . . , . .... . Warschau •>. . . ■. ... - 380 Centimes Geld. 3.80 ( 3.75 am 16'. Juni' 3.90 ( 3.90 am 16. Juni) 12.15 12 30 am 16. Iunss 14.40 18.85 am 16. Juni' . 6.25 ( 6.25 am 16. Juni , 3.10 ( 3.15 am 16 Junr) 3.10 ( 3.10 am 16. Juni) Die Eisen- «nd Stahlproduktion Deutschlands. Bon Fritz Rodeckr. »Iran Trade Review" (Dereimgte Staaten) erhält einen Bericht aus Berlin (wiedergegeben in »The Financier" vom 23. Mäi), in dem gesagt wird: «Die Eisen- und Stahlindustrie Deutschlands steht derzeit vor dem Erlöschen. Im internationalen Handel ist Zentraleuropa einschließlich des einst so mächtigen Preußen eine gefallene Größe. Als Eisen- und Stahlproduzent im internationalen Sinne zählt Deutschland nicht mehr." «Die deutsche Eisen- und Stahlerzeugung ist auf weniger als ein Drittel der Vorkriirgsproduktion gesunken. Die Roheisenerzeugung, die 1913 19-300.000 metrische Tonnen betrug, ist 1919 auf 6,290.000 Tonnen zurückgegangen. Die Erzeugung von Stahlstangen und Barren fiel von 18,940.000 im Jahre 1913 auf 7,770.000 Tonnen im letzwergangenen Jahre." Begründet wird dieser Niedergang der deutschen Cisen- und Stahlindustrie vor allem durch den Verlust wichtiger Gebiete ück.Westen. Deutschland hat 40 Prozent seiner Hochofen, 80 Prozent seiner Stahlwerke und 28 Prozent seiner Walzwerke verloren. Obwohl Deutschland zwei. Drittel seiner Kohlenlager behalten hat, hat es doch 77 Prozent seiner Eisenerzvorkommen durch die Abtretung von Lothringen an die Franzosen eingebüßt und man sagt nicht zuviel» wenn man behauptet, daß die ganze Zukunft der deutschen Stahlindustrie davon cckhängt, daß man mit Frankreich bezüglich der Etsenerzlieferung. zu einem Uebereinkommen gelangt. Soweit Frankreich Kohle braucht, ist eine solche Uobereinkunft bererts vorhanden. Es wurde nämlich vereinbart, daß Deutschland für eineinviertel Tonnen lothringischen Erzes eine Tonne deutscher Kohle zu liefern habe, und zwar soll dieser Austausch in einem täglichen Ausmaß von 8125 Tonnen Eisenerz gegen 6500 Tonnen Koks vor sich gehen. Dieses Uebereinkommen ist seit Juli 1919 in Kraft und hat gewirkt, daß auf Grund dieser Roheisemmporte die deutsche Roheisenproduktion wenigstens auf dem Stande von 525.000 Tonnen, monatlich gehalten »verden konnte (gegen 1,074.000 Tonnen monatlich im Jahve 1913 und gegen 766.000 Tonnen monatlich 1918). Sin weiterer Grund für den Niedergang der deutschen Eisen- und Stahlindustrie liegt darin, daß ein sehr großer Teil der deutschen Eisen- und Stahlproduktion nach Schweden exportiert werden mutz, wo infolge der riesigen Erzimporte, die Deutschland während des Krieges von dort bezog, eine Schuld von zweieinhalb Milliarden Mark für die Lieferung schwedischer Erze kontrahiert wurde (an der Höhe dieser Summe ist teilweise auch der schlechte Kurs der Mark schuld). Eine andere Ursache für die Schwierigkeiten der deutschen. Eisenindustrien ist die Kohlensituation. Nach einer nichtoffiziellen Statistik der Regierung benötigt Deutschland für das Jahr 1920 119,400.000 metrische Tonnen für seinen Gebrauch. Rach dem Friedensvertrage hat cS 43,300.000 Tonnen als Durchschnittsrate für die nächsten fünf Jahre abzuliefern. Infolgedessen müßte Deutschland im Jahre 1920 162,700.000 Tonne Kohle fördern. Wenn man das Fahr 1919 als Grundlage aunimmt, so hat Deutschland ein Defizit von 46,200.000 Tonnen, Da die Alliierten in eine Herabsetzung der Kohlenlieferungen Deutschlands nicht willigen wollen, muß Deutschland seinen eigenen Bedarf auf 73,000.000 Tonnen herabsetzen. Davon müssen noch zirka 19 Millionen Tonnen an Neutrale und arrdere als Zahlung für »rnbedirkgt notwendige Lebcnömittelimporte abgeliefert werden, so daß für Deutschlands eigenen Bedarf nicht mehr als 54 Millionen Tonnen übrig bleiben. Hievon benötigen die Kohlengruben für ihren eigenen Gebrauch 8 Millionen Tonnen, der Hausgebrauch ist ungefähr 17 Millionen, die öffentlichen Anstalten verbrauchen zirka 7 Millionen Tonnen, für Eisenbahnen und an SchiffSkoble werden uiw. uifjc 14 Millionen Tonnen .benostLt..!o haß i'8. -Juni'My' ' _ /GE'7 für die gesamte deutsche In du st r'i e einschließlich detz Eisen- und Stahlindustrien nur ein Rest von 8 Millionen« Tonnen übrig bleibt, d. h. ungefähr nur ein Achtel von dem^ was die deutsche Industrie im Jahre 1913 (allerdings schließlich von Elsaß-Lothringen, Luxemburg, Saargebret Oberschlesien) verbraucht hat. Der Preis von Hochofenkoks ist von 16 Mark für M Tonne im Jahre 1914 auf 126 Mark im Jahre 1920 gestiegen, aber trotz dieses rund achtrnal so hohe».Preises kann der deutsche Hochofenbesitzer Koks, welcher auch nur entfernt an die Qualität der Vorkriegszeit heranreicht, überhaupt nicht auftrerben. Die deutsche Eisenindustrie hät, wie offizielle StatiWen zeigen, trotz ihrer Verluste noch immer 70 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit behalten. Sie konnte, also in der Theorie noch immer 13" bis 14 Millionen Tonnen jährlich erzeugen. Da aber die jährliche Erzeugung nicht.viel über 7 Millionen, Tonnen ausmacht, arbeiten die . deutschen Ersen- und Stahl-- werke tatsächlich nur mit.ihrer halben Leistungsfähigkeit. Zieht man schließlich noch die sozialen Kämpfe mih Schwierigkeiten und die hohen Produktionskosten in Betracht, - so wird es verständlich, daß nach einer Aufstellung der Siftn- und Stahlpreise die deutsche Eisenindustrie gegenüber der' englischen und amerikanischen Eisenindustrie einfach nicht mchr konkurrenzfähig ist. Auch in.drsser größten und blühendsten Industrie Deutschlands hat der Krieg mit fernen Folgeerfcheinungen Verheerungen angerichtet, welche, wenn überhaupt, in Jahrzehnten angestrengtester Arbeit erst werden ' ausgeglichen werden können. Einfuhr ösrerrerchrscher und deutscher Waren in Jaffa. _ Jaffa, 16. Juni. (Privat.) Die englischen Behörden gestalten die Einfuhr von Waren aus Oesterreich und Deutschland nur mit Dampfern unter der F l a g g e d e r A l l i i e r t« w Infolgedessen konnte der Dampfer „D ü s s e l d o t fm der Deutschen Levantelinie eine Ladung in Jaffa' nicht löschen, sondern er mußte sie in Alexandrien auf einen schwedischen Dampfer umladen» mit welchem die Waren ihrer Bestimmung zugesühtt wurden. Ha»delsnachrichterr aus der Tfchechs-SlowakeL. .Prag, 17. Juni. (Privat.) Gestern erfolgte ein großer.' Aufmarsch von Inhabern der Kriegsanleihe «n Parlament S,r sprachen berm Fmanzmiiustec Dc. Englisch vor. dr^ llinen erkläue, wenn es auf ihn ankäme, würde er die Kriegs-' anletve zum Nommalwert rinlösen. Ec habe jedoch mit großer Mühe eine Maioütät für seine Vorlage erringen könuen. Jm Budgetausschuß erklärte Dr. Englisch, er siebe und falle mrt jemer Vorlage. Der Verband der G r o si k a u f l « u t e in Prag, welcher einiae hundert Mitglieder aller Nationalitäten ramk, richtete eine Emgabe an das Parlament, worin er um die,' volle Einlösung der Kriegsanleihe ersucht. Wie der »Brat. Drnnik" meldet, ist di der Ersten S lowakiichen V e r s i ch e in Prcßburg mit der Ersten Ungarischen stcherungsgesellschaft vor einigen Tagen zu vrryauveui werden. Die Filialen beider Anstalten werden liquidieren und in em Institut unter der Firma „Bratislava. Erste Slo-' wakische ,V ersicherungsgesellschastA.-G/ verein'gt. Die bisherigen Aktionäre, der Ersten SlowMchen M^k-- nrhmen von dem bisberigen Kavual 40°/», die Erste Böhmische Gegenseitige Bersichrrungsgesrllschaft soll außerdem noch 10°/, erhalten. Weitere 10% werden den slowakischen Geldinstitute» Vorbehalten nnd der 40%ige Rest verbleibt der Erste«' unganschen. , Erweiterung deS Bankbetriebe» Vor serbischen Nationalbank. Aus Belgrad wird unS gemeldet: Die Rat onalbonk wrrd im «Laufe eines Monats im gesamten jugo» slawischen Staate 19 Füralen errichten. Auch in L a i b a ch Hw Marburg werden NationalbanMalen errichtet. Unsere Kompensartonsvertzandlungen mltttn-aktt,- Wie der „P e st e r L l o y d" meldet, find dre in Budapest gr-- iiihrten Komvensatlon?verhandlungen zwischen Oesterreich «nd Ungam erfolgreich abgeschlossen worden. Es wurde ein bis! 81. Dezember d. I. gültiges Uebereinkommen paraphiert. Da MW Fiagen m Schwebe blieben, wurde es nur bedingungsweise uötw» zrrchnrt. Das Uebereinkommen beruht auf derselben Grundlage > wie die am 1. Mai abgelanfenc frühere Vereinbarung. Ern Unter» ichied liegt nur darin, daß bisher der Wert der zu liefernde« Ware« kontingentiert war. während nn neuen Uedereinkommm die Warew^ menge kontmaeniiert ist. Die von beiden Staaten im TauschMge ern-, beziebungsmeise auszufährenden Waren sind so ziemlich die gleichen geblieben. Das Uebereinkommen ist bou beiden Rcgiernngen innerhalb acht Tagen zu ratifizieren. Im Verlauf der Verhandlungen verlangten dir Oesterreicher auch ungarischen Weizen. Dleser rst vorlansig nicht zugesagt worden. Valntenkurse. Im gestrige« freien Verkehr wärest Dollarnoten billiger erhältlich, die übrigen ZahlnngZmütrln wenig verändert. Es notierten: L e i n o t e n & 3.66,* Rubelnoten K 2.53, Marknoten grün K 4.33. Lire K 9.85, Dollarll 169.60, Schweizer Roten KAd—, Pfund K 660.—, tschechischeNotenll 8.65, D inar K 770.—, ungarischeNotenll 95.60, A u szahlu n g Agram 190.—. Auszahlung Berlin L 4.88, AnZzahlrrng Praglli 3.60 und ungestempelt^ N o t e n 87 50. < r ZasammeuschluI iungsanstalkj Allgemeinen Ber-i Wrenep Börse. Auch die gestrige Börse war von einer lnsikoirn Haltung getragru. Die Svekulmion verhielt sich äußerst reserviert, wotz» die innerpolitischcn Schwierigkeiten, teruer die sich aneinander» reibenden Kapitalsveemehrungen der Banken, ivelche ans eine bevorstehende Geldknappheit schließen lassen, vielfach beigetrageßt haben. Bei Beginn, des Verkehrs war wohl ,m Anschlüsse an Berlin «me etwas freundlrchere Stimmung wahrnehmbar, doch trat alsbald, hrrvoraerufen durch lokale Abgabm und solche der Kontermlne. eine matte Haltung zum Vorschein. Stärker rückgängig waren SkäakSbahn- und Alpine-Aktien. Im Schranken ermäßigten sich die Aktien der Oesterreichlsch-ungarlschrn Bank um K 190.—*, Damvrschiff verloren K 898 —, Rordbabn K 340.—. Navigaziove K 300.—. Von den Industriewerten büßten Auisia chemische K 800.— Berg- und Hiil'en ll 500.-, Fellen L Guilleaume K' 250.-*-, Brüxer Kohlen K -20f>.— ein. Auf dem Pelroicummarkrr verloren Fnnto K 350.— Karpathen K 600 — und Galrzra K 320.—. Die schwache Haltung des Marktes blieb nngesicirt bis zum End« des itt jföcJfliittj'J. SSim heu >)i.£v:eu flAmmiu 8;e