Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 502 (16.6.1920)
- Date
- 1920-06-16
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wien. Mittwoch ftr.: -;t ne Mebt alle Stimmen. j. :vh 'ürv-N mtb w.rrt 'a ei'.'.? PylM'horri.'! voll trartlnhaftrr Farviglrit. Sie er füllt aber. Augleiü). die höchste Forderung volaler Musik, den: vertonten -Text den denkbar tiefsten, stimmunggerechten Ausdruck zu verleihen. Mit meisterlichem Wurf trifft Schön- Äerg die Farben stiller Dämmerung. Die tiefe Hingabe in den Liedern des Königs Waldemar und seiner geliebten kleinen Tone, die Klage der Waldtaube um das gemordete Mädchen, das Königin Helvigs Rache verfiel. Er uralt mit schauerlicher Realistik die wilde Jagd, die König Waldemar anfnhren muß, da ihn sein Schmerz zur Gotteslästerung trieb, und hat wohl das schönste Melodram der musikalischen Literatur geschrieben: „Des Sommerwindes wilde Jagd", das friedliche Naturweben schildernd, das versöhnend auf die Exaltation menschlicher Leidenschaft folgt. Die Aufführung enthüllte dank der unvergleichlichen Leistung des Opcrnorchesters alle Klangwunder der Partitur, gegen dessen Tonfülle die Singstimnien zuweilen vergeblich ankämpften. Insbesondere Uagard-Ocstvig war zeitweise außerstande, die erforderliche Stimmkraft auszubieten, so schön ihm auch das Lyrische gelang. Frau KiurinaS reiner Sopran setzte sich hier besser durch uns Frau Baueri^itccfa konnte mit ihrer schönen Leistung selbst neben der Erinnerung an die Mildenbnrg bestehen. Ausgezeichnet sang Herr Manvwarda die Partie des Bauern. Herr L e u e r war als Klaus-Narr ^zu sehr in „Meiftersinger"-Erinnerungen besangen, wozu ihn freilich der Stil seiner Partie verleiten konnte. Arnold Schönberg selbst leitete mit Sicherheit die vereinigten Stimnien dieses ungeheuren Apparats,, zu dem die wohlstudierien Chöre des Schubertbund, des Philharmonischen Chores und der sStaatsoper ihr Bestes beitrugen. Wilhelm Klitsch war der denkbar beste Interpret für die zwischen Gesang und Deklamation schwebende poesieerfüllte Sprache des Melodrams. Als Franz Schreker im Jahre 1913 die Gurrelieder zur Uraufführung brachte, tat er es fast gegen den Willen des Komponisten. Schönberg wollte sich schon damals von seinem Jugendwerke abwenden, das eure Frühstation seines Schaffens bedeutet hatte. Aber der große Erfolg versü?/:.^- Schönberg anscheinend mit seinem Werke und der Erfolg ist beiden, der Schöpfung wie dem Schöpfer, treu geblieben. Die Aufführung gipfelte in enthusiastischen Huldigungen für Schönberg, die ihn für alle Anfeindungen, denen er so lange ausgesetzt war, reichlich entschädigen mochten. Dr.K.M. Eine antisemitische Demonstration gegen Arnold Schönberg. Der „Frankfurter Zeitung" wird aus Weimar berichtet: Das zweite Orchesterkonzert des Tonkünstlerfestes brachte eine in diesem Rahmen besonders über-- raschende Abwechslung. Der Vertreter der „Deutschen Zeitung" benützte die Aufführung einiger Orchesterstücke Arnold Schönbergs zu antisemitischen Lärmkundgebungen, die anscheinend einen Skandal herbeisühren sollten. Abgesehen von einer k/einen Gefolafchaft des betreffenden Herrn, ging das Publikum nicht auf die politische Demonstrationsabsicht ein und bedachte Yen Dirigenten trotz des stark experimentellen Charakters der Stücke mit lebhaftem Beifall. LÄ Lener StadttheaLer. Gastspiel dev Exl-Bühne. Ludwig G ang ho fers . Stontöbie „Der heil ige Rat" hat ein Vorspiel, das eine richtige Tragödie erwarten läßt. Ein reicher Bauer sehnt sich nach dem Stammhalter, die tiefunglückliche Bäuerin ist kinderlos. Eine Nachbarin «gibt ihr nun den „heiligen Rat", es zu tun wie es Sara, des Stammvaters Abraham Gattin, tat. Eine Magd soll das Kind zur Welt bringen imb sie möge es - als das eigene mrfzieheu. Eine Kindesunterschiebung also mit Einwilligung Leider Ehegatten. Schweren Herzens geht die Bäuerin auf de« „heiligen Rat" ein, richtet eine frische Dirn bräutlich her, wird Gelegenheitsmacherin zwischen dem geliebten Mann und dem Bauernmädchen. — Im Stücke selbst, das zwanzig Jahre später spielt, finden wir zwei Söhne im Hause: den Sprossen bet Dirne, einen frechen, verwöhnten Burschen, den Liebling des Vaters, und den um ein Jahr jüngeren leiblichen Sohn der Großbäuerin. Just nach Befolgung des „heiligen Rates" ward ihr Leib gesegnet — aber der legitinre Sohn kam zu spät. Der Vater mag ihn nicht, der Junge muß in der Stadt zum Geistlichen herangebildet werden und die Mutter Leidet unsäglich. — Ziemlich vom Zaun gebrochen wird die .Handlung ms Komödienhafte gewendet. Der Sohn des Kebsweibes stammt vom Großkuecht her, der's vor zwanzig Jahren mit allen Dirnen zu tun hatte. Der Vater erkennt plötzlich die wahre Liebe des jüngeren, leiblichen Sohnes, erfährt, daß {bet andere gar nicht von ihm gezeugt ist, und alles geht gut ,aus. Einige recht kitschige, sentimentale Szenen mit Geigensspiel, Mondschein und romanhaften Wendungen mindern den 'Wert deZ Stückes, das immerhin gutes Theater und etliche charakteristische Roller: bringt, aber im Vorspiel viel mehr ^verspricht, als es hält, was. für den Erfolg eines Stückes! immer gefährlich ist. | Die Wiedergabe durch die Exl-Bühne ist ganz Nusge- Heichnet und überaus sehenswert. Man müßte 6en größt«: der Mitwirkenden nenne::, um keinen zu übergehen. Muarh Kock, der einen an Ibsens Tischler Engstrat (ans de» „Gespenster::") erinnernden bäuerlichen Hallunken spielt, -muß gleichwohl besonders genannt werden, weil er eine untüliMM MlißM MMtUMM.lLM-« N. . Wiener MsrgenzeitmrH Ans den Theatern. - Iw B u r g t h e a t.e r erlangt rneigen. Donnerstag, ..D i c I u n jfr f r a u v o n Ocleau s"?uc Ausführung: Die Ioha nna spielt Fräulein'P t n k ö s d y als Gast. Anfang J/.6 Uhr. — Im S ch o n b r » n n e r S ch l o ß t h .e a t e r wird morgen, Donnerstag, und übermorgen, Freitag, »D i e R e i s e :n die M a d ch e n zeit" gegeben. Anfang 7*7 Uhr. Im O v e r n i h e a ,t e r geht morgen, Donnerstag, „Elektra" in Szene. Anfang 7 Ubr. In der N e u e n Ä) i e n e r B ü h n e wird h e u t d in Fortsetzung des M o r s s i - G a st s v i e l e s „U n t e rw e g s", morgen,' Donyerstag, „H a m l e t" gespielt. Im W i e n e r. K o m ö d : e n h a u k e findet heut e, Mittwoch, uni 8/<7 Ubr die 75. Aufführung des Wiener Stückes „Das S p e r r s e ch se r l" mit Glete Petrowitsd, Fritz Imb off. Carlo.Böbm, Turl Wiener statt.' Der K'-.'pmnst Rodert Stolz leitet die Vorstellung, Gabriele ReZa»e geftorbe«. Ans P kommt die Nachricht, daß dix berühmte Schauspielerin Gabnck? Rejane gestorben ist. Welche Bedeutung sie im französischen Theaterleben erlangt hat, geht schon daraus hervor, daß ein Pariser Theater rhren Namen träge. Sie war die französische Odilon und feierte rhre-größten Triumphe als Zaza und Madame Sans-Gme. Als darstellende Persönlichkeit ragte sie über die Odilon hinans «nd wurde auch bei ihren Wiener Gastspielen sehr gefeiert. Madame Rejane erreichte ein Älter von 60 Jahren.! Sportplatz des W. A. C«, Prater j Heute,!€■■ uni, V^VUr: Cfrp-s E MIFINALE Hakoah—Amateurs Vorverkauf: Pohl, I. Kärntnersfrasse 39; Stadion, il. Obere Donaustrasse 43 Wiener Ri ig-Cafe Cafe City |L... ' ■ "■»- " ' 1 " ' Sport. Der Niederöfterreichi'che Cup. Heute kommen die am 3. Juni infolge RegerNö abgebrochenen beiden Spiele der Vorschlußrunde -des Cups - zur neuerlichen Austragung. Allgemein hätte man erwartet, daß nur die restliche Spielzeit nachgetragen werden würde, aber der Fußballverband hat anders entschieden: Auf dem W. A. C.-Platz im Prater treffen .Ha ko ah und Amateure zusammen:. Das erste Spiel ,wurde in der Halbzeit beim Stände von.1:1 abgebrochen^ Die Amateuxe führten das technisch bessere Spiel *vor, trotzdem war die Hakoah-Manuschast die gssährlichere., Auch heute darf man von den Amateuren formvollendeten Fußball, erwarten, während sich die Haktzah darauf heschrÄrken wirdzweckentsprechend zu spielen.' Die MänN schüft hat die schwere Schule der zweitklassigen Meisterschaft fast zu Ende-durchgemacht, in der es nur eine Devise-/ßM:, •-.ii&effeü' 'erzielen. Von diesen Gesichtspunfte»mrsgehe»^,, M.-sher!? Apsgang W heutigen Spieles völlig ungewiß. Man 'darf einen spannenden Kampf mit knappen: Resultät erwarten. ' . ' Das zweite Cupspiet findet ist Hüttelöorf statt. Rapid hat den W i e n e r S'p o r t kl u b -zu Gaste. Die Sportklubleute haben am Sonntag gegen die Amateure so gute Form gezeigt, daß man ihnen auch, gegen Rapid bedeutende Chancen einräumen darf. Rcchid ist aber eine so zähe Mannschaft, daß man den'Kampf aus jeden Hall für völlig offen bezeichnen muß. . Beide Spietz: beginnen uw 6 Uhr nachmittags. Die Spielzeit ist 2mal 45 Minuten. Bei unentschiedenem Stande wird '2mäl 15 Minuten nachgespielt; steht auch nach Ablauf-dieser Zeit das Spiel unentschieden, so entscheidet über den Sieg das Los, das'dann-in der nächsten •••’ 'auw-sitzung gezogen wird. . Hbzedtive Sporibevichterstattung. D r ..A.-'Z." vom Sumsigg brachte die Nachricht, daß der Hakoabner I. Gansl bie Ostmark-Mannschaft während der ganzen Woche für das Spiel gegen Germania trainiert haben soll. Es ist eigentlich überflüssig, zu erwährren, daß bic Notiz erlogen ist. Die Meistevschaft dev II. Klaffe. Der Vorstand des Niederösterreichiichen Fußballverbandes hat verfügt, daß sämtliche noch ausstchenden Mersterschaftssviele bis zum 30. d. M. ausgetragm werden müssen. Da sich einige Vereine über die WochentagStermine nicht einigen konntm, hat der Bcrband folgende atrpefetzl: 16. Juni: Gernrania—Sturm; 23. Juni: Ostmark- Germania. Dev Budapester Athletikklub <B. A. K.) trägt auf der Rückreise aus Deutschland am Samstag und Sonntag Wettspiele gegen Simmering und Amateure aus. Beide Spiele finden auf dem neuen S-mmeringer Sportplatz statt. Die Hakoah spielt heute in folgender Aufstellung gegen Amateure: Halpern; Scheuer, LewituS; Jühn, GrÜnield, Molnar; Kat, Jeuö Gansl, Jszo Gansl. New es. Häusler. Die Spieler haben sich um V°6 Uhr auf dem W. A. C.-Platz einzufinden. Ehevuth—Ahawath Zion 1:0 (1:0). In Ergänzung des gestrigen Berichtes sei bemerkt, daß Chernth gegen Ahawaih Ztvn - I u n g m. I 1:0 siegte. — Chr: mH -Reserve Kp:elte gegen Ahawath Zion -J u n g m. H unenischreden. S. 6. Ahawath Zion. Alle, welche sich als freiwillige Mitarbeiter für die Kultnswahlen.betätigen 'wollen, werden dringend aufgrfordert, sich heute von 6 bis 6 Uhr im Bereinslokal, H., Kleine Zufährtsstraße 160, rinzufinden. Kein Sportler fehle. — Morgen Borirag, gehalten von Gemeiuderat Doktor Plaschkes und S. Abeles. Hakoah-Jung mann schäften. Donnerstag den 17. d. M, */aT Uhr abends, im Klubheim wichtige Vollversammlung. Erscheinen im eigenen Interesse notwendig. Touvistensektion des SP. Kl. Hakoah. Sonntag deü 20. Juni Rax. Abfahrt am Vortage 4 Ubr 20 Min. nachmittags' nach Paperbach. Wanderung nach Kaiierbrunn. Früh Aufstieg über den Alpenveremssteig zum Otto-Haus. Plateauwanderung zum Karl Ludw'g-Haus. Abends Rückfahrt. Nur für schwindelfreie Felsgeder. Führung Hugo I. Kohn. — Besprechung Freilag den 18« d.,M. um 8 Uhr abeuds »m Klubhcim. \ «sKwpCTfjr. wraa—i JXpiJ920 3k. 50?’ Mildes Arteil fiir die MenscheütLrLde^ Nach Eröffnung der gestrigen Verhandlung wurden Mi Geschwornen hinsichtlich der beiden Angeklagten je eine Haupt«, frage auf Menschenraubs dann zwei Zusatzfragen, ob Scho» bei der Entführung am Lbben und an der Wiedererlangung seiner Freiheit bedroht war, vorgelegt. Weitere Zwei Eventual« fragen-betreffen die Vobschübleistung tzüm DleNschenr^b mch auch hiet-stellte der Gerichtshof wieder für jeden ÄngDhtz^ die Zsusatzfräge, ob/'Äelo Schon bei 'der 'Entführung an feintzch Leben Md an dßr Meöererlangung seiüer Freiheit M droht war. - ' ‘ l - Sod'chnn ergriff der Staatsanwalt Dr. HördetzeN da- Wort zu fernen 'Schlutzausführüntzen. „Als gestern," fügt« er einleitend, ..wie mir schien, ohne zwingenden Gründ, die Gestalt des Schreckensmenschen Szamüely heraufbeschwore» wurde, bei jedem Zeugen die Lemn-Buben erschienen, als alle Zeugen. 1>ie auftraten, paüschaliter berdächügt und als Lumpen wenigstens so quasi bezeichnet wurden und die Angeklagten als Märtyrer — dieser Ausdruck ist gefallen — gepriesen wurden, da hatte ich den bestimmten Eindruck, als sollte der klare Wch getrübt werden, Wir sahen die Angeklagten ÄS die einer fremdländischen Bande, einer blutgierigen Maffia, die ihre Häscher hinandsendpt, welche, herumspitzelnd, ihre Opfep locken, ködern und das gefangene Wild über die Grenze schaffen. Das geschah hier in Wien, in einer Stadt, die so bist verloren, die sich aber in allen Gefahren den Füeden bewahrt hat, die, das Asyl geworden "für die Flüchtlinge nicht nur dort links, fondern auch von rechts. Hier spazieren die beauftragte« Häschsr mit Proskripttonslisten jin Sacke herum, Listen dott Personen, die sie zu überwachen ünd Linzsthole» habsü, &§ darf nicht geschehen, daß unser Land zum Tummelplatz ausländischer Höchen wich, es sei keine Frage, daß es sich um keine Patrioten, sondern Um elende Geschästspolibked handelt. Er bittet die GeschworneN, Wicht nach recht und tinkS zu blicken/sondern dem Gesetze Geltung zu verschaffen. l Dr. Preminger, der Verteidiger des Äiss, sagte einleitend^ „Die lodernden Fackeln der christlichen Märtyrer im Garte» des Nero galten in der Geschichte als bezeichnendste Beispiel« menschlicher Grausamkeit. Dieses ruchlose Schauspiel ist abep weitaus überholt durch die Grausamkeiten, die die verruchte» Banditen der Räteherrschaft verübt haben. Sie müssen sich fragen, wer ist für die GesMchaft wertvoller, wer ist M Vechtsschutzes würdiger, .zwei Offiziere oder der kommunistische Mörder Bela Schon? Ob die Angeklagten schuldig find, Hai nicht der Staatsanwalt zu entscheiden, sondern Sie, die Volks» richter allein." . . Der Verteidiger des Angeklagten Bleich, Dx. MeMngep, erklärte, es handle sich um einen pölitisch-histörischen Prozetz nicht über die zwei'Menschen auf der Anklagebank, sondern ei» politisches. System haben die Geschwornen zu beurteile». Schließlich appellierte der Verteidiger an die Geschwornen, de» Angeklagten Bleich freizusprechen. \ In seiner Replik polemisiert Staatsanwalt Dr. Herdeg»« gegen , die fkolitische Auffassung der Verteidigung. Der Staats anwalt warnt die Geschwornen, den Verteidigern zu folgen uM ein Gefühlsurteil zu fällen, wodurch sie mit dem Gesetz undj dem eigenen Gewissen in Konflikt kommen müßten. 1 Das Urteil. Die Verhandlung wurde in später Abendstunde zu End^ geführt. Nach mehr als eineinhalbstündiger Beratung b e r» n e i n te n die Geschwornen die ihnen auf daS Verbrechen beäj Menschenraubes vorgelegte Hauptfrage bei dem Angeklagte«^ Kiss mit zehn gegen zwei Sttmmen, bei Bleich mit acht gege« vier Sttmmen. Dagegen wurden die beiden Ängeklagten dep Vorschub!eistung zum Menschenraub einstttnmig schuldig erkannt und die Zusatzfrage Lei beiden Ängeklagten, ob Bel« Schön bei der Entführung an seinem Leben und an dep Wiedererlangung seiner Freiheit bedroht war, mit je achik Sttmmen „Ja" gegen vier Stimmen «Rein" beantwortet. Der Gerichtshof unter dem Vorsitz des Vizeprasidente« Hoftat Dr. Habietinek verurteilte Eugen Bleich z« dreieinhalb Jahren und Koloman Kiss zu dres Jahren schweren Kerkers, verschärft durch ein hartes Sag«! vierteljährig. Beiden wurde die Untersuchungshaft in di«; Strafzeit eingerechnet. j Kiss und Bleich hielten sich gegen das Urteil, das sie boitt kommen ruhig entgegennahmen, die gesetzliche Bedenkze« offen. Die Affäre des Fabriksdirektors Zweifet. Als Vorspiel zu der beim Londesgericht in Strassache» «nil hängigen Strafsache gegen mehrkre Arbeiter wegen der Demo« stratio« gegen den Fabriksdirektor Josef Zweifel ans N e u k i r ch e n fand gestern beim BesirkUgnicht J»fefst«dt i» Slrassachui eine Verhandlung statt, in der Direktor ZweiftliM d« Arbeit«^ Josef Marko wegen gegenseitiger leichter Körpervcrletz«» angellagt sind. DaS Substrat der Anklage bildet ein Bericht d« Gendarmeriekommandos Neunkirchen, wonach am 2. März d. Ji in der Eltzsche» Splnnerclfabrik in Neunkirchen nach einem Work Wechsel zwischen Direktor Zweifel und Marko wegen einer Lohni differenz eine Rauferei entstand, bei der sowohl Direktor Zwäf«! als auch Marko leichte Verletzungen erlitten. Znr Durchführung der Verhandlung wurde das Bezirksgericht Josesstadt in Strafl sachen delegiert. j Der Angeklagte Direktor Josef Zweifel ist .33 Jahre «ft nach Glarus in dft Schweiz zuständig; der Angeklagte Mark» der von Beruf Schlosser ist, ist 37 Jahre glt. j Beide Angellogten wurden der l e i ch t e n K ö r P e « verletz u n g fürs ch u l dl g erklärt und Direktor Zweifel zu einer Geldstrafe von 3 0 0 K r o n e n, eventuell zu 48 Stundez Arrests, der Angeklagte M a r k o zu 10 t) K r o n e n. cwntgeij aleirwalls au 48 Stunden Arrests verurteilt.