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Wiener Morgenzeitung · 1920-06-10 · Heft 496 (10.6.1920) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 496 (10.6.1920)
Date
1920-06-10
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 \ Wien. Donnerstag _ _ Wiener MorgsttzeiLung oder später die Strafe -kommt. Ungarn wird weich werden und seine intellektuellen und, politischen Reserven werden anZ der Situation der Vereinsamung den Schluß Ziehen müssen-, das; sie sich wieder zur Rechtlichkeit imd Drdnung Zurückfinden. - Tiefer Schluß wird sich aber auch für die österreichische Wett ergeben. Auch hier weiß man nicht, daß das Ausland sehr gut sieht und urteilt. Die deutschnationalen Studentenkrawalle an der Universität. die Orel-Putsche und der feige Ueberfall auf die jüdische Mensa haben Oesterreich tief und schwer geschadet. Die Schreibweise der „Reichspost"-Presse Und die Feigheit der „Judenblätter" tun das ihre, Oesterreichs moralischen und materiellen Kredit noch weiter zu untergraben. ____ Der polnische Außenminister auf der Durchreise in Wien. Der polnische Außenminister Patek ist heute mit dem Ententezog durchflereist. Während des Aufenthaltes in Wien hatte .der ■ poln scke Außenmiinster auf dem Bahnhöfe mit dem polnischen Gesandten tzn Wien, S arota, eine Unterredung. Das Ziel der Reise des Ministers Patek ist Paris, wo voranssichllich die letzten Vorschläge der Entente über die Tcscheucr Frage zur entscheidenden Beratung gelangen. Die Schadenersatzansprüche der Mensa academica judaica. Wie die Korr e s p ondenz Herzog erfährt» hat die amerikanische Mission einen Schadenersatzanspruch von K 60.000 für die Schäden gestellt, welche gelegentlich des gewaltsamen Eindringens einer Gruppe von deutschnationalen Studenten in die Mensa academica judaica durch Zerschlagen von Gläsern, Geschirrenverursacht wurden, Hollo^y aus Oesterreich ausgewle'en. Wie der ,/Abend" erfährt, haben unsere Behörden den-ungnrtfcheu Journalisten ho ll o sy, der seit einiger Zeit in Kien tveilt. a u s O c ft e r r c i ch a b g e s ch a f f t. Hollo syü ft-als Urheber der Einkerkerung des Szegediner Oberrabbiners Dr. Löw zu trauriger Berühmtheit gelangk. Tie Wiener Polizei hat bereits Mitte Mai- Hvllviys Abschiebllug ausgesprochen, worauf der Mensch die Frechheit besaß, dagegen den Rekurs einzubringen, der.aber inzwischen von der Landesregierung verworfen wurde. ' - - - Herr Gratz interveniert. Wie wir .er-'ahren. hat der ungarische Gesandtein Wien, Tr.. K r a y,-in. Ängelegrnheit Hollosys beim Staätsarut' -nr Aeußeres Schritte unternommen, um dieses zu beivegen. daß der Ausweisirugsbefehl der Wiener..Poli^ewirei:ion.zurückgezogen werde. — Hoffentlich erhält' Herr Gratz die gebührende Antwort. Wie dis christlichsoziale Presse lügt. Die BrunnenvergifLer an der. Arbeit. -In der Wiener christliche ozialru Presse wurde am Montag, berichtet, daß' der' am Sonntag den 6. d. M.. von Leipzig in Wien eingetwfseue 5k iuderfonderzug mit aus Sachsen, heimkehrenden-'Wiener - Kindern bei seiner^ Durchfahrt durch die Tschecho-Slowakei großen Schwierig Lüteir begegnet sei. und daß den .Kindern ihre von.den Pchegeeltern. mitgegebenen Liebesgabcu mit dem .Bemerken abgenommen worden seien, „sie müßten froh sein, überhaupt durch hie Tschecho-Slowakei durchfahren zu können". Der Vorsitzende des Leipziger HilfslrerktB Direktor Brninmer ft-llt auf das entschiedenste fest, daß die Leitung des Kinoerzuges überall mit anßerordsntlichlr Liebensn>ürdigkeir ausgenommen wurde, daß alle irgendwie geäußerten Wünsche erfüllt wurden und daß die erste und einzige Gepäcksr-evitwn durch oeutschöfterrcichifche - Funktionäre auf deutschösterreichischemBoden versuch! wurde-und daß den Kindern auch hiebei nichts'abgenommrn wurde. Wir sind allen, insbesondere aber den B-ebörsen der tschecho-slowakischen Republik für die srounoiiche und liebenswürdige Durchführung zu besonderem Tanke verpflichtet und können nicht verstehen, wie unter den gegenwärtigen Umständen solche falsche und gehässige Gerüchte in Umlauf gesetzt werden Formten. Skandale rm Apollo-Theater. Im Apollo Thea!ufinden derzeit Riugkumpfe statt. Gestein?am cs während, des Kampfes Fösleitner (Wleii) nnd Kopriu a «Böhmen) msolge roher Kampfwene des Fvöleitner, der sick verschiedene Uebergrisse gegen das Ruigreglemeru zuschulden komnnu ließ, zu großen Skandalen. Das Publikum geriet m c-ennt große Erregung, daß Tr nkfMer utzd Aschenschalen gegen di: Bühne gewonen wurden. Nur m>.t Mühe komneri die Schiedsrichter sich in Sicherheit düngen und der Rmgkamps mußte abgebrochen werden. Neuerlich drohender Streik der Telegraphen-, Telephon- und NohrpsstbedieusteLen. . Als Folge der vorjährigen SLraikbeweqnng der Post», Telegraphen- und Telephonbedionsteten wurde bekanntlich die Trennung, des Telephon-, Telgraphep- und Rohrpostwesens vom Postdienste durchgeführt, doch konnten die hiezu not», wendigen Räumlichkeiten nicht beschafft werden. .Alle diesbezüglichen Vorstellungen - des Personals waren bisher vergeblich. Es wurde daher in einer vorgestern stattgefundenen Versammlung der Bediensteten der Beschluß gefaßt, falls die Regierung in der Gebäudefrage bis heute Donnerstag nicht eine befriedigende Antwort erterlt, mittags um 1 Uhr in den Streik zu treten unb den ganzen Telegraphen-, Telephonu»w Ruhrposlvertehr la^uiZulegen. Tiefer Beschluß wurde der Regierung ütenmttelt. Eingesendet. YH„ Mariainiferstrasse 98. — Telephon 32099. mm mm BINKATJP VERKAUF T & g i 1o.h G-ologfenheltakäufo! SS5 AnregelmWigkeiLen bei.d^r Hauptanstatt für , SachdemobMierung. Herr Dr. Friedrich PÄh'ne.r, als Vertreter des Lederlieferanten der HauptsmstaÄ '.*• für Sachdemobilrsierung Dr. Hugo Groß,'ersucht^uns um Aufnahme folgender Zeilen: * 1. Es ist unrichtig, daß Herr Dr. Groß-irgendwie bei der Beschaffung falscher Ausfuhrbewilligungen Beihilfe geleistet hätte. 2. Es ist weiters unrichtig,^ daß er sich eines Wohnungswuchers schuldig.-gemacht- Latte. 3. Es ist endlich unrichtig, daß Herrn .Dw Grgtz äus Anlaß der Beteiligung bei irgendwelchen kriminellen Handlungen irgendwelche materielle Zuwendungen' zugeflossen wären. 4. Gegen den Polizeibeamten, i der in ^vollkommen gesetzwidriger Weise die . fünftägige- Anhaltung, meines Klienten in Haft verfügte, behalte -ich mir vor, nach ^Durchführung der' erforderlichen Erhebungen vorzugehen. 6. Herr Dr. Groß wurde selbstredend sofort nach seiner ersten Vernehmung beim Untersuchungsrichter des Landesgerichtes Wien in Strafsachen - am 6. d. M. enthaftet. - 6. Alle weiterenz Aufklärungen des Sachverhaltes können erst .durch ' das'' nunmehr''M.'''Loiü^e befindliche Prozeßverfahren erfolgen. '' ' > Wir möchten Hiezu bemerken,, dgß, auch , der hier bemängelte Bericht der offiziellen >'^lizeikorrespondenz entnommen war, die langsain^AU, einer Gefahr wird. Es wäre gut, wenn, gegen diese >Art der. Beeinflussung der' öffentlichen Meinung, ö.ie -^ich. merkwürdigerweise meistens gerade bei jüdischen-Fallen zeigt, von den Vertretern der betroffenen Parteien mit Schadenersatzansprüchen, vörgegangen würde. .Dann könnte Remedur -geschaffen werden. . ‘ - Der SommerverkeHr nach Tirol. Innsbruck, 9. Juni. Wie >Hie.Landtagskorrespondenz meldet, sollen zur Vereinfachung'des .Vorganges'bei den im heurigen Sommer nur irr s eh r^ b es ch r an ktem Maße zu erteilenden Aufenthaltsbewilligungen den.betreffenden Gesuchenbeigeschlossen werden: 1. »'Eine- Erklärung .des Gastwirtes -oder des privaten . llnierkuustgebers $ bezüglich der Zusicherung einer Unterkunft. , 2.,- Eine, cuntliche Erklärung des Bürgermeisters der gewählten Aufenthältsgemeinde, daß die Gemeinde dem Aufenthalt'des Gesüchsteller's und seiner allfälligen nach der Zähst an^ge.beneni FärNilien- oder -Haushaltsmitglietzerfür die hezeichn^te Zeit z u st i m m e. - Die. so instruierten Gesuche sind mit der vorgeschriebenen Gebühr von 30 Kronen , (bei den äüsz-dftn -> Äusland'° kommenden Personen beträgt diese Gebühr <.10 Währungseinheiten des -Herkunftslandes) dem Reiftamk der AändesrestkerUng Pr Inns- . tzdmck ■' einzüschicken. Das ReiseaMt fertigt dann -cheitZutreffen der Voraussetzungen die Auseuthätzsbewrkligungen ^innerhalb -dev nmh der. allgtzmemeu EÄrährungslage.'für' öas ganze -Land 'als zulässig zMst ' aus? .Fürdie' aus dem Ausland zügereffteii' Personen.Mrd'Zstkerdies ' verlangt,, daß P« sich bei der Bestreitung' ihrer Wrpflegung der^vom Reiseverkehrsbureau - eür6eführten V,e.rpM g u trsch.e.i ne bedienen, die von den hrerläudischcnGastgewerbetreibenden für Unterkunft und VÄPstegung .ängenommenwerden müssen. Für die in a u s l L ft-d.) s.ch-x-i:7WlW^eleH««n'-:-Zahllmge» werden Lebensmittel im AuslaNdFbeschäfft werden,, die nicht nur die Verpflegung dieser FremdenfticherstellenFfondern auch der einheimischen Bevölkerung 'zuMe kommen r'söAen. 'Jenen Reisenden, die, ohne die Ubsichtz-fzu-». haben, isick. an einen Ort zu binden, nur einige TagMiu'Lande zu> versen gedenken (Touristen), werden in - Innsbruck' guft ihr Unsu.chen Aufenthaltsbewilligungen für längstens Fl4'/Tage, 'giMg für das ganze Land, jedoch in beschränkter Auz'ahl^. bewilligt. . . f ' ö - Die ziottiftische „KonventioAi". in New B^rK. Waren' die zwei vorleßdön^J-ühreskoyferenzen der amerikanischen Zionisten - von entfckMdÄider Wirkung für die günstige Entwicklung -der 'Verhaltnisft, bis politisch im Beschluß von San Remo''den.Gipfelpunkt erreichte, so galt die letzte Konferenz,' du am 9. mib 10. Mai d. I. in New -. A o r k tag lest'': niehr der Siegesfeier als prinzipieller Auseinanöersötzu'ng; es ging diesmal eher um die Kundgebung 'd-P Jubels als um Meinungsaustausch. Verschwundenl warHoenn auck nicht für immer, jegliche MmnünstsverfchiSvenheit,' wie solche iw ch . bei der tz-orletzten '-.'Konferenz, rkanteutlich in organisatorischen Fragen, genügend zum'Mrschein gekommen. . ‘*r'1 ' ' 'v"'. v Nun war (füb den 30. Mir' dw diesjähHtze Konferenz anberaumt. Gewiß hätte auch jetzt maMe Opposition Platz gegriffen/ obgleich - weseniliche' Meinungsverschiedenheiten ausgeschlossen schienen. -Denn^schon die Pittsburger/ Konvention vor. zwei - Jcchrrn ' brächte in den Häuptpunkten, namentlich k in denjenigen' prinzipieller . Natur, 1 Klärung - das^Pittsburg«: "Pro'grmnm/ iw groben Umrissen gefaßt,'k skizziert,ckvhne' dem Kon-' greß übermäßig zu ckräjudizieren-' das Prinzips der nationalen Kolonisation PäläDinas.' Dieses ^Prinzip - wurdebei' der' vvrjährigen wre-<äüch* bei«ber^jeßitzrn Konferenz - durch Resolutionen''neulich bekr'Digt.' Als der.Beschluß von San Nemotkam,'konzentrierte sich das Interesse aller lediglich äin eines: dett Aüsdruch der Freude über den Sieg. Wes ' ändere hielt man nun für ausschiebbar. Und so wurde "die ordentliche^ Konvention vertagt und an ihrer'Stelle raschöst^ eine' außerordentliche cinberufLn. In zwei Wochen sie ' zustande. Sie 'übertraf jedoch an Ausdehnung aKe vor-' herigen und bezeugte angesichts des ' cntschtiPinden ' Moments die Uebereinstimmnng in allen,'auch in prinzipiellen Fragen. . , . : Man laitu es den nnu';iia , T n Zionisten nicht j vcraM.Ni. wenn sie lick in dieser, ftist sentimentalen.^ 10. Juni'1820'' Verfassung befinden. 'Sind sie es doch', welche im- Laufe des, Krieges die Last des Jischubs auf sich nahmen und t auch in absehbarer Zukunft als die H'auptbe« teiligten.. in der Aufrichtung der jüdischen. Nation . gelöst, müssen. Kein Wunder, daß an Ort und Stelle . *auch.beträchtliche Summen für den Aufbau Palästinas^ gespLMt wurden. Die freudige Stimmung war im*, beschrewlich. |. : Aie wichtigsten Resolutionen, die einstimmig gefaßt . wurden, lauten: \ ■ Die außerordentliche Konvention der amerikanischen . Zionisten beauftragt ihre Delegierten zur Londoner Konferenz, in derselben für die Prinzipien einzutreien, die im Pittsburger Programm zum Ausdruck kamen; die Delegierten werden aufgefordert, bei der Zentralleitung idie sofortige Etablierung der Ressorts, die zur Durchführungdieser Prinzipien notwendig er-, scheinen, durchzusetzen. ft Die Zionistische Organisation wird aufgeforderk,i die sofortig-e Oeffnung der Dore Palästinas für biej jüdische Immigration zu erwirken.; In Anerkennung der Notwendigkeit sanitärer Sichere heit in Palästina, wird der Zionistischen Organisatwn dringend empfohlen, ehetunlichst einen Gesamtplan fürsanitäre-Arbeiten und medizinische Hilfe für die palä-- ' stinensische Einwohnerschaft zu formulieren. . « Der Zionistischen Organisation wird ferner nahe- - gelegt, die Vorbereitungen des Aufbaues Palästinas sofort in Angriff zu nehmen durch Errichtung von- Probestationen, Laboratorien ustv., Einsetzung vo» Fachkommissionen, welche technisches Material aus?» arbeiten usw. - ' Es ist der.Wünsch der amerikanischen Zionisten^ Föderation, fortan Sitz und Stimme in allen exekutiven Körperschaften zu haben.;; Die Konvention billigt die Beschlüsse der Exekutive der Zionistischen Organisation, wonach die Kvlonialbank als das zentrale Finanzinstitut der Organisatwn anerkannt wird und demmltsprechend auszubauen ist;; ebenso anerkennt die Konvention die Wichtigkeit M Jüdischen Natümalfonds für den Ausbau Palästinas und tritt für die baldige Stärkung desselben eür. -_ S. &; ■* Bezeäbnisse »« heutigen Tage. Alter Friedh o s: 9 Uhr 80 Min. Jaßniger Solomon; 10 Uhr Sckle« sinfirr Otto; 10 Uhr 30 Mm. Wnnrr Paula; 11 Uhr Klein' Jlma. — Neuer Friedhof: 9 Uhr Selmger Fötus; w Uhr Mehr Lazar; 10 Uhr 40 Min. Schwarz Alexander;. 11 Uhr 20 Mm. Fischer Josef; 11 Uhr 40 Min. Weiß Josef. * Hochschulkurse deSJüdische« Hochschulausschuffes. Infolge der länaererr Abwesenheit des Herrn Adolf Boeym sieht sich der Hochschulaussrhaß genötigt, de» Hörer» anzuzeigen, daß der Kurs über «Geschichte des ZiouismuL^ für dleses Semester entfällt. - '* An unsere Leser. Wir bitten diejenigen, die der günstigen. Entwicklung unseres Blattes Interesse entgrgwbringm, unseren Inseratenteil zu beachten und bei ihren Einläufe» unsere Inserenten , unter Berufung auf dre bezügliche Auzeige z» brvvrzngrn. Wiedereinführung uo« Milchkaffee in de» Kaffeehäusern? Die Freigabe des Bezuges von Kondensmilch aus dem Ausland bst die Kaffeesieder veranlaßt, dre Berweud»»» solcher 'Milch zur Wiederabgabe der ^Melange" auzuschneide». Mit dem Hinweis daraus, daß jetzt Kondensmilch in große» Mengen im freien Handel für jedermann käuflich ist, habe» sich die Kaffeesieder bemüht, bei den Behörden die Aufhebung drß Verbots des Milchkaffees in ihren Gewerbebetriebe« zu erwirke«. Wie verlautet, ist die Sache in letzter Jnst««r bei der Landesregierung' anhängig, deren Entscheidung in de» nächste» Tatze» erwartet wird. Für den Fall der Znstimmung würde sich mt Schale Michlaffee in den Kaffeehäusern auf K 47s bis K SV» stellen. * Austzube «euer Kohlenausweise. Bo« 14. bis 16.d.M. werden während der Dienststundm durch die zuständige Brotkommisnon die neuen Kitchenbrandkarten ansgegedea, n«d zwar.tür Wohnungöinhaber «kt den Anfangsbuchstaben A bis S* am Montag dm 14. d. M., 0 bis I und am DienSlaa den 15^ ll. HL bis Ö am Mittwoch dm 16., P, R, 8 und St am Donnerstag den 17. und Sch, T dis Z am Freitag dm 18. d. M. Die Besitzer,der neuen Küchrnbrandkartrn haben sich bis längstens' 26. Juni in die Kuudmliste der von ihnen gewählten Abgabestelle rintragrn zu lasten. Es wird den Parteien empföhle», diebisherige Abgabestelle beizubchalrrn.! * Lindcnblüt«s. Die Hauptsammelftelle beim Staatsomt für Volks.e.rnährung 'teilt auf zahlreiche Anfragerr mit, daß nnsschließlich handgepfückte Lindenblüterr mit den Flügelblättern, jedoch ohne ändere Blätter mtb nur in sorgfältig getrocknetem Zustande, vvir der Uebemahmsstelle, Wie»i, 3. Bezirk, Rennweg Nr. 12, angenommen werden. Die von den Bäümen fal^nden einzeülen Blüten und Blütenteile sind nicht zu sammeln. * Die Nachkommen der Ddarmmen ln Mallorm. In. M<al-lor c a, einer der Balearischen Inseln, leben heute noch' die Abköninrlinge der anläßlich der Vertreibung nnL Spanien. getauften Juden, besser gesagt, derjenigen, die einstweilen noch sich im geheünen zum Judentum bekannte», aber, dann schließlich unter den Verfolgungen der Inquisition doch gapz-vom Judentum abfielml. Diese Familien, die heute noch än 'ihren Familiennamen als jüdische Abkömmlinge erkannt - werden können, nehmen in Mallvrca eine Sonderstellung ein, in dem Sinne, daß sie von den Übrigen-christlichen Kreisen als nichtvollwertige Christen betrachtet werden. Zum Beispiel sind in den Balearischen. Inseln Ehen Mischen diesen „C h uet as" und den übritzeu Katholiken' ausgeschlossen oder werden zumindest als Mesallicmce«'betrachtet. Dieses gegen die „Chuetas" gehegte Bor^^ urteilbeschrankt sich immerhin nur aüf die Balearischen i Inseln.^ Sobald jene die Halbinsel betreten, hört auch schon? . ihre .Sonderstellung auf und sie verschwinden in der Masse' . der orthodoxen Katholiken. Diese „Chuetas" sind meistens^ Juweliere, die' die so bekannten Silberarbeiten aus Palma ’ de Dtallorca fabrizieren. Die „Chuetas" betrachten sich selbst-! als ganz^ vom Judentum losgelöst mrd sind im Gegenteil' ' viel fanatischer und bigotter als die übrigen' Katholiken.-' Es komnrt vielfach vor, baß ihre Söhne sitz fymt RrüLWl.lmut.widML. und^diL Töckter W.mneu. . >

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