Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 489 (3.6.1920)
- Date
- 1920-06-03
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wien, Donnerstag Tagesbericht. Ei« Theaterskandal im Burgtheater. Anläßlich der Premiere von Karl Sternheims llvmödie „Die Kassette" kmu cs gestern im Burgtheater zu einem, uuc v 1) orten Sk a ndal. J'm dritten Akt äußerte ein Teil des Publikums überaus lärmend seine Entrüstung über die Vorgänge auf der Bühne.. Der Geistesgegenwart des Darstellers der Hauptrolle, Herrn § o r e-sl, .ist es zu dankeu,. daß trotzdem. weitergespielt wurde. Im vierten Akte hörte Man den Ruf: „Stein-- bofl", der wieder bei anderen Besuchern laute Empörung hervorrief, stach dem vierten Akte erschien der diensttuende Regisseur, Herr Pan Ls en vor der Rampe, wurde aber mit Pfuirufen überschüttet. Er-wartete so sänge, bis Ruhe eingetreten war, um namens des Autors denjenigen -zu danken,, welche Beifall spendeten. Auch, während desletzten Aktes herrschte größte Unruhe, so daß manche Dialogstellcn völlig unverständlich blieben. Zur Verhaftung des Monarchistenführers Kuno Hoyrngg. Der unlet beut Verdacht des Verbrechen? der unbefugten Werbung für eine »Oesterreichische Legion" in Ungarn verhaftete Monarchistcnführer Kuno H o y n i g g wurde gestern mit fünf seiner Komplizen dem Landesgerichteingüüefet. Der Untersuchungsrichter Landesgerichtsrat Dolior a m f a u c r verkündete sämtlichen Beschuldigten.den Beschluß auf Einleitung der Voruntersuchung und Verhängung der Untersuchungshaft. Landesgerichtsrat Dr. Namsauer hat schon irn Vorjahr die gegen Kuno Hohrrigg wegen Verbrechens des Hochverrates und der unbefugten Werbung anhängig gc-> vescnc Untersuchung geführt.. : In dem jetzigen Strafverfahren, das. bekanntlich zu diplomatischen. Komplikationen mit Ungarn Veranlassung bot, ist die Aykiagebehörde durch Staatsanwalt Dr. Herrdegen vertreten. Mit der Verteidigung sämtlicher Beschuldigten Durde Dr. Gustav M o r g e n st cm betraut. Zur Erhöhung der Straßenbahntatife. N Ein Streik des Publikums. Der Verein der Straßenbahn- und Fuhrwerksinterefsenten richtet an die gesamte Bevölkerung die dringende Aufforderungim Falle der Erhöhung der Straßenhahntarife durch acht Tage eine Benützung der Straßenbahn, wenn irgend möglich, zu unterlassen. Nur'wenn die Bevölkerung sich selbst hlljt, kann ihrer ewigen Ausbeutung ein Ziel gesetzt werden! Anmeldungen und Anfragen Wien, lV., Schwarzenbergplatz 13. Infolge Narrmmangcls entfällt die heutige Fortsetzung, des Romans. * Beerdigungen am heutigen Tage. Zentralf r i e d h o f: 10 Uhr Elrsabeih Heim, 1l Uhr-.Suianna Baumseid. — Neuer Friedhof: 9 Uhr 20 Mn. Gertrud Thaler, 9 Ubr 40 Mn. Sieomund Weiß. 10 Uhr 20 Min. Moritz Soffer, 10 Uhr 40 Mm. Rosa Schnabel. * Der erste jüdischuationale Genossenschaftsvorsteher in Wien. Wie wir jetzt erfahren, hat die Gerrofscnfchast der Trödler mit großer Majorität am 9. Mai den Iüdischnatronalen Rudolf Krauß zum Genossens ch a f t s v o r st eher gewählt. Herr Krauß, der sich in weitesten Kreisen großer Beliebtheit erfreut, ist der erste Jüdischnationale als Genossenschaftsvorsteher in WiH. Der Bahnverkehr. Die Schnellzüge Wren-Fra'ns Joief-Bahnhos—Berlin Nr. 1 lab Wrerr-FrMrz' JosestBahnho'? Uhr 5 Min. früh) und Nr. 2 A (an jll>ien-manz Joscf-Bahnhoi 12 Uhr 49 Min. mittags) wnden ab Sonntag, 6. Juni, auch an jedem Lonntag^regelmäßig verkehren. . * Selbstmord eines Hofrates. Der Höfrat Doktor Anton Guglielmi, der zuletzt beim Obersten Gerichtshof in Verwendung war, hat heute vormittags durch einen Revolverschuß in seiner Wohnung. 111., Hreßgaffe 15,. seinem Leben ein Ende gemacht. Hoira: Dr. Guglielmi, der em Alter von 55 Jahre» erreicht hat, hat die Tal aus 'Angst vor der ungewissen Zukunft begangen. Er hat .sich schon durch längere Zeit wegen der Verhältnisse in emer Gemütsdeprejsion befunden. * Flüchtiger Postamtsvorstand. Nach einer telegraphischen M.tterlung aus Warschau rst der ehemalige dortige Poüamtsvorsiarrd Hugo E r u st nach . Veruntreuung von Mk. 125.460 flüchtig geworden. * Großer Taschendieöstahl. Dem Wilhelm Beran auS Basel wurde im Autobus auf dem Stephansplatz eine rotlederne Brieftasche mit Schecks und 95 Franks, zusammen K 753)00 wert, gestohlen. " Ein Millionenünterschleis. Ani 10. November v. I. wurde der Kaufmann Carlo G u f f a n t r wegen Veruntreuung «tner ' Million Kronen dem Landesgcricht eingeliefert. Wegen Mitschuld wurde der Ingenieur Alberto Fülek de Sameugo verhaftet. * »Metallum Gold" — (mit dem Regenbogen) die gutbewährte Taschenlamperrbaltcrre. * Haben Sie alte falsche Zähne? Hiesür höchste Treffe, auch für Platin. Gold. Silber. zahlt Spezialist Braunst e i rr, Wien, 1., Weihburggaffe 16, ll. Stiege, Tür 5. * Millionentreffer. Bestellen Sie sofort per Karte ein Klafferrlos der Ludwig F r i e d nr a nn, Wien, I., Sulzgries 12. Lospreisr und Manipulation: ll 9.—, ^L18.—, V1R72.7-: *■ Spenden. F ü r i ü d r s ch e K r i e g s r n v a l r d e n n d H e i nr t,e b r e r von Frau Toni. B e r n st e i n, Wien, kk 50 (bisher K 2350). F ü r jüdische Blinde dieselbe kl 50 (bisher K 1690). -_ Vereinsirachrichten. I ugeu 0 gruPPe, der z i 0 n i st i s ch e n B ez r r l tz r e t t i 0 n Brigittenau. Heute um 10 Uhr vorrrntiags Zusnrnmenkunst der Kriizab. (lLnä.pdil. Grauhaar: Borlrlnr'g ans H e r z ls Schriften „Judenstaat". Rur für Milgl'eoer- Wiener Morgenzeitung Eingesendet. Möbel u. Innendekoration '« gtösster Auswahl. Kur gediegne 691 Erreuftuissc. , J. SPIRfi Dllwjli.,:;:::::::“ 1 d. 2 (Ecke Karl Schwcighofergasse). Juwelier Better VII., Mariahilfcrstrasse 98. — Telephon 32099. EHSTKI^.XJF VERKAUF Täglloh Gcleg«nheltak&iif«! VJö Die Ernährung.' Der Marktbericht. Bei sehr guter Beschickung der Märkte entwickelte sich gestern, wie gewöhnlich zu Monatsbeginn, überall schon in den Morgenstunden lebhafter Verkehr. Die bessere Kaufkraft der Bevölkerung 'äußerte sich, auch in stärkerem Absatz. Auf dem Naschmarkt waren Grün waren und namentlich wieder Salat über Bedarf angeboteu. An Gartnerwaren waren insgesamt 171:600 Kilogramm zugeführt, an Sälqt 154.800 Kilogramm; außerdem gab es große Mengen Srrppengenrüse und Wurzelwerk alter Art, Zwiebeln und kleinere Mengen Spargel. Infolge der reichlichen Beschickung zeigten die Preise auch tveiter fallende Tendenz. Die Zu-- fuhren an Kirschen waren wohl ettvas besser ausgefallen als am Vortage, doch reichten die Vorräte bei weitem nicht aus, um alle Kauflrrstigen zu befriedigen. Der Verkauf vollzog sich unter lebhaften Anstellungen. Auch Ananaserdbeeren fanden lebhaften Zuspruchs Auf allen Märkten waren gestern aüch Eier wieder in größeren ^Mengen zu K. 4.— und K. 4.50 erhältlich. . jr In bei Großrnarkthalle fanden alle ängebotenerr Fleischs 0 rten guten Absatz. Die.Preise blieben im allgemeinen fest, nur in Pferdefleisch und Fett sind kleine Preisermäßktzungen erngetreten. Pferdefleisch minderer Qualität war um K. 50.— bis K. 55.—, besserer Qualität um K. 70.— bis K. 80.— pro Kilogramm zu haben. Indiane und Hühner notierten K. 90.— bis K. 125.— pro Kilogramm. In der Fi sch ab ter lün g waren kleinere Mengen Schellfische zu K. 45.— bis Sh 50—, Kabli.au K. 50.—, Seelachs zu K. 46.bis K. 50.— und geräucherter Seelachß zu K. 46.— pro Kilogramm zu haben. Die Großrüarkthalle ist heute geöffnet. Flerschausgabe rn Wien in der Woche vom 3. bis S. Juni 1920. Da rnsolae unerwarteter Transvortverzögenrngen nicht genügend v.cl Grsirerslcisch vorräüg ist, wird rn der Abgabe-- woche vom 3. bis 9. d. M. an St-lle von Rindfleisch an. alle Haushaltungen Wiens Hammelfleisch rm Ausmaße von V» Kilogramm per Kovf abgegeben. Der Abgabepreis wurde mit Zustimmung des Smatsamtes für Finanzen unter den Gestehungskosten festgesetzt und mit K 63 für den Sehlögel, K 69 für Karree, K 55 für Schul'er und K 51 für die sonstigen Flerschsortcn per Kilogranrnrnm Kleinen bestimmt. Der Berkaui eriolgt gegen Abtrennung der mit der Ziffer XXIX bezeichnten Abschnitte des Rindflcischeinkau^'chcrnes. Äb Samstag den 5. d. M.. ll Uhr vormittags, dürien die Rmdfleischabgabestelleg das errrbrrgte Hammelfleisch an.d'.e bei ihnen rationierten Kunden, ohne Rücksicht darauf, ob diese ihre Quote behoben haben oder nicht, Verkäufen. Die Kopiquote beträgt auch in diesem Falle Kilogramm, die Abgabe geschieht ebenfalls zu den oben angessihnen Preisen. Beim Bezüge der Znsatzquote wird der mtt der Ziffer X bezeichrrele Abschnitt des Nindfleffcheinlaufscheines abflcticmu.- _ Nohö. Die Aufgabe der britischen Liebesgaben (für Kinder unter 6 Jahren), findet m der Ausgabestelle, Neubaugasie 31, in folgender Reiheniolhe statt: Freiiag den 4. d. M. von 10 bis 12 Uhr A bis D. von 3 bis 5 Uhr E bis G, Samstag den 5. d. M. vormit'agd 11 bis ff, nachmittags L bis N, Montag . den 7. d. M. vornuitags 0 bis tz, nachmittags R bis 8, D-enstag den 8. d- Dk. vormittags T bis V, nachmittags W bis Z. ,_ Bühne und Kunst. Vurgthrater. (Zum ersten Male: „Die Kassette", Komödie in /fünf Aufzügen von Karl Stern hei rrr.) Der unerhörte. Theaterskandal/ der sich gestern, im Burgtheater abfpieltemacht dem Publikum der ersten deutschen Bühne wahrlich keine Ehre. Matt mag über den Wert dieser 5komödie denken, wie man will: Ein Publikunr, das '„Die Reise in die Mädchenzeit" bejubelt und „Die Sterne" beklatscht, richtet sich selbst) wenn es dieses Vühnenwerk niedertrampelt, niederschreit. Wir schieden mit dem^ Eindruck, daß sich die Herrschaften getroffen fühlten.- f : „In diese ganz ' geschlossene Welt der Bürgermodernität ist kein Pfeil zu senken und liebend keine Hand an sie 31t legen. Sie ist zu definieren: das ist alles. Der heroische Kampf, den der bürgerli'ch-nroderne, arlfgeklärte, fortschrittliche Mensch gegen das Menfchtum führt: Das ist die Epopöe, der Koinöbienreihe Sternheinrs." Acit biefent vielsagenden, humorvollen Satze scheint uns Frarsz Blei.in einer sonst recht affektierten Abhandlung über Karl Sternheim das Wesen - dieses neuen Komödienöichters trefflich zu charakterisieren. Auch in der -.Kässete" wird die schäbige, mit verlogenen Gefühlcheu wattierte, unmenschliche bürgerliche 'Fortschrittswelt einfach „präsentiert". Die Familienstnbe eines in Ehren bis nn die Fünfzig gelangten Oberlehrers wird r',r Querschnitt gezeigt. Krnll, zum zweiten Male geheiratet, tiomint von der Hochzeitsreise, und der Mund - geht, iieer ron lnoblskandierteu Phrasen über die Ein« 3. Juni 1920 .. Nr. 488 drücke der Rheingegend Aber die im Hause wohnend« Tante der jungen Gattin hat einen inferncüischen Plan geschmiedet, wie sie die erste Geige in der Famili^spielen j könnte und alle sich gefügig machen. Sie zeigt Krull die Kassette mit ihrem höchst beträchtlichen Vermögen, . ja, sie gibt sie ihrn zur Verwahrung und es beginnt ein ergötzlichpr Tanz um das goldene Kalb. Zwischen Krull und her -Kassette entwickelt sich «ein regelrechtes Liebesverhältnis. Gr nimmt.-sie statt seiner Gattin, die ihn» ... jetzt HMba ist,, ins Ehebett mit, behütet den Schatz.mit hingöberider-.Zärtlichkeit, imterlinrfL sich hündisch . Tantchens) boshaften Launen und. - Lüsten. Nicht zp 'childern,' welche Fülle von Beobachtungen aus der Welt des Spießers, vermittelt wird. Man sieht den Mammonsdienst bis zrrr Raserei gesteigert. Und man-' acht abgrundtief, wenn der Oberlehrer am Schreibtisch itzt ulch sich in grenzenlosem Wohlbehagen durch die- Lektüre der „einschlägigen Fachliteratur", für die zukünftige zittsenbringende Vermögensverwaltung wohlpräpa* riert.. (Amntchen bat aber längst das ganze-große, schöne. Vermögen der Kirche vermacht.) Noch ein zweiter wird inh den KckffetEnkult hi-noingezogen: der Photograph. Seidenschnur, Typus des bürgerlichen Kommis,'Maul»- Helden' -imd Frauenideals, der (hier wird die Satire ' blutig) sich über die „bürgerliche Kanaille" echauffiert« Eines Nachts, da er mit Krulls Töchtern aus erster Ehe geschnäbelt und mit Krulls stark vernachlässigter,' Gattindie Ehe gebrochen hat, wird er von dem- ' mit der Kassette'- nachtwandelnden Krull ' über»- rascht i und ' hält prompt um die Hand -des Gänschens an. Der nur mehr in Prozenten denkend« Oberlehrer willigt freudig ein, weil er an dem unter« ' nehmenden, forschen jungen Mann einen tüchtigen Kompagnon zu gewinnen hofft. Im fünften Akt wiederholtsich witzig das Geschehen des ersten. Seidenschnur kommt , von der Hochzeitsreise und wird von Krull ebenso det' Kassette dienstbar gemacht, wie Krull von Tantchen Elslleth. Eitelkeit, Kunst, Weiber, alles versinkt, es bleibt nur die verzückte Liebe zu den „pupillarsicheren Pn« Pieren". " Das.- Stück könnte natürlich viel kürzer sein imÜ würde besser munden, wenn es mit der Heimlichen Te«... staments.errichtung der sauberen Tante, die den Wahn der erbsüchtigen Männer zunichte macht, ordentlich ab--- schlösse. Är^ch wäre ein geeigneter Darsteller der Haupt-- rolle dein Erfolg zuträglicher. Herr F 0 r st, dieser, außerordeutliche Episodenschauspieler, ist großen Rollen nicht getvachsen, zumal der überaus scharf geschliffene Dialog, höchste Deutlichkeit der Sprache verlangt. Unsere volle' Bewunderung aber seiner Selbstüberwindung, mit dej^. er trotz des pöbelhaften Benehmens eines Teiles der.Zu-' Hörer-weiferspielte. Ausgezeichnet Frau Sen Hers als Tante Elsbeth Treu. Auch die übrigen Mitwirkenden.: insbesondere Herr Dannegger, Frau Mayen und Fräulein Wilke, sehr zu loben. Eine eigenartige Komödie von Physiognomie (mft manchen 'Schwächen belastet) ist durchgefallen. Wir glarrben, daß sie sich gleichwohl durchsetzen wird. „Ariadne auf Naxos." * Die Aufführung des Hofmannsthal-Straußscheu Barockspiels brach'r in Erinnerung, daß es hie Wiener Hofoper war, für welche die Umarbeitung des Werkesin der gegenwärtigen Fassung erfolgt ist. So brachte' die Meisteraufführung im Rahmen des Wiener Musik-- festes mit Recht diese Dper als ureigenen musikalischen Besitzstand dieser Stadt, die Richard Strauß alsliebevollsten Interpreten des eigenen Werkes am Pult sah. sDie Ehrenbesetzung war durch Frau Kurz alß mustergültige Zerbinetta, Frau Jeritza, ein« leidenschaftlich-klassische Ariadne, Fräulein Lehmann und Herrn L e u e r gebildet, der mehr durch Erscheinung als göttliche Vollendung des Gesanges wirkte. Strauß, der srin Kammerorchestcr in subtilem ' HellglaNZ schimmern ließ, wurde enthusiastisch gefeiert und mußte immer wieder im Kreise der Hauptdarsteller vor btt Rampe erscheinen. Bolksoper. (G a st s p i e l I v s e f S ch w a r z. „R r g 0 l e t t o'). Mit „R i s 0 l e t t 0" eröffnet Josef Schwarz fei* heuriges Wiener Sommergastsprel. Man kennt die Meistnleisium des Künstlers, in der sich Gesang und Darstellung so prachtvol in rnis künden, die hohe gesangliche Kultur, mit der sein Narr seinen Schmerz und seine Leidenschaft ausströmt. So größte dem lauter Beifallsjubel den beliebten Künstler «ach Aktschlüsse» unk bei oAener Szene. Frau S ch ö n e von der Staalsoper sa»g di« Gilda. Mit warnrer Empfindung, irr der Koloratur freilich war iS das OW jestrrn abends weniger hold. —r Carl-Theaker. pi*.,;it2u€ Operette „Liebesrausch" zeigt, baß' dis ungarische Operettenindustrie gleich der österreichischen am'üöMhrferten Standardtyp des Librettos festhalt, tvo-- nach - dW/T-enor nach dem im zweiten Akt unweigerlich eintr-tWen Hindernis der Liebesvereinitzung im dritte» biß Sgsigrrin heimführj, was beit Kümiker: und bis Soubp^tte iur Nachahmung nacheifert. Diesmal lautet die Variation so, daß der Liebhaber als Lakai in-die Dienste'der. geliebtien Großfürstin tritt (am Schlüsse des ersten Aktes steigt er in einen veritablen Dogcart mit esuem wirklichen Roß!) und daß der' Komiker eruert chinesischen Marquis (?) spielt. Die Musik des Herrn H-ü ttikay strebt sichtlich Dnt der Schablone [ ivcg,, ihr ges^geuilich der Erfolg nicht versagt MH«uusa<