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Wiener Morgenzeitung · 1920-06-01 · Heft 487 (1.6.1920) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 487 (1.6.1920)
Date
1920-06-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Drei« L Krone PvLnmneratWnspreise; wie»; Au» ALHolrn « der ***»Wa», 2. Bszirk. ZOttu IrsHe 1 »iS ", oder i» eia« LerschlrtMar tLrafik): SRoafttUih . . Stowten »!». vterteltichrttch .« VS.— Mit Postorrsaad »5r Wie« »ad Oesterreich: M»»«1lich .. Stoone« S8.- Mcheche.Slo»iüei: »tmmtNch .. Krone« 10.— «iertclistheltch „ »0.- itt tschkchs.sl«waNs»rrWSl,nra, Ibuiattu SKon«t»q .. Kronen 28.- m tsettrjähr«» _|. . 7J5‘- 1» »R-erischr» Sshrnni A»Sofle»ie»r Moaotttch .. Li»« 6*-» Meetertnhrlich « Nr 487 Men, Dienstag, den 1. 1820 G»»-oto»o«pt« r Ureis L Krone «pränamerntionspreisr: Dolch« - Monatllch.. «taek ®lerte*|dörH* * in völkischer WLlmvG 7.^ . Monfltlkch^^Mane« M»lie»r Monatlich .... Lire S.-i Tchweiz:/ Monirtttcki. . .'ftfiMrt Sv—*' Fltr i>alibrior Autlai.» : > Vierteljährlich fltutmt 105.— Redaktion». 31d»in«ktratio»; Wie«,UBe.,.,Labor ftr.1-.4j Lekehho««' Admittisiratto» 440»»;. «edaitiov 4N«». «b 0 Uhr adsrtd» Är. 10W01 iSoftspnrtLss eti f »i Kt 0 2. Jahrgang s kischen Angrisfstätigkeit. Im Gebiet von Dzienkowee,- Pogrebrszcze mW gigci/.-- die o;i den Distepr an« 'lehnenden ''Stellungen ging der Feind Zum A n g r i fß. über. Die für uns günstigen. Kümpfe dauern an. Aufstellung österreichischer DfstziersformaLionen in Ungarn. Scharfe. Note des Staatskanzlers. SiaatSkanzler Dr. Nenner, hat in siincr Eigenschaft als Staatssekretär für Aenßcres gestern nach, mittags den ungarischen Gesandten Dr. Grai; zu sich gebeten und ihyr folgendes erössüet: „Der Staatsregierung der Republik Oesterreich liegen derläUicheNiahrkchten.daW^ vor, das; in Zal a- Egerszeg, also ist der Näbcunirrer Ostgrenze, eine Formation von ungefähr tausend-Oinzieren österreichischer Staatsbürgerschaft organisiert wird mit dem kaum geleugneten Zweck, gegebenenfalls mit bewaffneter Hflnd ist Oesterreich einzu- ' Dieser Vorgang vollzieht sich in einer Weise, die es autschlstßt, daß er der ungarischen Regierung verborgen bleihen könne. Die österreichische Regierung ist auch darüber informiert,' daß für diese Formation von der Regierung des Königreiches Ungarn Hin Betrag von z e h n Millionen Kronen ausgewörsen worden ist. Gin Zwischestfall, der sich iy den letzten Tagen in Wiest ab-. Offizieren geführt hat, tut darf daß für diese in Ungarn' gehaltene Formation aus österreichischem Baden Mannschäften angeworben werden.. Die Geldmittel, mit welchen Staatsbürger der Republik Oesterreich zu hochverräterischen Umtrioben verleitet werden sollen, stammen offenbar auch aus Ungarn. Chaxaktcrrstifch für das in dieser Sache beobachtete Verhalten der ungarischen Behörde» ist endlich der Uuistnrrd, daß die Grenzorstane in Sauerbrunn (Savnttykut) Formularien, durch die -er- Greuzühertritt ermöglicht, beziehungsweise befördert'werdeu soll, den Anwerbern in Wien zur Verfügung gestellt haben. Die österreichische Regierung erwartet eingehende Ästfschlnffe über diese V'.' rga.n('e und spricht die Ueberzeugung-ans, daß die ungarische Re- , grerung diese umso rascher Mb lückenloser geben wird, als die Existenz des in Reste) stehenden Truppeukaders , in Zalaegerszegglicht bloß' eine ^ständige Gefährdung des'inneren Friedens der Repnblir bedeutet, .sondern auch ein Moment darsteM, das geefgüct erscheint, eine höchst bedauerliche - % J '• . 'ir:'",, . 7 - '• Trüb'tt«D/'^rv ^.'beiden; Zu »Weicher-Zeit W'Üer^ nn> Budapest, Cnobloch,' de» Auftrag erhalten, beim ungarischen Minister des Reußen vorzusprechen, nm dieselbe Beschwerde 'zu erheben. Die österreichische Negiernng sieht einer raschen Erledigung dieses Zwischenfalles entgegen. / Kümpfe in KLeinasien. Beirut, 28. Mai. (Havas.) Zwischen Kilis und Aintab stietz eine Kolonne die die Verbindung mit Aintab tviederher stellen sollte, auf ein starkes verschanzte?. K o N t i« g e n t von Banden und regn l8ren türkischen Truppen, das über den Harrfsr, geworfen wurde. Die Kolonne machte zaM^ reiche Gefangene, worunter sich ein türkischer Oberst und zwei Majore befanden, erbeutHe- Fahnen und brachte bstrü"bLliche Beute ein.7 Der Feind Netz 1200 Tode mrf, den.-- Platze. Aintab wurde non der Kolounc besetzt. Abmachungen zwischen Polen und den rtrssifchev Kadetten? Warschau, 28r Mai. (Tel. der „Wiener Morgenztg/') Der „Kurjer Warszawski" will wissen, daß zurzeits -wischen der polnischen Regierung und einigen. Fiihrern der russischen Kadettenpartei Verhandlungen im Gange' sind, welche mit der kriegerischen Aktion im Osten in Zusammenhang stehen und auf der Erwartungeines baldigen Sturzes (?) der bolschewikischen Regierung sich aufbanen. Polen soll dann bei der Reorganisation Rußlands eine entscheidende Nolle spielen. Zur Führuiig der Verhandlungen sind, wie der „5kurjec Warszawski" erfahren haben will, der Kadettenführer Roditschew Baron Golde, Sawinkow und eine Reihe anderer russischer Persönlichkeiten! in Wärschau eingetrosfen. Die Unterhandlungen sollen durch Vermittlung von Roman Dmowski geführt werden. „Es sind" — sagt „Kurier Warszawski" wörtlich — „Ereignisse von größter Wichtigkeit nicht nur für Polen und Rußland, sondern für die gesamte Weltpolitik, vorausznsehen." Kein Eintritt der Sozialdemokraten in ein polnische Koalitionsregierung. / Warschau, 28. Mai. (Tel. der Wiener Morgenztg.") Wie bekannt, besteht in Polen seit einigen Wochen, eine latente Regierungskrise und von verschiedenen Seiten wird — schon.int Hinblick auf die gegenwärtige kritische Lage des Staates — versuchte eine Koalitionsregiernng äller Parteien-zu ermöglichest, in der auch -bfe- Sest-stdemokratie zlvei Portefeuilles erhalten soll. 'Die Herren D a s z y n s k i und Diamant waren für die beiden Portefeuilles auserkoren und hätten sich es gern gefallen lassen, Minister zu werden. Nun hat der P a r t e i t a g der polnischen Sozialdemokratie in Warschau, dem die -Frage einer. Beteiligung der Sozialisten an der Regierung vorgelegt wurde, mit knapper Majorität folgende Resolution beschlossen: „Die jetzige politische Situation gibt dein Parteitag keinen Grund, von . ieiner prittzipiellen Stellnngnohjne, daß ein Mitglied per. polnischen Sozialdemokratie in -keine Koalitions- . regierung eintreten darf, abzugehen.", Damit ist der Traum der Herren Daszynski und Diamant verflogen, da sich der sozialdentokratische Parteitag doch von etwas Reinlichkeitsgefühl leiten ließ. Im übngen hat der Parteitag in seinen Resolutionen ehesten Friedensschluß im Osten, Auflösung des polnischen Landtages und sofortige Ausschreibung von Neuwahlen und im nengewählten Landtag eheste Erledigung der Verfassung, ferner Dnrchtührung der Agrarreform und einer modernen Arbeitergesetzgebung gefordert. Der Parteitag sprach sich gegen den Anschluß an die dritte Internationale und gegen die Diktatur des Proletariats aus; dagegen bezeichnet er als polstisches Ziel der polnischen Sozialdemokratie eine sozialistsche Negierur>g, welche sich auf die. Arbeitermassen stützt. Posens Vereinigung mit Kongretzpolen. Breslau, 3l. Mm. 29re obrrschlesische,>- Blätter melden, v id am 1. Imü die endgültige Vereintfluitflbec Polen e.n- . 'nliedetten Teile der Provinz Posen mit Kongreßpölen und lstrlirien estolgcn. " Heftige Angriffe der Sowjet truppen. Warschau, 31.. Mai.. (Funkspruch.); 3pt .tet: Nordfront erneuerte der Feind an verschiedenen Punkten. feine Angriffe, die mit blutigen Feindverlusten abgeustosen wurden. Besonders hartnäckige- Kämpfe entustckelten sich am ^Brückenkopf von Rjeschitza, den der "eind zweimal niit sehr iibeÄeg.enew Kkäften angriff. Der Angriff wurde abgcwiesen, d<;m -fliehenden Feind durch Nachstoß schwere Verluste heigebracht. Zwischen der Düna und der oberen.Beresina - gehenunsere Drnvhen in verschiedenen Abschnitten^ fiegre!/: vorwärts, l'rn!"- t Vr b-e'üsteU''- Der russische Frontbevicht. . Warschau, 31. Mai. (Funkspruch.) FröntberiHt vom ' 29. "Mai: Südlich der Düna wurden( örtlrKe.Efolg» der Bolschewiken im Sumpfgebiet durch kraftvolle Gegen- > angvisfe unsererE^Truppen zunichte, Zwischen dem; -'Naratschsee und der obe'ren Beresina rücken untere. Ein-;* heilen überall vor, den starken Widerstmtd des Feindes brechend. Zwischen Boryssow.und^9vbrstisk.setzÄ^.'jp'ir'. bie^ Säuberung des Geländes von den hinter., ünsere'r' Aront^.^ befindlichen Bolschewiken fort.. An der ukrainischen Front, wurde bei Budziernry mit Reiterabtellungen der' bölsche-- wikischen Armee gekäinpft, die von unseren Truppen vertrieben wurden. Bei ZGlinka und Dstijka AZrchvka ' hartnäckige. Kämpfe mit feindlicher Infanterie, die dunch unsere Reiterei verjagt wurde. Freiwillige an der polnischen Froi-Z. - ' ■ Moskau, 81. Mai: (Fnnkspruch.) Nach Meldungen) arts Baku hat die Verbündete Republik von-User- 'beidschan eine große. Anzahl von-Freilvilligenabteilnngen - gebildet, die an die polnische Frorst ahgehen.. . - 7. Französiche Truppest nach PoLeu. Berlin» 31. Mai. (Tcl.-Komp.) Wie die..:B. Z.'chmrldstwird in Berliner diplomatischen'Kreisen mit Beltimmcheit ver*) bücherstdaH..J^r L-n^k r echch-ieine„ beträchtliche Armee -77man..' Hilfe sch i ck.e.n ,w i r d.- schlichlich aus lolonialen Mannschaften bestehen. Keine Munition für Polen und Firtuland. Moskau, 31. Mai. (Funkspruch.) Die 7rnssischm Sowjets haben in einem Aufruf die norwegischen Ar-- beiter aufgefordert, gleich den britischetl Arbeitern das' Verladen imd Verschiffen von Munition und Kriegsgerät' nach Polen und Finnland zu verhindern. , . 40.000 jüdische PogromqeschädigLe aus der ttkrains nach Amerika. Kopenhagen, 26. R^ii. (Tel. der «Wiener. Mm:e«nztg.^ M. C H e f e z. Profesior an der Moskauer Univ'ersM und Pcäsldrnt des Hilfskomitees für die jndcschen Pogromgeschadigt«, >n der Ukraine, ist vor einigen Tagen von hier nach N e rv-, Nork abgereist, um dort ein Hilfskomitee a^f sozialer ges nossenschaitlicher Grundlage für die Pogromgeschädigken zu organi^ sieren. Professor Chesez will in Amercka alle Borde r e i t u rrg e n treffen, um 40.000 jüdische Pogromgeschädigte ans der Ukraine nach Amerika zu bringen. Amerikanische Verhandlungen mit Krasfin. London, 31. Mai. (Tel.-Komp.) A m e r i k a n i* s ch e Kapitalisten stehen mit dem Führer der bolschewikischen Handelsabordyung. K r a f f i n, in Unterhandlung. Sobald die Besprechungen in London beendigt-sind, soll sich Krassin oder ein anderes Wit^ glied seiner Kommission nach den Vereinigte« Staaten begeben. England verhandelt mit den äghptische« . Nationalisten. London, 28. Mai. (Tel. der „Wr. Morgenztg".) Die englische Regierung, welche bekanntlich zur Untersuchung der beunruhigenden Situation in Aegypten vor einiger Zeit. eine Spezialmisfion unter Lord Milners Führung nach Aegypten entsandt hat, welche die Gründe der nattonalistischen Agitation prüfen sollte, hat über Lord Milners Vorschlag beschlosien, einige der enrflußreichsten Führer der Nationalisten Aegyptens zu direkten B e tv Handlungen nach London zu' berufen.^ Drei Mitglieder der ägyptischen Delegation in Paris fmfc bereits in London eingetroffen. Sie werden von dem der gemäßigten Partei angehörenden Erministei A d l y Pascha begleitet, dessen Anwesenheit blc Hoffnung auf ein Abkommen im Sinne eines Kom» promiffes eröffnet. -; 1

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