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Wiener Morgenzeitung · 1920-05-21 · Heft 477 (21.5.1920) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 477 (21.5.1920)
Date
1920-05-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Reda«^och 4»Nt». ab 6 UhraSendö Sit, J.63Ö1 . iVoftN>a^kaff-i»kölrtch tSyK« Nr. 477 Wien» Freitag, den 21. Mai 1920 2. Jahrgang ...-.. •, ~ ' - --- -'- " ' ~ .-"--;.'W>i Oie Offensive der Bolschewiken. Fortdauer der Kämpfe an der Beresina und am Dnstpr. Warschau, 20. Mai. (Funkspruch.) Fvontbericht vom 19. Mai: Im Abfchnichsteder oberen Beresina hat der Feind nach Eintreffen neuer Verstärkungen seine Angriffe fortgesetzt. Unseren Abteilungen gelang es, ihre Stellungen zu behaupten nnd im Gegenstotze dem Feinde schwere Verluste beizubringsu. Nördlich vom Dnzepr wurden feindliche Angriffe i« Gebiet von Dzugastra und Krzhzopol mühslos abgswiefen. Auf den übrigen TeNek Per «krainifchen Front Ruhe. Ein Protest des Polnischen Roten Kreuzes. - V.: ' War schau, 20. Mar. (Funkspruch.) Das Polnische Rote Kreuz hat dem Russisch?« Roten Kreuz mitgeteilt, daß die E n L f ü h r n n g v o n p o l n i s ch e n G e L - e l n MS W Ukraine durch die Rottruppen den Bestimmungen des zwischen Polen und Sowjetrtzltzlünd ' am 3S. Oktober ISIS abgeschlossenen Vertrages zuwiderlarrse, und ersucht um die Frer» lassüng der Geiseln, besonders der aus Kiew mitgenommenen ZS Personen/ denen ir SWS Rubel Vorschuß gegeben werden möge. ' " Ms dem Anhalt:; NerhLnguug des Ausnahmszustandes im Tescheyer Gebiet. Stürmische Szene» in der französischen ...'-Kammer. Schmierigkeiten bei den Londoner BerhüvÄlu»geumttdenSoWjetde!eäierLett. Dolfchewikische Truppen in Persien. Verhaftung einer Bande von Banknoten- /ftempelfÄschern. „Die weisen Äeltesten von ' H ' ' ' ■ . 7-7. W i e«. 21 Mar.;$ic; . nntzwelle.der Wahlagitation der antisemiti> ' ichen. Volkspariei 'irr Deutschstitzlw hat eine uralte' Fäl- Dng an den Wmer SLxynb'gMstfen und die „Neichs- Hst", seit der'.,AllLerer-<GeschiMiL' c.tn Freund solcher - Änge,- hält ■ fid ,'fiirwichtig genü g, an leitender Stelle Murmel und Erde gegen das. JHeütum'' zu beschwören. - ^"'handelt sich 'um eine vor'langerr Jahren in der; Howoje Wxemtza" äexsihrenene Zusammensetzung von' .Schlüffen -erij^r'. RabdrrrerkönferÄT die ansdem alten fraget* Judettsriedhof in einer HewiHernacht. dariiher Ural, - -wie-''man am leichtesten die Welt in Unruhe Hingen 'koUUtei Diese aüs übelster Kanaillenromantir Worene Lüge tauchte' in den letztell Jahren, je nach Ht? Zen.fchj-neuMiteKi ^'MierMtzolttLiM. ist- 1 .Hern iWhas" oder ...Die HMetz MlWerr^ von Zion" ich,Wahlkampf Deutschlands Aue'kHeutsanie Nolle, weil dem - Spatzengehirn' der alltzeytschsu' Politiker viel Weit erspart. Nun hat sie auch zürn soundsovielten | Aale den Weg nach Wien gefunden und ihr. Abdruck in I >ReichSpost" scheint uns ein Beweis' dafür," Laß Mdch 'irgendeine Gemeinheit gegen das Judentum im Herden ist. Es kourmen nämlich-Wahlen. Die Sache Wd also in folgender Form aufghtischt: H Ein Professor NiluS, gewesener Staatsrat im cMMen Auswärtigen Amt, habe Dokumente in den rttssischen staatlichen Geheimarchiven anfgcfunden, aus Hchn st^^die 'Existenz einer geheimen /internationalen itzdischäch Organisation ergibt, an 'deren Spitze^ der Rat Oer ,/ve.rsen Aelteften von Zion" steht. Diese „Doku° mchrte-" sind in England in einer Broschüre unter dem LiLel:„Die jüdische Gefahr" erschienen, von den „Times-", dem bekannten antisemitischenOrgan, iinÄuszug mitgeteilt «ch> besprochen. Besagter NiluS soll seine Dokumente schon''rm Jähre 1965 publiziert haben. Der Mann inntz slsö^ ein direkter Prophet von erstaünliäiem Ahnuugs- Hrmögc» sein. In dem von der.„Reichspost" veröffeni.-- iichtsn' Auszug ' finden wir^ die Ausdriicke „chrlstlichkrationale Staaten", „vorn Liberalismus zum Radikalismus, dorn Sozialismus zunr Kommunismus",-die der Hutigen. antlsemitischerr Lerminölogio entnornnren sind »M-dia der Nilus schon vor la Jahren den Juden abzeWscht'hat. Die „Times" fragen nun in ihrem Kam-- mentÄr^' ob hier eine der gek^eimen Organisation der HtülüNischen Weltterrschast ährrliche Sache vorliege. Die .ReichSpvst" versieht dies mit einem Fragezeichen. Wir Mtten/'däß man dieses Fragezeichen zu der ganzen Geschichte setzen soll. Die Publikation, die wir schön'vor WoÜM in. dem Abendblatt der ,/Reichspost" gefunden sraberr, ist.eine, aufgelegte Leo T^xil-Geschichte rmd in , solchen Dingerr sollte,die fromme „Reüchspost" denn'doch nt ihre verbrannten Finger denken. ' ^.dhen-wir uns den Rilus-Schwindel ein bißchen kähejt yu.'Die „weisen Aelteften von Zion", die nach der tstsirichtung, einer jüdischen Weltherrschaft streben, wollen dieses Ziel äuf dem Weg einer allgemeinen ökonornrsiben ...ltrisis -mit Hilfe'ihres Gpldes erreichen, zu nxMfcm BföSfe mächsise ArbeiternMen auf die Strasie gejagt, »eren .Löhne erhöht, deren LebensverWtniffe aber durch .»io '.Verteuerung der Lebensmittel herabgesetzt werden -Men.' Dieser Waue Plan setzt sitz»-ein gehein»es Ein- ^Wtzdtzis 'zwischen den tveisen jüdischen Aeltesten und rdn.: chnsilichen Pattern voräils. Die Sinnesart der letzteren kennen NilttS, die „Times" und die „Reichs- ^üft" genau,'gelangen also auf dein Wege des logischen Schlusses zum Irr benhtm, das bekanntlich' ii ber' bi c Nodenproduktiöir. verfügt. Aber die -tveifcu Nelteitc'n /trd noch-viel sisifaner. "Eie wollen,' obzttmr Reprirsen- Moskauer MeldKWen. MsSlrau, zg. M«i. (Funklpruch - Die Forischrüte au der Südivrstftont dermn an. Unterstützt von dkr Flußflottille. wurden Kamew und Irr sch gexsinnien. Jur Gebiet .von Taraschrscha wurde oO Werst nordwestlich von Swrnigvrodla Winvgrad zunrckervbert. ///..-/. Moskau, 2c). Mai. (Fun?spr^ch.> Am IS. Mar fand m .eiric -emeiusmsie SMn^desMMmtzr Sowjctzmtral-' der nach den Reden der Delegierte» der brilischen Arbeitervemm-? gung beschlossen wurde, an das britische Proletariat emerOotschsst' abzusendew worin diesem . mitgetM .wird, -daß -die^russtschm ' Arbeiter nach unsagbarcu Mühen ihre Feinde .besiegt und: .'den ' Frieden erreicht haben, während die britische RetzierMg/die.? zansüichen Generäle unterstützt und die Entclite nun o-btu - vorgeschickt habe. Die russischen Arbrüer wnssen die Gewehre-.he»" -reit'halten.-denn sie veMdiasii auch die Sache -deZ imrstsicheu ProlctariaM ' . . , ArMerriM bMet die Eytente / rrm Hilfe. Paris, 20. Mai. (Funkspruch) „Matin" meLdrr aus Kff«ftanri«opel, patz die armenische Ne publik die EnLenLe und Amerika dringend rrm Hilfe und am Le4e»-«rttei Lebet»« Babe, u« sich -a-eu die türkischen Ratian allsten wehren zu kSnnen, die sich bei Olty k-u-eEiereu. Die nrmenische Aeniernusei «it der SawZetrepndtik in Verband langen ei»Oetrereu, «m die diPlomalischenDeriehunge« auf der Grnndlatze der AnabhSnzigkeit Armeniens aufzunehrnen. In Eriwan raürden «Le AnstrenOungen gemache» um sich der türkischen Gefahr zu erwehren. EirZe rnLer»atiottaLe HandelskamMer. Paris, 20. Mai. (Korr.-Bm.) Heute fand hier eirre Sitzung der Delegationen der grdtze« WirLschaftagruspen Frankreichs, der Pereinigten Staaten, Englands, Italiens nud Belgiens statt, um die Gründung einer i n t e r, nationalen ÄaridelsKammer vors ruSereiten. Den Gegenstand der Besprechung bildete insbesondere das Statut der nvuen Organisation sowie der Fragenkomplex,'-der de« interuatkonaleu Kongreß vorgelegt werde« wird, der vom 21. bis 26. Juni in Paris tsgen wird n«d Lei dem Vertreter der Industple, -des Handels und der Bankwslt aLer Länden gemeinsam die internationalett und wirtschaftlichen Probteme einer eingehenden Erörterung unterziehen werden«- kanten eines nach antisemitischer Auffassung kapitalistisch gerichteten Volkes das Eigentuni beschlagnahmen und mit wenig ausfälligen Exekutionen einen Terraerzeugen, der „blinde Unterwerfung" hervorbringt. Sie und also so, sagen wir großzügig, die Kleinigkeit zu übersehen, daß sich der Terror zunächst und um stärksten gegen ihr jüdisches Volk richtet, das den „christlichen Nationalismus" derzeit gründlich auskostet. Und das, obzwar die „Soldaten und öffentliche Sicherheit unserer Sache dienstbar" sind! Diese jüdische SLautsweish-eit wurde sich also als die größte Dununheir darstellen. Das macht aber der .Hirnrisfigkeit der Antisemiten chriMchnatronaler ZUchtung nichts aus, die sich in Englmcd und in Amerika — immer nach der „3teichS° post" — mit der Frage beschäftigt, wie es komme, daß die größten Ausbeuter der Kriegsnot und zugleich die wildesten Umstürzler überall Juden sind. In der Tat: Der Wilson, der Czernin urrd der Lenin, die von einem „Frieden ohne Amcexionen und Kontributionen" redeten, sind ebenso jüdisch wie der Hofrat Lammasch' die politischen Führer der „Ungläubigen" sind Puppen, geführt durch die verborgene Hand der „Aeltesten von Zion", PusPeu, meifteus korrupt, immer ungenügend, leicht durch Schmeicheleien verfiihrt oder drrrch Bestechung zur Untertverfllng gebracht und bewußt fordernd das .Herannahen der jüdischen Weltherrschaft." Darnach kann eS also eines Tages offenkundig werden, daß Llüinschak, der Frarrziskancrmönch Zadravee und der Bischof Prochaska hohe Subventionen von der Kasse der weisen Aeltesten erhalten. Und da t'älnpfen die .Zionisten seit z^vanzig Jahren für die Bildung eines ei-nbeitlicheir iiidischen Willens, suchen das durch diverse Patriotismen und soziale Schichtungen bis zur Ohnmacht zerteilte Judentum auf eine einzige nationale Basis zu einigen rmd ihm die Galuth-Jdee, das heißt das Bewußtsein des/.-Exils,- in. das Herz zuhämmernt Da arbeiten die Zionisten daran, das jüdische-Volk aus-der seine. Nerven?.-zer« störenden Pogrom.atln.osphare herauszubekommeNj.es einer durch 5trieg rmd Kriegswucher zerfressenem..der,- pesteten Umgebung zu entfernen uni<,e8lieber fixi Berührung mit-Wilden zu bringen, die für. Mord MdMürck nicht irgendein nationales oder, religiöses Mäntelchen zurechtlegeu. Da führen die Zionisten offen vor aller Welt einen Feldzug gegen Gedankenlosigkeit Md. den politischen Unverstand der jüdischen Assimilation, arbeiten an der Aufrichtung der jüdischen Nation in ihrem Stammland und haben sich bicfü r sogar Hip. Zustimmung der Ententestaaten gesichert. Und da^ kymin! so ein Nilus oder Wichtl oder ein anderer Ganzgescheiter und benu'isen dokunrententansch, daß der Zionismus eigentlich im Widerspruch zu einer. aus übenMerter Uebung cirtstandeEen geheimen Staatstveisheit sieht, die einigen auserlesenen wenigen in - den Gehersirnifferr eines verborgenen Tempels zltteil wird^-' - - Und wir gehören nicht zrl diesen auserlesenen wenigen., ja wir haben ihre Existenz nicht einmal .gephntl Und ersah ren jetzt, daß es wirklich führende'Männer, gibt, die?eit Jahrhunderten die menschlichen Geschicke lenken! Und hätten doch das ganze für esne Fabel gehalten, die einmal den Päpsten und Jesuiten angehängi worden war. Wir sind tief zerknirscht und beschämt ob unserer Ahnungslosigkeit und überlassen das "weitere dem Teufel Biiru. ' 'f

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