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Wiener Morgenzeitung · 1920-05-20 · Heft 476 (20.5.1920) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 476 (20.5.1920)
Date
1920-05-20
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wen» söoimcwiag Di« Regierungskrise in Italien. l'\ W i c it, 20. Mai. Neuesten Berichten 'arfalge ist Nitti vom italienischen sättig nenerdingo mit der Kabinettvbildung bearstLcccgt worden. Oie Demission des KibinettS kam allzu überraschend und cruS rin-^r all^r. geringfügigen Ursache, trotzdem es geraunie, Zeit schon über eine durchaus unsichere Mehrheit versetzte, 'als L>aü man sich bei der Labilität der gegenwärtigen Papteiverhältnisse entschließen könnte, die bisher ein geschlagene Wichtung zu verlassen, die Nitti repräsentiert Md welche tzmmentlich durch seine Außenpolitik bi« charakteristische Note erhält. Die Demission Nittis kam in einem Augenblick, der allen.Freunden der Völkerverständigung, allen jenen, die r ine Ueberbrückung der Gegensätze herbeisehnen und der Geburt einrs neue« eutgegenharren, daS sich <8rs dem kieurigen Chaos erheben soll, äußerst unerwünscht schien. ES bleibt daS unbestreitbare Verdienst' Nittis und seiner Politik, so viel man auch an seiner Innenpolitik aussetzen mag, die Notwendigkeit einer allgemeinen Verständigung, einesMildernrng der Gegensätze erkannt und in seinein eigenen Lande zum Abbau des Hasses beigetragen zu haben, den die Parteien btt italienischen Nationalisten mit der Feuerzunge füblärtbi* fdrrr Bbrcdsamkeit predigen. Daß diese Politik ihren Ausgangspunkt von Italiens Interessen nimmt und mit diesen im vollen Einklang bleibt, nimmt ihr nichts von ihrem Wert. Nitti hat erkannt, daß es ein europäisches Interesse ist, rnit Deutschland m geordnete Beziehungen zu' treten, er Hat das radikal-chauttiinstrsche „man; nostro"-Prvgrqmm verlaf’cit und eine Politik der Verständigung mit Jugoslawien tzesucht, v: hat dem kleinen, geschwächten Oesterreich Entgegen- LoMinen bewiesen uzrd begrisfen. daß hie. wirkliche Gewinnung EHidurolv nur erfolgen kann, wenn der deutsche»! Minderheit der neuermorbenen Provinz Freiheit auch irr uativnaler Hirrs-icht gegeben wird. Wie erfolgreich seine äußere Pylrtik gewesen ist. -ewrist bet Umstand, daß ei überhaupt zu der Konferenz hM ^a-tanza kommen und zwischen Italien und Jugoslawien ein Lserhältnis geschaffen werden konnte, tvelches eine ^Vereinigung am Beranmgötisch ermöglicht) Den Fortschritt kann rv au ermessen, rvenn man sich der Tonart erinnert, - die vor nicht allzu langer Zeit hüben und drüben an der Tagesordnung war. Was die Konferenz bringen wird, 'ist -roch ungewiß, aber daß ihre durch die italienisch- Ministerkrise verursachte Unterbrechung von kurzer Dauer sein wird, «ft so gut wie sicher, selbst in dem Fälle, als eine Wiederbctrauung Nittis mit der Regierung nicht erfolgen sollte. Der Gedanke deZ Kompromisses kann nicht mehr verschwinden «nd auch Italiens politische Heißsporne werden mit dem südslawischen Anrainer an der Ostadcla rechnen müssen, der «in „inare nostro"-Progranrm niemals akzeptieren kann, das «rZ politisches Theatereqnisit vor 1S14' seine Berechtigung haben mochte, pLch der politischen Neuordnung Europas jedorb leinen Sinn verloren hat. Aller Wahrscheinlichkeit xach wird c§ zu einer Art von Fiumaner Pufferstaat kommen, in den Serbien willigen dürste, falls es an Rordalbanien's Stufte entschädigtwürbe. DM die Kroaten diese Lösung keichttich annehmen werden, ist alkerbinW nicht anzunehmen, ober dieG Art der Lösung'ist jedenfalls auch für sie die relativ günstigste. In der Tat hat bä^ zweite Kabinett MM viel mehr Widerstand in seiner inneren als 'irr-, der Außenpolitik gefunden. Die jetzige Ma> daisvsrM.'mrg in Monte Cittorio kan« .für keinerlei Regierung eine feste Mehrheit. abgehssn und die Parteiverhältnisse der Halbinset haben eine entfernte Aehukichkcit mit der Wiener Koalition. Jedoch mit einem Unterschied: die T-ozialisten in grundsätzlicher Opposition verharren »nd die zweitstärksie Kammerfraktion, die Katholiken, wieder die Regierung allein nicht übernehmen können, müßte Nitti sein jiteüc’ &-.ü;ig*lf ohne Anteilnahme der zwei größte»: Parteien bilden, ein Umstand, der nicht gerade greig»»et ist, fck Swns-estigkeit einer Negierung zu ertjöfyen. Dazu kommen fort zahlaichen inneren Krisen, die fortwährend neue Wärlegenheiten schaffen: Eine. Streikwelle, die nicht geringer ist «!s in den „besiegten" Ländern, und durch die starke soziale Spannring, die ihrerseits wieder durch die ungünstigen Wirtschastsverbältnisse, die sinkende Valuta und die Teuerung far Lebenshaltung erzeugt wirb, stets neue Nahrung erhält. Daß öolschcwikische Ideen in Italien stark verbreitet sind und die Einheitlichkeit der sozialistischen Parte: längst nicht »rehr besteht, ist allbekanut; weniger, daß man einert bolschekoisierettden Einschlag selbst unter den Arbeitsgeiwsienschaften Der katholischen Dolkspartei skktden kann. Bezeichnend hiesür »rar der vor einigen Wochen abgehaltene Katholikenkongreß in Bergamo, wo ein katholischer Abgeordneter und mit ihm gwei Geistliche in der Anwendung auf die agrarischen Verhältnisse die Praktizierung der Lehren Lenins forderten. Nachher hat mau freilich bald vom Vatikan aus diesen linken Altchel des bäuerlichen radikalen Katholizismus beschwichtigt, «der das Faktum ist bezeichnend für die mangel»:be Einheitlichkeit unter den Katholiken, di« in dieser Hinsicht ein Pendant 8« den Sozial»»»?« bilden. Jedenfalls ist unter solchen Umständen eine Regierung nicht auf Rosen gebettet. Sollte cS sich bewahrheiten, daß Nitti die Negierung tvietrr übernimmt, so hat er zumindest tu der Außenpolitik Gelegenheit, sein Programm zu verwirklichen, welches heute auch in Italien das Programm aller mit den Tatsachen rechnenden Polüilcr ist und weder bei den Katholiken noch Sei btn gemäßigteren Elementen unter den Sozialisten ct» hMicherrn Widerstand findet. In fac Adria-Frage werbet: freilich die Jugoslawen auch vkilz-rivrechett habrn und der Gegensatz der Anschauungen ist Hroß scn«ö, bn der Besitz FiumeS für das kroatsichMMement «in nationales Postulat bildet, während andereryWY sogar bei: Sozialist Treues in der römischen Kammer vor wenigen Togen ccUürie, bk Fiume Frage sei für Italien eine »rationale Fräs« geworden, da eü» rtalicnijches Triest .ohne ein italimt- Wiener ÄRorgenzerluny Der Sultan will abdanke«. Berlin» 19. Mai. Das „8-Ühr-2lbendblatt" meldet ans Basel, datz nach dort vorliegendsn Meldungen aus London dev Sultan an den Obersten Nat ein Schreiben des Inhalts gerichtet habe, er sei entschlossen, a b z ndanken und die NegiernngsgeschLfte den alliierten Missionen zu übertragen, da er den Friedensvertrag nicht gutheitzen llvnne und eine Antsrzeichnung mit seinem Namen zu decken nicht imstande sei. Der Oberste Rat habe bisher «ine entscheidende , Antwort noch nicht erteilt. sches Fiume nicht bestehen könnte. Man darfpur hoffen, daß in dieser heillos verworrenen Frage ein vernünftiges und beide Teile befriedigendes Kompromiß zustande komme. Damit wäre nicht nur die leidige Adria-Frage zur Klärung gebracht, sondern auch ein wichtiger Schritt zur Aufrichtung der europäischen Ordnung getan, bi$ bisher noch immer ein fromnier Wunsch geblieben ist. Daß Italien, Mit hem man heute in Mitteleuropa rechnen muß, an der Dersöhttungstzolitik festhält, ist eine Tatsache, die nicht in letzter Reihe Oesterreich zugute kommen kann, dessen Kanzler nicht ohne Erfolge von seiner Homreise heimgekehrt ist. Inland. Verkehrswesen und Post. Von unserem ParlamenLsberichterftajtee. Die Budgetdebatte geht ihren: Abschluß eukgegsn. Gestern wurde den Etat de4 Staatsamtes für Verkehrswesen pürhaudelt, und zwar die beiden Gruppen „Ejsenbahireu" m\b „Post :mb . Telegraphen". Der‘Referent Schiegl (Sozialdemokrat) führte aus: Mit einem erschöpften Personal und zerstörten! Apparat wurde brf$ Verkehrswesen von der ReHublik übernommen. Den wichiigsien Betrieb, bilden nach wie vor noch immer die Eisenbahnen. Das S tag tsriscuba hstuetz Hai sich von 18.3iL auf «1480. Kilometer verringert, d«S ist auf rund 25 Prozent. . ' Infolge der Gehaltsregulierung sind die Personalaus lagen bedeutend gestiegen. Auch die sachlichen Auslagen haben eine namhafte Erhöhung erfahrenn Die Instand-- hirltung der Fahrbrtriebsnritiel ist infolge pes Rohstoffmangels bedeutend schlechter geworden; ihre Beschaffung stößt auf große Schwierigkeiten. Infolge der Verwendung von Ers.itzstoffen steigen auch die Ausbesserurkgsprozente der Föhrbetriebsmittel. Ein besonders trauriges Kapital bildet die K o h le n >o t r tsch a f t. Der große Kohlenmangel hat dazu, geführt, daß die Eisenbahnen nicht voll ausgensttz^ Mrden können. Im Jahre 1919 haben sich die Verhältnisse' wesentlich verschlechtert. Im Jänne» liNY reichte der -Kohftnv-rrat für 4 Tage, im Fevrngr für >6 Tage, im März M etwa 3 T'.:ge, ,m April .für ßi/a : Tage^ trö* Mai. - Uitb. Hurst --ffte il.Va Tagk, im Juli für etwas, mehr als 9 Tage, ich August 'für 7 Tage, im September für dtwa .6 Tage, im - Oktober für kaum 4 Tage,';im NovemE fßr 'Mm 2 Taste und im Dezember für etwas Mehr, als 2 Tage. - Wenn die Mehr<nis.gäben und Mehreiunahnwn in Betracht gezogen werden, die in den Nachtragerl ,1l. und 4III zum Ausdruck kommen, so verringert sich der Staatszuschuß,auf '.'24?:/r Millionen Kronen. Der Stand der Bediensteten der österreichischen Staalsbahnen ist in: Verhältnis zuin Betrieb eür außerordentlich großer. ES sprachen noch die Abgeordneten Tanner, Forin- | g er und Paulttsch, worauf der , Staatssekretär für Vrrkehrswvs^n . das Wort ergreift und unter anderem ausführt, baß. ein neuer Gütertarif in Ausarbeitung begriffen ist und daß die Uebernabmsaktion des Personals der Staatsbahnen sö gut wie abgeschlossen ist. Mit den ueuön Staaten wurden aber auch Berhandlungvrr betreffs Uebenrahme einzelner Staatsbedieusteter gepflogen, die ein gutsss Resultat ergaben, insbesondere mit der Tfchechy- Slowäkei. Vom 1. November 1918 bis Ende April dieses Jahres sind 2400 Personen pensioniert worden, das ist ungefähr 10 Prozent des Gesam»statns. Ein lleberflnß des Status ist nur auf der StaatSbahndirektioir Nordost vorhanden. Eine Versetzung von Staatsbahnbedienstetcn ist -ein zu schwieriges Problem. Die Situation ist hei her allgemeinen W o h n u n g s n o t -in den Stationen eine furchibare. In den Stationen sind keine Wohnungen vorhanden. Der Staatssekretär. sagte weiters, daß er in diesem Jahre an die Staatsbahnbediensteten einen Appell gerichtet habe, alle politischen Meinungsverfchieban-- h e. i ft it im Dienste beiseite zu lassen. Schließlich teilte der Staatssekretär für Verkehrswesen die größtenteils schon bekannte Ausgestaltung des Personeuverkehrs mit und kommt dann auf die t r i st e K o h l e n l a g e zu sprechen. Er erklärt, daß sich der Preis der Kohlen vom Epde des Krieges bis heute bei der Nordbahu-Kohle um 5000 Prozent, bäi der schlesischen Kohle um. 4600 Prozent,' bei Mährisch-Ostrancr- Kohle um 3000 Prozent erhöht habe. Er erklärt« zum Schlüsse, daß der Wagenpark deshalb so schlecht ist, weil einzelne Nationalstaaten für die Lebensmittel, dir uns gesendet werden, Waggonanforderungen stellen. Um nur ein Beispiel anzuführen, haben die Polen von.'uns 400 Waggons für die Rückbeförderung der Kriegsgefangenen verlangt. Dieselben habe,: uns bisher nicht einest einzigen d«r Waggons, die wir ihnen früher geschickt haben, retourniert (Rufe: Hört! Hört!) und es besteht die große Befürchtung, daß ivir nieder die.400 Waggons noch die Kriegsgefangenen erhalten werben. (Unerhört!) / In der Debatte wurden von den verschiedemm Rednern hauptsächlich Wünsche ihrer Wahlbezirke nach Ausbau der Lokalbahnen, des Telegraphen- und TekephonnetzeS vorgebracht, worauf das Budgetkapitel samt den vorgeschlagenen Resolutionen zun: Beschluß erhoben wurde. Nächste Sitzung: Heute, 11 Uhr vormittags. Empfang beim Staatskaarler. Air», 19. Mi. Der Präsident der Nationalversammlung empfing heute nachmittags die Mitglieder der militärischen Kontwllkommission und die bisher in Wien akkreditierten Vertreter der auswärtigen Staaten. Zu den: Empfang erschienen auch die Mitglieder faß Kabinetts, die im LauvtanSschuß und im AMchnß M 20. Mar 1920 Rr. 476 auswärtige Angeleg?nhe'ten vereinigten Mitglied«« «We Parteien der Nationalversammlung sowie zahlreiche Vertreter der verschiedenen Staatsämter. Hilfe für wissenschaftliche InstUttte. Um die -Not her tviffenschasttiche» Institute, üb« di« in der letzter: Zeit immer bewegt'cherr Klagen in die OUrnflichkrii ge« btunijew sind, einigern'a Im zu lindern, hat die StaatSregierung auf Antrag des Untetstyotbstkretärs G l ö ck e l einen Betfovon drei Kronen zur Berfügung gestellt, welcher bestimmt ist, den dringendsten Bedarfan Instrumenten «nd Materialien für den Rest dc§ laufenden SomMtlemOrrS zn decken. PolitischeRundfchau. Der amerikanisch-jüdische Kongreß. Der amerikanische Korrespondent der Jüdischen Preßzentrale Zürich berichtet: Am 17. und 18. April traten in New-Aork Delegierte vieler nationaler und zentraler, jüdischer Organisationen, die gegen zwei Millionen Jirden vertreten, zusammen, um über die Fragen, die mit den: in den nächsten sechs Wochen zusammentretenden jüdischen Kongreh in Verbindung stehen, "zu beraten. Richter Hartmann erklärte, daß die amerikanischen Juden einen Kongreß, und zwar einen permanenten jüdischen Kongreß, verlangen. Eine einstimmig angenommene Resolution sprach sich für einen permanenten jüdischen Kongreß aus. Stz wird auch gefordert, daß der Kongreß die HilfAarbeit . übernehme und sich an der W e l t h i l f s k o n f e r e n z beteilige. Es wird beschlossen, die Arbeiten des Komitees der jüdischen Delegationen in Paris zu fördern. Den palästinensischen Juden wird die Sympathie ausgesprochen »nö gegen die Exzesse in Palästina Protest erhoben. Palästina dürfe nicht geteilt sein und seine Türen müssen, allen Juden offen stehen. Pie Konferenz sprach sichauch zugunsten der Minoritatsrechts für alle kleinen Völker aus, in der Hoffnung, daß die Friedenskonferenz dafür Sorge tragen werde, daß dieser Punkt von allen Regierungen eingehakten lverde. Ein Fonds pon 100.009 Dollar für die Arbeiten des jüdischen Kongresses soll bereitgestellt werden. Die Konferenz der Delegierten soll so lange wirken, his der permanente jüdische Kongreß gesichert ist. Nfttionale Rechte für die Inden \h den pplnifchew Plebj-zitgebieten^ Warschan, 17. Mai. (Tel: der „Wiener Morgenztg.") „Hazefirah" meldet: Aus sicherer Quelle verlautet, daß sich die polnische Regierung mit der Absicht trögt, den.Elud'en in . den Plebiszitgebieten nationale R echte zu-Mwähren. Im Zusammenhang damit wurde in das unahhängige Litauen ein Spezialkommissär entsendet, lvelcher^iibA.'die jüdischen Angelegenheiten Er- Hebungen pflegen soll. Die Regierung will auf diese Weise b:c: Juden beeinflussen, beim Plebiszit für P d l e n zu stimmen oder sich neutral zu verhalten. * Diese Nachricht, deren Richtigkeit von hier aus schwer nachzuprüsen ist, würde von befondörer politischer Kurzsichtigkeit Zeugnis geben. Die Stimmen der Juden sind in den Plebiszitgebieten ausschlaggebend: aber die Juden können durch eine solche Scheinmaßnähme wohl schwerlich für Polen gewonnen werben, da der Unterschied Zwischen der Behandlung der Juden in Polen und jener im Plebiszitgebiet zu groß. wäre. Die Krim wünscht ein polnisches Mandat? Warschmr, 17. Mai. lTcl. der „Wiener Morgen- Leitung".) Der „Kurjer Polski" gibt eine Meldung der Polnischen D^graphenägestiur ans Bern wieder, ' nach welcher der frühere Präsident des RationaMws der Krimtataren, jetzt ihr Bevollmächtigter im Ausland, Dinter Sie id-Achmed, welcher jetzt in Lausanne weilt, sich an den polnischen Geschäftsträger in Bern n:tt der Kitte gewendet hat, daß Polen im Namen des Völkerbundes das Mandat über die Krim übernehme. Die nkrainische»» Perteieu «yd vre Beziehmrtze» zu P^e«. Warschau, 17. Mai. (TeA der ,Mieyrr Morgenzeitung".) Wie bj/f „Gazcta Warszawska", uwldet, hat am 10. Mai der ukrainisch-nationale Stäatsverhvntzx in welchem die ukrainisch-republikanische Volkspatte^ die ukrainischen Sozialisten („Sanrosteiniki^, die Gutswinaer Bolksakbeitspartei, die galizische Dolksarbetts- Parte: und die Partei der „CHUbovobow" vereinigt sinh, eine Erklärung beröfftntticht, jn der es heißt: >,iKs lange die polnische Regierung eine imperialistischs Annexionspolitik betreibt, ist es nicht möglich, mit ihr in irgendwelche Bcziehurrgen zn treten." Dir Ey-lLnder verhantzela mit dk« türkische» utatUnolifttvi, Bertt«, IS. Mai. Die »Ävsftsche Zeitung" meldet ans Rom r „Epvee^ verbreitet eine Meldung aus -onstanttnopel, wonach die Engländer mit den türkischen Nationalisten BechandtuNgen ein-;eleitet haben, da sie zur lleberztugung gekommen eie,!, daß deren gewaltsame Unterdrückung unmöglich ei, zumal Benizelps nicht imstande sein werde, die von ihm unaebotenen 100.000 Manzl aukrubringen.

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