Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 472 (16.5.1920)
- Date
- 1920-05-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Ureis §0 Hrüer Tschechv-SlawakPi: Einzel» 44 Hetzer i.tschW PeS«»«erattonsvrerse: SSierr: Zs« Ablislsu tu der Mxdltic«, S. VrUN> Latov« £stßt 1 ms »i, oder b riw» jz B»»chkkiSste»c JStttm: MsuatUch. . Kroueu 20.— Ple^rsährtt« > «o.- Mit Postmrsmtd Hhr$Sten rwr MoaatltH ««20.- - ■ ÄckrchEowÄei: MüttutUch .. Krön«» V.— VieriersShrttch V 21.- » tschechs^lswÄischrr LLHrung v»g«r»: Msmttltch .. fttoara 20. - BiertÄMrrlich ,, 60.— i» Mganfdltr VStznm- AitftlatotRt: JUWwtlftbY. Stetten 1».- «t«-terjab-ltch „ . »«-- im jÄ,„S«>lsch« Wichruus Nr. 472 tjSm Wien, Sonntag, den 16. Mai 1920 . - .; Vreis SO KeLee Tschecho-Slowakei: Einzel« 44 tzeSeri.Lfch. M PrLnnmerationshreif^ VtÜkR! . m*tr „ A4. ' t» VÄMih» «Gt-tttz . Monatlich L > . Vtarrk 8. < Skrmcktttchr Monatttch. Becheld _ Stttli«: * Monatttch . . . . Ävr N. £$>>17... . Monatlich. . ...Kavkd Ä»^. tketatilüti u.ASMtuiKvatts»! Wieu.2.Bei.,raSorHr^-A; Teke-hvA« Ad«1»1-r«t1st 440*3, Redafttvn 4»«» ob ß l4tÄbeHMÄt.l«3<M, PostspattLffenkOUt» =3 2 Jahrgang 4s Jüdische Trauen und Mädchen Wiens! Kommt zu der heute um io Uhr vormittags im grossen Konzerthaussaal stattfindenden Trauenversammiuug. in weicher das MitgieZ des zionistischen engeren flktionsKomisees in London Herr vr. Zchrnariahn Lemln sprechen wird. « Zeiget Euren festen Wittenan dem grossen Werlte der Erlösung des jüdischen Ue:Ke$ und seiner MMcdmng in seinem Heimatland Palästina mUzuarveiten! Vas ÄsnWrche LsMMWee. " U Traneurekeratr!; Lotte Kempler. Mita Mütter.! Karten an der Konzerthausltasse av hälh o llhr vo:»Aags. Die Konferenz in Spa bis 21. Z«nr ausgeschoben. Oythe, 15. 98m. (Havas.) Die erste FnsammenkunfL Lloyd Georges und Millerands dauerte bis Mittag. Die beidenRegierungshäupter beschloffen, den übrigen Verbündeten vorzuschlaaen, die Konferenz v o n S p a bis zum 2L. Inni aufz « s ch i e b e u und ihnen den Text einer Erklärung zu nnLsrLreiLeir. wsri» dis deutsche Negierung von dem Aufschub verständigt wird und das Ziel und die Tragweite der in Spa abzuhaltenden unmittelbaren Besprechungen dargelegt werden» damit dev Charakter der Zusammenkunft im Verlaufe der deutschen Wahlperiode keine Entstellungen erfahre. . Die beiden Regiernn^shaupter besprachen im Laufe des Vormittags weiters die E«twaffnung Deutschlands, die Lloyd George mehr denn fs zu verlangen ent fchlofse» ist, und beschäftigten sich auch mit der Frage der von Deutschland für Wiedergut- «achnngszwechs geschuldeten EutschLdiiun-t. Millerand soll grundsätzlich die Festsetzung einer Oes.amtpaus ch alsumme der Entschädigung angenommen haben unter der Bedin ung, »ab Frankreich die Priorität genieße und wSglichst bald einen Teil dieser Summe erhalte. . ‘ Die Sachverständige« haben die getroffenen Entscheidungen redigiert. Die Besprechüngen werden nachmittags fortgesetzt. Die englische Presse über Samuels Ernennung. - ‘ London, 12. Mai. (Jüd. Korr.-Gur^ Die großen Londoner- Blätter begrüßen lebhaft die Ernennung: Herbert Samuels zürn High-Cvmm' ssioner in Palästina. -Daily News" schreibt in ihrer Nummervom P2: .Mai: Die Ertrennung Sir Herhert Samuels wurde von-den:Juden mit dev größten Zufriedenheit ausgenommen. Mr.^Samuel hat sich nunmehr anläßlich der^ Verlobung seines Sohnes mit' einer Palästinenserin auch familiär an. das Schicksal Palästinas gebunden. Kieser, erste familiäre Akt 'zwischen englischen und. palästinensischen Juden-ist übrigens nicht allein romantisch,. sondem< vielmehr.auch symbolisch zu werten. - ,^Dgily; Telegraph" schreibt:. Wenngleich diese Er-, Nennung amtlich noch nicht verlautbari wurde, so sprechen doch alle. Anzeichen dafür, daß b'e Angabe Wichtig .ist uud von allen Juden wie auch vom englischen Volke: mit her größten Genugtuung begrüßt werden wird.-. i ■ . „Daily Expreß" beslagt den Verlust Samuels als einetz hervorragenden Führers der unabhaitg^en. raten, nachdeur sie infolge der Designierung Samuels zum High-Commissioner, ihn verlieren. Das Blatt begrüßt in ihm einen der kommenden Männer seines Volkes Und führt aus: Srin Name -steht/noch immer an erster Stelle auf der Liste, der, Exminister, deren Rückkehr von Asquith gewünscht wird, obgleich er auch zum gegenwärtigen Premierntmister Mlohd! George in freundschaftlichen B^z^hungen -steht. Nun hat sich dieser Mann-seit einiger Zeit der Renaissancebeivegung des /Mischen Volkes, angeschbsssen und es ist wohl zu bezweifeln, ob sein Herz ihn noch zur Politik ziehen wird. Nathan Straus geht nach Palästina. Lmrdin, 14. Mai. (Jiid. Kcrr.-Bur) JDh. Nathan Straus erklärte auf der zionistischen Konvention in New-Aork, daß er am 11. Juni nach Palästina abrllsm werde, um nach Kräften am Wiederaufbau der nationalen Heimstätte mitruwirken. * Aus dem Inhalt: Die englische Antersnchnngskommissiö«. Die VNlkerbnndbewegnng. Das jüdische Palästina. Das östevreichrfche Justizwese«. Die Beratunaen in Folkestone. Else Lasker-Schüler. von Enge« HSflich/ Regelung des Reiseverkehrs. Der neue KpleuSvorstand. Jüdischer Sport. Wirtschaftliche Originalberichte. Leben^^«nd Tod.^^ - ' -7. Wien, 16. Mai. ' Der Vorstand der israelitischen KulLusgemeinde,irU Wien hat am Dienstag dem Präsidenten ckje ErmäHLi-. gung erteilt, die Nerüvahlen in detr Vorstand für' den 27. Juni auszuschpeiben. Für die Zwischenzeit ist zur sofortigen 'Deckung der finanziellen 'Ansprüche der > An» gestellten im Wege der Aufnahme einer Anleihe' und . zur Durchführung der' Wahlen ein technisches Kompromiß vereinbart worden, das jedoch den Parteien-für den Wahlkampf völlig freie Hand läßt. Der Vorstand hat sich zu seinem Beschluß erst nach langwierige« Alls-» einaudersehungen bereit gefunden. Er. hat' nicht) anerkennen wollen, daß sein Mandat schon längst aWlaüfe« ist und daß die durch Todesfälle.entstandenen-'LMöN' mit 5kooptierungen nicht geschlossen werden tonnen."Erst' "nach UebMvindurtstHiöser Mängel' in "der Aüffässuns /komcke 'W PorstWH^M dem.BMiluß'-Mr'rsdÄ '.ivsrd«^ Zustände i«-Mr - Kültnsgemei«der/ -dis-Art. ihrvr Fühtrtyg und VerwaltnNA dem Urteil der Wählerschaft zu unterbreiten. Di« glieder des.Vorstandes haben, ganz wohl üMlßt, tves-; halb sie dieses / Urteil hinausgezögert haben. Sie häben-. monatelang. die Erledigung einer; den AnWöerungen : der neuen Zeit nicht eiümäl. halbwegs entsprechend«» Wahlordnung verbindet, haben sich' Hinter , die. kacher-» lichften sonnalen' Vorhänge versteckt, nur im cher erch* gültigen Abrechnung zu entgehen, die.nun' die -Wischs Wählerschaft vornehmen wird. <Ne kennen ja heute scho'n^ und nicht.erst jetzt, das Urteil, das ihnen und ihter Wirtschaft anr 27. Juni gesprochen werden ivrrd"^ Änb/dgs/.sbr und ihre Mque aus' -em^:Wege'.räumen^wrrd,.'W''W eine moderne, dem Geiste des jüdischen Volkes ent« sprechende Ausgestaltung der Gemeinde die Bahn freizumachen. - ^' ' - - Im November 1912 ist der Vorstand geivaM" worden. Fast acht Jahre lang ist er also im Amte? gewesen. In diese - Zeit fallen die Ereignisse des 'Weltkrieges, unter deren-Wirkungen das Jüdentüm so furcht-- bär gelitten bat und dessen Folgen uns heute tiefer Äs' je beugen. War schon zur Zeit des Amtsantrittes deS Vorstandes das zur nationalen Idee und zum Bewußt« sein seiner unwürdigen Stellung - erwachte Judentum weit über das emporgewachsen, was man in den Kreisen dieses Vorstandes jüdische Politik nennt, war schon dc^ mals das Mißverhältnis zwischen' Notwendigkeit' und Erfüllung ein schreiendes, so ist heute ein schmachvoller Zustand ein getreten,- den niemand weiter tragen darf, der diese fortgesetzte Schändung der jüdischen Ehre mitangesehen hat und an der richtigen Beurteilung dieser Art von Amtsführung-nur durch die Bestimmungen des Strafgesetzes gehindert werden konnte. Die Gemeinde istverfallen,ihr Ansehen zerstört» ihre Angestellten' verbittert, ihre Kassen leer; ihre Wohlfahrtsinstttutionen sind von jedem sozialen Gedanken verlassen. Der Wählerschaft wurde künstlich jedeZ Inter» esse an der Gemeinde genommen ' und man hat sie daran gewöhnt, in der Gemeinde eine Institution zu erblicken, bei welcher man bei einer. Aufbietung, bei einer Geburt oder bei einem . Todesfall zu erscheinen hat. Daß die Gemeinde das Judentum selbst sein soll. die< organisatorische, systematische, geordnete -Erfassung all seiner Kräfte, daß sie das so reichgestaitete, vielvörgweigte Leben selbst sein soll, das hat der abtretende Vorstand so ivenig erfaßt wie seine Vorgänger. Im Gegenteil: er hat das Judentum und ' seine in der Gemeinde ruhende Verfassung zurückgeschraubt.auf das Mv«»u des mittelalterlichen Ghettos. Er hat im Krieg. da2 namenlose Elend der Flüchtlinge heranbrausen gesehen, ohne eine Hand zu rühren' er hat im, Krieg die in. unserer feindseligen Umgebung eingeleitete und crgam-- ., siena Veschimpsungsüttiou gegen die jüdischen .Soldaten-.