Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 470 (14.5.1920)
- Date
- 1920-05-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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I V , Gr»kol<«v«rplarr , ' ■; ■ Useis 80 Heller ■ Tsch'echtz-SlüwaKei: Eittzeln41Heller i. tfch. PrannmerLtionspreist r . Wie«: Aam Abkioke» i» der «xpE»«. 2. Bezir». Tabor- " - - — *, s, oder in einer H5erfAfe1§ßlfto <Swfir>: Manatlich Kr»ne».«<*.-^ Bierteliahrlich .. «<>- Mft Postverfand ^ürWicy «ad ' , - ' vesLrrei«:, --. M-üatlUh. . .L rone» *9.- Lickkcho-Slowalti: ' : N)»»u»lttch.. kLronea V.— MierteljrinrliÄ ». DU.- v» Ischrcha-slswakisAerWArimt . Unaornr Monatlich .Kronen SV.— Bierteljäheltch •» SV.- In ungarischer Wabrnng , ' Angoslawieü:' Mouatknd . . Kronen LS- Vierteljadrltch „ ' ' ila^tschrr 2 *»<«0*1(1 RP.- ÄLh«»s Ureis 80 Hell« : . Tschechoslowakei: Einzel« 44 Helee L.MM ’ 1 ' '.i;. -y- MauatN» .. M«lA ivirrteliiibrliih - 48^ i» »»lnischer «ÄOW ' Dentschlan»:^^.^ MouatUch . . .■.«Haf'C-*- ’-i ' ' Monatlich .HtzaPG t* ■ •'“/"’• Htalieur'^ -• l' Mosatttch . . .'.ÄeeH.^ ' «»»Mich. ' Redaktion «.Srunk^l^rMo» . Wie».«.Bez..r«chtztjWi-» Delephou«! Ad»ÄWe«ti«» 440*«. RedaktissÄUN». ab « Uhr aveudS Pr.rasoi VostWarkaiseÄöch»^ Nr. 470 -Wien» Freitag, den 14. - Mm 1920 2. Jahrgang ,.i* Urei MänglichesWonMfches prnen, Samstag, den < 15. Mai. 5 Uhr nachm, in - ' Swobvdas 'Mkönixpslast Redner: Kr. Schiwirjahu Tein in, .- Kr. Istdor Schalit . Das Volk will es! > ' . . —7. Wien, 11. Wai. */■:■ In Anwesenheit Ler GnLenteverLrtztor hat gestern. Ms jüdische Voll Wiens in enthusiastischer Stimmung für-Palästina demonstriert. Es hat den Mächten.für, den . Beschluß-von San Nemo gehankt, der .dem jüdischen' S8öße das Tor zu, einer neuen Zukunft öffnet und ihm grotze EntwiälungZmöglichkeiten.schafft, Der Wille zu ^L-n, an den so viele, auch sicherlich -wohltwünende Per-, fönlichkeiten «des Judentums nicht glauben Sollten,.hat. sich Astern in'einer Weise manifestiert, an ^er niemand me^r Lorüher^ehui kann. Das. Judentum lM ^lircy den- •Wy-V . Z- M “ r 1 - ' u : \ ■?"-; , ltcherr Auffassung feinet Lage gelangen wird, d»ie. wahrlich, schtver und-ernst ist. ■■' .’Große Teile des Lölkes im.Osten sind:, 'der Aus-- blutrmg -preiZgegeben und leben.als wehrlose Övfer Politisch-sozialer Experiinente. in einer /leiblichen ,.und geistigen Not/dis keinen Vergleich in der.'Geschichte' kennt. Zu den alten Ländern dev Verfolgung,! ist ein Uöues. chln^arn, gekommen,'dasdie Inden als Freiwild bündelt. In Oesterreich, in Deutschland ist'dar Juden- Ws älSi emß-- der schlimm stsn Dergiftungserscheinungcn. der'Volksseele aufgetreten und will sich die vorn Zaris- - Mtz övsvnnene^u-nd . von Ungarn ausgebaute - Methode der Vernichtung des -jüdischen 'Lebens zu eigen -Machen. Zu dielen Dingen gesellt sicheine-fü/chterlichcs wirtschaftliche-Katastrophe,- die ganze Schichten des jüdischen Volkes entwurzelt" und dem Hunger^überliefert hat- Auch der^ethische Bau des' Judentums' ist vom Krieg ^ersaht worden. -Das'Schiebertum hat auch im jüdischen-Volk Verheerungen ongerichtÄ, denen 'wir, wie ,alte. Welt, empört- und. entrüstet gegenüberstehen' , wir haben, mit. diesen Elementen, nichts zu schaffen und. die Verachtung d^r-Allgemeinheit trifft'sie mit Pecht. Da^ uusere ^ls feindlich, gesinnte Umgebung nur diese . jüdischen Schieber und Wucherer /sieht, nicht aher die -grotze, namenlose. Masse,-bon Arbeitendest und Leidenden,, das konnten wir voraus wissen. Gäbe ^es nur nichtjüdische' Wucherer, so würde man gegen uns"eben etwas anderes" sucherr und finden. '* , r Was unserem Volke geholfen hat, die Zeiten der Jüdenverbrennungen und -AustrAbungen zu ertragen upd zu überstehen, das wird uns auch jeht Auödguer wttf Trost geben: der Glaube an die Zukunft unseres Vvlkes in seinem eigenm Lande. Wir haben in langen, JahthunEten unsere besten geistigen Kräfte in fremde Dienste stellen-müssen; wir haben' iinsere Intelligenz, unsere wirtschaftlichen und organisatorischen Fähigkeiten für die Interessen anderer. Völker' hergeben Müssen. Dre wissenschststliche und technische Enstvicklnng der ganzen Welt wäre ohne jüdische Mitarbeit gar nicht denkbar. Aber diese jüdischen Forscher, diese jüdischen Hngelneure, Aerzte, Philosophen.. Kaufleüte sind nie in 'dev Mechnnng unserer Wirtsvolker als Inden aufgegählt gIvesen. Sic sind uns entrissen Wörden und. wir konnten nur nachsinnen darüber/ - wie wertvoll^ deren Arbeit-für uns gewesen wäre/ wenn sie ans! dem' Bewichtfein ihrer jüdischen Volkszugehörigkeit heraus fürdieses. Volk . hätten schaffen, können. : Wir haben kein eigonberechtigtes politisches Dasein ' gehabt, keine., geschlossene nationale Individualität. Politisch - sind wir stets entweder willenlose' Heloten der anderen Völker gewesen oder dem Nadikalismus in die Arme getrieben WrHen, Die -Erzie.hn.ng nnserer Kugend^geHah unh.ge-.A schieht noch heute so, daß sie vom Judentum^ ein vollständig falsches Bild erhält und shm in Geist und Seele entfremdet, wird. . Es ist unmöglich, die' trostlose Situation . des jüdischen Volkes, wie sie sich durch.-das Wl herausgebildet hat, nach allen Sesten hin vön Grund auf zu erläutern. Wer schließlich genügt ein Blick auf das heutige Mittöl- und Osteuropa, um zu erkennen, das; diese Massenqual irgendwie beendet werden muß. Es geht schon aus dem wenigen, was in dem Rahmen eineZ'. Zeitungsartikels gesagt werden kann, hervor^ welche Arbeit, und Mühe des jüdischen Volkes, jetzt harrt, wo ihm der Beschluß der Mächte die Freiheit wicdergibt. Wir können niemandes entraten, der uns etwas zu sagen und zu raten hat, Wm^braucheü die Mitarbeit eines jeden, der an dem. großWisast über-Menschenkrast hmausstrebende^ Werke mitssWen wU.. Wir. müssen unsere Massen zu eiyer, systenHischen, die Bedürfnisse aller Klassen und Schichten erfassenden Emigration bereitstellen. wir müssen die Grundlagen« einer.Verfassung und Verwaltung bilden, Vertrage schließen,' die-Fühlung mit dem im Exil verbleibenden Judentum! aufrecht' erhalten und die Sorgen von Volksteilen:, begreifen, die durch die verschiedenartigsten staatstchen Einflüsse hrndurchgegangen sind und sich-erst in..das- Ganze ein. fühlen lernen sollen. . Was in gnderen' StäatÄr ehi historisch /^gewachsenes System von Regierung^ Martei* wesen und wirtschaftlicher Staffelung mit : . Vk-' fahrungen und Kenntnissen von Jahrhunderte^ ' vollbringt, das sollen wir jetzig erreichen, nur aus unserer eigenen Kraft und vielfachvon ‘ blutigem 'Häß" Umgeben. v ... * ,v /,/, ,| / Wir werden aber an dieses Werk gehen, ermutigt von dem-Vertrauen in die Lebenskraft dieses Volkes, das sich niemals anfgegeben hat' und nie den 'Gtäubest, an sich und seine Zukunft verlöM hat: Wir' hrerdchr - und müssen mit der Arbeit sofort beginnen.' Nwmrmd'' darf fehlen. Das "Volk-will es! ' ' - - ver Mircde MMsvettrag. f. Das jüdische Palästina. — Konstantinopel bleibt türkisch. . Paris, 13. Mai. lF-mckspruch.s Der erste Teil des LüMchenFriedensvertragesenthält den Volkerb.ustr d.v'e r L r g g; deyr Völkerbund "ist in dem Verttäge wieöerhylt eint KpE,Luaewiesen. Der zweite ^urrtz ^der^dkM^st.WerWckArc Mie DürlMr. die^in^ Europa und in Wen zustandeS^vlnmenen und noch zutreffenden ' , - ' - politischen- AerrdLMNHen, wie sie sich aüS.dem Vertrau ergede», anMrehmsn. DiesLTell^ -enthqllen ein Sonderabkommen, betreffend die 'Meerengen (D a r b an e.l l e n, B ö.s p 0 r n s und M a r nid r a»M-e e r). Ferner istbarir^ die Aut an 0 m i e* und eventuelle Unabhängigkeit K u r d i st a n s vorgesehen. Für die Stadt Smyrna und deren "Umgebung, die unter der t ü t kischen HerrschüftbleibeN,vwennqleich sie unter /die., Verwaltung Griechenlands/ kommen, " wird ein b e° s 0 nde r e s N e g i m e geschaffen. / ' Der Vertrag bestimmt weiters die Anerkennung derbeiden neuen^ Staaten H e d f chas und A rmenien und die v ür läuft g e Anerkennung S y rie ns und M'e s 0 p 0 t a m ie n s als u n a b h ä n g i g e S t a a t e n, die v o n M a nbatacen beraten und unterstützt werde n. < Ferner ist im Vertrage die Verwaltung Palästinas durch einen Mandatar vorgesehen, der für die Durchführung^ der E r- IlRrnn.g.d er britischen Regierung vom Jahre LS17, betreffend die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Vo lk in P alästina, v er/N^rtw 0rtl i ch sei n wird. Der Vertrag' fordert auch die Anekkenmitiy der, - durchs den Krieg geschaffenen neyen Vechältnisse- ^Lw Mgypten, im Sudan,'auf-Zypern und-auf den-Znseln. .des Megsffchew-Meeres - sowie -dieauMüchlich-^M- > Verkennung des^ französischen PrvKPörals WärokLs!- und in Tunis, um jedem Versuch' der- Türkei yoW* .' beugen, aus die nordafrikrmischew Muselmanen Einfluß auszuüben.- . - - - '; Die Souveränität der Türkei über Kou- ' stantinopel 7wird von den Mächten unter dem Vorbehalt >»n e g*} ’ kannst daß. wenn die Türkei den Vertrag oder b& > Zusatzabkammen nicht einhälst die VerbpkcheLen ihre.. E n t s ch e i d u n g a b si n d e r n Können. * Es wird: eine' Mee r e n gen K o m m i s s x o n emgesetzst!» die mit der Kontrolle betraut ist. Diese Kommissivm' setzt sich aus ^Vertretern Englands, Fraukeeich^ - . Italiens, Japans, Griechenlands, Rumäniens,^ dev : Vereinigten Staaten, falls dieselben es wünschen.und : Bulgariens zusammeu» falls Bulgarien als Mitglieb - des Völkerbundes anerkannt wird. Wenn A u ß.l'-'NÄ7" dem Völkerbund angehörst wird'es auf zwei SsimmkUi^ in dieser Kommission Anspruch haben, so ivie Frank-?.' reich,s England, Italien und Japan. Dre übrigem Nationen werden je einen Vertreter haben. , « Fi^auzkontrolle. - Die übrigen Teile des Vertrages beziehen sich au4 - > den S ch utz der r el i g i ö s e n * tn%e feilen, auf die internationale Kontrolle der/ otw'- , manischen Finanzen,..Wafferstraßen und Eisenbahnerstauf den eventuellen Beitritt Rußlands zum Bettrags! rmd die Begrenzung der Stärke des oltomamscherr - Zeercs. Schließlich wurden grundsätzlich die Medrr* : gutmachungm und Rückstellungen festgesetzt. - " , Moskau schweigt . . . Seit Montag keine drahtlosen Telegramme. 9" . 'i Die Pariser Blatter beschäftigen sich mit der a u ff o I! 111 den - Tatsache, daß seit Mautag^ nachmittag/ von Mtzskau keindrahtloses Telegramm mehr? ausgesangcn worden sa. - ' „Dailv Mail" teilt mit, daß das bh'e Telegramm, dnS Mn alle!" gerichtet war, gerade in-dem Sape cibbrach, de. iiber de». Frieden mit Georgien handelte. Der Leiter des Londone» Marcmn-tzauses äußerte sich, man könne für das vlötzlrche Schweigen der Ml^skauer Statwn k ern e Erklärung finden- Seit Ausbruch der Ncvolutwn arbeitete die Stat'.on olwlluteibrechüng. Man batte das vlötzlrche Ein stellen der- Ctalivn . mn' einer Exptosro , nl Znmmnn!nhang gebracht,, hie vom Kouewondcmrn d,s Äeuterkchen Bureaus über Chr>stianiu gemrldrt. worden war, wonach dik.AvlilleritdepoLs in Kyaroschewo zerstöi't wocdrn sinn. Die Detonation wurde in dem vier Merlen entstrutru. Paskas! gehört- Aber. dn>drabtlose Station befinde'sich viel weitera^- '&ev Vinic Moskan—Petersburg, so daß dre-Explosion «rnnZglich*- die Station zerstört haben könne. Ernste ll n* uh est M osk.au werden für möglich gehql'ten^^ Telegramme - aus " Kopenhagen sprechen von Brände«/-' D'Ä,. einfachste EillSrung hürsir aber wohl eine SrorMg techmschrq"- Art.stiu. t Rom, 13. Mai. (Stefan!.) Die mewet, daß auf Grund eines Aebereins iprnmrns zwischen der ikalienifchen sozia- 'isL'rscken Partei u d der russischen Regierkug 7 ine D legation der italienischen sozialistische»» Gew rüschaftsn und Gonoffenschaften aW' 17. Mai nach M o s k a u abreifen werbe. A i »■;'ir;!:!irp: IV i' J %; $ S ' » iwwp.^ri,7r.'i;