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Wiener Morgenzeitung · 1920-05-13 · Heft 469 (13.5.1920) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 469 (13.5.1920)
Date
1920-05-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Gdy»r-»omp!«wr Ureis STV Hrüek kschecho-Slswechei : Einzel» 44 Heller i. LZH. W P>vanumer«tionspreise r S i c r : An« abfiölrti tu Der kh-vedMon. 8. Bezirk, Ta^ov. tzn»ße 1 V!S 9» oder in einer vers«leißste«e «rast«: (BiomtliA . . Kronen Litt.— vierteltshrlist ... «tt-, Wit'Pestversand rar Wien und' vestererichr - Monatlich .. Kronen SO.— Tlchecho-Tlowakel: Monatlich Krone« vierteljSNrli» 2t - i» tschkcho.slowattschetMZdruuz Ungar«: Monatlich. . Krone» Ltt.— Vtertelstitzttich «0- . in «egemscher Währung Augostawien: Monatlich . . Krone» LS.— Mrrteljalirlich „ <50,— t» i«s«rlawischer Wahrung rener viiirvivvnSfWF} Nreks SO * ^TstzechoSlomaker r Sknzer» 44 Hetker LFch. Di Pranumerattonspreife i Beleor Mona»«» .. Mark L«^j VierrcljüSrkkch 48^» « volntscher SAtznvq Monattich^/^^Ä«» S.^ MonaKlch^^eanI» Italien- Monatlich . . ... Litt Mouatlich^.^äravK L-1- R rdaktlon «. Ad«lntilraK«»' Wte«.L.Bez..Tähorstr^-A TckeHhon« Äpiuiieistratiou RedakUon 4»5M», nb S UHr abend» Rr.!#»<>{ Postsparrasienlovtq 150.6&Ü Nr. 469 Wie«, Donnerstag, den 13. Mal 1920 2. Jahrgang heute vsnnerriag üen rr Mai io Ubr vormittags im Grossen Wiener honrertdau!-§aai « nAiw»)^wi— ~n-‘ini'r^i'iiiirvr~>n<Frwnr»wrT^itMr^«frT%«0niwfrvt^rvinni>rR>wniT<TTr>r«nOTn>in^iwVTww»nfw»w%iiii>i«i^wwf>^>iMWW«%<i Meitner: Dr. Scbmarjabti M & mitalitA du ergeres nfiticnskotsitm der Deitsrsaai!»«»» vderraddiner vr 2.?. kdajes Monisten! Juden! Das zionistische Landeskomftee dexanftaltet heute ein Meeting, um der Freude öder das epochale Ereignis von San Remo Aüsdru« zu geben. Leider wird es nur einem allzu kleinen Teil derer, die ihr Herz hinzieht, möglich lein. Einlatz zu finden. Wir erwarten von der Disziplin unserer Genossen, Satz nur die erscheinen, die mit Karten versehen sind. Zeder Auflaus auf der Straße mutz vermieden werden. Wir geben aber unter einem bekannt, haß Dr. Lewi« am Samstag, 5 Ahr nach! mittags, in den Sälen des Restaurants! Swobodg, Prater, als Gast der akademischer! Verbindung Kädrmah und Sonntag Vormittags I 10 Uhr im Großen KonzerLhaussaal in einer Frauenversammlung sprechen wird. Zionistisches LanÄesLornttee '/ für Oesterreich. ' . . - . . r-Vt Ri 13. Mai. An der NäÜöualversattUlllüttg ist.gesterll der dritte Nachtrag zum .Finanzgesetz -für bat lcmscnds Vorwaltungsjahr^ «ingvstracht worden, der die Staatseim nahmen mit . 6-3, dio S'^-'tsausgaben nnt 16.9 Mitligrden. beziffert. Es ve>.,.Ubt 'somit ein - Defizit von über. IO1/3 Milliarden, wovon 1,7 Mi.lirrden unbedeckt' sind. > Im . g-nz-en sind also nur 37 Pwzent. der. SiaatsLebirrfnisse durch Einnahmen aüfzubringen. fvährend für deck 'Nest durch Kreditoperationen gesorgt werden muß. Das beweist, das;' die Erschütterung bar Konstitution des-Staates fd weit'gediehen ist,- daß mau kaum mehr von einem künstlicher FortfrettM sprechen Lann. Dieser Zustand ist eine Folge der Zertrümmerung, ster Monarchie und weiters eine Konsequenz des Friedend von Saint-Germam, dessen finanzielle Bestimmungen' noch immer unbekannt-sind und alle Berechnungen als wertlos ersch-'inen.lassen. Auf dem Gebiete des Ztperg-' staates/ dessen Verbind ungswcqe znnr Ausland 'durch-, schnitten -jw&, sind an sieben Millionen Menschen' ein i hespervk,. denen ein' 'geregelter Handelsverlehr ' mit der' Nachbarschaft umstöglich 'ist und die sich ihr Zusammen-' leben, noch dadurch verbittern,, daß sie zwischen einander territoriale Schranken ziehen und ein einheitliches Sta'atSempsinden nicht aüfkonnrien .lassend Das Fieber -dos Hungers und de§ Elends treibt die Bevölkerungen Krisen, die bald politisch, .balsts wirtschaftlich sich äußern und Arbtzitseinftelluilgen/bringen/ E einen Beruf nach dem anderen ergreifen. DieVerwaltung, ist aus Unordnung iu Anarchie geraten,, voneinem Prciiabbrn. d r wich ichten Artikel, ist zaus, lange hinaus Leine Mode, in den Magazinc» gehen 'die. aufgestapelkw Waren zugrunde, das Gold ist so en.twertet, daß für die geringsten Notlvendigkeiten des täglichen Gebens nuc mfhr ichdpkis'e ligen Zahlen gerechnet we.deir muß. iDie Unsicherheit' über 'die Höhe der KrieLssLÜrschaeigung wirkt'lähmend auf das gewerbliche und industrielle Leben.. Oesterreich.ist heute nicht mehr ünstande. sich aus xigenor . Kraft, zu- Helsen. Es hätte vielleicht, nach z der Nevölution mit Hilfe der zur Liquidation gelangendeil Materialien. und Rohstoffe seine Fabriken in Gang dringen und durch eine ruhige, die Sachlage nüchtei» erhaltende Realpvütik erträgliche Verhältnisse schassen können.'Aber durch dir V 'rschienderung von Milliardenwerten, im' Zuge der bis-"heute noch nicht beendigten Sächdenwbrufterung eiuwseils,'. du-'ch,die Anschlußpiopcrganda "ar d r's i s ",m-> gr ß' Wat erteile und ^S-i ischs Kredite u wi d r in lch v rl.^nch^a-g.n. Der heusige Staat liegt wie .ein - arm- und''beinloser Krüppel mieten in Enr ePa und führt ein Scheindasein tzUtS UttldtätigLn UntorstühuiigLir seiner eb-emalige^ Mmev MMeM. Feinde. Das'Ausland ist vielleicht gar nicht imstande, die psychische. .SesivüMH zu erkennen, die. der sogenannte F.iedensv'rMg/ /erzeugt hat. Wütender Fremdenhaß auf d.r ebnen.'S. ile, angstvÄll.s Vertrauen auf das Wohlwollen-der Fremden auf dev anderen Seite; Natlqstgkeit und' Mrw rrung überylt... Ddr Anschluß-;an Mcytschlünd hätte sicherlich diese Zustände des -schwersten Elends noch, verschärft und den Bürgerkrieg in seiner rohesten Art nach Oesterreich getragen.' Abdr.-das., was wir hier Politisches Leben nennen, ist fa ein schleichender Bürgerkrieg, in denr Klassen upd Stand-'sgruppen . wie in einem verfinsterten Raum blind/auseinanderz losprügelir, während ein Stänkerer vottW.üßen die Türen. verrammelt hat. In verzw ife^en, Ä stvengungen ringt der Staat um fJLit Lehen und verzehrt seine Kräfte. Er ist klein und so v'ögen seine Zuckungen für den Fernerstehendeu nur das Inter s,'e. eines', seltenen Schaustückes bieten. Aber ist eS wirklich so>^däß der Krieg und der Sieg die Herzen der MenschMt so verhärtet hat; daß sie imbewegt zu sieht, wie sieben Millionen Menschen im ff Unglück ver'konrmen, wie Wucher ge ist alles vergrsiet. und der Staat sich selbst verzehrt? Die? Fremden,^ die, nach Wien kommen, erzählendaheim chse/ nckchj - ihren Erfahrungen erschüttert vom Kindörelend^ .vder<: empört von dein tvider'icheu Treiben -deriÄchiebzüv-^ Hyänen. Und von allen-Seiten kommen VersWxungE I der Sympathie und Versprechungen? der Hilfe. .Absvi? das, was Oesterreich allein ans dem Sumpfchsraus^»- führen .könnte/ geschaht -Mchtr- .die r'RevW^riiilM F.icdensv rträges, die Aufhebung der GrenzabtzrerrM-? gen und die Wiederherstellung der'Bewegungsfreiheit..! Frei ich müßte dies: Forderung den Inhalt devzPolisikl- Idar österreichischen. Regrerutlg^.. bilden, die' -ihvö-MUMs Ene,rr.ii darauf vmw-nden müßte, den - Aliiextr.»-yav-f zumachen, daß man mit SylnpathieversichMlstgenf keinen einzigen Herd heizen kann. Die' Reg^erung ha^ lei l angenelM s Leben - und muß ununterbrochen ^vischerr links undrecksis pendeln: Aber'es^hilst ihr..-Aryr-HchtÄ darüber^hi iweg,- d:rß sie aus'die neuerliche-LsfuMdes!!.. 'F.iedensv?rträges und auf die-Oesinung der KerkeAmA hrnarbeiten muß. . - - - - '? Dis Garnison zn den Akrainern übergesangen.;! Mar sch a u, 12. Mar. (U k rar nischer Pressedien st.) Die havptsüchrich «»S ttkrmnischen Truppen, bestehende Besatzung vo-» Odessa hat sich der ukrainischen Armee unter Führung des Generals O m e l j a n ö w tz t s ch - P a w l e n k 0 angeschloffe«, der aus dem Raume Balta—Brrzula den Angriff gegen die Bolschewiken -ei Razdelnaja unternahm. General Pawlenko meldet die vot!ständige B e s e tz u n g v 0 « O d e s s a.; Die ukrainische Regierung hat vorlähfig ihren Sitz in Winmtza aufgeschlage«. Di« ukrainischen Behörden betreiben mit fieberhafter Energie das Werk der Wiederaufrichtnaz der Hsrwaltnng in den befreiten Gebieten. - WeizMW Werdie zionistische Lage. Loydon, 11. Mai. (Tel.' der „Wiener Morgenztg."), In einem:Intexvrew mit .emein Vertreter -des Jewisü Corresponöence Bureau, London, -machte W.e i z m a n nfolgende?Aeußerungen: -; „Ich erwarte die Festlegung der Details bezüglich' des Mandats über Palästina binnen einem, oder. zwei. Monaten. Ich glaube nicht, das;'irgendwelche wesentlich e Abänderungen im Texte, betreffend dys 'Mandat.- .borgenommen werden sollen. Der Inhalt selbst wird von der Friedenskonferenz festgesetzt werden, dagegen werden EinzelheiLen, wie zum.. Beispiel' der-/Sicherheltsdienst odetf der Anteil der Juden.an -er Landes- Verwaltung, vmi den britischen Behörden in Palä- . stina geregelt, werden. Ich erwarte sonst.keine weiteren Schwierigkeiten. Die Immigration wird Von einer . . jüdischen 51örperschasi, in welche die Verwaltnng ihren Vertreter entsenden wird, kontrolliert werden. ^§s . werben keine Einschrankmigen bezüglich der Emwanderung der Inden aus ehemalig feindlichen Ländern gemacht werdeu." Auf die Krage, «b dem Mandat Grenzen gesetzt worden sind, antwortete Weizmann: „'Nein der Zeitpunkt für die Dauer des Mandats ist nicht fcstgcsctzi. Es ist nur gesagt, daß das Mandat so länge in Krasi bleiben wird, bis die Bevölkerung.' für die Ilnabhiingigkeit reis, genug sein wird. Die Bevölkerung Palästinas wird unmcr iv der Lage sei», an den Völkerbund zn appellieren." Ueber die Schritte zur Befreiung I'abotinskys sagte er: „Zur Zeit/als Jabotmsky verhaftet wlrrde. war ich in Palästina. Der Angelegenheit wurde da mals geringere Vedentrmg beigemessen. Iabotinskr allein ersuchte mich, keine Schritte 31t unternehmen Dessenungeachtet drahtete ich nach London und nach meinem Eintreffen in San Rewa' urgierte ich bei Mr. Kerr, dem Sekretär Lloyd Georges. Jedermann, den ich darüber sprach, war empört, daß . ein.Mann ' wie Jabotipsky in einer so monströsen Weise "verurteilt? werden konnte. Bekanntlich ist das Urteil -seitdembereits astrein''Jahr.'Reduziert? Ich werde hier noch sin Lause . der Woche' im Kriegsmimisterium intervenieren. 'Esmuß nicht' erst gesagt werden, daß. wir' alles daransetzen; tverden, imt die Befreiung Jabotinkiys, der die aus-, schlietzliche Verantwortung für. die Selbstwehrauf. sich' ' genommen hat, durchzusetzen. Wir Zionisten verlangen t jdtzt^tznWeden'.d'le Schaffung einer jüdischen' Legion öder, besser gesagt, einer'gut organisierten Miliz/ da eine Legion nach erfolgter Uebernahme des Mandats nicht, mehr noMendig seist wird." . . ' - ' Bezüglich der Haltung, der Behörden.in .Palästina gegenüber den Juden äußerte sich Dr. Weizmann.wie ' folgt: „Was ich den Behörden vorzuwerfen habe/ist, daß sie die Araber ungünstig gegen uns beernflußi. hasten. Ich meine nicht so durch Worte wie durch ermutigende Haltung, Winke und dergleichen. Die Araber kamen zur . Ueberzeugung, daß sie rm Besitze der britischen Sympathien sind, sonst würden sie Exzesie nie. gewagt haben. . > .. , v Auf die. Frage, -was die zionistische Organisation kür die nahe Zukunft zu unternehmen gedenke-' , er-', änderte WeiZmann: "y. \,h „Sowohl Sokolow als auch ich wünschen die. baldige Einberufung des Zionistenkongresses,' aber die technischen Schwierigkeiten für seine Beschickung.durch» '■ die - russischen Zionisten bestehen noch immer. Die Entscheidung über die Kongreßeinberufung wird in den llernächsten Tagen getroffen werden. Wir ° werden überdies alle'' unsere Kräfte für die Aufbringüng großer Fonds einfetzm, damit wir in" der Lage sind, unser Werk jn .Palästsira in Angriff Ln

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