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Wiener Morgenzeitung · 1920-05-11 · Heft 467 (11.5.1920) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 467 (11.5.1920)
Date
1920-05-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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©iltfrfeirmWiufj InfeSO HeUre Lschecho-Slowaker: Einzel« 4L Heller i.Lsch.W isränumerationspreiie; Zersttleitzstküe (Trcrsikl: Sisnatlick». . Kronen Viekteljährlich „ V<».- UU PostverslMd ffir Wien und Oesterreich: Monatlich .. Kronen Sl».- . .' DcheL,o-Slowaiei: - vlonattiü».. Kronen Üierteljäkrliik» „ Dl — N tschechö-flowattscher Wahrung Ungar«: RonnINch .. Kronen St».- Vlerteljahvlich .. «».- m «ngarischcr Währung Jugoslawien: AronMntz .. Kronen lä.« Vierteljährlich R«V- 1» jugo,lettischer Währung teuer EiurLS-rriuplavr Ureis SRI Tschecho-Dlswakei: Einzeln 44 Heller i.tfch.W. PrLnumeeatio«s-reise r Pole«- j- Monatlich .. Mark vierteljährlich >. 48.-- tu voluischerWÄrung Dentschltmd: Monatlich . . . MarikS.^ ^renkrrich: - * Monatlich . . Arank- 3,-V Malier«: 4 \ Monatlich •. Schweiz: . Monatlich. . . FrankS 2.—. R edaktkon n. 2lduri.niiträtjo» Wien.«. Bez..radörstd.1-S Lelephone: Administration 440 **, Redaktion 4S»11». ov 6 NHr «hendv Nr. LOUVt PostsvarkasseulotitslSO/M Nr. 4S7 Wien, Dienstag, den 4L. Mai 1920 vsnnersiag den u. Mai I. is Ubr vormittags« Grosser Wiener Govrertdam-Zaai « Zionistisches Meeting cs Karten ab montag fm Lionirttrcden Bureau, tt.» Lir^usgarre zz, erbsttiicb «• 2. Jahrgang Rednert Br. Zebmarjad« Cewin ä mitdiied Sei ««sek«» Rdtisnrksmiree« a«r Veilsr-RNittNr» Oberrabbitier Br Z.P. Cbajes Das jüdische Palästina. Die jüdische Fahne Wer Jerusalem. — Jüdische Vermattung. Gin Wischer Gouverneur.' Lorrbou, 10. Müi.' (Pr!oaL) ,/Ls Messt«" meldet, baß dis Friedens Ko nfoLenziy San Remo Dr. W e i z m «r n n zngestcherL habe, daß dre K i o n r ftisch e F a h n e st - e r I e v u=' salem gehrtzt werden wird. Louis Brandeis. und Felix Frankfurter werden sich'in einigen Tagen nach Ierüfalem begeben, um die fü disch e Perw altun g zu organisieren. '■ j Wie mit Bestimmtheit verlautet, soll in Kürze ein eutzlisch er Sude zum Gouverneur von Pa'^stina ernannt.-«erderr^ - . J. C ggfjt»tMagsanHga«Ki«MMtüa4diuii« wm nm 0n blutiger tag ^GtKndrecht-'M'LV KW..v.eWLßHM Linz, 10. Mai.b'(KoKBnr.) Am 11 Ahr nachis ist die Landesregierung Msammsu-- getreten und hat die soföMM Verhängung des.Sch.a..«^ riech t e.sWepa^inz 'befchlöffen. Fenergefecht zrmscheü KomMAnlsten nnd^ Bslkswehr. — Tote UÄd'BerrVnndetL. . Linz, 10. Mai. (Korr.-Bm.) Irn Zusammenhang mit. den in Wien heute stattsind enden Demonstrationen der Arbeiterschaft waren hier seit einigen. Tagen.Ge-, rächte verbreitet, daß auch die hiesigen K o m m unisten ähnliche Kundgebungen planen. Die Landesregierung hatte umfassende Sicherheitsmaßnahmen getroffen und Volkswehr, Gendarmerie und Sich erheitswache bereitgestellt. Die meisten Geschäfte sperrten ihre Lüden. Der Straßenbahnverkehr wurde teilweise eingestellt. . ■# Um 3 Uhr nachmittags fand in der Straßerau eine K v m m u n i sti s ch e B e r s a m m l u n g statt, nach deren Schluß ein Teil der Versammelten gegen 4 Uhr nachmittags zum Gebäude der Landesregierung ziehen wollte, nm, wie es heißt, den Rücktritt des. sozialdemokratischen Landeshauptmannstellvertreters Grub er sowie den Abzug der Gendarmerie zu verlangen. Der Hauptplatz und die Zugänge zum Gebäude der Landesregierung waren durch Gendarmerie- und Bolkswehrkordons a b g e f p e r r t. Vor dem Kordon auf dem ßauptplaße verlangte eine ungefähr 600 Köpfe starke, ^um größten Teil aus Jugendlichen bestehenden Menge stürmisch den Abzug der Gendarmerie, aber auch.nachdem diese in der ersten Kordonreihe durch Volkswehr abgelöst worden war, blieb der Volkshaufe stundenlang,vor dem Kordon stehen. Einzelne Redner hielten Ansprachen. '; GeZen Abend machten sich unter, den Demonstranten immer mehr radaulustige jugendliche Elemente bemerkbar. Rach einer Ansprache zog gegen ^'-,9 Uhr abends ein Teil der Demonstranten vom Ha'uptplatz zur Schloßkaseme, um einen' dort injermerten Kommunisten zu befreien. Diese Gruppe st ü r m t e u n d zerbrach das Tor der Kaserne,.konnte jedoch wegen der im Kasertteneingang mit Maschinengewehren ausgestellten .Volkswehr nicht weiter vordringerr und mußte unverrichteter Djnge abziehen. Einige Rädelsführer wurden hiebei verhaftet. Unterdeffen lärmte die aus dem Hauptplahe zmückgebliebenc Menge und drängte wiederholt gegen den Volkswebr-- kyrdott'heran, der mehrmals in Gefahr war, durchbrochen zu werden. ES kam auch zu § ch leiten gegen d r e V o l k s w e h 7, so daß' sich schlieWch gegen O AHv abenys eine berittene VolkswehrpatrouilLe geustigt sah, mit b lanke m S a b e L gegen die D e m 0 rrftranten ei nznsch reiten. Hiebet siel aus der M?nge ein Schuß gegen die Vorkstvehr. R u n gab auch die Volksw e h r Feuer. Die Demonstranten e rwiderten, zumeist ans Revolvern, d a s F e u c t; auch aus einigen Seitengaffen wurde gegen die V 0 l K w e h r g e f ch 0 f s e n. Wie es heißt, soll auch aus ztzoei Hausern ans dem HaupDlatz gegen die Volkswehr . geschossen worden sein. Hiebsi konnten u n t e r d e n Demo n ft v a nieset zwe f Tote und acht Berwuud etek0nst a t i e r t werden. Bei der Volkswehs wurden bisher z w e i V e r w u n d s t e fest-' gesteAt. Auch später Kam es noch zu einzelnen S chi e tz e r e i en in desAnnsren. Stadt, da sich Gruppen von DeMonstranten zusammenrytteten und a u s V 0 l K s w e h rp a t r 0 u i l l c st schossen. Die sozialdemokratisch orgamsierte Arbeiterschaft .steht diesm.Kundgebungen vollkommen ferne und hat sich daran auch nicht beteiligt. Noch-mehr Opfer. "; Liuz, 10. Mai. (Korr.-Bur.) Bei d<m gemeldeten! Versuch der Demonstranten, in die Schloßkaserne einzudringen, .handelte . es sich, wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, um die Befreiung eines in Strafhaft Befindlichen. Das Fenergefecht auf dem Kauptplatz . dauerte lrgnm mehrere Minuten und dürfte m eh r O p f e r g e f 0 r d r r t haben, als ursprünglich angegeben worden sind. Die die Reste der Demonstranten zersprengende Vvlkswehr wurde auch non der Donaunrncke aus beschossen und erwiderte das Feuer. Auch die Zahl der Opfer dieser Schießerei ist noch nicht bekannt, ebensowenig^die der einzelnen Geplänkel . der Volks wehr und der Gendarmerie mit'einigen hernniziehendm Kaufen. Die Krise der Wiener Kuttusgemeinde. - Die Unfähigkeit der Majorität des DorstandeL'der Wiener Kultusgemernde, dieses für das Judentum so., wichtige Gemeinwesen.-aus den' Sch)vierigkeitel^cherÄuszuführen, in welche. jede Gemeinschaft heute -leicht) geraten kann, hat es verschuldet, daß die Krise, Ke-durch 'die^ Lohnforderungen' der. Angestellterr schon.--.seit anderthalb'Jahren eine schleichende war und durch , den'<Hrei§ .! b.er: Religionslehrer sich. , auch der ^-breiten' OeßfMMtzerr-.' . kundgetan hat, nunmehr, zu einer, 'offenkundigen /Hrise -der Kultnsgemeinde und ihrer Institutionen selbst ge- 'worden ist. Interesselosigkeit des' einen -Teiles, - an -MerontwLrtungsgpfühl des anderen Teiles.'/ np.xb völlige Unfähigkeit der Leitung .haben' es dahin "gebracht, daß, anstatt durch Ausschreibung her Wahlen dem-grau- . iamen Spiel der unfrrrchtbareir ' Mächthabereu^ ein . rasches Ende zu bereiten, und einer , verjüngten^" und. : arbeitslusiigen Repräsentanz dieser große»:- Gemeinde; . die Bahn freiznmachen> für die unerläßliche N^forru.-' -. arbert. und die Grundlagen für eine Beruhigung d^r . Gemüter sowohl Unter . den -'GenieindemitglrsihrVrl.. d ,.mlch,.unter öen Angsstellten zu schäften. 'heute' gMdezü;/ die einheitliche' Existenz. der-Gemeinde aufs'.' Spiel 'ge-r setzt ist. In der von den Lehrern' einber-ufeneu» V.etsänu'n-! ' lung am Sonntag ist einwandfrei sestgestellt' worden,s' daß es nur zum Teil Uebelwollen und zum Teil'.'.Ün°r > fähigkeit waren, welche gerade diese Kategorien bon An-, gestellten, diese'Schichte der Ordnung und der- Erhaltuiug,>> - der Gemeinde, zu dem Schritte der Verzweisiüntz^tzVdqnft^- sonst in diesen Kreisen ungewohnten Lohnstreih-gehkiebek^.? haben. Es ist aber auch Mzweifölljast festgestellt Aos?derr,/" daß auch der Kreis der ' Negativen, .der „RlchtHbisch^ '' nalen", der bisher..gegenüber-'jüdischen''FrayenMnter*r esselosen, die unter dem Aushängeschild des - -stebzig-'. jährigen Professors Tr. Königsteim deftacto aber-'unter.- dem. Kommando des Sekretärs, Fleischer die MlNeinhe'' mit einem Vorstände beglücken will,.der dem Wesen, und-) dem Geiste mach demgegenwärtigen . nickst - nachstehenwürde, schon in ihren von Professor Königsteist älss - „öffentliche" Versammlungen. bezei'chneten Zwanzig-- Männer-Konventikeln - aus ihrer . Lehrer-^ und.. ÄN-) gestelltenfeindlichkeit kein-Hehl gemacht haben: .'.'.,'Die^-. jenigen. die in dieser Versammlung znnr ersten Male- : einen .kurzen Einblick in die Verhältnisse der .sgegey-- wärtigen Gemeindewirtschaft gewonnen haben- -näynien) \ das schmerzvolle Gefühl? mit..sich,- daß es ein'. Vetbrechenf? Mare, wenn dieser Zustand' durch den Starrsinn uüd die, - Kurzsichtigkeit einigeralter und in ihren Anschammgerp ' veralteter Männer noch monatelang sortgeschleppt-4vürdi;< } und, daß. schließlich nichts anderes iibrigbliebe, als' die' k-.Uenberung '-dieses'--Zustandes,- - durch . sofortige.; Arrs.< ' schreibung der. Wahleneventuell selbst durchein . Ein-' »'greifen der Regierung zu erzwingen. — f . Wie tiefgehend die Verbitterung unter smMich-rU ' AngestMeir aller Kategorien gegen diesen Vorstand und' /wegen der Unsicherheit der Verhältnisse in der Menen Kultnsgemeinde bereits ist, trat am deutlichsten nr der am Sonntag nachmittags stat'tgefundenen ordentlickM Gen-eralversarnmlung des Verbandes der Angestellten der - Wiener -Kultusgemeinde zutage». Hier musste die? Verbandsleitnng die schärfste Kritik sämtlicher Redner über sich ergehen lassen, weil sie dieser Vorstands? . Majorität gegenüber bisher in der - Durchsebung ^der Forderungen zu viel Geduld an den Tag gelegt .habe. Auch die Angestellten erblickten in der sofortigen'-Ausschreibung der Wahlen den einzigen Auswegs-uM'geordnete Verhältnisse in der Gemeinde herbeiznsülwän. Ans der Debatte ging klar' hervor, daß die'-Bewegung uifter den Angestellten nichtjene stürmische Form' allgenommen hätte m\b nicht so drängender Ärt gctvordell wäre/ wenn sie durch die Durchführung der Wahlen die Gewißheit bekommen" hatten,. I daß sie es nunniehr nicht mit einer absterbenden, sondern mit einem neu auslebcndeu. von großen, weitausblickenden Ideen ar-hr<oenen Vestretringskörper zu tum-

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