Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 461 (5.5.1920)
- Date
- 1920-05-05
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2979076-2979416-2979539--04074-2989775- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 461 Wien, Mittwoch fpiyyw« «, I»ii » Wisnev MorgsnzsiLürig nifchen Oberhauses.) 6. Maßnahme«, - um die Handelsbeziehungen zwischen dem Westen unb dem Balkan-Osten 'zu entwickeln. (Berichterstatter Ioksimovic, Mitglied der serbischen Skupschtma.) ' Soziale Bank in Wien. Wie w'r von zuverlässiger ^eitt ersabren, scheidcn die Herren Btrrbard-Torkgk'er und Mop Hoch-, mntm aus der Direktion der Kommerz- und Diskonto-Bank A.-G. auß. um in, die Vnw 'l'nng der Sonaten Bank einzmreten. Dies wird auch Pen Anfioß dazu bieten, unter völlige! Uemganisa'iou deS Institutes'und unter Hnavvebung französischen Kapitals und 'rumänischer Banken de beschlossene Kapitalserhöhung aui- K 80.0r0.000.— dMclNuiükiren. Ztommerz- und Diskoutp-Vauk'Aktienaesekschaft« Wie wir erkabren, scheiden dre Herren Bernhard Der«-gyrr und Max Hochmann aus der Direktion der Kommen- und Diskonto- Bank Hrngeaen wurde der frühere- Generalsekretär der Oesterreichisch-unganschrn 'Bans.' Herr Friednck Swnnd-Da'aiill, in die Daekiion berufen. Dicke Berutung steht im Zusammenhang' , mü Expausiynsai'sichten der Bank, die in der allernächsten Zeit aktuell werden dürsten. Der chemal'ge Generalsekretär der Notenbank. b<r aus ferner langsiihriaen Tät>gkei bet dieser d'e peichäsr- - sichen Brhältmfie in allen Te lcn der früheren Monarchie genau kennt und auch üb.r wmvolle Verbindungen wir dem Auslände verfügt. wird in der rasch' aüjjlrebmdcn Anstat! gewiß ein reiches Arbeitsfeld finden. Vollständige Aufhebung des privaten Kompensationshandels in Jugoslawien. Aus Belgrad wrd berichtet: In der gestrigen Sitzung des Mm'sterialansschusses f«> ■ HandckSangelegenhtiten tmnbc d«e vollständige Auchebuna des privaten KomvensationSbandels^beschlosten. ZU kiir'esttr Zert wird ein Ulas gegen die Prcislrerberer veröffentlicht werden.. > Die Preisgestaltung in der Textilbranche. Aus Fachkreisen wrd dm '^Prager Tagblatt* geschrieben: In letzter Zeu tauchten Gerüchte ans. daß die Preise der Artikel der Terkilbranche. Und zwar im besondere Wirk-, Stück- und Manukalturwäre sinken werden, ohne-daß eme Begründung hierfür angegebe!' wird.. Nachstehende Daten beweisen aber, daß «n Sinken der Preise in der nächsten Zeit absolut nicht zu erwariey ist: So liegen znni Beispiel ans der Schweiz Anbote auf Beda^rrtlkel vor. die im Mä'z noch.Frcs. 2.85 gekostet haben Ms für die heut' tres. 4.20 verlangt werden. Frankeeick h.,t au» alle Artikel erneu uffchlag von 50°/« eintrcten lassen. Farbstoffs erhöhten sich inder letzten Zeit bis 1000%. D>e B au m wall e, die bei der letzten Zuteilung Kä 120.— kostete, wird jetzt mit Kä 160.— zw geteilt. Dazu , kommen die täglich stehenden Foderrmgen der Arbeiter und Angestellten, die erhohieu Post- und Aelegraphengebühren und schließlich die neue Erhöhung der Eiienbahirtarise und Kohlenpreise, die'100 bis 150"/» betragen werden. Balutenkurse. Im gestrigen freien Berkehr waren fremde Zahlungsmittel e tw a s fester. Es notierten: 8 e i n o i e u 8 8.87, R u belmvte n K 3.10, Marknoten grÜn 8 4.27. M a r k not e r t o t K —, 8 ire 8 10.90, Dollar K* 240.—, Sch weise t Note n K 41.56, Pfund K 925.—, tfchechifche Noten 8 3.61, Auszahlung Prag 8 3.54, Auszahlung Berlin^ 4.22 und ungestempelte Noten 85",'«. Daimler-Motorenwerk« Aus Stuttgart wird gedrahtet:.Das abgelansene Geschäfisjahr der Daimler-Motorenwerke schloß Nach'Bornahme der notwertdigm Abschreibungen «ntrp.Einrechnung, des vorjährigen Saldovortragcs von 162.108 Mark und unter Einbeziehung von 9 Millionen Mark aus frühtrrw Rücklagen mit eurem rechnungsmäßigen Neinst,e w r n n e^von 3.363.177 gegen 3,503.2,9 Mark rm Vorjahre üb. In der Generalversammlung soll der Antrag gestellt werden. «nck,D i v ji die n st e von 5"/» gegen 6*7« im Voriahre auf das Mtunkapjtal von rund 32 Millronen Mark zu verteilen. Bon dem Neste sollen insgesamt l.b Millionen Mark zu Wohlfahrts- -jwecken verwendet weiden. Der nach Auszahlung der Tantiemen verbleibende Saldo von 216.619 Mark soll aus neue Rechnung vorgetragen werden. Deulschttschechische Berkehrsverhemdlrmgen. Eine große ministerielle, Kommission der tschechischen Ministerien für Handel, Eisenbahn und nationale Fürsorge begab sich gestern unter Führung des Staatssekretärs Dr. Schuster nach ’ [~-r—-. Berlin zue Führung von Verhandlungen über die Durch-. führnng ermqvr Klastseln , des Friedrnsvertrages von Ver» sailleS. Insbesondere hand-lt es sich um den' Eisenbahnverkehr, Elbe-Verkehr, den Transport tschechischer Waren nach Deutschland und den Transitverkehr durch Deutschland. Desgleichen sollsn einige valutarifche Maßnahmen geregelt werden, namentlich , die Ersetzung der Francs-Zahlung durchs Mark. Besttztvechstl in brr Aktienmajorität der Deutschen PalSstina-Bank. Die, „Frankfurter 'Zeitung" berichtet: Die, Firma Julius Sichel u. Co., Kommanditgesellschaft auf Aktien in Ma^nz. an der neben deutschen auch schweizerische,, cliössische. luxemburgische und belgische . Jntarsfsen beteiligt sind, hat aus, dem Besitz der Fürstlich Hohenlo-hescheN Verwaltung die Majorität der 'Amen dev ' Deutschest'. Palästina- Bank erworben, Der-/ demnächst - zusaminentreterrden. ordöntlichen Generalversammlung der Bank wird-der Atztrag nnterbreitet werden, ihre Ficnrain „W-estbank Aktiengesellschaft"' gbznändern und ihren Sitznächi Frankfurt mit Main zu verlegen. Die Nationalbänk.für Deutschland hat.ebenfalls ein größeres Interesse an dev'Westbank genommen, während die Fürstlich Hohenlohesche Verwaltung mit einem kleineren Teile ihres bisherigen Wirnbesitzes an dem llnternehmen - auch, seryekhin beteiligt bleibt. Die Deutsche Palästina-Bank» die mit einem Grundkapital von, 20 Millionen Mark arbeitet, hat ihren Aktionären nicht viel Freude bereitet, da sie Jahre hindurch auf ihre umfangreichen Geschäfte ün Orient große Abschreibungen machen'mußte und infolgedessen keine Dividenden ausschütten konnte. , ' ankhans Schuber und Brenner Wien, I, Georg Cocbplatz 3 / Telephon Nr. 15813 Kulanteste Dnrcbfilhrang aller bankmässigen TraHsaktlosmn. im jn- und Auslände. m Wiener Börse. Die gestrige Börse eröffnet?- m fester Haltung im Hinblick \ ruf die ohne Schwierigkeiten zu Ende aetührte Versorgung. Im j Bordergrunde des Interesses standen StaaisbahnMnrn. die bis 4650.— um K 110.— gegen den leizigemelveten Stand in die Höhe gingen. Ferner fanden Alpine-Atlien und die Werte ,ungarischer Brovnnenz mehr Beachtung. Rima profitrerten ll l70,— und Salgo-Kohlen, die er Coupon mrt einem rechnungsmäßigen Abschlag von 40.-; gebandelt wurden, avancierten um K 355.—. Als, jedoch im Verlaufe des Verkehres Gewiunsicherstellungev in den Alvinc-Akrnn durchgeführt wurden, trat tzon hier ausgehend aus der gan'en Linie eine E>matllmg rin. io daß die anfangs - erzielten Erhöhungen verloren gmgen und einzelne Esieklrngattungen noch unter ihrem Eröffnungskurs den Markt verliestm. Ungünsirgen E nlluß üble auch dre von Zürich gemeldete Befseruna unserer Ktone. Lediglich Salgo-Kohlen und Skoda lagen ziemlich fest. Im Schranken war eine geteilte Tendenz vorherrschend. Erhöhtes Jntercffe zeigte sich für Carborundum, welche K 200.— höher bewertet wurden, ferner stiegen Beiricher Magnesit um a 1360.—, Briinner Maichmen um a 350.— und Karpathen Petroleum um L 3>5 —, wogegen Berg- und Hüttenwerke 8 600.—. Felten & Guilleaume K no.—, Prager Enen K lOv.-, Fanto K 200.— und Apollo K 100. billiger abgegeben wurden. Bon den Renten verlor dw ungarrscke Kronrnrcnte 2°/». Im übrigen verweisen wir auf nachstehende Schlußkurse: > " : ' ' Induftrie-UnLeenehmünsen. Allgemeine Bauaesellckast 1060.— (- Unronbau 748— (+ 28.- ) Wiener Baugescllschrft 822.— (— 5.—), Königshofer Zement — — —Perlmoofer Zement 2910.— (— 10.-), Wienerberger Ziegel 19P0 — i— 60.—), Lrefinger Brauern 1540.— (— 9.50', Sarajevo 2390.- (-f 20.-r-), Anssig Ehenr. 7600.— 1— 410.—), Brosche Spiritus —(— —), Carbornndum 3250.— " + 200.—), Elothilde 2300.— (-.-), A.E G. Union Elektr. 1730.- (4- 30.—\ Bereinigte Elektrische 1270.— (- 14.—). SremensS.chuckert 1711.— (4- 1.—), Alvmr 4240 — l—115.-1, Berg- und Hüttenwerke 10,000.— (— 600. -\ Austria Email 4390.— (+ 60.—), Egydier (-.—), Enzestelder 2160.- (— 80.—), Felten & Guilleaume 5850.—(— 110.—), Greinitz Eisen 2500.— (— —Hutter & Schrantz 1520.— (-, Krupp A.'G 1469.- l-s- 60.-). Poldihüite 2b8O.-- (— 85.—). Prager Eisen 77O0.—100.—), Ntmamurany3545.— (f 30.—), S^!LgiS!gj)H^igS!Ligg^J!lJ-ilIL!JH!LLiSliL^L5f.l’.j?*g^! i.gL1 ■. ■■■■■■■ ■ ' , ■ 5. Mai IS20 _,, Seife 7] Tlodawerle ssleo:— (+ 30.—), Waismsabrik SS30.— ■ (— —Brüxer Kohle« (— 1 —Grau« Szaswarer 2975— ™ Coupon, Nvrdung. Kohlen — ~ —Oberung. Hütten 483'>.- ex Coupon. Rvssitzer —• ,.Snlg0'Tarjaner 7O9Oi.--vx'(4- 155.-^),^ Trifailn Kol,len 36)0.- 80.-). Ung. . Allg. Kohlen 8760.- . f—50 -), Urffovti 4940.- (- 40.-), Beiischer Magnesit 15.7OO.- + 1300.-), Seftböhm. 4175.- f-f 275.-). Danek. Makchitrey 2400.— Bri'mner Maschinen 32OO.— (+ 3op,r~)i Damcker Motoren 1165.— (— 6.—), Fratwerke 1600,— ex Coupon. Held- Maschinen 1148.—(— 7.—). Hofherr & Schrantz -N21.— (+' 11.—), Sig! Lokomotsv 1400.— (— 15.r-), finston 2390.— f— 45.—), Simmermger 134 t.— (-f 16.—), Elbe« mühl 2750 - (+ 50.—\ LeUam-Imeisthaler 2S!0.- (rf- 25.—); ' Neusiedler 980Ö.- (— Apollo 3900.- {-106.-), Fanto 15,460.— (r- 200.—), Korvatben 11.150.— (4- 355.—\ .Galizia UlöO.— (t- OO.-r), Schodnica —(— , — .-rr), Cosmanvs 3900.— f-7- 50..—), Fezfabtiken 4700.— (— 50.—), Schoeüer , Zucker' 6500.— (— 28 Schönprtesener 3750.— 25.—}, ' , Orsterr. Eisenbahnverk. 2480.— (4- 50.—r), Uno. Elfenbabnverk. , 121950 895L. Wiener Waggonfabrik 1298.— (.*.38.-r), \ Gerngroß 760. - ><4-10.—', Holzhaichelsgeselßchaft 2180.— — 89.-?-VTürkenlose —(— Transport-Unternehmungen. Adna 0700.—(+ 450.—), Aliffig-Tevlitzer 6450.— (4- 150.—), Bnschlebrader lit.,L 4021.— # ■'-\ Buschtchiadex Ht. B 1930.— (4- 50.—), Donau" Dampsi 11,680.— 20.—), Ferdinands-Nordbah« — (— —Graz-Kästacher —(— —.—), Kaschau-Odecderger 1600.— ,(-f 45.-), Lemberg - Czernowltzcr 1930.— '-t- 30.-), Lloyd —Navigazivnr — ,-.—), Staatsenrnbahn 4460.— (— 50.—), Lombarden 609.— — Z.-). .3% Süddahn-Brior. 1095.- (— 35.-), Stratsbahn« Gmußscheine 2850.— l— 2.—). ' Renteni. Mairente 96.50 Februgnruie 96.73 (— —.50), Oefierr. Krpnmrente 9k.75 7——.25), Oesterr. Goldrente —.— (— Ungar. Goldrente —(— — Ungar. Kropeneente 120.50 (— 55.—). Banken. Anglo-Bank 858 — f—Öesterr.-bosa ' Bank —Ungar. Bank und Handels. 1356.— i— 4.—), Bankverein 883.— — 6.—), Bodrnkredtt 2375.— — —.—), Oesterr. Kredit 1045— (— 5.—), Üng. Kredit 1570.—(— 58,—Depositenbank 924.— 7— 6.—), Niederösi. Erkomptegrs. 1360.—, c— 5.—), Ung. Hypothekenbank 600.— -r«~)# Länderbank 1685 (— 16.—), Dosn. Laudesbank 6?5 — (+ 6.—), Mercur 966.— (-4-8.—), Ocsterr.-üngar. Bank 543'.— (4- 55.—), Nmonbank 916.— (-!- 9.—), Beot kehrsbank 722.7- (+ 4.—), Zivvostenska 1615.- (— 10.—). , Praqee Börse. Prag, 4. Man (Effektenbörse.) Es notierten (Geldkurse): A n la g e w e r 11: 4?/- FreihettSanbühe 95.50,4llg°/y mähr. Landesanlerhe 94.75, dieselbe 5%:100.40, 5°/0 Anl. der Stadt Prag 102.50, 4Va07o. Ank. der. .Stad« Pilsen 97.25, 40/0 Schuldversckr. der Zivnvstenska Banks —, dieselben 40?/« —, 4% Prior, der Buschlchradrr Eisenbahn —2°/» serbische Prämienanleihe ,265.—, Türkeüloie 590.—. — B a n k w ert e: Bohemiadank 945.—. Ceska Banka 580.—, Böhm. Unionbank 574.—. Bohm. Eskomptebank 590.—, Böhm. Jndustrialbank 650.—, Landw. Kreditbank 965.—, Mährlsche Agrar- und Industlialbank 900.—.' Mahr. Eskomptebank 615—, Bodenbank 710.—, Prager Kreditbank 1069.—t, I. böhmische Lebensverfichemng 620.—, Rosenberger Kreditbtsnk 509.—, Zivnostcnska Banka 552.—, Böhmische Agrarbank 740.—, Bank für Baunnlernchmungen —, Mähr.-schlefische Bank 808.—. Kroatische Landesbank -- I n d u st r i c to e r t e: Koliner Kunstdünger 2125.—, Köliner Kasieesurisvgate lit. A 3060.—, Bölun. Aknenbrauerei Dudwer- ' —, Podoler Zement —» Böhm.' Zuckermdnstrie , Prager Papier 1058.—, Chamotte 2110.-. 1. böhmrsch-ittabnschr Matchinenfabrik —, Danek 648.—, Kolben —Böhm. - Handclsges) 2129.—, Laurin 1050.^-, Rltston 850.7—, Weltbräu Pilsen 1740.—, Bergmann —.—.Petroleum Kolin 2930.-—, Kaolin Lettlitz —.—; Tendenz : schwächer. Budapester Börse. Budapest, 4. Mai. Die'Börse eroffnete heute in.freundlicher Stmimiwg. Nach Erledigung dev vorliegenden Kaufaustlage machte fick Realffationsneigung geltend, die zu einer vor- > übel gehenden A'bschwachung führte. Als jedoch au§ Wien günstige Die Widerspenstige. Aus dem Jüdisch«, des A. Weitzenbeeg. cs. stdrtletztmg.) Ein paar Tage spater körn me ich desselben Weges und gebe meinem Gaul zu saufen. Ich habe kaum die Krippe zwischen deu Äadern hervorgeholt, da steht D^borah schon hinter mir. So -?* sagt sie — willst du wich .roinlögen! Sri, brav und nimm das Si'lbertstit'ck Mück! Und sie Zwingt mir das Guldenstück in die Mrid^ „Dummes Z"ug",> sage ich und weise sie zurück, a'ls'wüßK ich von gckr nichts. ^Sie aber läßt sich auf' nichts ein und beschwört mich bei ihrer Ä'sundheit, das Geld zurückzunehmen.. So steck' ich das Geld in meine Tasche. Werde» uns später .sprechen. Und wie sie mich wieder mal zu einer *guten Suppse -eimladen will, sag' ich kurz: nein. ÜNd^ sie? Meinen Sie» sie hat gegessen? Donnerivetler! Sie ist in die Stube gegangen und hat sich ans Fenster gestellt. Und ihre Äugen suchten mich. Ich lehne cut' meinem Wagen und blicke sie an. Wir schweigen beide. Aber ihre Augen reden,-Litten, flehen.- Vielleicht, daß ich in die Stube foiitIHeif fbtt. Wer weiß? Aber ich bleibe fest. Nein. Und so blieb's. Ich bin w-eitergefahren und habe nicht einmal WM.Ab schied gewinkt, nicht einmal .umge sehen 'habe ich/ mich, als sie tnichgrüßte . . * ' Wie id) nun am anderen Morgen, zurücksahre, halte ich wieder vor dem Gasthaus, um den Äanl zu füttern. Deborah sieht nrwh vom Fenster aus, kommt gleich, heraus und bleibt Mf dev Schwelle-stehen. Ihr Gesucht ist ikreidebleich, die Augen müde, versonnen und Poller Tränen und so still sieht sie aus wie ein Huhn, daö sich vom Dach mtö, den bewölkten Himmel aM« schant.' Ichi gehe auf sie zu. ' . «Was ist dir, Deborah?" frag' ich.' „Gar nichts", antwortet sie unsh Eränen perlen ihr in den Dfugew. „Du siehst so blaß aus!" sage.ich und ich fühle, wie ein seltsames. MiLff.'iv micki packt. „Blaß? Vielleicht! Ich bin nicht ausgeruht." „Hast Lu die Nacht nicht geschlafen?" ,Min", sagt sie leise. „Warum denn?!' „Ach, Ln weißt esschon!" sagt.sie und werdet sich ab und wischt sich die Augen mit der Schürze,. In mir siedet's und ich sage: „Miög? uns nie Böses tresfe», wie ich von nichts Miß." „Mer warum hast du dich» gestern nicht nach nckr umgeblickt?" „Neue Geschichte!!' sag' ich', ,>wig. kommt eines zum 'andern. Deswegen schläfst du nicht?" -' - . „Nein . . . aber es. hat mir^ leid getan, daß^Lch dich zwang, Len Gulden, zurückzunehmen." - „Wegen eine^ Guldens, all das! Na, da hast du dreie, aber schlaf!" Und ich zog meinen GM sack. „Und wenn ich sie nehme,'bist du dann wieder gut mit mir?" fragt , sie, und um die tränenden Auge:» huscht ein Lächeln. „Ja!" antworte ich, als.ob's mir im. Traum ein* gefallen wäre, ihr zu zürnen. „Dtei» nicht, den einen. Gulden kann ich nehmen." „Nun gut", sag' ich und lasse die drei ank dSm - Handteller Lanzen. > ,$btx dn bist mir nicht mehr ,böse?"^ „Wirklich nicht! . Ich' wiederhol^ dir/s! ' . Sie-nimmt Leu oinen Gulden» - . lHie -Tage gingen dahin. Wir lebten. srämLschaMch miteinander. .Da ^mrnt das Unglück. Am V-irtaL des Osterfestes wird die älsi're Schwester, die v.'rhekratetr, krank und küum sind^ zehn Tage vorbei, gerade einen Tag nach - döm Fest.', stirbt sie. Ein goldiges Weibchen, lieb wie eine Schwester — das liünN ich Euch versichern. So' währ ich ein Jude bin,- tief ins Herz hat mich dieser Schmerz getro'fnr. Ich könnte nicht in die Stube petzen und nun gar Deborah'ist die'Augen sehen^ Deborah ging wie ein Sckiattsn herum, .den Kopf gesentt. Ihr Gesicht war bleich wie eine eben gekallkte Wand. Früher war's so lieb und .h'cimläch. Und nun das Unglück. In jedem Winkel der S<nbe hockt die Trauer. Die * Mutter — Bet sedem Wort kommen ihr die Tränend Selbst die Wcknde standen so traurig da. May jagt das gewaltsam unterdrückte Leid aus den Stube. Einmal, Vor Pfingsten war es, fahre ich. tziws Schar Chassidim zum Rebben nach KalibieV, d.a nt ein nahes' Städtchen. Und wie ich hier nun anhalien will, um Meinen Gaul zu füttern, lassen es 'die- Chassidrm nicht zu: ich folve schneller fahren.- Was, schere ich mich drum? Ich denke, mein Pferd ist kein' Chassid und hat beirre'Eile, mit dem' Nebbvn. Aber -ßch will mich auch nicht besonders aukhalten. Ach kehrte aifo nicht in meiner Men Stelle ein und bleibe auf der! Chaussee stehen- Vorüber Brücke. Lade die Krippe ab und gehe zum Brunnen — da hinterm Haus. Ich jejj* mich um: Deborah sitzt auf dem Gras, bläß wie der Tod, den sorgenschweren Kopf gegen die BrUst gedrückt Da muß sie wohl Tritts hören, blickt auf uüd .siehj inich und das Blut schießj: ihr vor Scham ins Gesicht; „Was sitzt du so?"-.fragV ich. . ' „Ich weiß es selbst nicht", antwortet>.sie, ich' sitz,' eben so. und bin. so ganzivergrübelt'." * ' Und vex.grübelt sah ' sie^ wirklich aus — ich' weitz selbst Nicht: ich hätte ger» erfahren, was sie beschäftigt. Aber fragen, das ist nicht meine Art.-Na, ich,schöpfe mir die Krippe Volk und wie ich. nunfortg-ehAr 'tvM da fragt sie mich, warm ich wiodev z.urückrzehe-. Ich" sage ihv's und gehe zu Meinem Wagen. - Ich brachte meine.Chassidim zu ihren Rebben und denke, nun kannst du nach Hause fahren. Was soll ich noch da?.Mwa Mit dÄn Chassidim tanzen und mich um oinen Löffel Erbsensuppe schlagen? Irr trer^ Tat, wie käme , ich dazu? Ich üüorlege nicht lange, dreh^ meinen Wagen und mache kürzen Prozeß. „Nicht schlecht, mein Pferdchen," denk ich mir, „du kriegst neuen Haför: wiv halten vor Deborays Tür": Und so bkieh' es. Den ganzen Tag nicht gefüttert. Es war schon spät 'm Nacht, als ich wieder hier char. Ick) spanne meinen Gaul aus, drehe ihn zwischen den Deichselstangen Um» daß'sr mit dmr Kopf zum Wagen steht und schiebe ihm den Sack Laser vor. ’ \y (Fortsetzung folgt.)