Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 461 (5.5.1920)
- Date
- 1920-05-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Gkyow»-m-larr Ureis ÖO Heller: kschrcho-SlowaKei: Einzel« 44 Heller r. Isch.W SrLm»mepLfio«spreise Vke«: Zm»r Aübnleu in dev ZxpedMo«, 2. lvezir», Tabor- 'tttzr,1,611 % oder m einet «erschlrißstelle «Trafik: - Rp«otllÄ. . Kronen *«».- Stettelsährlkch „ ««»,- Nit Pofibersand iiirWien und - Cefiftröitft: . Ro«ak!ich .fronen 20.- -Tichecho-Tloroalei: SloyatUch ... KrottüN - V.— Sievteljährkich 2,.- tsch«ch0's1owsii,'cher Währmrz Ungarn: Monatlich .. Kkronen Äi>.- »terteljähvltch „ 60.— t» angarischer Währung. Jugafläwien: -Monatlich .. Krone» IS.— Sierleliahrlich „ 86 — in Moilawischer Währung f Ux / ■ rener ■ K» -H ' .: v - Preis SO gell« Tschecho-Slowakei: Einzeln 44 HeLeri. tfch. 3&1 Pvänumeratin«sprEisrikolo» i Monatlich .. Mar, Viertelt«»»«» „ . »8.^ in volnischer«Lfinrn,; k Deutschland: ss Monatlich^ , Mark Fttnrreich: Mouattich.'. grmM . .. Ätalien: 4 Monatlich »» . Sire J,4 Nedavion «.Administratto« Wiett,S.B^..T»horfir.1-S Leletzhouer Ad«iutstr»tio» 44»?*, Redaktion 4831», ab 6 Uhr abendS Rr. 1386» Pofts-arfaffeolörto 150.69B Mr. 4SI Wie«, Mittwoch» den 5. Mai 1920 2. Jahrgang Um Zionistisches Landeskomitee für JD^utseit Österreich 1 «ttr JFeier der Wiedererlaugung Palästinas findet D O NN £ R 8- TAG den 6. MAI, 5 Ihr nacltmittags,in der yOLKSHAELE BES RATHAUSES eine JÜDISCHE Massenversammlungstatt ■utzsrrvr£,.3rr£ff. % DitPMIion für “* ' . H a a g, 4. Mm. (Korr.°Bm.) Die internatronale Hilfskonferenz für die verschiedene» Lander Mittele ut o p a s ist zu einer Einigung über die Vorschläge f ü r e t tt t Hilfs aktio»gekommen. Diese wird in der Lieferung von Lebensmittelu u n d R o h st o f f e w bestehen. Zur Bezahlung wird jedem Lande ein K r e d.i t eröffnet^ Alle Kredite werden einen Gesamtbetrag bilden, auf den ein allgemeiner Modus Anwendung findet. Die mternaLionale Kommission wird sich vergewissern, datz die Kredite möglichst der Bedürftigkeit der Lander entsprechend verteilt werdeu. An das jüdische Volk! Die Exekutive Zer Zwnistnmen Organlsation in London erläßt arilatzlrch der Wiedererlangung Paläitinas die folgende.Proklamation: . Durch die Entscheidung der Großmächte wird die jüdischnationale Hem^ftatte rn /Palaitma, fortab einen LM^M^euen^'Wettor-nung' ..bllöen^ . :'f -T- ^'^^ß^ Haydat fi|t Palästinch urH! di§ Kfgäbej Palauna. die jüdische Restauration ßu sicheißl, churhe, GröJkt,^i A .'t^AMiiuA AA<A Ia4.au Cfl"l 4.1Ü i. ilo L.’ifit: 4.,*a* ß1)jftA^e n' S ^rAft ä aper-! lärPf und ^xgkliaM^rt /Dihse AuMpehr glücklich eriaMte , Entscheidung WurD/iwJjfÄdrster. Reihe durch b/Z i o n t st r sMe D i g.afit i sü t r ö n als die Re- WeMntiN Wd WWyrpsenn des, siidrfchen Volkes /DgS.'geWte FudplMn ist'in dieser'Stünde einrtz .iß^stiMMerHd/ smiem!'Stolz^ und seiner Dankbar^ «sif., W ^,öe'n 'Götzen 'Mtla'tsmännern der Welt und all MMölkertt, in defen Nachen diese handelten, indem sie rkije. der' Mxsitzn^ÄiMrechügkeiten^ Ungeschehen machten, lag't'MK Mifche''Volk heißen'Dänk: ^em^Äank wird cher nicht, eiri^Dank.leerer, Worte, bleiben. Die jüdische rWvn^rft^entschlofsen^ in Palästina ihr.Teil an'der dlturcirbeit den Menschheit zu leisten, uürdrg ihrer Vergangenheit, als. wertvolle Mitarbeiterin ^.^ii bWMN^.'-wMchliche^ Kultur.. Es. wird unser Wlmrö ^Mröben"fein, in denr jüdischen Palästina eine Mellfchast aufzurichten, die anfgebaut isi auf.per- -o'irliHer knd s o zialer G erechtrgkeit, ein ^tÄm»dü schaffen, von' dem der Geist des.Friedens, idih, ‘‘her Brüderlichkeit unter den Nationen -cmsgeht. jüdische Genius, wiedererwdcht auf jüdischem ^deu,' wird dort die großen Traditionen!>Nr 'hcbr$tscheu Propheten zu neuem Leben rrweKen/ ''Zh'Men.Teilen der Welt ' hat ' sich des jüdifchen Mkes die Freude^ über seine Emanzipation bemächtigL. Dis Zionistisch«: Organisation wird zur geeigneten Zeit dieser festlichen Stimmung ob des Anbruches eines der größten Tage in der Geschichte unserer Nation würdigen Msdruck^leihÄu 1 - 'Äber öie Zeik der Freude sei für uns gleichzeitig dfe Zeit der Erkenntnis unserer Pflichten. Jeder riuzelne von -uns wird' sich hingebungsvoll der glorreichen Arbeit des Wiederaufbaues des jüdischen Palüftina lviömen. Keine Arbeit und keine Anstrengung wird »ms ^zu schwer, kein Opfer zu groß sein. > In'diesem. Sinne feiern wir zunächst diesen Lag der glücklichen Befreiung unseres Landes, in diesem Geiste schreiten Nur an - die uns noch. bevorstehende »md klar worgesch^iebeue große Arbeit. ' > >' mmsam Fastow von den genommen. Warschau, 4. Mai. (Funkspruch.) Zn Derfolgun - des Feindes haben unsere Truppen nur 1. Mar die Bahnstation Fastow besetzt. Vom £5. April tzis L. Mai wurden 25i00B Gefangene gemacht, 120 Geschütze, 418 Maschingswehre, 2 Panzerzüge, 2 Panzerautos» S Panzerwagen, 2 Flugzeuge, 3 Funkenstationen und viel rollendes Bahnmateriel erbeutet. ' ti Vorderafien. '; 1'. W i e n, ü. Mai. .. Bei den, Beratungen bqiü'Scm Remo ist das Königreich, Hedichas, endgültig. als autonomer Maat anerkannt worden.' Frarckreich Lrhalt^ Rechte auf Syriens genanntes indirektes - Verwaltnngsgebiet überwiesen, wird auch mit der Verwaltung eines Teiles vörr Cilicien betraut rn)d erhält einen zweitemTeil dieser Provinz, der unter Emir-'Faisüls Sultanat gestellt wii.'d, 'äls so-' gen'an'ntes indirektes PerwäWngsgebiet überwiesen.' Durch diese' Entscheidung wird baß seinerzeit vom England den Hedschas-Arabe^n -verpfändete Versprecherr eingelvst.Sie erhalten .dieWn<Ohäng.rgiest-' und einen Staat.! unter, einem .eigerren Herrscher. Allerdings wird es. feinbcti- ^c^em^^MpW,-^petbem »nie sich ihn Damaskus^ erträumt har, ,de< in seineg-Grenzsetzungen bekanntlich nW yreWxM. Zenug sein zu können glaubfe und ein / Maatengebilde grm»den: wollte, das' sich von - Vorderasien bis . nach Afrika hinein erstrecken sollte. - -.i - - Der panaxabische SLaät bleibt ein. Zukun ststrauru,^ und -man wird-dies angesichts der wirklichen 'Verhältnisse nur billige,!. -Die arabische Rasse, die einst der Welteine Kultur von starker Eigenart schenkte, befindet sich augenblicklich nicht aus einem., derartigen kulturellen« oder Zivilisatorischen Niveau, daß man ihr Pie. Kraft Zutrauen dürste, einen orientalischen GroßstäaL begründen zu können. Auch die, orientallsche 'Welt .ist aüfgewüblk,. auch dort bat die Wahnsinuswelle, hie der Krieg über die Menschheit ergossen hat, ihre Wirkung geübt, und die Äelt sehnt sich naich beruhigenden, die. Leidenschaften dämpfenden, politischen Methoden, um in die geruhigen Bahnen schaffender Arbeit wieder zurückzufinden. Nicht Emir Faisul noch ein anderer arabischer Prätendent sind die geeigneten Persönlichkeiten, die dem Orient das Heil bringen könnten, dessen auch er' dringend bedarf. Denn die zündenden sozialen Ideen, .die. Europa heute in zwei feindliche Lager zerreißen/ müssen' die impulsiven, von Gefühlen beherrschten und' unwissenden Völker des Orients mit noch-viel größerer Verwirrung bedrohen, als es die ist, welche das' europäische Chaos verschuldet hat. Es'kann kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß der Bolschewismus seinen Weg auch Nach dem Siide»! - gefunden hat.Die Bevölkerung,'. von Anatolien ist nicht nur von Kemal und Endet Pascha aufgewühlt, die selbst mit derr russischen Bolschewiken irr Vebindung stehen sollen, sie ist auch verhungert, und so hat die russische Propaganda dort ein leichtes Spiel. Auch'die Türken selbst scheinen sich vorläufig' weigern zu wollen den sicherlich harten Frieöensvertrag zu unterzeichnen, der der bisherigen Großmachtstellnng des Sultans auf alle Fälle ein Ende stht. Das Gebiet, welches de^ Türkei übrig bleibt, wird nur einen kleinen Teil des bisherigen türkischen -Staates ausmachen und in den engen^Grenzen innerhalb derer die Türken Herr im eigenen Hause-sein sollen-werden diese Herrenrechts nicht olme Kontrolle bleiben. . So soll für die Ueberwachung-der sreien Schifsährt in den KonstaNtinopeker Meerengen eine internationale Kommission eingesetzt werden, in welcher' aüßev' den alliierten Großmächten auch Griechenland, Rünmnien, Belgien und späterhin, so rechnet man, auch Rußland vertreten sein sollen. Dieser Ausschuß soll weitgehende Vollmachten, sa eine eigene Flagge und Militärmacht erhalten, nnd die Häfen an den Meerengen sollen völlig unter inter-, nationale Kontrolle' gestellt werden. Dies alles sind Gründe genug, welche den Türken die bittere Pille nicht gerade zu versüßen geeignet sind. Das orientalische Problem hat infolge der allzu langen Verschses'pimg der Entscheidung durch die .uneinigen Großmächte an Kompliziertheit unendlich/ ö*i Wonnen und erhebt sich nunmehr in seiner ganzen! Schwere. Es wird Wohl langer Zeit bedürfen und den; Diplomaten'dex Großmächte viel, Kopfzerbrechen vexur>-, sächen, ehe die »oirkliche innere Wzifrzierung des Drients?' j Tatsache geworden sein wfrd^ dies ein Problem vdp) entscheidender 'Bedeütnng ist, dazu bedarf-es nicht erst' tiefer polirischer Einsichten. Es . handelt sich nicht nur,' darum, Ordnung und die Wohltaten der Zivilisation! /ohne-ihre Schattenseiten in jene weiten Länder .zw ttagew welche als' Äuellen für wichtige' Nähr- und Roh-!. stöffe>für das zerrütteter und ausgehungerte Europa^ gegenwärtigvon größerer Bedeutung sind als . je; eßhandelt sich ÄUch um die m'enschlMlich tiefere Aufgabe;/ 1, dem- Omnt,, das WaseNd«: Dornröschen,- den Weg-' zw \ .s^MMM^H^WiÄWiöDr-'ssi WWn, was nichts glesch» MMWO^DWjWewMsböukerrfchen' AW - vedogewssi'! bisherigen europäischen - Kolonisieru'ngsmekhdderr, dercht" Äpöstek üntden Lehren des Evangeliums in der. einch^- und - mit der. Älkoholfl«rsche -in der anderen Hand zu/den^ sernbn-Völkern ckamsn,^ bis/Wultur" sagten und Ädsa^ und Äusbchlküngsgebiete ^msinten^ Jenen großen Anf^ - gabem-könnte ein - auf 'sich/selbst gestelltes Großaräbi'Ärl ' Mchwer gewachsen sein. ' ' ' . ---- - - - Daß die: Rechte der Araber in den anderen Gebieten,' so namentlich in' Palästina, nicht geschmälert WerdekL -; sollen,/ ist ihnen ausdrücklich zügestanden worden.' -Diir? gestern veröffentlichte Erklärung deZ britischen Generals s bevollmächtigten in Aegypten besagt im Grunde-; to'ön'rfei lNan/^die ziömstenfeindliche Haltung der britischen.-Mli^' . 'Mischen Okküpationsbehörden,/die in Palästina bald vor^- ßiner Zivilberwaltung abgelöst werden sollenin' AbZMbringt, nichts anderesals dies. Der Zionismus, -der sW ansch'ickß die aktivstem Teile des jüdischen Volkes unkw der Patronanz der Weltmächte und Englands als ihreZ' Niandatars in ihr altes Heimatland hinüberzuleiten> - Hai: - niemals im Sinne gehabt, die Araber zuverdrängeiz- -oder etwas Feindlches gegen sie zu unternehmen. -De^ britische General mag recht haben, daß Englands Ne«, gieruug einer Minderheit keine Gelegenheit geben« Vpiriv über eine Mehrheit, zu regieren. Aber sie , hcü -sich -den zionistischen Vertretern gegenüber / verpflichtet, di«' Schaffung einer jüdischen Mehrheit in Palästina auf alls Weise zu fördern und dies ist eine ^Aufgabe. - die ohne Schädigung der bisherigen, arabischen Bevölkerung^ des. dünn' bevölkerten 'und primitiv kultivierten Landes voll« führt werden kann, ^s wird Sache der zionistischen Be^ Horden des neuen Einwandererelementes sein, die Araber zu überzeugendaß ihnen die jüdische Einwanderung nur Vorteile bringen kann und. so den aus dem Verborgenen aufschießenden Hetzern die vergifteten Waffen zu i entwinden. - , Gerade die letzten. Ereignisse in Palästina, -welchsich knapp vor der Entscheidung von Mn Rentd zugo. tragen haben, beweisen die Unfähigkeit einer militärischen. Verwaltung, mit schwierigen Problemen fertig zp werden. Der Militarismus hat sich überall unfähig-tr.. wid'sen/zivile Aufgaben zu lösen, und hierin bildet gM der englische keipe Ausnahme.- Die Anklage, welche im Zusammenhang mit den Exzessen von Jerusalem gegen- Lie/'englische Militärverwaltung erhoben wirdist noch lange« nicht entkräftet und die 'Umstände scheinen darallj hipzudeuten, daß' die militärische Verwaltungsbehördr in einem Sinne gearbeitet hat, welcher den Absichte» der englischen 3tegierung geradezu entgegengesetzt ist Oberst Patterson, der rühmlich bekannte Kommandant der-jüdischen Legionen, veröffentlicht über die Haltung, dieser Behörden -gegenüber den Juden Mitteilungen, welche deren-schleunigste Ablösung durch' ein« Zivib Verwaltung: besonders , wünschenswert erscheinen' - läßt' Patterson erklärt, die Exzesse vorautzgesehen ZU haben' wenn die 'jetzige Administration-weiterbliebe, arnd. sprich 7749