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Wiener Morgenzeitung · 1920-05-04 · Heft 460 (4.5.1920) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 460 (4.5.1920)
Date
1920-05-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Murrlerrmplavr Nveis ENLV Hrller Tschecho-Slowälrei: Einzeln 44 Hever r. Lsch.W Pränumerationspreise W ien: Amu Möbulm in der SxyeLUion» S. Bezirk, Tabor. Kratze 1 biß 3» oder ln einer Berslbieißstelle <Trasit»: Monatlich.. Kraue» Li».— vlertelMrttch .. 60.- Vkit Poftversmtd »i!r Wien und Oesterreich: fflottatlffl .. Kronen SV.— Tichecho-Slowakei: Monatlich . . Kronen 7.~ iVierteltSbrrich, .. S1. i» tschecho-slowaklschcrWäbmng Ungarn: Monatlich .. Kronen »0.- vierteltsthrlich 60.- iö ungarischer WStirung Monatlich .. Kronen 12.— iviorieltahrltch »«.- i» j«go,lajvischer Währung . E-iryrtrsrmplav: Hrris 8<Z> Heller Tfchecho-Slowakei: Einzeln 44 Heller i. tfch.W. Pranumerattansprrlse Pole«: ' \ Monatlich .. Mark 1«^. Dterte, jährlich „ 48*-* tu bosnischer Währuuzi. Deutschland: - ■ < Mouatttch . . . Mack S*-, Frankreich: " \ Monatlich . ... KrankS,3*—> _ Atalitn: '! Monatlich . .. Live 6»— - Schweiz:, - : - Monatlich. . . Franks!S.— . Redaktion u.Vdülvkisftati»« Wien,«. Bez.,Taborstr.i—8 Telephone: ÄdoUnistratkoa 44»:r>»« Redaktion 43»L». ab 6 Uhe abead» Nu. 16301 Postsparkassenkopto 150.093 Nr. 415 0 Wien, Dienstag, den 4. Mai 1020 2. Jahrgang 2ioäistische9 tan desk o mi tee für Deut sclißsterre teil , \ >vnr Feier der Wiedererlangung Palästinas findet fiONNEkS- TAG den 0. MAI, 5 für M'acl?- mittags, in der VOLKSHALLE DES NEUEN RATHAUSES eine jtfpiSGHE Massenversammiarag statt Zur politischen Lage Europas, —-ll W i e n, ä. Mai. / Der italienische Mjnistcrpr-äsident ' Nitti, dessen Position erschüttert sein soll,-hielt, vor einigen-Tagen eWi äußerst vetzeichmrngscherte 'Rede,' '.in der er auf' die krftische Lage - Gesamteuropas .' hinwieL und die Not» Freudigkeit betonte, am gesamten 5^duiiuent allüberall Rieden zu schließen, da auch der kleinste Feuersunke in rrgendoinem Teil Guropas "die. ' große Gefahr eines WMWhalm-, - gesamteuropäischenBrandes, Ijei-q# .»M , anerkennens-'- Ksatftgrw,'; ia: ^iberfgitrglen''. 'italienischen - ^chperialiLmns begreiflich,. der nach ausfenhin nirgends verläßlicheFreunde sieht, nach innen eine deutsche, und slawische.'. Jrredenta befürchtet undbeiL'er Föttdauer fM-^-erzeiti^en' wrrtschasilichen..Vörßaktnisse mit' der Mften. Möglichkeit. eines politischen und' fozialen. ltnr< stürzes -rechnen - muß.'. Die Gefahr, die der itaiienische Minister. Nitti mit Klarem Blick' sieht, droht von drei.vor- Medeilen Frontest, ans Deutschland, Rußland und der Zusammenschluß mit Deutschland zustrebeu muß. Noch hofft man in London'— was man in Rom befürchtet — daß' wirtschaftliche Notwendigkeiten'über den natignalen Chauvinismus früher oder stpäter siegelt und' in irgendeiner Form zum' -wirtschaftlichen Zufamlnenschtnß der meisten Sukzessiönsstaaten. führen werden. Aber ist denn die Formel: "„Dönausoderation oder. Anschluß an Deutschland"' in dieser Fassung'eine absolut .richtige? .Sie hat, wie alle -ähnlichen. Parolen? im besten.Falle eine zeitliche, relktiveBerechtigung! Es können die Verhältnisse > sich.'so. ändern^ daß. zuerst beispiolsweise ein Anschluß L)esterrcichs an SüddeutWaNdi erfolgt und -mln dieses neue DcnLschlarichin eiir weiteres oder engeres wirtschaftliches, aber auch politisches Bund» uis mit einzelnen. der im Gärungsprozeß .befindlichen Donaustaaten eintritt, aber auch die andere Möglichkeit ist vorhanden, daß einzelne Donaustaaten 'sich zuerst mit Oesterreich zusammenschließen' und dann dieses, nut einem föderalistischen1 Deutschland in irgendeiner Form sich konfödenert. Diese Gestaltung hängt sehr, enge auch mit der Entwicklung-in Rußland und. möglicherweise auch am Balkan zusammen, .wo ja ebenfalls die. Bildungvon, Föderationen, astein imstande ist,... die ' nationalen Wirren wenigstens teilweise'zu beseitigen' und eine der Vorbedingungen für ein großziiaige ■ Wirtschaftspolitik bildet. ' . iseber MM st , P ari s, 3. Mai. Nach MeLdnngen Her errglrscherr Blätter wird sich eine AborVfiüÄS e n g l i s ch e r Van k r § y H riach DenLschland hegebey, um sich über die wirtschaftttchLN' Ü5ertzKlLnUe '.zn - 'Ml^vrichLM.. Mese,. Bafttiprs/ wevden airch den Plan, der Ansgabe von i n Lern a L r o» n-ch-tP tt! B'o^rts'Mtzt^r' -dens^Ä^nHedes VLlkerbunves prüfen, durch die man 'Währtnd, verschiedene Elemente in Oesterreich aus- M ganzen. Entwicklung^ des' alten Oesterreich-Üngarn rM^Deütschlmlds unbelehr't einem niemanden 'mehr als däs 'deutsche Gesamtvolk aufs ', schwerste '.schädigenden HeÄtschntztiöMlen'. HaüviniSmus,- - Rassenantisemitismus pstd HöhwKllern-Kuftus 'huldigen, - gestaltet.sich die Zü- Mft desDeutschen Reiches immer unsicherer. Es ist wohl" sMifellosst daß^ in' Oesterreich Äste in Deutschland selbst Me-starke.Strömung für den Anschluß an Deutschland existi-ert, .'daß in den verschiedensten Kreisen ein Großöeütschländ ' ersehnt' wirst», 'aber - man vergesse' nicht,' daß ist'. den." deutschen Alpenländetn/'tzin'e Strömung mit der Mrstle'„L^s^ döst.Wien",' in'Wikddeutschlänh' eine' andere Mk 'ddr -Parole' „Los. von Berlin" wöthandcn ist/ Diese aytipreüßiHe,? gegen - jeden- Berliner Zentralismus .genutete Mtröchüng hat. Anhänger' unter den -perschie- .Miftschrn, und/ sozialen Schattierungen. . Es Hw'-' unter - ihnen^Nonakchistech die ein' föderalistisches Größderltslhländ mit - den Wittelsbachern -an der Spitze erstx'ehen,^ eine Richtung, dies ästch.in den Alpenländern Men -ziemlich' starken Anhang ' .hat., ' Jedenfalls würde die EntMe und speziell Frankreich,- Hrpn sie überhaupt eim Grotzdeittschland. mit Einschluß ' Oesterreichs zulätzt, es^ nup unter der Bedingung gestatten, daß dieses. Größöentschland" nicht ein GroßpreEen wird. Speziell die Französen^ welche, Regierung-auch immer dort zur Herr- Wäft - kominen mag,' dürsten sWerlisch zu hem. Zwecke einen blütigen Krieg' .bis zur Erschöpfimg^.g'eführt haben, ' um das zu' erzielen, was sie stets verhindern wollen, einhohenzollernsches' Größpreußein' Die.Engländer aber bei all ihrer Gegnerschaft gegen best französischen und übrigens - auch itäliemschen Jmper'Mismus. sollen keineswegs ein 'Größpreutzelri das möglicherweise sich wieder! für die Aufrichtung, eines' i'eaiPonÜreP 'Großrützland interessieren könnte-und eine'-größ< Gefahr für dich Engländev in Konstantinop'el und Indien wäre. ■v, Wenn England . weniger^ feindlich als Frankreich dem Anschluß Oesterreichs an Deutschland gegenübersteht/ so geschieht es in klarer - Erkenntnis der Tatsache, daß das durch die Friedensverträge geschaffene Oestereich wenn nicht wenigstens ein wirtschaftlicher Zusammenschluß mit den Sukzessiönsstaaten des ehemaligen Donanreiches zustandekommt — nicht- - lebensfähig ist und. daher, abgesehen von nationalen Momenten, dem de«- .'-MWev" 'Ate'.’- ■ ■ ufxCu. - hirbeu will.' Man Wicht von einem, Betrag vo«^ , .B a’tffif \3.. Mai. (Ts!.-Komp,). .'.'„.Esrriera dsila.Sera". mördeL'.arrs. NRnrfter-- prüsidenL: Mitti- -am. L3.. LÄai .-nrr- Wierrein- Lrifft, wo - - er von StaatskauMx' 'Br.' Renner empfangen wird. Man spricht han0n, batz die ZusammenkünsL der beiden Staatsmänner eine weitere Annäherung.Ä eine freundschafLUchere GestaLLrmg - der - Bsziehnngen Zwischen Oefterreich und Italien zur Folge haben'wird/' -' . -' - GensralftreiK Äse -searizssischLK GisenhahKer, Seele»te - rmd BergaVbelier. - M a r s e i fl e, 3. Mai. (£jc»m) Die Ge»: rv erlrschaften haben bsschlosisn, daß der vom BnndeskavteLL der Siserrdahner, der Bergleute und der registrierten Seeleute beschlossene Au s st and h eu t c inWir K s a m Ü e i t tritt. - Heftige-KÜMpfr im Gebiet - Von Kiew.. . V Baku von Len BolschewiLen genommen- — RLtereMblik in ÄserbeiLschan. Moskau, 3.'Mai. (Fnnkspruch.) Frontberrcht vom 2. Mai:. An > der Westfront wurden im Gebiete von Rjeschitza feindliche Angriffe abgeschlagen. Im Eiebstte von Bobruisk örtliche Kümpfe. Im Gebiete von Mosyr wurde der Wit-Fluß, )fünf Werst östlich der Stadt, erreicht. Im Gebiete von Kiew käinpsen die R o t i r « P p e aüsdauexnd bei F a st v w gegen überlegene Polnische HtreiLkrafte.. Im Gebiete von Schmerinka und Mogilcw-Podolsk. keine Veränderung. An der Krimfrönt sind unsere Panzexantos in P e r e k o p cingedungen. An der .KaukasüsfroNt stnd die Nottruppen nach heftigen Kümpfen am 29. April, in Sotschi eingcrnckt. In der Nacht vom 27..auf den 28. April sind an der OstkaukasnSfront unsere Pnnzerzüge in Baku ciugctroffen, worauf die R ä t e r e p u b l i k in Zlscrbeidsch an ansgernfcn wurde. ,,Die Oelgrnben und Oesaulagen sind völlig unbeschädigt.. Die Enaläni/er haben sich Süden zurückgezogen. •7? Rückzug dtzvi Sowjsttvuppeu.7 : : ■ " Pslrrisefter Bericht. Warschau, 8. Mai. (Funkspruch.) Frontbericht''-vorm-, 1 Mai:. Die geschlagene Feindliche Armee .setzt' ihren RIckZug ii» Unordnung , fort^. Im Abschnitt - Schme« rinka sind .Winnica erreichten^wir die Linie- Stamslgwtschik—Grilloan—Pisarowka—Koskowka.- Der. Bahn^. Hof von Schmerinka ist unbeschädigt. In Winniea ee^ beuteten wir 2i Geschütze, viel Kriegsmaterial, einew^ Sanitätszug und überaus große Mengen von Lebens^' Mitteln. Die bei .Gesang,ennähme der zweiten Jäger«- brigade Siczöwnik gemachte Beute beträgt 32i'Ge»- schiitze, - 160 Maschinengewehre,' - und - 6000 Gewehre.. Nördlich von Winnica würbe den bolschewikischen Truppen; der Rückzug allgeschnitten,^ 8000 Gefangene, 2 Päsizerzüge, ^10'Geschütze und 16 Maschinengewehre wurden eingebrächt. In Kawarnu wurden. 8000 ,' Ge-- farigene gemacht, ' 14 Geschütze und 1,20 Maschinengewehre/ Panzerzüge und 7 Sanitätszüge nebst dielentz anderen, rollenden Material erbeutet. — In der. Polesie^ Weißrußland und Litauen keine Aendeung der Lag'e." '' Die. BoLschewiken beschuldigen die Polen. - der- Grarrsamkeit und drohen mit Nepeesinlien. t.j Moskau. 2. Mai. (Fuulspruch.) Der Vo.lkskommissäL des Auswärtigen der ukrainischen SowsetrepubliE R a k o tv s k i hat d«m. Polnischen Minister des Aeußeninlitgeteilt, daß laut Meldungen jener' NoLtrutzpen,, -diä aus. der Gefangenschaft entweichen .konnten, die pölni^ schtzr^ Offiziere^ alle Kommunisten e rfchicß.en und . die I u d e n insbesondere noch vor dem Tode unerhörterv M a r t e r u unterwerfen/ Ob.wohl während der ganzen- Dauer des Kriegszustandes'.viele polnische Grausam^ leiten bekannt geworden' seien, babe^ie ukrainische? Sowjetrcgierung bisher vermieden, von ihrer Kenntnis amtlich Gebrauch zu machen, um die 'in.Anknüpsung! befindlichen Beziehungen zwischen den beiden Staaten nicht zu trüben. Nun.aber, wo Polen s'ch offen sLmdlichs zeige, sei die Zeit der Schonung vorbei. RaLowskv'erinnere an den barbarischen Mord der gesamten 'ukrainischen^ Notkreuzmission Weselowski. Während' . zweier: Jahre sei das.'Gebiet Alt- und Neupolens die StäktÄ furchtbarster Metzeleien gewesen und '.die Sowjetregierung werde nun die entsprechenden Gegen maß» nah wen .ergreifen. Aus der polnischen GürgerfchäfL — Nicht unter den polnischen Arbeitern und. Bauern sec eine cittsprechend hohe Anzahl von Geiseln a u§-- gehoben worden, die Kopf für Kopf sür alle/gegech Kommunisten Legnugcucn Grausamkeiten büßell werden.^ Mosk«-u. 3. Mai. (Fünksprüch.) In der „Jzweftia'< ertläri Trotzki. Laß nun ein unex-bit'tlichev Kampf gege'-n Polen beginne, der bas Schickfaki der' beiden' Maaten endgtistig regeln werde, Zn xrgeM

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