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Wiener Morgenzeitung · 1920-04-22 · Heft 449 (22.4.1920) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 449 (22.4.1920)
Date
1920-04-22
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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22 April 1920 gHwet Morge»zeita»s Der Volkswirt. Eilte Krone -- 2.63 Centimes Geld, 2.75 Ware. Gestern stellte sich in Zürich ' , . die österreichische Krone Geld auf. . . 3.68 (2.65 am 20. April^ die österreichische Krone Ware aui . . 2.75 (3,75 am 20. Apriü die österr. pestemvclte Krone Geld auf. 2.60 (2.60 am 20. April' die österr. gestempelte Krone Ware auf 3.-— (3.— am 80. Avril) die tschechische Krone auf.8.95 9.— am 20. Avril) die Mark auf. .925 0.10 am 20. April) Agram .3-30 (8.80 rm 20. Aprile Kraka«...3.80 380 am 20. April) Budapest > 2.4© (3,50 gm 20« April) Die Zeichrrrrngsfrist der Losanleihe nsnerlich verlSngert. Von. mehreren Landesregierungen wird mit der Be« gründung, daß die Verkeh rsschmiert gleiten, welche sich einer erfolgreichen Werbetätgkeit für die Losanleihe entgegenstellen, in der kurzen, noch zur Verfügung stehenden Zeichnungsfrist nicht überwunden werden können, eine Verlängerung der Zeichnungsfrist angeregt. In der Tat konnten in der verhältnismäßig kurzen Zeit bei den verschiedenen Korporationen und Kreditinstituten die zu fastenden Beschlüste über die Zeichnung' von Losanleihe noch nicht in die erforderliche statutarische Form gebracht werden;, nun gibt sich aber gerade in den letzten Tagen auf dem Lande allgemein und speziell bei den diversen Sparkassen, Genossenschaften und Gemeindeverwaltungen ein reges Interesse für die Losanleihe kund, dem entsprechende Zeit zur Verwirklichung geboten werden mutz. Gleichartige Wahrnehmungen bei den größeren Kapitalszentren und vielfache, .unmittelbar an dre Finanzverwaltung gerichtete Wünsche lasten daher eine nochmalige Erstreckung der Zeichnungsfrist geboten erscheinen, zumal sich auch im A u S l a n d ein sehr erfreuliches Intereste für unsere LoSanleihe zeigt, besten Befriedigung nicht abgeschnitten werden soll. ES ist daher eine weitere Erstreckung der Zeichnungsfrist küs in die zweite Hälfte Mai in Aussicht genommen; die nochmalige Verlängerung der SubskriptionSfrist erschien umso zweckmäßiger, als der Entwurf des Kriegsanleiheübernahmsgesetzes im Laufe dieser Woche an die Nationalversammlung geleitet werden soll unrein Zweifel besteht, daß weite Kreise deS Publikums mit ihrem Entschluß, sich an der Losanleihezeichnung in stärkerem Maße zu beteiligen, bis zum Bekanntwerden dieses Gesetzentwurfes zögern. Ueber diesen Termin hinaus ist eine Verlängerung jedoch nicht mehr möglich, da die Vorbereitungen für die schon am 1. September 1920 stattfindende erste Ziehung den Abschluß der Zeichnungen in diesem Zeitpunkt unbedingt erforderlich machen. Der Nstevrrmlauf um 327 Millionen gestiegen. Nach dem Ausweis der Oesterrüchisch-ungarischen Bank vom 7. d. M. ist der Notenumlauf um 327174 Millionen auf 61*34 MrNiarden gestiegen. Auf Oesterreich entfallen hievon 15*42 Milliarden. Handelsvachrichten aus der Tschecho-Slowakei. Prag, 21. April. (Privat.) Die Bermmer ÜEttiaf ZeinerrtfaLrik und Kaliwerke beschloß iu ihrer außerordentlichen Generalversammlung die Erhöhung des Aktienkapitals auf 10 Millionen Kronen. In der außerordentlichen Generalversammlung der Nestomttzer Zuckerraffirreri« wurde beschlossen, das Aktienkapital von 10 Millionen Kronen durch Ausgabe von 12.500 voll «ingezahlten Aktien zu je 400 Kronen Nennwert auf 15 Millionen Kronen zu erhöhe,!. Re. m Die elektrotechnisch« Fabrik «. Jantk mW G». wir« unter Beteiligung der Mährischen Agrar- und Jndustrialbank in Brünn in eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 5 Millionen Kronen nmgewandelt. Unter Mitwirkung der ^Bohemia-Bank wird die Erst« Prager Flaschenverschlützfabrik Rchak, Weber und Eo., G. m. b. H., Prag, in eine Aktiengesellschaft mit eiuew vorläufigen Kapital von 3 Millionen Kronen umgewandktt werden. Line chemisch - pharmazeutische Sektion wurde vom Zentraloerband der tschechoslowakischen Industriellen zum Schutze der Interessen/dieses Industriezweiges ins Leben gerufen. Sie wird in Unterausschüsse gegliedert sein und die Apotheker, deren Verband sich der Semorr ouzuglftberp gedenkt, werden durch Delegierte vertreten sein. Französisches Interesse an der polnischen Erdölerzengung. Eine französisch« Gesellschaft hat sich de« Großteil der polnischen Erdöl erzen stun a gesichert «nd wird « D a n z i g 11 Erdölbehölter mit einem yaffungSraum von st 125 Eisenbahnwagen bauen. Vom Juni dieses Jahres au beginne» die Lieferungen, die binnen zwei Jahren 22.000 Waggons ergebe» müssen. r ,_ Steueruni> GchührvteiHShnngerr itt England. WÄ London wird gemeldet: Schcchrninister Chambrrlai» führte in feiner Budgetrede aus, baß ohne Rücksicht auf die Höhe des GknkommeyS. die ersten 225 Pfund nur mit der Hä lft« des Einkömmensteuerfatzes belegt werben würben. Der Krtegssteuerzuschsag werde jedoch schon hei einer Gewinnhöhe von 2000 Pfund, statt wie ursprünglich beantragt 2500 Pfund, in Kraft treten. Die Zahlung der Einkommensteuer derselben Person an zwer Orten des britischen NeichtziH wird durch Steuerenthebungen vermieden werden. Die ersten 500 Pfund Einnahmen von Gesellschaften mit beschränkter Haftung werden von dem sonst gültige» Steuersatz von 8 Prozent befreit. Das Postkartenportv wird' von i/a Penny aus 1% Pence erhöht. Die Stempelgebühren hei übertragbaren Effekten, Wertpapieren und' Jnterim-EffektentttreS worden verdoppelt. Der Stempel auf Verficherungspülizzen wird von 1 Penny auf 6 Pen« erhöht. Empfangsbestätigungen und Bestätigungen über, erhaltene Aktienzerttsikate zahl«! fortan 2. Pence statt 1 Pestny Stempel. Harprne* Vevgbau-A-D. I» der heutigen außer« ordmtl'chen Generalversammlung der Harpener Vergbau-A.-G. wurde beschlossen, daS Grundkaprtal um 10 Millionen Mark auf 95 Millionen Mark durch Ausgabe von 10.000 Stück auf den Inhaber lautenden Vonugßakrien z« erhöhe». Diese Aktien sollen em dreifaches Stimmrecht haben. Dir Ausgabe wird mindeste»- zum Nennwert er folgen. Ferner wurde beschlossen, durch Ausgabe von 15.000 Stück Inhaber-Stammaktie» das Kapitol »m wmere 15 Millionen Mark a«f 110 Millionen Mark zu erhöhen. Wie der Vorsitzende mitteilte, ist die Kohlentörderung um «in Dr itte! zurückgegangen; die Gesellschaft mll versuchen, sie durch Erhöhung der Belegschaften und den Bau von ArSeilerwohnuuge« in die Höhe zu bringen. Wetters wurde mitgcteclt, daß eine Reche von Aktün sich noch in ausländischem Besitze bestnden müsse, da von den während des Krieges verteilten Dividend« 13 Mil« lione« Mark noch nicht abgehoben worden seien. Die finanzielle Lage Deutschlands. In der gestrigen Sitzung des ÄanShaltsausschrrsscS der Nationalvers amwinng in Berlrn gab ReichSfinanzmmistrr Dr. W i r t h auch Erklärungen über den NeichShaußlmltsplan für daS RechuungSiahr 1920. Derselbe werft eine Gesamtausgabe von rund 40 Milliarden Mmk auf. wozu noch ein Fehlbetrag von 12*9 Milliarde» Mark hwzulommt. Im Ordinarium stehe« de» lausend« Einnahmen in der Höbe von 25 Milliarden Mark fortlaufende und einmalige Ausgaben von 27*95 Milliarden Mark gegenüber, so daß ein D e s i z i t von 2'95 Mtlliardrn verbleibt. Da« erste «eidliche Mitglied au der Bvdapester Börse. Aus Budapest wird gemeldet: An der Budavrstrr Börse bewarb sich um die Aufnahme als Börfemitglled Fra« Stein, mit der das erste weibliche Börsrmrriltzlrcd an der Börse erscheinen wird. Valutenkurse. Bei lebhaften Umsätzen waren fremd« Zahlungsmittel im gestrigen freien Verkehr abermals höher gehalten. Es notierten *. L e i n o t e n K 4.09, Rubelnvte« K 3.14, Marknoten grün K 4.31. Lire L 11.80, Dollar 233.50, Schweizer Noten L 43.—-, P f« n d ll 910.—, tschechisch eNotenli 8.62. AuszadlungPrag L 3.45, A n L z a h l u n g B e r l i« L 4.03' und ungeste MpelteNoten 70.75V». BeVe 6 Wien. Donnersrag >1 ■ l ... ■■ l ■■ i. . ...... — ’ ■«■H«'"».' 9«l Lea« gegen Angara. Obwohl die Mannschasts- «fiKÜung gegen Ungarn erst am Montag euvlgt. gilt derzeit schon a!S ziemlich fixe Ausstellung felgende Mannschaft: Tor: Pacista (Simmering); Verteidigung: Popovich Amapme), B«er (Sportklub); Deckung: Kurz-(Amateu^e), Brandlletter (RaprdV Ntktsche (Rapid): N n g r i f f: Wirser (Rapid). Fischern (W. A. F.), Kuthan (Rapid). Dauer (Rapid), SBcu-bra? lRaprd). Die Futztallwettspiele des Sonntags. Am Sonntag ßnden folgende Meiste'sckiaftt spiele statt: W. A. 5K 33.nma, D. Ä. C.—Adruua. Hertha-Simmering. Wacker-Flondsdori, Sportklub—Rudolsähiigel, N'vid—Ammenrc. In der zwecken Klaffe spielen: Vorwärts—Ostmark, Germania-Doncnstadt, Hakoah—Ober-St. Beck, Bewegung - Sturm. Slovan-Cricker, vportfrermde-Blue Star, Oitakeing—Red Star. Jüdischer Turnverein Malrkabi, Wie» II. Die knrner welche am 9. Mai be m „L a g - B a o in e r -- F est" in tzer Hanpiallee 10 d»i der Mnstrrriegr am . Hochreck antreten. höben sich heute oder spätestens Samstag beim Platzleitrr zu «elden. __ GerichLssMl. Handel mit falschen SLaatsLUrgerschüstserklarunge«. Vordem Schwivgericht unter dem Vorsttze des Oberlandesgrrichtsrates Dr. E li r e n r e i ch hatten sich heute der 48jährige Kons'riprioaZcnr'tSkommiWr Friedrich K r e uz b e r g er wegen Ve> brechrns d iß MitzbraucheS der Amtsgewalt, der 84jährige Vrivatleamte Fridinand C z: ch, der 54j8hrigk Schneidermeister Szcrl Meller und der 72jährige Schneidermeister Chaskrl B o r v. fl c t it wegen Mitschuld an diesem.Derbrrchen zu vcrcmtworteu. In die Verteid'gnng teilten steh Doktor Leo Felsen. Dr. B c r n e ck, Dr. Billig und Doktor L a m p r l. Der Oiurkoutrollor im Konskriptionsamte Karl K r » p i t s ch entdeckte im Herbit v. I-, daß aus Grund falscher Eintragungen falsche H-::matscheinr und falsche StaatsbürgerschastZerttänlngm eusgestestt worden waren, und die Erhebungen ergaben, daß der Angellagie Kreuzberger nt zahlreichen Fällen, ohne Last dft gesetzlichen Vo'.auSsrtzungm vorgelegen waren und ohne Ermächtigung der zuständigen Mag'-stratssbletlnng die falschen Dokumente angefertkgt hatte. Weiter wurde festgestellt, daß die Bewerber um die falschen Ausweispapiere dem Kreuzberger durch die drei übrigen Angeklagten Czech, Melle^ «nd Bornsiem zugesöhrt worden waren. Die Beschuldigten waren gestern vollkommen geständig. Den Gewinn an dem uuerlanbtcn Handel la' cn ste geteilt. Aus Grrrnd des WahrspruchcS der Geschwornen verurteilte' d« Gerichtshof den Angeklagten Ferdinand Czech zu einem Jahre, Friedrich Kreuzberger, Sznterl Melker «nd Chasfrl R »r n st e i n - zu je sechs Monate« s ch w t r e n Ä r r k e r k. Der Sohn des KompomfLerr Theodor Streicher. Mit der iittcreiianlcn Frage, ob der u n e h e lii ch e Pater verpffichlet ist, über Wunsch und Neigung semrs unrhelichrn SohneS diesem das Hochschulstudium zu ermöglichen, batte sich-vor einrgrr Zc,k Las Bezirksgericht Landstraße n«d gestern daö ZivillandcLals Berusungsgerichl zu besaßen. Der 22s5hrtge Student der Wiener Univerfilät Theodor S p a. 11 i klagt feinm uneherichen Vater, den Komponisten Theodor Streicher, auf UnterhaltSleistrmg von K 600.— msnatl'.ch bis zrrr Erlangmrg seiner Seldsterhaltungsiahlgkeit. das ist. bis er feine Hochschulstudien absolviert haben werde. Sem Bater^sei cm mehrfacher M i!! i o n ä r und daher verpstichtet, >hm das Hockschukstudmm zu gewähren. Der Richter hat den Beklagten s ch u l d t n erkannt, fernem unehelichen Sohn durch vrerJahr? nwnailiÄ 8i150.— zu bezahlen. Dn Berusungsrichtrr regte e:uru Bergleich der Parteien cm. Im Snrne des von ihm gernachlen Borichlrges einigten sich die Streittüle dahin, daß der Beklagte sich zu einer ur o n a 1 l r ch e n Rente von 2 5 0.— an dm Kläger durch vier Jahre verpflichtet. Die JrrdengemeiAde von i Vojkowitz. Bon Dojta Aakous. dem Tschechischen übersetzt von Gmil EaudeK. , (10. Fortsetzung.^ ■ Zwi-chen den Voskowitzern und den „Auswärtigen" herrschte zwar noch immer die alte Feindschaft, -aber in der letzten Zeit \mx schlecht und recht ein, Waffensttttstanb zwischen den beid-rn Lämpfslöbsn Lagern «eingeircterr. Tie Vsjkowitzir haiirn mit ihvem eigenen Elend genug zu tun. Bis Mendl eines schönen Tages' eine gerichtliche V irladung aus' .KöniZgräß erhielt. „Sie geben nnci, immer leine Ruhe", sagte Mendl„ l-est einsornnru und srchr nach Kötüggrätz. Er fuhr an sonnigen Frühlingsmorgen tzerund und guier Dinge fort und kehrte am Abend uiedergesihmetberc, an'Geist und Leib gebrochen, zurück. Er war nicht znm Er^rmen und nur schwer und nnzusammenhängmld ersnhrcn Pie bestürzten Hausangehörigen. tvas sich in Königgrätz ereignet hatte. Die Herren von der Obrigkeit hatten ihn dort kurzerhand wissen lassen, dast hart um den Vojkvwiher Friedhof -herum ber'ilZ eine iolche Menge von Häusern auf- 'geschos'eu s-n und daß ^überdies der Friedhof bald überfüllt lein werde und daß daher Gründe gemlg vorhanden seien, um den Friedhof aus sanitären Gründen io schnell als möglich auszulassen. Die Bojkowi^er hätten sich schon verpflichtet, innerhalb von dpci Monaten einen neuen Friedhof zu errichten in ihre jVertvaltnng zu übernehmen. Wer innerhalb der nächsten drei Monate sterben w^rde, solle noch auf dem alten Friedhof begraben werden, nach Ablauf dieser Frist werde n'.an all- Leichenbegängnisse ans dem v?nen. Frieds, obhalten müsstri. Mendl war halb ohnmächtig Nach Hause gefahren.! Dies war mer letzte, aber wohlgezvelte Faustschlag der Dojkotvitzer. Wenn sie den Auswärtigen den Friedhof nehmen — so haben sie ihnen alles genommen. Die ganze Arbeit Mendls, die fieberhafte Tätigkeit von -zehn Jahren^ war vernichtet. Er wird nicht neben seinen Knaben begraben werden und sie werden auf dem aufgelassenen Friedhof in Ewigkeit allein schlafen. Die alten, längst vernarbten Wmwen brachen wieder auf. Wieder sah er hie Leichen seiner Kinder, in weißes Linnen gehüllt, auf dem Fußboden liegen, und in sein glühendes Gehirn fraß sich sein« einzige Sehnsucht: Sterben, sterben, .damit ex noch auf dem alten Friedhof begraben, werdest könne, und seine fahlen Lippen lispelten während der ganzen Fahrt: Sterben, Sterben! In der Nacht nach Meubls Rückkehr tat in seinem Hause niemand ein Auge All, Mendl mußte sofort das Lager-aufsuchen und es dauerte nicht lange, daß er in Betvußtlosigkeit fiel und niemanden, mehr kannte. Zeitlich früh,, noch in der Dunkelheit,-rasten schon Mendls Pferde nach Königgrätz um den Arzt. Aber er kam zu spät. Als der Wagen auf den Hof gerattert kam, betete schon die ganze Chewre um Mendls Sterbebett. Und als sich der Arzt durch, den Haufen der Betenden den Weg gebahnt hatte, war der Sponryschler Hahn, welchem erbsengroße Tränen über die Wangen rannen, schon damit beschäftigt, dem Mendl ein Flaumfedxrchen üntet die Nase.)»'legen»' 'H.äs Federchen regte sich, nicht... i „SchlaLanfa'll. . nickte der Arzt. ' Mendl hatte sich vergebens einest' Teil ftinrs Lebens der Chewre gewidmet. Für seine Arbeit empfing er seinen Lohn und das Zirl seines Lebens war erreicht. Als man den Sarg ins Grab hinunterließ, da sahen jene, welche-nähev .beim Grab standen, dqß sein Sarg sich eng an den Sarg seines älteren iKnaben Umlegt«.'! Mendls Grab war bas letzte, welches Jsaaeek '.ruf dem alten Vojbowitzer Friedhof gegraben hatte. Drei Monate später weihten die Vojkowitzer unter großem Geprärrge den neuen Friedhof ein, welcher auf halbem Wege zwischen Vojkowitz und Kozojed gelegen ist. Und die Chewre? Der Zankcchfel der langjährigen Kämpfe war verschwunden — ber alte Friedhof — die Auswärtigen verloren den Kopf und gerieten kiwz daraus, wie eine führerlose Herde wieder imfee die Botmäßigkeit der Vojkowitzer. Es ging die Schule in Kozojed du,', es verschwand der Tempel — der eheiualige Bocher tvürde ein rechter Bauer und erfolgreicher Geschäftmann — und VojLowitz, diese alte Judengenreinde, gewann wieder den alten Glanz. Die gegenseitigen Gehässigkeiten und Anrempelungen zwischen den Vojkolvitzern und den Auswärtigen dauerten zwar weiter, aber zu einem ausgesprochenen UrlabhäNgigLeitskarnpf kam es nicht mehr. Auf dem neuen Friedhof schlafen einträchtig und versöhnt alle jene, welche damals in hartnäckigster Fehde gegeneinander gestanden waren. Es ruht hier, auch Mndls Frau, welche hochbejahrt gestorben War,- nachdem sie eim ganze Schar.von Enkeln erzogen, es ruht hier der Tobengräber Jfaacek in der nächsten Nachbarschaft, der dretz' «Ancicky und verträgt sich mit ihnen recht gut. Wenn aber Jsaacek heute aufstünde, wie entsetzt wäre er, wenn ex den alten Friedhof, seine frühere .Wohnstätte, in seinem jetzigen. Zustand' erbkickie. Die Umfriedungsmauer und das Häuschen liegen in Trümmer», den ganzen Friedhof bedeckt ein unabsehbares Meek üppigsten, nie abgemähten Grases, Gräber und.Grabsteine finken immer tiefer in die Erbe und von den Lebenden weH wähl' kaum einer noch, daß auf der Stellie^, wielche w.m vermoderten^, im hohen Grase' verborgenen Gitter umfriedet ist, neuen.seinen zwei Knaben der erste und letzte Lhewre-Gabe aus den Reihen der „Uuswäriigen" seine letzte Mhe hält. / E'« h k.

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