Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 443 (16.4.1920)
- Date
- 1920-04-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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$vtl# 80 ffller kfchrcho-Slowokei: Einzel« 44 Heller i. tsch.M Pränmnerationspreise: Viru: Zum AbOvsen in der Hpeditkon» L Bezirk, Tabor- »raste 1 bis 3, oder in einer Berschleißstell« (Trafik,: Monatlich . . Kronen «<».— vierteljährkich „ CO.— Kit Posiversand sür Wien und Oesterreich: Monatlich .. Keoiten &0.- Tichecho-Slowakei: Monatlich .. Kronen V.~ viörteljLdrltch 31.- «tschccho.slowatischer'Währu»g Ungarn: Monatlich . . Krone» 20.-' vierteltiryrlich ,» 60,— Monatlich.. Kronen 12.- ^ierteljährlich „ rra.— «jngojlawisther WLtzrung irtif 30 $«ltir Tschecho-Slerv/r^ei: Einzeln 44 Heller t. tsch. Wä Prännmeralionspreff«! Pelm: l Monatlich. . Mark «M Btertelsirktrlich in volnischrr WShnmg, Deutschland: Monatlich . . . Mark 6.» ^eankreich: Monatlich . . Frank? 6. .. Mali«,: L» Monatlich .... Sire Lchwekz: Monatlich. . . FrankS 9. Redaktion u. Admknittratir Wieu.S. Bez.-Taborftr.!- Telephone: Admtntstrationt 440!»-.. Redaktion ab 6 Uhr adeudS Nr. 1630{ Pofttparkaffenkonto tJKMMf Nr. 443 Wien, Freitag, de« 16. April 1920 2. Jahrgang Paris, 15. April. In seiner Rede bei der zweiten Lesung der Gesetzesvorlage, betreffend die Ratifizierung der FriedensvertrSze mit Oesterreich» erklärte Asqmth, den Vertrag mit Ossterretch könne er nicht billigen. Die Schaffung neuer Staaten auf dem Bsdsn der österreichisch-ungarischen Monarchie stelle eine Art Balkanisierung dieses Teiles von Guropad ar. Asqnith tadelte auch die Oesterreich von der WeparMonskommissiou «mferlegten Lasten und erAarte, dieser Teil des Vertrages sollts residiert werden. Lord Robert C e ei l betonte, die Zuteilung Sridtirols an Italien sowie die Eins ch r 8 n st u n g O e st e r r e i ch s auf ein G e d i e i, deffen Berwa 54« n g fast unmöglich war e, seien nach seiner Ansicht Bsstimmunsen, die Oesterreich nur in die Arme Deutsch lands treiben können. Er tadelte ferner, daß die von Oesterreich zu zahlende.Wiedergutmachungssmnme nicht ebenso festgestellt worden sei, wie im SulZarischen Vertrage. Schließlich verlangte Eeeil, die Miierten sollten dafür Sorge tragen, daß die wirtschaftlichen Schranken zwischen den einzelnen Sukzesfionsstaaten fallen. jl & $ -pwywijim.- ytiüß ELÄ. .Paris, -.15. April. (Havas.) Nach, einer . MeldvKg der >.TiMes" aus . . , nsta f a K e m a 1 P a s ch a znm GrotzMesir der neuert NeKierm;K in ANaLsUeu MWLrrrserr. Zum MMier^' für mrsN-LrLrge Me h'M e-d N rr st e M-/ ernannL ' -Wsrderr. Der S ch ei ch. -M-rr? t i ■ Würde Scheich M FsLam Md Ferid Pascha Mm, Minister des .Zmrern ernannt. Mustafa Ke mal Pascha selbst Mermmmt Las KriegsmmifterirLM. ' '. 'Rach einer'WeLdANA. der^ „MsrnLnZPsst" foLen' die Volfcherviken ein. ÄhkDMMerr mit Mustafa Kemal'Pascha getroffen haben. Einer anderen 1 ^1*4 osA Angriff gegen Batnm un- P a r i s, 15. April. .(Hcrvas.) Rach vorliegen-en Meldungen ans KonstanLinopel Wurde'.Gene'raL.MaM.V i Pascha, gewesener KoMMmrdanL in Augora, zum KoMManLanLem der-SLreiLkrMe ernannt, die die nativuaListische VeWegXW bekämpfen sMen mit dem Ausland in Pole«. B e r l i n. 18. April. (Korr.-Bur.) Wir die Blatter aus D a n z i g melden, gibt das p o l n i s ch e E i s e u b a h nw i n i st e r ium folgendes bekannt: Am die Abstempelung der Kronenbanknvten in Polen dnrchznführen, wird für die Zeit von Mitternacht vom 18. auf den 17. April bis Mitternacht vom 26. auf den 27. April der gesamte Personen- und Güterverkehr zwischen Polen u n d d e m A u s l a n d e vollständig gesperrt. Dabei gelten die Abstimmungsgebiete als Ausland. Ende des Generalstreiks i« Irland. London, 15. April. (Korr.-Bur.) Einer Vteldpng des Reuterschen Bureaus aus ^Dub r i n zufolge wurde der allgemeine Ansstand für beendet erklärt. Nitti für die Aufnahme und Oesterreichs den Völkerbund. Basel, 15. Aprll. (Tel.-Komp.) Die Presseinformation meldet aus Rom: Minislerprastdent Nitti wird «inen Antrag bei der FriedensKonferenz in San Remo nachdrücklichst unterstiitzLN, der au? eine 2lufnahmv Deutschlands und Oesterreichs in ÄZü Völkerbund hinausläuft. Vieler ErUfchluß Nittis ist auf das günstige Ergebnis der Konferenz mit d :m Staatskanzler Doktor Renner und auf die jüngsten eigenmächtigerr Schritte Frankreichs zurückzuführen. Hie ALriafeftge. ' - Belgrad, .13. Ap^il. Der „TriLuna" reitet die Deglernng Material zum Entwurf drs Einvernehmens in der Adria-Frage für die Konferenz in San Remo vor. Endgültige Befchlüsj^ sind noch nicht erfolgt, da die Erkrankung des P r i n z r e g e n t e n und Pas i c es umnöglich machten, im Min Zierrate über die Einzelheiten, des Problems zu verhandeln.. Kehraus in Prag. —y. Sic«, 16. April. Die Nationalversammlung der tschecho-slowakrschen Republik hat ihre Aufgabe vollendet. In den großen Schwierigkeiten, mit -denen das aus einer 600jährigenj Schicksalsgmeinschast sich losende Volk zu kämpfen hattet sollte die Nationalversammlung den Kern bilden, um? den sich alle politisch und organisatorisch positiv wirkender^ Kräfte konzentrierten. In den sturmvollen Tagen deZi Umsturzes, der mit dem Oktober-Manifest des Kaisers! Karl beganü, war naturgemäß an die Vornahme von: Wahlen nicht zu denken. Die tschechischen. ReichsratK-- fraktionen, die nach dem Wortlaut des Manifestes dr^ Autonomisierung ihres Gebietes durchführen sollten^ fungierten sofort als Kristallisationspunkt und schritte»^ gestützt auf eine präzis funktionierende Organisation^ des Volkes, zur Aufbauarbeit. Die Parteien kamen.über««' ein, durch Kooptierungen eine Nationalversümmlungt zu bilden, die dem Willen des Volkes entsprechend M« staatliche Einrichtung wenigstens in den Grundlagen be-i stimmen sollte. Die Nationalversammlung, aus dep' gegen Sinn und Vernunft die Deutschen serngehalteni wurden, ist aber durch die Art ihrer Zusammensetzung von vornherein ohne Autorität im Volke geblieben unP ihre legislatorische Arbeit konnte auch dadurch nicht de« hohen idealen Schwung erhalten, der sonst die Tätigkeft - junger Parlamente beseelt. Im Gegenteil: die National Versammlung war sehr bald ein getreues Abbild bell alten österreichischen Reichsvextretung und die fiestW nationalen -Risse Zwischen Tschechen' und Wlowai^tzhiff- Disferepzen zwischen Agrariern und Städtern, trateffs sehr bald und brennend in der Prager Landstube iÄ die. Erscheinung. Die Verfassung, die das Werk deH Parlaments, krönen sollte, ist trotz ihrer unleugbar««? Vorzüge angekränkelt von dem imperialistischen Streh«^ eine tschecho-slöwakische nationale Individualität zu-kov-i struieren irnö ' sie als Staatsvolk zu erklären,, neben desst politisch betrachtet, alle andersnationalen Elemente Bürger Zweiter Kategorie wären. Liegt schon hi« let Keim zu sehr verhängnisvollen Zusammenstößen tetj einzelnen Nationen, so konnte die Nationalversammlung auch sozial und außenpolitisch nicht die ruhige Ent-, Wicklung des Staates sichern, der deutlich aus zwei ver^' schiedenartig sich orientierenden Wirtschastsgebieteu! besteht und in seiner Tätigkeit die aufeinanderftoßendeg wirtschaftlichen Einflüsse Deutschlands, deS Ostens und des Südens berücksichtigen mutz und eigentlich keine freie!. äußere Politik betreiben kann. Die Tschecho-Slowakei ist ein Exponent der radikalen französischen Richtung geworden. Sie ist in ihrentz Verhältnis zu Polen mit außerordentlich großem schen Ungeschick vorgegangen und die Fehler dies«? Annexionspolitik wurden von der Nationalversammlung? ' gutgehcißen. Die Beziehungen zu Oesterreich haben sich ein wenig gebessert, aber, nur dank der klugen und geschickten Stellungnahme des Herrn Tusar. Trotzdem aher ist auch hier keine Klarheit geschaffen worden und die Nationalversammlung hat . stets, wenn von Oesterrych die Rede war. ihrem Haß gegen Wien freien Lauf gelassen. Dadurch sind die beiden Länder, die so sehr aufeinander angewiesen sind und in ihren gegenseifigen: Beziehungen einander wirkungsvoll hätten ergänzen können, in eine gewisse Entfremdung hineingeraten und die Grenzschikanen spielen, eine über Gebühr große Rolle in dem Verkehr. In der sozialen Gesetzgebung ist die Nationalversammlung zu stark von dem Bauerntum and dem imperialistischen Bürgertum beherrscht gewesen und die Angst vor dem Bolschewismus hat sie sogar dazu verleitet, die eigene Geschichte zu vergessen und mit Staatsanwalt und Kerker zu arbeiten. Am Sonntag werden die Wahlen zur neuen Nationalversammlung stattfinden. Die vielen Nationen und härteren werden sich zum ersten Male in der offenen Wahlschlacht messen und der Ausfall der Wahlen wird nicht nur für die Tschecho-Slowakei, sondern auch für ihr« Nachbarstaaten, insbesondere fiir Oesterreich, von. großer Bedeutung sein. Es wird sich darum handeln, ob das kommende tschechische Parlament die Politik des Nationalismus sortführen wird, die letzten Eudes zur völligen Isolierung führt, oderob sie getreu, den Prinzipien des Selbstbesti'.nmungsrechtes der Völker dem Ziel znstreben will, das ihr Präsident Masaryk mit der Parole gewiesen hat. eine zweite Schweiz zu werden, den Wahlkampf ^grLilerr..diesmal auch die. iuuaeu tüdischuationalen Or>.