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Wiener Morgenzeitung · 1920-04-14 · Heft 441 (14.4.1920) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 441 (14.4.1920)
Date
1920-04-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Nrel« SO Hrüer Lschecho-Slowakef: Einzeln 44 Heller i. ych. W. Pranumerationspreise: Wien: Zum Abkiolen in der Expedition, L Be^rk. Tabor- Kratze I bi» 3. oder in einer SerfiWeififteflc (Trafik,: Monatlich. . Kronen St».— Vierteljährlich «»- Mit Postversand für.W' iI «Nd . Oesterreich: Monatlich ... Kronen 20.— Tichecho-Slowakei: Monatlich .. Kronen V.— Vierteljährlich »,- 21 — In tschrcho-slowakischcr Währung Ungarn: ,:i Monatlich .. Kronen 20.- Vierteljäyrlich 00.— bt ungarischer Währung Jugoslawien: Monatlich! .. Kronen 12.— »ierteljöchrlich ., oo.- i» jngchlawischer Währung teuer Prrls 80 Heller Tschecho-Slowakei: Einzeln 44 Heller i. tsch. W. Pränumerationsprelser Volk« Monatlich .. Krone» : Bterreljithrlich ,« »Oh in volaischer Wahrung «J Italien: \ Monatlich . . . . MonatlichE^KavW ».-] Redaktion n.Admi» Wteu.2.Beg..rad inistratio» orstr.1-, Telephone: Adminiftratto» 440 Redaktion 40810. ad 0 Uhr abend» 9Ür. 16801 Postsparkaffenkonto 150.0K Nr. 441 Wien, Mittwoch, den 14. April 1920 2. Jahrgang Der engU$(l)-Danz$$i$cbe Konflikt beigelegt. Die Besetzung wird aufgehoben. P tt'ti s, 13. April. (Havas.) Der englische Botschafter L o r Ä Der v y hat gestern dem Ministerpräsidenten M i l l e r a n d die Antwort ans die ihnr tags vorher zugekommene französische Note übermitteLt. Er las MMeranÄ die ihm soeben von seiner Negierung zugegangenen Weisungen sowie verschiedene Punkte vor, wegen deren er beaustragt sei, vom MinisterprWdeüLen A n fs ch l u ß zu verlangen. Millerand gab ihm sogleich mündlich befriedigende Auskünfte. Er versicherte Lord Derby, datz dieRLuwung der j ü n g st a u f b e mrechten Rheinuser besetzten Städte voLlständig und ans einmal erfolgen werde und legte die NM^tände dar, unter denen Frankreich einschritt. Was die von der deutschen Delegation angesnchte BerMngernng '- des Abkommens betrifft, das mit dem Itt. d. M. abläuft, bis Zu welchem IeiL- Pvnkt von Deutschland die Besetzung dei: neutralen Zom verlangt war, so werde das Begehren der alliierten MiLitärkonLroLkoMrmMon Gegenstand der BrschlntzfaffUM^Est-deMKonMMMber.^gieMrMhäupW^M^D..<BG-NENU. Tilden Auch B o n a v L a w hat gestern nachmAttags ikr MLeMarrs^efriedigend? Erklärungen über die englisch-französische diplomatische Lage abgegeben und abends den Zwischenfall für e r l e d i g t erklärt. Heftige Kämpfe an der polnisch- - russischen Front. Generalangriff der Bolschewiken. Warschau, 13. April. (Funkspruch.) Die Heftigkeit der Kämpfe in Podolren nimmt zu. Starke Angriffe der Bolschewiken wurden durch rnergische Gegenangriffe zum Scheitern gebracht. In der Pole sie hat der Feind während der Nacht seine erbitterten Angriffe auf die Frontlinie S z a e i l k i- Kachoa mit zahlreichen Maschinengewehren und Trommelfeuer wieder aufgenommen. Südlich der Eisenbahnlinie von Kalenkovice nach Hömel versuchten die Bolschewiken unsere Stellungen durch konzentrisches Artilleriefeuer zu durchbrechen. Sämtliche Angriffe der Roten Truppen in der Polesie Werden durch ungewöhnliche Heftigkeit charakterisiert. In der Gegend von S z a c r l k i und S t r a e wirft der Feind kompakte Masten voir^Jnfanterie in den Kampf. Trotzdem vermochten unsere Truppen ihre Stellungen Überall zu halten. _ Generalstreik tu Irland? l Arn st e rd a m April. Nach einer Meldung des „Tr!. .*f" ans London ist in Irland der Generalstreik erklärt worden als Protest gegen die Behandlung der politischen Gefangenen durch die Engländer. Ausgenommen vom Streik sind die lebenswichtigen Betriebe. Matter fordert Standgerichte. . Berlin, 13. April. Wie der „Vorwärts" meldet, ist General Matter in Berlin zu einer Unterredung mit dem Reichswehrminister eingetroffen. Die Unterredung hat den Zweck, die Ermächtigung zum weiteren Vormarsch in das Industriegebiet und die Wiedereinsetzung von Standgerichten z« erwirken. _ Gegen die Loslösung Bayerns. München» 13. April. Die mchrhü ssozialistische Fralton brachte in der heutigen Stadlraissitzung eine Iuttr?cllamui gegen alle Bestrebungen ein, welche aui mtc L»8- Mnng BiwernZ vom Wcrfie bin.iictcu. Das Ergebnis dsr BerhKKdlUNgLN inMsM. R o m, 12. April. Die Verhandlungen in Rom lasten sich in ihrem Ergebnis wie folgt zusammenfasten: 1. Die italienische Regierung hat 20.000 Tonnen Mehl und Getreide als Vorschuß auf die amerikanischen Getreidelieferungen bewilligt. Eventuell werden je nach der Abfahrt der Transportschiffe von Amerika noch weitere M e n g e n als Vorschuß in Aussicht gestellt. 2. Die italienische Regierung hat erklärt, daß sie ein Kompensationsamt für Forderungen und Schulden zwischen österreichischen und italienischen Staatsbürgern, das als Einigungsamt gelten soll, zu errichten beabsichtige.. Für den Saldo werden mehrjährige Zahlungsfristen vereinbart werden. 3. Die italienische Regierung hat sich bereit erklärt, die im Friedensvertrage den italienischen Staatsangehörigen einseitig gesicherten juristischen und kommerziellen H a n d e l s v e r t r a g s r e ch t e provisorisch auch österreichischen Staatsbürgern einzuräumen. Es werden also spätestens nach Inkrafttreten des Friedensvertrages österreichische Kaufleute und Handelsreisende Italien wie in der Vorkriegszeit bereisen können, es wird der freie Warentransit sichergestellt sein usw. 4. Die italienische Regierung beabsichtigt, die Predilbahn so schnell als möglich auszubauen. Die österreichische Regierung hat sich bereit erklärt, die bezüglichen Pläne zu übermitteln. 5. Bezüglich des Eisenbahn Personals der abgetretenen Gebiete wurden Vereinbarungen getroffen, durch die die Jntereffen dieser Personen sichergestellt werden. 6. Es wurden Vereinbarungen über die Beschaffung amerikanischer oder englischer Kohle für den österreichisch-italienischen Bahnverkehr getroffen, wonach die italienische Regierung gegen Zuschlagstarife für die Beschaffung der notwendigen Kohle Vorsorge treffen wird. 7. Für den österreichischen Güter- und Personenverkehr im Tr re st er Hasen sind Erleichterungen getroffen worden. Der mm deutsche Außenminister. Berlin, 13. April (Del. Komp? Dc, n c u c R e i ch sni > n i st e r des A i, s >v ä r l i g e u Dr. Köster hat beute nn'ta.vä sein Amt iinnctvctcu. Palästina. —y. W i e tt, 14. April. Aus einer Note der amerikanischen Regierung hat man vor kurzem die ersten authentischen Informationen über die Pläne der Entente betreffs der Türkei erhalten. Danach sollte die Südgrenze der Türkei nach ethnographischen Grundsätzen gezogen werden. Die Der. waltung Konstantinopels soll im Einvernehmen mit Rußland geregelt werden, dessen Regierung jedoch vor» her allgemein anerkannt sein muß. Ostthrazien soll mit, Adrianopel, Kirkkilissa und Umgebung an Bulgarien fallen, was also einer Neuaufnahme der int Frieden non. San Stefano zuerst sestgelegteü Linie Enos—Mi Via gleichkommt. Armenien wird frei und erhält einen Ausgang zum Meer sowie Trapezunt als Hauptstadt. Die nichttürkischen Gebiete Mesopotamien, Arabien, Syrien, Palästina und die Inseln werden an die Alliierten abgetreten. Dys zukünftige Schicksal dieser Gebiete ist also noch unbestimmt und soll, in einem späteren Termin entschieden werden. Diese Ungewißheit, eine Folge der in der Entente herrschenden Zerfahrenheit und Ünklar» heit über die nächsten Ziele, führt zu den schwersten Konsequenzen. In Vorderasien ist vom Schwarzen Meer bis an den Tigris ein allgemeiner.'Krieg'entbrtMt,'- der-• mit der ganzen Wildheit orientalischer Rassenkämpfe ansgefochten wird und einen Zustand geschaffen hat, -der ein längeres Hrnäuszögern dieses Rattenkönigs-. von Fragen-nicht mehr duldet.'- ..: ' •' *:: : 'V " i - ■ Am; heikelsten^ und d. »mit. am-; schwersten zu löM' das: MnznHeten estropäischev '.Etfersüchteleien bis - 'zürn-«' - offenen Blütvergießen' g'eWhen^ist. M -Jerusalem,' -dem - Zentralpunkt aller jüdischest Kölonisationsarbeit-'tft 'es zu schweren Zusammenstößen gekoumten/ riber- Ktzl üur spärliche Nachrichten voviie'gen, die aber nach Len-be-- kannten' AntezedenUM.ttnschwer zu« beurteilen sind^ Das. arabische^ Volk' rst.'WH^ug''aüf Mn -zukü-nstr6eKE.'stüat>-' ' liches Leben dreigeteilt und jederTeil'' beruft' sich. auf j andere geheime Wersprechüngen irgendeiner europäischen:' Macht.. Die syrischen-Araber haben in Damäsküs-7 auf'' einem von der nächsten Umgebung' des Emirs - Fäisu!; zusamniengesetzten. Kongreß diesen zuni KöiNg. ausge- ' rufen. Gleichzeitiß hat. sich. Hussein in' Mesopotamien i zum König proklamiert, und die Mekka-, und Me-dinä-.. stäntme halten ebenfalls an. dem Prinzip fest,'^ dizß'.. ihrem Scheik Jdris die Herrschaft über' die.' Araber ge-' bührt. Die libanesischen Araber endlich wollen von.'all! dem nichts wissen.und stellen fich unter das -Protektorat , Frankreichs. Nun' gibt es ein englisch-französisches Abkommen aus dem Jahre 1,915; den Sykes-Picot-Pertrag, der Syrien als französische. Mesopotamien und Palästina als englische Interessensphäre erklärt und bezüglich, Palästinas die Berücksichtigung der jüdischen Ansprüche. festlegt. Dieser durch die militärische Lage diktierte'Pertrag war wenig mehr als' ein Okkupattonsüberein- . kommen und mußte'später politischbefestigt werden. Dies geschah durch die. Balfoursche Deklaration vom November 1916, die zum ersten Male das Anrecht der jüdischen Mation auf. geschlossene Siedlung in Palästina anerkannte. In der Folge ist man über diese Kotrstatierung nicht hinaysgekommen, wenn auch die britischen Militärbehörden in Palästina nach vielem Schwanken sich schließlich dazu bereit fanden, die jüdischen Wünsche, soweit dies unter den desolaten Kriegsverhältnissen möglich war, zu erfüllen. Trotzdem ist die Lage ungeklärt geblieben, und die arabische Agitation, die sich mit ' europäischenl Geld speziell der christlichen Elemente' bemächtigte, ist zur Gewaltanwendung übergegangen, um auf diese dem europäischen Muster abgeguckte Weise ihre Rechte zu dokumentieren. Nun ist über eine grundlegende Frage kern Zweifel möglich. Das jüdische Volk hat ein Recht auf Palästina und braucht Palästina zu seiner eigenen Regeneration. Ein Aufgeben dieses. Postulats ist ausgeschlossen, wenn sich das jüdische Volk nicht-selbst-aufg?ben will. Wenn nun die Sache so ' liegen sollte, daß die Araber aus Palästina vertrieben werden sollen, so wäre es begreiflich, daß sie sich mit allen Mitteln zur Wehr setzen. Aber das ist eben nicht der Fall. Niemand unter den Juden denkt daran, die erworbener: Rechte ' der Araber zu kränker:. Wir -wissen aus unserer Geschichte zu genau Bescheid mit derartigen Vergewaltigrmgen der freien Selbstbesiiurmnng und wir sind zu lange Sklaven gewesen, als daß vo.. jüdischer Seite aus Entrechtung e: -?,t würde

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