Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 438 (11.4.1920)
- Date
- 1920-04-11
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Gr«sele*e«-lavr > f Nrrla Heller Uschecho-Slolvakei: Einzeln 44 Heller i. tsch. W. primumeratiouspreise: Sleur Aum Abholea in der tztzedltian, 8. Bezirk, Lavor, mnc 1 6(8 3, oder in einer Serschkrißstette,Trafik): «»»atlich . . lrtoüen «<».- Üterteltahrlich «o - ftit Postrersand kür Wim «nd Oesterreich: Rauatltch .. Krone« 20.- Tichecho-Slowakei: «onatlich . . fronen V.— Sie-ttWkrrlich „ ‘2t.- K Ischrcho-slowakischcrWiihnmg Ungarn: Nopatttch .. Krone« SS.— vierteljährlich „ 60.— in «agarischer WSH Augoslawlcn: Ukonntlich .. Kronen IS.— Viertel jährlich „ :t«»— itt jngoilawischer Wahrnng Nr. 438 JJret* SO gellrr Tschecho slowakei: Einzeln 44 Heller i. tfch. W Prannmerattonopeeis« Bolen: Monatlich ... Kronen Vierteljährlich „ ' in volnischer Wähnmß Deutschland: Monatlich ... Mar» 8*~>' Frankreich: . Monatlich .. . AraniA Monatlich . .Lire 0.-4 Monatlich?^H'ra»kS S.^!ltedaktiv!«tt.Admittistratio»r Wicri.S. Be5.,Tahorpr^.-N Lekephvl:« Administration 440 ". Siedaktiou ad 0 Uhr nbcttds Nr.kV30L Postsparkasscnkovto tSO.C** \ 'JOB 2. Jahrgang Jüdische Frauen und Männer! Erscheinet heute um 10 Uhr vormittags zu der Prolestversammlung gegen den Pogromantisemitismus in Ungarn. Die Versammlung findet im Wiener Komodienhans (v. Bez., Nutzdorferstratze 4-S) statt. Sprechen werden die Herren Oberrabbiner Dr. Ehajes, Gemeinderat Dr. PlafchLes and Dr. Schalit. Pnpist Ä ÄprT ($<»<&;)','.ge$<w der britischen Raieruna witgetellte« Äste betont die französische ReZrerrmg zunächst, datz ihre Lohatttat keinem Zweifel unterliecen könne. Die französische Äegierun habe sich, stets g e g eit bas E in rückre « von deutschen? Truptzenverftärkungen in das Ruhrgebiet erklärt und daber hervorge obendatz erne Erlaubnis hierzu i n f e d em Faii e die militärische Besetzung Frankfurts und Darrnstadts zur Voraussetzung Habe r müßte. Die Note erinnert andererseits daran, daß es sich gegenwärtig -um dieVerletzung einer der feiet:« lichsttn Bestimmungen des Vertrages handle.Weder bezüglich der Wiedergutmachung der Schäden noch bezüglich der Auslieferung der Schuldigen noch bezüglich - der Kohle noch-bezüglich der Abrüstung der Landstreitkräfte hätten die Verbündeten die durch den Vertrag von Versailles festgesetzten Genugtuungen -erlangt. Habe die britische Regierung die Gefahr dieser aufeinanderfolgenden und s y ft e m a t i s ch e n Verletzungen wohl ermessen? In welchem ‘ WffMn" AMWMeL-- ^ugesländnisfe rnnehalten zu müssen? Frankreich fei aus jeden Fall heule verpflichtet, Zu sagen: E s ist.genüg! Frankreich wolle dies übrigens nur mit allen feinen Verbündeten sagen. Die französische Regierung sei ebenso wie die englische Regierung von?der grundlMWn Notwendigkeit überzeugt, die E i n i g K e 11v ö e r Berbün d.e t e n zur Durchführung des Vertrages. mit Deutschland aufrechtzuerhalten. Dieses. innige Einvernehmen Frankreichs und Englands scheine ihr auch unerläßlich zur billigen L ö s u n g der u m f a n^g r e i ch e n Probleme, die sich g egenw artig in d er Welt bieten, in Rußland und auf dem Balkan ebensowohl wie in Kl e ina sien und in d e r is lamitisch en Welt. » Die Note , schließt mit der Versicherung, daß die französische Regierung sich unter Vorbehalt dieser Erwägungen durchaus geneigt erklärt, sich, bevor sie handle, der Zustimmung ihrer . Verbündeten in allen durch die Durchführung des Vertrages aufs Tapet gebrachten interalliierten Fragen zu versichern. B e r f i ri, 10. April. Die „Frep' eit" meldet, daß General von L ü t t w i tz und Oberst Bisch off sich in voller Sicherheit im Zlreise Franzimrg im Regierungsbezirke Stralsund anfhakten. Lüttwitz habe dort die Fäden einer über das ganze Reich ausgedehnten « e « e n konterrevolutionären O r g a « i s a i i 0 n in der Hand, währende Bischoff über bas ganze' Reich den Aufbau der Organisationen vollziehe. Die süddeutschen Regierungen gegen die Auflösung der Einwohnerwehr. Münchm, 10. April. Das Verlangen der Entente Na'tb Auslosung der Ein ty 0 h n e r w e h r, stößt. hier auf-sehr starken Widerstand. Eine Versammlung saintlicher Bezirksführer. der Einwohnerwehren Mün-. jchens hat einstimmig beschlvssm, weder der Reichs-, vegierung noch der Enfente die.'Waffen abznliefcru und'nur der Gewalt zu weichen'. Hierauf wurde eine Deputation zum Ministerpräsidenten Dr. v. ,Kahren tsendet, der erklärte, er stehe und falle'mit der Einwohnerwehr. Für ihn gebe es in Hinsicht auf Einlvohnec-, Reichs- und Polizeiwehren kein Verhandeln. Minister Hum sei beauftragt wvrdm. düse SLelfu:ign.rh.n.' de-- üer Reichsnkgiernna ln Berlin bekanntzugelien. In der heutiMk Konferenz der süddeutschen Staaten in Stuttgart bildet die Frage der Einwohnerwehren einen der wichtigsten Beratungsgegenstände. München, 10. April. Die Korrespondenz Hoffmann meldet: In einer Besprechung in Stuttgart'nahmen die Regierungen von Bayern. Württemberg. Sach'en, Baden und Hesten Einmütig Stellung gegen die jrarnosische Note, die die Anllöiung der Einwohnerwehren fordert. Die Regierungen beschlossen, von der Reichsregierung auf das entschiedenste zu verlangen, daß ste de« we i t eren B e st a n d der ElMvohnerwrhren durchsetze Keine Kontribution für Frankfurt. Fvrmkfurt 10. April. Nach einer weiteren Besprechung mit dem Oberbürgermeister hat der französische General Demetz auf die Zahlung der ursprünglich geforderten Kontribution von 10.000 Goldmark, verzichtet. Washirrgt 0 n, 10. April. (Reuter.) Der Vorschlag zur W i e d e r h e r ft e l l u n g des Friedens mit Deutschland wurde vom R?präsentantenhause mit 243 gegen 159 SLrmmen a n g e n 0 m m e n. Die Mehrheit setzt sich ans R e p rr d 11 n e r zusammen und außerdem stimmten 22 Demokraten für dir Annahme des während zwei Republikaner dagegen stimmterr» kt. W i e n, I t. Apiü. Die Generäle der osLerreichiich-uugarischen Monarchie haben sich nach dem Zerfall, der Arnree still zurückgezogen und sind aus dem-Gesichtskreis der Bevölkerung verschwunden. Während.- .DeutschländS.'.^ ^-OefseMchkesi durch polMflMenLtz^.^^emolrenschrerbende,^ . mrd^silK''MterbsgeHe.mrWnsMMoßen'chUänöÄ ' Ätem gehalten wird und seine R egierung dauernd gegen offene Revolten undheimliche Wühlereien der gestürzten, aber keineswegs, .zum Kerzicht. ' gewillten Militärs zu kämpfen, hat,, äst Oesterreich bisher chavon verschont geblieben. Gerechterweise darf man wiese erfreuliche Erscheinung nicht zur Gänze', auf Rechnung der politischen Verhältnisse hierzulande schreiben) denn sie gründet sich zu einem. guten Leil auf den.Chgräkter des österreichischen Offizierskorps. Der österreichische Militarismus war nicht von der. brutalen, abstoßenden Art des Preußischen: Das Militär war eigentlich nie Initiator, sondern in der Regel nur ausübendes Organ der Machtpolitik. Von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen, sind hohe militärische Würdenträger nie als übermütige Tyrannen ausgetreten, von einem. Eingreifen der Generalität ins politische Leben war nichts zu merken. Auch der Verkehr mit der Zivilbevölkerung hat sich in gemütlichen Formen abgespielt. Ungleich dem. im Deutschen Reiche, wo Kriecherei ' vor' dem - letzten Kasernenlümmel als höchste Bürgerpflicht - galt, deren Erfüllung seitens alNer Regierungsstellen gefordertitub' ,von verkrüppelten Spießerseelen gerne geleistet wurde. 'So ist denn auch die Auflösung der Armee hier nicht als Befreiung -von unerträglichem Druck empfunden und mit wilder Begeisterung dokumentiert, sondern als eine durch die Entwicklung bedingte Erscheinung verhältnismäßig rühig hingenommen worden. Man hat den betroffenen hohen Offizieren keine Flüche ^nachgedonnert und sie sind in .vornehmer Ruhe, welche' ihren Leidensgenosien im Reiche immer fremd war/ gegangen und still geblieben.; . Diese Ruhe, ist - vor. wenigen^ Tagenin auffälliger Weise gestört worden. Der General - der Infanterie Alfred Kxauß hat' an die österreichischen Offiziere ein Rundschreiben gerichtetem'welchem er. seinen friiheren obersten. .Kriegsherrn Kaiser -Karl in heftiger -Werse .aburteilt und zum Schlüsse kommt, daß der dem 'Ex- Monarchen geleistete Treueid'nicht in ehr bindend sei. Ueber den Zweck der ziemlich überflüssig erscheinendeu Demonstration konnte man sich nicht klar werden. Es stand nur fest, daß der General wahrlich nicht der Republik und der republikanischen. Idee zuliebe die Abrechnung mit dem Hanse HabsLurgvorgenommen hat. Die Erwiderung zweier anderer Generäle, welche das Vorgehen ihres Kameraden für ehrlos erklärten, brächte auch keine Erleuchtung. Erst eine neuerliche' Kundgebung läßt erkennen, was General Krauß, will. und wer hinter ihm steht, besser gesagt, wer ihn schiebt. In den deutschnationalen Organen-ist der Aufruf des . neu«, gegründeten „Nation'alverbandes deutschösterreichischer Offiziere" erschienen, welcher die echtbürtigen und jppeirhaften Deutschen samt Frauen zum Beitritt auffordett. Als Verbandsprüsident figuriert General Krauß/' als Ziele des Verbände? werden die Schaffung, eines von de'iii'iu)vö!:stchem Geiste erfüllten He-'r-'? -r-nd 'der Au-. Muß an Tcutschland bezeichn et.