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Wiener Morgenzeitung · 1920-04-10 · Heft 437 (10.4.1920) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 437 (10.4.1920)
Date
1920-04-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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I V«ia SO Heller rschecho-Slowakei: Einzel« 44 Heller i. tsch.M. PrLnnmerattouspreise: Wie«: S«« Abholen i« der Lprdttio«. L Bezirk, Taborjgfö i ti§ 8, oder in einer NWtArNÄ flogt» Pvstvcrsttnd für Wien und Oesterreich: _ , ««Mich .. Krouen ««.- ««ÄiK^Krou'-u^V.- §tschecho^slow atis ch er Wähning Ungarn: ««Mich .. Kronen »0.- »ierteljährlich «O.- ■ t» ungarischer Währung tm&ffZäSmi*. MnMeUÄnpinSr Nrei« Heller Tscheche-Slowakei: Einzel» 44 Heller f. tsch. 88 Pranumerationspreife Pole«: Monatlich .. Krone» 30«-» Vierteljährlich „ 00«« in »olnifcher Wähmag / Monattich^??'^arr flU _ Frankreich: Ä j Monatlich : . . Franks Italien: j Monatlich . . . . Lire S.-f Schweiz: i Monatlich. . . FrankS 3»— Redaktion,». Stdministratio» Wien,S.Bez.,Taborstr.»-tz Telephone: Administratto» 440 Redaktion 4N»1v. ab 0 Uhr abends Nr. 1030» Vostsparkaffentönto 150.« Nr. 437 Wien, Samstag, den 10. April 1020 2. Jahrgang Jüdische Frauen und Männer! Jüdische Frauen und Männer! Erscheinet «sorgen um 10 Uhr vormittags im Wiener Komödienhaus (9. Bez.» Rntzdvrferstratze 4—6) zu der große» Protestversammlung gegen den Pogromantisemitismus der Meißen Negiernng in Ungarn! Sprechen werden Oberrabbiner Dr.Ch ajes, Gemeinderat Dr.Plaschk es und Dr. Schallt. äk v: Polen und p. - ♦ Beginn der Friedensverhandlungen. — Litauen und Lettland nehmen teil. 1 (Kvrr.-Vur.), .Das , „Berliner Hageblatt" meldet aus 'i £ k dt^ekWerlÄM^^HLWE e n s, L it a «e n s und L e t t l a n d s eingeLroffen seien, Der WMenstrKstaud an der polnisch-russischen Front habe gestern mittags begonnen. Deutschland wendel sich an den VöLkerbund. Paris, 9. April. „Echo de Paris" meldet, daß der Chef der deutschen Delegation, Göppert, gestern abends dem Sekretär des Völkerbundes Sir Eric D r um o n d die vorgestern abgesandte Protestnote überreicht hübe, in der für Dcntschland die Rechiswohltat des Artikels 11 des Völkerbundvertrages angesprochen Verden / Eine osfiziells Protestnote Englands gegen dre französische Aktion. Paris, 9. April. Der Spezi-alkorresponbenz des ,Mätin" in London meldet unter dem 8. d. M.: Man töirdin Frankreichs gewiß sehr' überrascht' darübersein, erfahren zu müssen, daß die b r i t i s che Negierung jeder Erwartung entgegen' heute, nach Abhaltung von zwei Kübinettss -tzungen bösch wffen hat, gegen'die''fran-' zösische Aktien in ) Deutschland zu'' p r >öit e' stt e-re'n.: Diese Neuigkeit wird unsere - britischen Frermde, die iy 5ihrer Meßzahl; sst t -Tagen dauemd^urK.ihrer Unterstützung versichert..haben,, ebenso überraschen 'wie Inns selbst. Eine..Note offiziösen- Charakters,, die, heute d-rrch - Die - Agentur > veröffentlicht w ird, besagt: Der Eiktdruch derhier verbreitet war und durch die ‘.in FrankreiG -abgegebeneu Erklärungen' bestimmt wurde, baß. die alliierten und assoziierten Regietungen, nämlich Großbritannien,, die Bereinigten Staaten, Italien und Belgien, mit der französischen Regierung vollständig einig seien, ist ganz l ich irr i g. . . *; r Die Wahrheit ist, büß die alliierten und assoziierten Regierung der Politik eMs Einrttckens in die neutrale ^ZoNe immer entgegen gewesen sind. Es macht den Eindruck, daß die französische Regierung ans Gründen, die ihr gut schienen, dieses Einrücken aus eigener Initiative vorgenommen hat, ohne die Zustimmung der Verbündeten »bzuwarten. Die Stellung der englischen Regierung zu dem Problem der sozialen Unruhen ist die, daß es allein eine Angelegenheit der Negierung ist, die jetzt nach Wiederherstellung des Friedens das deutsche Volk pertritt und daß es die Alliierten nichts angeht, da sich stie' Ereignisse außerhalb derjenigen Zone Vollzieher, Mr die. diese verantwortlich sind. Der' Korrespondent meldet bann weiters, die tzffizielle Protestnote werde morgen durch Lord Derby Herrn Millerand übergeben werden. Lloyd George, der gestern nach London zurückgekehrt ist, habe heute früh Leu. imnL.MMn WMlMU.M0.mitM, eine lange Unterredung - gehabt. - Lloyd George werde LUN. 9. April)in Begleitung verschiedener Persönlichkeiten nach Paris abreisen. M.nifterrat in Paris. Paris, 9. April. (Havas.) Der MinisterraL trat vormittags'zu'einer Sitzung zusammen, in welcher Ärinisterpräsident M i 11 erand seine Kollegen über die Lage in Deutschland unterrichtete und ihnen eine mündlich gemachte Mitteilung der englischen Regierung, betreffend die französische Besetzung in Deutschland — die, offizielle Note der englischen Regierung ist noch nicht in Paris eingelangt — zur Kenntnis brachte. Um 4 Uhr nachmittags tritt der Ministerrat neuerlich zusammen. Bedien schließt sich <m. Paris, 9. April. (Havas.) Der^ belgische Botschafter in Paris hat heute vormittags de? französischen Regierung den Beschluß der belgischen Regierung, sich den französischen Besetzungsmaßnahmen in' Deutschland anzuschließen, zur Kenntnis gebracht. Sine Note der deutschen Negierung. Berlin,- 9.» April. (Wolfs.) . Der französischen Regierung-ist folgende Note überreicht worden: Die durch den Friedensvertrag nicht gerechtfertigte und vorher nicht angekündigte Besetzung deutschen Gebietes hat zu zahlreichen Zwischenfällen geführt.. Dabei hat unter anderem eine Reihe Deutscher den Tvd erlitten: eine größere Anzahl ist verwundet worhen. Unter Wahrung aller weiteren Ansprüche, die de? deutschen Regierung aus dem französischen Vorgehen erwachsen, erklärt sie schon jetzt, daß sie.die französische Regierung jedenfalls für alle Schäden haftbar macht, die Deutschen durch die jüngsten Vorkommnisse entstanden sind oder noch entstehen können. Eine weitere Mitteilung behält sich die deutsche Negierung bis nach Prüfung der einzelnen Fälle vor. Dr. Köster — Außenminister Berlin, 9. April. Wie das „Berliner Tageblatt" meldet, ist der sozialdemokratische Schriftsteller Doktor Adolf Köster zum Reichsminister für auswärtige Angelegenheiten ernannt worden. Amerikas Separatfriede mit Deutschland. Paris, 9. April. Wie die Blätter aus Washington berichten, haben die Beratungen über den Beschlußantrag, der den Friedenszustand mit Deutschland erklärt, gestern im Nepräscntantenhanse begonnen. Die Debatte dürste nur kurze Zeit in Anspruch nehmen und die Abstimmung morse« erfolgen. Renner ln Rom. -y. S i e n, 10. Älpril. , Der Staatskanzler führt sein Neiseprogramm unbeirrt von den Quertreibereien der reaktionären Parteien durch. Seine früheren Reisen nach Paris und Prag hatten den Erfolg, den Ring der polnischen Isolierung Oesterreichs zu sprengen und zu den Alliierten und Assoziierten persönliche- Beziehungen herzustellen. In Paris war der Staatskanzler von Clemeneeau, der knapp vor dem Sturze stand, sehr höflich behandelt worden und . hat verschiedene wichtige Zugeständnisse erhalten, , die allerdingszunr gxohM Tiül nicht erfüllt würden. Der Besuch w.Prag W <änr ganze Reihe vvn schweren persönlichen Unstimmigkeiten beseitigt, die sich-, daraus ergeben hatten, daß.die Wiener Politik nicht umlernen wollte und daß - die Tschechen ihre Unabhängigkeit allzu stolz betont hatten. Es gelang Dr. Renner, zünden Anfängen eines Wirt« schaftsübereinkommens zu gelangen und sich mit der Tschecho-Slowakei auf der gemeinsamen Grundlage der republikanischen Weltauffassung zu verständigen. - Sein . Besuch in Rom, der sich unter guten Auspizien vollzieht, soll nunmehr auch die wirtschaftliche Einschnürung Oesterreichs aufheben. Italien ist kein Feind Oesterreichs mehr. Der Krieg hat' Italien alles gebracht, was es überhaupt gewollt hat, , und er hat ihm im Norden eine strategische Grenze geschaffen, die, so schmerzlich sie auch die Deutschen berühren mag,, doch für die Zukunft den Italienern nichts zu wünschen übrig läßt und somit jeden Grund für einen politischen Konflikt aufhebt. Das italienische Volk hat gezeigt, daß es vergessen kann, es hat in großherziger Weise viele unterernährte Wiener Kinder zu sich geladen und hat auch sonst in vielen Angelegenheiten zu erkennen gegeben, daß ihm jede weitere Feindschaft gegen Oesterreich fehlt. Für Oesterreich, das, wie jeder Arme, nur sehr selten auf uneigennützige Freundschaft stößt, ist die Haltung Italiens außerordentlich wertvoll. Oesterreich muß einen Ausgang zum Meer haben und kann ihn nur in Triest erhalten, für dessen Aufschwung die österreichische Bevölkerung in früheren glücklicheren Tagen große Opfer gebracht hat. Wenn Oesterreich in Triest dieselben Eigentumsrechte erhält, wie sie der Friedensvertrag der Tschecho-Slowakei in Hamburg zuspricht, so wäre damit beiden Teilen gedient. Die .Republik hätte einen Hafen und Triest eine Sicherung seiner wirtschaftlichen Existenz, die sehr arg gefährdet ist, wenn Triest nur ein abseits vvm Weltverkehr liegender italienischer Hafen bliebe. Handel und Verkehr in Reichsitalien gehen andere Wege und bevorzugen eher die Häfen an der italienischen Westküste. Auch von den Südslawen hat Triest nichts zu erwarten und seine Bestimmung zum österreichischen Hafen wäre ein Glück für die Stadt, die seit dem für die österreichisch-ungarische Monarchie so unglücklichen Kriegsende ganz verödet ist. Der Wert Triests als Einfuhrhafen für Oesterreich würde sogar schon in absehbarer Zeit sich außerordentlich steigern, weil der allgemeine Abstieg der Weltfrachtsätze und das in den letzten Wochen, zutage ge« tretene stärkere Angebot von Schiffsraum der Entwicklung Triests in hohem Maße zustatten käme. Die österreichisch-italienischen Verhandlungen sind' natürlich nur eines der vielen Mittel, die nötig sind, um der europäischen Krise beizukommen. 'Sie können auch nur einen Anfang bilden in dem großen Werk der Lösunz der vielen Fragen, die der Krieg aufgeworfen hat. Italien ist die erste Großmacht, die in geregelte wirt- MWHe Verhandlungen mii Oesterreich eint litt. HM 237640

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