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Wiener Morgenzeitung · 1920-04-09 · Heft 436 (9.4.1920) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 436 (9.4.1920)
Date
1920-04-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
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■ i- . . l .3k * vrmelrvemplavr > I? v «egte 80 gtlUt ■ ■ Uschecho-Slotväket: Einzeln 44 Heller i. tfch.W. PrL»»«eratto«»vrerse: Mtenr 9** 9Mattn itt btt 2. Vrzirk, Tab«rfhftte 1 »iS 3, oder in einer v «erschlei»strlle <Lrafil»: - Mvnatlich . . Kronen 30- WMltÄrtt« - „ W.r- Mit Prfttzeri«,» <ür Men nntz MOnntlich .. fronen i!y.- .%■ ^»-»-°Mov«ker: ■ WMatnch .. Krone» DkerteltÄrttch i»llchech».fl,»akischek WÜhrnnttitiint: ■ KdWMÄIck . .Krone« 80.- Wi-»t-U»hr«ch „ 0<V~ t* nngerischer Wthrnng , gnnoft«nien: > ' ' Hm .. Kronen 1L— rener Ureis 80 Seüer Tschecho slowakei: Einzeln 44 Heller i. tsch. W. Prünumerattonspreiso Polen: / Monatttch .. Krone» «0^» «ierr-jährlich .. 00«» in volnischrr.Mh»AN§ Dentschiani: Monatlich . . . Mark Frankreich: •' Monatlich ■ . . Front- 8»»- Jtalien: Monatlich .... Lire Gchwei»: ' Monariich... üttiipf* Kebaktko,, „.Armin! ftratiou LLten.S. Bez.,Taborstr»lS Telephone: Administration 440*’*, Webaftinii 48310. ad 0 Uhr adendS Rr.10801 Postsparkassenlotito 1S0MS Nr. 43« Wien, Freitag, den 9 April 1920 2. Zahrgang 7 ' ' soll die Kosten der Irani f Bepttn, S. April. Das„S-Ahr-Aben-blatL" meldet: „BeMügske TrNLR Mfolgeerklärte Mi Her and in einem RundLelegrawm an die französischen gesandten, daß, wenn auch von KonM-utionen Leine Rede sei, D e n t s cht a n d d i e K o st e n bet Ä k L ion i m M a i n g a u b e Z a h l e n m ü s s e. die es» selbst Heranfbeschworen Habe. < Anmarsch aMerlkanischer 7 7; Truppen. *•; ♦ 4 r.i S^: 8. April. (Tel.^Kom.v) Hie ameri« dänische« Truppen haben mit geheimen Befehl Ran e y Verla s s e n und sind in der Richtung gegen den Rhein abrrmrfchrert. Der Abmarsch der Truppen hat hier große Erregung hervorgexnfen. s . Diy Lage in ,7 Berlin, 8. April. Wie . die - Abendblätter aus &:tonffprt meldyn, sind dort weitere'französische Krüphenverstärkuygen tzingetroffen, '.Heute früh wurde M..'KruPtbMnhof eine Frau durchs einen. Schuß verletzt,' etwasspäter' ein jung,es. Mädchen/ e.r-.- .schossem, weil sie chie' Absperrungslin'ie übexschritLen hatten', welche die Franzosen um die am Haüptbahnh»f Habenden' Tanks -gezogen haben. - Die Bevölkerung ist sehr erregt. ' - 7 .• / /•' . 7>: ' ,7Der Eis e n b a h nve r k-ech r - nach dem-' besetztem Gebietgeht in Ordnung vor-sich-. -Wie Züge 'nach' dem Unbesetzten Deutschland dürfen Frankfurt nur passieren. , i -.5 7'.. ■ •; . ' Eine Räte MsKerarrds. , Paris,. 7. April. (Havqs.). Ministerpräsiden7Msile- ' Dand richtete 'an dÄVöchtschsn' 'Geschäftsträg-er .Doktor- Mayer ^eine Note, worin et erklärt, ^drß d^ franzöfi'che. Mgifrung, Üie-' stets ^ihten Willen bekundet-Habe- -rin inniges' Einvernehmens-mit- -den''- Alliierten aufrechtzuerhaltqn> Mein -sie manchmal ihren Standpunkt dem- Migen der Alliierten - untergeordnet hübe,7angesichts her -MMtzüng/ der '-attgemÄnen-'-Äe-stimmungeu des Ftiedensv^rtrag-es, die d'.e - Alliierten -angehen, fowie des Wbrtbruches -der deutschen Regierung zum Handeln genötigt' Ktvessn.' sei. Dte französische Regierung--habe gleichzeitig, sowohl 'im allgemeinen Interesse als>auch iW -Interesse Frankreichs gehandelt, indem sie die für seMn ' Schutz' -unerläßliche Maßregel - getroffen. -.'hape.< Die 'Noteerinnert sodann an das Vevsprechen, die Lesetzten- Städte' zu -räumen, sobald die Räumung des Ruhrgebietes^erfolgt sei, und wkedecholt. schltößlich'- Mt Bersicherüng, däß .Frankreich wünsche, bald normale. Beziehungenauf - Grundlage wirtschaftl'/chev. Ucrein--. barungen mit Den^chlWd wieder anknüpfen zu können. Es behalte sich vor, jed-er^^ -MsbeMglHen7tzrnsten Er öffnung eine günstige - Ausnahme zu bereiten.. - v;' 7- .'M? Mak'o.'-k^pi»rf^MMl«NÄ77-v" .Berlin, B.7 April. (Wolfs.) Infolge der durch die^ Besetzung. von -Frankfurt usw. eingetretenen Verhältmsse' ist die NMonalversammlung ' auf Montag den 12t.MM«,.3nachmittags,^.zu einer Sitzung ,zusannnenberusen worden. ' . .. . . 7 Berlin, April. ..Auf der. Tagesordnung der für Mislag anbörcuimten Sitzn nß der NätiönülversaMm kn ng steht, wie die Blätter melden, die Entgegennahme einer Erklärung der Relchsregrerüng übet die Aktion im Ru hrg ebret'und über den:Einm ar.sch der Fr an< z ose n inden; Maingau. Die Negierung werde der Entente' sofortige A b ä n d er u n g e n des F r i e d e msvertrages über die Behandlung der neutralen Zone Vorschlägen. ... . Der „Vorwärts" meldet: In Berlin sind Vertreter der Bevölkerung des Nlihrgebietos, insbesondere der Arbeiterlchaft, in Begleitung von Delegationen der Neichswehr eingetrpffen, um über die weiteren Maßuahinen im Ruhrgebiet mit dern Reichs,vc.vnniniüer und dem Reichskanzler zu verhandeln. WitzdemufnKhK-LL dar KohlStz- - sörderung im Rnhrrevier. B e r l i nt 8. April. Gas 7,B?rttber. Tagsblatt" rneldtzt. aus Essen: ,Äuf den Zechen teCÄuhr-.Ko!r:.lcriföiitefc.£*: Wird hönLe' überall v os! ^eardDeL7^Grx/'E;sMbaHnV^Mehv ist. glerchfaKs - Wt ed er anf-g'snv mmen/ worden. - Die Srsenba7.uMrMLion.''hoM - den ^ütervärlrehr :m vsü in Ganz zu dri«.ge«r.'-^ -77-7-' - - "7v" ' OMWDMLsl^KSUWWKWU 7:-: 7-7 N'v'ur» 8. Äpril. fStcfam.) Herris MrNlttags7 - Mit' dsMMmiftsrNrLftd.'nten N ifti; die über Müe - Stunde' d ausrte. . Sodann - - empsinF K s.« i g. B i L i 0 x E ni a7Ä « e r ben -Wersekchr-fche«-'.-- SLants-- Kanzler mrö die - übrigen.MiLglre-dev-vier'öfterretchischerr Mrsfion, rdmauf er fie zum FE)- stiW eiu?udi au dein MlnlsLsrpiLstdent Nitti, vie: Mmift.er - .LuZZSttt,- Fer«arls,7Nava' und Faleioni,-- A^terftaatsseÄsLar. Sforza und dis ob'erfteü KÄfrvArdentraZev te'rLnahmsnL . StaKLstzarrZlbr Dr7 Nenner ' WieL BSm Papst eMpsangen. - Rom, 8. April. sStefani.) Der P^pfL wird ' morgen mittagsSLaatsmnzlLr Dr. R e n n e r ln Ändienz empfangett. 7 1 Ms.Verhandlungen in Rom^ Rom, 8.. April. Gestern nachmittags haben beim Handels und Jndustrieminister Dante F e 'r. r a rü s unter . Teilnahnie des .Staatssekretärs Zerdik, des Unter- -staatssekretärs Dr. .Ellenbo.gen und der Sektions- .chefs Dr..'Schüller und Rie.dl Besprechungen über die Begleichungder gegenseitigen Forderungen und Schisiden zwischen den beiderseitigen. Staatsangehörigen und über, die Frage der Schaffung eines handelspolitischen Provisoriums auf. Grundlage der Gegenseitigkeit stattgefunden. Rom. 8. Avril.'(Stefani.) Der italienische Minister für Jndnstrie, Handel, Arbeit, Verpflegung und Ernährung, Ferra r i s, hat gestern mit dem österreichischen Staatssekretär für Handel und Gewerbe, Z e r d i k. unter Teilnahme des österreichischen Unterstaatssekretärs für Handel und Gewerbe, Dr. E l l e n b o g e n, und sodann mit dem österreichischen Staatssekretär für Volksernährung-, Tr. L 0 e lv e n f e l d » N u ß, konferiert. Heute vormittags, wird Verkehrsminister Nava den' österreichischen Staatssekretär für Verkehrswesen, Paul, empfangen. .. * , Der K^'-rpf »nt die»PEi^rutschaft itt Amerika. Süw-Zork, 8. April. (Tel>KömP.) Die Aussichten Ho v v e r s; bei den nächsten Wahlen als Präsident ans dem Wahlkmnpfe hervorzugehen, sind durch die. Vorwahlen in M'ch'^an und R"w-D-o'rk weit geringer geworden. Dir. V-orwahl-.'.n den Z'reik, Delegierte für. den republikanisch'n und demokra isch-'n Konvent zu noruinieren, der im Juli die Kandida^n küv dv Kräs.oenlschast bestimmen wird. , Die Mchrvetzer Znterventtoni i '' ' —y. W i e n. 9-Am-l. ' Während der Staatskanzler Dr. Renner die' freundschaftlichen. Beziehungen in Italien einleitet und das Wohlwollen dtzr italienischen Demokratie für -das arme Oesterreich erbittet, ist die Republikder Schauplatz einer.. Affäre geworden/ die aus. kleinen und Harmlosen Anfängen zu weltpolitischer. Bedeutung hinaufgeschräubt wird. In Neunkirchen' hat vor i einigen Wochen ein Fabriksdirektor,. Schweizer Skaatsbürger, mit eir7.'.' Arbeite!; eine Auseinandersetzung gehabt, in deren Be-'- laustes zu Tätlichkeiten gekommen ist. Es ist' noch nicht klar, wer mit der Gewaltanwendung begonnen hatt .Die Kameraden^ des .Arbeiters ^mengten sich ein und mitz- . handelten, den Direktor so arg, daß. er ins Krankenhaus gebracht, werden mußte. Der schweizerische Gesandte in Wien forderte llni^z-suchung. -und Genugtuung: Fm - Läufe der, Untersuchung. sollten nun vor. einigen Tagen die Schuldtragenden verhaftet, werden,. was. zu. einer förmlichen Erbebuüg der Arbeiterschäst, geführt hatuyd in weiterer 'Folge eine . Drohung der Schweizer/ Regierung veranlaßt hat, an der ünternejionalen Kredithilfe für Oesterreich nicht teilzunehmen. Das ergibt natürlich eine neuerliche und äußerdrdentlich. empfind-' liche Belastung des.'politischen Lebens. Man sieht mit einigem Erstaunen, wie, dm aus einem kleinen Steinchen eine Lawine geworden. 5st. y'\-f 7 >71 Mie Rauferei MNeunkirchen ist kei die sich nur in 'Oesterroich ereEnew kann.-.Es dürste aüH in/ der Schwerz schon vorgekommen sein,. rdäß - ein-- Arbeiter sich von einem Direktor^ nicht hat. ohrfLigen -- .lassen und daß die anderen Ärbestm'ihre Solidarität in ungebührlichem Ausmaß bewiesen ' haben. Was aber diesem Falle sein besonderes Gepräge gibt; ist die außerordentliche Schärfe in dem Vorgehen der Schweiz und die Haltung, welche hie Politischen Parteien und - die bürgerliche Presse Wiens in der ganzdn Affäre an -den Tag legen. D.-ß sich die Schweiz,für einen mißhandelten Staatsbürger emsetzt, ist nur selbstverständlich. Daß sie aber über die' üblichen.Formen diplomatischer Inter-- vention hinausgeht und Oesterreich wie eine Negerrepublik' behandelt.iist ein außerordentlich trauriger- Beweis für die Wertschätzung, Mit der''man die so schwer ringende österreichische Republikim -Ausland betrachtet. Es' ist möglich, daß die Regierung Renners,-die ja eine- Koalitionsregierung . ist wrs unablässig zwischen - rechts und links lavi--en muß, in der Behandlung der. Neunkirchner ^brfeigengSchichte, eine unglückliche: Hand gezeigt hat. Aber die Regierung ist noch nicht der Staat und wir ineinen,' daß-die .Schweiz in einem analogen Falle gegenüber Frankreich oder gar DeutschlMd -ganz anders vorgegangen wäre. Sie hätte nicht das-Anziehen der Hnngerschranbe angedroht, das nicht den. Herrn Renner und die Mitglieder feiner Regierung, sondern die Wiener Kinder trifft. ' - . . . ' Es muß aber zugegeben werden, daß Le): schweizerische Gesandte bei seinen Berichten nach Bern sich mit Recht auf die Art der Auffassung, berufenkonnte,' die bei den Parteien und? bei den-Wiener Zeitungen an den Tag gelegt worden'ist. Die Todfeindschaft gegenüber der. Republik ist hier'so kraß in die. Erscheinung - getreten, wie wohl kaum je in einem anderen Falle. Die christlich-. soziale Partei, die in der Koalition steht wnd-für .die Handlungender Regierung die gleiche^politische Verantwortung trägt wie die sozialdemokratische Partei,, hat unter' denf Vorsitz des Vizekanzlers eine Beratung abgehalten. in welcher sie, wie parteiöffiziös erklärt.wird, scharfe Kritik an der Rechtsunsicherheit übte, die ölrrch das Verhalten der Regierung hervorgerufen werde. Es wird geflissentlich werschwiegem daß auch Vertreter der christlichsozialen. Parter in der Regierung sitzen, daß der Inhaber des Justizressorts ein Vertrauensmann bk Christlichsozialen ist und daß jeder Schritt in der' Re- ' gierung in dieser Angelegenheit vom gefangen Kabinettsrat einmütig beschlossen worden war. Noch verwunderlicher aber ist die Behandlung der Affäre in der. Wiener Presse. Es wird tatsächlich eine Regierung zu Unrecht für die Fenster verantwortlich gemacht, die die Presst eingeworfen hbt. In jedem anderen Staate wären dir Zeitungen in der'Besprechung eines Falles, der einen fremden Staatsbürger betrifft, mit äußerster Behutsamkeit vorgegangen. Hier aber hat sich die günstige Gelegenheit geboten, die Republik vor dem Ausland herabzusetzen, ihre Rechtspflege'zu verdächtigen und jhr^ 172934

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