Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 435 (8.4.1920)
- Date
- 1920-04-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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V. •vrr -f ‘ Mmti Mrel» 80 Heller rsihech0-Wo»«r»*i : Einzeln 44Hetterj PrL»»«ttLtto«sprerse- Kte«r L«i« «ljolm t, der LtzMUo»,- L veprk,. Tabor. {nfc 'l H< % oder i» einer taAtfr*;- WU^BfrterfflRMftr Wien mü> ' Orstrrrttch:_ «aaatitch .. Kronen »».- TiÄe4o.Slowakei: «onat».» ... Kronen V.- rWW!Lm»«§ÜÄ Ungar«: < . MMtoiliA . . Kronen *0.- ffWÄ*Äüff". A^oflawl«: .. Krön« 18;— /$' -.-ft relrer SÄtaÄ- ÄrUss Gknirkevemplast ]|rel$ @Ö Tschscho Clomakei: Winzeln 44 Heller 1.tfch.W. *'..- Priinnmerattonsprelse Hole«: MonaMch .. Krone» VtetteljithrNch „ 00.—• in rolnttcher WSßrnng Deutschland: Movatltch . . . Mark S^-> - Frankreich: - Monatlich . . Krank- '3«~ „ Italien: Monatlich .... Sire 3.- Schweiz: Monatlich. . . Frank- Redaktion n. Rdnitniftratio« Wte«.S.B«A..Taborstr«I-U Telephon« Sldministratlov 440---. Redaktion 4*31», ob 6 Uhr abend- Nr. 1G301 Postshar lassen lonto l&WÄi » » ,|” ..JiiJg Wien, Donnerstag» Len 8. April 1920 2. Jahrgang Frankfurt, 7. April. (Wolff.) Im Laufe des heutigen Tages ist es hier verschiedentlich zwischen der Bevölkerung und Besatzungstruppe» zu ZusaMmenstöße« gekommen. Zu eine«-blutigen Zusammenstoß Kam es heute mittags vor ' «r. Hauptwachc. Hierbei Würde ein Kind g e t ö t e t und 3v Pers one« >»rde« mehr oder minder schwer verwundet. Knndgebmigen gegen die schmarzen Truppen. p e rl"i7.,April. (Tel.-Komp.) Aus Frankfurt tttfien noch folgende Meldungen ein: Die Aufregung ln der Stadt hat stark zügenommen. Bereits vormittags fanden leichte Zusammenstöße zwischen den Besatzungstruppen und Zivilisten statt, v so vor allem vor dem Hauptpostamt, das von schwarzen Truppen vollständig besetzt ist. Um 2 tthk mittags kam es zu einem blutigen Zw'ichrnfall vor der.Hauptwache. Schwarze Truppen» die sich durch das Gejohle und Gepfeife der Menge mehr und mehr gereizt fühltenfeuerten aus einem MÜschinengewehr in die Menge. Biele Tote und mehrere Verwundete hlieben auf dem Platze. Die schwarzen Ein italienischer Protest gegen t^^frqnzöfiWe Porgehen. Ä ' Aprkt. sKlM-Bür.) Die ^Vosfische Zeitung" meldet aus Rom r Der in London «eilende Minister des Aeußern S e ialvj^a ist drahtlich aufgefordert rvordeNp Dem. französtschen Ministerialdirektor Par 6 o l p g n e Mtzuteilen, Italien billige Das sranzSsische Vorgshen ae^en D'entsckland nicht, da die Ordnung der Wirren im Ruhraedie^ eine innere Angelegenheit Deutschlands fei. E eichzeitig wird versichert, daß ein. ge- MeiNfamer offizieller Schritt von Italien und England im gleiche« Sinne erfolgen soll. Hümbnrg besetzt. > Mainz, 7. April. (Havas.) Homburg wurde heure fischvvn französischen Truppen besetzt. Die französische Besetzung. Berlin, 7. April. Nach, indirekten Meldungen der BlAM aus Frankfurt marschieren in Frankfurt/Darmstadi,' Hänau, -Offenbach und Königsstein ununterbrochen .französische Truppen ein/deren Gesamtstärke auf 26.000 Ä^ann geschätzt wird. Zwischenfälle haben sich, soweit bisher bekannt - ist, nirgends .Ereignet. Heute fallen die Frankfurter Zeitungen unbev Dorjensur wieder erscheinen, doch bleibt das Erscheinen der „Frankfurter Zeitung" noch untersagt. "Eine neue deutsche Note. t Paris, 7 April. (Havas.) Der deutsche Geschäftsträger Dr. Mayer überreichte dem Ministerpräsidenten Millerand eine auf die Besetzung Frankfurts bezügliche Note. Millerand wird nachmittags in der. Sitzung der Botschaf'erkonfevenz von dev Antwortnote Mitteilung machen» dse er an den deutschen Geschäftsträger zu richten beabsichti.gt. \ Die Lage tm Äruht^ed^t - 7. April. Wie das s „Berliner Tageblatt" aus^ dem. Ruhrgebiet. meldet, ist in Dortmund alles rüM^. Durch.Elberfeld und Barnlen marschieren Rote Btinoen,^ größtenteils schon vhA"Haffen. Zn- Barmen HMn.sich d'ie Flüchtlinge, der.Noten Ärmee, denen müHassen, abgenommen werdest/ Die Flüchtlinge weröHi-sodaE m das besetzte' Getziet abg/schob^n. Die/ HMstsmittellage ist äußerst schlecht. /" '. :’;.Sn Hamm ist altes ruhig. ) ' v--. / , :Der: „Freiheit" zufolge herrschen .in Dust.lco-r-f bUrchaus geordnete Zustände: Zwischen dem..-Vollzugs-, aui schuß und der Stadtverwaltung sei eine völlige- Einigung erzielt worden. Eine- Besetzung van Hamm durch. Reichswehr sei nicht, beabsichtigt. - Südlich .her! Nuhr befinden sich kemerlej, NeMwehrtruppeu. . Truppen zogen dann nach dem westlichen Stadtteil ab. Nach diesen Vorgängen überflog ein Geschwader von französischen Fliegern die Stadt. Der Grund der Erregung soll insbesondere in der Tatsache liegen, das; die Franzosen zur Besetzüng der Hauptwache farbige Truppen verwendet haben. Tie Stadtverordneten der drei Mehrheitspartcien überreichten heute dem Generäl Degoutte einen Protest, in dem die Bevölkerung Frankfurts in Uebcrcinstimmung mit der Ncgiernng Einspruch gegen die widerrechtliche Bcsetmng der Stadt durch die französischen Truppen er° hebt/ - - * ‘ Keine Ausrufung erster rheinischen Republik. .Berlin, 7. April, Gegenüber 'der Meldung ein- .. zelnep Berliner st BM^xA^onaH W - AusrukMg. vhMMrt^"ÄHubE'ist.''-Mr^'zu' erwartest- 'sn/erfMk die „Deutsche. Allgemeine Zeitung" von unterrichteter Seite, daß die Befürchlüngen'wegen einer autanvnnstischen Bewegung stim Rheinlande gerade im' jetzigen ' Augenblick gegenstandslos wird. - .st Die Entente verlangt die Auflösung der Reichsmehr. / . Berlin, 7. April. (Wolff.) - General Nollet hat' in seiner Eigenschaft als Präsident der interalliierten militärischen Kontrollkommission der deutschen Regienmg eine Note überreicht, w der es heißt: Es ist Vermerk genommen worden vock Datum des 10. April 1920 für dia^luflösnng der Reichswehrfreiwilligen. Was die Einwohnerwehren anbelangt, jo erklärt die interalliierte Kontrollkommission folgendes: Die Einwohnerwehren können, trotzdem sie sich mit dem Cha-. rakter reiner ziviler Organisationen zu umkleiden der-' suchen, nicht mehr gestattet werden, welches auch immer ihre Rolle' für die Aufrechterhaltung der Ordnung im' Innern sein -mag, da die Bewaffnung, die Eingliederung iznd die Stärke unbestreitbar eine Mobilisierung begünstigen, die durch den Friedensvertrag verboten ist, und da die Einwohnerwehren in/Widerspruch zu den Bestimmungen der Artikel 161,. 166, 175, 177 und 178 des Frjedensvertrages stehen. .. Die Nvte sagt weiters, daß der 10. Jlpnl 1920 als äußerste Grenze fiir die Ausführung der' Entscheidung vom 1. Dezember 1919 bestimmt, ser. Der französische Einmarsch ins Frankfurter Gebiet. Die Hallung ver Bundesgenosien. Amsterdam, 7. April. „Telegraaf" meldet ans Paris, daß die Haltung, her Bundesgenossen Frankreichs gegenüber dem Vormarsch der französischen Truppen noch nicht bestimmt sei. Die Berichte aus Italien lauten nicht".sehr günstig. Die italienische Regierung soll die' französische Negierung bereits haben wissen lassen, daß sie Versöhnungsversuche lieber gesehen hätte als militärische Maßnahmen. Die' Beichte ans Washington lauten ebenfalls wenig beruhigend. Auf die direkte Unterstützung Amerikas habe Frankreich aus. keinen Fall zu rechnen. Sogar von der belgischen Regierung , erwarte man nicht, daß sie vorbehaltlos den. Beschlüssen Frankreichs zustimmen, werde. - Der diplomatische Berichterstatter - des Londoner „Evening Standard" schreibt: sDie'Besetzung Frankfurts und Dormstahts durch die Franzosen hat wine ernste Lage geschaffen,, die in den diplomatischen Kreisen viel Sorge erweckt'.. Die amerikanische Regierung wird in deutlichen und energischen Wvrten getzen das . Auftreten Frankreichs Einspruch erheben. ' - , Zur jüdischen- Konstituante. k'. W i e it, 8. April. In diesen Tagen soll sich die jüdische Devölkevimg Palästinas vereinigen, um die Wahlen in die erste jüdische Konstituante durchzuführen. Seit-sich — allerdings noch unter ■ der Verwaltung der englischen Okkupationsbehökden. — eine gewisse bescheidene Stabilisierung der Verhältnisse im Lande eingestellt hat, liegt die-tatsächliche Führung dvr jüdischen öffentlichen Angelegenheiten, soweit sie nicht als"' direkt administrativer Natur der englischen Verwaltung unterstehen, in den Händen der im Einvernehmen mit den Behörden Englands von der zionistischen Leitung , eingesetzten ^'onist,Commiss'wä, Aber diese besitzt vorläufig einen provisorischen Charakter. Ihre Kompetenzen sind nicht genau um- ' schrieben, sie ist nicht aus Wahlen hervorgegangen und . die jüdische Bevölkerung, Palästinas ist in ihr bisher nicht vertreten.' Dieser Zionist Commission.: (Barth* Hazirim) steht als beratende Körperschaft der von ihr ‘ eingesetzte Waad-Hasmani zur Seite, aber auch dieser/ besteht lediglich aus ernannten Vertretern und hat, wie' schon der Name zum Ausdrilck bringt, gleichfalls einen provisorischen Charakter. < . . / Schon seit längerer Zeit regte sich unter der palästinensischen Ju'denheit der Wunsch nach einer Festigung diese? Verhältnisse. und nactz der Schaffung einer gewissen jüdischen Legislative, damit, die künftigen. Aktionen zum Aufbau . eines - jubif*^cn; ^ataf^nfx. ünr . fznvKmeMM ' JbttiVder' ldrMen Bevölkerung hetz Landes erfolgen können. Der demokratische Gedanke, > welcher durch den Krieg und seinen Ausgang allenthalben eine gewaltige Stärkung . erfahren hat, konnte naturgemäß auch vor den Toren Palästknas nicht Halt machenso daß man dem.Wunschedes jüdischen Jischuw die- Berechtigung nicht, bestreiten/ kann. Vor; Monaten schon t erhoben die verschiedenem Der-- - treter der einzelnen jüdischen Gruppen, im Lände die- Forderung an die'zionistische Leitung, die allgemeinem Wahlen auszuschreiben und eine Art von gesetzgebende?' Körperschaft zu schaffen. Die zionistische Leitung sah sW damals jedoch genötigt, die Vorbereitungen füv'-' öie- Wählen.aufzuschieben^ weil ihr die sich in dieser FräM ergebenden Gegensätze, die damals mitziemlicher- Schroffheit hervortraten, die erwünschte Einigkeit' stören schienen. Namentlich war es die Frage.des WaM rechtes der Frauen, gegen welches die Führer'der^cila^ stinensischen Orthodoxie Sturm liefen. Auch schiän die politische Situation so wenig geklärt, baß es ratsam schien, mit den Wahlen auf einen Zeitpunkt zu ckarten, in dem eine größere Klärung der politischen Verhallnifse erfolgt wäre und man daran denken durfte, mit der Arbeit in weiterem Umfange zu beginnen: / v Die politische Klärung hat jedoch länger aus sich' warfen lassen, als man zu jener Zeit vermuten Möchte. Tie Hindernisse - für eine Lösung des überaus' verwickelten türkischen Probkems find größer, als/vör Jähr und Tag selbst die führenden Politiker der'Entente ahnen mochten, und die Schwierigkeiten der einzelnen Machte, zu einer Einigung zu kommen, hat die Fräge.noch mehr, kompliziert. Amerika,/welches seinerzeit bestimm? war.' ein Mandat über einen Teil -ev hisherigen europäischen Türkei zu übernehmen, zeigt wenig Lust, an den europäischen Händeln teilzuhaben und sucht sich mit möglichstem Anstand aus der ihm leidig gewordenen Affärs zu ziehen. Italien und Griechenland stellen Ansprüche auf Teile Kleinasiens und berufen sich hierbei auf Zusagen, die ihnen seinerzeit gemacht wurden. Die ^französischen und englischen Ansprüche konnten bisher, trotzdem eine Annäherung der beiden Standpunkte stattge-' funden zu haben scheint, nicht völlig in Eingang gebracht werden. Diese'Verzögerung hat bereitsunliebsame Folgen.nach sich gezogen; die nationalistische Be-- wegung.der Türken unter Fühnmg Kemal Paschäs hat eine sichtliche Stärkung erfahren und in Anatolien Unruhe verursacht, und die imperialistische Strömung, nnttt den Arabern, die ihren Sitz in Damaskus hat, ist derart angewachsen, daß sich Emir Faisul, der nichts gegen den. Willen der Entente zu unternehmen gewillt ist, veranläßt gesehen. hat, mit Rücksicht auf - seine Popularität.bei Stimmung der arabischen Führer Rechnung zu,tragen und hat sich in einer etwas operettenhaften Weise z»»m König von .Syrien ausrufen lassen. Trotz aller djeser.