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Wiener Morgenzeitung · 1920-04-06 · Heft 433 (6.4.1920) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 433 (6.4.1920)
Date
1920-04-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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N«ls Hrllrr kschecho-Slowakei: Einzeln 44 Heller i. tfch. W. Pr«ir»«meratton»pretse: Ate«: Zu« Abholen in der . ... Urrl» SO geller Tschecho-Tlowokei: Einzeln 44 Heller l. tsch. 49* Pranvmeratto»»presse fi ebttto», L Bezirk, Tabor» lrabe l biS L» ober in einer - versibleitzstell- (Trafik,: «oüatlich . . Krone« *0.— vterteltührltch ,» 60.— Kit Postverfand iür Men und Oesterreich: Nonatlich.. Krone« SO.- Tichecho-Blowakei: Monatlich. . Krone« 7.— vterteljülirlich „ äl,- M tschecho-slowakkscher Währung Monatlich.. Krone« 20.- »terteljährlich 00.— ta «ngartlcher Währung 6 ^.Zugoslawim: lonatltch .. Krone« IS— tertelsaheltch „ . »0.— t» jngostawischer Währung Polen» \ Monatlich . . Krone» *0/« Ai Vierteljährlich in »oluikchrr «fitznnch Deutschland; : Mouatttch . . _ t?ra«krrtch: . .; Monatlich . . Krank-!tr-f ytalimr „ 1 Monatlich .... Lire r.-^ Echtoeiz» . Monatlich. . . Franks S.^' listratioi rstrUi-l »• t- Wte»,S.Bez.,Ä»bo Telephone: Ad«t«tstratt»n 44« ‘ , Redaktion 40810. ab 6 Uhr abends Rv. 16801 V»stsparlasse«ko«to UikSSS Nr. 433 Wien, Dienstag, den 0. April 1920 2. Jahrgang Frankfurt a.M., 6. April. (Wolff.) Heute um 5 Uhr morgen^ ist Frankfurt a. M. von französischen Truppen besetzt worden. ' P ari-, 4. Avril. <EUte Meldung der zIlgeuee Havas" kündigt die BeseHun p trankfurts a. M., Darmstadts und an ans an. Diese Maßnahmen find — so sagt die offizielle Mitteilung — „ausschließlich Zwangsmaßnahmen*. Die Besetzung der Zone Frankfurt >^D ärmst a kt—H a n a u hat den Zweck, als Antwort für die Verletzung des triedensvertrag es Pfänder in i e tz an d z u b e k o m m e n. Die deutsche Regierung, die seit dem 28. März Kenntnis davon hat, welche Bürgschaften Frankreich im Falle des Einrückens der Reichswehr in das Rnhrgebiet fordert, müfie auf die Besetzung von Frankfurt, Darmstädt und tzanan gefaßt fei». Der französische Standpunkt. Parts, 3. April. (Havas.). M i l l e r a nd hrt stl einem Scheiben an den deutschrn Geschäftsträgsr Mayer d-rratt erinnert, daß Frrnkreich^ Mner-- M. -WstHunxf des" ÄrMlS?tel'^des^MrsailDt^'M^^ träges znlassen könne. Nun ^i es festgestellt, baß die den t s che n Trupp en im Ruhrgebiet die. erlaubte Zahl überschreiten, daß der,Reichskommissär von der deutschen Regierung' volle Handlungsfreiheit für die Truppen im. Ruhrgebiet erhalten uüd haß der Angriff der Reichswehr am 2. d. M.. begonnen habe/ Der Ministerpräsident stellt fest, baß die deutsche Regierung durch die Offensive hen Friechensvertrag übert reten habe. Der MinistLrpräsident hatte eine Besprechung mit Marschall Fach. Ministerpräsident Miller and erklärte einem Vertreter der „Agence Havas", die s y st e m a t i sch e Verletz ung des Artikels 44 des Friedensvertrages weise auf die offensichtliche Unaufrichtigkeit Deutschlands hin. Die Einmischung von Truppendie an der.Berliner jGegWevolution teilgenoknmen haben, könne - die schlimmsten Folgen nach sich ziehen. Frankreich werde , nichts dafür können, wenn es zu blutigen Konjlikten im Kohlenrevier komme. - . Berlin, b. April. (Privat.) Die deutsche Regierung hat alles getan, um die französische Regierung m überzeugen, daß es sich bei den Maßnahmen zur Wiederherstellung der Ordnung im Ruhrgebiet ausschließlich um N o t m a ßn ahmen handelt, die unmöglich den Geist/ des FnedensvertrageS verletzen können. Sie sind im Gegenteil dahin gerichtet, den Weltfrieden zu sichern. Rach Wiederherstellung der Ruhe werden die in die neutrale Zone entsandten Truppen * unverzüglich zurückgenommen werden. Die Auslieferung der deutf^err Handelsflotte. Berlin, 4. April. (Privat.) Die deutsche Regierunghat bekanntlich an die Alliierten eine'Denkschrift gerichtet, in der dargelegt wurde, daß die Anforderung f a st a l l e r deutschenSchiffe den Wiederaufbau unmöglich mache, und um Milderung der Bedingungen gebeten. Nach einer Depesche aus Paris ist das deutsche Ansuchen, a b gelehnt worden. Die Reparätionskommission besteht auf der Auslieferung sämtlicher Schiffe über ,1600 Tonnen und der Hälfte der Schiffe zwischen 1000 bis 1600 Tonnen, so daß Deutschland im ganzen nur über eine Handelsflotte von 200.000 Tonnen verfügen wird. Die Besetzung des Industriegebietes durch ' OerR'ti, S. ÄsidrÜ 'Dc§ Wolffsche Buwaü meldet: Die Polizeiaktion im JndMriegebiet nimmt den planmäßigen Verlauf. Um Städte und Ortschaften und insbesondere die friedliche Bevölkerung zu schützen, enthalten sich die ^Truppen aller nicht unbedingt erforderliche^ Kampfhandlungen.' Zurzeit steht die Reichswehr nördlich von Bottrop, das noch nicht besetzt ist. Oestlich von Dortmund, in, das die ersten Abteilungen eingezogen sind, gehen die Truppen.in der Linie Lünen—Kamen gegen erheblich stärkere Abteilungen der Roten Banden vor. Auch im Landkreis Hörde schreitet die Reinigungsaktion vorwärts. . , Der Bahnhof Wickede wurde von Rote^l Banden gestürmt, ebenso die Zechen „Admiral" und „Glückauf. In Dortnlund selbst sind erhebliche Plünderungen vorgekommen. Die. Konsmnanstalt von Krupp ist gestern abends beraubt worden. Auch die ländliche Bevölkerung zw'schen Essen, Velbert und Mülheim leidet stark unter Plünderungen.' Sehr ernst, ist auch noch' immer die Lage in Mülheim, wenn sich auch das Gros der Roten Banden, das bisher dort gelegen hat, zu verlaufen beginnt. . > . Vor einem Ausstand in Irland. Brandstiftungen «fid Bombenangriffe ans öffentliche Gebäude. Paris, 5. April. Wie die Blätter aus Irland melden, sei trotz ausgedehnter Vorsichtsmaßnahmen in den letzten Tagen neuerdings eine Reihe von Mentaten auf öffentliche Gebäude vorgekommen. In Dublin brachen gestern nachts an acht oder neun Stellen der Stadt in Gebäuden, wo sich die Steuerämter befinden, Brände aus, die von der Feuerwehr meist nicht mehr gelöscht werden konnten. Die Attentäter bezweckten anscheinend die . Vernichtung der in den Aemtem befindlichen Aktenstücke, was ihnen vollständig gelungen fei. In Belfast^ wurde gleichfalls eine Anzahl öffentlicher Gebäude in Brand gesteckt und die telegraphische und telephonische Verbindung. mit England unterbrochen. Aus der irischen Provinz werden von vielen Orten Angriffe auf die Polizeigebäude gemeldet, die teils durch Brände, teils durch Bombenexplosionen zerstört wurden. Drahtverhaue in den irischen Städten. ' Londoa» 6. April. (Annkspnich.) ©cücrit' tieücn /Mc Msttärbehirtny in'Dublin, Bllsnst. .Lvnbvnk'au». Tnndnlk'- und .andrrea irischen'Orley in dtn Straßen D a l),t o e r 1) o ü c errrchltn,^ um alle Pasbnitcn n'M Waffen zu drrichbicsie!'. Straßenbahnwa-e» «mden aeltovvl und münsucht. Beivüüere oatromllkN durchstreiften die angrenzenden Bezirke. Diese Vo.- .hiungen wurden mit Rücksicht auf einen für Ostern angesag^en Linnfemerausstand getroffen. Die Vorgänge in DLneMark. Kopenhagen, 6. April. Die Stimmung in der Stadt ist sehr e r^r e g t; üachmiti. wurde die Sperre au; dem Sckiloßvlavr von der Menge durchbrochen. Syndikalistische Redner hielten Ansprachen an das Voll. Große rote Fahnen wurden ansgepflanzt und Rufe:- „N i e d e r m i t d e m K ö n i g!" „Es lebe die Republik!"^wurden laut. Der König berief abends die Führer aller Reichstagsparteien zu sich.-Die Besprechung dauerte, bis 6 Uhr früh. Alle Parteiführer waren darüber einig, daß es notwendig sei, Wahlen nach einem neuen Wahlgesetz abzuhalten, und daß der Generalstreik a b g e s a gt nkerden müsse. Staatsnnnister Liebe erklärte, daß er zur ' ckzutreten wünsche. Der König wird rrun dem Obervormundschafts» direktor Fr U s die Bildung des n e u e n K a b inet ts übertragen - ' . Das neue dänische KabknetL. Kope -Ha yn, 5. April. Der König' hat feine..Zustimmung zu folgender Ministerliste erteilt: Obervormundschaftsdirektor Friis — Ministerpräsident und Verteidigungsminister; Schiffshauptmann Kammerherr -Ammentorp^— Kirchenminister; Bürgermeister Jensett — Sozialminister; Generaldirekbor Koefoed — Finanzminister; Schulinspektor und Stabtvewrdneter ^^dersen -^- Unterrichlsminister; Verwaltungsdirektor der Nordischen Kabelfabrik Prior — Handelsminister; Departementschef Niis-Hansen — Minister für öffentliche^ Arbeiten; Departementschef O.- C. Scaveniüs — Minist t des Aeußern; Departementschef Schröders — -Infti--'. minister; Pächter Sonne — Lanowirtschäftsmin;',- r'^ und Departementschef Bebel — Minister des^^ Jnri?rn.> Der bisherige Minister für Schleswig, Hansen^ wurde zum Generalkommissär für Schleswig ernannt:. Der Posten des Verkehrsministers ist noch unbesetzt.' Das Ministerium besteht aus Männern, die sich politisch noch nicht betätigt haben. Seine einzige Aufgabe, istdie Durchführung des Wahlgesetzes, Pas vom Mini-' sterium Zahle im Reichstag eingebracht worden'ist, ' und die Abhaltung neuer Folkethingwahlen. ‘ *: : Kopenhagen» 5. April. Sämtliche Forderungen der Arbeiter sind erlüllt worden, darunter dre Aufhebung der Ankündigung drr Aussperrung, die. Sicherung einer Teuerungszulage für die Arbeiter, die Einführung von Betriebsräten und Ämyestre für. alle Politischen Vergehen. - . Die Neuwahlen für das Folkethmg such auf dm 2) d. M.l festgesetzt worden. < ,; .;; Der Reichstag wurde fik -worfiea Eine neue rnsfifche Note an Poken Moskau» 5. April. (Funkspruch.) Der BolkskornmWr W Auswärtigen hat abermals' an den Minister des Auswärtigen "mi . polnischen Republik eine ausführliche Note wegen der Friedens- Verhandlungen gerichtet und ihm mitgeleilt, daß die Emstelluugdir Feindseligkeiten an der ganzen Front und dir Wahl einer neutralen Stadt als Verhandlungsort unbedingte Äoraiee''-- setzüngen für den Beginn der' Verhandlungen seien. Der- Bolkskommrsiär des Auswärtigen könne mit' bestem Willen sich - nicht die Gründe erklären, > die dir polnische Regierung.- bewegen, nur bei Borisow, wo nach polnischem Vorschlag die Verhandlungen staitfinden sollen, Kampfruhr eintreten zu lasi^ Dies, russische Sowjetreglernng müsse annehmen, daß die pmmfche! Negierung strategische Hintergedanken habe. Die. russische Re< gierüng lehne nun jede Verantwortung süx weiteres Blut" vergießen und das daraus entstehende Urrherl ab. Der Vormarsch der Sowjetarmee. London, 5. April. (Funüspruch.) Die Bolschewiken haben Wladikawkas und den. wichtigen Kaspis.ee- Hafen PetwOsk in Daghestanbesetz:. Dadurch sind sie vom Norden her überall bis zum Fuß des Kaukasus herangemckt. Die Krim ist ruhig. Volkskommiffär Sruowjew erschossen? Berlin, 4. April. ^Times" melden aus Abo, daß Sivowjew, der Präsident der nördlichen Kommune, in Petersburg erschoffen w urd e, als,es in einer Versammlung zu Feindseligkeiten gegen d«e. Kommissäre der So wjetrepublik!a m, Safran bereitet fich vor. Haag» 4. April. (Privat.)^ „Nieuwe Copra^i!' meldet aus Washington: Kriegssekretär Daniel' teilte im Senatsausscbuß mit, daß Japan ein großes Flottenprogramm vorbereitet und die Karolinen-, Mariannen« und Marschallsinseln befestigt. i - - Die Truppen d'Annnnzios verlassen Fiume. Nom, 6. April. (Funkspruch.) Nach Triestinec Meldungen, ist die Vcipslegslage von Fiume so eckst» daß der Abzug der d'Annünzio-Truppen unmittelbar bevorsiehen soll. VolLsaHstimmmrg in Montsnegro. Rom, 5. April. (Funkspruch.) Die Londoner Konferenz hat beschlossen, Montenegro durch. Volksabst'"^.u rna entscheiden zu lasten, ob es selbständig •iieui!'-; der mit Südslawien vereinigt sein will. Die ni^luwische Regierung besteht daraus, daß während erAhsümntung^die serbischen Truppen in Montenegro bleiben. Die enLgültige Entscheidung wird in San Remo gefällt werden.

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