Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 431 (3.4.1920)
- Date
- 1920-04-03
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Wie««» Mokgrnzeiluns Seit« 12 Wien, »tmtstm» 3 April 1920 ' , Mt. 431 ' Sport. InternMenales Ofterlurnlor in Dörnbach. Das Dorndacher Turnier verspricht, einen glänzend«» Verlauf zu nehmen. Der KiSpesti A. C., der bereits in Wien erngetroffen ist, gilt derzeit als spielstärkste Mannschaft Ungarns. Die Kispefter treten mit ihrem internationalen Tormann Varga an, der aus, seinem Posten ein wahrer Meister ist. Die Hakoah wird eine ganz andere Leistung wie gegen bett <B$ozttlub bieten müssen, um gegen die Gäste in Ehr«» bestehen zu können. DaS Spiel Sportklub gegen Amateure, das die Veranstaltung einleitet, wird einen scharfen Kampf bringen. Den Höh-punkt des. Turniers dürfte das Tressen Anrateure gegen Hakoah biiden, dem man in allen Sportkreisrn mit geölter Spannung entgcgensieht. Das Spiel Kisp.st gegen Sportklub schließt dar> Turnier ab. Die Kispester werden bestrebt sein, auch dieses Tre'frn erfolgreich abzuschließen. Mit Rücksicht auf den zu erwartenden kolossalen Andrang ist es vorteilhaft, sich Sitzplätze im Vorberkanf zu sichern. Amateure—-Vudapesti Torna Club 3 r1> DaS borgest ige Gastspiel des ältesten Budapester Fußballklubs brachte eine ziemliche Enttäuschung. Die Ungarn waren speziell im Angriff recht schwach. Die. Amateure, die mit mehreren Ersatzleuten antraten, batten keine große Mühe, die Gäste niederzuringen. . Tie Tore der Sieger schossen Konrad II, Hansl und Swoboda. Für die Ungarn war Kollar erfolgreich. Ein ausgezeichneter Schiedsrichter Wat Herr Retschury. Leichtathletisches Meeting der Hakoah. Der Spoitklub Hakoab veranstaltet am 11. Avril vor dem Mrificrichaflsipikl Haloah—Slovan ein l.-ikhtathlcti ches Meeting, für wclckies folgende Movosiaonen verschickt werken: Laust» für Jünglinge big 18 Jahren iib r 1U) w, Damrn-Nculingslaufen über 60 w, Stascticnlautcn 4Xt00m .für kleinere aihlrtikvercine', Lauicn über 8U0m t für Jünglinge bis zu 18Jah.en), Srastttenlaustn 4X8i0m, rficn für alle. Nmlingskarnrn über 1500 ra (für kleinere Leichtarhletikverrine'. An den Sirettbcivetben sind auch Jünglinge trilnahmsbererbtigt, die bei keinem Verein des Oe. A V. gemeldet sind. In den Wenbewrrben für kleinere Vereine sind Hakoab. W. Ä. C, W. A. F. Lehreisvolwereiniguug und Vienna nicht startbenchtflt. No-nunaen bis Mitlwoch den 7. d. M. an das Sekretariat der Hakoah, ' lv Werderlorgafse 3. ~ Zum Wettspiel Hakoah gegen Sportklub. Dem Wettwieibenchr rst noch nachmtiagw. daß -dcr Schiedsnchrer Ruch-r-stld von einer direkt beängstigenden Unsäh gkeit war. Uebrrdios war er von.dem Besircb n beseelt, der stark drängenden Cpmtllubmann chast zum Ausgleich zu verheben, was ihm auch durch einen völlig ungereÄ «fertigt dikiierlfn Elimeterüoß gelang. Den MiiteUäufer NaßdauiL schloß er rm Anschlüße daran wegen «mer harmlosen Bemerkung aus. Der Hakoah Kaniiön Ha'pern konnte eist nach mrhrmaligrr Aufforderung vom Schiedsrichter erfahren, weshalb der Ausichluß erfolgt war. Die deutschen Kampfsyiele abgesagt.. In der letzten Sitzung des Deun'chen NeichsausschnsstS, lür Lerbesübungm wurde delinutg'gebkn, dah dre lür 1921 in Aussicht gestellten Kamvlivicle nicht stattfinden, da Mit den erwarteten staatlichen finanziellen Beihilfen nicht gerechnet werden kann. Toüristrnsektio« des Sportklub Hakoah«. Die im Monat April flattfinbenbe Montagsversammlung der Touristen- und Sli'ektion stnd.t Montag den 12. April, 6 Uhr, im $lnbheim statt. Hockeysektion des Sportklubs Hakoah. Sonntag den 4 April. V-lt Uhr vormittags. Lehr rsvor'platz. Wettspiel gegen Mährisch-Oürauer Sp. C. Aurstcllung: Kolisch, Kau-mann, Steiner. Svri^cr, Kurzmann. Berger, Rojstg Weiuwurm, Kljmt, I.. 1l., Landy. Moruag. V«9 Uhr früh» gegen Oc..L. S. Id: Kolisch, Koch. Bnk. Klimt, Nossia, Steiner n, Jnwald, Naschitz. Dcla, Wengrat, Werl; V4IO Uhr Hakoah 1 gegen Oe. L. S. I.' Aufstellung w'.e Sonntag. Sportsektion Hazair des Z. I. I. Heute nachmittag?, 3 Uhr, im Hcrm Epiclcrveifammlung und MannfchaftssufsteUung. / Gerichlssaal. Hartnäckige Beschuldigung deS Mords. Dcr Strafrichter drs Dezirksger ch!es Leopoldstadt . bitte Astern über eine inleieffanke. mit dttn mhstcriösen E trmkungsiod e,nc§ Matrosen zusammenhängende Ebrendrlc dianngsktage zu verhandeln, welche der Maschinevbtrrcbsleittr der Donau-Dantpf selnffalirts-Gestllschaft Johann D i e n t l e r gegen den Oberoffi.'ial der genannten Gesellschaft Karl M ü l l e r und gegen dessen Frau Mathilde Müller wegen Bcschukdigrrng dcS MqrdrS. und wegen ander er S chmähpngen. erhoben bqt. Am 83. Juni v. I. war her Oberniarrose Karl Müller, als er nach 10 Uhr nachts allein mir dem. Kläger in Engelhai tszell von dem Dampfer »Austria" ans Lazrd steigen wollte, beim Stiegeneinschnitt niedergestürzt und dann inS Wasser gerutscht. Acht Tage später wurde die Leiche des Obeima'roferi in der Rahe von Paffau aus Land geschwemmt. Am Vormittage des UniallstageS hatie der Obermatrose den Dientlrr, einen AbschiedSbrief feiner Geliebten aus Wien ubcrbracht, wobei es zwischen beiden Männern zu einer EifersuchtLszeue gekommen sein soll: Die Eltern des Verunglückten erstatteten auch wenige Tage nach dem Leichmbkgäugmffe ihres SohnrS gegen Johann D i e n t l e:r eine Anzeige wegen Verbrechens des Meuchelmordes. Die Untersuchung gegen Drentlrr wurde eingestellt. Iran Mathilde Müller richtete' aber an de« Kapitän drS Dampfers »Austria" Karl Mume>fler Briefe, in welchen ste bie Beschuldigungen fortietzt. Einen zweiten Brief schrieb Frau Müller an den Vater.dcr Braut des Dii aller, in welchem ste vor Drmtler warnte. In einem an den Verband der Maschinen, betrieböleiter gerichteten Briefe hatte der Angeklagte Karl Piüllrr gleichfalls dm Verdacht geäußert, daß sein Sohn von Dicntler umgebiacht wurde. Wegen des Inhaltes dieser Briefe erhob Johann Drentlrr im Austrage seiner Vorgesetzten gegen die Eheleute Müller die Ehrenbkleidiflnngsklagt. Zum Klager gewendet ries Frau Müller auS: .Kein Mensch außer Ihnen war Zeuge, wie mein armer Sohn unis f Lebe« fam., Sre «erden wissen, wie das geschehen ist. Acht Monate habe ich nicht geschlafen Gott ist jedoch groß und mein Fluch wird S e treffen." Der Kläger reagierte in kerner Werse auf die Worte der Angellagten. Die Verhandlung wurde schließlich vertagt. 19 Kinder rrnd' Leine Stotye* Einen bemerkenswerten Freispruch von der Anklage drS Kohlendiebstahls Mte heute daS Bezirksgericht Leopoldstadt trotz GeständniffcS der Angeklagten, Drei von der Arbeltskofenunterstüvung lebende Frauen, Anna Pichler, Marie P e t t n 11 und Aurclie E r ch, waren' des Diebstahles von Kohle vom Rordbahnhofe anaeklagt. Von den Angeklagten hat eine fünf, eine andere sechs, die drute acht Kinder, znsammm haben ste also 9 Kinder, von drnür die kleinstes mit in den Gerichtssaal genommm wurden. Die, Angeklagten gaben an., ihre Kinder, darunter Säuglinge. Hätten furchtbar, an der Kalte im uugcbeizten Zimmer gelitten, bei einer der Angellagten auch der alte Vater, bei einer anderen der kranke Gatte. Nur de» Kindern und deü Kranken zuliebe hatten ste die Kohlendirbstähle begangen. Alle drei Angellagten stnd gut beleumundet. Der Richter LandcSgerichtsrat Dr. G v tz l sprach die Angeklagten mit der Begründung frei, daß ste unter dem Zwange der Not handelten und nur so viel Kohle entwendeten, rlS ste zur Heizung eines ZlwmerS für Kinde: und Grelle unbedingt benötigten. Die Mitzftände irr den Theatergarderoden. In bemerkenswerter Weise hat ein Richter des Zivillandesgertchtes an den Zuständen in den Theatergarderoben, die die Gard'eroben-Dlebstähls begünstigen, Kritik geübt. Der Beamte der Versicherungsgesellschaft „Viktoria", Richard Rad l e r, hatte sein«: Gattin einen Persianermantel um den Friedenspreis von 2400 Rubel gerauft. Frau Radler besuchte mit ihrer Tochter sehr häufig das Earl-Theater. Am 5. .April 1919 wurde der Mantel, der einen Wert von 100.000 Kronen besitzt, aus der Garderobe gestohlen. Die Kohn und Steiner. Von BojtaNakous. Aus dem Tschech-schen übersetzt von Emkl Sauded. Obzwar sie die einzigen Juden im Dorfe waren, waren sie doch die besten Freunde. Vielleicht auch deshalb, wcil sie knne Konkurrenten waren und einer dem anderen bei bestem Willen nicht schaden konnte. Bei beiden war es so, daß sie zu Hause in Bucina — Groß-Bucina, 23 Hausnummern, die Hirtenhütte mitinbegci'sen — nur übernachteten und darr Sgbbat verbrachten; die übrigen Tage einer langen Woche jagten sie in der weitesten Umgebung Geschäften nach. Kohn r'ausce Federn zusammen, alte wie neue, wie ihm gerade das Glück hold war und Steiner — Ziegen. Man nannte ihn deshalb auch nicht anders denn in der?Umgebung gab es noch mehr Steiner — als den Ziegen.Steiner. Die Ziegen trieb ^r nach Hause.und zu Hause schlachtete er sie dann — hatte ihm doch sogar der Krdisrabbiner selbst die Erlaubnis hierzu gegeben. Das Ziegenfleisch brachte er wiedör in die Dörfer — das hintere Fleisch lausten die Bauern und das Vordere die vermögenderen Glaubensgenossen. Steiner brüstete sich damit, daß einmal -sogar die Mcschitzer Frau Gräfin eine Ziegenkeule bei ihm bestellt habe. ES ist aber möglich, daß diese Frau Gräfin bloße Gcschästsreklame war. Kohn sowie auch Steiner fanden ihren hübschen, gesicherten Lebensunterhalt, nur ein ganz klein wenig unbequem war eS, ihn zu erringen. Es ist ja wahr, mn sich auf seine alten Tage eine kleine Erleichterung zu vergönnen, schasste sich Kohn einen hübschen Schubkarren. cm., irüder ixm er alles, watz er Lujammengekauft hatte, nur im Ranzen —- aber es muß doch wiederum zugegeben werden, baß or selbst mit dem Schubkarren leine besonders große Bequemlichkeit erzielte^ Im Sommer und 'wenn es nicht bergauf ging, da mochte es noch angehen ... im Winter aber., wenn er sich mit dem völlbeladenen Schubkarren die beschneiten Wege entlangschleppsn mußte. . . Da gab es wohl Augenblicke. das Kohn nicht wußte, Mas. woW'besser wäre, ''ob Schubkarren vder Ranzen. J . Steiner wav mit firnen .gfegen «1^ nicht viel besser daran. Wenn'er mit den körperlichen Ueberresten seiner Opfer in den: Dörfern hetumhausierte, hatte er natürlick leichtes Spiel!' Etwas anderes aber war es. wenn er sie lebendig nach Hause trieb!... Ganze ^Chroniken könnte er von seinen Ziegen erzählen und, was er schon sein Lebenlaug durch sie gelitten hatte. Wenn nämlich eine^. Ziege Lust hatte, dann lief sie, daß es eine Freude war, wenn sie sich' es aber kt" den Kopf gesetzt hatte, nicht zu gehen, dann brachte sie keine Macht der Welt, von der Stelle. Ob er. ihr nun im Guten zuredete, ob er ihr auch mit allen weltlichen Strafet und ewiger Verdammnis'drohte, ob er sie von vorne zog oder von hinten stieß alles blieb vergebens. In solchen Füllen blieb Steiner nichts anderes Übrig, als die dickschädlige Ziege bei den Vorder- und Hinterfüßeniftuipa$tt unb sie mochte sich wehrenZ soviel sie wollte" <— die also klüglich Meckernde sich auf bie Schultern zu laden — zur nicht geringen Belustigung aller ihm auf dem Wege Begegnenden. Nicht nur, daß einer dem anderen im Geschäft nicht schadete, halfen sie einander, wo immer sie nur i 'konnten. Wenn Steiner von irgendwelchen Federn Garderoblerin Sch w l n fl e r' gab qn, sie habe die Frav Rädker gefragt, ob sie für ihren Mantel emo, „reservierten Ragel" wünsche. Die Theatergäste dadurch ln der angenehmen Lage, sofort nach der Do^ stellung ohne langes Warten ihre Garderobe zu bekomme«. Der Vcrsiandlungsleiter bemerkte hiechuf zu dem Direktion-s sekvetär L ö w e, daß solche Zustände nicht bestehen dürfe«. E3 sü unzulässig, daß dev eine Theaterbesucher betreffs seiner Garderobe anders behandelt Mrde. als dev ander«, Die „Neserviertkng" sei im flegenständttchen Falle an dem' " DMftühle.schuld. Sekretär Löwe bemerkte» d«iß gegenwärtig-, age diese Ueüelstände im Cärl-Thrater^ b e s e i t i g t feiett; Der Richter gab bekannt, daß das Urteil im schriftliche«:- Wege hcrabgelangen werde. > Schwur?erichLsverhandlungstt lm Monat Aprik« Für die erste außerordentliche Schwurgerichts^ sesston wnrden im Monat April folgende Verhandlungen angoß setzt: Am ß. Goltfried B r o sch e k, Veruntreuung, Maris B en e sch, Diebstahl; am 7.'Emst Rücker, Veruntreu««-)' am 6. Franz B 0 z d e n a, Rudolf 8 i P P a. Diebstahl; am 9. Joses Winkler. Diebstahl; am 10, Alfred Meller, Betrugs am 12. Adolf Baxa. Betrug; am 18. Franz P 0 tz m a « «, Diebstahl; am 14. Viktor Brun n, Wilhelm S chr e m s Diebstahl; am 15. Pauline S ch m i d, Franz Jandl, Dießs stahl; am 18. Hildegard H a i b e 11 x, Veruntreuung; «n IT4 Franz Schöf f e l, Verbrechen, gegen die Sittlichkeit; am 19« . Magdalena N e v e S. Markus Meininger, Dicbstahl; a»! 20, Anton S t a d e k, Anna S 0 p, Betrug; am 21. Moritz 3 ch a p t r a. Diebstahl, Emil Thun, Veruntreuung; am gß. Hennann B e l a, Jda S ch n e i d e r» Franziska R a v r i« Diebstahl\ am 23. Karl R i e « p, Veruntreuung; Karl Hajef« Robert P ettraui, Diebstahl; am 24. Peter Kast«er^ Julius K i r s ch n e r, Franz H l a d i l, Diebstahl; a« 2«. Josef Sepp. Hermann K 0 z e l s k i, Diebstahl, Betrug; «« 27. Robert Ä 0 r « m e s s e r. Betrug; am 28. Friedrich U h L Diebstahl; am 29. Rudolf P a tz a k, Veurntreuung und a« Gustav GeiSbauer, Diebstahl. . CZERN OWITZ Aktienkapital 20,000 000 Kronen, bar eingezahlt 16,000.000 Kronen. *** Alle bankgeachäftHchen Transaktionen, Auszahlungen und Inkassi an allen Plätzen R umäniens, einschliesslich Bessarablen, Sieben* bürgen und Bukowina sowie im Auslände. Der Volkswirt. Handelsrrachrlchteir ans der Tfchecho-Slowakei« Prag» 29. März. (Privat.! In der Generalversamucknag! der Baugewerbe-- und Industrialbank wurde beichloffe«^ aus dem RtiNgewinn per K 589.715 eine Divide»he vvr^ 7% --- K 350.000 zu verteilen. Die Bank, welche im vorigen Jahre drei Kavitalsvermchrungen (von 4 aus 8, von 8 a»s> w und von 10 aus 20 Millionen) durchführte, ließ sich von der Generalversammlung ermächtigen, das Kapital oo« 20 «fj 50' Millionen Kronen eidohen zn können. In der Generalversammlung der „Prag a", tschech-- slowakischrs LagerhaiiS und Spedition- A.-G. lür Land-und Seetransporte in B 1 ü n n. wurde beschlossen, für da-adgelausene Geschäftsjahr eine Dividende von 6'/» zur Auszahlung zu bringen und das Aktienkapital von K 2,000.0000 auf K 4,01:0.000 zu erhöhen. Die Gesellschaft besitzt bereit- Filiale»' m Bodcnbach. Overberg, Preßburg und Triest und werden solche! demnächst in P ra g und Hamburg eröffnet; auch die Erricht»»- weiterer Lagerhäuser ist in Aussicht genommene ,, Dic der Firma Schön L Eo. gehörende Maschine»--^ ziegelei in Königinbof ist in eine G. m. b. H. «nter der Firma Ziegelei Dr. Morawetz & Cie G. m. b. H. in Königi«hof'«mgcwandelt worden. Das Stammkapital beträgt L 600.000. erfuhr, gleich lief, er mit der brühwarmen Nachricht^ zu Kohn; und wenn'Kohn hinwiederum vo« irgendeiner schönen Ziege hörtze, lief er, ohne zu verweilen, zu Steiner, um ihm ihre Adresse mitzubeilen. , Auch .zu irgendwelchem gegenseitigen Weweide« lag, keine .Ursache vor. Sie besaßen daS gleiche Ber-^ 'mögen, nur daß Steiner um zwei Kinder mehr hatte — nämlich acht. Die Häuschen sahen sich aufs Haar, genau ähnlich — und jedes lag am andern .Ende, von Bucina —. nur 'Haß Steiner um einen kleine» Stall mehr hattet Es kam nämlich manchnval vor — hauptsächlich im Herbst, zur Ziegensaison —. daß Steiner so viele Ziegen aufkaufte, daß er sie nicht. .durch ein einziges Massaker in jene Welt befördert« konnte und dann diente der kleine Stall bej der Hausflur als Armensünderzelle, .^0 die zum Tode verurteilten Ziegen auf ihr letztes Stündlein harrtest. Viel nrerkwürdiger aber war noch, daß weder Frau Kohn noch Frau Steiner — die zwei einzigen Jüdinnen im ganzen Dorf — sich jemals einen Strohhalm in den Weg -gelegt hätten. Es ist wahr, eine besondere Prachtentfaltung ^)der einen besonderen Luxus konnte eine der anderen nicht vorwerfen, nur daß. vielleicht die Küche, die Frau Stcin-dr führt«, um «in a?q?l rsq ivaiL s?hivm asup-A 'rvm asjgzinSni ßsbruscu Ziege alles zu Geld vom Kopf bis zu den Klauen verkaufte er ^alles — aber ein Privileg wußte Frau Steiner doch für sich in Anspruch zu n-ehmcn: alle Ziegeneuter mußten im Hause bleiben. Man erzählte, sich, bah Frau Steiner die Ziegeneuter auf siebenerlei! Art'zuzubereiten wußte. (Fortsetzung folgt.)