Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 426 (29.3.1920)
- Date
- 1920-03-29
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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- Remscheid 1× ep/1045531
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DSlliae E « twaf fn « « g der gesamten B tu S I k er « « g einschlietzlich Ex Einwohnerwehren unter Aufsicht der rechtmäßige« staatlichen Srgatte. - 5. Sofortige Freigabe der Gefangene«. Falls dies« Drdittgnngen angenommen werde«, wird die Reichsregierung von einem Angriff absehe«. Andernfalls erhält der Inhaber der vollziehenden Gewalt F r e ich e i t des H a n d e l n s zur vollenMiederherstelluuggesetz- «Stziger Znstilnde.. Hrels SO $tbtf Tschecho-Tloivakei: Einzeln 44 Helle« l. tfch.W. PrännmeraNonstzoelser ' Pttl««. Monatlich . . Kronen BiertelsährUch „ «0^ . in polnischer Dstzrnnst Dentfchlattd;. i Monatlich . . . Frankreich: Monatlich . . Frankl Italien: . Monatlich . . . . Lire S.— Monatlich^^.^rankS 2, iÜedaktion n. Adminl Wteu.S.Bez.,Tabor lftrativ« s»ra-S Telephone; Üldmittiftraiio» 44« Redaktion 4S&19, ab 6 Uhr abends 91*. tOMHt Vostsparkafsenkont» 1804X1 2. Jahrgang Das nene ReichSKablnett. > Berlin, 28. Mürz. (Wölsf.) Die Zusammevsttznng des neuen Reich skabinetts ist im. Verhältnis der Parteien gleich geblieben. Es fand nup eine Verschie-- ^ung in den einzelnen Ressorts statt. Die Mehrheitsfpzialdemokraten und das Zentrum haben je vier und die Demokraten drei Sitze im Kabinett. Neu eingetveten sind Reichsfinanzminister W i v t h (Zentrum), Reichsjupizminister Plunck ' (Demokrat) und Reichsernährnngsminister Hermes (Zentrum). ' " , Das preußische Staatsministermm . ( . Berlin, 28. März. (Wolfs.), Die Verhandlungen der. ' Mehvheitsparteien haben heute abends zu dem Ergebnis geführt, daß das preußische Staatsministerigm folgendermaßen zusammengestellt werden soll: Ministerpräsidium tiVib . Landwirtschaft — Brauch Inneres — Sev erff n g, Unterricht H ä n i s ch, Finanzen — L ü d e m a NN, öffentliche Arbeiten — O s s e r, Handel — Fischb e ck, Hrkslvohlfahrt — Stegerwald, Justiz — Dr. A. Zelmhof. x - - Die nächste Sitzung der preußischen Landesversammlung findet Dienstag vormittags statt. RerchStagswahlen am 30. Mai. ' Frankfurt, 29. Marz. (Privat.) Wie der Stutt-' gart« Korrespondent der »Franlsurter Zeitung" erfährt, werden die Wahlen zum Reichstage voraussichtlich am SV. Mai stattfinden. Es wird angestrebt, auch die Wahlen zum vÄrttemüergischen Landtag auf diesen Tag zu verlegen. Das gegen eine Arbeiterregiernrra. Berlin, 28. März. Der Vorstand der Zentrumsfraktion der Nationalversammlung bezeichnet in einem 3lnf- . tuf die Militärrevotte vom 13. b. als ein u n ver z e i h° l-iches Verbrechen am deutschen Volke, als einen H o ch v e r r at s ch l i m mster A r t. Die Zentrumspartei, verurteile derlei verbrecherisches Tun, lehne aber auch eine A rb eiterregierung, also eine e r n s eit i g e K l ä s s e nt e g i e r n n g, grundsätzlich a b, «weilsie ohne Zweifel weiter nach links, zu einer Rätediktatur und über einen blutigen Bürgerkrieg wahrscheinlich' znm Bolschewismus führen müßte. So lange noch irgend eine Hoffnung auf einen 'anderen Ausweg bestehe, müsse das Zentrum ihn gehen. Darum sei das Festhalten an der Koalition das zunächst .Gegebene, Zum Schlüsse wird eine Reihe von Forderungen aufgestellt, die in dem Verlagen nach gleichem Recht"* fiir jeden Staatsbürger und jeÄ Berufsstand und nach Demokratie m deutschem und christlichem Sinne gipfeln. Die Front fiel Wesel. Münster, 28. März. (Wolfs.) Der Gefehlshabsr des Wehrkretskommandos VI hat sich gestern persönlich in Wesel von dl)m Zustand der dort bisher in schweren Kämpfen stehenden Truppen. überzeugt. Die Division Kabisch hat'gestern das Lager Frredfeld gesäubert. Auf der Gegenseite sind große Verluste zu verzeichnen. Erbeutet wurden eine schwere Feldhaubitze, eine Feldkanone, eine, Revolverkanone, mehrere^ leichte Minenwerfer, ^zahlreiche Maschinengewehre, grcße Muniliönsbestände und ein Lastkraftwagen. Das Einschreiten der Truppen südlich Wesel würde notwendig, um die Ein-, wohner der Stadt vor eirzex weiteren Beschießung durch die bolschewistische Artillerie zu schützen. Die gegnerische Artillerie wurde zum Teil genommen und mit. ihren Resten so weit zurückgedrängt, daß eine Beschießung ‘ Wesels nicht' mehr zu befürchten ist. ' Plünderungen. Frankfurt a. 3$., 29. März. (Privat ) Wie die .„Frankfurter Zeitung" berichtet, wurde die Verordnung des Essener Vollzugs rat es über die Beschlagnahme von Lebensmitteln in den privaten Haushaltungen von zahlreichem Gesindel zu P l ü n d er u n g e n benützt. In vielen Wohnungen der besseren Viertel erschienen Banden, die angeblich im Aufträge des BollzugsrateS die Wohnungen durchsuchten und nicht nur Lebensmittel, sondem auch Geld und Wertsachen fortschlrppten. Der Bollzugsrat, der bisher vergeblich versucht hat, dieses Gesindels Herr zu werden, hat deshalb die Verordnung über die Beschlagnahme von Lebensmitteln 'zurückgenommen. Truppen im Anmarsch. Kobuvg, 29. März. (Privat.) Das hiesige ReichSwehrbataitton rückte mir bayrischen Verstärkungen kriegsmäßig ausgerüstet in der Richtung nach Suhl m Thüringen zur Entwaffnung, der aufständischen Arbeitertruppen ab. Bayrische und brandenburgische Truppen sind in größerer Zahl nach W e st f a l e n in Marsch gesetzt, nm gegen die Rote Armee einzuschreiten, falls diese nicht in letzter Stunde den-Kampf ausgibt. Gegen die Anarchie. Hagen, 28. März. (Priv.-Tel.) Gestern haben in .vagen, Remscheid und anderen Städten Versammlungen der Arbeiterparteien stattgefunden. Die Diktatur, der Mülhcimer Zentrale wR'de einmütig verurteilt und die Arbeiterschaft erklärte ausdrücklich ihre Entschlossenheit, die Anarchie nötigenfalls mit Waffengewalt z» brechet Hilfsmaßnahmen für die österreichischen Finanzen. Haag, 29. März. (Tel.-Komp.) Der Präsident der Niederländischen Bank V i s ch e r i n g hielt gestern vor einem Kreise von Fachleuten eine Rede, in der er sich ausführlich mit den H i l f s m a ß n a^h m e n f ü r die ö st e r r e i ch i s ch e n Finanz e it beschäftigte. - Aus dieser Rede sei solgendeschervorgehoben: Als. Grundlage der künftigen Währung muß neben .der Papierkrone auch eine Exportkrone eingefkhrt werden, die den Wert der alten Goldkrone haben soll. Wahrscheinlich wird es, nachdem diese Exporikrone durch eine neue, v o n v e r s ch i e d e n e n Länder n finanzierte B a n k übernommen wird, leicht sein, die jetzige Papierkrone zum größten Teil a u s demVerke h r z u^z i e h e n. Dazu wird wahrscheinlich eine Kapitalsabgabe in Oesterreich notwendig sein. Ueber die Hilfeleistung und Mitwirkung anderer , Länder erwähnte Vischering die von amerikanischer und englischer. Seite gemachten Versuche. Die kleinen Staaten wärest zur Hilfeleistung bereit, aber die Kommission für Entschädigungen in Paris verlangt Z uf i ch e r u n g e n für die Forderungen der Entente. Diesem Verlangen wurde von den kleinen Staaten nicht nachgegeben. Man beschloß prinzipill eine gemeinsame Anleihe zu organisieren und diese unter die hilfst bedürftigen Länder zu verteilen. Der Plan, eine allge- Goldwäbrung,m schaffen, ist M den maktischeB Schwiengbeüett g e ff che i t e r t, so^ ^üßs jedA LaM in seiner Währung Kredite erhalten wird. Dagegen haben Frankreich und England Protest eingelegt, aber jetzt wird der Vorschlag erwogen, daß alle Länder in Paris eine gemeinsame Kommission für die Verteilung von Waren nnd Rohstoffen bilden sollen Jedem Lande sollen Kredite im eigenen Gelde gewährt werden, diese Kredite erhaltenabereine internattonale Garantie. Amerika hat bereits zu diesem Zwecke 55 Millionen Dollar, zur -Verfügung gestellt Ntttf über die europäische Lage. Rom, 29. März. (Stefani) In der heutige« Kammersihunq, die einen bewegte» Verlauf nahm, gab Ministerpräsident Ritti ein ansi führliches Exposä über die enrop L isch ej und die innere Lage. Seine Erklärung« <en wurden von der gesamten Kammer mit Ausnahme der extremen Sozialisten mit Ub* aftem Beifall ausgenommen. Die Debatte über die Tagesordnung und die Abstimmung! über diese wurde auf morgen Verschoben. Rom, 29.März, gn Erwiderung auf die Ausführungen der Redner, die zur Regierung-- erklarnug das Wort, ergriffen hatte«, führte Ministerpräsident Ritti aus,< er verlange eilt klares, bestimmtes und deutliches Derer au e n s v o t « m, das kein Mitzverständnis aufkommen lasse. Der Ministerpräsident verpflichte sich, nach Wiederaufnahme der parlamentarischen Arbeiten sich drei Aufgaben zu widmen: Der Reorganisation des Stenerwefens, der Agrarpolitik «nd der Vertretung der Arbeiter im r e f - r-i mierten Arb^eitsrata. «&V- -v1 * Ex-Kaiser Wilhelm übersiedelt. Paris» 28. März. Rach Blättermeldungen au5 Amsterdam häbe der frühere Kaiser Wilhelm Dienstag - eine längere Unterredung mit dem holländischen Ministerpräsidenten und dem Minister des Aeußem gehab.t. Er sei dann in Begleitung der beiden Minister von.Amerongen in Doorn eingettoffen, wo en weiteren Aufenthalt nehmen werde. Die Unterredung mit den beiden Ministern, betraf das kürzlich erlassene' königliche Dekret, das die Grenzen des Gebietes festfetzt. welches in der Provinz Utrecht dem frühe««. Kaiser als Wohnsitz bestimmt ist. j