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Wiener Morgenzeitung · 1920-03-28 · Heft 425 (28.3.1920) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 425 (28.3.1920)
Date
1920-03-28
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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I Wfo flT Men, Sonnkaff , gj* t I I I I ■mrn I W- -Tt~T I~ -«lir •* 'fp fc rf—» ,. . n i r ir~ r~r —' — U i $; t\ cksirßrndrn) H^a it b 11 3 in Schranke »werten eine Envntknmg des Scbrankenrauims vorzunrhmen. Die Bmi-, »rbeiten «erden obne Storung des Börscverkehres an,'den börse- . freien Tagen der Ollrnooche vr>'. genommen. Als Hag. der.E.m-- Wruna des lontiuuirrlichen Handels wurde der 12. A d r'» uj 1920 in Aussicht gmv'nmten. Die Auswahl der köntinmerlien;nhandelnden Schrmükyvaviei-e blndt einer weiteren DcschlnßftMuna »orbehnlten. Gstichfalls mit Wirk'amkriL vom' 13.' April 1920 irrten Aerrderunge« der S-ch lußernheit? n der einer Reihe von Effekten in Kraft, welche rrchizrftig kiindqrmachr «rrdtn. Als nächste Kasiataae wurden bestimmt der 12., 19., ,16. April und der -t. Mar 1920. Zionistische PnlästinsFmport-AkLrengefeüschLft. in Amerika. Auf der Sitzung der ame>ikam>chen ziomstischeu - Erekaside wurde geschloffen, ein sveziell-'s Komitee zu autorisieren, rmr Paläsirnaakt re » (i c.f«11 schafL gnmden . jA« . Importe verschiedener 'Produkte- - und Materialien aüs Ä«er:-a und anderen Läudorn, um sie in Palästina, möglichst billig abmsetzrn. Der Prosit der Gesellschaft ist auf dir normale Derztnsung «jrZ invrftitrerten Kapitals berchräntt. Dre Oraaulsation «ird jedoch nicht vernichten, auch Einzelpersonen und . andere Gesellschaften zu mnutigen, JmvortgrschÜske nur Palästina auszunehmen, d« das Land durch die irtie J?9tiiitn e n z rnr gewinnen kann und selbst die dorüae p r « v f s c n s ch a s tl ich e Bewegung nur dann den aavünftktm Nutzen bringen wird, wenn sie die Probe der freien Konkurrenz besieht. Do» der Nirderöfterrelchische« Handels »nd Gewerdekmnmer.' Der Nlederosterveichrschtn Hrmdtls- und Gewerdrkammer liegt dasanSlührlirbe Erpoi« einer Nrw'^orker Großhandelsstr«« vor, welche bereit rst. zu relativ gLnKigen Bedingungen gegen ru'ftlassige Sicherl/rrren österreichischen IudnftrieitNkernrhmMgen Kohle und Rohstoffe auf 1 dis Ljähnget^ Kredit z« liefern. Die Geschäfte werden ans Grundlage der Egde- Bill, welche die Gewährung von awer:!au>fchm Krediten gegen ausländische Sicherheiten regelt, abgeschlossen. Nähere Au§!uttste werden von der Kammer, t., Srubernnig 8/10, Z'mrner 163 d, ZWischm 10 und 12 Ulf: vorMikrazs erteilt. Die Banken »nfc 9ct Wiederaufbau der Bvlsis Wirtschaft. Unter diesem Titel ist eine dsrch Glündüchkeit, Sachkenntnis und Jvdividttalität hervorragende- Schrift-Dr. Fritz Georg S 111 n i r >3 im Manz-Berlag erschienen. In tlaier, fchärfnmrftsenrr Darstellung behandelt dev Äukor die Entwicklung, der BanifMÜronen in der. Volkswirtschaft, die einzelnen Banktnnktionrn, das BavAapnal rn der Kriegswirtschaft und kommt'« ZÄ dem Schlüsse, daß nicht allein unsere Banken dnrch den Krieg tzeschädigt wurden, sondern ebenso die Banken der früher feindlichrn Staaten verhältnismäßig gelitten haben. Bon großem Inter;sfr sind die AuZfnhrrmgen H>r. Steiners über die' Grund- »agr» der Bankentwickluüg und die Richtlinien der B.Mwlmk nach dem Kriege, deren grundlegende Ausgabe in der Diederaufrichtung und Beledlmg des Kapitalsverkehrs in 8er Volks» w-rlschaft lieg?. Inr ^a'ümnrenhang damn bespricht er auch *\t Znmorunq rmserrr Valuta, die Entwertung der Kriegsanleihe,. die Gestaltung deS internationalen Kavrtalnrakt>Z nnd die Heranziehung onL/ändischrr Geldmittel. Die Aufgaben,nuferer Bankpol'rtik nach dcur Kriege seien ungemein schwierig, riskeureich. «nd veranttrortmrgsvoll. Bon großem Re>z und die Kafntel „Das Bankwesen in der Kseksaie der ».'lüifche'.', härteren" und ,Die »oütrfcherr BoraLÄet-ANgeu der wcireren Baukrntwicklung". .in denen-sich der Brriasfe:' freimütig mit Otto Bauer, Bncharm,- Gsldfcheid und ParLus.riusinrzndLuetz!: der Bestand des Bank-' Asiens sich- und 'alle mit dem kanfeckuente» AnsbM fettkqvirallstrschrn Wrrtfchaftsvrdnirng. Diese Abschnitte und auch die Äusführnuqrs über die politische Tätigkeit der Bankbeamtcnschnft dürstku aus stand* gegnerisch; Meinung stoßen; der Autor' hat ein ueues Gebiet darin berührt und Fragen von großer wirtschastlicher und so«it staatlicher Bedeutung aus-oerollr. Dr; erste Ansiagr de? Werke* ist bereits versristen. Börse für la«d«irischafLUche Produkte., Wie«, 27. März. (Orig.-DerichiO Eine Umfrage brr den <rf der heutige» Wochmdtirse erschienenen Provinzbesuchern'ergibt, daß die ,Landwirtschaft mit dem Wltieyrngsverlauf durchaus'zufriedes ist. Gerade der kühlere Witterungscharakter in der Borwoche war der Entrvicktung der jungen Mauren sehr zvtragsich, bä infolge der Verlangsamung der Außenrntwrcklung der Stamnt n)\t Krästigung erfahrt. Jnlolge der tortbestchenden Transportmchwernisie und m Anbetracht des'Umstandes, daß die Landwirtschaft mir Feldarbeiten überhäuft ist, sind nvr belang- Wle«er MorgeirzerLung lose Kufuhren zu verreichneu. Da rrberdres, die Auslands- , znsKüsie' in unzuteicheiideui : Maße" aülängen, : ^Mften / in drr nächsten Woche Swckimgen m der Brot« und Mchl- '.vrrsorgung kaum zu .öcrnieikii mit. Die Mängel der,,, zentralen >Bttplr'ts.chaslmig treten innrer ofserikundige'' zutage. Dir Not der Zeit e.chencht gebreterifch d'.r Ä:k-erhe»siellung' des fre'en Handels > in allen Badenprodukten. Das ist und blecht das einzige Mittel, NU. eine.Besserung der VersorgnnasverhNnlsje heiheiKuführen, Dos geüngsügige Geschäft , in der Berichtswoche, aber^ auch an der hentigen Hau tbövfe wickelte - sich in der Hauptsache ^rr nnverändeiten'Preisen ab. Ein besseres Ge'chast z-'igte sich "nur m Hairrschalen böhmischer Herkunft. Ranfutter lasg behauptet,, Klersaaten tendierte« matt. . Berliner VSrfe. Bkärz. Bei -äußerst fester Gruudstilumung aestülrete sich der Verkehr an'der hentigen' Börse.^siemlrch. lebbaft, wenn sich auch im jpäteren Verlause desselben mit Rücksicht auf die ungellärtetiinerpolrtlsche Laae sowohl hnrskchilich der Neubildung der Regierung als auch der Möglichkeit e ries neuerlich?'.» Generalstreikes der ganz links gerichteten Berliner Arbeiterschaft eine gcmffe Zurückhaltungbemerkbar «achte. Im.Vordergründe des Interesses beistarken Umsätzen und m?hr oder minder sprunghaften Sleigerungen standen , Qtaw- Akrien mit einem Gew»n»»r' ' bis zü 140^ Otavt-GeNußscheine bis 70, Nen-Gumea-Äktie»» bis 100. Canada-Aktten bis 130, Hosch-Akiien dis 33, Beütsch-Uebtrsee-Aktien bis 60 und Harpener-Aktim bis 20Vo- B?i den Übrigen Werten des Montan-, Färb- und Elektrizitäts-dlltienmarkres hielten sich drr Kurssteigerungen, abgesehen von einigen zuiölligen Rückgängen, in »ertaus engeren Grenzen. Schiffahrt- und Bankwerte zeigten nur belanglose Veränderungen. Heimrfche Renten,' die Mehrzahl der österreichischen und ungarischen sowie. dfe »mrikan^chen - und anatolischrn Papiere waren fest veranlagt. Im Rückwirkung der tm Auslande cingetretenen Abschwächung des Markkmsrs' zeigten ausländische Devisen überwiegmh'Neigung zu^ Befestigung. Budapestev Börsen 97. März.-Dir im privaten Verkehre während > der zehntägigen Böncnpause hrrvorgelretene-Festigkeit wurde-im. Ber lanfe der heutigen Börse in -keiner Weise gerechtfertigt. Das Publikum bekundete große Zurückhaltung, so daß die vorgeleaenen werngen Aufträge dem Markte nur be» Eröffnung des Aerkeyres einige AnregMg boten und sich die Kurse.in der Knsifsr gegenüber ihrem Stande vom 16. d. M. etwas erhöhten. Als jedoch bekannt «urdr, daß auf dem Balutenmarkte ein ganz beträchtlicher Preissturz ein getreten se», vollzog sich auch auf de»N Effektenmärkte ein vollständiger Stimmungswechsel und es' erfolgten starke spekulative Abgaben. Den Anstoß zu der Bewegung auf dem Balutenmarkte gab neben den Rückwirkungender. Notenüberstemveldug die in der imrgften Zeit ringetreterle bemerkenswerte Besserung der Kronendevise in Wrich. Gleich zu Beginn sielen Mark um 100. Dollar um 70 und SokolS mn 120 .Punkte gegenüber ihren» Staude vom 16. d. M. im Kurse. Angesichts des außerorbmtttcb dringeirden Angebots zeigte der Mark absolut keine Auft»ah»nssähigke»t nird dre .Preis« gmgen immer wefter zurück. Eine wect brsfere Haltung bewahrte der Lokalmarkt, wo e»n»ge Spezralwertr stark im Kurse anzogen, so besonders Ganz- Dannbius-Aftien, die um mehr als K 5000 stiegen. Ferner gewannen Brasioer Zellulose-Aktien K 600. - einige andere Papiere K $00 bis K 3tx>. Gege»r Schluß ergab sich sowohl auf dem Valutenals auch ans dem Effektenmärkte eine mäßige .Erholung. I»n ssfizielltttt Valntenhandel rtvtttwten Lei 998.—. Mark E SOS.—, Mnnd' Sterling K französische. Frankcn K , Schweizer Franken K , Dollar E 192.—, Napoleons L , Lire K —. Romanow-Rnbel K 270.—. Sokols K 265.—, Oester-rtichische Noten K 90.—, Dinars K —, S0-Mark Goldstücke E —, Leva —« ' Die Devisen notierten: Av'sterdam K 6500.— bis K —,. Kopenhagen K 3100.— bis K 36r0.—, Chrrstiania K 3300 — bis K 3800.—, bwtfdse BarikplLtze K 265.— bis K 275.—, rtt'lienische Bankvlätze K 900.— bis K 1200.—, Prag K 250.— bis K 300.—, Stockholm K 3700,— bis K 4300.—,, Schweizer Bankpkätze K 3000.— bis K 3500.— md Auszahlung Wien K 78.— bis E 90.—. Es wurden folgende Schlnßkurse notiert: Baterl. Bank 710.—. Agrarbank 1205.—. Ung. Kred»t 1430.—, llng. Bank «nd Hdl. 965.-.Holzbank 1125.-. Berkehrsbank 660.—, Hypothekenbr.ni 575.—, Estomptebank 860.—, Oesterr. Kredit 905.—, "28. Mhz 1920 s 911425 Kommerziakbank 6100.—, Bosn. Agrarbank 860.—, klna. Lande?' - i bank 900.—. AeaMbtenbank 1270.—, Wechselstubeu-A.-G. $mm * ,420.—, Ung. Alla. Svaxkaffa 1000.—. Baterl. Sparkasse» 21.01X . Eoncordia Damt»ftn. ^830.—, k. Dudavester Dampfm. 2950.—,* BcoMner Zement 3900.—. Nordungar. K-hlep —, Grau- -SzaszvMr-'' "8s75 —, Dberuttz^/ Kohle» Ml0.—, Dräsche Ziegel 1600.-7-, . Magnesit 1420.—,. Ungarische Ällgrm'tiike Ko.hley 7650.—, Salgo Kohle« 5650.—, Urikanp'Koblert 3500.-, Una. Waffensabrik'IVM.—, G»«z Danubius l 6 900.—. Ganz Elektxi-rität 8300.—, Rimamurann Ersen 2875.-. Schlick Mascktn. 695.-. Oesterr. Gas 330».-. Gutmann 3100.—, Clothilde Äem. Fdr. 1950.—, Ungtu.. Gummlwaren 3450.—, Naschitzrr Tannin 9820.—, Raaber Orl 1950.—, Slavonia Holz 2450.—,^ Adria Seeschiff. 8400.--. Atlantica. 4750.-7, Levante 6600.—, Ung. Eisenbahuvnk. — Sübba^n k98<7-. Staatsbdvn 3700.—, Ung. Zttckrr 7890, ~ , -Urprodüktiön 880.—. BrrM GUihlLntpen 8850.-. ' Cvupbn. .;; /. ** es Bezugsrechr. ■ i -'- * — Araerikanische Wavennotictungetu New-Vork» 26. März. Baumwolle: New-No. loko 4150, New'Orleans loko 4035. New'Dork per Mä.z —, New-Dork per April 39.16. Petroleum: Rafstnahr. (in «a»8»» in New-Uork 27.—, Rassinade Standard While m New-Bork 28.56, Raffinade Standard White in PHÜadc!phia S3.56, Petroleum Credit Balancer at Oil City 6.1»?. ■ New-Mrk Mehl (Marke .Spring Clears^) 9'/, bis 11»/,. New'NordW tu t« loko Wmterweizen 237'/,, Sommerweizen 237% New-Aork MalS per Wester» loko 178.—. New-Irn t Z u ck.e r Standard Granulated —, Raw - Ce«rr>- fugal-12.79 ^Verkäufer. New-Aork Kaffee Rio Nr. 7 loko 16V* New-Nork G e t r-e i befracht nach London nominM New Dyrk-S-ch m a lz Western Steam 20.27. New-Nork Banmw'.o l l'e Zufuhren in den Häfen 17.000. Die Devisenkurse. 'Mir«, 27. Marz.'(Kurie der österr. 5Levise»!-r.Male.) Amsterdam 7950.— (7950.—). Berlin 320.—(308.—), Mricr't > 3750.—, (3750.-),. .Kopenhagen 3625.— (3625.—), Stockhyly» > 4475.— (4475.—V Mark-Noten 319.- (307.-), 8ei°Noten S35.- 385.—).-Leva-Noten 310.— (310.—), Schweizer Noten 3725.— 3725.-4); Französische Noten 1600.— (1600.—). Italienische Noten 1050.— (1075.-), Englische Noten 825.— (325.-),. Dollar-Noten 210.— (210.—). Nubel-Roten (Romanows) 280.— (280.—). siflvi««» 27. März. (Kurse ii freie« Derkehr): Agram 140.— bis 157.—. Budapest: Zahlung «.Postsparkaffageld 105.— brs 120.—. Budapest: (iahlrmg rll gestempetten Noten 110.— bis 128.—, Ungarische gestempelte Roten 10S.— brs —i—, Krakau 100.- b»S 110.—, Prag 305.— bis 325.-r, Tschecho-klow. Kronennote» 5000er 315.— bi- 336.—, kleineri: 315.— bis 335.—, S. H. S.-Kronennottu 125.— bts 155.—. Prag, 27. Mär». (Kurse der DtvjsenMwüe.) Unverändert. Berlin, 27. März. (Kurse der Devisenzerrtrale.) . Amsterdam 2772 — (2757.—), Drüffel-Antwerptn Stt'.v,'.- (549.50) , Kopenhagen 1388.50 (1373.50), Stockholm 15SL-k." (1593)50), Italien 382.10 (374.60), London 295.20 (290.20 / New-Uork 74.90 (75.10), Paris524.50 (529.50), Schweiz 1298,50 (1298.50) , Spanien 181850 »1318.50', Wien altes --- (-.-), Wien abgestemprlt 3621 (37.46), Prag 96.15 (96.40), / Budapest — Zürich, 27. Marz. (Devisenkurse.) ' Berlin 7.70 (7.65), Holland 213.50 (214.50'. ftkV.a 575.— (580.—), London 22.52 (22.37), Paris 40-10 -Jl.4).- Mailand 28.75 (29.—). Brüssel 42.- (42.80), Kovenha. u; 106.— (106.-), Stockholm 125.- (122.50), Prag 7-50 7.4»,, Wien 2.70 (2.76). Amsterdam, 27. Marz. (Devisenkurse.) X London 10.67 (10.58V Berlin 3.60 (3.65), Pans 1/ - ' (19.-), Schweiz 47.40 (47.-), Wie» 1.35- (1.377A Koperrha 4990 (49.76), Stockholm 58.25 (58.-). Chnst'Mira 51.8 > . (50.75), New-^ork —(272.50). Brüssel (19.70), Madrid -7-.-:<47L0), Italien(13.75). LommvrL.->i.Vj8Lo»to LsmL-k.k Lentrslv?rL88durg ° Flfisie Wien, U'. ' 24-280 Telephon 12358,18296,17408 Besorgung »Iler bsnkgeschäftl. Transaktionen. Eit/, ^e^eunahmo yoii Geldeinlagen. Ausgabe ron Einlaß ,vbüchern. Uebernabme Yen Venn5gensvenraltüng<e». Warenabteilung* Die Cholera. 'iräolmui von I. L. Perez. gesundes Mädel mit roterr Backen wie ein Apfel! Ein »Äu^ l-.ui ,sädrsche» von Siegfried S ch u:» v-,' '6. Fortirhung.) Bei Nacht hatte er seine Ruhe im Bech-Hamidrafch; wenn sich die Meuge der Beter verlaufen hatte, 'dann/ blieb er allein.mit den Bänken und Bücherschränseu. Er läuft zum Fenster und drückt den heißen Kopf; cn die kühlen Scheiben. Und der stopf wird kühl,' bie Gedanken ordnen sich wohlig. . . Wenn die Nacht klar ist, so dünkt es ihn, als nicke ihm der Mond? freundlich zu: „Die Erfüllung naht!"-- Bei Tag ging Fossel, rief in Gedanken versunken, außerhalb der Stadt umher. Er fühlte nicht die KMe durch die Nisse und Löcher feiner Lrrmpen wehen und spürte nicht den nassen Schnee, der durch seine 'offenen Stiesel sickerte. Er toar zu sehr vertieft in die. .Geftzpäche mit sich selbst, Mit den bleigrauen Wolken oder m^t der kalkweißen Winter, »nne. Und es gab auch viel .stäi-'bo-'' sprechen und zu bedenken. Ec war die einzige imä n nriche Waise des Städtchens; ver'vaiste Mädche'n-abergab es drei: Nun suchte Foss-el aitsznklüg'M, welchei ftür ihn bestimmt sei.! Da wäre zunächst D wo sch r, die Tochft'r dcss Schusters 'Feremia. Gott habe ihn selig! Der Schu.st:r Ierernia war ein guter .(i'erl. Er hatte Mitleid mit'dem, armen Jossei gehabt, ihn oft in seine Werkstatt gernsei» und ihtu die Stiefel geflickt. Einrnat hatte er ihm »ogar ein Paar Schuhe geschent.! Bei diesen Besuchen hat Joss.'l Dwosche mäht aus den Augen gelafseu! Er erinii-rrt sich ihrer sehr gut. Si'o rtehr. ihm laibhaktia vor den Augen. Ein dralles Kapi/alluädel! Wenn die die Hacke packt, da fliegen die Holzspäne nur so! . . . Wäre Jeremia nicht gestorben, so hätte Iafsel bei ihm um Dwosche ange-' halten. Jossel hat eine Vorliebe für solch ein gesundes Wesen . . . Ein Vorfall t-ancht in seiner Erinnerung auf: Einmal hat er Dwosche -auf der kreppe getroffen. Es zieht ihn magnetisch zu ihr. Er tritt auf. sie "zu und faßt sie anr Kleid. Sie aber gibt ihm einen. ■ leichten Stoß, daß er beinahe über alle Treppen hinabkollert. Ein Glua noch, daß ern Treppengeländer da' ist! . Nach d^sem Vorfall lrej; - llch -J-osse^,lange, -nicht beim Schuster sehen... Denrr er hatte Angst, sie ' könnte es dem Vater erzählt haben. Wre er sich dann cndlich ein Herz faßte u»rd -umgehen wollte, war Jervwia schon todkrank. Er rst dann bald auch gestorbene Kurz nachher rst rhm feine Frau-ms Grab nachgefolgt.) Dwosche ist jetzt Dienstmädchen beim Wucherer Saul.i Jossel trifft sie oft, denn er hat dort-an einem,Dag> der Woche seinen Kusttrg. Er kann es aber nie Über, siw bringen, sie auzusprechert. Sie hat einen so abweisenden Blick!-Doch — wenn die Gemeinde es besi.'hlt. tpir'o sie sich nicht unterstehen, nein zu sagen! „Ja, Dwosche" — so schließt Josset feine Betrachtungen im Selbstgespräch' — „die wäre die Rechte. Eine bessere Frau könnte ich mir gar nicht wünschen. Meine . Backe wird zwar manchmal ihre Zärtlichkeit zu fühlen kriegen, aber — so etwas kommt vor und ich will "es'eben ^3 Zärtlichkeit nehmen! Und ich will sie lieb haben! Ich will den Staub unter ihren Füßen küfsen und ihr gehorchen wie ein Kind. Und will sie str. ichelu und schmeicheln und sie an mein Herz drücken, fest ... oh, so fest! . . . Wenn auch das Herz noch stärker klopft als getzt, wenn es springt.. . und ich. sterbe,.,, zu ihren Füßen!... Oh, wenn die Ge meinde nur sie wählen wollte! Ihr kleinster Finger ,ist ja mehr wert, als eines andern ganze Frau!" Und Jossel wünscht sich jetzt nicht mehr als nur Dwosches -kleinsten Finger, um ihn zu kosen uns -zudrücke^ und ihr zu sagen, wke gern er sie zur Frau will. ';;n ■ . , D'öch' — vielleicht wählt die Gemeinde eine der 'beiden^^ anderen ^Waisen? ( ' Muf d<im Friedhof lebt auch eine Waise. Jossel? r weiß nicht recht, wie' sie eigentlich heißt. Uebrigens ist sie nur eine Halbwaistz; sie hat wohl keine Mutter-.;meh):,!aber<ihr. Vater lebt. Freilich, so ein Vater! — > >da ist c§ besser, ganz verweist zu sein. Der .Toten», ^gräber Verl ist ein Säufer. Tag für'?Lfag..,tortzelter».! in -kilsen Schänken umher und läßt seine Tochter '.äHelte? lauf dem Friedhof unter Toten und Gräbern!'.Wd'nn er dank' stocktrunken heimkehrt,, schlägt er sie ' wie?<*$?. Rasendet und schleppt sie an ihren Zöpfen umher,' ah^ ‘ wollte er mit ihrem Haar die Gräber messen! Die. ganze Stadt spricht davon, doch.keiner wagt), sich tns, Mittel zu -legen; denn Berl ist nicht nur ein Säufer, sondern auch ein riesenstarßer Mann. Er hat vor einigest Jahren. >dM 'Glaser Mojsche einen freundschaftliche». Rippenstoß versetzt; den spürt der Arme noch heute: er hat .einen 'Lungendefekt davon behalten . . . Es ist. ein Wunder, daß die, Töchter noch lebt. Jhw Mutter hat der.Wüterich in jungen Jahren ins Grab geprügelt.; Jetzt ist die Tochter' an' der Reihe! — --Josst? wird es weh ums Herz.' Er hat sie einmal gesehen und kann sie. seither nicht vergessm. Das war beim B'grabuis des Schustcrs Jeremia. Damals hatte Jssseis. eine-sonderbare Angst, näher ans Grab zu trete«. (Kvttjetzung loigü)

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