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Wiener Morgenzeitung · 1920-03-28 · Heft 425 (28.3.1920) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 425 (28.3.1920)
Date
1920-03-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Wieder droht Deutschland' der- Generalstreik. Das IMrigenMiel der. alten. Regiernrtgsmännpr bei der Wdnvg der neuen Regierung.hqt hie Arbeiterschaft, .die t-aL hgx FühruflgderMewerkschasten fest.zusammen' Mssen hat, ' dazu veranlaßt,.. denr 'eklen. Streit. ein ,^es Mde zu. bereiten- und durch . die abermalige Merstgrmg.der Arbeit ihren. WUen. zu bekunden, jede kötzliWit einer Restauration Mr ' die Zukunft Mszuschalten. Zu'diesem Zweck wird gefordert: 1. Sofortige EiWyaffstung und Auflösung >hev gegenrevolutionaren Truppen, das heißt der Kruppen, die gegen die Arbeiter gMmpft haßen und kämpfen.. 2. Verhaftung der. Dsfi- «jM«/und ihre Verurteilung -^urch , ein. Ärbeitergericht. ^.Sofortige Beschlagnahme aller Waffen der Bourgeoisie und Uebergäbe der Waffeü an die Arbeiterräte. 4. Betriebsweise Ausgabe von Waffen an organisierte Arbeite'', AngestMe^ünd' Beamte.' 6 Bildung von AMeiterweHren unter . zentraler Leitung der Arbeiterrate. 6. Gchleuuige Einberufung eines Reichsrätekongresses und Vervollständigung, der Wahlen 'der revolutionären HMrehsrate. Diese Forderungen verstehen sich eigent- 10t: bon selbst. Die Lüttwitz- und Ehrhardt-Truppen Wen nych immer vor denToren. Berlins? und ihre Mtkässung ist bisher von der Regierung , noch nicht einrnal angeordnet, geschweige denn erzwungen worden. Sw WNWre^j W^ WHHter M Mo MMtsertigt und L^ fich zu Postula^W mgentlich > sehr /Lösung. .der pöWschen Ärise^ist^ bisher noch MrW wpitergekömmen und.auch die Bildung des .,, v ... ts, daß/sich, aus.sechs, Hpzjaldemokraten, vier. Demokraten mnh vier Zentrumsvektr.etern HMytpm'ey-.. ^<Wl:'M^.bedLutx.L^ keinen. Ausweg aus den Schwierig-, Wen, .in deNW, sich. Deutschland befindet.. Wenn auch die Militärischen Operationen der Räten Armee im. RDrtevier durch das Waffenstillstandsabkommen der Bielefelder Kommission ein vorläufiges Ende gefunden hWm;-.'sd'MMoch-'die'Lage'-'sck verworren^ daß sich keine Mssicht vuf eine baldige. Klärung durch Neuwahlen getpimren:läßt.' -Die: PÄitifche Frage ist heute eine Personenfrage. geworden. Alle - Männer, die von den Koalitisnsparteienals - ihre Vertreter in der» Regierung' geiMNNt werdend sind-politisch.'belastet. - Das. Volk: sieht in ihnen?entw.eder offene. Bekenner der Reaktion oder un- 5UvWWftge Anhänger der: Republik und jedes. Kabinett ktzyn.',sich auf das schärfste Mißtrauen. der 'unruhig, getyori^nen Massen gefaßt machen. Es ist seit dem Sturz i^k .Monarchie - so viel von. der revolutionären' Idee dei , Ueberfühvung Deutschlands auf das demokratische Geleise kPöMrerrgt. worden, daß die radikalste Anschauung heute de^ breitesten Boden findet,'weil sie die ganze, politische .Konstruktion..unter die Kontrolle d^r Massen stellen will, ^ie-Ausführung: dieses Planes würde aber das Deutschlqüh: von heute in eine schlimme Lage bringen und. die sHrosselungsbestrebungen. des Auslandes von neuem mit - -ru^Üpölker.Attyaliiat ersiillen. Geradtz dieses Beispiel '-Hßt, daß den unterlegenen Staaten durch die- Pariser rkVedKsvertrLge die politische Bewegungsfreiheit auch ngch spucD unterbunden worden ist. - . ., In.der-Pariser Kammer ist gestern-wieder viel von' Mckschländ die Rede gewesen. . DerMinisterpräsident MUßränd erklärte, er würde den Deutschen in-keinem HÄe. von /..Vertragsbruch" —es handelte sich hierbei M die. Entsendung von Reichswehrtruppen in das neutrale Rubrgebiet —^ Milderungsgi'ünde - zubilligen. . Marschall Fach trabe den Alliierten - neue Strafmaß-- Eimen.' und Sicherheiten, vorgeschlagen, denn der putsche Militarismus habe jetzt , wieder seine EMenz l".bsi'iesen.'Run ist.bei aller Würdigung der militaristischen Mahr'-stir Desitschland^von/einer Gefahr für.Frankreich: sicherlich keine Hede. Die'Liittwitz-TruPPen konnten nur über das unbewaffnete Bei-lin siegen.' Wo ihnen die. M'eitersch'ast energisch. entgegentrat. dort versagten alle^ l^wällkttPMücke. Kann nun ieinand im Ernste glauben. HW biewr sckon längst znsaMiüeugehrochene Militarismus chnou tw8fM?reichen Angriff auf das in Waffen starrende Frankreich wagen könntet Ist es zu glauben, daß das' deutsche Boik. das trotz allem so vier Besonnenhe t zeigt, einen McheN' Versuch uüdersprnchslos gestatten '.nsn-de? , mir alles tun« die Verbrecher von rertztk 17- Di?utschl.'i»»d tun. um die E''tir'i'^ung in ihrem S»IE. -U Leu»«'.?:: und' die llbr znrückzristellen, ist ihren Lrä-A-ft-ch« #tg*n^kfeoi recht mch 200.080 Connen aiticriKaniscbcs (Ucizen meftl für Oesierrcicb. Die Mehl und Brotqüote bis September gedeckt. Amtlich wird verlautbart: Der amerikanische Kougretz hat vor kurzem über Anregung Mr. tz o o v e r s die Anitev States Grain Corporation (Getreidsgesellfchaft der Vereinigten Staaten) erm achti gt, de r österreichischen Re g re dün g eine« Kred it ei n zurL«men/auf Grnnd dessen nach Oesterreich 200.0VV Tonnen W ei.z eti ttt eh l a eli es e r t w erden. Die en gtisch e Regiern n g h ckt sich gl e i ch z e iri g b e r e i t; A x t, f ü r vieB ei st ei l n n g d e s zum Transport n ach Oesterreich notwendigen Sch i f f s r a n m es zu so r g e « n n d - d i e hieraus erwachse n d e n Fr acht- und D er siche tun g s k o ste n der ö st er r e i chis che n Re g i e r ü n g zu kreditlervn. Die FeMgung.'^ dLr, n-g-e.«- ' des von der kmeManrHen Grein C-Bovatiop ^nnH.,vvn-^dE'emMWO--UrgLKLMa,DfterrelH, M/ gewAhrendo« Ä "* e d I späteren Zeitpunkte Vorbehalten. - Hinsichtlich der VetsiLi^mig dir anderen, insbesondere auch der nentralen S'aaten an dor Kreditaktlon führL derzeit der englische Vertreter; im Organi?ationskomit e der P paratronskommisstou, Sir WManr G o o d e» Ä e e h a n d l n n g e n, von deren Ergebnis ^Zie Bewilligung von Krediten fttt die Beschaffung anderer LsvensmitLel und für den -Bezna von Rohstoffen ashan't.? Die Verladung der kreditierten 200.000 Tonnen Wsrzeumehl, . welcheüber -Trieft '-'mftradisrt wLtbsk, würde b e r e i t s a n fh c n o nt itt e n, die Ankunft der erstm Mehlsendungen kann g e gen En de April m Triest erwartet werden. Der Preis des amerikanischen. WeizenusehlSs. wurde, mit dem für den amerikanischen Verbrauch ^geltenden/ Preis festgesetzt: bei Zugrundelegung des jetzigen Kurses/, würde sich unter Berücksichtigung der bekanntgegebenen Frachtkosten der Preis für.1 Kilogramm, amerikanischeitz' Weizenmehles auf rund L 30.— ab Triest stehen. Die Re»' gierung beabsichtigt jedoch nicht, eine Erhöhung des Mehl-«^ und Vrotpreises eintreten zu lassen. Mit der zur. Anlieferung gelangenden Mehlmenge erscheint unter Einbe-' Ziehung der von uns früher angeschafften GetreidemengeK' und rlsiter Berücksichtigung der aus Jugoslawien, noch' zu erwartenden Getreidelieferungen die Mehl-und Brot-' Versorgung Oesterreichs unter Zugrundelegung &c$ vollen Mehl- und Brotqüote bis in den SeptembLtz hinein gedeckt. /' '. Da die Ankunst der amerikanischen MehlsenduNgeui vor. Ende April nicht erwartet werden kann, hängt' regelmäßige Versorgung mit Dkehl und Brot.im Mofiä^ Zlpril. vosi dem Einlaugen der von uns angekausten @0/ treidemengen ab. ‘ Von der italienischen Regierung wurde votzWtHj ein Vorschuß von 15.000 Tonnen Mehl ab Venedig bs-» - willi gt, Mr dessen Abtr-nspvrL alle Vorkehrungen getroffen wurden: Der. Styatssekretär Mr Volksernahrüntz'- hat sich überdies/um eine Unterbrechung in dsr Whö und Brotversörgüng hintanzuhalten, im. Wege de- Schweizer Gesandten an die Schweizer. Regierung dem' Ersuchen gewendet, ob nicht von der Schweiz einigE 1600 Tonnen Getreide oder Mehl gegen seinerzeitig- Rückstellung aus dem von uns in Holland angekaustep Getreidemengen vorgeliefert werden könnten. ' . f Auf Grund dieser Maßnahmen kann gehofft werdeH ' Laß bis zum Eiizlangen. der großen amerikanischen Mehl» sendüngen die Mehl-'und Brotversorgung durchgeMhrß werden kann. Da wir jedoch derzeit über keinerler Vorräte mehr verfügen, und immer mit Schwierigkeiten im Transporte gerechnet werden mutz, ist es möglich, datz im Laufe des Monots April vorübergehend Störungen! ' m der Mehl- und Brotausgabe eintreten. Ein Beschluß der Nationalversammlung. Lugano, 27. März. (Korr.-Bnr.) Wie -er „Messaggeromeldet, hat die ägyptische NaUonalversamyrLung beschlossen, die angekündigte Form -des politischen P r o t e K t o r a L e s E n g l a n d s z u r ü ür z u w e i s e «. Die Nationalversammlung erklärte die Unabhängigkeit Aegyptens und des Sudan. Dieser Beschluß wurde den ägyptifcheN Delegierten nach Paris zur Weitergabe übermittelt. . Summa für das zweite Skrutinium gutzuschoeiben,. aller«, dings unter der Bedingung, daß die Partei itt/einem .fett; 23 Wahlkreise, von denen zwei vom ersten Wahlgange ausgeschlossen erscheinen, gleich im ersten Wahlgang' einen Vertreter durchgebracht Aat, das heißt, daß sie in einem KreiD die Wahlzahl oder 20.000 Stimmen auf ihre Kandidaten vereinigen konnte. Es ist daher die für unsere Aussichten entscheidende Frage zu beantworten, ob wir hoffen dürfen, daß diese Bedingung erfüllt wird. Nun, die Ä>tSstch?^/ift vorhanden und begründet. Bor allem natürlich , in den Slowakei, wo' die größten Massen von jüdischen -Mlhlern zu finden sind, dcum auch im Wahlkreise Prag, wo thevrettsch die Wahlzifscr, die 17.000 bis 18.000 Stimmen bettch^. zu erreicl-eu wäre. In den einzelnen sl.'toalii^en Wahlkreisen die 20.000 Stimmen zu erlange»:, ist nun.' ziemlich sicher anzünehmcn. vorausgesetzt natürlich, daß die Wahl selbst, wie allerdings vom Minister Schrobar zngrsäßt wurde, streng getchmäßig und ohne Tcrrvr durch'N'ftUMt wird, eine Bvransjetzung, die man, fpe-wll was die Eiowavß MloMl LMLiiM tzeMiWÄ bktcachW. tim M»W Die Inden im Wahlkampfe in der Tschrcho-Slowakei. (Bon unserem Berichterstatter.) . Prag,'25. Mär>. . / . . L-ie. .kommenden Wahlen , in die tschechisch:. Naiiaualversamnilung geben uns da§ erstemal seit Anerkennung der jüdischen Nationalität Gelegenheit, als gesetzmäßig begtaltbigte Minorität in den Wahlkampf einzntreten, der natürlich keineswegs leicht und hindernislos sein wird. Daß wir aber trotz der in der Judenfchaft der Republik bestehenden Spaltungen und Strömungen mit begründeter Hossnung und Aussicht auf Erfolg den Kantpf aufitehmeu kötttten, sott im folgenden dargelegt werden: Um auch den Minoritäten Gelegenheit zu geben, eine Vertretung int Abgeordneten Han se zu erlangen, bietet das im Wahlgcf.'tz vorgesehene zweite Skrntininm den Parteien die Möglich.eit, die im ersten Wahlgange in den vers ^iedenen Kreisen des Reiches gebliebeiGN Slintmreste, die die WahtzM «der L0.000 Stimme«, N.icht erliche« kovAter^ i»

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