Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 423 (26.3.1920)
- Date
- 1920-03-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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tftaftl <w wpta? j P«k« l Lschecho-Slowakei: Einzeln 44 Helle» i.tsch.W. peLnnmernttonspreise: Vienr An« «holen in der ßtzpeNtton, L. Bezirk, Tabormfe .l fci* 3, .eter in einet > SerschleißstrSe Grafik»: ftdoftttiÄ . Krone« »»,— VterMMrNch ,. «»- Nit Pofineefand lür Men nnk «.-- nr(|in>Tnny Wionntlich i. Kronen iM,- richecho.Sl«w»kei: V*»»tltch .. Krone« V.— Vierteljijkn-ltch „ 21.- intschecho-slowaNschtr Währung Ungarn: ffotttHA .. Krone» SO.— . »Neteriihrlich «o.- in nugerischerWStzrnng ' Ansoslavtem: .. Krone« 19«« DlertellichrUch „ »«.— ' N t»goflR»lscher «Shrnng lener fwlö @0 Heller Lschecho-Slowakei: Einzeln 44 Heller i. tsch. M» Prannmerattonopreis« t ^etcK Monatlich .. Krone« Vierteljährlich .. 00>» ln polnischer WA>««t j Dnttschland: Monatlich . . . Mar« Frankreich:! Monatlich . . Frank» **■«• Italien: . * Monatlich. . . . . Lire 3.-* Monatlich rank» 9r* 91». 423 Wien, Freitag, den 26. März 1920 Redaktion n.Al«ttnlftp<K«O Wien S.Bez.,Taborstr.I-T Kekephoner Administratio» 440 Redaktion 433tO. ab 0 Nhr adeudd Nr. 1(391 Postwarkaffenkonto 150.fl8f •am 2. Jahrgang Aus dem S. H. S-Staat. Agr a m, 22. März. Oie Scbwieriglieiien in Deutschland. : Auch Jugoslawien gehört zu den Staaten, die Mn einer inneren Konsolidierung noch entfernt sind. Mrüchte führen die letzte Krise in der Negierung auf ^nen Wunsch der Entente nach einem Konzentrationsckabinett aller Parteien zurück und gleichzeitig weiß die Fama von einem stets sich'verstärkenden Einfluß Mer beständig anwachsenden geheimen Offiziersvereinigung zu erzählen, welche die Entscheidungen des- Prinzregenten zu beeinflussen suche. Jedenfalls ist die Mr politischen Stabilität entbehrende Lage. Jugoslawiens. dadurchgekennzeichnet,, daß >d'e politischen Entscheidungen in diesen. Ländern, eines natürlich beim)* 'statischen' Empfindens in der . letzten Zeit fast völlig in der Hand des Prinzregenten ruhen. Die jüngste politische Krise, welche, ihren Ausgang von der Weigetzüiig des Thronfolgers nahm, die provifor sche Volksvertretung aufzulösen und die Wahlen in die Konstituante, auszufchreiben. ist nach manchen Hindernissen vorläufig dadurch beigelegt worden, daß es dem altra.dikalen Führer Pvotic gelang, ein Parteiministerium aus. der koalierten Oppositon zu bilden. . . Dieses neue Kabinett, weniger fortschrittlich als b!»s frühere und von geringer Einheitlichkeit in . der Zusammensetzung, feierte ein nicht gerade glückliches Debüt. Gleich nachseiner Bildung traten zwei Minister aus. der Regierung. aus und ein. -dritter, der Minister er^ ein Sarajev-oer, als österveich'scher.Reserveoffizier während des Krieges recht eifrig'- an den Prozessen gegen die in Kr^gujevac Hingerichteten Derben mitgewirkt hatte. Bisher ist das neue Kabinett noch gar yicht dazu gekommen, eine Abstimmung.über die Regierungserklärung, zu erzielen, da das Haus ständig beschlußunfähig ist, so daß die Demission des Kabinetts Pvotic täglich zu erwarten ist. Wenngleich nun der innere pvlitische Ausgleich zwischen den nationalen und politischen Komponenten des S. H. S.-Staates noch nicht hergestellt ist, so ist-die politische Lage Jugoslawiens doch nicht derartig, w ie es die alarmierenden Na5)richten darstellen möchten, die von Zeit zu Zeit immer wieder, aus italienischen Quellen gespeist, den Weg in die-eisvopäische Presse finden.- In einem Punkte jedenfalls wird man die Parteien Jugoslawiens stets geeinigt finden: in der einmütigen Abwehr der Italien'scheu Forderungen'. '' Die Adriafräge gehört nach wie vor zu den ungelösten Problemen des Friedens und es ist trotz der hartnäckigen Bemühungen der Entente biIher nicht gelungen, die' Divergenzen zwischen den beiden Standpunkten auch nur anznnähern. Nittis letzter Aufenthalt in London war in manchem Punkte erfolgreich, aber, in der Adriafrage hat er auch diesmal nichts ausgerichtet. Es nützt nichts, daß sich die Italiener immer Wieder auf das historische Recht stützen und die Vergangenheit zitieren, um ihre Ansprüche auf die Ostgdria zu beglaubigen, denn die Gegenwart spricht gegen sie. Auch haben die illyrischen Pvovinzen in den Jahrhunderten, da sie im Besitz Roms und Venedigs waren, trotzdem Italiens' Kulturtätigkeit sich heute noch in zahllosen.Denkmalen spiegelt, stets nur die Rolle von Kolonien gespielt. Außerdem ist in den letzten Jahren bas italienische Element stetig an Zahl zurückgegangen. Schon Triest verfügt über eine starke slowenische Minderheit. In Istrien drängt sich das itglienische Element jlediglich aus einem schmalen Küstenstreifen zusammen, es bildet jedoch numerisch eine starke Minderheit, da. alle größeren Siedlungen an der Küste liegend Nicht anders liegen die Verhältnisse in der Provinz Görz, bereu gebirgiger Teil durchaus slowenisch ist, und Dal- «Mirn mit" seinen mehr als 606.000 Serbo-Kroaten, denen bloß 18.000 Italiener, geg^nüberstehen, ist heule ein fast ganz slawisches Land, obzwar das frühere Klassenwahlrecht aus der österreichischen Aera dem Jtalienerium im dalmatinischen Landtag eine überstarke Berücksichtigung zu'eil werden ließ, während Dalmatien im Parlament von Slawen vertreten war. Selbst Fiume hat eine kleine slawische Majorität, wenn man den Vorort Susak mitrechnet. So vermögen alle Versuche einer in ein falsches Ziel verrannten italienischen Politik durch Einschränkung in der Preß- und Versammlungsfreiheit und durch ^Mig^Mr. m preußische MaMken gemahnende Maß-- Vorläufig keine Maßnahmen der Entente. Berlin, 25. -März. (Korr.-Bur.) Das .»Berliner Ta eblatt* meldet aus Bas^l: Die Preßinformation lejrichtet aus. Paris r Zn seiner gestrigen Sitzung hat der O berste R a t beschlossen, in der Angele enheit der deutschen politischen.'-: 'Eeelg-niffs a bwartende Haltnng einzun^ymen und von aktiven militärischen und wirb amtlichen Matz nah m e n c egen Deutschland vorläufig Abstand zu nehr^en. Amerika ge^en dWPutschlsten und für Arbeit «kV Ordmntg. Bei litt, 25: März. (Dölff,) Hnr 'D v.e-s' e l, der als Vertu't.'r der Vrieimg en Smaten tu Bettm wkist. bat Mittwoch, abrnvs dem Ne chsnii» ster' M. idl 1 e r folgende Cikläning seiner Regierung nbeimittckt: Die Ne u"rung der Beieichvien Staate« » rfolgt m t Sympathie d e Bemühmrgen der duschen R gicrang in der gleichritigen Bekämp lmg der^Gewalten' der m'(ifattft■ ’cfien" Rc.tttron und der Anuchic.' Die Neg e'Ung der Be-einichen Staaken hoff- ««nmebr, daß dre AnspenWaaen. die Donok-atte auf echt;» Älw1-RüA"nnb'DbMOWW»'- f c m o i tat i f .di e n E I e m e n t e, deren Obüegen Deutschland i in Anarchie u n d C b a o s ftiriz-n winde, Er'olg habe» weiden. Die R gieiung yer Vereinigten Staaten vertraut auf eme vo» aesnndem Sinne ^efi'chite W i e d e r a u i n a h m e d e r A r beit und d e s Hu n bet s in Deut'chlind und würde einen Umüu z der .leweillichen Ordnung der die von den allnerten und assoziierten?ändern in Aussicht > genomm enen H i l i s m a ß r c g e l n »n> m 8 g l ichmachrn würde au's liciste bedau'in. Die finden Nenautban der deutschcnJndustrie notwendige Wiede ausi'abme der Hliidelsbeziehungen würde dadurch ehr erschwert, wen» nicht vorliruüg unmöglich gemacht werden. Die Ratediktatur aHgelehnt. Berlin, 25. März. Der „Freiheit* wird aus Hagen gemeldet: Im Industriegebiet herrscht vollkommene Ruhe. In einer Konferenz der Vertreter aller -Arbeiterparteien ist beschlossen worden, alle Truppenlü'rper, die reaktionärer Gesinnung verdächtig sind, aufzulösen und die Reichseinheit zu wahren. Die Rätediktatur wurde abgelehnt. Rom, 25. Mürz. (Stefans.) Zn der gestrigen Sitzung des Senats fragte Mazziotti, ob die Regierung darüber unterrichtet fei, aus welchen Gründen die verbündeten Re gierungen bei den betrefienden Parlamenten die Ratifizierung des von der italienischen Regi'rung mittels Dekretes alsbald genehmigten Friedensver trag es mit Oesterreich noch nicht durchgefetzt f ätten, Unterftaatsfekretar des Aeutzern, Sforza, legte dar, datz sich in F r a n kr e i ch Schwierigkeiten hinsichtlich der parlamentarischen Arbeit ergrben hätten. Der franzSsische Botschafter habe nunmehr die Drrsicherung gegeben, datz der Frieden sv ertrag mit Oesterreich bald ratifiziert werden nahmen zu einer Lösung zu kommen, dem Problem nichts von seiner Stärke zu nehmen, ja man kann sogar mir einiger Wahrscheinlichkeit Voraussagen, daß die Aoriasrage den stärksten Kitt bilden wird, um die in Jugoslawien noch vorherrschenden Gegensätze zuvereinigen und die nationale Einheit, die in Wirklichkeit ein durchaus natürttches Produkt ist, noch zu verstärken. Der Londoner Vertrag, heu die Enteilte neschlossen hat, um zu einer Zeit, als. dis Lage kritisch war, Die Schwierigkeiten der Kabinettsbildung.! Berlin, 25. März. Wie die „V off: sch e Zeitung" meldeh ist die Frage derKabinettsb i l d u n g bis jetzt nur innerhalb der Fraktionen beantwortet worden. Ein Einvernehmen mit den Gewerkschaften fei bisher noch nicht f e st g eft eilt. Die Beibehaltung einer Koalitionsregierung beruhe lediglich auf intersraktionellen Besprechungen. Gegen die vorgeschlagenen Personen des neuen. Kabinetts, insbesondere gegen den R e i ch s w e Ijfr minister und den Arbeitsmin ist er, seien in der gestrigen Gewerkschastssitzung Einwändt' erhoben worden, doch fehle es bisher an gs-' eigneten Gegenvorschlägen. . * Derlin, 25. Marz. PlivM.) Wie'verlautet, wird sich ball Reichskabmett nach keiner Umb'ldyng wie folgt zusämmensetzenr Bauer — Reichskanzler, S ch i.f f e r — Vizekanzler und Iustiznunister. Dr. G e s s l e r — ReichSwehrmmiste^ C u n o — Rcich-'finan-m'uistcr. B o l z — Reichskchätzmimsta>. Ludemann —- Wiederausbauminiüer, K o ch —'In««»- min ster. B e l l — Verkehrsm mster, G i e s b e r t S — Post» min ster/ Müller — Minister des Arußern, S Ä m i d t Wirlichasisminister, S ch l i ck e — NeichsaibeitSminister, DoKrß D a v r d — Minister ohne Po'tefeuillk'. / BerUn. 35, Mqrz. (Tel.-Kompg Gioße Uvklarhrit-herrscht noch bezüglich der neun Pünkle/ die ÄS Ä rttttdl äg e srll neuen R e g i e r u n g S p r o g r a m m e § gelten. Dis D c m o k r a i e u haben die neun Punkte adgelehnt. In poli-: tlichen Krei'en verlauiei, das Z e n t x u m fei gettügt, bie nein Punkte anzunehmen. Keine Demission des preutzifchen Kabiuetts. Berlin» 25. März. Wie das Wölfische Burtan von zuständiger Seite erfährt, entspricht die Meldun-, daß Ministerpräsident Hirsch die Demission des preußischen Kabinetts überreicht habe, nicht de» Tatsachen. Auflösung der Marine- Division. Berlin, 25. März. (Korr.-Bur.) Die Marine-Division wird im Lause des heutige» Tages nach dem Lockstedter Lager :im. | Schleswig-Holstein abtransportiertz u« dort l aufgelöst zu werden. würde. Was Eng l a n d anlange» fs habe dieses beschlossen, den Vertrag de« beiden Häusern zur G nehmiqung zu unterbreiten. Ministerpräsident Ritti habe bei seinem letzten Besuche in London vo« Premierminister Lloyd George günstige Zusicherungen erhalte». London» 25. März. (Tel.-Komp.)Im Unter« Haufe erklärte Lloyd George» er glaube nicht, daß» die Ratifizierung des österreichischen Friedensabkommens durch Frank« reich noch vor Ostern stattfipden könne. Auch das britische Parlament werde die österreichische Frage g e n a u p r ü f e n. Lloyd George erklärte, einen Tag für die Verhandlung des Vertrages dem Parlamente znr Verfügung zu stellen. j Italien als sicheren Bundesgenossen zu gewinnen wt&' auf dessen Einhaltung die italienische Politik bestehy die, auch wenn sie wollte, gegenüber einer seit Monaten durch Parteien und Presse systematisch aufgewühlte» Volksstimmung nicht anders kann, wird den West-, möchten noch manche böse Stunde bereiten. Daß di« Jugoslawen auf ihre berechtigten Ansprüche verzichte» und eine gegen sie entfallende Entscheidung annehnMA würden^ läßt sich Wech.terdipgs nicht jj Die Ratifizierung des österreichischen Friedrüsvertrages.