Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 418 (21.3.1920)
- Date
- 1920-03-21
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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/WKH Sonnlvg, Mener Msrgenzeittnns /21. MSr- 1920 - ■" »•■"» — '■ . " ...'■ ■■ - ■■ -- - - — -^----' - 'Stfc SW ■ansnafer Ordnung" ht wirtschaftlich ganz derangiertem Zustande. Kurz, daS Experiment, das in Tschechien unter günstigeren Voraussetzungen im großen und ganzen doch mißlungen ist (zum Beweise diene der derzeitige Kurs der Devise Prag im Auslande), dürfte in Ungarn noch viel gründlicher mißlingen, es wird wahrscheinlich weder eine bedeutende Anschränkung des Notenumlaufes, noch eine nennenswerte Hebung der Devise Budapest erzielt werden. Die Rotenabstempelung ist vielleicht auf Grund des Friedensvertrages sine Notwendigkeit für Ungarn, aber wirtschaftlich wird sie aller Wahrscheinlichkeit nach überwiegend ungünstig wirken. Was ihre Rückwirkung auf die österreichische Valuta betrifft, so wird man, wenn man von den Abstempelungs- Verlusten einiger unvorsichtig nach Ungarn liefernder Kaufleute und Industriellen absieht, die dort-' Depots haben, die Folgen der Abstempelung als für uns vorteilhaft beurteilen dürfen. Durch die Notenabstempelung in Ungarn wird das Geltungsgebiet der ungestempelten Krone auf Polen eingeschränkt und aus Ungarn wurden, wie bereits erwähnt, möglichst viel ungestempelte Kronen dorthin abgeschoben, also in Polen ebenso wie in Ungarn selbst ein starkes Angebot ungestempelter Kronen hervorgerufen, was den Kursfall der ungestempelten Kronen rn den letzten Tagen mrtderursacht hat. Da höchstwahrscheinlich für österreichische Lieferungen nach Polen jetzt Zahlung in deutschosterreichischen Kranen verlangt und gegeben werden dürfte, wird gleichzeitig die Nachfrage nach österreichischen Kronen einigermaßen vermehrt, was den Kurs unserer Valuta günstig beeinflussen dürfte. Die dre Nachfrage in Budapest nach den keiner Abstempelung mehr unterliegenden österreichischen Kronen. Was die oben erwähnten Lieferungen österreichischer Kaufleute nach Ungarn anlangt, so ist eS bezeichnend für die magyarische, bolfchewikische ebenso wie christliHnationale Gewalttätigkeit, daß die für diese Lieferungen als Gegenwert bei den ungarischen Banken, besonders bei der ungarischen Postsparkasse, entstandenen Guthaben seinerzeit von der Räteregierung gesperrt wurden, so daß die Kaufleute, ganz anders als bei der Sperre rn der tschechischen Republik, nicht einmal innerhalb Ungarns über die Guthabungen verfügen konnten. Diese österreichischen, gar nicht unbedeutenden Kapitalien liegen dort bis heute brach, da die jetzige Regierung trotz ihres „christlichnatiorralen Kurses" es noch nicht für notwendig beftinden hat, diese Verfügung der Räteregierung aufzuheben: Unsere Industriellen und Kaufleute haben denn auch bei späteren Verkäufen nach Ungarn sich diese Erfahrungen zur Leb«re dienen lassen — heute wird nach Ungarn nur mehr gegen Barzahlung in Wien oder in irgendeinem anderen österreichischen oder ausländischen Platze geliefert. Nrrre Kreditoperationen bevorstehend?' Bis zum 4. Marz 1920 stand der Finanzvnwoltung nebst des bewilligten Kredites von 2750 Millionen Kronen noch ein offener Kredit von rund 739 Millionen Krone» zur Verfügung. Das in parlamentarischer Verhandlung stehende. Fmamgesetz für Las Vcrwaltungsjahr 1919/20 samt Nachträgen siebt eme weitere Kreditermächtigung in der Höhe von 1600 M lllvnen Kronen vor. Nachdem aber zu besorqen ist, daß im Hinblick auf die Osterseiertage der Entwurf deS Finanzgesches nicht vor der zweiten Hälfte des Monats Avril von der tonstimierenden Nationalversammlung verabschiedet werden kann uud nach der Äusgabengestaltung und der Kassengedarung der letzten Monate vorauszusrheu ist. daß der noch offenstehende Kredrtrest von rund 739 Millionen Kronen den si tätlichen Geldbedarf rn der Zeit bis dahin nicht bedecken kann, so gebietet es dre Vorsicht, für da- Kreditbedürfnis des Staates rechtzeitig durch eine gesetzliche Ermächtigung vorzusorgcn, um so mehr. a!S die Neuregelung der Bezüge der StaatSangrstellte«. der Bezug französischer Kvhlenwaggvns und Erfordernisse für die Lebensmittelbeschaffung neue Lasten mit sich bringen. Es bleibt vorerst nur der Weg übrig. Ar die Bedeckung der unmittelbaren nnd unanffchiebbare« Mehrausgaben durch Kredltoperatwneu vorzusorgen. Die Budapester Börse Montag geschlossen. Budapest» SV. MärzI (Ung. Tcl.-Korr.-Bvr.) Der Börsenrat hat beschlossen, die Börse auch am Montag geschloffen zu halten und dm für den 23. d. M. festgesetzten Kaffentag auf den 24. zu verschieben. Die Kriegsanleihe in der Tscheche-Slowakei. Prag, so. Marz. (Tel.-Komp.) Wie »Libowe Noviny" erfährt, hat die Regierung ihre Absicht, dieK r i e g S a n l e i h'efrage noch in dieser Nationalversammlung zu lösen definitiv falle« gelassen. Eine polnisch - französische Handelskammer. Paris, 20. März. (Funkftruch.) Mit Unt"stützmig der polnische« Regierung ist in Paris eine frarizösifch'polnische Handelskammer errichtet worden. Ein Konzern der KalifadrZke« im Elsaß. Paris» 20. Marz. (Funkfpruch.) Nach M ld'^gen aus Straßburg beabsichtigt Obcrkomnnffär Älapctite, die Kalifabriken des Elsaß in einem Konzern zu vereinigen. Ein griechischer Schiffslredit für die Tschechen. Wie aus Triest berichtet wird, sicht ein griechisches Reederkonfortium unt Vertretern der tschecho-slvwasischen Regierung zwecks Gewährung einer Anleihe von 20 Millionen Franks andiets ch e ck> o - s l o w a k ischeRegierung in Verhandlung. Diese Anleihe soll durch Warenlieferungen abgezahlt werden. Hmrdelsrrachrrchten aus der Tschecho-Slowakei. Prag» 19. März. (Privat.) Französische Jntercffenten haben die Anregung zur Errichtung einer tsckech ls ch-französischen Handelskammer mit dem Sitze in P r a g und Paris gegeben. Die „Oeviag"-A.-,G. m. Karlsbad im Vereine mit dem Industriellen Bcrnard Bermavn in Laun gründen, wieder „Ustr. Oznani." meldet, eine Aktiengesellschaft unter der Firma „A s p r u k"-A.-G. für keramische Industrie in Prag. DaS Aktienkapital beträgt 20 Millionen Kronen in llO.OOO Aktien i K 200. Die von der Voska-Gesellfchast inS Leben genesene Au 1 otransport - A.-G. in Prag, die sich mit der Beförderung von Personen und Waren in Prag und Umgebung befassen wird, emittiert nunmehr 50X00 Stück Aktien zu K 500.— Nominale. Der Emissionskurs betragt K 600.—. DieAgrarni BankainPragbatdreOSkargr«de in Dux. Eigentum der Christinengewerkschaft in Aussig, angekauft. In der letzten Sitzung des GlaSunteransschusses bei der Kommission fftt Außenhandel wurde beschlossen, dm Preis für 1 Quadratmeter TasrlglasbeiderÄuSfuhr nach Oesterreich und Ungarn auf 50 tschechische Kronen, und in die übrigen Länder auf 60 tschechische Kronen hinaichuschen. lDer bisherige Preis betrug 30, beziehungsweise 32 tschechische Kronen? Der Berwaltungsrat der Ersten böhmisch-mährischen Maschinenfabrik in Prag hat beschlossen, in der für den 31. d. M. anberaumten Generalversammlung die Erhöhung des AktienkapitaleS von 6 auf 10 Millionen Kronen durch Ausgabe' von 10.000 Aktien i 400 K Nominale zu beantragen. Dir W o 1 l w a r r n - I n d u st r iegesellschaft in Brünn wird in der üm 28.April stattfindenden 50. ordentlichen Gmeralversammluna dre E r h ö h u n g d e s Aktienkapital «S von 1'4 Millionen auf 10 Millionen Kronen beantrage». _ BanmwoLprodnktio»;« Palästina. Die „Deutsche Levante-Zeitung" schreibt: Um sofort die Baumwollvroduktron in großemMastein Palästina betreiben, ist die Auswahl guter Samen nötig; mit Unterstützung der Regierung dürfte der Anbau von Baumwolle dann m großzügiger Weise sehr gut möglich sein. — Vergleicht man den Baumwollbau in Palästina mit dem rn Aegypten, so findet man, daß in Aegypten 100 Acres Grund und Boden 20.000 Pfund kosten und einen Ertrag von MH Pfund ergeben, in Palästina koste' dieselbe Bodenflache 5000 Pfund und produziert für 4400 bis 4700 Pfuud einschließlich der Düngemrttelkosten, die m Aegypten dreimal so hoch find wie in Palästina. Aber noch weitere Vorteile sprechen für den Anbau der Baumwolle in Palästina: ») Gleichmäßigkeit des KkimaS bei Tag und bei Nacht, b) ger ngereS Vorkommen von Krankheiten, e) falls Baumwolle keinen Erfolg gibt, können Obstbäume dafür angepfiauzt werden, deren Anbau m Aegypten keinen Erfolg gezeitlgt hat. Prager Filiale der Moskauer Volks bank. Wie der »Berckvv* meldet, errichtet die Moskauer Volksbank erne F r l i a l e in P r a g. Das erforderliche Kapital beschafft sie sich durch die Rohstoffe, welche in Noworosijsk füt das Ernährrrngsministcrium der tschecho-flowak'schen Republik alffgeladen weiden und 150.000 Puo wiegen. Es sind dies 5760 Meterzentner Molle. 1600 Meterzentner Schaffelle und Rohleder. seruer 7000 Meterzentner Merzen, 16.000 Meterzentner Gerste, 2300 Meterzentner Hafer und anderes mehr. Privatverkehr. Bei vorherrschender Reserve war im gestrigen Privatverkehr totale Grschäfltlsfigkeit vsmaltend. Ge kam zu keinem Abschluß. Bal«te»K«rse. Im gestrigen freie« Berkehr waren krrmde Zahlungsmittel gegen den letztgrmeldeten Stand nur wenig verändert. Es notierten: Rubelnote« K 889, MaeI« Noten grün K 8.65, Lire K 18.80 sife Dollar K 948.50. __ Börse für landwirtschastUche Produkte. Wien, 20. März. Drig.-Bericht.'s Die. auswärtigen Markt- ‘ beachte enthalten wen>g bemerkenswerte Details, die Preislage hatgkgmnher der Vorwoche keine wesentliche Aendrrung erfahren.. Der Weitergang in den europäischen Anbaugebreten ist derzeit . wenig befriedigend, eine Schädigung der Wintersaaten ist durch den Kälterückfall und durch die verspäteten Schneefälle wohl nicht zu verzeichnen, allein die B-stellung der Felder hat eine unliebsame Unterbrechung erfahren, dir allerdings bei einer günstigen - Wetterwenbung reichlich eingeholt werde» kan«. Die Ankünfte m Oesterreich sind weiter ungenügend und ermöglicht« auch ,m Wege der Zentralversorguna nur die Deckung deS Tagesbedarfes - von der Hand zum Mund. Sehr unangenehm^ macht sich die Sperre der Lebensmittelausfuhr aus Jugoslawien " geltend, dagegen sind die in Tschech'en vorgekauften Waren-: mengen teils anaelangt, teils im Rollen begriffen, so daß die' Versorgung m>t Nebenprodukten in der nächsten Zeit eine Erleichterung erfahren dürfte. Der GeschästSumsatz an der heutigen , Wochenborse hielt sich w.cder in bescheidenen Grenzen, wobei d>e Lendein nicht e nheitl ch war. Dre in der Vorwoche zutage getretene Zurückhaltung im Elnkaufe ist wieder gewichen, dadurch erfuhren vor allem HAsenfrüchte eine höhere Bewertung. Fest lagen alle Futterstoffe. preiSbaltcud Raichfutter, dagegen bewahrtem Kleefaateu seitherige malte Haltung. Innsbrucker Warenbörse. Zerrradruckz» 20. März. An der heutigen Börse waren angeboren: Sesam- und Cottonol, Schweineschmalz. Corned- Beef, Heringe. Sardinen. Teigwaren. Kondensmilch, Reis. Geiste. Reismebl. Maniokagrieß. Hulscnirüchte, Speise* und Jndustriefeigen, Oelkuchen, Kartoffeln. Email- und Aluminiumgeschirr. Hohl-und Taf'lglas. Bandeisen, Grobbleche, Dreh-, bärke nnd landwirtschaftliche Maschinen. Nachfrage bestand narb Teftilmaren, Gacnm und Zwmnm. Die Devisenkurse. Wiir«, 20. Ma:z. tKirrte der österr. Devisenzentrale.) Amsterdam 7950.- (7950.-), Berlin 808.-(308.-). Zürich' 3750.— <8750.—)» Kopenhagen 3625.— (8625.—). Stockholm 4475.— (4475.-). Mark-Noten 307.- (807.-). Lei-Noten 335.- 335.—), Lcva-Noten 810.— (810.—), Schweizer Noten 3725.r- 3725.—), Französische Noten 1640.— (1640.—). Italienische Notm 1150.- (1150.-), Englische Noten 825.- (825.—),, Dollar-Noten 210.— (210.—X Rubel-Noten (Romanows) 28V.— ' (280.-); ' Wie», 20. März. (Kurse im freie» Ber-' kehr): Agram 145.— bis 160.—, Budapest Postspgeld 89.—i1 bis 109.—, Budapest 10.000er —bis > Budapest 1000ec I —.— bis Ärakau 104.— bis 114.—, Prag 300.— bis. 320.—, Tschecho-llow. Kronennoten 5000er 905.— bis 325.—, - kleinere 305.— bis 325.—, S. H. S.-Kronenn»te» 125.— bis 155.—* ' Prag» 20. Marz. (Kurse der Drvffenzentrale.) Amsterdam 2798.50 (299850), Berlin 101.75 (102.75 V Bukarest 110.50 (127.50), Sofia 123 50 (138.50), Zürich 1348.50 f1438.60), Kopenhagen 1248.50 (1398.50), Stockbolm 1548.50 (1698.50). Mailand 428 50 (458.50), Paris, 598.50 '633.50). London 299.50 (316.50), New-Aork 74.50 (80 5QV, Wien 31.- (33.-). Brüssel 628.60 (663.50), Mark-Noten 97.5er1 98.50) . Rumänische Noten 95.50 (112.50), Bulgarische Noten- 108.50 (123.50t, Schweizer Noten 1345.50 (1435.50'. Dänische Noten 1244.50 (1394 50', Schwedische Noten 1544.50 (1694.50), Italienische Noten 423.50 ^453.50>. Französische Noten 794.50 629.50) , Englische Noten 294.50 (313.50), Amerikanische Noten 6960 (75.50', Oesierreichssche gestempelte Kronen 28.— (30.—), Holländische 2788.50(2988.50), Belgische 624.50 (659.50V. Zürich, 20. März. (Devisenkurse.) , Berlin 7.40 <7.50*., Wien 2.65 (2.55), Prag 7.85 (8.—), Holland 213.25 214.—), New-Dorl579.- ,581.—). London 22 25 (21.78 >, Paris 42.35 (42.70), Mailand 31.— (31.-),: Brüssel 44.10 (44.50), Kopenhagen 101.— (100.—), Stockholm. 119.50 >119.1-). ■; ' Amsterdam, 20. März. (Devisenkurse.) 1 London lOAB'b (10.82'/?, Berlin 3 42'/, (3.55), Paris 19.90 C*0.05), Schwerz 47.25 (47.10), Wien 1.30 (1.35), Kovenbagen 49.25 (48.50), Stockholm 56.95 (56.25) Christ'anra 49.75 (49.50), Rew-'/lork (273.-), Brüssel —- (20.65), Madrid (47.-). Italien —(15.25). h r s c h e i n t 2mal wöchentlich EXPORT■ IMPORT Erschein i 2mal wöchentlich IMPORT - EXPORT 1:1). DENES WIEN, II., GLOCKENGASSE 18 TELEPHON 48-2-50 » Glas-, Porzellan- und M etallwaren aller Art für INDUSTRIE und HAUSHALT Ir-™- Z -rZ^r-r — i! I I I Ul Treibachev «mch Original-- : iv» Arer-BlllAtiiie iMsM-Mev-fmnellge wie «uch «odernste «nd billigste Nenhetteu nur bei Ai««« PM it FOmm Wien. 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