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Wiener Morgenzeitung · 1920-03-14 · Heft 411 (14.3.1920) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 411 (14.3.1920)
Date
1920-03-14
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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4 ' »t 4ii Wen. Toniitiq Wiener Äii>rg«»zeik«ns ^14. Mörz IS20 tzelte « - 'vr auch hier das richtige Matz verfehlt. Steuern find notwendig» doch bedarf cs einer weifen Steuerpolitik, wenn der gewünschte Vorteil nicht zum Nachteil werden soll. Das Manifest empfiehlt Herstellung des-Gleichgewichtes zwischen Ausgaben rprd Einnahmen. Diesen Rat sollte sich unsere Negierung besonders vor Augen halten. In dem Mißverhältnis zwischen Ausgaben und Einnahmen liegt das Grundübel unserer Finanzpolitik. DaS Manifest rät zur Konsolidierung kurzfristiger Schulden durch langfristige Anleihen. Auch dieser Rat ist gut. Unsere Negierung hat ihn schvst mit der Prämienrnleck he befolgt. Die Zeichnung ist bisher ungünstig ausgefallen, wie dies schon vor ihrer Auflegung an dieser Stelle vorausgesagt wurde. Der Grund liegt in dem Mrngdl an -Vertrauen zum Staate. Dieses muh gehoben w«":den. Dann wird der Staat m der Lage-sein, durch innere Anleihen die Papiergcldmassen aufzr'kaugen Und dadurch die Krone;u heben. Um uns selbst auf die Beine zu helfen, müssen wir aber in allererster Linie zu arbeiten beginnen. Für den Beginn der Produktion genügen die vorhandenen -tel. In dem Augenblicke, in welchem daS Ausland erkennen wird, dah vir Arbeiten und daß unsere Negierung. eine zielbewuhte and rati'nclle Finanzpo'itrk betreibt, wird eS daS bisher mangelnde Interesse an uns erstarken, wir werden wieder. in die Weltwirtschaft einbezogen und als vollwertiger Faktor den .vir1,ryaftlichcn Schrecknissen, in welchen wir leben, entrinnen. Zu diesem Ziele können wir nut gelangen, wenn wir die unnütze Hoffnung f-"*f bcrLtuZlmrdshilfe aufgeben und endlich zur Selbsthilfe schreiten. 4 . '/ ' >•* ,y m/ €"! .. M GD »XL? " .M. ' '-KM m ■ MM :Vl|sm-, *\ -V , ■* - §:V~ :** - L r. ‘ l v* v v'V > . ■ V 1 i r '*U; >: & \ ¥ ‘ff.1- ' V*" v dutll eim ttrlt werde«, wob»» aui die Jnttrrsien der Bolkchviri choft «nd auf die privaten Bechöltiussk deS Bisitzers Rncksichi ,nehme« lern wird. 'Durch r ne Ruhe von Ermächtianugen witt dasiir geborgt werden, daß anch andere, durch die allgemeine,' Bestimniuugi'n deS Gesetzes nicht gcheckten Fälle einer brll'gkr Lösung angeführt werden. Dre korck^ten Ei'tsche,düngen solle,' rnivr Miiwwknng einevon der Nalronalversummlung zu ent* Endenden Kollegiums gefällt werden. Unsere AandslSpi'lavz «n^ere Wechselkurs. lieber dieses Thema hielt im Ni-derösterretchischen Gew7r'ere ein S?ktlo„4chef Dr. Richard Schüller einen Vortrag und führ!« unt?r anderem ans: Uiiser Außen- Handel lang, vorlänslg nur für dre Staaten mit „schwerer Valuta" bew?r'et werden. Die-Einfuhr ans diesen Staaten erfolgte hanp sächlich church die österreichische Regierung. Sibetrug im ganzen J.ihre 19.10, wenn wir. alle ausländischen Dhs'rnngen auf Dollar ümrehnen. ..nttgeläbr 120 Mil^ lionen D"l^r. Im ganzen wir» die Zahlungsbilanz .gegenüber den Valntastaa'en aktiv: Woher kommt es nun, daß trotzdem der' KnrS - der Kr.ope so tief heräbgestür'.t ist? Anher den die Währung aller am Kriege beteilll'en Staaten Europas herabdritckUrden Momenten svielte dabei d.rS Miß trauen, das i„Sb sonXre durch die ununterbrochene Tätigkeit, der No'e:w-es,e genährt wirrte, eine grrße Rolle-. Wer auSlü'^ischeZ Geld besaß oder durch Verlaus von Waren oder Wertpapieren erlang'«, bielt es festi Valuten wurden in .f üler linbckann'er Weise thesanrievt. - D"S Htnanzamt konnte. - degrei.k'lchr.rwe'k• •/M.r ein;,, Teil der ärrsläirdifchetr Zahlungsmittel an sich ziehen. Es entwickelte sich eine hestsge Spekulation a-s das .w stiere Sergen der ansländischer» Geld sar'en, wodurch der Kronen MrS tief unter die inländische Kausk'--'ft he.abgrdrückt wur^e. Dies hatte ein« starw Nrickwlrknng auf die PreisverhSttuisse - im - Inlandes die Preise wurden' abelttenerlich in die 5-öhe geivirbestt, als ob hie; Kurs.» der Krone in Zürich fsk'r die . Gestaltung ialler. unserer 'Preise maßgebend wären.;;Troh heS''Mangel,wen freien ^Verkehres haben die?luslanbsprels; und Wechs-ellu-.se' auch jetzt u„;weis.'lbflst einen gewissen realen stLinflnß chif die Preise im Jnlande. Dies ist bei aiksslihtfrcien; Ll'xitsärtikeln der. Fall. Der größte. Teil der Jmpdrte^^ Mlrd durch die, Neniernng vollzogen, Ül'erwi.^ge.rd gegen Kredit. Nur für di« bar bezahlten ßelcßt werden soll. Lkach d ^em Eutwnile söll sich die Schuld- Miiarn känn;. ta'säch'i.ch berechnest werde,,s was ' sie kosten. übern ilimr durch die Revulstik e Ä imtn voNXWalnutt.a ®-le P^lse rationier er Artikel 'werben>ü.bripenS. nach - anderen «orrn'umr vurn, oir ^cpinnr Zeilen>..cy unter vou.r wlr-rckwk'sicl'-n Mnw-üwn s-rweg-lst vt.w« Kriegsanleihe-UebernahmSgeseh. KkZ-A» "i.HH-.,. StaaiSrmt filc F nanzen wird derzeit d--t-Entwurf " }'?&? tines Gesetzes, über de Äne,Innung von Echnldverschreilnmgcn brx-Lsterrkrchl-'chen-'Krregsanleihe als einer Schuld der N«.publik Ocffeneich (K»ieg§anleilie°Uebcrnahm?pk'ey) ausgearbeuet, de^' denlüächü als Regienmesvorlage der Nat vvalve^a.mmlung vorder Gläubigen echte des'Inhabers, als» insbesondere ohne Kürzung des SchuldkapiiateS dder der Brizlwung und unlrr?tusrrchteihaltm'g der bedungenen Fäll gleiten vopz'-ben. . - Die m ist d e r. K'o n t r 0 l l.b e z e i ch li tt n g v e r f e b r n e n Titre S der österreichischen Kriegsanleche «erden unabhängig von den persönlchrn Eigenschaften des Besitzers als, eine.' Schuld derJepMi.k O-sierreich anerkannt. BeMl-ch jener Kriegsarle heb-stände, die .b'.swr M Konirsllbezsichnnng, sci sts .überhanyt nicht, sei es nicht e„dgültg,.zngemsien sind, beschränkt sieh der Cr, wmf daraus, grund'ätzl che Best minurgen über die Frage der Schnldüb.rnahme dU'ch d e Ncpubtrk Orst^c'.ch aü'-nsiellen. Die Mmnrgsaltigkeit bct.htcri’ci iu deriicksichUgenden Fälle ist näml ch so groß und die sinanz eile V-'ranlworlung chrer- Ent'ch'eidnng so scherwi'gend, das; eine geuerellc! Rcgrluntz.^dwch,chaZ Ges tz selbst, nicht möglich ist und nur daiür vorgcsorgt w^den kann, daß jeder einzeln' Firll -nach he» geMrch^^-.st'.usteÜenden N chstinirn m besonders sorgsälilger und einwänd'reier'Werseg'prüit und erledigt werde. In der Hr'np.säche w.rd es für den - im-Jnlande seßbastn, , Knegsanlc>hst'esitzer darauf ankottunen.' daß er seinen KriegS- - »nlfihebesitz ordnungSgi-rnäß. angew ldet hat und d/S. Heimatrecht in ener G me nhe der Nevnblik Oesieneich bcsitzr öd':rzulumdest bis zumIi'krafttrclcn des FredensoErtrages noch crm rb.. Em solcher Eiwcrb kann bis aut weiteres gemäß 8-2 des GeletzeS vom 17. Onohcr stsltz. Et."G -Bl. Nr. 481. durch Auf. ' tzabme in den Hmnitverband auf Gruüd nachg''wlcsettcn zehnstahngen unrnuctbrochenen An^nthal.es er'alg n. >§8 2 b,S 5 des Gesetzes vom 5. Dcznnler 1- 9'i. N.-G.-Bl. Nr 222.) Juristisch Personen mit dem S tze in Oesterreich werden den daselbst - yeima berecl, igt'en hristichen Person.» gleich behandelt. Be, Oeücrr kichern, welche gebundenes Ö t tut öge n t n, K e u auSlande besitzen, wird dev von der Schuldaner kennung durch d e N-publik Oesterreich allenlalls auszunehmendc ' keil des o'.dnrm.'kgeinäs, angemeldelen Kricgkanleihrbesiyes rndlals wir'schaftlichen .Momenten seststestellt.;J'n Vielen/Fällen finden stninortier'e Waren in, Jnlande zu' den ausländischen Pre-sm' keinen Absatz. Wie «»möglich, die ''Preisbestimmung nach dem. jeweistgen Wechselkurse, ist. geht auch daraus hervor, daß bei dem Tiesstaudr, ans dem der Krouenkurs angelairgt ist, selbst geringe Kursänderungen immer wieder Preisrevolilii'irr-en zur -Folge;haven mus/en. -Wenndie Krone, wie iy den letzten Wochen, nun 80 Prozent steigt, müßten die Prstse im.gleichen Verhältnisse znrückgehen. unerträs;lich enge'Grenze:,-eing-eschnürt. Durch di: .ge'ürmtcn. Schwierigk-eiten des. Verkehres mit dem Anslande wird die' Produktion aüßerordon.lichers htverts und verringert. -. i Wir brauchen zur Hebung der Produktion dringend ausländischen Kr:dik, weil wir und anders die notwendigen Na.hrungsurittel Und Noh'sttWdrichL.nve f'afien können. Ich habe die Zuversicht, - daß wir auch» dieses Jahr die notwendigen Kredite erhalten werden.' Neben den öffentlichen Krediten muß der Weg zu den privaten, insbesondere für den -.Nohstrf,'bezug, gesunden werden. Verkehr , und .Iredit hängen teils vom Auslände, teils von Uns ab^ Aber es hängt nur von unS ab, daß wir Unsere geistigen und physischen Krüste, unsere. Arbeit, ,in den -Dienst der 'Steigerung , der ProduMon -stelle,,. Wir sind allerdings hierbei insofern, be.chränkt, als zur Produktion auch Kohle, Nohstosse und andere' Produltioiismittel notwendig ^si»d. Aber davon, daß innerhalb der durch die Versügnrrg über die komplemenlären Güter gegebenen Grenzen die vorhandenen Möglichkeiten voll ausyeirützt werden, hängt unsere Existenz und Zukunft ab. Die Erkenntnis, daß-Europa ein zusammenhängendes WirtschastSgebiet ist und daß dies ü, dein'Kredit- und Gelt f iste,n und irr bei, wirtsrhästlichen Beziehungen der europäischm Staa er, zur Geltung kommen muß, nimmt jetzt überall rasch zu.' Die AuSsührungen des Vortragenden fanden lebhaften Beifall. tzandel^nachrkchten atrs dcr §sch?cho-Slowakei. Prag, 13^ März. (Privat.), Zwei, neue. tschechische' Glasfabrik e n sollen errichtet werden, und zwar soll die eine in E i s e n b r 0 d, die zweite in K l e i n s k a l erstehen. Mit df'm Vau soll im Frühfahr b-gonne» werd«^ An dein Neingelvinii' soll auch die Arbeiterschaft teilhaben. Nene Gesellschaften m. 6. H. Josef Jelinekß Möbelfabrik in" BubwekS. Stammkavital 300.000 Kronen^ — Karlsba'-er Grohs lcherei und Flelschverwertnng. Stamm* a'iital 600.000 Krosten. — Bernhard Krieger in Mährisch-' Ostrau. Kapital 1,006.000 Krönen. — Dampsziegeleiwer« und leramischr Industrie in Karlsbad. Stammkapitak 100.000 Irvnenl — Prhemia, Karlsbader keramische Werkes Stammkapital >400.000 Kronen. Das Mirlisterium hat di: Errichtung einer Akllengesellkschast nn er d-:r Firma „Strumpf- und Wirkwareil-Fabrike« Teplitz-Chemnitz. Bigogi-e-Spinnerei Anpe schin. Wolf Blum» bergS Söhne mit dem Sitze in Teplih bewilligt! In der DerwaltungSra s'tznng der' ,P ra ger Ei sen» werke A.-G." wurde beschossen^ der Generalversammlung "cke Auszahlung einer Dividende von ö Prozent, gleich 10 Krosten Vvrznsch'ag:». Der Reingewinn beträgt 57.518 Kronen. Gl-cich'eitig wird eine KapitalSerhöhungij auf 1,4 Millionen Kronen beantragt werden.. { , Infolge der Einführung der Umsatzsteuer und der aV h. d. M. in Kraft getrelenen Stenecrrhöhung werden die Preis: für rektifizierten S tz l r i t usS von 25. auf 28 Kronen n„d für b e n a t u r i e r t e n von 2 auf 4 Krorw^ »wo Liter erhöht. Das tschechs-srowakrsche W>hrungsgefetzt Das mit der Ne'akiion des Ge'etzentwurkes über d-e Ee» richtimg einer t'cl'.e't'ö slow ikisrben >!ett 'bank auf Alt nt betraute Kon, we hat se ne Bemlnngm de-rwet. Die hanvisächliri'üeAende»!>ng. die das Korn st-r an dem G"sel.-e,itiv„'se vorgcnommen hah . "sielst, wie das «P.^er Tagt'lrt^ erfahrt, dann, daß m dem n'nrn WätznwgSfe'ev n i ch t m eh, von eine, Franken» 'vährwng gesprochen wird, - sondern van einet ' ii h r u ngse i n l, e 1 r. die. durch rin späteres G setz de» , 'timmt werden w rd. Jir'vlaedesien sind alle Bestimm,,nocn, in. enen von e »er Fratikenwilirrmg die Rede war. ^n dem Sryne nmarändeit worden, daß nnrrm!,r übcuill die ^Vahrnngseinheit". usioenomme,, wurde.. -Die abgeänd rte Vorlagsoll dem^Fmanz» minister vo-grl nt und nach d'sien Genelimigrwg' sofort ln Druck steot we den Es ist dm,', zu rechncn, daß das Wähun'sgesetz md die Swtn en.her Bank der Nauonalveriammlung noch m tescrSc'sion unte'brer'et weiden. I ■ ' , ' 1 Drc? BLwertrmsz der Kriegsanleihe und Kff^lrter^ m An arn. -;• -j Drchctprft. 13 März. Eine gestern erschienene Re» gtexunZZv-evordnunz regelst'die. Bewertung der Kriegs« anleihe/und der Effekten im allgemeitten sowie Ug; den Bilanzen für die' Jahre 1918 und 1919 im, bs* fvnde.en. Die Krieg? an leihe kann^ demzufolge, wen« sie im Wc'ge der Subskription in das Eigentum eürer Geseilschasst gelangt ist. höchstens zum EmisfionskurK, wenn sie später erw-orben wurde, höchstens zum, AH»' / «chaffung preis, lein swegs aber über demN/rma ioertin die Biianz e'ngestellt werden. Im Falls der Bewertung. u.m Emission kurs, be'e ungsweife zum Anschaffüng^' preis, tpenn. dieser höher als der Verkaufswerf mye letzten Tags des letzten.Jahres ivar, .chÄrf die DiviN / bende 50 Prozent der 'jüngstensHipidenh-r nicht übert schreiten. Im Falle Mer niedrigeren Bewertung aG züin EttlisswnZkurs, kann die Dividende 50 Prozent der vorjährigen -'Dividende um sovstele Prozenteübep^ steigen, als. der Bilanzwert unter dem -EmiffionZkurK bleibt. Fix verzinsliche Slaatsanl-eihen dürfen nicht höher als zum Nominalwert bewertetwerden. Eines Höl;erlew.rtung der 4'prozes,Ligen ungarischen GoldrentK darf nach Maßgabe des Eaüponeinlösekurses erfolgen. Sonstige Wertpapiere düi'f.'n zmn' letziey offizielleNi 'Noli.'rung.ckurs, aufgenomm.'nwerden. Fällige, nicht: -einge öst: Coupons der ungarischen Staatsschulden können im vollen Werte der Forderungen ausgenommen werden. ' , / , . J Die Abba'tnn^ der ordentlichen Gencralve'rsamnvlung kann bis Ende April 1920 aufgeschoben werden.« Oestcrrckchische. Wafsenfabriks-Gesellschaft. Die Ocsieire chlsetze Wasimfainils G.seü'chaU hat auf di.' 4% Mer» r'ichrsclre Lotanleihe 1920 einen Beirag von Nommalt li 6.000.N00.—'gezelklmel. ÖEGRÖNlET 1871 Wiener We«hselstube|it i. Tcinra!t8trassc 2 I .Rotenturmstrasse 29 —JI. Taborsirasse 7 III Mau t^tiasse ,0 , IV Luisengasse 35 IV. Rn'nerphtz VIII }osefstärtterstiasse 64 > III Haup,Strasse 3 XIII. Breitenseers rasse 8, XIV. Sparkassaplatz , XVIII. Währingeibtiasse 84 Filialen« - Baden bei Wien. Oraz, Linz, mm,!., SCKOTTENGASSB 1 Aktienkapital u. Reserven: K121,5C0X00. Besorgt sämtliche Bank Geschäfte Mlck industrielle Transaktionen. Zabiangen an die Wiener Vieh» und /lErtDriMrMZT *0*71 VH. Maria,lilferslra'se74b Steyr,’ OJerbeigüalinhof, Fleiscrmarktkasse werden be> samt* unUiSUlNL/C I lo/i VII Neubaugasse 44 Czernowiiz £003 liehen Zwe-rrstellen öhernommetL Czernowiiz £003 liehen Zweigstellen übernommen. Menachent Wendel. E'm Brieswechsier. Herüusgcgcbcn von Schvlem-Aleschem. Aus deck Jüdischen übertragen von Lregfried S ch m i tz. Sechstes Buck: Unglück, auf Unglück. - (47. Fortsetzung.) (Menachein Mendel als Agent.) M. wachem M.nde! von d r R.' se an seine Frau Schrine, Sch iiü^el in Kasriliwk^.. ■ Der teuren, cbl.n, tugendha'ten und klugen Ehewau Ucheine-Scheindel meinen Gruß! ^um ersten sei Dir kundaelan. daß ick — d-»k Se'nem lieben Nami:n! — gesund bin und melü Leben bas ic3 Friedens; der Herr, gelobt sei er, möge helfen, baß e n.'s vom anderen nur Gu es höre in guter Botschaft zu Trost und Heil — Ameil. Zum zweiten wisse: Mel ne teure Gattin, ich habe verschwinden müssen, durchgehen nävilich. Mit Müh^ und Not bin ich einem Unglück eütronnen, einem großen Unglück; ich muß Goinel bentschen.*) Es hat *) Goniel bentsche«, dB Gebest nach Ercettuya aus Todes- ZNiNÜr spr^rBfp, nicht viel gefehlt und ich wäre d«ch Gerechtigkeit verfallen und Gott weiß, was ich da auSgefaßt hätte: vom G?sä„izniZ schon nicht zu rede», hätte ich vielleicht gar ein paar Jahre Sibirien gekriegt — und doch-bin ich an allem, was geschehen ist, so schuldig, wies Du; Wie sagstdoch Deine Mutter: „Unglück aus Unglück in Hans und Hof" . . .'Jetzt, da der Herr der Welt mir geholsen hat und ich mich rechtzeitig vor dem -Feuer in Sicherheit gebracht habe jetzt erst kann, ich mich Hinsehen, und Dik alles genau berichten, von An'ang bis zu Ende. Meines lchlen Briefes erinnerst Du Dich wohl noch und tv-eißt, in welchem Zustand ich war »ach der schönen EhestHrmg für zwei Mädchen (nicht einmal mehr denken will ich daran). Ich habe gemeint: jetzt ist alles aus. Menachein Mendel ist fertig. Da muß ich gerade damals einem Menschen in die Hände fallen, einem Agenten, Inspektor des „Eqüitable", der Menschen vordem Tode vers-ichert und davon ein fettes Einkommen hat. Er hat ein Büchel herauSgezogen und mir gezeigt, wie viele Leute er schon vor dem Tod vcrsühert chat und wie viele ihm schon gcstorben sind. Das Grschä't ist nämlich so angelegt, gerade umgekehrt wie sonst: je mehr die Leuts sterben, desto bcsser. sowohl für die Toten, wie für die Lebenden. Du fragst natürlich: WaS für einen Sinn hat das? S»t Sttm i£t Mr eüüack einMüken, Nehmen wir rmr der „Eqüitable" ist so freundlich' gewesen, mich vor dem Tod zu ve.si.hern auf zehntausend Rubel; so muß ich dafür alles in allem zwei-, dreihundert Rubel, jährlich zahlen bis zum Tode. Und wenn ich — Gott behüte — schon im ersten Jahre sterbe, hast Du Dein' Glück gemacht: zehntausend Rubel sind Geld! Wie aber, weiin ich leben bleibe? So hat der. „Eqüitable" sein Glü^ gemacht. Dort sind unzählig viele Leute arck gestellt. Aö^lUen, meistens — Inden, welche auch Frau und Kinder haben und auch leben müssen. Mas'kümmert das iruch? Der Fehler an der Sache ist nur, tzaß nicht jeder so ohnewetters Agent sein'kann. Ein Agent muß., vor allein andern sein angezogen heruingchen, und zwar was Wirklich fein heißt: ein ordentlicher Anzug, Kragen und Manschetten — sie/ können aus! Papier sein, aber weiß mü'sen sie sein -A ein schöner. Schlips, ein Hut, das ist selbstverständlich; die Haupt» sacke-aber ist -— reden. Ein Agent muß reden können., DaS heißt: er muß reden, zureden, einreden, ausreden, überrexn, niedere.den; so ange reden, ' bis dex andere sich vor dem Tod versichern mu tz —, darum geht es eben. Kurz, und gut, meine Reisebekanntschaft, der Agent, und Inspektor, hat mir'S angesehen, daß ich sicher ein guter Agent sein mutz, ein ausL-LgelchMM ,LsnquijitenL". . . (Fortsetzung folgü) ■,'t \

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