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Wiener Morgenzeitung · 1920-03-12 · Heft 409 (12.3.1920) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 409 (12.3.1920)
Date
1920-03-12
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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55T40S* toten, FMy Sv!««e» M«rzenzsMn» 12 Mir, tm 4er Fratze von WaqnonS für den Tafztran?port zugewendet werden. Dem Gubkomltee gehören die Abgeordneten MierzejeWSkt, P. Starkiewiez, Pelawöki und Wastlewski sowie Vertreter der Ministerien für Approvisionierung, Eismbahnen, Finanzen sowie Handel und Industrie an. Aus Posen wird «ns bttichitztr In gut informierten Kreisen verlautet, daß Polen in den Vereinigte« Staate» 4000 Etse« bah «Waggonanzulauftn gedenke. Zur Dermbgensabgabe. Sie Bewert«»» der Krle^Saoleihe. Tm Unterausschuß für die Vermögensabgabe legte der Staatssekretär für Fnanzen, Dr. Reisch, die Erwägunge« dar, die zum Vorschlag der Regierungsvorlage, den Be» Wertung»» und Annahmekur» für die Kriegsanleihe mit 78 Prozent festzusehen, geführt habe. Durch die Annahme eines Mindestkurses von 78 Prozent sollte der Kriegsanleihe eine gewisse Vegürrstigrmg zugewendet werden, ohne jedoch van » der Marktbewertung der Kriegsanleihe zu stark abzuweichen. Es ist nämlich nicht nur unerwünscht, den Steuerpflichtigen zu fiktiven Verwertungen zu zwingen» sonder» dieser Vor» gang bewirkt auch da» gerade Gegenteil besten, w-.S von den Antragstellern angestrebt wird. Er erziele eine Benachteiligung der Besitzer von vielen Kriegsanleihen und eine Begünstigung jener, die sich Kriegsanleihe erst jetzt zum Zwecke dec Abstattung von Vermögensabgabe erworben haben Wie schon im Mötrvenbericht ziffernmäßig nachgewiesen wird, fuhrt die Höherbewertung der Kriegsanleihe zufolge der Progression der Vermögensabgabe zu einer starken Belastung jedes Steuerpflichtigen, der eine größere Ouote deS Vermögens in Kriegsanleihe angelegt hat,- alS bei Zahlung der Vermögensabgabe durch Einlieferung in Kriegsanleihe. Hingegen lei die Annahme der Kriegsanleihe zu einem wesentlich höheren Marktwert eine ungerechtfertigte Prämie für jene Steuerpflichtige«, die Kriegsanleihe erst jetzt zu niedrigerem Kurs erwerben. Nach der Regierungsvorlage wäre die Differenz keine sehr große, zirka 10 Prozent, nun würde st« auf mehr als 30 Prozent steigen und dadurch die Steuersätze der Skala erheblich vermindern. . . Die y b ' ■ nibren also zu keiner Ber» desterüng der Vorlage und gefährden in vieler Beziehung die Interessen der Steuerpsli^tigen. währ. nd sie zum Vorteil des Staatshausschatzes ausfallen. Sollte der in dieser Frage «-.in» geleiteten, sachlich ganz unbegründeten Agitation Uach» gegeben werden, so hat der Staatssekretär vom staatsfinanziellen Standpunkte aus keine» Grund, sich dieser Aenderung zu widersetzen. Er hält jedoch den Vorschlag der Regierungsvorlage steuerpolitisch und steuertechnisch für sachgemäß. Ne-lgrrrrrdrmgen in Kraiv. > Unter Führung der Laibacher # ftoMtant hat sich em slowenisches K v n t o x t i « m zur tkeberrmhrrre ter in A , a i n lieprndtn Vüvirriobrike» L r p k a rn-I o s e t s t h a l geb>ld t Sonntag fand in L a i b a ch die gründende Berkanuu lung strrt. Zum Präsidenten würde der Laibacher Brze büigeimcisicr Dr. T r t l l e r. »nm Bi evrLsrdknu» Bernhard P o P p e r » A r t b e r g (Präsident der Aktrrngesellschä l Le»kam»IoiesStha! in Wien) gewählt. Da» nni" Unternehmen uw^ßt dir P'v er abrikr« Mar<aseld Z w r s ch e n w 8 s s e r « und G ö r t s ch a ch In F u z r n e soll eme Holzschle 'erei. ,u Zwischen wäsiem rmc Speznrlsabrik für Zertungc-paplerctzeugvng neu errichtet werden. AusftchrbewiAlgttnqen aus Jugoslawien uach Oesterreich. ' Belgrad, N. März. (Privat ) Der not* Vandel-miaistn Ribarae bat die Ausstellung von Äus'uhische uen w rd» gestattet. Zunächst handelt es sich um deAv-uhr von lux Waggons M a r s und von lV0 Waggons Eiern nach Oesttmiä'. Die französischen Schuldforderuugen gegenüber Oesterreich und Ungar». Parks, 11. März. D,iS Amt für Herembringnng vor' Schuldiorderungen der Franzosen vegenliber v e st e r r e i c!' und Ungarn ermächtigt die slan öst'chen Anoehöngen, nari Tunlichkeit die Bork»irgsichuldforderu'gen bei in Oester,etch und Ungarn wohnenden Schuldem enMncken. Die Borrrregsschulden von Franzoien gegenüber Oestrrrcichrm und Ungarn bleiben noch itnt:r ZwangSverwaltUAg. Eine Kundmachung ändert de am 4..Jänner 19W erlassen Kundmachung bechrgl ch dcr iranzösischcn Schuldiordernngeu' gegenüber Oester rerchti.« und NngglN. De Gläubiger w rden die An» wenduna der Klausel« de« F, irdene Verträge detrestend die Däb runq und den We^'elkruS erst nach Intra, tstymider Friedens- Verträge fordern können. . Die Märzfälli^ktelton be* oß$em?hieit m»b der österreichischen Staat-fchrkv. Die Finauzverwaltnna wird die MärzM'gkeite« der allgemeinen und der ksteneichi'ckm Gtamrschttld unter den in der Kundmachung deS Staats rmes iiir Finanzen vom 84. Jänn^ 1020 M den Ankauf der Febrnar^äll gke 1« brsi mtn en Voraus 'evttngen ««kaufe«. Bom Ankauf bleiben vmläusia die ,m März 1920 emt,elenden Fälligkeiten iolgen^er Schuldsat^mrien a u S,g e s ch l o s s e«, und zwar: der s*/,wrn OeKerrttMchnngari «den St* it-erienbabn Gesellschaft »Br ionläAbdoa tonen. alteS Retz, l. bis X. Emission, der 3*/, gen Oe''erre,chsich-. rnoarncheii S.aatSescnb.ibn -- Gesellschaft - Prior tg'^obl'aanonen, Ergänzung'»n-tz. Serie A, l. bi» IV. Emision. der kV, gen Oesteireichi^chtn Nordwestbah»»Prroritälsobligatlon-n vom 1. Marz 1371, k. Emnsion. der dV»ig«n l. ungarisch-glsi-zischen Ei'enbahn -- Pnor itätkobl'gationen vom 31. De^mber 1370, I. EmbsiSn, der 8V,V»tgen O'sie rkichischen ^lordwrstbahn-Prio'ilätSobltaot vne« vom t. Ma' Ill ll. Nt. A. der konvertierten Nordwestbahn-Prioritütsobiigastonk,' vom 1. März 1871, der 4*/»'g'v Kaiser Feld n-m*S»Norddab«' Prioli'8tS»''l>gat'onen vom 1. Mä»z 1889. Hf Emi'stö", br tzigeu Mähtjscheu Grenzbahn Prioritälsobl gat onen vom 0. Febrnw 189'». der 8t/,*^iaen konvertierten I. nuaar'schaakisischen Eisenbghn»Priot tä'Sobl'oat'onen von 1870, l Emission, der 8",*.vfitn I, vngantch gallüsch n, E-si'drhn »Prior'tä s' obl'gatiovu von 18'8 t'. Emission, der SV-V^g-n k. «ngarischgalizrschm Esienbahn-Ptiorl ätsobligationm von idtP. . Krie^vanlelhekttrs^. An der gestrigen Borke notierte«: l. Krieg-ou^ihe S8.ÜL, 'l. Kriegsanleihe 66.80, IN. Krieg-gnleibe 61.80, I V. 40jabr KliegSanleibe «8.—, kV. 7iähr. Gchatz'cheine 68.50. V. lOjäkr. Kr egSauIechr 63.--, V. Ljäbr. Schaysche'nr 60/>y, Vl. 40jähr. KnegSankeibe 63.-^. V!. fOinftr. Schahsch-'ine 68 R0, VII. 40fSh** KiWftsanle'be 63.—, VN. 8*/4iaf»r- Schatzsch'che 68.5^, Vf!!. 40jähr. Kriegsanleihe 68.—, VM. Schatz che ne 68.75. Balntenkrurse. Im grstiigen freie» Derk.hr waren s emde Zahlnngsmiitel stark angebotennnd durchweg? b lliger erhältlich, lediglich M a r l « « 11 n schien ^ehr hoch e>n, fonnien jedoch d-n Höchstpreis nicht behaupten.' ES notierten ei note» ll38>, Nubelnoten ll 3.3ö, M a r k - n dten grÜn ll 9.85 »ach K 4.15, Lire K 13.6 , Dollar K 24?.—» Schweizer Franke« K §9.5^. > schechische Noten K 3 —, Ps » nd ll. 9 0.— und ü » Sz » bl « » g Berlin K 9.55. Die Krtegoanleilie i» Polen. Der Be d»td dokn sch»r ^varkasie« bat an das Finanzm,n>st>^um in Warschau ein« E »gäbe ger-chtet, rn weicher mri Rücksicht aus den hoben Ki'kgSrnkkchebrsiy der Svarkastrn und der von ihiren ver r kenen Dolks' 'reite tow,e «m Hinblick aut den Kredit des polnischen S aa'e' '•t volle Anerkennung und Uedernübme de Kiügöanlech!' velangt wird. I»t-?r Führang der Kemdetge Haudels« und Gewerbek ntwee warde eme Ber rnbailtug zum?chuv^ der Kueg§anl(ih? ms Veden genifeu, w-.lche,die Reckte der Kii'gsarckechel^sitzer in Polen wolnnehme»^und die Osten! lickkcit über die Notwendigkeit tec vollen Einlösung der Krregs« anlechen aMä'en wird. Die Kastotage a>« der Wiener Börse. In der unter senk Doisiöe d^ß Diiepräsid nten Samu-l S 111 n h rt 5 [ stakll' nndenm Bvllsitz'.ing d r Wiener Böisckammer wurde hkschlvssm. m Zrrae der Netorm deS Sch ankkuvrikchrrs vorrst sechs a e u e G e»fale zu ernennen und die S ens a ten ka n r i o n m? R 10:\(>oo zu e,böhk». Die Gesuche sind b,S 8. April!920 der Wiener Borsi'kirmmrr elnzu'eichen. Ferner wer de der .1 r r a m«. e m e n r k a l e» d < r tür dre nächsten Wochcn lest-- g t gt nM als K a s s a t a g e der SS. März, 8k. Mär» und 12. Apul bestimmt. . Wien r Börse. Ungünstigen Einfluß auf dre Tendenz de» gestkigen DS»' - üiftc dir neuerliche Besternng unserer Krone im neuralen Ans' rnd. ferner die vom Berliner Markt' vorg kegenen schatten Kurö- -fgänge und n cht in letzter Vinie die bevorstehende Berlorgruig, ei der man wieder knappen G ldstand betürchret. Nach den eisten EntlasttmgSabaabe« km» eine leichte Besterung zum Dorsch ein. doch war Wt nicht von langer Dane», den« i« weitere« Dev» laufe deS Verkehres trat das Angebot stärker in die Erscheinuntz »ud töbrte »aw.en lich in de« tührenben Küliffewerten wie auch dir vielen Schrankeneffckten zu scharfen Embußen. Stärker in Mit» ,eidmschast gezogen wmde» Staatsbabn-Altien, welch« sich «Nt st 890.— e,m8ß'gtcn. ferner büßte» die Genußschein« derselbe» K 140.—, Alpine K 480 —» Skoda X 980.—, S emen» 4 Lchuckert K 157 —, Nrm r KSfiO.— und Salgv Kohlen 5690.— im Kmse ein. Do» den Schrankenwnten wurde» Adria K 600.—^ Aisisig-T-Vlitzer K 410.—, Dampf'ch ff t S00.— billiger abgv» gche». Auf dem Industriemarkt« verlöre« Perimoo'er Zement 260.-, CarborunduM ll 500.—, Berg" und Hkilrenwerttz v 4^0.—, Ro sttzer B-rgbäu K810.-, Trifarler Kohlen K 600.—» Weftdöhmische K»bte« K 600.-. Fanto waren Ä 1100.— «Ntz Karpathen Petroleum K 210.— »iedr ger Gehalten. Wesentlich billiger wurde« dir Aktien der Zuckttladriken umgesetzt. Schoellw büßten fl 5V0.— «nd Schönpricsener fl 8.'0 — «in. Lediglich ^loyd-Ak rm wurden ö S fl 80.5 0— um fl PO O,— höher lt» vbft» ferner grngr« Felten L Guillcanme, Deilscher Magnesit rnd Neusiedler Papierlabrrk mit Steigerungen aus dem Markte. Die ausgesprochen «arte Stimmung erfuhr brS zmn Ende des GeschälkeS keine Unterbrechung. Aul dem Rentrvmarkte gewan» die Ssterreichische Eöldrentt 10®;»; Kriegsanleihe« blieben «werändert. Im übrige» verweisen wir auf nachstehende Schkußkms» Elndnstrie-Untrtnehmungen. Allgemrne BaMrsell* '^1 1093 — 1—7.—), Unionbau 799. — '— 51.—, Wiener Baugescllschsit 7B5.— (— 40.—), KSmgshofer Zement — — —.- ), Pertmooker Zemenr 2820.— (— 280.—), Wienerberger Zegrl 9910.— —190.—), \»t stnaer Braaerei 1880.— (— 10-—), rarrjevo 2000. - (— —Ausisig Lhem. 6000.— —K 0.—1» B'oschr Epir tli» —<— — ), Earborundmn 2700.—* ROO —), Eloihilde — —), A. E G. Union Elrtt» 1500.- s- 110.- . Bereinigte Elektrische 1155.- s— 45.—), SrrmenoSchuckm 1495.- — 157.—). Nlvrne 8370 —450.—\ Berg- «nd Hü'tenwerk« 11.200 (— 400.—V Austria Email 2650.— i— —>.Egvdierl82{— —.—). EnzrSikider — — —, f— —\ Breiten ck Guilleaume 5500.— (+ 300.—), Oremitz Eise» — —.— 4— —.—), Hutter ch Schrantz 1480 — (— 1B1.—h siruvv A.»G 15 '0.--1U9 Psld hüiik 2*;S0.—(- 160.—L Lrager Eiken 6S9> — 90.—). Rimamuranv 9780.— l— 850.—)» kodawerk« 2 70 — — 280.— . Wasteusabrik 3500.— (— HO.—\ B üxer Kohle» 6200.— (— —V Gram» "zaSwarer tzoov. — Oderung. -810—). Sala» _... _ sloin?« 8000.—* (— 6 0.-), Ung. Allg Kohlen 6800.— .-), Urffantz — \ Beitscher Magnesit 15.800.— ' y 300.-), WestdSbm. agoo.—6 *».-), Tauet Maschine« >10.- t- 200.—), Briirrner Maschine« 2420.- <- 880.— Damler Mororr» 1575.— s— 60.—), Fratwnke 1635.— 40. - Leid Maschinen 1040.— s—- 5.—), öofbttc Ä ler ItzSch- (— ^keüsiedler«050.— (+ 800.-), Apollo 3700.— C- Faniß <2.9.0.— (— UM. Karvmtzcn 9290.- l- 210.—\ GalkM _ .(-.—), Echodnica 12 K0-—(4-100.—). ToSmanvg 2 20.- k- 265.-), Fczfabrtten - '--X Echoell« Huefer 6500.— (— 500.- )* Sch-nptrekener 8000.- (— 860.—% O'sierr. Etsenbrhnvrrk. 2870.— i— 180.-), Ung. Esmbadnpert. 18t).— (— 80.— , Wiener Waggonfabrik itOO.— i— —.—X Gerngroß 840. - (— 60 — \ Holzhandklsgesellschast 1825.— - 103.-Türkettkofe 1900.- (- 816.-), Tr»n»port»Unter»«hM««-e«.AdnaS108 — (— 600.—> Aulstg-Trpkitzer 5190.— (— 410.—), Hufchtehrader tit. A 400d— - —}t Buschkrhiader öt. B 210 ).— (— —Dona«- Damvf. 11.7 0.— (— 300.—), Ferdinands Norddah« 19.000.— - 110.-), Gia^Köstücher 4610.- 1— —.—), Kaschau-Od«» rerger --Lembrrg-Ezernowitzer 1900.— — 9a-L Llohd 80500.- + 6000.- . Äavigaiw« 17.500- , -.—), S raarsrnenbaba 3.'3Ö.— (— 39J.—), ^omdärden 565.— — 89.—),3«/* L Üdvahn-Prrvr. 1210— LS0.—1, StaatSbahrr« Skiruit'chttNe »270.— (— 140.—). «rnten. Mairente 95.— k-s* —.50^, Februarrrnte 96.— — —Oellerr..Kronen» rnte 91.— 1.-), Oesterr. G»V» rmte 200 — (-1- 10.—), Ungar. Goldrrüre —(— —^ Ungar. Kronemente 11»* — <— ■—.—). » Banke». Angla-Vanl 900.— — 18.—^, Oesterr. bosn. Bank 665 — 14* 15.—), ttng«. Baut «nd tz.rndels. VW^— 85.-', Bankverein 895.- >- B,d:nkred»i 940$- Menachem Mendel. Er« Briefwechsel. Hciunögi-gcbcn von Vchplem-Alejch^!*..' ^us dem '}, üd >schen übertrage« von Sreglrred S *- tz. FünsleS Buch: GS geht nicht zusammen. <45. Fort'evang.) Morgen kommt di; Antwort: „Unbedingt zehn. G^gengebot- Halb Sechs. Tlrb ilet auf Vergleich. Beschau Schwerinka. Ware prima. Drahtet." Ich laufe sofort zu meinem Brautvater, zu Mojsche Nissel nämlich, zeige ihm die^Depes.h« uud bitte ihn, mir. den Sinn zu erklären; denn ich verstehe nicht ein Wort. Sr liest .die Depesche' durch und sagt: „Mann! WaS ist da nicht zu verstehen? Die Sache ist doch sonnenklar» Er will, daß ich zehn gebe, versteht Ihr? Dagegen gibt er die Hälfte vvn sechs, das heißt, dreitausend. Schv'ibt ihm" — sagt er — daß er zu gescheit ist. Mein Gebot ist kurz und bündig: Wieviel er gibt, doppelt so viel gebe ich. „Und schreibt ihm" — sagt er — „er niöge nicht viel Worte machen," — sagt irr — „schreibt ihm, es findet sich noch ülft anderer für mein Kind." Ich tue nach seinem Rat und schicke meinem Kompagnon folgend« Depesche: „Ein Wort. Wiev'el er, doppelt soviel er. Nicht Herumveden. Anderer Käufer vorhanden." Ich bekomme von meinem Uscher bald An'ivört, wieder unv7rständlich: „Gegen,'e!t« halb weniger. ein). Ware autz.'v^rden^l'.ch." Ich lauft wirder mit der Depesche zu meinem Brautvater und er sagt mir abermals: „Die Sache ist ftnuenklar; Euer Storni* pagirou" — sagt er — „schreibt, daß er bereit ist, genau die Hä.ft« zu gebrn. nur um einen Tausrnder. weniger; bas heißt also: wenn ich, zum Beispiel, zehntausend" — jagt er — „niederlege, sollte er fünf geben; mm Miller, ein) abziehen, so kommt heraus" — sagt «r — ,chaß sch zehn geben mutz und «r nicht mehr gibt als vier. Ein Schlaukopf" — sagt er — Euer Schwäher; er will mich beschwindeln von'oben bis unten. Ich bin afote" — f«’t er —■ „Kaufmann und verstehe was vom Gescha't. Ich will lieber" — sagt er — „doppelt sobiel geben wie er und «inen Lausender dazu, als datz er tie Hälfte weni -er «inen Taufender gibt. Das kommt fo heraus" — sagt er: „Wenn er drei gibt, gebe ich sieben; gibt er vier» gebe ich nrunp gibt er fünf, lege ich elf hin; habt Ihr" — sa;t er „begriffen. Geht gleich" — sazt er — „und schreibet ihm dringend, er möge Ite. Sache nicht auf die lange Bank schieben und « soll Euch" — sagt er — ,^auch bringenand» warten, damit mau nach Schmerinka fahren kann — und die Sache endlich ein Ende hat!" Ich lauft und schr.ke meinem Uscher eine dringende Depesche: „Gebt Ihr drrt, dagegen sieben; gebt Ihr vi.r, dagegen neun; gebt ihr fünf, dagegen elf. Nicht lange Bank schieben. Dringdrahtet, waUn fahret." — Und ich bekomm« ein bringendes Telegramm, nur zwei Warft: „Fahren. Fahret." Wann kommt cine so wichtige Depesche an? Natürlich M Nacht. Du kannst D'.r Leirken, daß ich in dieser Nacht nicht schlafen kortnte. Ich ßa8e begonnen auszuvechncN, wie viel ungefähr auf meinen Teil eut allen würde, wenn zum Drispiel, der Herr hilft und ich die ganze Liste, auHrirate, die der Leibe Lebekski verlöre« hat. Ist Mn so etw-Z bei Gott nicht möglich? Ich habe mich fest entschloffen, wenn, so Gott will, dieses GcschLft zustande kommt, mit mcinem Uscher Imfitct zufammenzuarlwftcn. Denn er hat mich für sich «in* Genommen; er ist et» anftän^ig?r Mensch und hat Glück. Naiür'Lch kommt L ibe Lcbelski auch nicht zu kurz. Wie auch nicht? Er ist doch leider auch ein armer Jude, gesegnet mit Kinder«.«- Wie ich «ue sehe. daß es Dag wird, habe ich da- Gebet verrichtet, Vtw eilends zu meinen Leuten hin und habe ihnen die Hepesche gezeigt. Sie haben gleich. Kaffee und Buttem -Mbäck aufti'chen kaffen und «S wurde bestimmt, daß -Wr^woch am falben Tag halb vier «ach Gchmeriuba fahren. Dach, damit Jampol sich nicht daS Maul zerreiße, weshalb wir alle vier zusammen fahren — haben wir es sv eingerichtet, datz ich mit dem erste« Zug r ift und sie mit dem nächste«; inzwischen soll ich iu Schmerinka für ihre Rechnung ein ordentliche- LogiS vorbereiten und ein Nachtmahl bestellen, wie Gott es geboten. Und fo geschah es auch. Ich bin früher als alle anderen nach Schmerlnka gekommen, vor dem! schöbst:« Gasthv' vorge ähren, dem einzigen in Schme» rtnka. mit der Aufschrift „Odesft^r Restaurant", habe wohlweislich zu allererst mit der Wirtin Bekanntschaft geschlo'sen, einer feinen gaftsreundlichrn Frau, und sie MNachst M wenig aüsgefragt: „WaS gibt «S bei Ihnen zu essen?" — Drauf sie: ,WaS wünschen Sie?" — Ich sag«: „Haben Sie Fisches — Drauf sie: „Die kann man kauft»" — Ich sage: „Nun, und Suppe?" — Drauf sie: „Suppe kan« man auch anftetteu." — Ich sage: „Was für eine, Nudel- oder Reisfuppe?" — Drauf sie: „Auch Mandelsuppe, wenn Sie wollen.^ — Ich sage: „Nun, und wie wäre es etwa zum Beispiel mit Ctrtenbraftn^ — Drauf sie: ,Iür Geld' gibt es auch Enten." — Ich sage: „Nun, und gibt «S was zum Trinken?" — Drauf sie: „Warum nichts — Ich sage: „Ist Bier da?" — Drauf sie: „Warum! syll keines da fein?" — Ich sage: „Nun und Wein?" — Drauf sie: „Für Geld ..." ,Mnu es so steht" — sage ich — „seid so gut, meine liebe Frau und bereitet ein Nachtmahl für acht Personen vor." — Drauf sie: „Woher nehmt Ihr die acht Personen; Ihr seid im ganzen gerade einer." iSo«sttzU»r fofeu

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