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Wiener Morgenzeitung · 1920-03-10 · Heft 407 (10.3.1920) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 407 (10.3.1920)
Date
1920-03-10
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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N,. 407 /Wien, Mittwoch metlasilicki frnVfitcten ^Snbmitiflcn genrlnn nt. Der T«-xt stell! ich cils eine Richtschnur f bar, an die fich tnöbffonbnt die sike- ' iaraNon?si'mm ssiem und diedemnächsi adn,hütende nrcrnntionnle Bfiiton^lonf vciu halt n löinnen. Bekamitl'ch bcsofirn sich bic von Kt ironzösti'chm Regie» nng geforderten Adäiite Minen, incbcfonfccrc ntf folflcnpe Limite: Dem ^MebctiniHnnt der .befreiten ©cli-te wirb der Vorrang vor dem Wiede'gufbml der iehiblrften Minder einge äamt; der RePirgtionslommission wi'd die Befugnis ntettt. du Frnt.von vier Monoren von der Unirez-ichnnng des §r^eb nsvertrog-S an, die Deutsch! wd für die FMctznng der Geinmnmnme der von ihm m zahlenden En Schädigung gemährt vorben «st, zn ersiiecken. E^ne weitere Atzäntecung betrifft den ' virtschafüichcn Frieden mit Rußland. Wirtschaftliche Nachrichten. ßDiifl'tnUkrdto der ..Wr. Movgenztg/) - Aus M oSka'u wird berichtet: Die seit längerer Zeit /Mf'dle Erzeugung und Wiederherstelluirg von' E'.fenbahn- ^malerirl umgrstellten W.ttilswwe.ke haben dos ihnen für.Februar an,'g »tragen« Programm nicht nur erfüllt, sondern . Überschritten. Für den Monat Februar war eine Mchr- , leistung von 60 Prozent gezenü'er Jälurrr verlangt worden. Die Mehr eistung betrug 65 Prozent. : - ,<5:fttfl«!gcn den G.rüch'en iücr eine bevorstehende Noten- »vstewp lnyg in Ungarn erklärte Finanzminister Koranyi im »Pester Lloyd", die Negierung habe bisher in dieser Anjelegenbeit leine En Scheidung getroffen. , Wie dir „Botfeniia" meldet, finden im Prager Handelsministerium im Einvernehmen mit dem Finanz- und Jnstizninisterinm'Beratungen statt, die sich mit der Frage belassen, -ob nicht im Hinblick ans das Eintzring n ftembjän lshen Kapitals in die Nepublkk gewisse Maßnahmen zu wessen wären, die für Ausländer den Erwerb von inländischen Dertvapi/en sowie von Grundbesitz von einer, besonderen Kinwnligung abhängig machen. . vf Krieisanleihekurse. An der gesitigen Bör'e noiirten: I. Kriegsanleihe 98.25,!!. Kriegsanleihe 68.50, III. Kriegsanleihe 61.50, IV. 4Oiähr KuegSanlelhe 63 —, IV. 7jähr. Schatz cheine 68.50, V. 4Ojähr. . Kregs-mleche 63.—, V. bjähr. Schgtzfche.ne 7v.-, Vl. 4O,ahr. ikriegsonleihe 63.—, Vl. lOjnhr. Schahschsine 68 50, Vll. 4Ojähr. kkncgscmle he 63.—, VN. 8'/«jähr. Schatzschenie 68.50, Vlli. 4Ojähr. * Kriegsanleihe 63.50, 'VIII. Schatz che ne 68.75. ■ Niedcrd'sterreichrsche Esdompte - Gesellschüft. In rer heute l t gehnlleucn Venvaimnsig ssitzung der pittdervsteete:chi'ch-n Eswinple- Gesellschaft wurde einst mm a beschlossen/ vr. ^itccarbo G u a l l n o. M t?l cd des AdmrnisteattouSratcs »es Cr^dito Iial-ano m Turor, zu toopticecn. Die El uerf eiheit der türli scheu K^nklente In Wien. Der Verwaltnngsgerichts Hof (V.is tz n'er Sena soräiiieirt Dr. Schuster) re-Handel.« in den letzten Tagen über, die Veschw erde des türkischen Staatsangehörigen Uervant Zadel) an in Win gegen die. Einkommen^enerberusungslommission für Niederö.Erreich wegen der Einkommensteuer urs seinem Teppichhandel. Dev Beschwerdesührec hat der Zteucradlnrnistraiion für den 18. und 19. Bezirk mitgeteilt, »aß er türkische,r. G. roßhänd l e r, in Konstairtinopel »ebörw und dahin zuständig, ottomanischec Untertan sei, und - chm auf Grund des -Eclaffts der niederö/terreichischen Stattäalterei vom 25. September 1913 zum traktatmäßigen türli- Großhandel in-Wien die Besugnis verliehen wurde, der »onhdev Einkommensteuer befreit sei. Die Steuerbehörde hat jedoch die Siei^erbe nessnngen Vom Jahre 1916 «„gefangen »orgenomm-en. 'Die Berufungen wurden abgewirsen. Der Lerwaltunisgerichtshof hat t<r Beschwerde keine Folge gegeben. In der Begründung führte der Vorsitzende aus, daß -er Brschwerdesührer seit dem Jahre 1915 die Teppiche, die. :r ln SBüit verkausH, mich t, wie es bis dahin geschah, in s/owstantinopel ci'ngeiaust, a'fo nicht nach Oesterreich importiert/s-udern türtische Trppiche in Wien eingekaust and weitrr.zerkaust habe. Der Gerichtshof ist der Anschauung,!>aß die traktatlnnstige Steuerfreiheit 'türkischer Untertanen sich nur auf die Einfuhr türkischer und Ausfu hr österreichisch e r .Produkte begeht. Jede weitere Aus- ' Wiener MvrgenzerrunA dehnung der Steuersreihcit erfordert die Pnblkziernng im Neichsg fttzblatte. Es kommt - auf den Inhalt des Erlasses der ni/e österreichischen Staithalterei vom 25. September 1913 nicht an, mit welchem dem Zenslten die Besilgnis zum traktatmähigen tttrlischcn Großhandel erteilt wurde, beim die nieterösterreichisch' Sta'.thalterei war zur Gewährung eines Steu'erprioiiegiums nicht berufen. , Die Durchfuhr isch cho -slowa'is/er Waren durch Deutschland. Wie wir erfahren, wird ini allernächster Zeit die tschechos'owalische N.'gierung in Berlin Schritte unternehmen behuss Freigavr des Transits i tschrcho-slowalischer' Wären durch Deutschland. Die tsche ho^slowa.iich« Nezicrnng wünscht, daß in Sachen des Transits 'die volle N e z i p r o z i t a t gewährt b'eibe und daß insbesondere auch die Friedensbedingungen bezüglich der Freiheit des Transits eingehalten werden. Wenn es nirht zu einer Einigung kommen sollte, ist sie entschlossen, weitere internationale Schritte zu unternehmen. Valutenkurse.. Im gcst-.igm freien Verlchr waren M a r k n o t e n rege begehrt, die übiigcn flrmbcn Zahlungsmittel bewegien sich zume.st aus dem lctztgcmclbctcn N veau. Es notierten: L e: n o t e n 3.86, N u' b e l n o t e n L 3.55. Marknoten grÜnkL 3.54, M a r k n o t e n rot K 3.65, Lire K 14.85, Dollar K 273—, C chweizer NotenLi 45.-, t s ch e ch i s ch e N o t e n L 2.89 und A u sz a h l u n g B e r l i n K 8 22. Dr. Spitzmulker von Bndnpest zurnck^ekehrt. Der Gouverneur dis Oestclrei'chi'ch-mngarischcn Bank, Dr. Spitzmllllcr, ist von Budapest in Wien eingetroffen. . Die Kohlenversorgung der Sndbahn durch die Tschecho-Slowakei gesichert. Das „Prager Tagdlatt" berichtet: Im Zusammenhänge mit den anläßlich des P»ager Ausmthalies des Staaiskanzlcrs Dr. Renner gepflogenen Brrhandlunaen tiafen Bamat Hoschtasek vom tschechoilowakichen Siamsamte siir Bcrleli'swe'en sowie Drektor F o r m a ch e r m t zw« Beamten der Siiobalin stn P r a g ein, um noch einige die Kohlenveisoigimg der Süblmdn bett'esfenbe Angclegenhcik zu bcrstn-gen. Da bicibci ein vollständiges E>nvei nehmen erzi lt worden ist, sieht zn erwarten, dasr in naher Zeit auch die Südbahn den an sie gestellten Anjordcrungen wird enlsprechen tönnen. Japan als Zncherverforger Europas. Woran früher wvlil'Niemals gedacht worden war, ist j--tzt E-e-gn s gewo-den. Japan ist mit E>folg bemüht, Zucker uach En-.opa zu fiilnen und seiner Rasfinabeindustlie dadurch einen bedeutenden Auischwnng zu vnlcihen. So sind in der letz en Ze>l nahezu 4 000<»0 Z e n t n e r W e i st z u ck e r aus Java» nach den europäischen M>!tttmee>häfcn zur ^'erschifsnng gebracht wo'den. Die zur Beriehissung gekommenen N'ssinabrn sind ans Rohzucker derge'stellt. brr zn kleinerem Teck ans Foryiv'a. zum größeren Teck aus Java von den japanischen Raisinerien bezogen wird. Wiener Börse. Die B-'ssermig unserer K one in neutralen Ausland und dir vom Bc'l>ner Markte vargelegenen wei'entlrch Niedrigeren Rotterimgen vcravl-'sttcn die Spekulation an der gestrigen Börse zu Abgaben, weiche zn Abschwäckmnaendes Knrsntveaus führten. Das Ge-ckäfl war genug, die llmsäge eng, beglenzt. Eine Änsnihmssteilung bekündeten Alpine Aknen, die in größeren Posten kür ansländi che Rechnung, angeblich ,für Fialen, ans dem . Markte genommen wurden und eine Steigerung von K-215.— anszuweisen Hanen. Erhöhtem Interesse begegneten ferner Ländl-rl'ank-Akiicn nnd die Aktien der Ungar. Bankünd Handels A.-G. Im Schranken wurden Adria mit emer Steigerung von Kro).—, Dampfschiff mit euer solchen von L Z5t> — bedacht,, wogegen beide'Buschtehradcr nnd Lembelg-Czernc-wchcr billiger abgegeben wurden.-Bon den Jndustriewerten übrrwoa ebenfalls das Angebot nnd warm. m>t geringen Ausnahmen, fast durchwegs abgcschwächte Kurse in G ilnng. Ans dem Rentenmarlte ergaben sich sehr gcr i'gr Btiänreurngen, bis auf nngar. Goidrrme, weiche gegen den letzrgcmttderen Stand- 42°/o billiger erhätilich war. Im üorigen verweisen wir auj «anstehende Echlußkurse: JnSustrie-Auternehmungen. Allgemeine Daugefell- 'chakt 1100.— (4- 25.—), Unionbau 850.— <— 85.—', Wiener Baugcscllsch rft .8 )5.— (+ 15.—),. Königshofcr Zement — «««««,> »m ..« mvmmimH m .-... i.... .m....- - - /.'10. Alarz iVXJ (-), Perlmooser Zement 2780.- (—180.—), WiencrbergÄ Z egrl 2230.— <,+ 80.—), lstesinger Brauerei 1390.— (— —)j Sarnevo —(— —Aussig Chem. 6100.—(4- 100.—■> Brosche SpirtuS 3100.— (+ 10—), Carbornndirm 8200.—' (- 60.-), Cioih lbe 2225.— (+ 30.-). A. E G. Union Elekt« 1610.— (-Bereinigte Elektrische 120'.— (+ 10.—S SikmensSchuckeri 1652.— <-i- 2.—). Alvme 4320-(4- 215.—]5 Berg- und Hüttenwerke- 11.600 (tt- 100.—Austria Emau —l-\ Egyvier 162 (.— ©tt*rgrcibcf 2460.—] (4- 100.—). Feiten L Gu'lleaume 5200.— (Z- 300.—), GreiMh Eisen 2660.— (-.—), Hutter L Schrany 1600.— (ch 180.—v Kruvv A.-G. 1639.— 31.—'. Pold hnite 28 0.— (— 50.—J Prager ©ifcnVOlO —190.—), Rimamuranv 3130.— (— 145.—)3 Skodawerke 28‘0— 50.—). Wasirnfabrik 8600.-1 l— 3 0.-\ Brüxer Kohlen —.— (— —\ Gran« Szaszvarer 2760.— (— —.—), Nordnng. Kohlen —.-j (— —Odcrung.Hüt'en 4380.— (— 70.—), Rossitzer 3050.-1 ' ch 250.-^-), Salgo Taijaner 5810.— (— 40.— ), Trifarlet Kohlen 8600.— lch- 160.—). Ung.. Alla. Kohlen —.-7 s-—'.-).Urikany3650.-(—160.-). Beltscher Magnesit ,5.000.-' r-.—), Westböhm. 4409.— t-Danek Maschine« 23P0.— f4* 180.—), Brunner Maschinen 2770.— (ch 20.—.), Daimler Motoren ,635.— (ch 83.—), Fiatwerke 1675.— (— 25. — \ Heid Maschinen 1045.— (— 5.—), Hoshrrr A Schraub 1259.— (ch 20.—\ Stgl ^okomotiv 1480.— (ch 5—). 9iuston 2)25.— {—15.—), Simmcringer 1310.— (— 10.—), Elbe« niühl 2100.- (ch 20.—".Leykam-Jmefstkaler 1970.— (ch 78.—\ Rensirdler 5730.-- (+ $0 -/ Apollo 3700.— (— —Fants 140 0.— (— 200.—), Karvatheu 9500.— (— 100.—\ Galizn» 18.600.— (— 260.—), C chodnica 12.0' 0.— (ch 250.—), Cosmanoß 2785.- (ch 135 -), Fezfabriken 8100.— (— Schoelle, Zucker 6000.— (ch 15p.— ). Schönpriescncr 8850.— (— H Oesterr. E senbrhnverk. 2500.— (ch Uv.-), Ung. Eisenbahnverk, 1310— (ch 50.—Wiener Waggonfabrik N00.— (— 75.—\ Gcrngrotz 900.- (-t- 48.-:), Holzharrdelsgcscllschaft 2098,-z, (ch, 3.- , Türkenlose 2215.-(-5.-). Transpvri-Untevnehmungen.Adrla3900 — (ch 900.—H Aussig'Trvlltzer 5660.— (— —.—), Bnschrehradcr ltt. A 4000.-* (— 100.—', Buscktehiader Ht. B 2100.— (—20.—), Donau« Damvf. 12.000.— (ch 350.—), Ferdinands Rordbohn 12,110.—. (4-110.—),. Graz-Kösiachcr(— —.—), Kcrschan-Ode« berger 1700.— (ch 50.-), Lemberg-Czernvwrtzer 1990.H (— 135.-); Lloyd —(— —.—', Navigazionr —i (-Staatseiirnbabn 8920.— (— 89.75), Lombarden 604.—1 ch 2.—), 3% Siidbähn-Prioi. 1410.- E- 50.—), Staatsbatzv Genuß'cheine 2410.— l— 185.—). i, Rente«. Mairente 9450 (— 1.—), Frbrnarrenie 96.-4 (4-.25), Oesierr. Kronenrenle 90 — (-Oesterr. ®oUw rente 190.— (-.—), Ungar. Goldrenle 108.— (— 24.—)» Ungar. Kronenrente —.— (— —-.—). * H Banken. Anglo-Bank 915.— ^ch 2(s.—>, Oesterr. boSnl Bank 650.— (-.—), Ungar. Bank und > Handels. 1070.-^ (ch 70.—), Bankverein 915.— (— 3.—), Bodenkredit 2500.--! ch 200.-), Oesterr. Kredit 1C03.— (ch l.->, Ung. Kredit 1400.— (— 44.— , Depositenbank 1025.— (— 10.—), Niederöst, E.ttompteges. 1298.— ich 38.-), Ung. Hypv'hekenbanl 670.— {-.—}, Ländcrbank 1225.— -ch 25 — . Bosn. Landcsbanl 750.— (ch 45.—),' Mer cur 935.— (ch 13.—), Oesterr.-ungar^ Bank 6200.— (- 150.-), Nn-onbank 905.— (ch- 7.50', Berkehrsbanl 748.— (ch 10.—), Zrvuostensla 1599.— (— 46.—). Innsbrucker Warenbörse. Innsbruck, 9. Mä,z. An der heutigen Warenbörse wäre« angeboren: Tex ilwaren, Feit. Oel, Speck. Kaffee, Bohnen» Cec^ Nersnä ke. Konden-mrlch. Rotwun. Zuckerrübcnsiiup, Kunsthonig Mediunalslaschen. Beroneisen. Pflüge, Semen nnd landwirtschaft« liche Maschinen. Nachfrage bestand nach Zwirn, Scifen, Parasfin, Zcmcm, Jndustuefelgen und Karotten. .- Budapefter Äörse. W-/ Budapest, 9. März. Die anregenden Berichte aus Wlt« vcranlastten die Spekulation z» umfang reichen Anschaffungen, so dast sich heule rn der Kulisse und im Schranken ansehnliche Kurssteigerungen ergaben. In der Kuliffe wurden Nngarrfche Kredit-, Holchank- und Südbahn Aktien in großen Posten aus dem Marlte genommen. Holchank-Aktien gewannen II 120.— und zogen nachl'örilich b's K 110').— an. Siiddahn-Aktien erhöhte« sich bcr lebhaften Umsätzen auf Gerüchte über einen günstige« Menachem MenÄDl. - Sin Briefwechsel. H Herausgcgchcn von ^cholem-Alejchem.! * XnS dem I ü d r f ch e n übertragen von Sltgfried S ch m i tz. F ü n f t e s B u ch: ES geht nicht zusammen. . (43. Fortsetzung.) Kurz und gut, ich habe mir die Sache von allen Seiten äugcsehou und es ist dabei geblieben, daß wir beide uns auf den Weg machender nach Jarmeliuetz, ich nach Jampol. Verabredet haben wie folgendes: Sowie ich anüömme, soll ich ganz genau auskund«- schaften, was der Grund ist, daß Mojsche Nissel Kim«, bak es mit'dem Ausheiraten so eilig hat. Wenn ich mir bann das Haus angesehen habe und die'ganzs Sache mir gefä.'lt, soll ich ihm nach Ja.rmelinetz> tele- -graphieren: so und so; darauf wird er mir. zurücS« ' telegraphieren: so und so; und dann wird man etwa nach Schmcrinka zur Beschau fahren, und wenn das Paar für ci -ander bestimmt ist, tvird es Hochzeit geben. „Das Wich.izste" — sagt er zu mir — „müßt Ihr in Acht nehmen, Reb Menachem Mendel; keine Kosten scheuen und depeschieren. Denn, bei einer Heirat" — sagt er — „sind, die Depeschön die Hauptsache" ... „Wenn ein Wrarltvatür" — sagt er — „eine Depesche sieht, holt ihn der Teufel" . , . Nun, es war so weit; wie wir die Fahrkar/n lösen — da stellt sich's heraus, daß mein Merwcltsschadchen Neb Usch er nicht genug Geld für die Reise hat. Er hat sich r-, sagt tt — bis auf den lettzen Groschen für Depeschen auSgegeben.' „Ich wnnjche Euch alle Monate das zu verdienen" — sagt er— „was mich in einer Woche die Depeschen samt den Telegrammen kosten. Begreifst Du jetzt? So ein Geschäft hat ein Schadchen! Kurz und gut, der Zug wartet doch nicht; so habe ich meine paar Rubel?.uleg.'n müssen; denn wegen des Neisegeldes geht lein Geschäft rluseinander; wir haben unsere Adrcsien auögetausch^ herzlichen Abschied .genomme« nnd siild wcggesahren,. er nacü Iarmelüietz und ich Zach Jampol.. In Jampol angekommen, habe ich zu allererst wohlweislich begonnen, ailes' genau auszulundschaften: „Wer ist eigentlich dieser Mojsche Nisfel Kimbak?" Und man sagt mir: ' Allen Juden gesagt, wer er ist! ... „Hat er viele Kinder?" Und man sagt mir: Viele Kinder haben nur arme Leute, was ein Reiches ist, hat nicht mehr als ein Kind . . . „Was für ein Kind?" Und man sagt mir: Eine Tochter . . . ^,Eine schöne Tochter?" Und man sagt nur: „Es reicht für ziveie . < .. „Gibt er anständige Mitgift?" Und man sagt mir: Wieviel er auch gibt, so tut es ihm nicht weh,' wenn er auch zweimal soviel gibt ... Da setze ich den Haken an: „Warum?" Ich versuche da, versuche dort — nichts heraus zukragen. Also ziehe ich'meinen Sabbatrock an und mache inich auf zu mcinrm Mann. ' Also, ich soll Dir die Wohnung beschreiben? Es ist nicht so einfach! Eine reiche Wohnung ntil allem» was gut und teuer ist, und dis Leute — Diamanten! Wie ich sage, wer ich bin, und weshalb ich^ komme, haben mich fürstlich ausgenommen, mit mit süßem Dte aufgewartet, mit Lebkuchen und duftendem Ethrogi'.nkoinpott und haben ein Flaschen Weichsel zu Tisch gestellt. Der Brautva er selber, Mojsche Nifsel nämlich, der hat auf mich sofort den besten Eindruck gemacht: Mn leutseliger Mensch, gutmütig; man kann ruhig sagen: der Mann hat keine Galle. Auch die Brautmutter, sie heißt Bejle-Leah, hat mir sofort gefallen, wie ich sie nur gesehen habe. Eine schöne Frau mit doppeltem Kim. still, zaddikisch-vornehm. Beide haben begonnen, ans mir herauszuziehen, wer die Leute von der anderen Seite seien, ob der Sohn wohlgeraten.sei und was für Kennti'iifse er befitze. Was sollte ich ibnen sa^'n? Ich wußte do.ch selbst nichts. Doch.ein z/che, der etwas gelernt hat, weiß sich Rat. So sage ich ihnen: „Erst wollen, wir mit einer Seite fertig werden, wacher reden wir von der anderen Seite. „Zu alpcrxrst" — sage ich — „muß' ich's auf Heller und Pfennig genau' wissen: wieviel gebt Ihr? Und zum zwiten möchte ich mir gern das Juwel auschauen." Wie er solche Rede'hört, wendet sich der Brautvater, 'Mojsche Riffel nämlich, zur Brautmutter, sie heißt Bejle-Leah: „Wo ist eigentlich Sonitschka? Ruf' .sie, doch hercin!" — „Sonitschka zieht sich noch an" — antwortet ihm die Brautmutter, Befle-Lrah heißt sie, steht aus und verschwindet im nächsten Zimmer; ich unds der Brautvater, nämlick) Mojsche Nissel, bleiben allein miteinander, nippen ein wenig Weichsel, naschen etwas Ethrogimkompott und kommen ins Reden. Wovon wir geredet haben? Bon altem Uebel will ich so viel wissen^ wie tavon Bon Gott weiß was, von einem Jahrlnarkt im Himmel. „Seid Ihr sch. n lange Schadchen?" — wirft er so hin und schenkt mir noch ein-Gläschen Weichsel ein. „Seit meiner Hochzeit" — antworte ich — „mein Schwiegervater ist auch Schadchen und mein Vater" — sage ich — „ist auch CVMchon gewesen, alle meine Brüder sind Schadchonim, überhaupt fast unsere ganze Familie" — sage ich — „besteht aus Schab!- chonirn" ... So werfe ich ihm eine Lüge nach der anderen an den Kopf und zucke dabei nicht einmal mit der Wimper; doch ich fühle, daß ich rot werde. Ich weiß selber nicht, woher ich alle diese Lügen fj<* nommen habe. Doch — was J&Icibt mir übrig? Wist sagt Deine Mutter: „Wenn man in den Dreck tritt, bleibt man bald darin." Mein Entschluß war fest, wie ich'L Dir schon gesagt habe: Wenn der Herr mir Clück schenkt und ich dieses Geschäft glücklich zu^> sammenreiße, dann werde ich meinen Anteil am Vev« dienst, so Gott will, ohne den geringsten Einwand, auf die Hälfte mit dem Schadchen Leibe Lebelski teilen, Ivelcher im Gasthof sein Bündel Schriften vergessen hat. Wie steht es eigentlich mit UNS Beiden? Eigenvlich könnte nian nicht nach Recht und Billigkeit entscheiden, daß mein Anteil zur Gänze ihm gehört', dem Leibe Lebelski nämlich? Darauf ist jedoch zu sagen: Und wo bleibe iK dabei-? Ich bin doch bsti dieser Sache/ wenn man es recht betrachtet, der ganz« Macher. Und hat meine Arbeit gar keinen Wert? Un8 Lügen loszulasfen für seine Rechnung bin ich — ichj staube — auch nicht verpflichtet. Und schließlich: we« weiß: Bielleicht hat Gott es so gelenkt, daß ich finde, was er verlor.'n hat,und um meines Bcrvwnstes )villc«s drei Juden. Gelo verdienen? , . . j (Fortsetzung folgt.) J

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