Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 404 (7.3.1920)
- Date
- 1920-03-07
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 40C Wen, TVNMllF Seiten et «. «nrrz iv»v> ^CUC'S. Gegenwärtig arbeiten die Dextilunternehmungen mit 20 Prozent Kapazität und werden daher mtt 40 Prozent, ihrer Leistungsfähigkeit arbeiten können. ,Die Verteiluna der Baumwolle wird nach, dem bisherigen Schlüssel erfolgen. Das „Prager Tagblatt" schreibt hierzu: Wahrend der Anwesenheit des Oberdirektors der Bohemiabank Peseck.y in Amerika hat die Bank direkte Beziehungen Mit der MprgaNgruppe ausgenommen, was nicht Mm . geringsten der Vermittlung R. I. Kaldwells zu danken ist, einem persönlichen Freund des Präsidenten Masaryk, der als' Präsident des republikanischen Wahlausschusses - eine' der mächtigsten Persönlichkeiten Amerikas ist. Die' Morgangruppe entsendet als Vertrauensleute in die Bohemiaü,ahk den Direktor Pese:ky und den Großindustriellen Waldes, während die Bohemiabank ebenfalls zwei Vertrauensleute nach Amerika zur Morgangruppe delegiert. Ein Erfolg der aufgenomruengn Beziehungen besteht darin, daß sich der Präsident der Guatamy Trust Cy., P. Murphy, der London, Paris und Nom besucht, auch nach Prag begeben wird. Murphy hat einen großen Stab von Fach- Leuten mit sich, und seine Reise nach Prag bezweckt die D^teiliaung amerikanischen Kapitals an der tschechoslowakischen Industrie, und zwar in jenen Industriezweigen, die von den' tsch^cho-slowakischen Industriellen selbst bestimmt w.'r en Es dü.st.'N li's hauptsächlich jene Industriezweige sein, in welchen bisher keine amerikanischen Methoden in Verwendung standen. Ein weiterer Erfolg der unn.it'ieibaren Bankbe sehung hat. sich in den Auswanderergeldern dadurch gezeigt, daß durch die Vermittlung der Bohemiabank im Februar über 100 Millionen Kronen in die Tsch^cho-Slowakei gesendet worden sind. .' __;; , Die amerikanische Anleihe für Polen. Aus Warschau wird uns gedrahtet: Wie' die Blätter berichten, ist der Stand der Verhandlungen Über eine amerikanische Anleihe für Polen ein g ü n st i g e r. Es handelt sich um ein in drei Raten zahlbares Darlehen in der Höhe von 250 Million e n D o ll a r. * Wirtschafts-ericht aus. Palästina. 1 Wie >aus Petach - Tikmah .berichtet wird, haben die. Orangen -Plantagen von Pewch-Tchvah unter den diesjährigen stinken Regengüssen schwer gelitien. Biele Orangenbäume sind mit der Wurzel cmsgensfcn, andere stark beschädigt worden. Auch viele Baulichkeiten sind zerstört. Große Quantitäten von Orangen, sogar solche, die bereits in Kisten verpackt waren, sind durch den starken Regen verdorben. Es hieß, daß gerade in diesem Jahr für den palästinensischen Orangen:xport ein guter Absatz in Aussicht stcbe, nun aber hat di^ Ncgeirka'astrophe großen Schaden verursacht. Auch ist die Aussaat auf den Feldern weggcschwemmt worden und verloren gegangen. In N o s ch - P i n a h rst eine Altiengesellichast unter dem Nanien ..Ascbtrroih" gegründet morden. Zweck dieser Gesellschaft ist, die Biehrucht in Obcrgaliläa zu heben."Nosch-Purah selbst, das. Über ein außerordentlich ausgedehntes Areal verfugt, ist für Viehzucht sehr geeignet. ' / In H a i f a sollen demnächst sorgende drei Fabriken eröffnet werden : rrne Ctcinmülile durch Herrn Kaudi'anöky, eme Fabrik zur Prodnncrnng von Kalk und Kreide durch Jchin & Cie, und eine driue Fabrik für Aluminium'Geschirr durch J'elflrr L Klumker. Der Schrrldenarrsft. Der Unterausschuß der Nationalversammlung für die Vermögensabgabe setzte gestern die Spezialdebaltc über die 88 61 bis einschließlich 64, 81 und 82!ort. Diese Paragraphen betreffen die Sicherung der 'B c r m ö g ensa b. g a b e, die W i e d e r a u i n ah m e des V ersah r e n s,' bic Neubemessung wegen nachträglich eingctr.etener Vermögcnsvermindcrung, die St rase, iür d e Hinterziehung der Vermögensabgabe, das Verhältnis der Vermögensabgabe zu den G e d ü h r e n und Ver mögen sübertragu n g e n v p n T o d e s wegen. Der 8 58 wurde in d", Fassung der Ncgirrnngsvorlage mit. unwesentlichen Amte'ung-n zum Beschluß erhoben. ^59 wurde in folgender Fassung beschlossen: Wenn ein Abgabepflichtiger auf die Aufiorderung, innerhalb einer angemessenen Frist ohne genügende Rechtfertigung, obwohl er im, Auslande genügende Bermögenschaftm besitzt, die volle Abgabe nicht einzahlt, keine hinreikb -e Sicherstlllung leistet, kann er hierzu mit H a f t bis zur e s a m t d a u e r v o rz zwei Jahren. (Ich u l d e n ä r r e ft) verhalten werden. Die Kosten des Arrestes hat der Abgabepflichtige zu tragen. Die 88 6t bis einschließlich 64, 81 und 82 wurden in der Fassung der Ncg.ernngsvorlage genehmigt. Zur Frage des Rkportkredstes. In der gestern stattgesundenen Sitzung des Verbandes der ^Bank- und KommrsnonSsirmen kam die Frage des Reponkredites zur Eiorterung. Es wurde die Ansicht vertreten, daß man nicht eilten Znsiand einreißrn lassen dürfe, der unter Umständen infolge Verweigerung des Lcrhgeldes die U n b e l e h ub a r k e i 1 v o n A f t i_c n zur Folge haben lönnte. Die NaPhLhaverhanLlrmg-'n zwischen Polen und 1? der Tschecho-Slowaüei. Ans Prag wird uns berichtet: In Ergänzung der gestrigen Meldung über, den Abschluß eines Prälmriirarabkommeus mit Polen über Lit^elietig von 42(0 Z i st e r n e n N a p h t h a- Produkten teilt die „Trrbmia" Weilers mit, daß hie Polen bs 75°/« des Gesamtweues jn a>s ch i n eile und andere G r u b c n_e i n r i ch t u n gen verlangen, welchem Wunsche die Tschecko-Slowakei mit Rücksicht au) den eigenen Bedarf m diesem Ausmaße nicht entsprechen könne. Rücktritt des Wnanzlandes-irektovL Kokstein. Wie das ,,8-Uhr-Blatl" meldet^ ist der Vizepräsitent der, Financhandesdirektion Oskal- K o k st e i n vom Staatsamt für Fmanzen ver a n laß t worden, um seine Pcnsionicumg anzusuchen. Diese Maßregelung, die einen sehr tüchtigen Finanzsachntann betrifft, ist eine gerade jetzt anf allende Erscheinung. Ist inan in '-dem Amt des Dr: Reis ch, das vor der technischen Durchführrmg der g'vß tn Steuer gefetzte steht, so reich an Talenten, daß man auf eine so wertvolle Kraft verzichten kann? - KahiLalscrhöhüng. Die O e st e r r e i ch i f ch c n S i e m e n 8 - S ch u ck e r t- Werk e vrrnrehr.cn ihr Akt eukapital. n m 125.000 neue, vom 1. Jäun'r 192 ' dividendenbcrechügte A k t.r e rr zu ll 200.-7von 50 au' 75 M i l l r o n e n K r o n e n. Auf 50.0»>0 dieser Aktien wrrd bis einschließlich 17. M ä r z 1920 rin B e z,u g s r e ch' t, und zwar nach -je 5^ allen Aktien anl eine neue-zum Prcii'e von ll 800.- da8 Stück, emschlicßl'ch Zinsen, emgerärrmt. Auf weniger als 6 alte Aktien entfällt lern Bczugsrcchr. . ArrlvaÜver8ehr..''pJm^ gestrigen Pripaiverkehr, war das Geschäft eng begrenzt. Krupv'Aklien stiegen brs ll 1600.— um ll 35.-, dagegen wurden Oesterr. Kr.dri bis ll 9L0.— um ll 16.— und Sildbalm-Prrorlläten bis ll 1125.— um ll.40.-^- billiger abgegeben. Lombarden waren ll 537.—. In Staarsbahn- und Alniiie-Atuen wav Abgabclust vorhanden, doch kam cs zu ke ncm Abschluß. " ' f Valutcnlrurse. Im gestrigen freien Verkehr waren Rubel n o t e n Gegenstand regerer Nachirage und erhöhten sich brs ll Z.58, 8 e r n o t e n waren ll 3.86 und Markno t e n g r ü n ll 8.15. " „Die Steuer", Zeitschrift für Skeuerwesen, Herausgeber Rech^anwalt Dr. K o l l e k bringt auch m ihrer Märznummer eure Mibe altucllcr Artikel über die ncnrn Stenern sowie rhre ständigen bcra'enden. und belehrenden Auf,äij?^Bcrwa1tung. Wren, l., Wtpplmaeistraße 22. . Börse für laAdwirtschaftlichs Produkte. Wien, 6t März. Orig.-Bericht? Die seitens des Handels in den letzten zwei Wychen in Tsrhech en angekauften Haferichalen, Melasikstttter und Rüben sind bisnun noch immer nicht angrlang^ angeblich deshalb, weil Waggons' für Oesterreich fehlen. Del Handel rst außerstande, ferne Lickerungsvervst'chtnngen zu e« füllen, wählend, Jntcresicnten auf Lteftrung der Verkäufe bestehen) Voraussichtlich wird das Schiedsgericht wied-r reiche Deschaiti^ gnng sinden. Die Weigerung der-Waggonbeistellung seitens dev tschechischen Verwaltiingsbebörden wurde an der heutigen Wochenbövfe vielfach besprochen. Die Tatsache illustriert am besten btf Nnmöat'chkeit von Licterimasgeschä'tcn, da heute eine Gewähr füp ein Anlanaen der veikausten 'Warenmenge nickst übernommen werden kann. Jnsolange die wirtschaftlichen Berbällnisie zwlscheyj den einzelnen Ländern nicht geklärt sind, rst auch eine Tätigkeit d-'s Handels eine Unmöglichkeit. Die Tendenz des heutigen, Marktes gewann durchweas an Festigkeit, da wieder nur aer-ngeS Material zur Verfügung stand. D>e Umsatztätigkcit brest sich den» auch in engen Grenzen, wobei erwähnt sei, daß Kleesaalen ruhigere Tendenz zeigten. .Amerikanische Warsnnotierungen. Bew-Bork, 4. März. Baumwolle: New-Aor^ foTo 40 60, .Ncw-O'leans lofo 4>t 65. px,. Mär- 98.90, N.'w Dork ve/ Avril 96.95. B e t r o l e u m: Rafsinade (>n cw»', rn Rew-Aork 27—, stiaffrnade S'andard WAtt >n Ncw-Mrk 23 50, Raffinabe Standard Wbite ckn Phrladckphia 29.50, Petrolenm Credit B lances at Orl C'ty 6.10^ New-Äork Mehl (Marke »Spring Clears") 9.25 bis 11.25« Mw-f))ork W e i z t u loko Winterweizen 237.50, Sommerweize» 237.50. Ncw-Pvrk M a r S ver Wester n loko 177.25. Rew-Dorkf Zucker Standard Graniilated 15 20 bis 16.—. Raw-Ccntritngal 10.75 bis 11.41. Rem-York K a f de e Rio Nr. 7 loko 15'/,. New Aork Getreidefracht ngch London nominell. New- Aork Schmalz Western Steam 2l.92. New-Aork Baumwall e Zufuhren in den Häfen 23.000. RGMMLrL.-ii.WMMZOM»K^.«. 2Mrslo krossburg ° liüsls Wien, I./"'..", ' 24-28 °MM.12Z58,18296.1?W Die Devisenkurse. Wie«, 6. Mäiz. (Kurie der ostcrr. Devrsementrale.) Amsterdam 9325.— 9325.—). Berlin 275.— ,275.—), Zürich 4100.—!4125.—), Kov-mhagen 3625.— (8826.—). Stockbol« 4800.— (4800.—). Mars-Ltotcn 274.-t!274.-), Lci-Noten 340.— .340.—), Leya'Roten 315.— (315.—), Schweizer Noten 4075.— 4100.—). Französische Noten 1725.— (1750.-). Italienisch« Noten 1350.- .1375.-), Englische Noten 870.- (870.-)| Dollar-Noten 250.— (250.—), Rubel-Noten (Romanows) 280.— (280.-). ' .. - ' Wien, 6. März. (Kurse im freien Verkehr): Agram 165.— brö 180.—, Budapest Postfpgeld 96.— f»’§ 106.—, Budapest 10.000er 97.— bis 107.—, Budapest 1000« 98.- bi8 108.-, Krakau 108.— bis 122.-, Prag 270.- brS 290.—, Tschccho-stow. Kronennoten 5000er 385.— bis 805.—, kleinere 285.— bis 305.—, S. H. S.-Kronennotcu 130.— biL 160.-. Prag» 6. März. fKurle der Devisenzentrale.)« Amsterdam 3618 50 (358850-, Berlin 103.75 (103.75)- Dnkarest 133.50 (128.50), Sofia 133 50 >128.50h Zürich 161H.50 «1615.50), Kopenhagen 1498 -'0 (1473.50', Swck» bol.m 1818 50 (1833.50,. Mailand 538.50 (536.50), Paris 703.50 693.50 . London 344.60 sZ37.5Ö).New.2)ork 101.50(100.50): Wien 35.- (34.-), B'üsfel 743.50 (738.50), Mark-Roten 9.S.7S 99.75), Rmnänische Noten 118.50 (113.50), Bulgarische Note» 118.50 (118.50!, Schweizer Noten 16(5 50 (1612.50', Dänische Noten 1494.50 (1469 50'. Schwedische Noten 1844 50 '1829.50),1 Italienische Noten 533.50 531,50'. Französische Noten 699.50 (694 50'. "Englische Noten 311.50 (834 50 >. Amerikanische Note» 96 50 95.50, Oestmklchi'che gestempelte Kronen 32.— (31.—'. Holländische 3638.50 (3578.50), Belgische 789.50 (78LÖ0); Berlin, 6. März. (Kurse der Devisenzen^rale.) / Amsterdam 3644 50 (366l.—), Brüssel-Antwerpen 714.88 (736.75', Kopenhagen "1473.50 (1516.-), Stockholm 1853.— (1898.—), Italien 520.50 (539.50), London 340.65 (850.65), . N'ew-Nork 9 5 90(99.50), Paris 689.30 «707.30). Schweiz 1568.50 '(1638.25), Spanien 1658.95 1735.75', Wien alles 88.96 (40.20, Wim abgestempelt 38.96 (39.46), Prag 98.65 (160.65), Budapest 34 46. (85.46). ' Zürich» 6. März. (Devisenkurse.) Berlin 6.40 ^6.05«, Wien 2.46 (2.35'. Prag 6.85 6.20), Holland 222.— 223.—), Ncw-Uorl 593.— .660.-), London 21.98 (21251. Paris 44.25 «42.75), Mailand 33.40 (32.60)» Brüssel 45,30 (44.50). Kopenhagen 91.— 92.—), Stvckhvln» 116- 115.-', Agrarst 4.25 (4.10), Krakau 2:60 (2.20), Bredavest 2.40 (2.20\ österr. gest. Kronen 3.30 (2.20), alte ungefd Kronen 3.50 (2.50). Amsterdam, 6. März. (Devisenkurse.) London 9>95 09.76. Berlm 2.97'/, (2.82'/,). Paris 19 92»/,' (19.70', Schwer; 45.75-45 50). Wien 1.80 "'(l-10), Kopenhagen 43.80 (42.50), Stockholm 53.50 (52.60), Christiania 48.—» 47.50, New-Pork (271.-), Brüffel— (20.40), Madrid (47.70', Italien (15,-j. - , . j Besorgung’ aller b.ankgcschiirtl. Transaktionen. Ent^ gogeiinahmo Ton (*>*i(lemlag»0n. Ausgabe ron Einlags-i bUclieru. Uebernabmo Toa Vermögensverwiiltangen*j v Wafenabteilung. ( Export ron Serienmöboln u. lanil’n'lrtscbaftl.QerätonJ a Import Von deutsclien Heizmaterialien etc. af agpemw»«,, wiw»>^MiaaacjwWMwwMHikat'i Menachem Mendel. Ein Briefwechsel. HerauSgegebrn von SchNlkm-Aleschem. Ans dem Jüdisch e'n übertragen von Sregsned Schmitz. Fünftes Buch: « ES geht Nicht zusammen. ■ - ,41. Fort'efiung.) Während solche Gedanken, Phantasien und Kombinationen in meinem Kopf duvchsinander wirbeln, da weht mir ein tzuter Wind einen Menschen in den Waggon; er ist behaart von oben bis unten, schleppt rcknen Sack mit sich, jappt wie eine Gans, "'und spricht mick in seiner sonderbar LeHrihenen 2srt an, 'gar nicht wie man es sonst gewöhnt ist: „Jünger Mann" — sagt er — „ich kann' wohl, daranf rechnen, daß Ihr in Eurem Alter Euch bemühen wgrdet"' —> sagt er „so'ort ciit w nig hineinzurücken, damit" — sagt er — „eilt Jude, wie zum Beispiel ich, die Ehre hat, sich für einen Angenüli k als Nachbar zu Euch zu setzen?" — „Warum nicht. O, mit dem größten Vergnügen^ — so antworte ich. rücke mich weg und mache ihm Platz: dabei werfe ich so nebenbei, aus Höflichkeit,' die Frage hin:'„Woher ist der Herr?" „Pan wo ich komme, fragt Ahr? Von Koretz"' — antwortet er — „mein Name ist Uscher; genannt werde ich R.P'Üscher, Schadchen. M bin jetzt" — 'sagt er — „wie Ihr mich, da seht», mit Gottes Hilfe beinahe - vierzig., Jahre Schadchen." . „So, so" — sage ich — „Ihr seid also' auch Schadü-en?" „Das heißt also" — sagt er — '„wörtlich.genommen, baß Ihr ganz bestimmt auch ein Schadchen seid, also — Drud.rher'z, Euch gebührt" —sagt er — „nach R-ch ens .Brauch in aller Form ein Scholem-Alajchem!" Sv redet mich der Schadchen an, reicht mir eine fleischige, weiche, haarige Hand und stellt eine Frage eben auch aus Höflichkeit:' „Wie heißet Ihr?" Drauf ich: „Menachent Mendel" . . . „Der Name kommt mir bekannt vor" — wipfk er ein — „ich habe ihn schon irgendwo gehört, sch weiß nur nicht, wo. Hört an" — sagt er — „Nrb Menache nt Mendel, was''M Euch sagen'werde. Da nun einmal" — sagt er — „vas Unglück des Geborenwerdens so groß ist, das 'heißt, ha der Herr da droben" — sagt er — „in seinem allmächtigen Ratschluß es so gefügt hat, daß wir zwei Menachemlinder, beide Schadchonim" —> sagt er — „aufelnanderprallen an einem Weltpunkt, so wäre wohl" — sagt' Cr — „die Annahme gestattet, däß wir eben hier an Ort und Stelle auf der Fahrt in einem und demselben Wagnr etwas zustandebringen sollen?" . . . ' „Ja. aber" — sage ich — „was»sollen wir zustanbebringen?" „Vielleicht habt. Ihr" sagt er — „einen Interrsfenton für gu'en Win in schlich ent Faß?" . . , „Ja. aber" — sage ich — „was heißt bet Euch guter Wein, in schlechtem Faß?" . . . „Zn dienen, sofort" — sagt sx. — „augenblicklich auf der Stelle will ich . Aufklärung, geben, baß Ihr E^uch einen BerK darauf machen könnt. Wie steht also die Sache? PaßÜ gut auf! Ich habe^ — sagt er —. „in, JarmeltneH eine Ware) ^primissima, ein Juwel geradezu; Rebi Jtzikel Taschratz heißt er. Natürlich vornehme Abkunft — da ist nichts zu sagen. Man . kann sagen" —«' sagt er- — „daß er ganz mit Vornehmheit überzöge^ ist- Denn abgesehen davon, daß er selbst" — sagt e^ — „von sehr vor/rehmev Familie ist, ist seine Frank noch vornehmer als er. Der einzige Fehler an dep ganzen Sache" — sagt er — „ist nur, daß er sichj für seine Vornehmheit hundertfältig zahlen lasses will. Wie viel Mitgift er gibt, doppelt so viel wilL er, soll die andere Seite' geben." . . . „Still" —i fuge ich — „ich glaube, daß genau der Artikel zrtz Haben ist, den Ihr braucht." Ich mache ntich über mein} Packet her, ziehe das Vormerkbuch des Schadchen Leib« Lebelsli heraus,- schlage Jampol auf und mache ihntz deutlich: „Da ist der Mann" —> sage ich — „eben bee*. den Ihr sucht. Leset selbst, so werdet ihr es gleich haben: Mojsche Riffel Kimbak . . . Emporkömmling —< bas heißt — einer, der vor kurzem reich geworden ist..-^ Wollen ausheiraten mit aller Gewalt — bas heißt, ft* Men drauf los . . . So viel Mitgift die aitdere Seit« gibt, doppelt so viel bereit zu geben-.baS heißt also' — ü-nau doppelt so viel. Ist das genau dar. war Ihr braucht oder nicht? ... 1 (Fortsetzung folgte 640285