Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 399 (2.3.1920)
- Date
- 1920-03-02
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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91t. 899" Wseri,"DlenswF WlenorMsrgenzestttNA zTWEftm Kriegsanleihe 63.—, V, bjäbr. CLatzscheine 70.50, TI. 40iähr. Kriegsanleihe 63.—, Tl. lOjähr. Schahschcise 68.50, VN. 40jähr. Kriegsanleihe?.WM^b'/«ikihr. Schatzschnne 63.50, TM. 40jiihr« Kriegsanleihe 63.50/vlsk. .Schatz'cheme 68.b0. Enkprete der Rübenproduzenten ln der Globale!. In Preßbnrg^fand dieser Tage eine Enquete der Rüben- Produzenten statt, in welcher folgend« Entschließung angenommen wurde: Die Konferenz der Zuckerrübenproduzenten /in Preßburg hat beschlossen, zur Förderung des Zucksr? / rttvenanbaueS die Bemühungen der Vertretungen dar Landwirte, besonders der tschecha-slowakischen „Jednota" und sonstigen Organisationen ckach Möglichkeit zu unterstützen und auch selbständig -dahin zu wirken, daß die berechtigten Wünsch« der Landwirte beim Zuckerrübenanbau berücksichtigt und durchgesührt werden, hauptsächlich in der Hinsicht, daß für die Zuckerrübe den Produzenten ein solcher Preis bewilligt werde, welcher mit der allgemeinen Teuerung und sonstigen Verhältnissen im^Einklang steht und außerdem, baß dt« Zuckerfabriken die^kontrahierte Rübe bedingungslos zu übernehmen verpflichtet sein sollen, ohne Rücksicht, ob Waggons, Kohlen, Arbeiter usw. vorhanden sein werden. Die Konferenz ,hat ferner beschlossen, daß, falls die berechtigten Wünsche V der Produzenten bei dem Vertrag mit ten Zuckerfabriken berücksichtigt werden, alles aufgeboten werben wird, damit in Slowenien dieses Jahr ein je größere? Rübenanbau «folge. " Basutensturfe. Im gestrigen freien Verkehr warm Ruvelnoten gefragt und wesentlich höher, wogegen die übrigen fremden ZahlnnaSmiltcl nur geringe Veränderungen erfuhren. Es notierten: Lei noten K 4.06, Rubelnoten K 3.40 nach K 3.60, Mar knoten grün K 3.25, Mark» notr n t»t K 8.87, 8 i 11. K 15.80, Dollars 289.— Schweizer Franken K 47.—, tschechische Noten K 8.11, P flu n b K 975,— unb Auszahlung BerlinL 8.10. Die Pctrolemmverya'ndlttngm d« Tschecha-Tkovakck ml» Polen. Wie bereits gemeldet, find vor einigt» Tagen Vertreter der polnischen Negierung in Prag ringetroffen, um den seinerzeit abgeschlossenen Kompensationsvertrag über Lieferung von 6000 Zisternen Naphtha und Fertig. Produkten zu verlängern' und neue Preise festzusetze«, da die bei Abschluß de- Vertrages vereinbarten Petroleumpreise gegenwärtig tief unter jenen des Weltmarktpreises stehen. Im Verlaufe der vorige Woche ^begonnenen Verhandlungen stellten aber die Polen Forderungen, die weit über dem Niveau deS Weltmarktpreisestehen. Trotzdem nämlich in Polen ein Üeberfluß an Raphthaderivaten herrscht, leidet die Bevölkerung an Petroleummangel, waS feinen Grund im Fehlen der notwendigen Zisternenwagen sowie der für die Erzeugung erforderlichen Maschinenbestand- . teile und im Kohlenmangel hat/ Infolgedessen werden in Polen für Petroleum Wucherpreise bezahlt, welche die polni- Dhen Delegierten zur Grundlage der Preisfestsetzung nehmen wollten. Die Beratungen wurden aber unterbrochen, da -uS Oderberg die Nachricht eintraf, daß polnisrherseits die Durchfuhr sämtlicher Zisternenwagen, voller wie leerer, eingestellt worden ist. Die tschecho-flowalischen Vertreter erklärten, daß hierdurch eine vorübergehende Verschiebung der Verhandlungen notwendig geworden sei, biS zu dem Zeitpunkte, da die Transporte von neuem bewilligt, beziehungsweise bis die polnischen Vertreter verpflichtend« Aufklärungen gegeben haben werden. In der Sache selbst wurde sofort eine Untersuchung eingeleilet. Es ist anzunehmen, daß die Aufklärung der Gründe, die zu dem Verbote geführt haben, 4» den nächsten Tagen aus Warschau erfolgt» vorauf i« Len Verhandlungen fortgesetzt werden wird. Zur Gründung der internationale« Handelskammer. Den der Handelskammer soll in Europa sein, doch ist der Ort noch nicht bestimmt. Die erste 'Versammlung der Kammer wird im Junr in Paris stattfinden. Die OrganiftitionSarbeit soll von einem Ausschuß vorbereitet werden, der aus 25 Mitgliedern besteht, die von den Delegierten der auf der internationalen Handelskonferenz in Atlantic-City vertreten gewesenen Länder bestimmt werden. Vorsitzende» beS Ausschusses ist John H. Fahah auS Boston, Mast. Der Ausschuß wird im Mai in Paris zur Durchführung der Organisation zusammentreten. Die Verwaltung liegt in den Händen eines DirektorenrateS «nb eine- Generalsekretär-, die durch einen Vollzugsausschuß und einen technischen Stab unterstützt werden. Der Direktovenrat wird aus je zwei Mitgli^ern aus jedem der vertretenen Länder zusammengesetzt und tritt alljährlich zusammen, während das Plenum der Kammer nur alle zwei Jahre tagen foll. In jedem Lande sollen ZweigVureauS errichtet werden, die bi« Verbindung zwischen der Zentralstelle und den einzelnen Lälldern unterhalten. — Ein« der amerikanischen Delegierte« hat die neue Organisation bezeichnenderweise .Völkerbund d«S Geschäftes" getauft. KapitalSerhShmig der Qesterrelchifchen Berg» «mb HütwnwerkSgefrNfchaft. Der Verwaltungsrat der Oeste»- reichischen Berg, und HüttenwerkSgesellschaft hat in seiner aw' 28. Februar abgehaltenen Sitzung beschlossen, für den 22. d. M., 11 Uhr vormittags, eine außerordentliche Generalversammlung einzuberufeu und in derselben den Antrag zu stellen, da- Aktienkapital der Gesellschaft zufolge der nach 8 4 d« GesellschastSstatnten zustehende« Ermächtigung von 45 Millionen Kronen auf 50 Millionen Kronen zu erhöhen sowie die entsprechenden Statutenänderungen zu beschließen. Die Eingänge «uS dieser Kapitalserhöhnng sind zur Beschaffung von flüssigen Mitteln bestimmt. Wiener Börse. Unter dem Eindrücke der glatten Erledigung der Prolongation eröffnest die gestrige Börse in ziemlich fester Haltung, doch kam im Verlaufe des Verkehreeine entschiede« schwache Tendenz zum Durchbruche, da die noch immer < vorherrschenden Geldkalamitälen zu Abgaben veraylaßlen. Die anfangs erzielte« Besserungen, welche namwtllch in, Staatsbahn, Alpine «Nd Türkenlosen stärker zum Ausdrucke kamen, gingen vollends wieder verloren. Ungünstigen Einstutz auf die Haltung des Marktes übte auch die Besserung unsrer Krone im nevtralen Ausland. DaS Geschäft war gering «nd konnte sich auf keinen^ Gebiete beleben. Solgo-Kohlm stiegen «m £ 490.— und verließen mit einer Erhöhung von K 235.— den Markt. Auch im Schranken war. mit Ausnahme von einzelnen Effektengattungen, Abgabelust vor-, herrschend, so daß das Endergebnis ein negativewar. Auf dem Aulagemarkte besserten sich die Renten bi«*u2%; die erst« Kriegsanleihe gewann im Zusammenhänge mit der Subskription' auf die Prämienanleihe '/?/* Im übrigen Wwttsm wir ans nachstehende Schlußkurse. „ Industrir-UuternetzENIe«. Allgemeine Bangrsellschast 1030.— (— 10.—), Unionban 500.-- 8a—\ Wiener Baugesellsch.ist —.— (— —.—), Köni^shofer Zement 833. - 10.—^, Unionb« l— Perlmooser Zement 302Ö.— (tt-20.—),"Wienerberger Z egr! 8500,— 100.—), Lr-'sinarr Brauerei —(-.—) Sarci,evo —(— —Aussig Chem. 6800.— (+ 200.—), Brosche Spiritus 8400,— (— 93,—), Carborundnm 8200.— (-100.-), Clokilde 22(0- (- «. E G. Union Elektr. 1720.— 1— 115.—),. Bereinigte Elektrische 1805.— <— 90.—h Siemens Schuckerl 1910.— i— 11.—). Alsme 4180.— {— 60.—)„ Berg- und Hüttenwerke 12.460.—, (— 80.—V Austria Email 280ii.~ (-.-), Egydier 1850.- (--.-). öklbcr 8800.-, (— 290.—), Felten & Guilleaume 5900.— (4- 100.—), Gremitz- Etsr« 8835.— (4-170.—), Hutter ch Schrantz l720.— (4-21.—!, Krupp A-'G. 1753.— '—55.—i, Poldchürte 2050,— (4- 25.—), Prager Ersen 7800 «'—800.—), Nrmamuranv 3400.— (— 51.—), Skvdawerke 3080.- l— 33.—), Waffrnsabnk 5850.— (4- 220.—), Brüxer Kohie» —(— —Gran- SzaSwarer —(— —Nordnng. Kohlen 9590.— (-lw.-).Oberuyg. Hütten 4500.- (+ SO.-), «ofrt&et3280.— ln nffrn TTr<«T(Mrit. Wcfw unter (HnrdnHf. garbbünd-r . alle EyNeme, nNNasstge» Materiq Leop. Kurzer, Wien, Ull^ Wcstbahnstraße 23; Telehpon 81537. ut - , 1.....-».... f+ 100.—), Salgo Tarjaner 6175.— (+ 255.-), Trisail« Kohlen 8500.— (— 800.—), Ung. Aya. Kohlen, —.~i (— —.—), Änkany —(— —.—) Beitswetz Magnrstt— WestbShm. —k-.-), Danek MalchineM 2490.— (+ 10.—), Brünner Maschinen 2720.— (— 970.—| Daimler Motoren 1760.— l— 6b.—), Fratwerke 1795.-^ (— 5.—), Heid Maschinen 1090.— (— B.—), Hoshrrr 41 Schrank, 1198.— (— 2.—), Sigl Lokomotiv 1600.— (4* ,60.— Ruston 2570.— (—122.—), Simmeringer 1400.— (— 50.—), Elbe, mühk 2345.— Lcykam-JosefStbaler 1890.— (—Js5.—)j Neusiedler (- Apollo 4250.- (-.-), Fant« 14 fi"0.— (— 200.—), Karvatbm 10.000.- (-\ Galiz» 12.780.- <- 130.-), Schodnica —(- Cosmano- 2880.- s- 50.—), yezfabrilen —(-/ Schvell« Zucker 6150.- (— 250.-), Schönpriesrner 8950.— (— 50.-» Oesterr. Elsenbahnverk. 2450.— (— 5.—), Ung. Ersenbahnve» 1440.— ttt- 80.—^, Wiened Waggonfabrik 1950.— (—^48.—» Gerngroß 1090.— (-4- 3.--), HoizhandelSgrsellschast 2185.-2 (+ 85.-*, Türkenkose 2220.- (+ 200.-). Teanayort-Arrternehmungen. Adria )j Ausstg-Teplitzer 6430.— (+ 420.—), Buschtehrader lit A — (-Buschtebrader lit. B 2380.- (- 105.-), Donaw Dampf. 12.510.— l- 490.—), Ferdinand Nordbabn 12.450.^ (- 7a-), Graz-KSflacher (- -.-). Kaschan-Odey berger 1795.— (— 5.-), Lemberg-Czernowitzer. 2390.— (> 190.-). Llohd 22.000.- (-Navigazeont (— Staakseisenbahn 4170.— (+ 88.—). Lombarden 590.- 21.-). 8°/. Südbahn-Prior. 1300.- (— 8a-), SUatsbah» Genußschernr 2700.— (— 90.—). Rente«. Mmrenie 95.75 (4- —.15), Frbrnarrrnte 98.^° (— —Oesterr. Kronenrente dl.50 (4-1.75). Oestcrr. Goldrente 210.— (— —Ungar. Goldrente 250.— (— —V Ungar. Kronenrente 122.— (+ 2.—). .; Banken. Anglo-Danl 925.— (— 40.—). Oester,. boSw Bank 670.— (5- —), Ungar. Bank und Handels. 1210.— (-.-). Bankverein 950.— l- 10.—), Bodcnkredil 3700.— (+150.-), Oesterr. Kredit 1080.-(- 70.-), Una. Kredit 1490.- (— hy.—*, Depositenbank 1080.— (-20.-), Nrederofti Eökompteges. 1390 (— 55.-), Ung. Hypoihekenbank^ Länderbank 1101.— (4* 20.—), BoSn. Landesbank 750.- (— 80.—), Mercur 970.- (- 15.—), Oesten.-ungax. Bank 7450.- (+ 460.-), Unionbank 956.— (-.—), L««. kehrsbauk 795.— (— 3.—£ ZivnostenSka 1705.— (+ 65.—). Innsbrucker Warenbörse. Innsbruck, l. März. An der heutigen Warenbörse waren angebotmi Schweinefett, PstMzenfett, Kokosbutter, Eorned- Beef. Gewürze. Hon'gbutter, Salzsardellen, Zwirbeln, Sau«« kraut, Orlkuchm. Futtcrliibrn, Toiletteselsen, WaschscifkN. Waschblau, Laugenstein, Leinöl, Scheren. Schrotmühlen, Fahrrae^ Luftschläuche. Niiymaschinen und Sensen. Nachsraae bestehend nach Hüttenfruchten, Bananenmebl. Tapiokagrieß, Textilwaren, Zwirn, Schmirgellemwand und Schmirgelpapier. Berliner Börse. Berktn, 1. März. Die Börse ließ heute wohl eine Ab- . nähme der Kausbeweaung erkennen» doch war die Haltunq >« allgemeinen fest, 'wobei die Kurse überwieaend wetter anziehe» konnten. Namentlich einzelne Kolonialpapiere. w»e ReU'Gumew-, Oravi- «nd Südsee-PhoSphat Aktien und Deutsche Kolonial-' Anteile stellten sich b« lebhaften Umsätzen um mehr als 105*^ hoher. Auch Pettolenm- und Kaliwerte waren stark begehrt unp gewannen 20 bis 80°/». Großes Interesse zeigte sich ferner auch für Schantungbahn- und Deutsch-Uebersce-ElekrrizitatS-Akllen, die 80. deziehmigSwelse 40*-» höher nonerten. Sonst ergaben sich dn nicht einheitlicher Kursbewegung nur geringe Beränderungen., Bo» Montanwerken büßten Phör.ir-Aktien 25°/» ein, vermochten jedoch im Verlaufe einen Teil des BerlnsteS wieder wettzumachrn. D»o KuisbewrgiMg auf dem Anlagemarkte war nicht einheitlich. Deutsche Anleihen waren gut gehalten, preußische dageaen abgeschwacht, Oesterreichrsche «nd vngarische Renten lagen höher. Prager Börse. Prag» 1. M5rz. (Effektenbörse.) . P» notierten (Geldkurse): Anlagewertet FmHeivz, ««leihe 97.75, 4*/**/• mähr. Landcsanleche 100.—, dieselbe 5°/, 0000 J'&A.'BZ K ABI SSL. DÖNNSRST AG» T> -&F 4. XI 53 ( XX 13MT ) Daao ooaa .. H., JKJL«»retrA«aa £23 (CPudäa. 11—1) uaad 1e«l den Tum« und poirt T?er»ian©xi oaaa Menachem Mendel. Ein Drsefwechfer. HeranSgegeben von Scholrm-Alekchem. jüdischen übtrtragen von Siegfried Schmitz. DaS vierte Bündel Briefe. Ein vornehmer Berus« ach,m Mendel als Schriftsteller.' (98. Fouietzung.) 5. Brief. M.u.rch.'m Mendel «uS Jehupez em seln» Uvau Gche.'«;-Schri)rdel in KaS^liwke. Der teuren, edlen, tugendhaften und klugen Ehefrau Scheine-Scheindel meinen Gruß! Rum ersten sei Dir kundgetan, daß ich — dank Seinem lieben Namen! — gesund bin und mein Lehen bas t«) Friedens; der Herr, gelobt sei er, möge helfen, daß g'.nrs vom anderen nur Gu!eS höre tu guter Botschaft zu Trost und Heil — Amen. Zum zweiten wisse: Ich habe schon zwei Flaschen Tinte verschrieben und bin schon bei der dritten angelangt. ES ist auch keine Kleinigkeit, eine. Stadt wie Jehupez zu lwschrckben! Den Anfang habe ich mit dem Gastyof gemacht, wo ich Quartier habe. Bor allem habe ich natürlich die Wirtin vorgenommeir. Du wirst Natürlich fragen: Warum gerade die Wirtin? Weil vreinen Wirt gibt; sie ist schon seit dreizehn Jahren Witwe. Drr Mann war Soldat gewesen und sie seine, zweite Frau. Geheiratet hat sie ihn, sagt sie, deshalb, öädte bis er .auäaediM &äLJ» wohnen kann. Sie hat, sagt sie, mit ihm ein Leben ge.? führt, wie sie es nur ihren ärgsten Feinden wünscht;! denn sie ist um gute zwanzig Jahre jünger gewesen als er und als Mädchen, so sagt sie, ein bildschönes Geschöpf; alle Mannsbilder, Juden und Christen, sind hinter ihr her gewesen . . . Und jetzt mutz sie sich darum kümmern, pb vielleicht Menachem Mndel Lust hat,einen Borscht oder rin Krenfleisch zu essen; und darum mutz sie einen Sohn anShalden, der Gymnasiast ist und eine Tochter, die Gymnasiastin ist. Etwas zu arbeiten», fällt keinem von Beiden ein, sie helfen der Mutter bei keinem Schritt; baS sieht nur darauf, daß die Mutter alles fix und fertig ins Maul stspft; am Morgen den Zkaffee zum Bett, und nachher, wenn sie aus. dem Gymnasium konunen, da wird nicht gefragt, ob eS langt oder nicht; da- Essen muß auf dem Tisch stehen; ist es nicht auf eins. zwei, drei da, bann Ist die Hölle los. Go sind dies« Kinder. Neulich hat das Mädel, hie Gymnasiastin, in aller Herrgottsfrüh eiw Geschrei gemacht,« weil kein« Seife da war, ist halb nackt, den ganzen Hals ftei. in das Zimnrer herein'. gestürmt, in dem die Gäste beim Tisch gesessen, sind, und Tee getrunken haben, und ist auf die Mutter loS mit Gezeter: „Eine Schweinerei daS!'( DaS haben wir nicht Mtanhören können und habest es ihr ordentlich gegeben: Was soll daS heißen, studiert man dazu in allen Gymnasiums? „Nicht geuu-" — sa^r ich — „baß Deine Mutter sich «brackert. Dir die Gtiesek putzt, tvährend Du noch schläfst . .— so habe ich zu der Tochter gesagt und wollte gerade ansangetzsi, ihr den Text zu-lesen; da fällt die Junge Über mich j A£fi&. fi&Lffite. E" ,.. und hat. miL hsraenommen, wie enur so ein Frecklkng kann! Dahat' mich ordentlich verdross«»;! so habe ich die arme Witwe und ihre lieben Kinder genau beschrieben und hoffe, daß da-, bis es gedruckt ist, die beste Moralpredigt sein wird. Die Welt ist groß und gibt gewiß noch solche arme« Witwen und^ solche Kinder, Gymnasiasten und Gyiw*, nasiastinnen, welche ihr« Mutter ins Grab bringen... Verstehst Du nun, meine teure Gattin, wofür man mir Geld zahlt? Da ich jedoch sehr beschäftigt bin und keine Zeit habe, fasse ich mich kurz. So Gott will, werde ich Dir im nächsten Brief alles genast berichte«. Jetzt gebe Gott nur Gesundheit und Glüst.' Grüß' die. Kinder, siesollen leben, und Schwiegervater und Schwiegermutter, jeden extra sehr herzlich von Deinem Gemahl Menachern Mendel. Nichlig, das Wichtigste: Du fragst, wer di« Redaktion ist, also hast Du wahrscheinlich nicht verstanden, rva,S das ist. Eine Redaktion ist nicht «in Mensch, sondern e-nigr Menschen, welche sich zusammengetan habe« und alL zusamnwn eine Zeitung heraus-' geb-rn. Die ZeUung schickt -mcm in alle Städte nno Nimmt davon Geld ein. Doch da eine Zeitung Stofs haben mutz, so bittet «ns bk Redaktion, zu schreiben, und zahlt uns dafür Geld. Wie tun ihr den Gi'fallerst dal Heists wir schreibrn. Und sic druckt es. Verstehst Du jetzt, waL Lfi? für cht Geschäft ist? Sy* Ol'tg« rv.hju-