Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 398 (1.3.1920)
- Date
- 1920-03-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Don unserem Pariser Berichterstatter. - Der Prozeß gegen Joseph Caillaux ist gegenwärtig hie Sensation von Paris. Die Verhandlungen gegen den gewesenen Staatsmann wurden wiederholt vertagt, wohl Üü8 dem Grunde, weil den französischen Politikern die Atmosphäre für einen Prozeß mit politischem Hintergründe, wie es dieser ist, noch nicht genügend rein Wem Die Anklage lautet dahin,'daß Caillaux nach der Kriegserklärung, und zwar-in den Jahren 1914 bis 1917, in Frankreich und namentlich in Paris, ferner im Ausland die äußere Sicherheit des Staates durch Manöver, Machinationen und Einverständnis mit devi Feinde' gefährdet habe, um die Unternehmungen desselben Feindes gegen Frankreich und seine Alliierten zu begünstigen und die infolgedessen von der Art waren, um den Fortschritt der feindlichen Waffen zu sördern. Auf brese ) Delikte steht nach dem französischen Strafkodex fer Tod. :• / . Die Untersuchung hat Jahre gedauert- und es ist bereits manches Detail bekannt geworden. Trotzdem dürfte sich die. Verhandlung überaus interessant und dramatisch gestalten und manckw Enthüllungen bringen. Dieses große Jnstizdrama kann man nicht verstehen, ahne die erstaunliche Persönlichkeit seines Helden zu berücksichtigen. Ein Politiker von besonderer Begabung yrld - ei;\ ausgezeichneter . Finanzmann, l-ird Ca.il l D-al" ein Mensch ohne alle, moralische ■Skrupel öefdjilöert, Er gilt als ehrgeizig pnd gewalttätig .im allen Lebenslagen und ivar zu jeder Zeit Held spn-Ohrfeigengeschichten. 18M im Alter von 36-Jahren yar ex -Finanzmmjster . mit M a l d e ck. R o u s s e a.il recht, was ihm die Symvathien der äußersten Linken sinkrug. Sieben Jahre später mit Clemenceau zur Macht gelangt, führte er den Kampf um die Rentensteuer und versetzte die Sozialisten in Entzücken. Trotzdem wußte er es. durchzusetzen, chaß da? Projekt trotz rinew sehr harten parlamentarischen Kampf, welcher '»ier Jadre dauerte, nie zur Ausführung kam. Als im Jahre 1913 die Radikalen gegen Barthou, den Vater der dreijährigen Dienstzeit, die den Pazifisten als Provokation :■ »gegenüber.Deutschland erschien, in Opposition gingen, trat Caillaux neuerdings in Aktion. Der >Matin" veröffentlicht einen Bericht des deutschen Bötschafters in Paris von Schön, der an Bethmcmn- Hollweg gerichtet und von diesem an Wilhelm den Ztneitenweitergegnben. wurde, aus dem hervorgehen soll, daß Caillaux di alomat'.scher. Informator Dentscklands war.. Als das Projekt der dreijährigen Dienst- Zur Pathologie der Juden. Bon Dr. Sattel Beer.! : ■ II.. Die vergleichenden Studien über Rassenpatholsjzie haben, tzoke ich bereits im ersten Artikel gezeigt habe, (siehe Nr. 332 her Wiener Morgenzeitung") die Tatsache ergeben, daß durch haS jüdische Volk überhaupt ein neurotischer Zug gehe. Die nervöse Diäthese der Juden ist aber, wobei ich den trefflichen Ausführungen Maurice FischbergS folge, kein Rassenmerkmal. Die übermäßige Zahl der Psycho- und Neuropathen ist nicht in dem eigentümlichen Bau des Nervensystems begründet, sondern aus die eigenartige jüdische Lebensweise zurückzusühren, die teils ein trauriger Erbteil der mißhandelten Ahnen, teils eine traurige Folge der 2)00 Jahre sortwirlenden Psychischen und physischen Verwundungen der Juden und ihres sozialen Elends ist. Wie steht es nun bezüglich der anderen. Krankheiten zwischen Semiten und Ariern? Die amtliche Statistik verschiedener Länder und die in den medizinischen Zeitschriften niedergelegte Literatur ist nicht besonders zuverlässig,' zumal die jeweilige Parteistellung des Autors oft das wissenschaftliche Urteil trübt. Immerhin sind gewisse Unterschiede in den pathologischen Vorgängen nicht zu leugnen. ' So bezeichnen französische Aerzte den Diabetes, die Zuckerharnruhr, als typische Judenkrankheit und berufen sich «uf die Statistik in den Badeorten. Doch darf diese Methode nicht zur Grundlage dienen, da Juden ihren Krankheiten «ehr Aufmerksamfeit widmen, häufiger und öfters Heilorte aussuchen. Diabetes ist überhaupt bei Städtebewohnern, geistigen Arbeitern und HandelStreibenden häufiger anzutreflen, so daß ein« größere Auffälligkeit der Harnruhr bei den Juden, die gerade gemütserregenden Bernsen nachgehen, jmH* mmntadtä i& «ad feto Rallemrickm feto fm* * Beschlüsse der Alliierten. Die Aburteilung de. Kriegsverbrecher — Ktzine deutschen Schiffe in türkischer Häfen. — Die DonMkonsereuz amtiert. — Eine AuLersuchüngskoMMisfiou nach Nützland. Park s, 1. März. (Havas.) Dr? Mtterter haben zugeftimnrt, dtzlnrm deutschen Gerichts» Hof gestattet werde, eive Anzahl ausg wählt?? Stele evrrbrecher «r! s P robefa I I a b- 4 u tt r t c I I e n. wurde beschlossen, Deutschlaiid eine Liste von 4S Namen zn Übermitteln. Falls, das Pxobenersabren in aehörig 'r Wv'se durchgefnhrt wird» wird dir L i st e d e r 8 0 0 K r, i e a s v e r b r e ch e x möglicherweise hetLüchtUcher h e r a bgemindert werden. Die Botschafter-Konferenz hat beschlossen, deutschen Schissen das Anlau en türkischer tz 8? e n zu der ieten. Ferner ha die Ksnferen^ den 1. Mürs als den Ap.tLsantritL der Interuationalen D o n a u k o n f e r e « z" bestimmt. Der Rat des Völkerbundes wird ar 12. März zuscunnsntreten, um dis tisr* Nutzland e^t^ndends tl n tersuch u n g S - K o m m iss i o n zu ernennen. zeit ciitfknm, soll/ so heißt-'es,, Caillaux gerechnet haben, *** OMösitipn getzMc^twurf Pdtncvre/'zum von Barthou zu werden hoffte und fo Mlle Beziehungen zu Deutschland'anbahnen konnte. Und Matin" behauptet. daß der Vertrauensmann vom Caillaux jener Graf Armand war, der als Offizier des Generälstabs während des Krieges von der französischen Negierung beauftragt wurde, sich in. der Schweiz mit dem Ah -'"sandten f^nser Karls, Grafen Nevertera, in einer der verschiedenen Unterredungen betreffs des Separatfri:dens zu verständigen ' Caillaux ist bekanntlich vor und nach Agadir ein offener Parteigänger der französisch-deutschen Derstündignng gewesen. Als das internationale Kapital französtsche und deutsche Unternehmungen in kolonialen Geschäften in Afrika zu vereinen suchte/spielte Caillaux eine große Rolle hierbei. Zur Zeit der Verhandlungen über den Zwischenfall von Agadir soll Caillaux durch Herzleiden findet man bei den Kindern Israels nicht häufiger als bei anderen Völkern, doch ist der „Jude mit den Hämorrhoiden" für die östlichen Volksgenossen geradezu typisch. Die Ursache, die Verstopfung des Unterleibes, ist auf mangelnde Bewegung im Freien, auf das tage- und nächtelange Drücken der harten „Schul"^Vank zurückzusühren. Das öftere unstillbare Bluten bei der rituellen Deschneidung der Knaben weist auf die Häufigkeit der Bluterkrankheit der Juden hin, die in einer mangelhaften Gerinnungsfähigkeit des Blutes besteht und schon im Talmud Erwähnung findet. Die/ Staub hat die Verdächtigung des Foetor jubakcus, deS widerlichen Geruches der'Juden, aufgewirbelt. Es soll noch heuw so feine arische Nasen geben, die jeden Juden oder Nichtjud-en, der nur tveuig jüdisches Blut in den Adern führt, am Gerüche «rkrnlien. Die Behauptung vom spezifischen jüdischen Geruch, die heute von keinem gebildeten Menschen geglaubt wird, ist gar nicht so ungeheuer, stand doch der Adel unter, dem Verdachte der Verbreitung eines unangenehmen Geruches/ von dem bekannten Gerüche farbiger Rassen gar nicht zu sprechen. Wer kennt auch nicht die lächerlichen christlichen Legende» von den Hautausschlägen, die die einzelnen Stämme Israels zur Strafe für gewiss« Sünden an dem Christentum heimsuchen? Der Erbgrind, der sich häufiger bei den Ostjuden findet, ist nichts als eine Schmuhkrankheit aus dem ärmlichen polnisch-russischen Milieu zu erklären und nicht als »ethnische Eigenart zu werten. Dasselbe gilt vom Trachom, das wohlhabende Inden säst nir befällt. ' ' Jnter.ssant ist die crwle'en'e niedrige Erkra!lkungszisser an Gebärmutterkrebs, die vielleicht in dem unbeschränkten sexuellen^ Ausleben des gläubigen Inden ihre Erklärung firideti 3m Gegensatz hierzu steht die gelehrte Lüge, die die Juden aehcime, nW^oss^''.'lle Verhandlungen' die offiziellen Verhandlungen Frankreichs durchkreuzt.und Deutschland' Vorteile zugeschanzt haben. In einer Geheimsitzimg wurde sein Verhalten von Clemenceau aüfgedeckt. Aber CTr'" nr.f:V ' in der '.k und es-gelang ihm, Barthoi^ zu stürzen. - Neuerlich - Fmanzwinister,. wurde er in ein großes B ö r s e ti nt ö n ö v e r verwickelt, an dem er, wie seine Gegner behaupten,, viel Geld verdient haben füll. Damals begann sich die öffentliche Meinung gegen ihn zu kehren. . C a l m e t t e begann im „Figaro" jenr Preßkampagne, welche, wie erinnerlich, von Madame Caillaux durch einige Nevolverschüsse abgebrochen wurde. Caillaux dankte ab, blieb jedoch ein mächtiger Mann und hielt schließlich eine Schar von Leuten aus, an bereit Spitze Almereida> der Leiter des Bon net Rouge, stand,/ der dann wegen Hochverrats hingerichtet wurde.. Be| Kriegsausbruch sah Caillaux, der von der politischqtt M. entfernt, war, seine X ane einer französischdeutschen Verständigung zusammenstürzen; aber all > daentmutigte ihn Vicht und er machte sich in Argentinien und später in Italien durch gefährliche defaitistische. Reden verdächtig Dies ist ungefähr das-Bild, welches seine zahlreiche« Gegner und das sind natürlich alle Anti-Defaitisten von Caillaux entwerfen. Daß er. sich mit aller ihm eigenen Vehemenz und' Zähigkeit zu verteidigen gedenkt,, hat .der bewegte Ver» sauf der Voruntersuchung bewiesen, in der er sagten 5er Anaeklagte von heute werde der Ankläger boJl morgen. sein.' ■ .■; ■ ' .■ * .■ . ■ . 1 Die' Ank^aD^ Caillaux umfaßt nickt weniger als Drucks iten- Be'anders wird da aus hi«ge» Caik'aux^ Tatlgkerk große Hoffnungen fetzte und vvns ihm ein^n schnellen Frieden erwartete. Daher soll ev von fciefer ©ntc zum Zwecke des Ankaufes des „Journal" 20 Millionen erhalten haben. Bolo und Lenoüj sind nack der Anklage nur die Strohmänner gewesen^ in Wirklichkeit^ hab2 man in Deutschland nur an Catl^. laur gedacht. Die Anklage bespricht ferner die zwische«' fat Pa'.isrr deutschen Botschaft und der Berliner Re-> gftrung wechselten und inzwischen dechiffrierten Del«« 'Grammen, aus^d-nen die Beziehungen zwischen Caillauz. und Deutschland^ vor dem Kriege hervorgehen solle», Beziehungen,' die eine deutsch-sran'ösische Einigung auf dem Umweg über finan'i.'lle Einigungen beabsichtigten« Wä"rmd des Krieges stand Caillaux nach der Anklage in Amerika in kompöomittftrenden Beziehungen z» cinem gewissen Minotw,. dem Sohn einer deutsche« r <t MO Schauspielerin, und einem aus Italien stammende» f für das , Krebsübel überhaupt verantwortlich machen will, o weit kann sich wissenschaftlicher Judenhaß versteigen. s Die Behauptung von der geringen Empfänglichkeit fik Infektionskrankheiten, welche Frage im früheren Artikel M streift wurde, ist schon längst widerlegt. [ Wenn man an die vielen kleinen, schwächlichen Jude«, mit flachem, langem Brustkorb henkt, so müßte man glaube^' daß die Angehörigen unseres Volkes so häufig von Schwinde sucht befallen werden, doch stellt dar-jüdische Volk keine höhere Rate an Tuberkulosesterblichkeit, ja im Gegenteils die jahrhundertlange Ghettoabsperrung und. die Anpassung an bas städtische Lcben habe» nach Ausmerzung der Untaug» lichen eine.große Widerstandsfähigkeit gegen die Tuberkulost herbeigeführt. . [ Die Mäßigkeit der Juden im Trinken hat zur Fokges' daß gewisse Leiden, wie Arteriosklerose, Leberzirrhos«; Säuferwahnsinn, bei ihnen viel seltener sind, obgleich dsi rituellen Gebräuche an den Feiertagen eine völlige Abstinenz unmöglich machen. Ausfallend ist die geringe jüdische Kindev» sterblichkeit auch in dem wenig hygienischen Milieu.' Sil findet ihre begreifliche EMärunb in der aufopfernden ängst» lichen Pflege der Kinder durch die jüdische Mutter, di« äußerst selten dem Erwerbe nachgeht und daher mehr Zell hat, dem kranken Kinde die nötige Sorgfalt zu widme». Die besprochenen Eigentümlichkeiten der Juden habetz wohl Differenzen in der Morbidität und Mortalität gegen« über den. anderen Völkern ergeben, doch kann man sie nicht auf spezifische und ethnische Basis zurnckführen, sondern stz sind in den eigenartigen sozialen und. ökonomischen haitnissen der jüdischen Massen begründet.! Dies.' Erkenntnis bicset anch die Gewähr, daß b«i ein« Vess rung des sozialen Milieus auch eine Aendernng gewisse ungünstiger pathologischer Zustande der Juden zu erwart^ Ißj ... mV' imiwmimrr