Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 397 (29.2.1920)
- Date
- 1920-02-28
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Wien. Sonntag ' »/ »vs dir wirtschaftlich«» Verhältnisse eine Erweiterung der ücht- KÄdiskn Arbeitszeit vorzunebmeu, da sich bei ktemrren GrsckiSfren tz:e geringe Zeit besonders fühlbar macke. Der Verband befiw- »ocket daher die Einführung der nennst««dige» ArKeilSzeit ru H nrdc'i-Zcirwc'.bt. Hanffetanmel auch in Paris. Die Flncht vor dem Franken. öii Pariser Börse bietet seit einifltn Tagen das gleichet Schauspiel, das vor ihr die Börsen von W i e n und B er l i n gegeigt haben : eine ausgesprochene Haussebewegung für Valuta« «erte. Dre Entwertung der iranzösiscke Valuta, dre in der Schweiz n, Disagio von rund 60% nnfrocifi, hat zu eurer F l uch 1 , » r d em Franken geführt. Weiter Kreise in Frankreich, io wird in einem Arkrkel der .Vosi. Ztg." ausgrführt,,hat sich die Rrmuug bemächtigt, daß der Dollar in kunem 20 Franken notieren -r.rde, und daß der Augenblick. wo man für das englische Pfund <■'>0 Franken bezahlen werde, schwerlich noch fern ist. Diele Er- -rnntnis hat dazu ge'ührt, daß sich das französische Publikum r:iner Bestände an seftverznslickrn Werten entledigt, um sich m den Besitz ausländischer Papiere zu setzen.• Es ist eine wahre Jagd nach Pfund- und Dollarwerten rntsianden, und Volksschichten, die einst und noch vor i^rzer Zeit als dre Säulen dcr französischen Aufnahmefähigkeit 'ÜL festverzinsliche heimische Titel gelten konnten, sind heute Gesitzn von Oel->zmd Kautschuk-, Gold- und Dtamaritcn-Shai.es. Ern wüder Taumel hat die Menge ersaßt, ein wüster L p e r «! a t i o n s r a ll s ch, der aus dem weiteren Rückgang derfranzösischen Valuta ansehnliche Kursgewinne an Piundrmd Dollaraktlen erwartet, und der. un Jnterrffe jener mehnttn Gewinne, ein weiteres Sinken des Franks erhofft. Daß die so geschilderte Lage ans keiner U-bcrtrerbuug beruht, dafür mag das Zeugnis des Pan'er Berichterstatters der' nrwrß emwandficlen ^Financial Tuncs^ gelten. ^Kann^ ^so schreibt jener Korrespondent seinem Blaste. ..man üch etwas Ungewöhnlicheres vorsiellen als Leute, die v'sen ihrer Freude darüber Ausdruck geben, weil ihr eigenes nationales Geld allmählich leben Wert verliert und das Land rasch in einen Zustand des l^ankerotts führt?" Derselbe Berichterstatter stellt gleichzeitig fest, r-aß im französischen Volk auch eine Neigung bcftcht, das Verbauen in das srauzösifchr Papiergeld zu verlieren.' Abwehr-Bereinigung polnischer Rohöl-Industrieller. Aus Warschau wird uns berichtet: Ilm zu verhindern, daß die polnischen Rohölgruben in ausländischen Besitz übergehen, wurde rine neue Bereinigung polnisch e r R v h ö lI n d u st r r-e l l e r gegründet. Esgehören ihr Rvhölunternehmungen an, deren Kapital sich in polnischen Händen besirdet, sowie Einzelpersonen, die sich in der Rohöl- Industrie betäligen. Zu den Sützbahn Berhandlunge«. Laut Meldungen <n?£ Genf sollen in Paris die S üdbahn-Berhandlungen günstige Fortschritte gemacht haben. Zwischen, den Uauzösischen^Jnteieffcnten und den österreichischen Delegierten soll - ine Verständigung hinsichtlich der i t a l r e n r s ch e n Annuität vielleicht möglich sein. BalrrLeuknrse. Im gestrigen freien Verkehr waren fremde Ahlungsmittel wenig veränd er t. Es notierten: Le v noten L 4.07, Rudelnoten L 3.15, Marknoten grün A 8.24, Marknoten rot K 3.40, D ollar K 288.—, Lire tl 45.80 und Auszahlung Berlin ll s.06. PrrvatoerLehr. Irn gestrigen Privatverkehc war eine feste Tendenz vorwalteud, anschließend . an die vom Berliner Markte vo-gelegruen höheren Notierungen. Laxiert wurden Lombarden K 625.—, Staatsbahn . K< 4200.—, Alpine T 4200.— und Krupp K 1825.—. Zu Abschlüssen kam es nicht. SLaatsbahndrrektion Wien-Nordost. Zufolge einer Bollzugsanwelsung erfolgt ob morgen die Auflösung der Nordbahndlrrltron, der Direktion für die Lrnien der Staatseisenbahntzesellichaft und der Nordwestbahndirektion und die Errichtung der Staatsbühudire!tion Wien-Nordost. Bon dem gleichen Zeitpunkte angescmgen hat die Staatsbahndirrktro» Wien die Bezeichnung «Staatsbahndirektion Wien-West" zu führen. Wiener Morgenzeitun^ Zantevuä VeedselvvsvdSK BERN H ARD Wien, II., Taborstrasse 8 b, JuU Kaiser ‘om Alle bBuk®Ss8ig«a and MraeacesehSfiliehsn Trsosakttana» im ln. und Anstande. Geldeinlagen in Isnfender Rechnung. Kostenlose Verwahrung von Depots, VennösengverwaHnngen, Logrevisionen, Anssnhlnngen, Ceberweisongen. 5SESÜ?Warenabten«ngs ’Ä»' Ä Kulanteste Bedingengen. IT Information« kostenlot. Telegramm»Adresse: .Biskmtyir Wien* BOSS Reue polnische Banknoten. Wie die polnischen Blätter berichten, ist in der vorigen Woche ein auS fünf Waggons bestehender Zug der Tranßpougcsell'chart „Wawel" auS Wien nach Polen abgegangen. Der Zug.enthielt-2 Milliarden polnische Banknoten, die m Wien gedruckt worden sind. Berndorfer Metallwarenfabrik Art«r Krupp A. V., Berndorf. In dcr Veiwaliungsiatssitzung der Berndorfer Mciallwarensabuk Artur Krupp A.-G. wurde beschlosien, der am 26. März stanfindenden Generalversammlung vorzuschlagen,' den rm Geschäftsjahre 1918/19 erlittenen Verlust von K 7,881.765.91 durch Heranziehung der Kriegsreserve von K 6,000 000.— und teilweise Verwendung des Gewinnvortrages zu tilge« und den restlichen Gewinnvortrag von L-1,385.254.89 auf neue Rechnung vorzülragen. Dorfe für landrvirtsch< lr )e Produkte. Wien, 28. Februar. (Originalbericht.) Hinsichtlich der Tendenz (st an den transatlantischen Märkten ein Umschwung im Sinne der Festigkeit zu verzeichnen, der vorläufig wenigstens in der Preislage nicht zum Ausdrucke gelangte. Augenscheinlich^ hat die von Armour geführte Spekulationsgruppe einen vollen Erfolg nicht ,erzielen können, da durch günstige Berichte au§ Argentinien und den nordwestlichen- Anbaugebieten der Union vermehrte Abgaben zur Durchführung kamen. Die greifbaren Vorräte von Weizen sind wohl drüben kleiner geworden, es sollen, sich aber noch im Besitze der ersten Hand erheblich größere Mengen als im Vorjahre befinden. Die Weizenausfuhr aus der Union betrug im Jahre 1919 rund 270 Millionen gegen 208,7 und 160 Millionen Bushels in den beiden Vorjahren. . Den statistischen Aufstellungen zufolge sollen .gegenwärtig in'der Union allein an greifbarem Weizen 66 Millionen Bushels gegen 135 vor zwölf Monaten vorhanden sein. Die Mehlvocrate werden sehr hoch taxiert, man glaubt, sobald die Kceditfrage . gelöst ist, alle Ansprüche Europas glatt befriedigen zu können, ohne den eigenen Verbrauch zu schmälern. Die landwirt-. schastlichen Verhältnisse in Argentinien finden, wie bereits oben bemerkt, eine günstige Beurteilung. Beklagt wird allein der Mangel an Arbeitern, wodurch die Fertigstellung und Einheimsung der Ernteeine Verzögerung erfahren dürfte. Durch die Knappheit an Laderaum haben die Frachtraten , eine neuerliche Erhöhung erfahren. . T>ie landwirtschaftlichen Verhältnisse in Rumänien haben sich, insoferne ge-' bessert, als durch Ankünfte an ausländischem -Saatgut die Lücken des Herbstanbaues ausgefüllt werden konnten. Die Regierung hat bereits Vorkehrungen getroffen, um die Getreide-.' anbaufläche im Frühjahr bedeutGd zu vermehren. Es Handelt sich hier-in der Hauptsache nur ^darum, ob gelingen wird, die notwendigen Saatgutmengen' zu beschaffen, denn Maschinen und landwirtschaftliche Geräte stehen durch die seinerzeitigen Requirierungen in Ungarn in ausreichendem. Maße zur Der-, fügung. In Ungarn konnte, vom Süden des Landes aus- - gehend, die Frühjahrsaussaat in Angriff genommen werden. Die Versorgung ist im allgemeinen nicht ungünstig, wenn auch die Mühlenbetriebe, angesichts des Kohlenmangels, keine volle Ausnützung erfahren könnend Die heimischen Anlieferungen 29. Februar 1920' Sk. 897 an Getreide und Mehl bleibe» weiter schwach. Eine Anlegung von Vorräten ist unter diesen Umständen unmöglich, da die Ankünfte kaum die notwendigsten Mengen decken. ES wird; allseits versichert, daß. der Umfang. der Zuwendungen eine, Vermehrung erfahren wird. Erst die Vermehrung der Zuschüsse sollte es ermöglichen, endlich einen eisernen Vorrat' anzulegen und nebst den rationierten Mengen auch Zubußen zur Verteilung zu bringen. Die Mittwochbörse stand; wieder im Zeichen dringendster Nachfrage, ohne daß dieser entsprochen werden konnte. Kleinere Umsätze fanden in Haserschalen, Melassefutter, Rotklee und Rauhsutter statt,1 wovor unveränderte Preise in Geltung standen. Innsbrucker Warenbörse. . Zmesbrmk, 28. Februar. An der heutigen Warenbörse waren offeriert: Scbweme'e't. Pflanzenfett, Kokoslmt'er, Cornrd- Beef, Kaffee,. Gewürze, Kanditen, Weißwem. Salz'ardellen, Zwiebel, Oelkucke«, Znaim r E'siggmkkn, Terpentin, Hohlalas, Stahl. Flachei'rn, Lullschlauche, Memlliadrnlamvm. Nah-! Maschinen und Eisenbabn'ckiwellen. Nachfrage bcstind nach Banancnmchl» Grieß, Hülsenstüchten, Serse, Textilwaren und Zwirn. Die Devisenkurse. Wien» 28. Februar. Kurie der öüerr. Devilenzentrclle.^ Amsterdam 9400.— <94< 0.—), Berlni 293.— 293.—), Wrich 4200.— >4^00.—), Kopenhagen 8825.— $825.—). Stonvolur 4900.— (4900.-), Mark-Noten 293.- (292.-1, Lei-Noten S40.- (340.-1, Leva-Noten 880.- >830.—1, Schweizer Roten 4116.— (4175.-1, Französische Noten 1790.— (1790.-1. Italienische Note« 1400.— -1460.-1. Englische Note» 880.- (880.—), Dollar-Noten 250.— i250.—). Rubel-Rote» (Romanows) 280.—j (260.-1. . . i Wie«, 28. Februar. (Kurse i« freie« Per-' kehr ): Agram 205.— bis 215.—, Budapest Postspgeld 96.— bis 106.—, Budapest 10.000er 100.— bis 109.— Budapest 1000er 100.— bis 109.—, Krakau 115.— bis 125.—, Prag 293.— dis 307.—, Tfchccho-slow. Kronennvten 5000er 300.— di- 320.—,., kleinere 300.— dis 320.—, S. H. S^Kro»««ote» 160.— bi» 180.-. - Prag, 28 Februar. (Kurie der Devffenzentrale.1 Amsterdam 8618.50 (855850), Berlin 104.75 (105.75^, Bukarest 128M (128.501, Sofia 18850 <138.60), Zünch 1588.50 (1558.501. Kopenhagen 1418.50 (1379.60', Stockholm 1838.50 (1798.50), Mailand 53060 (628.501, Paris 688.50 678.50, London 388.50 <824.501, Rew-Aorl 97.50 (96.501. Wie« 38.—(33.-). B'üffel 728.50 (718.60). Mark-Aote» 100.75 1101.76), Rumänische Noten 118.50(113^0), Bulgarische Noten 123.50 (123.50), Schweizer Noten 1585.60 (1565.50), Dänische Noten 1414.50 (1369 50', Schwedische Noten 1834 50 (1794.50), Italienische Noten 525.50 (518.b0>, Französische Noten 681.50 (669.50), Englische Noten 330.50 (321.50), Amerikanische Note» 9250 >91.60', Oesierreichrsche gestempelte Krönen 30.— (30.-'. Holländische 3608.50 (3548.50), Belgische 724L0 (709.50X Berlin» 28. Februar. (Kmie der Drvisenzmttale.) Amsterdam 8696.— (8696.-1, Drüsiel-Antwerprn 729.25 (721.75), Kopenhagen 1488.60 (1174.50), Stockholm 1865 M (1843.-), Italien 542- (540.50), London 341.65 (841.6^ New'Dork10010 (100.50), Paris 701.30 (699.30), Schweiz 1620.7)6 (1598:251, Wien altes 40.21 (89.961, Wien abgestempelt 37.96 (3-7:46)/ Prag 100.40 (101.15), Budapest 35.96 (35.96). Znrich» 28. Februar. (Devisenkurse.) Berlin 6.15 6.25), Wie» 2.35 (2L51. Prag 6.40 (6.45), Holland 228.25 228.-), New-Yori 621.—<620.—), London 21.— (20.95), Paris 43.40 (48.20), Mailand 83.60 (33.50)* Drüffrl 45.25 (45.25), Kopenhagen 92 — 93.—', Stockholm 115 50 115.50', Chnstiania 104.— (107.-), Madrid 10150 (107.25), Buenos-AireS 270.- (-.—). Amsterdam, 28. Februar. (Devisenklnffe.) London 9.25'/« (9.23. Berlin 2.72»/« 12.6?»/,), Patis 13.20 18.25, Schwerz 43 90 (43.85), Wien 1.05 (1.02V,). Kopenhagen 40.50 (40.60), Stockholm 50.75 (50.65) Chrck ania 46.6(1 46.60, New-INork -.- (27350), Brüssel —(19.80), Madrid (46-50', Italien —(14.80'. , . Besorgung, »Iler bankgeschäftl. Transaktionen. Ent-) gegennabme Ton Geldeinlagen. Ansgäbe von Einlagfri bttcliern. Uebernahine von TermögcnsrerwaltungeB. Warenabteilung. Zentrale Pressbnrg°Filiale Wien, I., '.". ' 24-26., 18296,17408 KommerzruDtskonto-Baiib-A. g mm Menachem Mendel. Ein Briefwechsel. Herausgcgeben von Scholem-Alejchem.. Ans dem Jüdischen übertragen von Siegfried S ch m i tz> Das vierte Bünde! Briefe. > Ei« vornehmer Beruf. 'Mevachem Mendel als Schriftsteller.) (35. Fortsetzung.) 3. Brief. Mena-ch'Ul Merchel aus Jehupez an seine Frau .ScheiM-Scheindel in Kasriliwke. } Der teuren, edlen, tugendhaften und klugen Ehe--. Krau Scheine-Scheindel meinen Gruß!'? Üum ersten sei Dir kundgetan, daß ich — dank fSeiuem lieben Namen! — gesund bin und mein Leben das des Friedens; der Herr, gelobt sei er, möge helfen, haß eines vom anderen nur Gutes höre in. guter Bot-- schaft zu Trost und Heil — Amen.; Zum zw eiteu wisse: Es wird, so Gott will, Aut gehen. Ich bin schon, Gott sei Dank, in der Zeitung gedruckt, ebenso wie alle anderen Schriftsteller, und )rch fühle es: ich bin geradezu ein anderer Mensch geworden. Wie ich zum erstenmal meinen Namen in der Zeitung gedruckt gesehen habe, dick und groß: Memachem Mendel — da sind mir beinahe Tränen ji« die Augen gekommen. Du fragst natürlich, warum? Nor Glück darüber, daß es so gute, feine, vornehme iLeutr auf der Welt gibt. Ich meine damit die Rehaktion. Tenn wenn man es recht bedenkt, ich bin ja nicht ihr Einziger; es gibt unberufen genug Schriftsteller, auch ohne mich. Dennoch hat sie sichs nicht verdrießen lassen und hat sich hingesetzt und hat meine Meschreibigung gelesen, so wie sie geht und steht, tfön Al bis Z, und sie antwortet mir in der Zritung/IvLs Heißt im Briefkasten, daß meine Beschr-ibigung Lhr gcsallLn hat; nur ein wenig zu lang ist sie, — toä wäre Nummer eins, zweitcM aber verlangt-,sienicht von mir, daß ich ihr Geschichten aus dem Kopf erfinde; sie will nichts mehr, als baß ich ihr (so,< in meiner Sprache) das Leben in der Stadt Jehupez mit allen ihren „Typen" schildere. Kurz gesagt, sie will tvissen, tvas es bei uns in Jehupez Neues gibt; etwas anderes kann doch das Wort „Typen" nicht bedeuten . . . Nun sag'- selbst, ist bas nicht vornehm, von der Redaktion? Da kann man doch nicht unhöflich sein und sie warten lassen: Ich habe also meinen Rock ausg-ezogen und mich niedergesetzt und schreibe ihr — drei Tage schon schreibe ich und schreibe und das Schreiben nimmt kein Ende! Und, da ich mit dem Schreiben sehr beschäftigt bin und keine Zeit habe, fasse ich mich kurz.; So Gott will, werde ich Dir im nächsten Brief alles genau berichten. Jetzt gebe Gott nur Gesundheit und Glück. Grüß' die ^Kinder und Schwiegervater und Schwiegermutter, jeden extra sehr herzlich von Dein Gemahl ' Menachern M mdel. Richcig; das Wichtigste: Sei so gut und schreibe mir, ob- Du etwas Geld von der Redaktion erhalten hast; denn ich habe sie gebeten, daß sie Dir vorläufig auf meine Nechüung einige Rubel schicken soll. Schließlich — auf einen Rubel mehr oder weniger kommt es schon nicht an;, wir werden hier schon ve»?- rechnen. Der Obige. 4. Brief. ScheiNi-Sch i *&<*( uns 8a8 il wke an khverr Gatte» Mcnachrm Mendel ln Jchup^z. Dem hochgeehrten edlen und mächtigen Herrn, dem weisen Kenner der Thora, dem hochgelehrten Neb Menachem Mendel ehr'ü.ch ig^n Gruß. Erste ns vermelde' ich Dir. daß wir alle, Gott sei Donk,' beim-besten Wohlsein sind, gebe Gott uns, das Gleiche' von E)ir zu hören fürocrliin und nichts SAimmKreA. - Zweitens teile ich Dir mit, daß ich schon Blut ' spucke von Deinen lieben Briefen. Wer ist eigentlich die schöne Dame dort, der zuli-eb Du den Rock ausgezogen hast und gleich mit ihr auf sein und meiy. stehst? Brennen möge sie im Höllenfeuer samt ihrem Geld! Ich brauche sie xum Krenreiben; wie sagt dis Mutter, sie soll leben: „Schenk' mir keinen Honig unh gib mix keinen Stich"... Daß Du's weißt: Krank möge, Deine Redaktion werden, sowie s'e mir nur Ce.d gibt! Dü ' gibt! Gift und Galle gibt mir nur Dein Geschreibe, das Du mir schreibst. Wenn es mir aber schon bestimmt ist, daß mein Mann ein „Sriftstehler" ist, so der«! stehe ich eines nicht: wozu muß man dazu in Jehupez: sitzen- Gibt es in Kasriliwke keine Tinte? Dw muß etwas dahinter stecken; etwas ist da nicht koscher! Wie sagt die Mutter, sie soll leben: .Lerschneide nur Apfel, da findest du den Wurm" . . . Kurzum, mein! teurer Gemahl, pack' Deine Beschreibigungen zusammen und komm' nach Hause, ohne Widerrede; denn ich.' kann nicht mehr mitansehen, wie es den Kindern n-rch' Dir bange ist. Sie fragen fortwährend: Wann kommt der Vater? Ich vertröste sie von Peßach bis Sukoth - uund von'Sukoth bis Peßach. And wer fragt am! meisten? Mpjsche Herschele. Ich will so glücklich sein, wie das ein. ofsener Kopf ist, gescheiter als sein Vater. So wünscht Dir viel Gutes und dauerndes Glück für hcut' und alle Zeit; Deine wahrhaft treue Frau Scheine Sch.itldel. ‘ Was sagst Dü zu meiner Brajndel? Sie wird schon vom zweiten Mann geschieden. Keiner weiß, warum. Aber im Vertrauen hat er mir einen Arm ' voll mit blauen Flecken gezeigt. Er schenkt ihr, sagt) er, die Mitgift uno ihren Schmuck' nur um die P.ag« loSzuwerden. Wie sagt die Mutter, sie soll leben:; „Peiser e'.n Lot G ü.k als ein 'Pfund Goto" . . Unsere ganze Farnilie hat kein Glück mit den :°i.; r ., (ForcktzimL iolau 4953 226402