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Wiener Morgenzeitung · 1920-02-25 · Heft 393 (25.2.1920) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 393 (25.2.1920)
Date
1920-02-25
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Sk. 893 ÄJUtt. Mttwvch Wiener Ma*-eiizeK«trK LS. Februar 1923» €etfrf Flußbettes von ft I l e n ll f e t ft rt « t t n getragen werden. Geötn ime ©tftnicit, die ilitc Verpfftckwnstn nicht erfüllen, find icfonbet'c Zwftrisismftsrnabinen vc>r,'>esehen. 4. Die ItnleiiiöltuiiflSiosien der Doumrkonim'cksion werden druck enen Sonder« russcklag auf die Fracht aller auf der Donau verkehrenden Schisse pctecft weite«. BiS auf weiteres werden die Klarierten die K osten vorschießen. Hindelsnachrichten aus Polen. AuS Warschau wird nnS telegraphiert: Ter Landtag nahm üt 16Q gegen 70 Summen daneue ApprovlsionierungSpesey 4>gS die Bcstimnumgen über den * ro o n fl S w e t f e n ' k a u f d e S G e 1 r e r d e - in Polen enlrält. Im Sinn« ^;AesrtzeS steht dem Staate da- Recht des Getreide «Auf« s auf Grundbesitzen über 25 Joch zu, bei kleineren Grund« L ^besitzt der Siam nur das Verka «f - rrcht. in ö' ^liS Krakau wird unS berichtet: Hier ist auS Galatz di« eingenosfen. daß fllv die Bieliver Tuchfabriken SO ggaon S Wolle lenster Oua'itSten stch -e>«ltS im Änr^n .b finden. Diese Sendung ermöglicht die Flottmachung der ■'%£ nbufl’ie in Bülitz und sichert de» Betrieb für Mindestens Ir« Haches Jahr. Krikeosantelhekurse. An der gestrigen Dörre notierten: I. Kriegsanleihe St 50, ii. Kriegsanleihe 67.50, III. Kriegsanleibe 61.50, IV. tvjiihr. ^ritcS.mleihe 60.—, IV. 7iähr. Schatz cheine 68.-—, V. 40|Kbr. Kr egSanleihe 63.—, V. 5jähr. Cckftysckewe 70.—, Vk. 40j8hr. kli-egSanleike 63.—, VI. lOjähr. Sckatzsckrine 67 bo. Vll. 4Vj3l,r. Knrgparckecke 68.—, Vll. d'/ttähr. Cchatzscheinr 67.50, VI!1.40j8hr« ifirie^anleihe 64.—. VIII. Schatz che.ne 67.75. Amtausch gestempelter tfchecho-slowakischer Banknoten.; Wie vom Amte de- Bevollmächtigten der tschechoslowakischen Revublik in,Wien mitgeteilt wird, wird der Umtausch tzestemt etter tschecko-slowakl^cher Banknoten zu taufend und hundert tich.cho'slowakischen Kronen DonnerStag den 26. d. M. um 12 Uhr mittags beendet werden. Der Umtausch der Noten zu 60. 20 und 10 tschrchofloivMchen Kronen wird blS auf Widerruf in den ÄuMsiunden von 8 bis 12 Uhr weiter vorgenommcn «erden. Handel mtt Rubland. Purks, 24 Febrnar. »TemvS" veröffentlicht Über die bevom!; nde An'milnne der Handelsl'« lehungen zu Sowietrn! land folgende Ein ktheiten: llm d e Eisenbahnen R o r d« ^u ß l n n d S derart instand zu fetzen, diß fir 3 diS 4Millionen pmer un» ftuktlihrcn tonnen, müßten m ndkstens 1 WS I ii a den Franks zum Wiederaufbau des Bahn« Netzes mi (vwenbet werken. t -ivn Sildruvland tnnrn d e Berbältnifse etwabesser, Mittel nui te en mindcfie'/S S00. wenn nicht 400 Millionen Franko urr E nrichtung des TransporieS no wendig. er Wil'den die Bol chewiffn bis aut weiteres nicht in a ,n, mit.Noh'ioffe» oder Rahmngsm tt ln unmiNerdae $ $-11,!'??. da^dikic Masfei'gürer vn gUlesTansvortwesen voraus« M n. e SoW ekreg erung würde alo nur mit Gold oder ö l a . v oder Wertpapieren oder c n t e i g n e t e n sc s e i «ci b i e ti und Juwelen zahlen können, vielleicht auri -»sie Konzessionen b «tm müssen. En Hand l juf 1? G ur dlage wäre jek och sowohl gegen daS Bölkru eckt -l* egen d>e Inte»efien der Gläubiger Rußlands. ja auch zrgen I? ie Ten Ruülands s lbst, das zugunsten fiemder Au«« gepliuiderk werden würde. Wlrtschasttlche Nachrlchte«. Die Londoner Banskreise waren gestern d«'ch dle gegen« «artige Lage bmmuligt und besürchtrn eine unm iteibme Er- ^^^S6WDW6DMWW>>WWWW>W6M>WW>>WMMW>MW>gl>66lWW>W>DW>>DWSMMMD^WgWMD^W>^>> Menachem Mendel. En Briefwechsel. ' He> ausgegeben von Schvlem-Alejche«. Aus dem I ü d > s ch e n übertragen von Srcgsned Schmitz. Das dritte Bündel Briefe. „MiMonen." (Händler. Makler und Spekulanten.) (31. Fortsetzung.) 21. Brief. Menach m Mrnd.-l ans Jehup-z an s?'n« Kra« Sche n S.h i del ln KaSr liwkr. . Dcr teuren, edkn, tugeudha'ten und Kugen Ehetrau ^cheine-Scheindel meinen Gruß! rr u m ersten sei Dir kundae ai. daß ick — dnnk Se'n'm liebe.: Namen! — aeiund bin und mein Leben das e) Kriegen^ der Herr, go.obt sei er, möge helfen, daß e n.'s voin ante.en nur Gu es hi-re in guter Bst« schuft'W T.-ost und Heil — Amen. Zum zweiten wijse: Mit Brodzki bin ich auS« einan'?.e - geangen; wi: habe» uns (Gott behüte) nicht gestritten, aber ich habe aufgehört, hinzugeh.'n; denn wo^u b suche ich Brodzki, w.nn ich Verbindungen anknüpfe mit Rothschild in Parts?! Du wirst natürlich fragen, wie ich. Menachem Mendel, zu Rothschi.d nach Pa i? komme. Dle, Antwort darauf ist wieder der Ka'ukaslls und wieder Erdöl! Alle Erdölquellen im Kaukasus 'gehören ihrn und er selber sitzt in Paris. Wie koumtt also fch j^atze übers Wa fer? Da habe ich einrn Gedanken: Btt uns an der Börse ist ein Kerl gewesen, der heißt Tod res; dieser Todres war ein« nial ein großer „Spiegulant",- «in leidenschaftlicher Spiegulant. Als die Leute damals ihre paar Gulden angeb:n:tjt haben, da wurden alle großen Spiegulanten (darunter auch ich) Makler. Todres aber ist damals nach Pa t? und dreht dort M; feinsten, größten Geschähe, naeh Mil.i)nen! Zn.meinem Glück ist Todres gerade jetzt hier in Jehupez; ich natürlich nicht faul, bin io>.t zu i0.11 und l.abe ihm wnndcrbur auseinander« n-ttcttt. dag ich eine» Ort im Kauiasus aulaespürt habe. BERNHARD MAYER Fwikmi Wpchse^eschäft böhttng des BankunSfußeS. Fremde Wrckfelkurse bewegte« sich Ungunst g» Gold stieg um 88 Prntt auf 123 Schilling und 8 Pence die Unze. Die ^Dkutiche Allgemeine Mnng* meldet andem Haag: Wie aus PnrlS beuchtet wnd, hot dir französtsche Nfttionalftnkeihe bere is den Eriolg gezei.igt, daß sich der Franlt'Knr» sehr bmächtk'ch hebt. Wie doS .Berliner Tageblatt meldet, ist dem batzrfichen Landtag nunmehr e>n Antrag auk Bewill gnng von 75 Millionen Mark als n sie Rat« iür den AuSban dcs Slher« * Donau - Großschiikahriweges zueeannoen. D>e Bew lliouna sei sicher. Doch werde zufkeick gemäß einem Beschlüsse des Finanz- «nd BndgetauS'äusses «nd der Jvteressenvertreler die Ein» deziehung der Siödl« München und AugSburg t» da- Kanalnetz gesvidk't. Der Finanzausschuß de8 dadriscken Landtagebat die Fordtilincen der Nepilrunosvoilage -m Weite,'ükmmsi de: Main« Kanalisierung von Aichaffenburg b S 20ürzburg und zum Ansbau der Donau-Wasserstraße von Regensnurg dis Pafsau bewilligt und dem Bor'chlage dr» Ct'vmvetbftndeS über die Linienführung des Großschlssahitweges Nhrin-Mam-Donau zu« gestimmt. Die tschechische Handelsgesellschaft für de« Orient. Prag» 24. Februar. (Tschecho-slow. Preßbnr.) Gestern bat dle konstituierende Generalversammlung der tschecho^slowalnchen Aktiengesellschaft für Handelsbepedung n zum Orient stattgetimden. Rack Genehmigung deS gefellscha'tlicben BertrageS und nach den Wahlen in den BeiWaliungSrat erklärte der Stellvertreter des Gen ralbireklorS B K o m a r a k, daß der Westen in der Z u k n n 11 sür d>e Tsckecho« Slowakei Überhaupt kein Absatzgebiet sei. Da- Anknüvten von wi,tschast« licken Bczi'bnngen zu Rußland hätten die Legionäre bedeutend ttle chten. Die erste Wai enlendung nach Osten set ansverkaust worden, bevor sie nach Wladiwostok gekommen fei. Die Gesellschaft »ntk, handle auch mit dem iapantsck>'n und indl cken Kapital zwecks d sien Beteiligung. Die javanische Gruppe habe 40, die zudlsche 20 Millionen Kronen angebotrn. Valutenstnrfe. Im gestrigen freien Verkehr verkehrten fremde Zablnns-n»«tl »n z ewl'ch fester Haltung, bis am Aiarknoten. die tawächcr lagen. Es notierten Leinölen ic 4.20, R u d e l n o t e n It 297. Markno t e n g r ü n K SL8, Ä)karknot en tf i K 8.50, L i r e K 1610, Schweizer Franks K 47.—, Fran« » 8 sische Franks 21.50. D ollar 269.—, Pfund K 970—, t» chechifcke 95ote« L 8^10 «nd A uszahlung Berlins 9.! 8. Polena Auaverltavf. ..Rowintz Csdziennebe,lcktek: Daganze Rat,onalvei mögen Polens grhl in die Hände von Ausländern über, und zwar infolge dcS n , e d r, g e n S t a n d r S d r polni'chrn Mai k‘fuß um onst. Staakl cke Maß« nahn ei dagegen existieren nicht. So gckt zum Beifp el «n>er Zem nt ivaar nach Amerika: der Preis, fm ein Faß beträgt 60 Mark, dabeißt fast */, Dollar, io daß tm Fv» Zcmeni den Amerikanern kaum 1 Rubel der Borkiiecsznl kostet. Aehnlrche Zustände haben wir »n allen Fttdustriowelgen. Millionen werte gehen für billiges Gcld ms Ausland. Dabei ist d e Annahme nno, daß tmfcie Industrie Vankeioit ,st; im Geaenteik. sie entwickelt sich immer mehr int Verhältnis zu den Rohstoffen, Maschinen und Kohlen, die st« eibült. England und Amerika flfll bereit, nnS Rohstoffe nnd Ma'chinen gegen Feriigfabnkate zv liefern, d e unter Be,iicküchtignng der Wechselkuiie um mehieri hundttt Piozent billiger sind als bei ibnen. Unsere Wälder, Fabriken und Bergwerke gehen in stemde Hände über; daS Ausland bewirbt sich außerdem noch um veiichiedene Konzessionen. (Wir sind demnach nicht der e nzige Staat, der „auSverkauft" wird. Auch auder Ttchecho-Slowak« komme« ähnliche Klagen. Die Red.) Wie««» Industrielle und Itaufleule in Londan« Wie die Wiener Handels- und Geweibekammer mitteilt, hat die! unter Führung des Haudel-kammelsekmärs Dr. P i st o t ip London emgetrossene Reisegesellschaft Wiener Kaufieute und Industrieller dort eine ausgezeichnete Ausnahme gefunden. De« Verkauf der mitgenommenen Waren sowie die Borbrreitimgen fü» die Rohstoffbeschassung schreiten günstigvorwü rtß Wiener Börse. Die bereitvorgestern zum Dv'chbnicke gelangte feste Hakirmg übe trug sich tm veistälkten Maße auf die gestrige Börltz g-stützt am die vestere Gestaltung der Geldverhälrniffe sowie im Hinblick aus die Ausiührungeu des SlaatSsekreiärs Dr. Reiseüber die Prämienanleihe und Kriegsanleihen. In dm führenden Kulifiewmen landen vielfach MeinungSkäult stakt, welche, obgleich da- Geschäft kr nen größeren Umfang anmnehmen ve, mochte, ans einzelnen Gebieten dennoch giößerc Ckeigerunt'en auslösten. Dil anfangs erzielten kräftigen Beffeiungen konnten sich nickt voll biS ,vm Schluffe behauvien, doch wäre« immerhin ganz liäitiße Erhöhungen zu verzeichnen. So stiegen die Aknen der ungausche» Bank- und Handeltgesellsckaft um K2I2.-, Bodenkredit ll 425.—, Üngarucht K>ed>, K 125.—, Nnderösterreichi che Eskompte K l ik.—, die Aktien der Oesterr.-uugar. Bunt um K 220.— uni 8 vnostenska Banka um 9,.—. Auf dem Transportmackte wurden Adria um K 650.—, Buichlchrader Iit. A um K 300.—, Dampfschiff um K 1540—, Rordbahn um K 920.—, ©ray Köflacher um KroO.— in die Höhe gesetzt. StaatSdahn gewannen ll l42.-, die Genußscheine ll 390.— und Südbahn-Prioritaten K 130.—. Von den Zndustnewkiten war eine ganze Reihe von Effekten Gegenstand reger Äkachfrage. Im Vvrdergrnnde deß IntercsteS standen Kohtenpaplere und Zttcker-Aknen. Schoeller- Zilcker avant'erten um ll iiöo.—. Berg- und Hütienwkike pro- Mrerten ll 1000.—, Alpine lll«7.— und Piager Ecken ll84V.—. Bon den Petioleumwenen erhöhten sich Fanto «m ll 500.— und Galizia um ll 480.—. Renten lagen schwacher, dieselben wurde« im Tauschwege mit den Kriegsanleihen abgegeben. I. Kriegsanleihe prostt'erte sIm übrigen verweisen wir ans nachstehend« Schlußturs«: I»»uftvt«-Avternehm«ngen. Allgemeine Vanaesell» schaff 1025 — (+ 126.—), Untonbau 993.- <+ 203,—’, Wien« Bauglstllschckt 796.— (— 8.—), Körngshoser Zement 8100.— (+ 85o.—s, Perlmooser Zement 2975.— (4-175.—), Wirnerberg« teael 2 8).— + 630.—), Ll finger Brauerei 1400.— (— —) Usfig Ehem. 7000.— ,4- .'60.—>. Clotrldk 2060— (+ 210.-* A. E G. Union Elektr. I7tv.- (ck- 210.—^. Brr« «minie Elektrische 1895,— (+ 159.—),Siemens Cckuckm 1950.— + Hl.-), Atv,ne 416 0- (-t-177.-;, »erß« und Hinten 12.000.-», f-ff 1000.—\ Egydier 1810,— (— —Enzeskclder 2500.-*, (+ 400.—), Fclten & Gu-lleaume 5700.— (— 200.—), Grein tzEtskll 2500.-- (— —Hutter ft Schrantz 1740 — (+■ 180.—), Krupp A.«G. 1745— + 80.-», Poldhüllt .6020.- (4- 1?0.—), Prager Ecken 7850 ( 4 8 40.—), Rinmniuranh 3500.— (+ 20. -V Skoda werke 8140.— (4 90.— », Waffenladiil 6 30.— (160— .Dr üxer Kohlen 6400.—(-,Gran-§ zaszvarer 3996.— (4 295.—), Rordung. Kohlen 2600.— (4- 200.—), Oderuna, tzüt'en 4360 - (4 100.-), Ross,her 3180.- -4 400 Salgo Tarianer 5916.— (— 75.— , Lnsarlet Koblea 8875.— l4 276.—). Nng. All«. Kohlen 7500.— (4 90^).-), Untat» 3H00— (4 2'0.-), Weftdvhm. 4790.— (4 190.-), Tanel Maschinen 2135.— (+ 2a—), Brunner Maschinen 2940.—, Da ntler Motoren 1760, F,alwe>ke 18k0— (-.—), Heitz Maschinen 1100.— (— —\ Hosherr ft Schrantz 1090.— (— —), Sigl Lokomotlv 1100.— (-\ Rnston 2633 (4- 148.—), Simmeringer 1480.— (4 175.-). Elbemühl 2100.— t-.—), Lehlam 1945.- (4 146.-). Neusiedler 6930.- <ck- 330.-). Apollo 42.-.0.— (4 250.-). tzanw 16.060.- (4 k00.-). Karvathen 10.200 - (- 100.-), Gal,z,a 13.800.- (+ 480.—), CosmanoS 2880.— (4 885.—\ Schockier Zucket wo Erdöl aus dem Boden spritzt; und da man dafür eine Menge Geld verlangt, so i't es klar, daß diese Sache nur für Paris paßt. Und Todres ruft sofort: „Ich habe einen Käuserl" Ich frage: „Wer ist es?" Drauf er: .Rothschild!" „Ihr k.nnt" — frage ich — „Rothschild"? „Ob ich Rotlicht h kenneBV-- antwortet er — „ich ivoM«, wir beide hätten das im Vermögen, was ich mit Ihm schon in Geschäften umgrsetzt habe; ein paar schöne Tausender habe ich schon an ihm verdient!" „Nehmt mir'S nicht Übel" — sage ich — „es wäre vielleicht gut, wenn Ihr Über die Sache an R. thschild nach Paris scheiden würdet." „Schreiben" — sagt er — „ist keine Knust! Ich stehe mit ihrw so» wie zwei Leute eben miteinander stehen; doch das gehört nicht zur Sache. Ich brauche eiien Plan, einen si-z ichneten Plan, anders geht die Sache nicht! Kurz, ich bin zu meinen Kompagnons und h-abe ihm von i n n i en Plan gebracht, mit allem, was dazu gehört. Run, meine teure Gattin. g.'fättt Dir das, wie Menachem M.ndel mit Gottes Hil'e «in Geschäft eickfädelt? Der He'rr, gelobt sei er, möze nur helfen, daß «ine günstige Antwort , von Rothschild kommt, dann kannst Du Dir denkrn. wie neben iri; alle die Iehupe^er großen Makler auss'hm werden! Schlimm ist nur. daß es Indessen an paar bar?n Grosch n fehlt; Du sollst sehen, wie es Lei uns -ugeht, wie knapp die Welt an Geld ist. Man hängt sich bciaahe auf um einen Rubel! Jeden Tag xibt eS eins große Pleite. Doch Du brauchst keine Sorge habe«, meine teure Gattin; alles hat seine Zeit; nach dem großen Kummer werden wir, so Gott will, tz'vße Fr.ude haben, wenn nur die gute Nachricht aus Paris kommt. Dann will ich sofort in ein Geschäft 4-hrn und. so Gott will, an Dick und an mich und «U die Kinder denken, sie sollen nur alle gesund sein. Doch da ich sehr beschäftigt bin, und keine Zeit habe, fasse ich mich kurz. So Gott will, werde ich Dir im nächsten B ief alles genau berichten. Jetzt gebe Gott nur Gesundheit und Glück. Grüß' die Kinder und jeden einzelnen sehr herzlich von Deinem Gemahl Menachem Mentzel, wiegi,cj, vas avrcyrrgue: Lvas 'aju uvrr > Dreyf ns fragst, das ist eine sehr schöne Geschichte.! Sie verhält sich folgendermaßen: In Paris gab es einen i Kapitän Dreyfus, das heißt, das war ein Kapitän, der hat geheißen Dreyfus. Und Esterhazy war «i« Masor (ein Major ist älter als ein Kapitän, oder vielleicht umgekehrt, de- Kapitän ist der Aeltere). Der war nun ^der Dreyfus nämlich) ein Jude und der Ma or Este r h az y ist ein Chr'st. So hat er di« Bord er o geichrieben; da) heiße, der Major Esterhazy hat die Borgers gefchrisben und hat die ganze Sache auf Dreyfus geschoben. Da ist Dreyfus gekommen und wolli« sich verantworten; man hat ihn jedoch verurteilt, auf einer Insel mitten im Meere^ sür ewig ein^esperrt zu sitzen. DaUst Zola gekomm-n und hat ein großes Gcschcet erhoben und hat augenscheinlich bewies.'«, baß er klipp und klar davon über'eugt ist, daß nicht Dreyfus die Bordero geschrieben hat; was wollt Ihr von ihnt, das hat doch der Major getan, der Esterhazy! Da hat man ihn auch vetturtoiit, auch zu Gefängnis; ec hat sich's aber überlegt (eben der Zola) und ist du.chgegangen. Da ist noch einer gekommen, mit Namen Pi qu ar t, ein Oberst,, und hat auch angefangen, zu schceien und zu lärmen. Da ist vorgeireten der Mere ier, das war gar ein General, und noch einer, ein gewisser Röchet, auch ein General, und noch eine Menge Generale und alle haben falsches Zeugnis abgelegt Wider Dreyfus. Da ist ein großer Lärm unter den Franzosen entstanden, daß mau ihn zurückbringe. Nämlich den Dreyfus. Man hat ihn nach Rennes gebracht vor Gericht und dort ist ein Advokat direkt aus Paris angetommen. Den wo.le nran erschieß:», "man hat ihn aber von hinten angoschosssn. Er aber hat alle Generale zum Teufel gejagt und deshalb hat nian den Dreyfus abermals verurteilt; doch mau hat ihn bald frelge.'asstm das heißt also: schuldig und doch nicht schuldig — und wenn ich Fips heißen sollte!. .. Jetzt verstehst Du doch die Drcysus-Geschichte? Der Obige. (Fortsetzung folgt.)

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