Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1920-02-24 · Heft 392 (24.2.1920) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 392 (24.2.1920)
Date
1920-02-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2979076-2979416-2979470--03457-2989089
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

fett» SO Hrllee , 9ffiiMncraH«M« preise: Vltii 8«n» Abvole, tat tn ^pedMo». 2. veztri» Taborfn«c I bi» «, oder I« einer ScrfAlciftfuae (tteff): Monatlich.. Krone» 21».— Vierteljchrltch .. «0- MU P»stverfand für wie« «nt . . Oesterreich:_ Monatttch .. Kronen »0.- Tichecho-Elovakei: «oqatttch .. Kronen IvierteljÄlrttch .. tntfchecho.slowärischerDiihrung Ungarn: Monat»» . . Krone» 80.- Vtrrtelisthrltch ,, 60^ tat »ngartfcher Siche»«- Yngoflawiear . Monatlich .. Krone« 12^* ta t»g»slau»is runf rener Vrrl» SO Arle- PrLnKmerätiv»«« preise fL» — dolenr N,ena»i» .. Krone» X<U Oicrtellorlt» „ «Og* in polnilcher «stzmng — . De»»ichla»d: Monatlich . . . Mark fc» M-nat«^"'!^8ra«i» Sr* . Italien: Monatlich .... Lire 3.» Monatllch.^^rank» Redaktion n. stldminiftratlo» LS,eu.«.Bez..raborstr.l-» Kelephonrr «bmlnistratio» 4 1» «M, Redaktion ab 0 Ustr abend« »lr. l«»vt Vostsdarkaisenkonr« lS0.«M Nr. 392 Wien, Dienstag, den 24. Februar 1920 2. Jahrgang Ein neues Ultimatum der Entente an Südslawlen. Die Belgrader Regierung lehnt ab. Berlin, 23. Februar. Wie die Agenee Centrale aus Belgrad meldet, haben der englische und der französische Gesandte der neuen Regierung Protie abermals eine mit 14 Tagen befristete Note überreicht, ln der daso enannte Ultimatum vom 2V. Jänner l« der Adriafrage wiederholt wird. Die Regierung hat die neue Note der Alliierten entgegengenommen und wird sie mit höflicher, aber entschiedener Ablehnung beantworten. Der amerikanische Senat gegen den Völkerbund. W a s h i n g t o n, 23. Februar. (Reuter ) Der Senat hat einen Antrag auf Abänderung des Vorbehaltes Lodge über den Austritt der Bereinigten Staaten aus dem Völkerbund mit 39 gegen 32 Stimmen abgelehnt. Die unv rsöhnlichen Bertrags^egn r von der repnblikanischen Partei gingen bei der Abstimmung mit den Demokraten zusammen. Der Senat nahm daranf mit 45 aegen 20 Stimmen wieder den ursprünglichen Wortlaut des Vorbehaltes an. Derhandlnngen zwifchen Deutschland ,> und Sowietrutzlaud? Ei« russischer Delegierter in Berlin. Bcrlln, 23. Februar. (Tel.-Komp.) Di? Frage der Verhandlungen zwiich n Deutschland und der So.cietrvpublik ist zwar schon in den heutigen Morgenblättern verschiedentlich zu klären verbucht worden, es wurde aber nur im großen und ganzen darauf hingewksen, daß die Gerüchte über Friedensverhandlungen jeder .Grundlage entbehren. ' Das „Tag blatt" gibt nun heute zu der Angelegenheit folgenden Aufschluß: Es befindet sich in Berlin ein Delegierter der Sowjetrepublik, Herr Ko pp, der die gleichen Befugnisse besitzt, wie etwa Litwinow. Auch die Verhandlungen, di? noch nicht geführt werden, die aber bald beginnen sollen, werden sich auf den Gefangenenaustausch be'i'hrn. Es ist möglich, ja sogar warsch?inlich, daß Herr Nopp wieder wie Li w now versuchen wird, äuch über die deutsch-russischen Beziehungen und über die Friedensstage zu sprechen, um auf diesem Wege die Anerkennung der Sowietregierung zu erreichen. Er soll bereits einem B rtreier des vorwärts" erklärt haben, daß für ihn der Gefangenenaustausch nur eine Frage untergeordneter Bedeutung -ei, Sowietrußland wün'che vor allem mit Deutschland in freundnachbarliche Verhältuisse zu kommen und mit ihm die Güter ausLutauschcn. Die Krise der deutschen Presse. Die Mehrzahl der deutsche» Blätter vor der El«- pellung. B rltn. 33. Februar. Wie die. Blätter aus Weimar mcldn. la di? io t agendeallgemein-?deutsche ^e'tung> verlcgLr-D.rsammlung eine Entschließung angenommen, worin auf di? schwere wirtschaftliche Krise der deutschen Prtsse hingewiesen wird. Eine große Anzahl deutscher Zeitungen, darunter Blätter von historischer Bedeutung, winde nur noch durch Notkredite vor dem Zusammenbruch b. wahrt. Ohne Sich rstellung des Zcj ungsd .uckpa^.irres zu noch erträglichen Preisen sei der Zeitpunkt abzusrhen, wo die überwältigende Mehrheit der deutschen Zcillmgen ihr Ersche'nrn einstellen müsse. Die deutschen Zeitungsverleger richten in letzter Stunde' an die RrichSregierung, die Regierenden der . Länder und die Nationalversammlung dir dringende Mahnung, das Erschrinrn der Zeitung?» im allgemeinen Interesse durch Sich rstellung ausreichender Mengen von Papier- Holz zu mäßigen P.cisen und dadurch des Zeitungsdruckpapkres zu gewährleisten. Die Sitzung des Großen zionistischen Aktionskomitees in London. Die vierte Sitzung wurde Donnerstag den 12. Februar, nachmittags, von Herrn Sokolow eröffnet. Herr Sokolow berichtete, daß soeben vom Zionistischen Bureau in Paris telegraphisch das Eilltreffen eines Schreibens des französischen M i niste rpräsid e n t e n Millcraud gelneldet wird, welches folgenden Wortlaut hat: „Ich habe von Ihrer mir freundlich gemachten Mitteilung vom 9. d. M. betreffend der Errichtung einer n a t i o n a l e «jüdischen H e i m st ä t t e in Palästina Kenntnis genommen. Es bedarf keines Zweifels Ihrerseits, und eS freut mich, Sie erneut des Interesses der französischen Ne g i c r u n g an dieser Arbeit , im Ursprungslande Ihres mit so viel Widerstandskraft und Jntellektualität ausgestatteten Volkes zu versichern. Alles, was getan worden kann, um bei der Schaffung einer derartigen Organisation — unter Berücksichtigung der gerechtfertigten Ansprüche und Interessen der in Ursprung und in Religion . verschiedenen Völkerschaften, welche die Geschichte in Dordcrasien vereinigt und vermischt hat — behilflich zu sein, wird die Unterstützung Frankreichs genießen." Hierauf wurde die Fortsetzung der Generaldebatte durch Dr. Kahenelson eingeleitct. Er erklärte, aus den ^Ausführltngen - D^ WMmattlis vollkonlnlene Beruhigung kür die kiiuftigoEtttvDlqrn^^s^ Arbeit geschöpft zu haben. Joses Cowcn brachte kritische Bemerkungen zu den zionistischen. Forderungen vor. Herr Dr. Dolches sprach als Vertreter,der englischen Zionisten, welche die große Arbeit Dr. Weizmanns »nd Sokolows speziell in England beobachten konnten. Er wendet sich hierauf gegen die Reden, die als Opposition empfunden werden niußten. Er spricht der Leitung den D an k der englischen Z i o n i st e n al«s, welche ans Grund der Erfolge Dr. Weizmanns und Sokolows die zjonistif.he Organisation Englands stärken konnten. Hierauf sprach Herr Cicnrrl über die Entwicklung der zionistische Arbeit in AegyPtckN Dr. Klee, der Vorsitzende der Zionistischen Vereinigung für D e u t s-ch l a n d, beschäftigte sich eingehend ) mit der Politik des Aktionskomitees, der er die volle Z u st i m m u n g d e r d e n t s ch e n Z I o n t sten ausdrückte. Er beantragte folgende Resolution: Da3 Große Aktionskomitee spricht nach Anhörung der Berichte der Herren Dr. Weizmann und Nabum Sokolow und nach eingehender Aussprache dem E. A. StZ und insbesondere den Herren Dr. Weizmann und Nahum Sokolow angesichts der geleisteten hingebungsvollen und erfolgreichen Arbeit im Dienste des zionistischen Ideals fein uneingeschränktes Vertrauen ' aus und bdanftragt das E. A. K., seine Arbeit nach den gleichen politischen Richtlinien fortzusetzen. Dr. Motzkin analysiert die ganze Wirksamkeit der letzten Jahre und meint unter anderem, daß die politischen Zionisten der Richtung Marmorek-Jean Fischer in bezug auf die Richtliniea, welche die Leitung in ihrer Politik zu befolgen habe, mit ihren Prophezeilingen recht gehabt haben. Es ist jedoch leider zug'-ich festzustellen, daß diese Voraussagungen von ihren Vertretern nicht überzeugend begründet waren, ebenso, daß sie nicht die. Konsequenzen znr Vorbereitung >n1spreche"der politischer Beziehungen oder Mackstf.cktaren gezogen habem Wenn wir, das, was uns gegeben werden soll, des näheren in Betrat ziehen, so müsse er pe sönlich folgendes' sagen: Wir waren verpflichtet, rucke, e Maximalford erringen entschieden zu deklarieren. ohne Rücksicht daranf. ob diese Forderungen bereits jetzt ein positives Ergebnis erzielen werden. DaS bezieht sich nur auf unsere Forderungen, nicht auf das Ergebnis. Stcllt man sich nämlich die Frage, ob, die erreichten politischen Erfolge die Möglichkeit scha'f'N, in Zukunft unser Ziel zu erreichen, ein jüdisches Gemeinwesen in Palästina zu schaffen, so muß diese Frage besaht werden, so muß gesagt werden, daß der Weg gebahnt sei unter der Voraussetzung, daß heute alle zi onistischen Kräfte geeint auf das gleiche Ziel bmarbeiterL ' Professor Ornstrin erklärte, daß die holländischen; Zionisten mit der Arbeit der Leitung durchaus einver«^ standen sind. Herr Naiditsch wiederholte, daß die Leitung an. ihrer ganz»'N Arbeit im engsten Einverständnis mit den russischen Zionisten gearbeitet habe und sprach ihr' im Namen der zionistischen Organisation Rußlands den. wärnisten Dank und uneingeschränktes Vertrauen mt§., Dr. Vernstcitt-Kogan erklärte das gleiche im Namen' der Zionisten Veßarabiens. Dr. Schinarjahu Lcwin berichtet über die ungeheuren Fottschritte der zionistischen Organisation in Amerika und ihre Verdienste um das zionistische Werk. Er bearckragt eine Dankrcsolntiyn' für die amerikanischen Zionisten. Nicht der politische Zionismns, sondern der synthetische Zionismus hat gesiegt. Es ist aber, nötig, von den amerikanischen Zionisten zu verlangen^, daß sie sich wenigstens mit zwei Vertretern an der zionistischen Leitung und ebenso an der ziouistischen Kom-. Mission beteiligen. Ec beantragt folgende Resolutionr; Das versainmelte Große Aktionskomitee fordert die Zionistische Organisation Ainerikas auf, in die Exekutive und in die Zionist Commission zumndest je zwei Vertreter zu entsenden. Die fünfte Sitzung begann Freitag den 13. Februar^ vormittags. In der Sitzung waren als Vertreter der Zionistischen Organisation der Bukowina Herr Dr. Diamant, als Vertreter der Zionistischen Organifatip^,„Skau^mviMS ^Kerx^WrÜß.., erschiene^: Herr. Kaplan wändte sich gfgen verschiedene an den zion istischen^ Forderungen geübte Kritik. Das wichtigste sei, daß in den zionistischen Reihen selbst Klarheit über Mr Prnzipien herrsche, welche die eigene Arbeit bestimmen.^ Dies gilt vor allem .für die Ausgestaltung der Selbst-, Verwaltung. Die zionistische Arbeit mutz nach dem, sozialen Prinzip reguliert werden. Die politische Arbeit: darf nicht nur auf die Gewinnung einzelner Klassen der Gesellschaft und.der Staaten aufgcbaut werden, st« muß sich vor allem um die Mächte der Zukunft kümmern. Das jüdische Volk verlangt, daß mit der kon< treten aufbanenden Arbeit begonnen wird. Wenn diegelchieht, wird alle Depression weichen und die Leitung kann der Mitarbeit und der Hilfe des ganzen Volkes sicher sein. Herr Sprinzak betont, daß es nicht darauf, ankommt, ob jemand prophetische Unfälle gehabt hat, sondern daß die wichtigste Grundlage aller weiteren Entwicklung die Arbeit ist, welche aus Verträgen erst etwas Reales macht. Der Aufbau des Landes darf nur nach den Gritndsätzen erfolgen, die von jüdischen Gesichtspunkten diktiert sind. Wir müssen bei unserer Arbeit nicht vergessen, daß sie im Orient geleistet wird. Dis orientalischen Völker, in deren Mitte wir unser Heim aufbauen, müssen wissen, daß wir nicht eine ihney feindliche europäische Politik treiben wollen. j Dr. Jakobson wirft einen Rückblick auf die Arbeit der. jetzigen Leitung, die die Verantwortung seit dem Jahre 1911 hat. Die Vorbereitungen für die groß« Arbeit der Gegenwart konnte sie eigentlich nur in der kurzen Zeitspanne zwischen 1911 und 1914 treffen, Während des Kricces hat sie die ungeheure Arbeit vollbracht. die Organisation und unser Werk in Palästin« intakt zu halten, so daß der Eintritt normaler Zeiten die Organisation wieder tatbereit und außerordentlich gestärkt findet. Er dankt als Vertreter der amerikanischen Zionisten für die Wertschatznng und Anerkennung, die von Dr. Weizmann und Dr. Lewin und der ganze« Sitzung der Arbeit der amerikanischen Zionisten zutesi geworden ist. ' . r Herr Kann unterstützt die Resolution Dr.- Klee. Goldberg schlagt vor, eine Finanzkommission zu wählen, welche über die Finanzinstitute berichten soll. Dr. Hantke schlägt vor, als diese Kommission di« Direktoren und Aufsichtsräte des Jewish Colonial Trufl einznsetzen. Die beiden Anträge werden angenommen, Mr. Abrahams erklärt, daß die südafrikanischen Zionisten Dr. Weizmann und Herrn Sokolow vollstes Vertrauen cntgegenbringen. . Herr Jean Fischer erklärt, daß keine durch bestimm^ Tendenzen geleitete Opposition vorhanden ist. Dr. Holpern verweist darauf, daß die politisch« Arbeit nur möglich gewesen ist. wett eine jüdische

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.