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Wiener Morgenzeitung · 1920-02-22 · Heft 390 (22.2.1920) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 390 (22.2.1920)
Date
1920-02-22
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite w Wien. Sürmta» -- - Wiener MorgenzettrrrrA 22. Februar 1920 Nr. 390 daß dis in den letzten Tagen erfolgte Drosselung 'des Reportgeschäftes von seiner Seite ausgegangen sein soll. Die Börse betrachtet diese Maßregelung' als eine schwere Schädigung' und schließt in ihr 'die Tendenz, die privaten Bankiers' vom Börsenverkehr ausschalten zu wollen. Dieses Verhalten des Präsidenten Popper dürste bald' in den verschiedenen Börsenorganisationen zur Sprache gelangen. ' Auch - ist die Idee der G r ü n d u n g e i n e r P e p o r p dank aufgetaucht, um sich von den Großbanken nach Möglichkeit zu emanzipieren. In den nächsten Tagen dürfte die genannte Idee greisbare Formen amrehmen. 26*77 Milliarden Noten im Amlanf. Bermehrnng um 1 VS Milliarve». — Auf Desterreich entfalle» 13 L6 Milliarde». Seit 81. Dezember v. I. veröffentlichte die Notenbank ebne wöchentlichen Ausweise. Nunmehr hat sie die Wocheüüber» sichten vom 7., 15., 33. und 31. Jänner rmckgetragen, deren Publikation sich durch die Abschlußarbeittn wie auch durch die separate österreichische und die separate ungarische GelchäliMhrung, welche die Ausweise setzt zeigen, verzögert hat. Nach dem Stande vom 81. Jänner beträgt der Notenumlauf 5677 Milliarden, wovon 13 26 Milliarden österreichisch gestempelt sind. Kapitalsverrrrehrrmgerr. Die Vereinigte -Färbereien Akt re n- Z e f e l l s ch a s t vermehrt ihr Akrienkavital um 15.000 -neue, für 19!9/1S20 dividendenberechtigteAkt en zu K 200.—, von 9 aus 12 Millionen Kronen. Auf diese neuen Aktien wird bis eiuschl. B8. d. M. ein Bezugsrecht, und zwar nach je 3 alten Aktien auf rme neue zum Preise. von K 600.— das Stück zuzüglich b% Ansen vom 1. Oktober 1919 gewährt. Auf weniger als 3 alte Lktrrn entfällt kern Bc.rnasreckt. . , < D:e Aklien-tÄelellschaftderLokomoiiv- Fabrik vorm. G. S i g l i n Wienrr - N e ü sin d t vermehrt ihr Aktienkavikal um 25.000 neue, für 1919/1920 Lividendcuberechligte Aktien zu K 200.— von £ auf 10 Millionen.Kronen. Auf 20.000 dieser neuen Akien wird vom 20. ms einschließlich 28. d. M. ein Bezugsrrcht, und zwar nach je % alten Aktien aus 4 neue zum Preise von K 1000.— das Stück przüglrch ö°/, Zinsen von diesem Betrcige ab 1. Juli 1919 gewährt. Aus weniger als S alle Aktien entfällt kr« . Be- «gSrecht. Wirtschastliche Nachrichte«. - (Originalbcrichte der ,Wr. Morgenztg.") l Die „Tnbuna" erfährt, daß ,n Prag Kompensations- Verhandlungen zwischen Vertretern der Tichecho-Slowakei und Angoslawien begonnen haben. Jugoslawien verlangt Kohle, and zwar aus den Bestanden, die durch die Ueberfiunden der Bergarbeiter des Ostrauer Reviers gefördert werden, und bietet dafür Mehl, Kartoffeln, Schmalz, weiße Fisolen, Erbsen, Ham» »elfietsch und Kukuruz. Ferner berichtet das genannte Blatt, daß z« der für den. H. und 22. August anberaümtcn Reichenberger Messe alle Geschäftszweige zugelaffen werden. E'.ne besondere AbtcllMg wird für den Büchermarkt und für das Baugewerbe vorbereitet. Die britische Sachvcmobilifiernng hat 15 Millionen tards Flanell an rin Syndikat für 15 Millionen Pfund zwecks usfuör m die Bereinigten Staaten verkauft. Nach Meldungen aus Manchester wurden kürzlich 200 Baum- «sllmühle» mit 17 Millionen Spindeln — in denen S0.000 Arbeiter beschäftigt sind — um 40 Millionen Pftmd an ein Syndikat verkauft. Der Londoner Unterausschuß für die Besteuerung der KriegSvermogen wuike m ferner ersten Sitzung von der Dankvnä UevdsvlvvsvdSN Ws, 11, Taborstrasse 8 b.;0«i Alle baokntisslgfln nnd bdrseneetcbKftllahen Trenfl&fetionen im ln» ■and .Aonlaade. Geldeinlagen in laufender .Rechnung. Kostenlose Verwährung von Depots. Vermi1«n$verwa1tbneen, ‘Lösrevisionen, « Anszatitanjen; tfotjerweisungen. 5®S££2!fWarenabteiIungs v^ThÄ“.'Ä Kulanteste Bedingungen. -Bar Informationen kostenlos. TeUfnun-n-Admpe! »Bankmayer Wien* B088 Regierung ersucht, den bezügl'ckien Gesetzentwurf abzu'affcn, der von -er Regierung unterstützt werden witd. Nach den Angaben der Fachmänner hat sich das in' den Händen von Einzelpersonen bcsindliche Nationalvermögen seit 1914 von 11 aus über 15 Milliarden Pfund vermehrt. Nach dem Vorschlag des Unterhauses bleiben Vermögen unter 50.0 Mund und Einrich'ungSgegen'tände wie Möbel sowie d e kleinen Kriegsersparnisfe von der Steuer tr«. Tie andren Bnmögen sollen gestaff lt besteuert werden. Zuständige Kreise schätzen d'n mutmaßlichen Ertrag auf 1 Milliarde Pfund. (Bei uns soll die Besteuerung bet einem Vermögen von K 15,000.— oder bestenfalls K 20.000.— beginn-n. das.bedeutet nach dem gegen wattigen Kursstand 15 oder 20 Piund! Dre Red.) > . Aus P ra g wird, uns telegraphiert: In der Verwaltungsratsitzung der ) Böhmischen Eskomptebank und . der Böhmische» Kreditanstalt winde beschlossen, der für dm 24. März nnzuberusentzrn außervrdeniliehen Generalversammlung die allmähliche Erhöhung des Aktienkapitals von 48 am 100 Millionen Kronen Vvrzuschlagen. — Wie die Blätter belichten, wird mit. Beteiligung der Zwnostenska.Bankt und bulganschen Kapitals eine; bulgansm-tschechtsche Gesellschaft Ult Schweinezucht und -Export gegründet werden. Die Gesellscha-t wird in Bulgarien Schweinezucht betreiben und Selchfleisch und Selchwaren in die D'checho-Sl-öwakei exportieren. Wie-den War'chauer Blättern aus Londonberichtet wirb, wurden während des letzten Aufenthaltes des litamichcn Mimsieivräiidcnten Golyanoustas in London die Vrrhandlnngen zwischen England und Litauen betieffcnd die. Haudelsbeziehungen zwischen diesen beiden Staaien beendigt. Der Lltaut'che Premier akzeptierte nnen Plan, demzufolge Litauen seine ganze idtrtschaillichc und finanzielle Zukunft ein^r Gruppe englischer .Finanürrs anvertraut. Diese F'nauzgrüppe erteil» Li'äuen vorläufig, einen Vorschuß von 3 Millionen Pfund Sterling zwecks Errichtung einer litauischen' Nationalbank. die dte Emission der neuen Währung übernehmen soll. Vettreler der englischen F'nanzgtuvve übernehmen die LeltMg der Bank. Sie -werden auch ihre volle Aufmerksamkeit dem litauischen Ein- und' Ausfuhrhandel widmen. Warenverkehr mit Amerika.; Um bei: vi len Anfragen ge .echt zu werden, teilt die Exportabteilung der mederösterreichischen Handels- und Gewerbekammer mit, daß das/bei ihr zur Einsicht aufliegende Offert der Firma F. C. Luthi n. Co., in New-Vork, deren Direktor in Bälde in Wien eintreffen wird, nachstehende Artikel umfaßt: Schweineschmalz, - Pflanzenfett, Baumwollsamenöl, Arachidenöl, Kokosnußöl, Sojabohnenöl, Erdnußöl, Butter, Butterersatz, Oleoöl, Rindertalg, Fleischkonserven, Kaffee, Kakaobohnen. Kakaopulver, Kakaobutter, Jamaikapiment, Lamonipfefser, Zimt- .Zimtrikbe, -Eigelpulver- Malz, , Mais, Maisgrütze, Maismehl, Roggenmehl,- nordamerik. Ncggen, Haierf'cck n,E bie», Bohnen,Scho ö a e.Sa chr/i.-, L'ai fr up, Maltosesirup, amer. Kakes, Weizenstärke, Arrowroodmehl, amer. Kartoffelstärke, japanische Kartoffelstärke,- Reisstärke, Tabioka-- mehl, Maisstärke, Baumwollölkuchen, BaumwollsamenSl, Kraftfutter, Knochenöl, Baumwollöl, Leinsamen, Leinsamenöl, Leinölersatz, Terpenttnersatz, Terpentin, brasilianisches Ricinusöl, argentinisches Casein, Wasserglas, Harz, Colophon, Alkohol, Borax, chinesisches Holzöl, Paraffin, Ceresin, CarnaubawachS, Japanwachs, rohes Wachs, Swarin, techn. Talg, Automobilfett, peruanisches'' Ockergelb, Oele und Chemikalien für Gerbereien, ZinMech, elektrolyt. Kupfer, Ammoniumny trat, Ammöniaksalz, Förmaldehyd> Sulfur, Schwefel, Oele für dte Textilindustrie, Oele für den Gebrauch von Eisenbahnen, Quecksilber, Pottasche, Alaun, Agar-Agar, Blutlangenfalz, Schellack, Knochenleim, Auskünfte bei Dr. DrezW». Privatverkehr. Die Sveknlation verhielt fick, im aestr'gen Privatv.'rkebr ä n ß e r st z u r ü ck h a 11 c n & mit Rückstcht auf die vom Austandr vorgelegenen scliivLche'-cnNottc'.nngen. Lediglich Südbabnwcrie wmcn aestagt.Lombaiden ms K 610.— und Süd-> bahn-Priorstätm bis L 1185.—, ohne baß eS zu einem Abschluß gekommen wäre. Balutenknrfe. Die Dcssrrung nnserer Krone im neutralen-Auslande verursachte tm gestrigen freien Berkebr einen Rückgang der stemden Zahlungsmittel bis auf Marknortn, die im Preise angezogen haben. Es notierten: 8 einoten 3.94, Rudelnoten 2.95 Dollar 281.--, Marknoten grün 3.60, M a r? n o 11 s x o t 3.75 und tschechische N o t? n 3.03. Austausch gestempelter tschecho slowakischer Banknoten. Der Austawch gestempelter tschecho slowakucher Banknoten zu ki 1090 nnd 8 100 ,n den hiesigen Filiale« der, tschccho-slowaktschrn Banken w rd nur noch eimge Tage vorgenommen werden.' Gestempelte 50*, 20* und lO-Kionennoten roteben auch noch spater bis auf Widmuf zum Austausch entgegengenommen werd-n. Die bis einfchl eßl ch 9. d. M. zum Austausch, abgeg bencn Banknojen wurden bereits vom Bankamte in Prag umgetauscht und nach Wien gesendet. Ste werden tagltch von 9 bis, 12 Uhr vormtttags in den bezüglichen Bantfilialrn ausgefolgt werden.. Bei der Zivnostenka banka findet diese AuSfolgung einstweilen zu den Berzelchnisnnmmcrn 1 bis 281 flaiu Amerikanische Warennotierrmgerr. Rew-Bovk, 19. Februar. Baumwolle: Rew-Dor? Mo 39.20, New-Orleans lofo 89.75, % w-8-orl per Februar 37.15, NemÄor! per März. 86.65. Petroleum: Ratsivade sin easep) in New-Vork 27.—, Raffinade Standard White »n New-Aork 23.66, Raffinade Standard White in Phrla? delphia 23.50. Pet, oleum Credit Balances at Oil City 5.68, Nrw-PvLk Mehl' (Platke ^Spring Clears-^ 9 25 dis 11.—. New Dorf W etzen loko Winterweizen 237'/.» Sommerweizen 237'/,. New Port M a \ 8 per Western lofo 168.—. New-Aorl Zucker Swnda d Granulatrd 15.20 bis 16.—, Raw Centn« fugal. 10.28. New-Vor k Getreidefracht nach London nom. New-Uork Schmalz Western Strom 20.70. New- Dort Baumwolle, Zufuhren m dm Häfen 24M0. : , .. 1 .. v - Innsbrucker Warenbörse. Innsbruck» 2i. Februar. An der yrutigen Ware t* b 8 c f e waren angeloten: Garne, Sojabohnen, Oel. Sardinen, Kartoffeln, Rotwein. Kerzen, Eiienwarcn und landwirtschaftliche Maschinen. Nachfrage bestand nach Textilwaren, Zwirn^ Kaff:r, Seife, Kerzm und Südfrüchte«. Börse für landwirtschaftliche Produkte. Wie«, 81.. Februar. (Orig.-Bericht.) Die rückläufige Preisbewegung hat an den amerikanischen Börsen wette« Fortschritte gemacht. Einerseits überhäufte Hausfeengagements, vosorxäux »Her daukxasvbLM. fransaktlonen. L»tgegennabme ron 6<*ldeinUgren. Ansgabe tob Elulagsi bttohern« Vebernabme ron YsrmöxonLTornaltanxv«, Warenabteilung. j Export Ton SerienmBbeln n. landwlrtscbaftl. Geräte«« n Import ron dentschen Heizmaterialien etc. o 1 -i"1 LL-iiu>L3!L»'m-mm Kommerz.-uDiskontoBank-AG. ZentrpJePressbnrg°Filiale Wien, I..' 24-28“Telephon 12358,18296,17408 ' inr»—btt— Menachem Mendel. Ei» Briefwechsel. . Herausgegebeu von Scholem-Alejche«. DlS dem I ü d r f ch e» übertragen von Stegfried Schmiß Das dritte Bünde! Briefe. „Millionen.- (Haudler, Maker uuV Spekulanten.) (29. Fortsetzung.) 19. Brief. Menachem Mendel aus Jehupez em seine Frau Schei»>Scheirrdel in KaSriliwke. l' Der teuren, edlen, tugendhaften und klugen Ehe-- srau Scheine-Sch'eindel meinen Gruß!! Sum ersten fei Dir kundgetan, daß icü — dank Seinem lieben Namen! — gesund bin und mein Leben bas itl Friedens; der Herr, gelobt sei er, möge helfen, daß eines vom anderen nur Gutes höre in guter Botschaft zu Trost und Heil — Amen, f Zum zweiten wisse: Wir haben einen großen Nott- Höre folgende Geschichte: Wie ich begonnen habe, ein ständiger Besucher bei Brvdzki zu werden, da wurde ich eine geachtete Persönlichkeit an der Börse und zu mir sind die Makler von aller Wett gekommen mit tausenderlei Geschäfte: Häusern und Gütern und Wäldern und Eisenbahnen und Dampfschiffen und Fabriken pm Millionen, das alles Brodzkis wegen! Unter diesen Maklern sind auch zwei Kompagnons, nicht von hier; einer trägt einen Zylinder und einen steifen lkragen, der andere hat einen ganz absonderlichen Namen, den ich mich scheue, niederzufchreiben . . . Diese zwei Makler nun haben mich einmal abgefaßt, gerade als ich. von Brvdzki wegging und der „Zylinder" hat mich angesprochen mit folgenden Worten: ,^ört, Reb Menachem Mendel, wir haben Euch etwas zu sagen.'Es hemdelt sich um folgendes: wir haben gehört, daß Ihr dort bei Brodzki aus- und eingeht, nun denn, Ihr wißt ja, so wahr Gott im Himmel ist, wir haben nie etwas gegen Euch gehabt." — „Gut" — sage ich —, wollt %kz‘& JHM sollen wir wollet!?. Wir wollen,, was. jeder Makler will, wir wollen verdienen, wir sind auch Makler, wir haben auch- Geschäfte und noch dazu was für Geschäfte! Also, wenn Ihr ein wenig Glück habt und wenn wir ein. wenig Glück haben, vielleicht läßt sich da etwas tün,: daß wir zusammenarbeiten; es geht apf „gemeinsame Rechnung"; , wenn man auch weniger verdient; aber man. verdient. Ihr . wißt ja: „Aus Allerlei kocht man für den Abend Brei"... „Nun denn" — sage ich — ,>wozu erst lange Reden? Sagt mir lieber, was Ihr zu verkaufen habt, Nurheraus mit der Sprache!": „Wir haben" -- sagt der „Zylinder" — „Gott sei Dank, eine Merrtze Geschäft; wir haben Kohle im Gouvernement Poltawa: tvir haben. Eisen im Kaniewer Bezirk, wir haben eine abgebrannte Mühle in PerejaSlaw, wir haben neue Maschinen, die ein Jude aus Pinsk erfunden hat, wir haben einen Gutsherrn, welcher einen Wald gegen eine Weide vertauschen will, ferner haben wir einen Juden, welcher in Jehupez ein großes Haus kaufen will ohne Geld, und Güter! Wälder! Habt Ihr einen Käufer, so können wir Euch Güter verschaffen; habt Ihr Güter, so wollen wir Euch Kunden zu^ühr"n." „Nein" — sage ich — „mit Gütern und Wä dern handle ich nicht mehr; das hat ein Ende-; ich Habe mich" — sage ich ,/rn Gütern schon ordentlich verbrannt und habe mir zugeschworen, Wälder und Güter nicht mehr in die Hand, zu nehmen!" „Aber, aber" — fällt der „Zylinder" ein — „sind denn alle Geschäfte gleich? Gerade jetzt haben wir ein Gut im Kaukasus, ein Gut mit järc&öt, das heißt, mit einem Boden, aus dem Erdöl spritzt, es spritzt . und spritzt und hört gar nicht auf; man erzält, daß der Boden dort eine Million Pud Erdöl täglich heraus spritzt!" . . . „Wertn es so ist" — sage ich — „dann seid Ihr die richtigen Leute für mich; das ist ein' G:schäf^ — sage ich — „nur her dauül!" Und wir sind alle drei sofort in das jüdische Kaffeehaus" (ich gehe jetzt nicht mehr zu Semedenin, wcil man dir Äute von dort hinausj-agt, sondern ins „Jü. ische KafftehauS^, dort ist es viel gemütlicher, Juden untereinander. Man. bann sitzen und reden und tun, was man will) und dort haben wir das Geschäft besprochen und Geschästsgemeinschaft geschlossen; wies dann dazu gekommen ist, den Vertrag schriftlich aufz.:s.tzen7-da haben sie mir das Geheimnis verraten^ daß bei'der Sache noch einige Teilhaber mittun: einer mit dicken Lippen? ein anderer, ein gelber Jude, der mit Uhren? handelt? ein riesiger Aufschneider (Gott bewahre und beschütze einen vor so etwas), bann einer mir einer röten Nase mit Pickeln darauf, auch eint fürchterlicher Ausscheider, und endlich noch einer, ei« Witwer. Wie ich von so viel Beteiligten höre, hat mir die Sache nicht mehr recht gefallen; der Zylinder hat aber so lange in mich heveingeredet und mir Geschichten erzählt, bis ich mich fügen mußte und eingewilligt habe, daß die Sache zu Papier gebracht! wird. Zwischen Kompagnons muß es natürlich immer Streiiigkei'en geben; also, hat jeder darauf bestand««^ baß ihm ein größerer Anteil am Gewinn gebührt. Nun, Gott möge mir nur dazu helfen, daß ich ittiH der anderen Scite sö einig bin, wie mit den Maklern^ dann stünde alles. mit Gottes Hilfe sehr gut. Den« bei so einem Geschäft muß man doch mindestens eine Million lAtbel verdienen! Und ich habe mich fest ent« schlossen: Wenn das Geschäft, so Gott will, zustande kommt, so miete ich mir sofort ein kleines« Kontos auf der Nikolajewska und werde mit Gottes Hilfe ein großer^ Makler. Da ich 'jedoch sehr beschäftigt bin und leine Zeit habe, fasse ich mich kurz; so Gott Witt, werde ich Dir im nächsten Brief alles genau berichten. Jetzt gebe Gott nur Gesundheit und Glück. Grüß' mir die Kinder (sie sollen leben) und jede» einzelyi sehr herzlich von ' Deinem Gemahl Menachem Mendel. Nichtig, das Wichtigste: Ich hitte mir vorgenommen, Dir etwas sehr Wichtiges zu schreiben. Doch ich habe vergessen, waS. So lasse ich'- denn, so Gott will, auf danächste Mal. Der Obige. Eortsetzuns ioM 226604

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