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Wiener Morgenzeitung · 1920-02-20 · Heft 388 (20.2.1920) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 388 (20.2.1920)
Date
1920-02-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 80 Heller PrL««meratto»opreise: Wie»; ftm» «»tzslen ftt tee NrpedUion» L Öetfrf, Tavop» Icafte 1 bis 3, oder itt einer Arrschlrißsteve (fraflf): Monatlich. . Kronen SO — vierteltShrlich ,. 00vttt Pvstversond 'Nr Dien und Oesterreich: Monatlich .. Krone« 00.— - Tichechd-Gkowakeir Monatlich .. Kronen viertelsitnrilch „ *4.— d ftchecho-flowaNscher Diihrnng Nngarn: gionatiich .. Kronen 20.- ierteijdhrlich ,. «(>,— in ungarischer Währung . Angoslaloirn: Monatlich . . Kronen LS.— ikerteljahritch „ rer.— in jugoslawischer Währung Nr. 388 * \ * . ' > Wiener * GsKfrrrrrmprapr Ureis 80 gelles Pränumeratioxo preise für Polen: Monatlich .. Kronen Mm Bierrelsährlich « OOi»1 in polnischer Wahrung Deutschland: _ . Monatlich .7 . Viatl M ssranirrich: k , Monatlich . . graut» M 1 Italien: „ Monatlich . . . . Sine Monatlich. rank» Skedakiion n.Sldministrati Wien.L.Be,.,Taborftr.1-t Wien» Freitag» den 20. Februar 1S2V Telephone: Administration 4M '». Redaktion 43310. ab 6 Uhr eben»« Str. 10301 lvoftsparlassenlont» 150.899 2. Jahrgang Wilsons Eingreifen. 7-V- G ' e n. 23. Februar. : Die Nachrichtenzentralen der Woftländer überschütten seit einigen Tagen die Oeffentlichkeit mit Meldungen über das Befinden Wilsons, den sie als geistig krank hinstellen. Im Widerspruch damit stehen aber die Mt§; Washington selbst kommenden Berichte, wonach der Präsident sich'sehr energisch gegen die ihm drohepdc Ausschaltung ausdem politischen Treiben zur Wehr setzt und. den. Rücktritt des Staatssekretärs Lansing erzwungen hat, der während der Erkrankung des Präsi- Renten die Befugnisse des Staatsoberhauptes an, sich sehmen wollte. Der Zwiespalt dieser beiden Führer der amerikanischen Politik hat sich schon während der Beratungen der Friedenskonferenz im Vorjahr gezeigt. Lansing stand ursprünglich auf dem Boden des Wilson-!chen 'Mäßigungsprogrammes,, das er aber unter dem pariser Einfluß verließ. Dies trug viel dazu bei, daß Wilson ins Hintertreffen geriet und schließlich in trauriger Isolierung.zusehen mutzte, wie seine Grund- Litze von der Sicherung des 'Selbstbestimmungsrechtes und der ,Errichtung des Völkerbundes als Schutzes des rwigen Friedens zerrissen wurden. Der Frieden, der den Besiegten auferlegt würde, ist das diametrale Gegenteil von dem Streben Wilsons, der sich als Idealist in ben europäischen Hexentanz hineingewagt und geglaubt hatte, mit seinem reinen Streben die annerlonistischarilitanstischen Strömungen besiegen zu können. Er tprrrde von seiner eigenen Umgebung zum Nachgeben gejwüngen und kehrte krank nach Amerika zurück, wo er Mit, Hegchr m hie Träufle geriet. Eine he^tHe. Opposition, v?arf Wilson ' vor, vatz er ose Wiriziplen yeMMn^babT, die-Amerika zum Eintritt in den Krieg veranlaßt hatten. uü.d daß er durch seine Zustimmung zur Abänderung tich Völkerbundstatuts die Gefahr heraufbcschwortn habe, daß, Amerika in der Zukunst von der Möglichkeit erfaßt Eden ^könnte, den Bund, den es verwerfe, mit seiner Waffenkrafl'schützen zu müssen. Dieser Kampf, der sich kmrch die Kampagne für die nächste Präsidentschaftswahl Noch verschärfte, hat nun das eigentümliche Ergebnis getzabt, daß Wilson zur Aktion überging und sich an die Spitze, der Unzufriedenen gestellt hat. Heute bestätigt rin amtlicher Bericht des Londoner Reuter-Vureaus. -laß Wilson den Alliierten erklärte, seine Regierung Bürde den dem Senat vörgelegten Friedensvertrag Üirückziehen, wenn die Alliierten weiterhin ohne die Vereinigten Staaten handeln. In London und Paris befürchtet man bereits einen Bruch mit Wilson, der sogar mit der Widerrufung seiner Unterschrift auf dem Vetstnller Vertrag gedroht haben soll. s v ES ist. nun interessant, die Wirkung dieses Auftretens WilsonS zu beobachten. Wahrend die französische Presse eine drohende Sprache führt und die Nachrichten oon der geistigen Erkrankung Wilsons gerne verbreitet, nächst in England die versöhnliche Stimmung. Der Antrag der Liberalen und Arbeitsparteiler im Unterhaus -us Revision des Friedensvertrages wurde zwar mit 220 gegen 6l) Stimmen abgelehnt, aber, die Majorität der ftönservativen ist zweifellos, wie die Resultate der Nach- Bahlen zeigen, brüchig geworden. Die öffentliche Meinung, der die Gefahren des Gewaltfriedens nicht P«hr unbekannt sindfordert von Lloyd George'die Unterstützung Amerikas. Der Londoner Korrespondent tnr römischen „Jdea Nazionale" drückt bereits die Ueberzeugung aus, daß eine totale Revision des Friedensver- ÄngeS erfolgen und trotz des heftigen-Widerstandes Frankreichs durchgesetzt werden würde, Die französische Diplomatie arbeitet mit allen Mitteln gegen diesen Plan, doch ist ihre Isolierung nur mehr eine Frage der nächsten Zukunft. 5 - Frankreich hat in der AusliefernngSfrage nachgeben müssen und es wird auch bezüglich der Behandlung der ru'fischen Frage in die Laube gehen. Auch in dieser An- Gelegenheit verstärkt sich der Unwille, der englischen Politik, die von der Entwicklung der Verwirrung im fetten das ärgste befürchtet. Die bylschewikischen Ärrneen marschieren längs der ganzen polnischen und neurümanischen Ostgrenze auf, und wenngleich in Kriegsfachen eine Voraussage unmöglich' ist, scheint doch die Situation ungemein gefährlich. Dies zeigt sich am deutlichsten in der entschlossenen Haltung Litauens gegenüber Polen und in der Anknüpfung von neuen Verhandlungen zwischen Deutschland und Rußland, die offiziell pnt' dem Schicksal der Kriegsgefangenen verknüpft werden. Es ist aber nicht von der Hand zu weisen, daß hier die Isolierung Polens vorbereitet svird. Von dieser Seite her besteht der' stärkste Anstoß znr Revision des Friedensvertrages und die französische Politik, deren Nervosität offenkundig ist. wird die Friedensstimmung in Polen, die sich in zahlreichen Manifestationen zu erkennen gibt, auf die Däner nicht verleugnen können. .Man wird und muß sich mit' Rußland vertragen, denn nur hier liegt das Mittel, die Gesundung Europas zu erreichen. England hat seine Besprechungen mit der Sowie! rcgierung bereits wieder ausgenommen, Frank« reich wird folgen müssen. Und dann wird mit den . Zentralstaatcn von neuem über den Frieden geredet werden. Daß Wilson diese Notwendigkeiten laut auSspricht/ zeigt, daß nicht er geiftig krank ist, sondern jenes die die Welt weiter in den Fesseln des Militarismus halten wollen. Der Wahnsinn dieser Elemente hat schr^G genug Opfer gefordert. ' für hie DsmmföderaLrorr. Eure KsnsMeraLion PoLens, der Tschecho-Slowakei, Jugoslawiens und - OefLrrreLchs. H' Germotn geschaffen hat, selbst 8 ndtglebonSä P ä 11lD. Fehchar. Bei Brsprechung des Saint-Germ'äiner ^rrcdensverLragrs irr d r sieftrigen S tzunq LM ArrSfchMes für Auswärtiges wies BeriWsrstatler Wargaine auf die brdeutsrrden.SchwierigkelLech die die L tz b e n s m 3 g 1 i ch i eit ber jungen äst e r reich! sch e u R e publik' bedrohen, «nb eurf die G^ahr dieses Z lstandes für dis ^lttüunft hin, ohn« j doch die AblehnUng des Vertrages, noch Vorbehalte m beantragen. Der B^richLrrstatrer wandt« sich sodann der T f ch e ch o ° S lo w a k e I zn und l efprach die Schwierigsteiten däs T r a n s'y o r t w e f e n s in diesem nonsn Staats ei l!de. Schliestlich betonte der VerichlerstaLtsr, es sich eine oewiffe ^e r eit sch cif t z u r festst^Uen «nd eS fei wichtig, dah Frankreich insrefondere wirtschaftlich hier nicht ohne Eiastuß bleibe. Jedenfalls aber mache das neue vermlndebtT Oesterreichs dast Lrnd an Italien- I.gs Sawien und Tschecho-Slowak-en abgegeben habe, einen wenig-dauerhaften Eindruek.^ Hierauf Übernahm T ar d i e u die Brrteidi;ttng des FriedensorrtrageS. Sodann entspann sich, wie der ^Matin" -meldet, ein«l astgemelne Disküffion, ander! Aahrreich« MitgUeder des Ausschusses, inSbe- , sondere V r i a n d, teilnatzmen. Die Debatte behandelte folzenve Haoptfragr«: Ist Oesterreich so, wie es ' Ver Vertrag von Saint« f ä h i g, u n d w e n n diesnicht derF alt ist, welchem Staate oder,welcher S t a a t e n g r u p p e wird es sich an« schließen?2steineVe r s ö h n n « g m 11 der Lschecho-Slowakei und I « g o« s l n w i en möglich? Wird sich Oesterreich mit Italien verständigen oder wird es vom Mächtkreir Deutschlands angezogen «erden und, im Falle er sich zu Deutschland wenden sollte» wäre mit seine« Eintritt in daS Neich oder mit de« Rnfchluh an einzelne katholische Sndftaate«, too» besondere Bayern, zu rechnen? Nim beschüstigte sich die Debatte mit deU MS llichkriten, die die.Astrierten Oesterreich bieten KS'mten. Es wurden die Aussichten ^Lner^$mv a tio n P s lens, T s ch e ch o * @ lo w ä t i eir S u n d Ing o»'! a w i e n S e r o t t e r t» z u der O e st e r« r e i ch z u z u l a f f e n wäre, das nicht nur, was feine Versorgung mit Lebensmitteln'ein«/ langt, sondern auch industriell auf i e S u k z e f f i o n s ft a a t e n a n g ea wiese« f e i. Schließlich wurde auf die de« deu endr wirtschaftliche Arbeit Englands «nd Amerikas in den SukzessionSstaateu der, ehemaligen Monarchie hingewiesen. ) Der Ausschuß tritt Freitag wieder zu» sammen. Es wird der Bericht Mille r and< über seine Londoner Rei'e, aber auch feine Stellungnahme zur S st e r r e i ch i f ch e tt Frage erwartet. Die GitzMg - des großen Aklionskomitees der zionistischeU Organisation. (Eltz<'nrr Belicht der ,Wr. Mvrkenztg.") > London, 11. Februar. > Das erste Mal feit Krie saus^ruch... Die Sitznng des großen Akt'on?-A«o"n!ees wurde heute im Zkvnseieuzsaal des Zionist jchen Zentra'bur.aus in London, in feierlicher Weise durch Herrn Sokolo iv mit einer h^dräischcn Ansprache eröfsn-et, in wclch.r er der groß m Freude Ausdruck gab. daß nun zum ersten Male seit .Kriegsausbruch wieder eine Sitzung des großen A -K. einberusen werden konnte, an der sich fast alle. Mitglieder beteiligen können. In Worpen ti.fer Trauer und mit, d-'m Ausdruck uuauslöjch'ich'r Dankbark'ip gedachte'So ko low des Hin-, schcidens David Wolffsohns. ^cchlel Ts.chlenows, Dr. H e hm a n n S und Adolf S t a n d s. Außer allen Mitgliedern des e n g e re n A.-K., den Herren Prof. Marburg, Dr. Weizmann, Nahum So ko low, Dr. Lewin, Dr. Jacobson,. Dr. Hantke, waren in der ersten Sitzung anwesend: Tr. BodenHeimer, Jean Fischer, Dr. Friebemann, Boris Goldberg. A. Jdclsohn, Jacobu- K a nn. Dr. K l e e, Dr. M ä r m o re k, Leo M o tzk i n, I A. N a i d i t s ch, Abraham P o d l i s ch e w s k i, I. A. Ros off, Dr. Schönfeld. Anwesend sind ferner die Herren Dr. Max Nord au. Berthold Feiwel und H,rmann Struck. Die Jüdische Kolouialbank ist durch Herrn Dr. K a tz e n e l s o n, die Anglo Pa'est'ne Company durch Herrn Josef Co w en, der Jüdi,che Nati-onalfoud's durch Herrn.de Liem« pertr> te«. Die V rtreter der FSderatjonen. Dr. H a n t k e teilte mit, daß da? engcxe A.iD» mit Nück,iu)t auf den Umstand, daß dir Jähreskonfe« renz adg'sagt werden mußte, und es notwendig erfcheinß. den einzelnen zionistisch-en Föderationen im wel-. t'r.n Umfange als. bisher die wichtizsten Jnfärmatio.nen zugänglich zu machen, beschlossen'Hat, jene Füdcralionen zur Entsendung eines Delegierten «inzulaben, welche ihre Jnsormalionen nicht von einem Mitglied des A-K. erhalten können, das mit ihnen in dircktnn Verhältnis, steht. In der ersten Sitzung sind folg.nde Verirrter einzelner Föderationen erschienen: Dr. Bernstein-Kogan für die Zionistisch.: Organisation Beßarabiens, die Herren Josua Caleb und Avramoff für Bulgarien,'Herr Chicourl für Aegypten, die Herren Dr. Daiches, R.V. Goldbloom, Mr. Paul Goodma», J,racl Cohen, Shiro für die Englifh Zionist Federation, Herr Flor'e u tin für Grieche»4 land, die Herren Sprinzak und Kaplan für. den H a P o e l H a z a i r und Z e i r a Z i o n, Hery. Marx und Herr Sach e r für den Orders f A «4 c.ient Maccabeans, Mr. A. M. Abrahams für Süd a f r i k a, Dr. Israel Caleb und Dr. Israel Auerbach für di- Tür kei. Dr. Alexander Gold°». stein für di- Ukraine. Ferner sind zur SitzunK Kugezogen di- Sekretäre des Aktions-Komitees, de« Nedaklenr des offiziellen OrgjanS der English Zionist F.d"ralion, Herr Leon Simon und Herr Leonhard Stein, der soeben aus Palästina eiugetcoffen ist. Herv Dr. Hantle begrüßt ferner iu der Sitzung Frau

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