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Wiener Morgenzeitung · 1920-02-19 · Heft 387 (19.2.1920) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 387 (19.2.1920)
Date
1920-02-19
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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r. S87 Wien, Donnerstag Af!/— Y * Die Bekämpfung der Seuche« in Pole». Der l»Demvs" meldet ,<m8 Warsch a u, baf? die Verbündeten der polnischen Regierung eine Anleihe von N Millionen Dollar und große Mengen von Aizne,Mitteln aller, Art zur B e« Impfung der erschreckenden Umsang annchmchden Beuchen e n P ölen angetragen haben, jedoch unter der Bedingung, dasi die Leitung der Hilfsexpedition ausschüeßlrch den Verbündeten Vorbehalten bleibe und die polnische Negierung ihr rrcnement erttäre. Wiener MorgenzeitunK 49.' Kbruar E 0 DereinSnachrichie«. achrichtenvo » Vereinen evi cheinen a u * ä h m S l o S n u r a m T o g e d e r V e r a n st a l tuug.) Heute: - Ziouistifche Sektion für die westlichen » ezi r k e G i e n L. Verbandsheim, Vl., Amerlingstraße l9, Hosstrege. Mezzanin, V»? Uhr abends, Architekt Dr. Arnold Dorp l«K: »Der jüdische Ingenieur".; Die Ernährung. Der Marktberichte Me trostlose Lage der Markte hält weiter an. Infolge der Unerschwinglichen Preisebleibt selbst das geringe Angebot zum Teil unverkauft und der Verkehr ist daher auf den meisten Märkte« überaus schwach. I« der Großmarkt halle waren gestern ungefähr 600 Kilogramm Rindfleisch und etwas Über 100 Kilogramm Würste angebo en. Das Rindfleisch blieb - v o l l st ä n d i g unbeachtet und wurde, um es Vor dem völligen Verderben zu bewahren, von Wurst? trzeuqrrn zur Verarbeitung aulgekaust. Außerdem waren geringe Quantitäten von gesalzenen Schellfischen zu K 15 —, Kabeljau ohne Kopf zu K 22.—, geräucherte und gewässerte Klippfische zu K 86.—, beziehungsweise K 28.— pro Kilogramm aus dem Markte. Der Naschmarkt bot auch gestern hmrptsachlich nur Rüben. An frischem Gemüse berrsedt nach wie vor empfindlicher Maua'el. Die Nachfrage war sehr stark, besonders lebhaft waren hie Anstellungen um sogenannte billige Aepsel. Fleischausflabe in Wien in der Woche vom IS. bis 25. Februar 1920. In der Woche vom IS. bis zum 25. d. M. wirb an alle Haushaltnnoen in Wien Gestirrrmdsleisch im Ausmaße von 10 Dekagramm pro Kopf ausgegeben. Der PreiS beträgt K 98 kür das Kilogramm Borde,es, K 102 Hk daS Kilogramm Hinteres und ll 124 für das Kilogramm Brett ensiusch. Der Verkauf erfolgt gegen Abtrennung der mit der Ziffer 15 bezeichneten Abschnitte des Nindfleischeinkaufsche ncS. , Ab Samstage den 21. d. M. dürfen dre Rindsteischabgabestellen daS erübngte Rindfleisch an die bei ihnen rayonierten Kunkeir. ohne Rücksicht daraus, ob diese ihre Quote bchoben haben oder n cht. versauien. Die Kopfqnose beträgt auch in diesem Falle 10 Dekagramm. Die Abgabe ge'chicht ebenfalls zu den oben angetührten Preisen. Beim Bezüge der Zusahauote ' wird der..mst dem Buchstaben T bezeichnen Abschnitt des - Rivdflrischrimavsscheinrs abgetrennt. W. I. W. Erste Abgabe auS der Lebensmiitelaktlon des holländischen Generalkonsuls van Rohen. Freitag den 20. von 9 bis 11 Uhr »lay gerade, von S bis 5 Uhr blau ungerade. Samstag den 21.. von 9 bis 11 Uhr grün Made, von 11 bs 1 grün - ungerade. Montag den 23.. von 9 b s U Uhr rot gerade, von 3 bis 5 Uhr rot Ungerade, Dienstag de« 24., von 9 bis 11 gelb gerade, von 8 drs 5 Uhr gelb ungerade Nummern. . Holland hilft. AirS Rotte r d a m wird telegraphiert: Wie .Nieuwe Roiteidamsche Courant" meldet, -ist der 4. niederländische Rote Kreuz-Hm, von Rotte'dam abgefahren. Er führt 82 W a g g o n S f ü r W r e n, 12 tür Blidapest und. 3 für Salzburg. Mindestbemitteltenfurforge. In der nächsten Woche erhalten alle Beschere der rosafarbigen Emttmsschtive für Wohlfahrtsteisch rin Achtelkilogromm Maisgrieß für d>e Person des mb ^nik'vrn Dvi drvi>iri.l»mlrtcl an folgenden Tagen: Samstag m 21. Februar von A bis F; Mou ag den 23. F bmar 6 bis : Mittwoch den 25. Februar L bis R und Freitag den 87: Februar 8 bis 2. , Kartoffelabgabe. Donnerstag biS Sonntag werden im U. Bezirk holländische Kartoffeln zum Preise von K 6 — für das §-logranin,. und zwar Vg Kilogramm für den Kopf gegen blrennung des Buchstabens „0" der Kartosselkarte abgegeben. Bühne und Kunst. Deutsches BrrlkstheaLer. LZüm ersten Male: „Exzellenz", Komödie ln drei Akten von Heinrich Schmitt.) Es gibt Wunderkinder, dls Beethovens Geigenkonzert hlnlegen, als hätten sie in ihren zehn oder zwölf Lebensjahren die Geisteswelt Beethovens ausgeschöpst. Hier haben wir einen merkwürdigen jungen Mann von 25 Jahren, der In den Abgründen der weiblichen Psyche herumklrttert,. als wäre er ein sechzigjährrger subtiler Frauenkenner. Er dichtet ein Ehedreieck mit so erstaunlicher Ueberlegenheit, daß wohl Mancher angejahrte Zuhörer, nicht zu sagen wagt, dies sei Unverständlich, jenes unsinnig oder unmöglich. Am Ende weiß es der junge Herr Dichter besser. Aber natürlich-geht es einem mit dieser M)ekomödie des .Herrn Schnitt t, wie mit der Gcigcnprodnktion Zehnjähriger. Burmester oderBusch spielen ihren Beethoven doch ander?, wie dieses Mäderl mit hem Flügelkleid oder jener Bub mit der Brille und den Sammethöschen. Papageienkrrnst. Allerdings: Dieser Wunder- Vogel ist hochbegabt und wird, uns auf der Bühne noch , viel Freude machen. Vorläufig stört er den Genuß durch seine aphoristische Wettivelsheit, mit dir seine Ehebruchsgeschichte -gespickt ist und, die auch dem Nachsichtigsten aus die Nerven geht. In der Einleitung, die er seiner Buchausgabe vorausschickt, teilt Herr Schmitt, der ein sideles Haus zu .sei» scheint, den Lesern mit, er habe die drei Personen seiner lÄmödie „erst aus seinem Buche' kennen $£i«rnt". Dem Kubltkum ecaiuA es übter ES- «eüm* ihm während hes_ Abends nicht, diese drei Personen kennen zu lernen. Da ist eine Frau Däya, ein - verflucht kompliziertes Frauenzimmer. , Unverstandene Adelsseel«, Dtrnchen, kluge Schlange, und einfältiges Täubchen, abgefeimte Betrügerin und opferstille Ehefrau — alles in einer Person. Jetzt Hebda Gabler, dann Nora, in diesem Akte schwanger von den Sehnsüchten der Frau vom Meere, im nächsten die flennende Dutzendfrau, die in Ohnmacht fällt, weil der streberische, katzenbuckelnde Gatte, vor dem sie einen physischen Ekel hat, mit einem Typsräuleitt soupieren geht. Die beiden Männer, Exzellenz und Ministerialbeamter, begrüßt man zunächst als altbekannte Kvmödienftguren, muß sich aber bald entschließen, sie für Fremdlinge zu halten, über die man nicht ins Rein« kommt. Trotzdem: Alle Jbtei Gestalten sind von einem geformt, der eine dramatische Zukunft hat. Die Schlußszene des ersten Aktes (von Fräulein Stein siel bemerkenswert eindringlich gespielt) macht aufhorchen und manche Wendung beS zweiten'Aktes ist recht launig. Herr Edthofer gibt einen charmanten Minister elegant aus dem -Handgelenk und Herr Werner Kahle, (bet doch dazu da ist, scharf profilierte männliche Kraftnaturen zu verkörpern), wußte sich.mit dem unterwürfigen, beschränkten Aktenschmierer trefflich abzusinden. Der Theatexskanbal (über welchen gestern berichtet wurde) war vom Zaun gebrochen. Eine Roheit sondergleichen, die Nerven der darstellenden Künstler, die schweres.Studium und anstrengende Proben hinter sich haben, so hart auf die Probe zu stellen. Nach dem zweiten Akt war der Beifall stark, nach dem dritten die Ablehnung ziemlich einmütig. _ O. A. Aus den Theatern. In der Bo l k So p er sindet Freitag um« Leitung Felix Weingartners die Erstaufführung der romantischen Oper „D er G o ld s ch m ied vonToledo" von Karl Georg Z w e r e n z. Musik von Jogues Offendach. mustkaliscke Bearbeitung von Julus Ste n und Alfred Zamara, statt. Die. Titrlpcntie singt Herr Fleischer. Wetters sind m den Hauptpartien: beschäftigt die Damen Rantzau, Deditzka und Altler und die Herren Schür mann, Pacher, Preuß, Baumayn. Lazar und Beer. Beginn 5 Uhr. Inder Neuen Wi e n e r. B Üb « e sindet Freitag die 50. Aufführung des Lustspiels,Doktor Stieglitz* von Armin Friedmann und Ludwig Nerz statt. Im Carltheater sindet am Samstag, nachmittags 3 Uhr. eine Fest Vorstellung anläßlich des 7.0. Geburtstages und SOjälnigen Künstle, jirbilärrms des Cellovirtnosen Professors Joses 5 « l z e r «nier M.twi'krrng von Frau Berta Kirrrina (Staatsovrr). Dora Kevl-nger-Erlknschütz und Polly Kvß (Corltbeater). Herren Georg Ne.rncrS und Karl ZcSka (Burglbrater). Hubert '.-euer und Karl ''iegler (Staat?oper), ProsissorS Karl Lastte und der verewigten Shnagogmchöre statt. Karten sind an den Kaffm de- C-rlrheaters erhältlich. In der R e n a i s s a n c e * D Ü h n e wird mit Harry Waiden in der männlichen Hauptrolle Freitag den 20. d. M. die Premiere des Lrtstspicles „S ch ö n e F r a u e n" von Etrenne R ev. dmrfch von Otko Eisen schi tz aufgcsührt. Dre übrigen Hauvtrollen sind mit den Dame« Berling, Gregor. Kneidingrr und L'.nbeke sowie dm Herrm Karl, Lauda, Machold und Wotl besetzt. Anfänge Uhr. In der R e n a H r e 6 st 6 n e wird mit Harry W,a I d r « Freitag das Lustspiel «S ch ö n e F r a n e n" von Etrenne Key, deutsch von Otto Ersenschitz, zum erstemal g:- gedcu. ... Freie jüdische Volksbühne. DaS auf den dkutichm Bühnen mit großem Erfolge aufgeführte dreiaklige Drama von Darvid P i n S! t ,E i N k S cheflel" gelangt in jnd scher Sprache zum ersten Male Samstag den 31. d. M. im W-ener Bür aeriheater um V-3 Uhr nachmittags zur Anführung. Mitglieder beheben. in den Abendflirnden zwischen 6 bis 8 llhr im Bereinssekrrkariate Casä „Rcmbrandt", U., Ünt. Augartcnftraße 11, ihre Frerkarten. IntekRntionale FlugWeltbewerde Prag tsck, ' ' - K820. Der tsihecho-slowakriche Ae»öllud veranstaltet Heuer gemcirrstm mir dnn rschcchr'chnt .Prlotenverband unter dem Prateklorat d s Prälidentm der Nevublik Dr. T. G M a s a r h k »einen irrte! - nationalen Flugwettbewerb und eme aeronautische Ausstellnng. Die Leitung der AnSstellnng, dre vor allem einen Ueberblick über dre Fortschritte der Av atik in Tschechien ermvalrchen soll, ist bereits eifrigst Mit den Vorarberttn beschästigl. Man hofft, daß nicht nur eine Reihe der berühmtesten Flreger, sondtru auch die neuesten Ennngenschasten der Flugtechnik der ganzen Welt zu den Attraktionen der beiden Vcranstalinngen zählen werden. Der Spieler Rerrfeld wurde vom Ungarischen Fußballverband für die Hakoab ireigegeben, so daß er seine sportliche Tätigkeit bereits am Sonntag wieder aufnehmen kaum Der amerikanische Boxer WiMe Lewis ist in seinem Nem-Aorker Cafä überfallen und tödlich verlebt wordeu. Als Trainer verschiedener Boxer schui er^-sich. ernen Namen. Sein größter Kampf war der gegen Carpentrer am 82. Mai 1912, rn dem er gegen semen Schützling unterlag. tzakoah^ o u r i st i k s e k t i o n. Sonntag den .23. d. M. zwe, Ausflüge. 1. Wieneravald. Treffpunkt 9 Uhr vormittags Endstatwn Nußdori. (Sickcnberggaffe.) Proviant mitn<hmen. Führer Tr.- Evler. 2. Sckmceberg. Führer, Ernst Rauditt'chek. Anmeldung Telephon 80861. Für den Fast, daß Schnee rst, Besprechung Samstag 6 Uhr abends im Klribherm. Sonntag den 29, d. M. Skttourerrlanf in Moirrrrchkircheu tStemhaus). Anrtteldunycn im Sekretariate'. — I den ersten Äkontag rm Mortat Zirrümmeirsunft. tut Klnbheim um 6 Uhr abenkS. Montag dm 23. d. M., 6 Uhr abmdS^ Vortrag des Herrn Ingmrenr Ackemrann im Ktubherm. — Lerchta t h l e t r,k s e k t i o n. Das für heme angesagte Trainioa entfällt. - - .Tki'kge Schullehrer X'vsMet. nachher Ein- Vo.r dem Schwurgerichte unter dem Vorsitze . des OberlandrSgerichtsrates Dr. Ährenreich hatte sich gestern der - A7jährig-e ehernaUge.Schullehrer Johann K u b i c e k . wegen. DiebstahlB, Betruges und Fglschir.eldunrr Lu verantworten. Die Anklage vertrat Staatsr^Nllsihilltlt Größte Auswahl! Billigste Prüfe! «« Leopold Steinhart,Wien, l^ Biberstraße 9. 4V3/80 antvalt Dr. Bay er, als Verteidiger fungierte Doktor Oskar Mayer. Johann Kubieek entstammt einer achtbaren FamUie, mußte aber zu Beginn des Krieges seinen Beruf als Lehrer aufgeben und einrücken. Beim Militär brachte er es zum Fähnrich. Wegen leichtsinniger Schulden wurde er der Offizierscharge. verlustig erklärt und kam als Korporyl zum Schützenregiment Nr. 14. -Kurz, vor dem.- Zusammenbruch war er beim Ersatzbataillon in Hall m der Kanzlei der' Stabsabieilung beschäftigt und wußte,. daß dort in einer Schreibtischlads ein größerer Geld-, betrag verwahrt sei. In der Nacht vom 10. zum 11. Oktober 1918 beschloß er und der Schütze Johann Dotter auf dem Heimweg aus einem Gasthaus, sich des Geldes zu bemächtigen. Sie gingen in das Schulgebäude, wo die- Kanzlei war, schnitten die Füllung der versperrten Kanzleitüren heraus, drangen durch die Oeffnung in die Kanzler ein, spregten mit einem dort Vorgefundenen Feldspaten zwei Schreibtischladest und einen Koffer auf und nahmen daraus 11.050 Kronen Bargeld, einen Revolver, Zucker, Tabak und Wäsche an sich. Die Diebsbeute teilten die zwei untereinander auf. Johann Dotter wurde der Tat wegen bereits abgestraft, gegen Kubieek, der nach der Tat desertierte, war wegen dieses Einbruchsdiebstahles daS Strafverfahren beim Militär« gericht anhängig, wurde jedoch später dem Landesgerichts Wien abgetreten. Am 1. Juli 1919 wurde Kubicek z« sechs Monaten schwerem Kerker verurteilt. Da aber die Untersuchungshaft in die Strafdauer eingerechnet wurde, trat er schon bald darauf aus der Strafhaft, um sein verbrecherisches Treiben fortzusetzen. Der Betrug an den Madien bei der Nordwestbah«. Am 16. Juli sah Johann Kubicek vor dem Nordwest« bahi^hof in Wien zwei Mädchen mit größerem Gepäck unschlüssig bei der Haltestelle der Straßenbahn stehen. Er behorchte sie und als er auf diese Weise erfahren hatte, daß die beiden Mädchen ortsfremd seien und keitts Unterkunst finden konnten, entschloß er sich, sei es durch Diebstahl, sei es durch Betrug, sie um ihr .Habe zih bringen. Er redete sie än und versprach, ihnen eine Unterkunft zu verschaffen. Erfreut über diesen schein« bar uneigennützig gemachten Antrag, nahmen sie sein Anerbieten an. Johann Kubicek war ihnen behilflich, daS Gepäck in das Hotel Nordwestbahn zu bringen, überließ ihnen sein eigenes Hotelzimmer und suchte sie tags darauf zeitlich früh wieder auf, holte zwei Dienstiiränner M-bei, übergab diesen in Gegenwart der Mädchen das ' Gepäck und erteilte ihnen auch weitere Weisungen. Die^ beiden-Mädchengaben den Dienstmannern bloß die Adresse an, wohin sie das Gepäck schaffen sollten. Die- Dienstmänner entfernten-sich mit den Sachen.,-zwei Körben, zwei Rucksäcken, einer Tasche und einem Karton, worin außer Bekleidungsgegenständen - und Lebensmitteln' in einem 4000 Kronen übersteigenden Werte auch 480 tsche^sche Kronen Bargeld verwahrt waren. Da die Mädchen nur tschechisches Geld hatten, machte sich der Beschuldigte auch erbötig, ihnen dieses gegen 'deutschösterreichisches Geld umzuwechseln. Sie Übergaben ihm zu diesem Zwecke 80 tschechische Kronen, worauf sich Johann Kubicek entfernte und nicht wieder kam. Er lief den Dienstinännern nach und befahl ihnen, daS Gepäck zur Westbahn zu bringen. Dort bemächtigte er sich der Sachen und veräußerte ste. Vor seiner Verhaftung betrog er noch einen Schust.w und stahl in einem 'Gasthof ein Fahrrad, welches er verkaufte. , Der Angeklagte war aller ihm zur Last liegenden Delikte geständig. ' DaS Urteil. Die Verhandlung wurde spät abends zu Ende geführt. Die Geschwornen bejahten die ihnen vorliegenden Schuldfragen einstimmig, jedoch, unter Annahme einer Schadensziffer von unter 4000 Kronen. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten hierauf zu z w e i e i n h a l b I a h r e st schweren Keckörs. Der »veMhrte^ .PHNosoph. Die Lehrerin Marie Höf erstattete gegen den, Doktor der Philosophie Gustav Höfer eine Strafan-- zeige wegen -Verführung unter Zusage der Ehe, in der. sie geltend machte, Dr. H., der im Sommer 1914 in der Sommersr'.sche. bei ihren Eltern wohnte, habe sich intcttsiv für sie interessiert und habe ihr nach kurzer Bekanntschaft die Ehr versprochen. Sie habe sowohl in. der Sommerfrische als auch später in Wien als seine Braut gegolten. Als er den Hochzeitstermin immer hinausschob und sie ihm darüber Vorwürfe machte, habe er erklärt: „Ob früher oder später^ heiraten werde ich dich, ich bin Akademiker und weiß^. was ich zu tun habe." Sie habe mit ihm vier Jahve im gemeinsamen Haushalt gelebt, in der sicheren Erwartung, daß er sein Wort, einlösen werde, was aber bis h2ute n'cht geschehen seu Bei der Verhandlung vor dem Bezirk gerich e Fünfhaus (Richter Landesgertchtsrat Dr. Mühlwenzl). erklärte der Ung.'klagte: es zwischen uns beiden eine U?j.,u<^.urg gegeben Hai,' so war sicherlich r^cht ich der Borjübrer^ D« Hach«

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