Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 385 (17.2.1920)
- Date
- 1920-02-17
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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) / RL 385 i,' MettÄE MeWr MKMMkWU' ■ —. - ----.-— Mawn— * Da» Grab -es Wilnaer Gaon. geschändet. Die ..Wilnaer Jüdische Zeitung" meldet, -atz. ^»er alle jüdische Friedbof ln Wilna, welcher schon einmal von polnischen Soldaten beschädigt worden war, nunmehr wieder das Ziel ihrer nationalkulturellen Betätigung gövesen ist. Nach dem Einzug der Polen in Wilna haben polnüche Soldaten auf dem Friedhof, welcher für die Stadt yrvße historische Bedeutung hat, eine Pferde Kation wnchtet, die Umfriedung beschädigt, Gräber ruckühlt, Grabmäler amgeworfen und ruiniert und der Wilnaer Rabbi R ü b i n st e i n hatte viel Mühe, die Entter innig der ' das Pietätsgefühl der Juden schändenden Einquartierung dnrchzuietzen. Nachdem durch Rabbi Rubinfteins Bemühungen die Wiederherstellung des Friedhofes unter vielen Opfern du, ckgekührt worden war, bat sich vor kurzem ein neuer schändlicher Vorfall ereignet: Polnische Soldaten drangen in den Friedhof ein, indem ste das Gitter zerbrachen, vernichteten den Denkstein auf dem Grabe des Gaon von Wilna und schändeten auch viele Gräber anderer Leuchten dcS Judentums, welche auf dem Friedhofe zu Wüna ruhe«, so das Grab des Rabbi Samuel Landa. * Große RealitätenverKäufe in Badgastein. Die Villa »Austria" wurde vom Besitzer Karl Windischb a u e r an Herrn 8 e l o t auS P a r i S um K 3,500.000 »ei* kaust. Die Hotclpension »Savoh" ist um K 1,6Ö0.CMX), das Kaste-Restaurant Hofbauer um K 400.000 und daS Patschengut um 740.000 veräußert worden. " Der Endtermin für die Bekenntnisse zwr Bodenrvertabgabe. Auf Grund einer Vereinbarung des Zentral- Verbandes der Hausbesitzervereine mit Magistratsdirektor Dr. Hartl wurde der Endtermin für die Einreichung der Belmntmsse zur Bodenwertabgabe auf den IS. März d. I. verschoben. * Blatter« «nd Flecktyphus 1» Oesterreich. In der Wdche vom 1. bis 7. d. M. wurde beim V.ollsgrsuirdhestsamt deS Staatsamtes für soziale Fürsorge keine Neuerkrankung au Blattern und eine Neuerkrankung au Flecktyphus in Wie» angemeldet. * Iungmiener-Klub. Der Kartenvorverkauf für de» JL lt wie n - A b e n d", der am 20. d. M. um 6 Uhr in den Sophrensale» stattfindet, hat bereits bei Elida, l., Graben 30, begonnen, wo gegen Vorweisung der Einladung Garten zu habe» sind. * * Der Einbruch im Indnstriehans» Der Polizei ist ck gelungen, dielEinbrecher festzunehmen, die, wie berichtet, in der Nacht zum 8. d. M. im Jndustriehaufe auf dem Schwarzcnbergplatz beim Hauptoerbande der Industrie Oesterreichs den großen Kasseneinbruch verübten, bei dem ihnen Bargeld um K 645.000 und eine kostbare Brosche im Werte von ^200.000 in die Hände gefallen war. Die Täter find: der Hilfsarbeiter Alois Brod-- wrb, der Hilfsarbeiter Karl Naller, der Hilfsarbeiter Josef Maerga, der Kutscher Franz Crmburrk und der Hilfsarbeiter Josef Anders. als Hoteldieb. Vor einigen . * Der Filmfchnnfpieler Tage» wurde über die Verhaftung eines HoteldrebeS berichtet, bei angab, der Kinoschauspieler Emil von Frank zu sein. Es wurd, nun kestgestellt, daß er der 22jährige derzeit posteulose Kommst Siegfried P ö l t l, VII., Neubaugürtel 4 wohnhaft, ist. Im Verwüst der Erhebungen wurde nachgewiesen, daß er anfangs Jänner d. I. im Hotel Astoria Wertsachen um K 30.000 gestohlen hat. Er ist noch anderer Diebstähle dringend verdächtig Dr wurde dem Landesgerichte emgelrefert. Die ErnährRNg. Der Marktbericht. Äie Beschickung der Märkte war gestern Süßer st Man gel h a s t, der Besuch infolge der fortgesetzt geschwächten Kaufkraft sehr schwach. In der Großmarkthalle standen außer den ersparten Nestbeständen des knochenfreien amerikanischen Gefrierfleisches, von dem auch gestern mehr als die Hälfte unverkauft blieb, kleine Mengen von Würsten und etwas Ziegen- und Schaffleisch ^zur Verfügung. Der Fi sch mar kt und Geflügehmarkt waren ohne Zufuhren geblieben. . ' Die Grün wäre umärkte boten lediglich Rüben der* schiedener Art und italienische Zwiebeln. Bessere Gemüseforten fehlten. Auch an billigen Aepfeln herrschte wieder Mangel. Die Nachfrage war im allgemeinen schwach. von Meir Wiener besonders gut. Herr ^Schildkraut sprach mit köstlüher Frische ein Trinklied des al Charis:, la§ mit Anmut und Geist eine launige Fabel des Jbn Chisbaj (er wußte die schülerhaft« Verdeutschung Steinschneiders vergessen zu machen) und riß mit Halevis "Seeswrm" hin. bas sehr stark an den „Sturm" Morris Nosenfelds erinnert und von bestimmten überlegenen Zeitgenossen wohl in das verachtete Fach der sogenannten „Parteilyrik" geworfen werden hürfte. Vortrefflich die gut unterrichtende einleitende Ansprache Dr. Ernst MüllerS. ' Die jüdische Jugend glanzte durch Abwesenheit. - Ske hat viel versäümt. Ot. N Ans von Theater«. Im Bürgt bester gelangt morgen^Mittwvch neu nsszeniert. zu grvtzm Preisen, »Macbeth" §k Aufführung. Das Ertragnis fließt dem Fonds z»r B e s s e r u n g deS Schicksals der österreichischenKriegSgefangenen in S i b i r i e» zu. Beginn V,bUhr. — Im Wiener Stadttheater wird morgen Mittwoch die Novität „Der G e n e r ü l d i re k t o r" wiederholt: Donnerstag gehen »D i e l u st i g r n W e i b e r vo » Windsor* in Szene. Beginn der Vorstellung 7»ö Uhr. Im Operntheater wurde die angekündigte Aufführung der von Dr. Richard Strauß «eubrarberteten und neuinszenierten Oper »Robert d e r T e u f e l* von Meyerbeer auf unbestimmte Zeit verschoben, da Richard Strauß für längere Zeit abgereist ist. Als Nachfolger Karl Forest'S, der , seine Stelle als Präsident des Bühnenvereines niedergelegt hat, werden Max Paulsen und Ludwig Stärk genannt. In der Renaissance-Bühnr findet Freilag dm SO. d. M. die Premiere deS Lustspiels »Schöne Frau Mt" von Etimne Rah, dmtfch von Otto E i s e n s ch i tz, mit Harry W a l d e n in der männlichen Hauptrolle statt. In drrRenaisfanee-Dühne spielt Harry Walde» nur mehr dreimal in »DiePerlen der Cleopatra", da Freitag den SO. Februar an dieser Bühne mit Harry W a l d e n in der mannlicheit Hauptrolle die Premiere des Lustspieles »S ch 3 n e F ra « err* von Ktierme Rech, deutsch von Ott» Eisenschitz, stattfindet. Theophil GÜtz »nd MaximMa« Lervttter bringen in ihrem Vortragsabend »Der Liebe geweiht" unter anderem die in Wien noch nicht vorgelragenen Werke von Ricarda Huch, Gorkij »nd Turgenikw. Der interessante Abend findet am 23, d. M. im Festsaale des Ingenieur- und ArchitektendrrrineS statt. Karten bei Kehlendorfer und PerleS. -. SMrl. Wvcherchrvgramm des Sportklnbs Hakorch. (Erscheint jeden Dienstag.) Fechtsetrtion. Training rin Fechtsaal der»NeureJehuda",!X., Servilengaffe 10, und zwar: M o n t a a und D o »ner sta g für Damen von 6 bis 7 Uhr abends, für Herren (Anfänger) von 7 bis 8 Uhr abends, für Herren (Vorgeschrittene) von 8 bis 9 Uhr abends, und Sonntag für Herren (Anfänger) von 9 bis 10 Uhr vormittags, für Damen von 10 bis 11 Uhr vormittags, für Herren (Vorgeschrittene) von 11 bis 12Ubr mittags. Hockrysektio«. Mittwoch von 2 bis »/»6 Uhr nachmittags Training für Herren und Damen ans dem Hakoahplatze. LeichtLMettkselrtrolr. Dienstag Md Donnerstag Training rm Ersten Jüdischen Turnverein, IX., Liechtensteln straße 20, '/«8 Uhr .abends. Sonntag »Ouerfeldeinlauf". Treffpunkt 10 Uhr vormittags Meierei Krieau, Prater. Ringsektion. Ringtraining Montag und Donnerstag und Doxtraining Mittwoch um S Uhr abends im Klubheim, l., Werder» torgaffe 3, Cats City. Futzballsektto«. Dimstag ab 6 Uhr abends Saal» training im Klubheim. . Schwedische Liebesgaben an Familie« mit vier Kindern. Ausgabe : A M C cm Mittwoch den 18. d. M. von 2 b^S 5 Uhr nachmittags. XII., Schänbrunnerstraße 259 (AmtSgeboude), 1. Stock, Bezirlsvorstehnng. Dokumente vorzmveifen, und zwar: Fürsorgeblatt, Mcldezntcl und Einkausschetn. . Eine alkgemei«e Fleifchabgabe. In dieser Woche wird wieder eme allgemeine Rindficischabgube von zehn Dekagramm für den Kopf ekfolgen. Diesmal gelangt jedoch nicht das knochenlose, sondern das amerikanische Gesritrfle'.sch zur Abgabe. KartostelabLade. Bon Dienstag bis Freitag werden Utt XVI., XVII. inib XVtlI. Bezirk holländische Kartoffeln zum Preise von K 6 pro Kilogramm, und zwar ein halbes Kilogramm für den Kopf/gegeu Abtremmvg deZ Buchstabens N / der KiNtoffelkarte abgegeben. Hebräische Dichtung des Mittelalters. ’f' * ■ Eine Matinee der e s e- » n d N e d e h a k k «i jüdischer Ho ch'schüler", die Schule machen. svllts. Kein oberflächlich und * leichtfertig zufammengefticktes Programm, sondern eine mit Sorgf-alt und VerantwortungZgefühl getroffene Auswahl hebräischer Lyrik des Jehuda Halevi, Salomo ibn Gabiwl, Jbn Chi-,daj Und anderer Dichter der spanisch jüdischen Kulturepoche. Eine Stunde^ die jederniann anregte und bereicherte. Besonderen Dank vor allem den Vortragenden, die sich willig in den strengen Rahmen solcher stilgerechter MranstalMisgs'n fügten und -* wahre Di'ner der Kunst ■rr den pcriöalichen Erfolg hintanstellten. D.-izu kommt, Laß der größere Teil der Gedichte in sehr Mangelhafte», von dichtenden Sprach orschesn »nd- Liebhab-'rn „gcarüLiieten" Uebersctzungen vermitt-lr m-rdrn Muß e, well würdige Nachdich'r'.ngen leider noch nicht vorhanden sind. U.m so grstßerez Lob gel-.ührt Mirjam Schnabel Uiü) Josts Schild kraut für ihre Darbieluitgen. Fräulein Schnabel gelangen zwei Hq7.".nen aus dem Ambe „Raiirl" in der sehr alückl.chrn Ueb^Magung Die englische« Schwimmer gegen den Vohkott. Der Sekretär des internationalen SchwimmverbandeZ, G. W. Hearne, hat an das ehemalige Vorstandsmitglied des österreichischen Schwimuivcrbairbes. Franz Schub, erneu Brief 'gerichtet, in dem erklärt wird, daß die englische Schwimmrrfchast mit dem svortlrchen Boykott, dm die Entente über die Mittelmächte verhängt habe, nicht einverstanden sei und sich auch nicht an ihn zu halten gedenke. Die mgltschm Schwimmer wndm mrt allen Mitteln darnach streben, den uneingeschiänllm internationalen Spotulvukrhr wieder"auflehen zu laffm. il- ■ i ■: - - Dev gvfitzte Sportplatz der Welt imrd jedt inSevrmr» Livry (Departement Sriur et Oise) in' Frankreich hergestell:. Der Platz wird begrenzt von einer Motorradbahn von 5 Kilometer im Umkrers und wird mit einem Olynipischen Stadion für 60.000 Zuschauer, einem Schwimmbecken, Fußball- und Tennisplätzen sowie Landungsgelegenhciten für Flugzeuge, denen untery irdische Hallen zurMnterkunst dienen, Persehen. Fußball alS Frauensport. Während bei «nS das Fußballspiel so ziemlich der er einzige Sport ist, der bei dem weiblichen Gcschlechte noch keinen Eingang gesunden hat. wird in Paris bereits eine Fußbüllmeisterschaft der Frauen ausgetragen. Die Kleidung bei den Wettspielen ist > dje gleiche wre bei den Männern. Amerikanische Ausfuhr. In de» ersten 2 Monaten des vergangenen Jahres haben die Vereingren Staaten von Amerika' für 118,506-6)2 Dollar Flugzeuge, Automobile, Motoren üsw. auögetübrt. Im einzelnen, vertestcn fick dre Posten wie folg:. 44.291 Personeiunrtos rm Werte von 48,803.761 Dollar. Motoren und Pneumatiks im W-rte von 30 391.018 Dollar. 11.084 Lastautos im Werte von 26,676.945 Dollar, 15.966 Motorräder im Werte von 4,341.2*1 Dollar, Flugzeugbestand'eile im Werte von 3,140.412 Dollar und 32 Flugzeuge rm Werte vou 180.800 Dollar. Vom Luftverkehr Amerika—Europa. DaS von dem bekannten Nordpdl^brer Peary gegründete Komste.r zum Betrieb non Lufil inrn. zwisclitn Amerika und Europa und Nord- und '? ndam:r<ka wist jetzt d>eB upläne für b<e rn venveudenden Lnfsch'ffe feiii^sie'ttllr habrv. Das Lu'l'chiff soll von dem brshcr fast auS'chließlied benutzten stieren Lyst-ul. aliwe-.chcn. — Außerdem b?r sich m New--.Vork noch ehr. andere Schaft gegründet die li b:u dem Rei'evelkehr Lm?rit<;—Ga-ova uch.Waren nach -er allen Welt bc:örder»r will. Trt Mitffc sollen dem Zevvrlintyv nachgebild^t weideu. Das. .erste Lnpichiff wird 5ä0 Meter tan« iem. ■i MtlsHine« Größte Auswahl! \ Billigste Preise I -3 Leopold Steinhart, Wien, tz Biberstraße S. 4Q7S/H ... Flieger durch Schrkftzeich««^ on sollen versuchsweise auf die Dache« Orientierung der In der Umgebung von London der Bahnhofsgebäude große weiße Buchstaben aus schwarz Untergrund gemalt werden, um den Fliegern die Orientierung erleichtern. Die Anregung geht vom englischen Luftamt au! Eventuell soll das System weiter ausgebaut werden. Turnverein Makkabi II. Alle Turner und Turnrnur welche die Schreibarbtiten für die Purimfeier am 3. März Olympiasälen übernommen haben, werden ersucht, sich heute 6.' abends in der BolkLbibliothkk »Zivn". H. GlockengaffeSV, bestimm rinzufindrn- Anitas spielt: am Sonntag gegen den Sportklub »K a x£ Marx" i:i unentschieden. Im Reservespirl siegte UnitaK' 2 40. . * GerichLssaal. Das Liebesabenteuer des italienischen sraufD mannes. Ettre blnttge Rächt am Etephansplertz. AM 16. Dezember v. I. spielts sich' am eine blutige Szene ab. Der Kaufmann' JuliuS Premß aus Verona -'hatte detr Abend in Gesellschaft eines MäbchertÄ im Restaurant Hopfner verbracht ttnb für. seine Begleiterin einen ziemlichen Aufweuck» gemacht. Trotzdem daS Mädche^ zugesagt hatte, ben Kaufmann i*t das Hotel gu begleite^ verließ es ihn und entfernte sich, ohne Abschied zu nehmen^ Etwa eine. Stunde später sah Premi daS Mädchen in Ws»! gleitung -von fünf Burschen am Dbephansplatz wieder uch näherte sich', um eS xur Rebe zu stellen. Die männliches Begleiter mengten sich in den Wortwechsel und so entstand eine Rauferei, in bereu Verlauf Premi fein Mess« zog: um sich seiner Bedränger zu erwehren. Dabei stach er eino»^ der Burschen in die Achselhöhle und tvaf ihn st»! unglücklich^ daß dieser an Verblutung starb. i Gegen Premi wurde anfänglich' eck« Untersuchung H.. der Richtung deS Totschlages eingekeitet, diese ab« gesteM und nur eine Anklage wegen Vergehens gegen dK Sicherheit des Lebens «hoben, üb« welche gest«n d«Eiuz<H richt« Ob«landesg«ichtSrat Dr. Kämpf verhandelte. Anklage vertrat GtaatSanwalt Dr. Tuppy» als V«teidi fungierte D'r. Vstrzenz R a b e n l e chn e r. Der Angeklagte war deS Tatsächliche» geständig behauptete, er sei damals der Angegriffene gewesen, und sich nur zu wehren versucht. Im Vmlaufe f>es BeweisversahreNZ wurde auch'-ei Dame eintwrnommen, die angab, sie' s« einmal in Gesellschr beS Angeklagten gewesen, er habe ihr et» Gesellschaftsgr von 500 Kronen gegeben und ihr überdies 1260 Kronen schenkt. Sie habe ihren Begleiter ab« trotzdem Verl« weil ihr diese Summe« zu gering waren, da heute ein Paars ordentliche' Dameuschuhe schon ,1600 Kronen koste«. Diests Zeugin benahm sich schließlich so unanständig tm Gerichts saale, daß der Vorsitzende sie vuffordexte, de« Saal Di verlassen. * Nach dnrchgeführt« Verhattbltmtz erkarmts der Richters den Angeklagten deS Notwehrexzefses schuldig und verurteilch ihn zu we» Monaten einfachem Arrest. In diese Strass wurde die Untersuchungshaft in d« Dauer von sechs Wochmtz eingerechnet. . ' :tr rmgsrrsche« Sin EhrerBeteidigrmgsprozetz des % Miniftsrs des Aen^ern. AuS Budapest wird uns berichtet: Dar Budapefle^ Strafgericht, wird demnächst über einen Ehrenbeleidigungsprozetz zu urteilen haben, den der ungarische Minister des Aeutzern, Gratz Josef S o m f s i ch, gegen den Vrzekonsul Dr^ Johann Bag y ä angestrengt hat. Als Graf Somssich Minister des Aeutzer« wurde, lehnte er die Uebernahme des Vizekonsuls Dr. Bagh»i, in den Status seiner Refforts ab und forderte ihn auf, umi fein^ Pensionier,ung eknzukommen. Auf die Intervention deS^ Staatssekretärs Pekar zugunsten des Vizekönsuls gab' de^ ' Minister als Grurü» für feine ablehnend^ Haltung an, Doktor Bägyo fei gesellschaftlich unmöglich, weil er seine Frau, g^ borne Hortenfe Weisz,me Jüdin, «ur ihres Geldeih wegen geheiratet habe, und als dais Vermögen verbrauch^ war, sie mieder-verlassen habe. Die Deußerung tat der Munsters in Anwesenheit deS Adjutanten des Erzherzogs Josef, Ritt§ meisters Kallay. Dr. Bagho, der von dieser Aeußerungs erfuhr, richtete an . den Minister xin 'Schreiben, in welche«« sich der Passus befindet: »Sie sind genau so charakterlotz' wie diejenigen, von denen.sie umgeben sind." Dieser Brieß bildet das Silbstrat der Klage. Die Verhandlung derselbe«^ sowie der Gegenklage des Vizekonsuls wird, wie in Budapestepi pofitischen-Kreisen angenommen wird, einen Einblick gewähre« in die politische Kulisiengeschichte de» christlichen Ungarn, abe» ebenso in das Seelenleben d« affimilatorischen Grotzjude«^ die ihre Töchter an Arier,verschachern und. sich für teures Geld einen christlichen Staatsbeamten kaufen, dessen Lieb«! r zu / seiner jüdischen Gattin bis zur — letzten Million de^ Schwiegervaters, währt. Mit Revolver und Gift. Wie einer um seine Braut «rarb. ' ' - Kinzelrichtrr LaiidsSgenchtZrat Dr. Dölzl vsrhantzÄtt Samötag beim Zivillandrögerichte über die Klage drS Mektve^ technikerS Franz Josef Uvizl gegen die HilfSarbeiteri^ aCurelift SB. wegen. Rückstellung der ihr auS Anlaß thre^ Verlobung, gsschetitten Gegettstärche. In d« Klage wurbß auSgeführt,. daß der Kläger mit der Beklagter; einig- Zejh