Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 376 (8.2.1920)
- Date
- 1920-02-08
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite"fOT ~ /Wien, Sonntag «kommen; damals wurde das Kapital vvn 4 aus L Millionen Kronen erhöht.? In den nächsten Taam treffen der Präsident der Donau- ^ampffchiffahrtgcsellschaft Doktor S ch o n k a und der Direktor Ludwig W e r t h et m t r in Prag ein, um Beziehungen M der tschecho-slowakischen Negierung anznbahnen. Es handelt sich vornebrnlich um hie Ausübung der Schiffadrt Md von Geschäften aut dem Gebiete der Republik Md unr Kohlcnlieseruugen fitr die Gesellschaft. — Dre Verhandlungen der Tschecho-slowakischen Dampffchrffahrtgeiellschaft init den Mesfageries M a r i t i m c s sind gestern demdet, aber noch nicht unterschrieben worden, da vorher gewisse LorauZsetzrmgen hinstchklich einer Snbvenliomeruug und Gewährung verschiedener Erleichtenrnacn durch die Regierung erfüllt «erden sollen. Bezüglich dir Seeschiffahrt sind die Messagerres Maritimes bloß geneigt, Schiffsraum gegen Miete der bctmifdjcn Gesellschaft zur Verfügung zu stellen: sie beabsichtigen sich nur an der Binnenschiffahrt zu beteiligen. An dem Kavital wird die fi antösische Gesellschaft mit einem Drittel partizipieren. verlangt aber, vast der Direktor oder ein.leitendes VerwaltungsratZmitgued ein Franzose, sei. Die MessagerieS Marr'.nnes wollen gleichzeitig eine r? P e d i t i o n § f i r m a für die Tiebecho-Slowaker gründen, die aber von der Dampfschiffahrl'gesellschast formal völlig getrennt Ware. Bei der, letzten, Beratung deZ jöolzunterauSf ch u f f e L bei der E i n- und A n s f u h r k o m m i s s i o n wurde beschloffen, daß bei der Neuregelung der Holzvreife die Exportpreise unbedingt aufrecht z« erhalten sind. Damit bei der Bewilligung der Nusinhrpesuche keme Differenzen entstehen, sollen die heimischen Exporteure die Geschäfte bloß nnt dem Borbehalt abschließen, daß sie von der Ein- und Ausfuhr-, kommission genehmigt werden. Wie die „Tribuna" erfahrt, wird in der nächsten Zeit die AusfubrvonAlteisenverboten. Die B r ü n n e r T u ch i n d u st r i e wird jetzt im Veredemngsverkcbr dänische Wolle verarbeiten. Für diesen Zweck wurde eine dänisch-tschechische Handelsgesellschaft gegründet. Ein Meter rem wollenen Tuchstoffrs wild sich auf K120 stellen. . Dir Bielitzer Tuchindustrie erhält 200 Waggons k ü d r u s s j s ch e x Wolle, von wacher 30 Waggons über Galatz bereits nach Btelry mrteiwegs sind. v Das Ministerium hat die Errichtung e'ner MLhrisch- Slowakijchm Bank mrt dem Sitze in O l m ü tz bewilligt. .Erhöhung der Sissnprerse in der Tschecho- Slowaksr. tr Prag» 7. Februar. Wie das «Prager Tagdlatt" meldet, wurde in der gestrigen Sitzung der Erft'nvrers-Kommifsion eine Erhöhung der Eisenpreise mir rückwirkender Kraft vom 1. Februar beschloffen.'Darnach stellen sich die Grundpreise für die Engros-Abnehmec ab Werk her Prager Eisenindustrie für den Meterzentner Walzeffen, Träger Und Grubenmaschinen ans 160, Bandeisen, Walzdraht quf 290, Feinblech auf 360, verzinktes Blech auf 42o Kronen. Diese Preise gelten gleichzeitig als Maximalvreise für die anderen Hüttenwerke. Die Preise der Witkowrtzer Hüttenwerk! franko Dtatron der Hüfte stellen sich ftir Robguü auf 124, Hämatit auf 185, Stabeisen, Schienen. Träger. H- und Fassoneisen auf 2Ö0, Bandeisen auf 280 und Grobbleche auf 290 bis 320 Kronen. — Dle beschloffene Erhöhung der Preise muß aber noch vom Handrlsmrmsterium genehmigt werden. » , WirLfchafLsnachrrchLerr aus Polen. Aus W a r s ch a u wird gemeldet: „Kuryer Warszawskr" berichtet, daß die polnische Regie, ung den vom ehemalrgrn Finanz- Minister , Dr. Bilinskt geschloffenen Vertrag betreffend das amerikanische D a r l e h e n für P 0 l e n a n n n ll i e r 1 habe. Finanzm'nister Grab s r i motiviert bicfc Verfügung damit, daß die amerikanische Regierung die wichtigste Bestimmung des Vertrages nicht bestätigt habe, nämlich die, daß tonische Schatzscheine gegen amerikanische ausgegeben werden. . y-. ■ Aus Krakau wird gemeldet: Die G a l i z i s ch e Bank fürHandel u n d I n d u ft r i e hat ihr Aktienkapital von 30 auf 160 Millionen Kronen erhöht. * 1 Die Polnische Telegrophenageutur meldet aus T e s ch ein: Zwecks Verhinderung der unerlaubten Warenausiuhr aus Oft- /Wiener Morgenzettung gas,Ai. r-»-g=?grffgT:gg Bank- und Wechsele eschäft Wien,!!., Taliorstrasse 8 b, L:«. Alle tmnkm&SBigen und bSrsengeschaftllclien Transaktionen Im ln- und Ausland». Geldeinlagen in laufender Rechnung. Kostenlose Verwahrung von Ropots. VermficensTerwaltuagen, Losreviaionen, Auszahlungen, Ueberwoienngen. 8?p*”«?Warenabteilung:^SaJ.f^ Kulanteste Bedingungen. #M* Informationen kostenlos. Telegram-n-Adresse: ,'Bankmayer Wien*. 5088 BERNHARD MAYER schlcsiey wird die tschechi'che und polnische Regierung Zollstationen m D z i e d r tz. B i e l i tz, M o st p, J a b l it n k a u. Fried e k, P o ln.-Ostrau, Od e r b e r g undHrusch au errichten. Die Wirtschaftlichs Bederrtuna der KooperativgenoffenfchKsten in Rußland. Die Anshebung der Blockade gegen Rußland, welche den Kooperativgenoffenschafien eine wichtige Rolle mt Warenaustausch mit der Entente zumeist, lenkt die Aufmerksamkeit ans das Genossenschaftswesen in Rußland. Die wirtschaftliche Dedemung des Genossenschaftswesens und die Inteusiffit seiner Tätigkeit wrd am besten durch einige Daten illustriert, welche dem am 4. Oktober 1919 der abgegebenen ossiziellen Bericht des Zentralverbandes der , u s f i f ch e n K o op e r a t i v genosf enschaften zu entnehmen sind. Nach d^m Bericht hatte der Verband am 1. Männer 1919 in ganz Rußland 79 Verbandsfä l i a l e n,^ davon 48 in Sowietrußland, 6 in der Ukraine, 8 in Sibirien, 4 in Turkeftan und die .übrigen in den anderen Teilen, des ehemaligen Zarenreiches. Im ersten Vrertel des Jahres 1919 betrug der Warenumsatz in M oskau allein etwa eme h a l b e M i l l i a r d e Rübe l. JmIahre 1918 aab es im gefvmten europäischen Rußland 39.560 registrierte kooperative Konsnmgenoffepschaften, im übrigen Rußland betrug ihre Zahl 4643. Dabei ist zu bemerken,' daß in der^Kriegszcit u>cht alle Genoffenschaften registriert weiden konnten, daß allo die Zähl der G"noffensch'aften erheblich größer sein dürfte. Wie stark' die Genoflenschgftsbewegnng in Rußland während des Krieges gewachsen rst, laßt sich daraus'ersehen, daß es im Jahre 1916 im damaligen russischen Reich nur 15.147 Genossenschaften gab. Wenn auch anzunebmen ist. daß mickt alle Genossenschaften eine aut der Höbe stehende Wirtschaftstätigkeit entfallet haben, so , ergibt sich doch schon aus den oben angeführten Zählen, daß die Kooperativgenoffenschaften beute ern wichtiger Faktor des russischen Wirfschastslrbens sind und daß sie dem Problem des Warenaustausches zwischenÄußland imd der Entente gerecht zu werden vermögen, allerdings wcün'auch die politischen Voraussetzungen gegeben sind. Eine russische Stimme über die Wiederanfttahme der Handelsbeziehungen. „Ebonomitscheskaja Schisnj" („Das volkswirtschaftliche Leben"), das offizielle Organ des Volkskommissariats für Volksww'schaft in Moskau, nimmt zur Aushebung der Blockade und zur Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen der Entente mit Rußland in ausführlicher Weife Stellung/und führt ans, die Haupt- . frage sei, ob die Alliierten wirklich-die Absicht haben, die Blockade in vollem. Umfange aufzuheben oder ob sie bloß eine Miü>errmg eintveten lassen wollen, um auf drejem Umweg aus Rußland eine Kolo. is der En enie. zu machen. Die Entente täusche sich, wenn sie glaubt, daß Rußland sich mit der beschränkten Liste der für - den Handel mit Rußland zulässigen Handelsprodukte zufrieden, geben wird. Rußland sei entschlossen, sich nicht mehr als einfacher Lieferant von Rohprodukten ,8. Februar 1920 _Nr. 376 behandeln zu lassen. Es beansprucht nicht nur Btz» kleidung?ar!ikel und Lebensmiftelpwdukte, sondern auch rollendes Material, industrielle Maschinen und andere Waren, devcit es bedarf. Was jedoch die Anerkennung der Sowieis als die legale Regierung Rußlands anlangt, so wird die Macht der Tatsachen die Entente zwingen, nachsichtiger zu sein, denn ehrliche und fortgesetzte Handelsbeziehungen müssen schließlich die bisher bestehende Unkenntnis in bezug auf die in Rußland tätige politische Macht, beseitigen und einer den Tatsachen entsprechenden Ai'fsassung P.atz machen. In den britischen Negierungsämtern wird derzeit der gee'gnc st : Vorgang bei der Einleitung des Handels mit Ruß an) erwogen. Eine Äuzahl von Vorschlägen ist den Vertretern der gerossenschaftlichen Vereinigungen übermittelt worden, welche diese nach ihrer Ankunft in Moskau mit der Hauptleitung besprechen werden. Die Wiedereröfsnung des Haüdels mit Rußland dürfte nach Ansicht des Vorsitzenden des Handelsamtes, Ged':«?, e'it; merk iche Besserung des englischen Wechselkurses auf Amerika ausüben. Der Ankauf des Getreides von Rußand würde England von seiner Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten erlösen und hen Wechselkurs stärken. Baluteukuvse. Fremde ZahluvgSwittcl waren im gelinge» freien Verkehr billiger ethäliltch. Es notierten: Leinoten 4.78, Marknoten grün 4.38, Marknoten rot 4.48, 8 t r e 19.50, Rubelnoten 3.03, D o l la r 345.—, und tschechisch e Noten 3.40. Handelskammerkurse. D e von der Handels-- und Grwerdckammer rm Einvcrnelimen mit der Genoffenschaft veran^ staUcten Fachkurse ftir das Klcidermackergewnbe beginnen am Montag den 16. V. M. und umsaffen folgende Gegenstände : Schnittzeickmen für Herren- und Damenschne der, Buchhaltung und Kalkulation für das Klerdermachergewerbe. Textil» künde und kultmgeschichtliche Trachtenkunde. Der Regiebeftrag der Hörer beträgt 15V dre Kmsftunde Anmeldungen werden in der Kammer zwischen 9 und 3 Uhr, Zimmer 111, entgrgeu- . genommen. Neubau der Oesterreichlschen Berg- «ud Hütten« Werksgesellschaft. Der ^Kohlenrnlereffent" berichtet: Zur Behebung der Wohnungsnot läßt die Oesterreich,sche Berg- und Hüttenwerkssiesellschaft nebst umfangreichen Erweiternngen und Herrichtungen der bestehenden Wohngebäude für die Arbeiter und Angestellten rbr-r Schachte im OstrauerRevicr e Gebäude mit 49 Wohnungen in Karwin und Peterswald aufführen, dre um die Mitte dieses Jahres beziehbar sein werden. Börse für landwirtschaftliche Produkte. Wien, 7. Februar. (Orig.-Bericht? An den nordamer!« kanischcn Terminmärkten, die derzeit fast ausschl eßlich für die Pre'sb'ldung von Getreide auf dem 'Weltmärkte maßgebend sind, blieb die Stimmung in der Bcrichtswoche mehrfachen Schwankungen . unterworfen. Versuche der Spekulation, auf Grund weniger j günstiger Wettermeldungen Preiscrböhnngen dur chzusetzen, scheiterten 'vfolge unbefriedigender Saalenstandsichilderungen ans Argentinien. Gegenüber der Vorwoche resulirert erne mäßige Erhöhung der ' Mais- und Haserprerie. Ein Vorgang, der vermerkt werden muß, hat sich tn den argentinischen Hafenvlätzrn vollzogen. Infolge geringer Ablteferungen der Farmer stand plötzlich mehr Frachtraum zur Verfügung als benötigt wurde, wodurch die Frachtraten eine mäßige Verwohlfcilung erfuhren. Der Vorfall hat allerdings nur lokale Bedeutung, immerhin entbehrt es nrcht des JnterrffeS rn einer Zeit, wo überall Transportmittel zu Waffer und za Lande fehlen, daß an einem Punkt der Erde ausreichender, nicht explortirrdarer Frachtraum vorhanden ist. Bon den europäischen Berichten rnteressieren vor allem dre Meldungen ans Rußland- UuS der ehcmal gen Bersorgungskammer der Welt, aus Süd- LomMvrL.->i.visko«to LLick-A.s. Zentrale Pressborg ° Filiale Wien, I., ",. “, ' 24-26 ° Telepiian 12358,18296,17408 Besorgnu? aller bankgeschäftl. Transaktionen. Ent« gegennahme yon Geldeinlagen. Ausgabe von Einlags> b Lebern. Uebcmahme yon Yörmögensvenvaltungen. Warenabteilung. j Export von Serienmöbeln n. landwirtschaftl. Gerlileit. a Import von deutschen Heizmaterialien etc.;o Menachem Mendel. Ei« Briefwechsel. Herausgegeben von Scholem-Alejchem. ÄuL dem Jüdischen übertragen von Siegfried S ch m i tz. Das dritte Bündel Briefe. «Millio^rer»." (Händler, Makler und, Spekulanten.) (17. Fortsetzung.) / 2. Brief. DHemc-Schetndrl aus Kasriliwk« an ihren Gatten Me« ' nach^ur Mendrl in Jehupez. Dem hochgeehrten, edlen und mächtigen Herrn, dem werfen Kenner der Thora, dem hochgelehrten Reh Menachem Mendel ehrfürchtigen Gruß. [ Erstens vermelde ich Dir, daß wir alle, Gott, sei dank, beim besten Wohlsein sind; gebe Gott uns, Pas gleiche von Dir zu hören fürderhin und nie Dchlimmeres. j Zweitens teile ich Dir mit, Dü Freude meines Gebens (oh, die Cholera und schlimmer Tod auf meine Feinde), Du Mörder, Du Tilus, Du Räuber; . Dü ' weißt, daß Deine Frau todkrank gelegen ist nach, der ^Reparatur", welch: mir der liebe Doktor angetan hat. ^Deinen Jehupezer Damen sei's gesagt!), und ich schleppe kaum meine Füße; und Deine Kinder, mit ihnen habe jüh Müh' -und Plage, mit Zähnen bald, bald mit dem Hals, bald mit dem Bauch — Dyphtherie und allerhand Krankheit und Unglück (aufs Haupt meiner Feinde). Und da schweigt der Mann so lange Zeit und schreibt keine Zeile?! Meiner Seel': Bist Du gestorben r~ schreib' es; lebst Du aber noch, so hast Du erst recht zu schreiben! Doch was nützt das Reden, wenn einer, l-erblendet ist! sgjte JaoI mim Mutter He möge lechen und gesund sein: „Eher wird ein Säufer nüchtern, als ein Narr vernünftig." Stell' Dir das vor:, Scheine- Scheindel, Baruch-Hersch-und Leah-Dwosfts Tochter hat einen Mann, der Makler ist! Doch es ist immer dasselbe Lied: Makler, sogar Bretzelverkäüfer oder Hündefänger — aber in Jehupez (die Erde möge es verschlingen)! Heute schreibst Du mir, daß Du einen Fünfziger^ verdient hast bei Deinem schönen -Geschäft und Du hoffst, so alle Tage einen Fünfziger zu erwischen. Mendel, nicht jchen/Montag ist Purim! Du glaubst, daß das das frühere Odessaer, „London" ist mit den „Papieren" und den „Liliputanern^ und all Deinen übrigen glücklichen Geschäften, .die mir noch bis heute im Magen liegen?' Du Narr, Du wirst Dir . stoch fünfzigmal die Augen aus dem Kopf kegeln, ehe Du ^erleben wirft, den zweiten Fünfziger zu sehen! Außerdem glaube ich im Grunde Überhaupt nicht an die Jehupezer gwßen Gewinne, welche i immer mit großen Glücksfällen-änfangen und zum'Schluß zu Wasser werden. Und was Du mir schreibst, daß Du fwh bist, Du seist nicht verrückt geworden, so sage ich Dir: aus Deinen Worten sehe ich das nicht; Du führst ganz sonderbar Reden! Dü fragst nach Rüben und ob es bei uns regnet. Was willst Du eigentlich: soll es im Sommer meterhoch Schnee geben? Und seit wann kümmert sich ein Mann um Rüben? Wo gibt es jetzt überhaupt Rüben? Bei uns kocht man jetzt Suppe aus Fleischbrühe oder aus Graupen, Rüben gibt es erst um die Sukkothzeit! Und toüS hast Du nach Käfern zu fragen? Kriechen die Käfer im Hirn? Käfer! Gar keine anderen Sorgen hast Du? Wir haben genug an unseren Wanzen, noch Käfer brauchen wir! Run frage ich Dich: In Jehupez - sitzt Du, in Zucker machst Du, Fünfziger sackst Du ein — jh&t; ie&tt M »Ws. M rmr Lühe». Leqeu und Käfer!? Du bist jetzt wohl ein Kenner in solchen Dingen geworden? Die Mutter, sie möge leben und gesund sein, sagt sehr richtig: „Ein Narr zerschlägt immer fremde Fenster, pie^die eigenen" . . . Höx' auf mich, Mendel: Laß' die Narrheiten und wenn Du noch etwas von dem Fünfziger hast, so pack' Dich zusammen und fahr' nach Hause; haMDu aber nichts mehr/ so will ich Dir Reisegeld schicken. Erinnert Dich, daran, daß Du eine Frau hast (bis hundertundzwänzig Jahre) und kleine Kinder, welche Tag um Tag Dich erwarten. Einmal müssen doch die Leute aufhö^en, mich in ihren Mäulern zu führen und einmas muß. doch mein Gesicht aufhören, in Scham zu erglühe«! So wünscht Dir viel Gutes und andauernd Glück Deine wahrhaft treue Frau Scheine-ScheindeL» Ja — warum fragst Du gar nicht, was es zuhausS Neues,,gibt? Es interessiert Dich wahrscheinlich nicht, daß meine Mutter die Verlobung meiner Schwester aufgehoben hat? Du glaubst wahrscheinlich, daß des Geldes wegen die Sache auseinander ist. Geld spielt da die kleinste Rolle; entstanden ist das dadurch, daß der Vater des Bräutigams zum letzten Sabbat hierwar/ Und die Mutter hat mit ihm ein kleines Wortgefecht gehabt. Sie hat ihm zu verstehen gegeben^ datz er von Bettelleuten abstammt, hat ein Sprichwort hingeworfen. daß man von einem Ochsen nichts anderes verlangen kann, als Ochseusleisch und so ähnliche Anzüglichkeiten. Und wie er wieder nach Hause gekornmen ist (der Teufel möge ihn holen), hat er den Verlobungs- Vertrag zurückgeschickt und so ist leider meine Ncchome zum dritten Mal nicht mehr Braut und wieder ei« Mödchen. , ßfeätaa kkU 'Sf