Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1920-02-06 · Heft 374 (6.2.1920) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 374 (6.2.1920)
Date
1920-02-06
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2979416-2979452--03303-2988917
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 874'.W^ Mas - . . Es wird ferner geplant,, die, Kronen und Rub-rl aus dem Verkehr zu ziehen. Zur Deckung der aus dem Verkehr gezogenen Kronen-' werden 5 Milliarden poln. Mark notwendig sein. ES, heißt, daß die österrei^hi'ch-ungari'cheft Zehntausendvnennoten nicht ein-- gelöst werden sollen. Sie werden als ausländische Zahlung" mittel anerkannt und, als solche behandelt werden. Bezüglich her durch den Staat, die Länder oder die Gemeinden vor dem Kriege oder in den ersten Kriegs-" jahren, in Kronen, Rubeln oder deutscher Mark aufgenommenen Anleihen, bestehen zwei Projekte- Es wird vorgeschl/gen, entweder 1. eine Tabelle anzulegen, aus der der Zeitpunkt der Darlehensaufnahme ersichtlich ist, und. di« Relation zur polnischen Mark nach der feinerzeitigeu Kaufkraft der Krone, des Rubels oder der deutschen Mark festzulegen oder 2 dia Relation nach dem Vargeldkurse am Tage de« Vereinheitlichung der Valuta zu regeln. Die Prämienanleihe. Den Verhandlungen der letzten Tage zufolge dürften ave Zeichnungen auf die Prämienanleihe zur Gänze zugetriit werden. Die Subskription auf die Anleihe soll eine e i. n» malige sein. Der subikribirrie Betrag sann zur H ä l f t e bar entrichtet werden,, die zweite Hälfte kann in Stücken der ersten Kriegsanleihe und in kurzfristigen Schatzscheinen der Übrigen Kriegsanleihen, die der dritten ausgenommen, erfolgen. Sie werden zum Nennbeträge an Zahlungstatt genommen. Die S m i f f i o n der Prämienanleihe erfolgt al pari, die Laufzeit beträgt 65 Jahre; während der ersten zehn Jahre werden die der den Verlosungen gezogenen Titres mit dem Treffer eingelöst, sit verbleiben .dem Besitzer zwecks späterer Rückzahlung. . Was die restlichen 55 Jahre betrifft, so erfolgt die Tilgung durch jährliche Verlosungen. Die Niete erhalt 20®/o Aufgeld. Die Verzinsung der Prämienanleihe beläuft sich aus 4*/«. Neben H a u p t« treffer« bis zur Höhe einer Million Kronen wird es noch «ne ganze Reche k l m n e t T r e f f e r geben. Der Erfolg der Anleihe — ein -solcher läßt sich btsber noch nicht abschätzen — würde eine nicht unerhebliche Entlastung der Staatsffnanzen zur Folge haben. Bon amtlicher Seite wird damit gerechnet, daß das botteriearlige (die Trefftrmöglichkeitt die Chancen eincS Er'olgeS begünstigt. Vom volkswirtschaftlichen Standpunkte kann alletdings dagegen gellend gemacht werden, daß die Verquickung einer Anleihe mit, den Reizmitteln von Treffern (die deutsche Anleihe hat zum Vorbild gedient) ungefähr das .letzte Lockmittel ist. Wenn zkdoch der Zweck dieses Mittel rechtfertigen sollte, so wird unserem ,Uin,erlen Staat dadurch ein wenn auch mäßiger Dienst erwiesen se«n. ___ , Die internationale Valutakonferenz. Das „B e r l i n e r T a g e b l a t t" meldet aus Brr«: «8 gilt als wahischemlich. daß auch Lloyd George und Bonar L a w an der Konferenz leilnchmrn werden,, die m dieser Woche zwischen Schablanzler Chamberiain und führenden Finanz« Männern der City staltffnden wird, um über die imer nationale Balmasrage nt beiattn. Nach dieser Konferenz soll dieAngckegenrt dem Kabinett unterbreitet werden. Dieses wird iodann einen u S i ch.» ß einietzen, der gemeinsam mit den giöß en Kreditinstituten Boischlägr zur V e r b e s j e r u n g der unhaltbaren Lage auf dem internationalen Geldmarkt mache» wird. „Einer Konferenz in London zwischen dem englischen Schahsekretär. dem Ministerpräsidenten und HandeiSnmüster wohnten der Arbeitervertreter Abgeordneter Thomas und der Vertreter der Arbettcroraanlsationen >m Parlamentsausschuß, Stuart Bunning. bei. Es ist das erste Mal. das; A r b e r t e r f ü h r e t zu Beratungen mit Negiernngsfachmännern in Fragen hoher Finarn brrangezogen worden sind. Dre englische Presse meint, daß dre Milwiiknng der Arbeitervertreter dre Ansicht v rstärkt, daß der fallende Wechselkurs durch Vergrößerung der Ausfuhr, besonders nach Amerika, gestützt werden dürste. .♦ ■ ' - ' r- ■ .• ' Der .Daily Mail" msolge prüft die von dem britischen Schatzkanzler cmbcrufene Banklerkonserenz drei Anregungen, die mr Bekämpfung des Tiefstandes des englischen Wechselkurses der Regierung gemacht winde. Der erste Bo,schlag betrifft die Festsetzung eines künstlichen Wechselkurses, woge g e n sich das britische Schatzamt aber ausspricht. Der zweite Vorschlag beinhaltet eine Garantieleistung der britischen Regierung fßr laimsristige Kred-te an' gewisie m'^rleürvväiscke Länder. Auch dieser Anregung steht die. britische Regierung ablehnend gegen Uder. In einem dritten Vorschlag-wird die Gewährung von Ävleihrn an gewisse europäische Lander beantragt, besonders an Oesterreich. Hierbei wird allerdings an eine Unterstützung Anlcrrkas gedacht. > Ettglattds HandelsauSfichte« fttt nahen Osten. De »Daily Mail" vom 24. Jänner berichtet über die außerordentlich günstigen Ansstchten Englands rm Handel mit dem naben Osten. Der Bevollmächtigte des Verbandes drittschrr Industrieller. Major Kennard, erklärt: „Vor dem Kriege wa» der englische Handel im nahen Osten gegenüber dem deu'fchm «nd österreichischen-im Sinken begriffen. Doch heute ist die Gelegenheit pünst'g, dir verloren geglaubte Stellung zurückzugewinnen. Die Griechen sind außer ordentlich rnglcmdfreundlich gesinnt und geneigt, alle englilchrn Erzeugnisse zu kanseu. In der Türkei gibt es sehr vrel Bargeld, aber auch Erzeugniffe. und es wurden jetzt dort sehr einträgliche Geschäfte gemacht. Die Auinabmöfähigkeit des nahen Ostens für Güter scheint geradezu unbegrenzt zu sein." ES wird ferner den englischen Kaufleuten geraten, die Wichtigkeit dieser neuen Auslandsmärkte im Auge zu behalten, ihre Agenteneventuell unter Mithilfe der englische« Handelskammer in Athen — sorgfältig auSmwämen und eine« franzö'isch sprechenden Vertreter auf mindestens em Jahr -munter zu schicken. Wirtschaftliche Nachrichte«. Der Londoner „Daily Chroniele" behauptet, daß daS Sinken deS Pfundes durch die Spekulation gefordert werde, und empfiehlt der bri'ifcken Regierung. dem Beispiel Belgiens zu folgen, das für ValutaspekulcMvn besonders strenge Strafen eingeführt hat. — DaS Finanzministerium in Belgrad veröffentlicht eine Verordnung betreffend die Einziehung der Kronennvten der Oesterrcichischungarischen Bank zu 20, 50. 100 und 1000 Kronen, die in Kronennoten und in Dinarnoten der Nationalbank des Staate- S. H. S. umgetauscht werden. Diese Verordnung gilt vorläufig nur für jene Gebiete des Königreiche-, wo vor dem Kriege die Krvve lein gesetzliches Zahlungsmittel bildete. — AuS Paris wird gemeldet: Dre britisch-französische Handels verein i« ß u n g hat beschlossen, in P a r i S binnen zwanz g Monaten em Ausstellung Sgebäude um vier Millionen Pfund zu bauen, das der M i t t e l p u n k t des Weltmarktes und der Hauptmsammenkunftsort der Käufer und Derkäuftr aller Länder werden soll. Der Bau wird im Mai in Angriff ge» nommm werde«. ErneWiederaufvahmederHandersdezrehnngen mit Rußland unmöglich? Kopenhagen, 4. Februar. Die.National Tidende* meldet aus Chrlstiania: »Morgenbladei" er>äbrt von gut unterrichteter Seite, daß die Wiederaufnahme der Handelsverbindungen mit Rußland zurzeit infolge der Haltung der Randstaaten RvrdrußlavdS und der Finnen gegenüber Sowietrußland unmöglich sei. Außerdem sei das rusfische Eisenbahnwesen vollkommen zerrüttet. Das Blatt erklärt ferner, aus äuter Quelle rmtterlen zu könnelr. daß die interessierten Krerse zunächst erne Sicherheit für ihre Guthabe« in Sow'ktrußland verlangen, die sich allein für Norwegen ans 100 Millionen Kronen belaufen und ebenso für die zu sendenden Waren. Norwegen, Schwede«, Dänemark, die Schweiz und Holland seien in diesem Punkte einrg und würden demnächst in Gens wegen dieser Frage zu einer Konferenz eusammentrrten. DaS Syndikat der deutschen Stahlwarenfabriken und die Ausfuhr nach Polen. Lodz, k. Februar. (Privat.» Laut Berichten, welche hiesig* Stahlwarensabrikanten erhalten haben, hat das neubearündet* Syndikat der deulkchcn Stahlwarrnfabnken beschlossen. Stahlwar en, welche nach Polen gehen, mit einem 500°/oi gen P r e i - a u s s ch l a g abzugebrn. Für die Ausfuhr von deutschen Stahlwarrn in andere Länder sind große Erlerchterungm m der Preisstelluna und den Auslandszuschlägen vorgesehen, welche jedoch für Pole» keine Geltung haben. - i . . Gründung einer neuen Holzausfuhrgefeklfchaft in Prag. Prag, 5. Februar. „Narodni 8>sty" erfährt, daß «ne neue HoizauSsuhraesellschaft mit einem Attlenkapitai von 50 Millionen Kronen gevilbet wird, die den Großteil des Holzexportsübernehmen soll. Das Unternehmen wrrd über Anregung des Ministeriums deS Aeußeru geg'ündet. das mit der Holzaus uhr, ähnlich wre mit dem Zucker, eine Kreditoperation erzielen will. Für die Aktien soll eine H ö ch st d i v r d e n d e v 0 » 8°/» verb ür g t werden,AuS derSuperdividmde wird das zu gründende Bankenko«so!t'«m zwei Fünftel, der Staat drer Fünftel erhalten. Dre Gesellschaft soll von staatSwegen ein Vorzugsrecht genießen. Filialen der amerikanisch-jüdische» tzandels- " bank in Pole«. Die bekannte jüdische Handelsbank in Amerika, America« Expreß Company, welche in allen großen Städten JL|Ä!jl8r Exvostturm besitzt, hat eine «g«r Drkegatio« ölen entiendet, um b 0 r t «nd eventuell i« L b r it‘ Osteuropa Fi 1 iale« zu gründen. Vor einige« ,st in Warschau ein Direktor der Handelsbank eingetroffem l,... beauftragt ist» in der Hauptstadt Polens die Zentralexpostt« Bank für Pole« zu «rganisterr«. Die Warschau« Stell« Handelsbank wird außer denHaudelSkrediten auch bt» dort'ge« jüdischen Fabrikanten finanziell e und eine ka ns technische Stütze bei d« Beschaffung von Rv stoffen an-Amerika gewähre«. Zu d»ese« Avecke sie eine eigene Abtulung für Sxpvrtund Import richte«. Fordernng nach brschlenuigto« Mtzda» Jentrale«. In den Räume» der nirderösterreichische« Haud^ und Gewerbekammer fand eine Enquete statt, welche die Fragen der b esseren Versorgung mit Leben-mitkelchj der eventuelle« Aushebung, beziehungsweise deS A h baue« d e r Z e n t r a l e n zum Gegenstand« hatte. Zu dies« Enqurw! waren sämtliche Genoffenschaite« und Vereine d« LebenSmlttü-! brauchen sowie dre Zentralen und daS Bolk-ernährnngSamt ria-t geladen. DaS Referat führte Kammerftkretär Dr. Z i r g l e r< Die von ein« Seile vertretene radikale Anschauung: sosortig«; Aushebung d« zentralen Bewirtschaftung, fand nicht' die Billigung der Mehrheit der Versammlung. Dagegew wurde nahem einmütig von allen Rednern rin b e s ch l e u n i^ t « r Abbauder Zentralen, welchen fallweise fachmännische Beirätt der einzelne« Lebensmittelbranchm zuzuziehen wären und welch«' gewiffermaßen für das Minimum d« Lebensmittelversorgung de» Bevölkerung noch fernerhin aufzukommen hätten, gefordert in der Werse, daß «ebm den Zentralen anch der legitimen Kaufmannschaft daS Recht erteilt wird, zu denselbm Preisen und trat« denselben Bedingungen wie die Zentrale« an d« LebenSmittck-. Versorgung teilzunehmen, wobei sich die Kaufmannschaft gern« ein« staatlichm Preiskontrolle unterwirft. Dadmch würde dem Schleichhandel, der diese Tätigkeit jetzt illegal trab fi Phantasiepreisen durchführt, der B 0 d e« r n tz - g t«. Ausländische Erzlieferunge« für die Dfchecho- Slowakei. Die Ententrkommrssion hat. wie datschechische Pre-»^ bureau aus Stettin meldet, für fünf Dampfer der Strttiuee Reederei Freisahrtsckeine zugelaffen, weil die Ladung« für tschecho-stowakrsche Eisenwerke bestimmt waren. Diese ffittf Dampfer haben zusammen 80.000 Tonnen Eisenerz, sind dorr emgetroffm uud werden alsbald in Kähne gelöscht, die die Ladung nach Poien brrnge«, von wo sie per Bah« in ihre» Bestimmungsort befördert w;rd. Ständiges Metzaebaude in Bafel. Die schweizerische Regierung hat emcn Gesetzentwurf über die Organisation ein« Mustermcsie m Basel unterbreitet. Die für daS ständige Mest-' aebäude erforderliche Bausumme von 10 bis 12 Millionen FrüNÄ soll durch Obligatronrn aufgebracht werden. Steigende Getreideausfuhr aus Australien. Dag internatronale Landbauiristriut in Rom teilt mit, daß irr Australien ein Erpvrt von Getreide in Höhe von 20 Millionen Meterzentn« für daS Jahr 1920 erwartet wird. Diese Ziffer stellt dm Durchschnlttöbeirag der fünf Krregsjahre dar. Innsbrucker Warenbörse. InnSbruk» 5. Februar. An der heutigen Warkubörse waren angeboren: Garne, Sardinen. Fkerschkovserven, Kastanie«, Holz- und Perlmutter knöpfe, italienischer Hank, Kerzen, Tafelglas, Lastauto-, Damptmaschinen, Blelstrfte und Flachersen. Nachfrage bestand nach Fellen.- Orlen, Hülseusrüchten, Ersenbahnschwcllen, Betonelsrn und Zement. Prager Börse. Prag» S. Februar. (Effettmbörse.) Die Tendmz war heute fest. Es schlaffen (Geldkurse): 4'/, FreibeitSanleihe 97.—, 4V,%; mähr. Landesaulcrhe 1911 102.-, drckelde 5«/e 107.25, ft#/o Anl. der Stadt Prag 103.—, 4'/,°/o Anl. der Stadt Pilsen 98.—, 4"/, Schuldscheine der Zivnostenska Banka 97.—, dieselben 4'/.*/. 103.—, 4°/e Prioritäten der Buschtehrader Eiseubah» 97.50. Üng. Drämlenanl. 100 fl. 8V0.—, 4% Theiß-AegF Lose 180.—, Prämrevanl. der uug. Hypochekenbam 1884 150.—, S°/y serb. Prämienanl. 340.—, Oesterr. Kreditanstalt 100 st. 350.—, Türkmlose 97S.—. — Bankaktien: Bohemmbank 840.—« Ceska Banka 665.—, Böbm. Unionbank 645.—, Böhm. Eskomptebank 657.—, Böhmische Jndustrialbank 730.—, Landwirtschaftliche Kreditbank 1060.—, Mähr. Agrar- und Jndustriolbank 1015.—, Mahr. Eskomptebank 658.—, Dodenbank 888.—, Prager Kreditbank 1140.—, Rosenberg« Kreditbank 590,—, Zivnostenska Banka 625.50, Böbm. Agrarbank 800.—, Bank sü» Bauunterukhmungm 670.—, Mahr.-schkes. Bank 830.—. — Industrie-Aktien: Koliner 5kunstdüng« 8735.—, Kolin« Kaffresurrogate lit. A 4910.—, Böhm. Aktienbranrr« BudweiS 3280.—, Podoler Zement 945.—, Böhm. Zuckerindnstrü Menachem Mendel. Ein Briefwechsel. HerauSgrgrben von Scholem-Akekchem. AuS htm Jüdischen übertragen von Stegfried Schmitz. DaS zweite Bündel Briest. „Papiere". (Dre Börse in Jrhupez.) (16. Fortsetzung^ .12. Brief. Schritt.-Sch tndel aus KaS il wkran ihre» Satt« Menach m Mendel in J'huprz. Erstens vermelde ich Dir, daß wir alle, Gott sei dank, beim besten Wohlsein sind; gebe Gott unS, das gleiche von Dir zu hören fürderhin und nichts Schlimmeres. Zweitens teile ich Dir v if, m.in teurer Gemahl, daß ich Dir eigentlich viel schreiben sollte. Doch es geht nicht; es fehlt mir schon an Stoff. Was wird denn schon herauskommen, wenn ich Dich mit diesem Brief — Gott behüte — lebendig begrabe? Wird es mir denn helfen? Ich bin doch nicht Blime-Zlate, welche eine Vorliebe da^zu hat, „den Mann zu fressen"; ich werde Dich nicht fressen; ich sage Dir kein böses Wort; meine Zunge soll sich nicht rühren, nur eures möchte ich Dich' fragen und.-7der Teufel hole alle meiüa Feinde! Sag', Mendel: Habe ich Dir nicht vorausgesagt, haß dies das Ende sein wird? Habe ich Dir nicht die ganze Zeit geschrieben: „Flieh'" — Hab' ich gesagt — „flieh', Mendel, wie vor dem Feuer! Wozu brauchst Du Dich" — Hab' ich gesagt — „mit Fetzen Papier aLzugeLen^ Wie sagt die Mutter: „Sitz' zuhause, da zerreißt Du keine Stiefel." Der Mann aber hat nicht auf mich gehört. Er hat sich in Jehupez verliebt! Er ist das Opferlamm der feinen Leute dort — das Opfer mögen sie fein und gar bald, für Dich und für mich und für uns alle und für ganz Israel, baß ich nicht bei ihnen um ein Darlehen betteln muß! Wie sagt die Mutter, sie soll leben: „Besser eine Bitte tun bei sich als beim besten Menschen .. Und Du, Mendel, Du weißt doch sicher, was in den heiligen Büchern geschrieben steht: „M t Schreien kommt der Mensch zur Welt, mit Schreien stirbt er." Was für Dummheiten redest Du zusammen? Alles kommt von Gott; Du siehst ja, wie der Herr der Welt mit Dir verfährt. Du sollst keine Gelüste tragen nach Goldvög^ein in Jehupez! Ein Jude muß sich Plagen, bis er schwarz wird, und seinem Weibe Brot geben! Da ist Nehemia, gewiß ein anständiger junger Mensch und ein Gelehrter (so will ich leben und gesund sein!). Und da schau' zu. wie er sich zerreißt; er fährt auf alle Jahrmärkte, geht auch zu Fuß, wrnn's nötig ist, kriecht er unter der Erde und schindet sich wie ein Esel! Mag sein, daß «S ihm auch gefiele, mit dem Stocke /ich in Jehupez herumzutreihen, keinen Finger zu rühren, wie Du, auch Mit Fetzen zu handeln, tote Du, auch Schlittenpartien nach BobriSk zu machen und auch den Jehupezer Damen bei dem vornehmen Spiel „Rafchi-Wafchi" znzufehen. er hat aber ein ehelich Weib, sie heißt Blime-Zlate. Und wenn Blime-Zlate ihren Nehemia nur anschaut, verschlagt es ihm schon die Rede: er versteht, jeden Wink von ihr. Und Gott sollte es ihm einfallen bissen, daß er zum Beispiel von Jarmelinetz zurückkommt, ohne ihr einen Mantel mitgebracht zu haben oder eine» Hut oder einen Sonnenschirm (und Leid und Allerhand Plagen in ihr Herz, lieber Gott!). Was glaubst Du, was wäre dann? Sie begnügt sich auch wie ich damit, daß Du mir jedesmal schreibst: Morgen kaufst Du mir das, bald kaufst Du mir jenes — und bis es dazu kommt — ist alles beim Teufel! Du glaubst vielleicht, daß ich um Deine Gescherrke stehe? Ich brauche sie zum Kcennreiben, alle Deine Broschen und Brillanten! Nur erleben möchte ich schon, Dich einmal zu sehen (zu guter Stunde)! Ich glaube schon gar nicht mehr, daß Du lebst! Heute nachts ist mir im Traume die Großmutter Sejdel erschienen, sje-ruhi'! in Frieden, genau so, wie bei ihren Lebzei!»r, gar nicht verändert. So möchte ich auch schon erleben, Dich zu sehen (in guter Stünde)- und das je eher desto besser. Das wünscht Dir zu Glück und Segen heute und fürderhin Deine wahrhaft treue Frau Scheine-Sche'> Ende des »weiten Büftdels Britie.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.