Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 368 (30.1.1920)
- Date
- 1920-01-30
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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?tr;r368f .Men» Freltä- Wiener MorgenZefty«- 3Y.I8nner 182#" «wiMaNMwjM wti ^.belstandeZ, wobei noch zu erwähnen ist, daß hie l^ledigung dieser Eingaben auch eine arge Belastung oeS ganzen Steuerapparates bedeutet. D'« Ungewißheit und die großen Mühen, die mit einem solchen Tchritt« verbunden sind, bedeirten «auch eine arge Unann e y m l ich 11 i t für die Bevölkerung. Me diese Erwägungen machen es begreiflich, wenn sich in Parlamentarischen Krisen ein star.er Widerstand gegen sie Absichten der Finanzverwaltung geltend macht und sich die Meinung durchringt, daß das Jahr 1920 noch als Uebergangsjahr gelten soll, in ivelchem die Ab« Änderung der BerantagungSmoialitäten bei der Per. sonaleinlonttnen- und Rentensteuer noch nicht - durchgeführt werden soll. DaS NachLragsklhereknstymmen ztmt jugoslawischen Kompenßattonsvertrafi. Nach langwierigen Verhandlungen ist am 19. d. M. £0» Nach trags übe rein kommen zum jugoslawi^- kchen Kompensationsverträge vom 1. September 1919 von dev jugoslawischen Negierung genehmigt worden. W tritt mit diesem Tage in Kraft. Seine Bestimmungen gelten der Aufhebung der paritätischen Behände tung der beiden K r o n « n w ä h r u n g e n. Die laufenden Verrechnungen erfolgen ab 19. Jänner 1920 in Oesterreich in de nt sch öfteres ich ischon Kronen, in Jugoslawien in S. H. S.« Krdnen. Die Umrechnung 'erfolgt zum Durchschnittskurfe zwischen Geld und Ware der letzten, den EinzshlirnzstLge vorangehenden Notierung für österreichisch« Kronen an der Belgrader Börse. Jm Nachtragrühereinlommen ist eine Bestimmung Mer M Lckgnidietung dM juMlawischen K-ompenöotroMertvagsS vom 22. Marz 19^.9 enthaltM. Aus sind' nvch rüÄstLnH'iM jugoslawische tt 'ltnL ie'febutt ge n für OestßWiE^M^ ^warten, Würben gemäß der jugoslawischen Zollverordmmg v'ym 9. September 1919 «MM MsfuhrzoN unter!- Kegen. Nach den neuen Bestimmungen wird '«hoch festgefeht, dtzß Me Waren, für welche auf Grund oeS DompSnsationsvertrages vom-22. März 1919 dis Einzcihlungen bis 10. September 1919 geleistet wurden, Mm Ausfuhrzoll befreit sind. , In dem N ach tra g s übe re in tom ui« u erhält Oester-- ee-ch außerdem für dir aus Jugoslawien einznsührenleu Avhstsfftz feste Kontingente zugesichert. Die vereinbarten Preise für die von Qesterre'.ch zur Lieferung Übernommenen Quantitäten von Salz und Zttno- Höschen wurden erhöht. des P etrolsumtransyortes in Polen. v. Lvarfcha«, 29. Jänner. D'rfrr Tage fanden hier zwei statt, m honen ein Projekt der R «f v r m d o S v e t r o ic« nt t r « nSp orte§ ausgearbeitet wmde. Ebl r n e r g e n r S T r a n s v o r \ f o m i 1t e emgesetzt w dem fünf VeUreier der Nodölindusirn, drei dch staat- ^!nik Naphihaanltes sowie je ein Vertreter der Mimstrncn der > t', rb-ihne» des Handkls, der Apprdvtsivnmnng und der Wztmrn Eisenbahndtreknonen angeyören werben. Mirtschaftörrachrichten ans Paläftinq. ' AustJnterventwn des Präsidiums der Jerusalemer ö a n d vi.§ k a putt e x wird von.jetzt ab bet Berechnung des sager-Ixn seS m der J e rnf alt wer Bahnrar, neben dem Gomilag auch -der SamStag nickt emlmchn"t^yirdrn. — AM Veranlassung der AdmrnlMätlvn der ickkälsckien Tagesniturig „§> a a r e ywerden d'k Agenturen ffiiJrt S und R e u rer Filialen in. Palästina eröffnen. Die rnfstsche RohöNndustM« AriS W arsckan w»rd unS blicktet: Der Bericht de« WMckan U r a l Cal p i a n über die Jabn 191V und 1818 ‘4>tM zum November 1918) enthält interessante Daten über den ^egenwär 11 0 tu Stand der r u Nischen R o h° 8 i rn dustrre.Dle GesellickastUral Caspian arbeitete in den Bcrichlkjahren m'n Verlust. Im Jabre 19t 7 betrug der ■Butttti 29.650 Dollar, ,m Jabre 1913 5198 Dollar. Die Ä a f f i tt? r i 11( der GesrÜfchast wurden unlängU gezwungen, m die Armee Kolrlchak Gazolin zu erzeugen. Gegenwärtig lregt in allen Betrieben der Gesellschaft mangels aller Materialien und Arbeitskt äkte j e g l i ch e Arbeit brach. ^«vorstehende Wiederaufnahme nnferer Handelsbeziehungen zu den AdriahLfen. Aom,29.Immer.Dir Tr i ester Handelskammer hat dlt G r a z r r und die W i e n e r H a n d e l S k a n, m e r ringelodw, in sofortige Verhandlungen wegen Wiederanfnahme der HmdelSbeziehungen zu den A d r i a h ä f e n rinzutreten. Wirtschaftliche Nachrichten. Der r « m 8 n i f ch e n Kamm« wurde der Bericht der ffinantkommission vorgelegt, der folgende Date« aulweck: Im Budgetjahre 1919/20 sind M 1. Dczember 1919 610 Millionen Lei, somit monatlich durchschnittlich 67'/, Millionen Lei eingelausen. Während drSsrlben IeitabschnriteS machi-n die Staatsausgaben 2«0y Millionen Ln aus, das sind durchfchnMch monatlich 326 V» Mill'onen Lei. Das M o n a t s d e f i z i t beträgt demnach 258 Millionen Lei, d a S g e s a m t e D e f i zit etwa zwei Milliarden Lei. — An der Londoner Börse stieg die deutsche M a r t blS 300 Mark für dag Mund Sterling. Gold und Silber «zielten neuere Rekorde. Gold stieg auf NO'/, Schilling, Silbe« auf 81 Pence. Die „Deutsche Allgermine Zeitung* veröffentlicht eine Meldung deö „Nieuwm Rotlerdamschm Courant*, wonach Deutschland mit Dänemark und Schweden wegen ernes Kreditabkommens in Unt-rhandlunam getreten sei, das dem mit dm Niederlanden abgelchlosi mn ähnlich fein lall. — Aus B e r l r n w,rd gemeldet : Jwolge Elböhung der Bezüge für die Beamten und A'beiter und der Steigerung der Materialprrrs« tritt ab 1. Mär- 192O eine allgemeine E r d ö h u n g d« G ü t e«t a r i f e um iE» n«. Auch die Erhöhung der P e r s o n«n t a r i f e rst grundsätzlich beschlosien worden^ — Der Berliner Dörsenvovsiand' hat beschloffen, vre Börse am Samstag den 31. d. M.. ferner am DienZlag den S., am Donnerskag den 5. und am Samstag den?. Februar ausfallen m lassen. — Die Prag« ^Tribuna" «fährt, daß die Regierung noch für d e gegenwärttge Nationalversammlung einen Gesetztntwm's betreffend die E r r r ch t u n cr e, n e r Zettel* b« n k vor bereite, für die dr« Vorm rrurr Aktienbank vorgeshew sei. Jmmerbm solle dir Bank Nicht dauernd, sondern nur vorübergehend den Charakter einer Aktienbank tragen; sobald sich eine Stabilisierung in der Siaatsbilanz und ein Gleichgewicht rm ordemlichen Staatsbudget erzielen lasse, solle vielleicht noch m diesem Jahre znr A k 11 v i e r n n g d e r S t a a 1 S d a nk gofchrikten werden. — 8» ihr« kürzlich gebrachten IniorMarion über hie geplante Beschlagnahme von drer Vierteln deS E x p o r t gewinnedurch den Staat teilt dre gleiche Leitung mit. daß das JlnanzmiNistrr'Um eine Abänderung der ursprünglichen Faffuug beabsichtige ,n dem Sinne, daß der über den festgesetzten Mtnimalpre,S erzielte Gewinn in seiner G ä n g < dem E x v o r t e« r znjollen würde. Das Blatt meldet wnktrs, daß die D e v r s e n z e n r r a l e wahrschtinlich schon am 15. Februar ihre Agenden dem Bankamt des Finanz mruistrrivmS Übergeden werde. , < Kre-ite Amerikas für Snropa. Paris, 29. Järmer. Obwohl die amrnlanischen Blätter- Meldungen die Wahrscheinlichkeit in Aussicht stellen, daß das amntkansiche Abgeordnetenhaus den Kredit von 160 Millionen Dollar für die Ernährung. MtMUvpaL -enrhmigen wird, sinden in P a r i s tatsächlich Beratungen zwischen brrülche» nnd amnikan,scheu Vertretern der beiden Schatzämter zur Feststellung der Out t c statt; welche hie v e r s ch i e d e n e n S t aaten « u S d i e s«m D a r l e h r n r t hsltr« sollen, wmn der Kredit btzw'lligt wird und die allgnnemr Regelnng zustande kommt. Es steht fest, daß England derüts 7v.00tt Tonne» Nahrungsmittel abgefendtt hat. Gleichzeitig. sinh Borbereitungen getroffen, um das Getreide nnd, die anderen Nahrungsmittel, die Ammta liefern wird, schleunigst nach Europa z« befördern. Das Sinken -es englische« Pfundes. Berlin. 29.. Jänner. DaZ „Berliner Tageblattmeldet aus dem Haag : Infolge deweiteren FgllenS des Pfundes rst Gold rn London um S Sch.llrng auf 116 Schilling 6 Peuce für die Unze fein gestiegen. Die »Times" drängt infolge dt» dauernden FallenS des Pfundes ani gemeinsame Maßregeln in Europa nnd weist darauf hin. daß dre belgische Regierung erwäge., den Devisenmarkt unter ihre Kontrolle zu stellen. Es würde erber nicht genügen, «mm bcstrmmtrn Kurs anzuützen, sondern cS müsse dann auch eine scharfe Kontrolle über unnötige Ein- oder sckädliche und AuSluhr Platz greisen. Das Blatt Haltes ferner für möglich, dre stiekulatmrn Umsätze m Devisen über all zu beschränken. Bnlntrnlrurse. Im «estrigen freien Verkehr wmdm «Ws äesetzt: L e i n v t e n tu K b.ttr, Markuotere A K.HY^ R u b e l n o t e n L 3.10, L i r r kl 21SY. Dollar und tschecho-slowakifchrNotrubl 3.6ö. Altelsenpreise. Infolge der geringen Kohlen» «nd KoNankreferungen und der dadurch bedingten geminderten Noherftw» errmgung zeigt sich in Oeste, reich auch bei jenen Werken, de» bisher Alteisen 'rnä:t verarbeitet habe», ein gegensiker dem Fri«ensbedarf wesentlich gütt'g«irr Bedarf an Schrott, Dir Ablreservnaen an Alteisen sellrns der Abgrber sind leid« gegenG« de» Erwartungen und dem Bedarfe stark znrückgebüeden D« A. W. A. bat ln seiner lehterr Sitzung eine beträchttich« Erdöhvng d« d»Sh« sixiertr» Marimaltrnkanfsvreise in der Erwartung vorgmommw. daß hierauf eine wesentlich stärkere Ablittermtz der Vorräte «m die Werke Platz greifen werde. Sollten sich diese Erwattunse» nicht erfüllen, so wübdie Notlage der Ve'ke die Behörde dazu zwingen, vou d ' drn Bcrordnuugen vorgesehenen Mschd» Mitteln Gedr ' D«trersi.i mfchnft Orfterreichs »tt» Franstreich» an Bamqrrr AnLstankque. Dekanuttich hatte sich d« Direktor deS Wiener BankvrremrS Dr. Adler nach Paris begeben. Die dortigen Verhandlungen .hatten die W t e h e r- Herstellung des vor dem Kriege bestandenen gemeinfckastkichrn Berchättniffes der an der BanqueBalkamgue intti rfsierten W r r u e r und B n d a v e st e r B a » k r v emersrrtS und der U n i v n P a r i f i e n « e «ndernfetts m Folae. Der Aktienbestl? derder Gnwpen soll ans die q k e r ch e Höhe get rackt werden. In der wahrscheinlich im Februar stattsirdcndcn Gmeralversammlimg soll die Wahl mehrerer Franzosen in die Berwaltung der obigen Bank staitfiudeu, Ein Bulgare dürfte zum Präsidrntm L:stmrwit werden. Dl« Bezüge de» Gsrrver»««» de« öfter«ichisch« »ttgaeifche« BO»K. Wre wir erfahre». tz»t der General» r a t d e r Oester« e i ch i s ck -A » k a t ische» Bank anläßlich der Neub-letzung deS G o n v e r n e u r p o st e stß dem neugewählten Gouverneur Spjtzmüller die Jayrrdbezüge VW L 40.060 aut K 140.000 vtWfc- , Apsgleich«. Bsw Landesgerichte Wien wurde daS Ausglkichsoersahrrn über das Vermögen tzeS Hermann Zwirn, m» wesener Ratenhändler m Wien. XX.. Treustraße t6, eing.leitet. AusgleichSkommifsär: Dr. Anton Lhwoika : Ansgleichsverwult«: Friedrich Grlinlmt, lU., Äadetztusiraße 87. Aorurldesiifl 2. März, AusgliickSiagfavuNp 10. März, lt Uhr. Bo» Landesgerichte Men wurde das NuSgleichsverfahre» über das Vermögen der HandelSftau Berw Schächter» Wien. X., Leibnltzgaffe Nr. 1, eingelejtet. Aurüleickskommkffar' Dr. Ludwig Laub. AuLtzleichSverrvatter: Friedrich Popper. Wern. 1.. Rudolfsplatz Nr. 10. Anmeldefrist 30. Februar, AuSgleichK« tagfatzung 27« Februar, U Uhr. — Bsm Landesgenchtt Wien.wurde das AusgleichSverfahren über das BermSgen deS Ratenhsindlers K a 1 r e l O a f i e r und der P'e v p e S a f \ t Xt Private m Wien, XX., Mathttdenplatz Nr, S. eingeleitet. AuSgleickSkommiffär r Dr. Lridw'g L«uo. Ausgleicksverwaltcr Felix Breuer« Wien. 1.. Ganzagagäste Nr. 10. Anmeldefnst 20. Februar. ' ArrsgleichStagsatzung 27. Fedrqrr, »/.U Uhr. GeschüfLsanfsicht. Vom Wiener Handelsgerichte wwckk die bei vcr Fiema Oesterreickifche Kunststeinnnd G r a n r t w e r k e Gesellschaft m. b. H. in Wien. IX» Spittelanerplatz Nr. 7, angeordnete GeschastSaussicht auf eigene» Anfraa anfgehoben. ___ JvttsdenÄer WÄreridSrse. JKNSbvnich, 89. Jänner. An der heutigen Börir waren ang-:'or>trn: Garne, Rohmoliuo, Pflunzeniett, Schweinefett. Gewürz, Rosinen, Parafsin. Kastanien. Zwickel, Schokolade, Streifenglas. Träger, Betoneisrn, Glühlampen nnd Wenwaren. Nachfrage bestand nach Leinwand. Chiffon, Zephir, Eifengarr, Dchuhkltzen und Toikettefette. Prager Börse. P««s, 29. Jänner. lEffektenbörle ) Die heutige Bö. s. u.chm einen allgemein ruhigen Verlauf. Es schloffen (Geldkurse): Freihertsanlelhe 96.35, 4‘/»% mähr. LandeSanlerhe 1911 ICO.—, dieselbe 5*/e 106.-—, 5°/0 Anleihe der Stadt Prag 103.--, 4*/A Anleihe der Stadl Pilsen 97.50, 4% Schuldscheine der Zrvnosterrska Banka 97.—, dresclben ilh*L 103,—, 4*/0 Prioritäten btt Bufcktchrader Eisenbahn 93.'-. Ung. Prämienanl. Ilrv st. 800.—, 4*11 Tbeiß-Rtg - Lose 190.—. Prämienanl. der vng. Htzpothetenbank 1834 150.—-, 3% serb Prämienanl. 865.—, Oestecr. Kreditanstalt 100 st. 35V.—, Türkenlofe 8S0.—. — Bankaktien: Boh«m«abank S Ä.—. CeSka Banka 640.—, Bävm. Unionbank 641.'—» Böhrn Eskomptedank 660.—, Böhmische Jndnsirialbänk 725.—, Land» wirrschasiliche Kreditbank 1060.—, Möhr. Agrar, and Industrial bank 910.—, Mähr. Eskomptedank 670.—, Bodenbank 694.—, Prager Kreditbank H5a—, Rosenberger Kreditbank 689.—, Zwnostensla Banka 629.—. Böhm. Agrarbank 796.-, Bank für Menachem Mendel. E!n Briefwechsel. HeiüUSgcgeben von Scholem-Alejchem. sthS b'nn Ä ü d t f ch e n übertragen von Siegfried S ch m i tz. DaS zweite Bündel Briest. „l'.Wfu'V (D»e Börse in Jehickez) <10, Fottsttzuni... 5. Brief. Meuach.'m Mendal ans Jehupcz an seine Fran « -Sch i d-l in KaSriliwke. Der teure», edlen, tugendhaften und klugen Ehefrau Sche'.n^-Scheindel meinen Gruß! Zum ersten sei Dir kundgetan, daß ich — dank Seinem lieben Namen! — gesund bin und mein Le)en das des Friedens; der Herr, gelobt, sei er. möge helferr, baß eines vom anderen nur Gutes höre in guter Botjchaft zu Trost und Hei! — Amen. Z u m z w e i t e n Misse: Ich verlege mich schon auf Warschau. Jetzt willst Du mich gewiß schon fragen, was ich mit Warschau zu tun habe, wo ich doch in Zehupez sitze und mit Petersburg in Geschäftsverbindung bin? Dü brauchst gar keine Sorge haben: ULarschau ist auch eine Stadt! Wiarschan hat auch Papiere und gar was für Papiei'e! Mit Warschau haben Spiegulanten ihr Glück gewacht! Warschau ' ist nicht Petersburg; Warschau mirI Dir nur so die Hunderte^ m den Schoß! Warschau hat gerade diese Woche einen Slulailf genommen und läßt „Liliput" von 1300 aus 2000 steigen! Ich frage Dich also: kann man, da still ützcn, ohne so ein Papier zu kaufen? Oder zum. Bei-- spiel „Wagen"; noch vor kurzem, so vor drei Wochen, sind sie. auf 1400 gestanden. Wie hoch — glaubst Du — stehen sie jetzt? 2000! Nnd baS ohne Coupon! Ein Selbstmörder — sage ich — ist doch der, welcher keim „Wagen" kauft! Ueberdies hat Warschau noch einen Vorzug:. es erfordert kein Geld; t?> will gar nichts von einem „Depott^ wissen! Brauchst Du vielleicht „Liliput" oder „Wagen"? Zah? ein paar hundert Rubel Angabe nach dem heuttgm Kurs und Du hast eine „Promesse" auf „Ultimo": in unserer Sprache heißt das „Ro.sch-chajsdefch"; dann hast Du die Wahl: die Papiere zu nehmen oder nicht. Doch wer läßt Dich bis Msch-chojdesch warten? Dazu hat doch Gott die Makler in die Welt gesetzt, daß sie einen nicht ruhig .durch die Gasse gehen lassen: „Haben Sie vielleicht j .Liliput'?" „Haben Sie vielleicht Magen'?" Sie reden so lange in Dich hinein, bis es ihnen gelingt, Dir etwas „drauf" zu geben imd Dir Deine Papiere Lusrusoppen. Erst gestern haben sich zwei Odessaer Maller an mich angehängt; sie hatten sich'S in den' Kopf gesetzt, daß ich ihnen meine „Liliput" und meine „Wagen" alte auf einmal abgeben soll. Ra — sie sind an den Richtigen geraten, um Ware auszufoppen! „Liebe Freunde", sage ich ihnen, „ich habe nicht ein Stück, wahrhaftig, so rein will.ich von aller Schuld s-eins" Kurz und gut. ich habe mit ihnen so lange gekämpft, bis sie. mir doch meine fünf, „Liliput" und fünf „Wagen^ Msgeschwinbelt haben. Wie wär' es 'attdord '.Hg'chr-est? $ri| habe sie aber auch gut hineingelegte Ich HM mich'sofort „gedeckt", einen kräftigen „Schmiß" gemacht und hoffe zu, Gott, daß ich, so Gott will, einen fetten-Gewinn haben werde. Denn in der letzten Zeit geht es mir, unberufen, so: -was ich heute kaufe, wird morgen teure«! Alle sauen, datz ich ein Glückspilz bin. Wenn Gott hilft und der „Ultimo" in Marschau glatt «bläust, dann wird mein ganzes „Portefeuille" frei. Dannn lvitt ich nrit einem anderen Börsen", korrtor in Verbindung treten; denn in dem Kontor, mit welchem ich jetzt arbeite, sind, unberufen, so viel Jud-rn, daß es einem schier schwindlig wird. Diese Woche hat es sogar einen argm Skandal gegeben: es war schon nahe am Ohrfeigen, das heißt, einer von uns hat ein« Ohrfeige gekriegt... Da ich jedoch keine Zeit Hab«, fasse ich mich kurz. So Gott will, werde ich Di« im nächsten Brief alles ausführlich berichten. Jetzt gebs Gott nur Gesundheit und Glück- Grüß' alle sehr ler.lich^ jeden er! von Deinem Gemahl Menc.ch.:.. R ch tig, das Wichtigste! Was Du mir wegen Berl, Vetter Menasches Sohn, schreibst, erscheint mi» sehr wahrscheinlich: denn bei den Geschäften, die Ihr dort in Kasriliwke macht, kann ein Kaufmann auf keine andere Weise vorwärtskommen. Siehst Du: bei uns itt Jrhupez kann sy etwas gar nicht vorkmmen. Erstens geht es hier, unberufen, jedem Einzelnen, sehr gut; und zweitens: bricht schon — Gott behüte —" wirklich ein Brand ans. so wird er auf ganz andere Mi,e gelö ch'; bei iahe noch, eh: es anfängi zu bvrnnen, rennt schon die Feuertoehr mit den Messingtöpfen auf dem Kopf; die Leute springen ins Feuer und spritzen aus d^-'n Schläuchen wie toll. Du hättest eine Freude, wenn D-: D ' in Jehupez einen Brand ansahest! ,, Der Obige. (Fortsetzung folgt.)