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Wiener Morgenzeitung · 1920-01-29 · Heft 367 (29.1.1920) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 367 (29.1.1920)
Date
1920-01-29
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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M Men. Donnerstag Wiener Motgenzettunst LS. Jänner l92ck ^ette § Bühne und Kunst. vrckefterkonzert. Erich' Wolfgang Korngold brachte im dritten Orchester konzert der Konzertdirektion Heller eine neue symphonische Ouvertüre unter.starken Widerständen zur Uraufführung; unter Widerständen, die teils im Orchester, teils im Publikum lagen. Die Musiker fühlten sich durch die ihnen noch problematisch erscheinende Persönlich "eit des jungen Komponisten nicht angecisert, die tückischen Schwierigkeiten dieser Komposition mit der erforderlichen Begeisterung zu ülerwinden. So er-- schwn. das vielfältig verstrickte Tongewebe stellenweise als ein unentwirrbarer Knäuel von angedeuteer, aber lange nicht plastisch genug herausgearbeiteten Stimmen. Magrem, daß Korngvld nicht der rechte Mann ist, um ein Orchester zu begeistern. Jedenfalls war es zum großen Teil an der Aufführung gelegen, wenn.das Werk dem Publikum nicht behagen wollte. Sein Titel „Sursum eorda!" („Empor die Herzen!") läßt ein dichterisches Programm vermuten, das der. Ouvertüre zugrundeliegt. Soll es ein Aufruf zur inneren Befreiung von der schweren Not der Zeit sein? Das Programm schweigt darüber. Der Bau des Tonstückes läßt aber dergleichen vermuten. Ein festlich beschwingtes Thema führt sich zunächst ein, um bald düsteren Stimmungen zu weichen. Aus niederstürzenden Holzbläserfiguren und schäumenden Harsengangen erhebt sich Ne)- klagender Gesang der Sireicher. Eine große Steigerung mündet in der Wiederkehr des Hauptthemas, das eine scharf akzentuierte, von dramatischem Atem" getragene Sprache führt. Der versöhnende Ab^e'äng, an dem sich die ^Sologeige beteiligt, bereitet den Abschluß vor. Die eminente Orchestertechnik des jungen: Kory-- gvld scheint keiner weiteren Steuerung mehr fähig zu kein. Wünschenswert wäre hier Klärung und Sichtung, Reduzierung her verwendeten Mitte', die einem oft übertriebenen Pathos der Diktion entsprechen. Ein abschließendes Urteil über das Wcrk muß ei esorgfältiger dorbereiteten Aufführung Vorbehalten bleilen. Parteigänger uiw Widersacher kämpften nach diesem.Stücke lange mit Klatschen und Zischen um den Sieg/ Es. schien sich aber bei dem unangebrachten Eifer leider Teile mehr um persönliche Anhängerschaft und Antiyathien zu handeln, als um objektive Urteile. Schweigen wäre eher >am Platze gewesen. Einmütig klang der. Verfall nach den drei kleinen Zwischenspielen zu - „Viel Lärmen um Nichts". Korngold hat hier eine Art von monströser Salornnusik (Klavier und Blechbläser bilden ungewohnte Kombinationen) geschrieben, die sich' aber |it parodistischen Zwecken ausgezeichnet eigne:. Besonders ein englischer Matrosentanz machte. gute Wirkung. Das reichhaltige ' Programm des Abends zeigte Korngold, der trotz seiner Jugend einen etwas rpoplektischen Eindruck macht, als klugen, wenn, auch stellenweise fahrigen Dirigenten. Tie Schlußnumyrer rus seiner erfolgreichen „Violanta" fand.den. stärksten Beifall. Dr. K. M. Neve Wiener BNme. Als Gerhart Hauptmanns Traumdichtung »H'anneles Himmelfahrt" vor nunmehr.siebenandzwanzig Jahren im Wiener Burgtheater seine <Erstruffüh.rung erlebte, da fand die Dichtung-' einerecht kühle Ausnahme. Heute weiß man, daß das Werk'zu den bedeutendsten Schöpfungen des Dich ees .-gehört. Manche von Hauptmanns Bühnendichtungen mag 'inzwischen Rost angesetzt haben, dieses Drama jedoch leuchtet durch den Gang der Zeiten in immer re'nerem Glanze. Wohl in keinem Werke des Dichters brennt die poetische Flamme so schlackenlos, wird die Symbolik ver Visionen so durchaus Gestalt, ohne der gedanklichen Krücken, zu bedürfen. Für das Repertoire der-N e wem W ieuer B üh ne bedeutet die Aufnahme der Dichtung eine dankenswerte Bereicherung. Die Aufführung imfer Direktor Geyers Leitung bot einen guten Zusamnerklang und die Kontraste zwischen der oberen-und-^der unteren Sphäre kamen sehr schön zur Geltung.'-Dastodessehnsüchtig Verlöschende: Hannele stete F ä.'.lein Lvovsky mit einer edlen Simplizität, die der rührenden Gestalt durchaus gerecht wur e. Ueberzeugend Herrn Höchst etters Wärme als Lehrer Gotttvalo; die Figur des Erlösers hingegen geriet nur matt. Alice Lach goß in die Rolle der Schwester Martha viel frauenhafte Güte, vortrefflich auch die scharfumrisseneu übrigen Typen. Im ganzen eine lobenswer e Aufführung von schöner Harmonie, um derentwillen man über gewisse kleine Mängel, die sich'zum gu en Teil aus den beschräuk.en Verhältnissen dieser Vühi e erklären, leicht und gerne hinwegsieht. Zu einer irdischeren Betrachtung des Todes leitet Viktor Fleischers lustiger Einakter „Das Vermächtnis" über, der in der Wasagasse, sehr flott gespielt wird. Ob jedoch unser: modernes Empfinden nach der Tragödie das Satirspiel so ohneweibers verträgt? a. st Freie jüdische Volksbühne. Samstag den 81. d. M. findet um 2 Uhr nachmittags wi Wiener Bürge«.thrater eme Gedcntienr für A. Wetter ffat't. D e Gedenkrede holt Herr Dr. Wal 1 cnberg. Hierauf gelangt A.-Wetters Drama ..D e r S t t m e r" zur Auüührung. De für den 17. d M. gelösten Katten bchalken chic Gül'tgkett. Mitglieder dcs B-ieinrs eibalen >bre Freikaiten ,m Veremslotale/Cal6 Rcmbrandt, U., Uitteie Auaaitenstiafre 11. Der Verein bezweckt die Pllege jüdrsch-dramati'cher Kunfi und Förorrung des jüdischen Thcaterwes.ns und stiebt die Gründung einer jüdischen Bühne an. Mitglieder haben für den Monatsbütrag vvn K 6.— Anwruch auf eine Freikarte im Monat und 50 Prozent Ermäßigung zu sämtlichen Vereins- Veranstaltungen. _ Ans de« Theater«. Im Burgtheater gelangt morgen. Freitag. MolvarS „DasMärchen v o m W o l f" zur 'Aufführung. Beginn V-6 Ubr. , Im Operntheater gebt morgen, Freitag. «D e r Troubadour" in Szene. Beginn 7?ß Ubr. Die Vorstellung am S 'Mstag ^Margarethe") beginnt um 5 Uhr. In wr B o l k s o p e r wird morgen, Freitag, im WagnerzykluS «Götterdämmerung" ge'vielt. Antang*/,4Uhr. Im Wiener Stadttbeater w'rd Montan fFeiertagl nachm ttagö 2 Uhr das Cchauspicl in wer Aktm von Georges Obnet „D e r H ik t t e n b e s i tz e r" mit den Dimen Biückcu. ftaiW, Iokcfiv. K ans, Maadrr, Waldbeim und den Herren Ebbs. Flemmich, G'lldork, Haitbrrg, Ivo. R'ckuer.Pankl, Narwkk, Waldmüller gegeben. Diese Vorstellung findet bei ermäßipten Preisen statt. Die Betriebs'äie der Firma A. Frob-Di'iffina, Nutzanto-- fabrik, Wien. IX., Nordwestbahnstrafie 53, vci anstillen ^amslaa den St. d. M. um Uhr nachmittags an der Neuen Wiener Bühne, iK, Waiagafie 33, die U'au'iüh'ung des sozialen Dramas ,.D e r H t i!1 a e"' von Com'llo I. Späth Mit den Darst'llern der Freien Bühne. Wien XXl. Im Carltheater findet am kommenden Samstag den 31. d. M., 2 Nhr nachmittags, ene Wo1'l,äii<ike>tsvorstcllung monnsten des Wiener Srüntzveremes «Hort" statt und gelangt die Leo Fall7cbe Ovciette «Die g e s ch r e d e n e F r a u" unter g'säll ger Altitwirtung von Frau Annie D r r k e u s, Mizü Zwerenz und der Herren Hubert M a r i s ckr k a. Josef K 8 n i g und Karl Z e s k a in den Hauptrollen zurAuftührung. Karten an den beiden Kasten des Carl'b?attrs. Wrlly Bauer gastiert am Wiener Dürgert h e a t e r Sonntag den 1. Februar, nachmit'aas, als S e v p 'M «Verwunschenen Schloß" und Monwg den 2. Febnrar, nachmittags, als B e 1 t e l st u d e n t. Für beide Vorstellungen hat der Vorverkauf bereits begonnen. « Ein neues Ballett in der Oper. Der neue Balleitnmistcr des Oernthrat-'rs, Herr Georges Kjakscht trttt kommenden Dienstag uim ersten Male in e nem vvn ihm zusammengestellten und nach dem Muster des rustrschen Balletts inszenierten großen T a n z d i v e r t i s s e m e n t an Herr Kjüschr ranzt im Diveltissement mit Fräulnn K r a u s e n e ck e r enien p-rs ä« 6eux. Der Novität gebt das vvn Herrn Kjakscht vollkommen neu inszenierte Ballert «C o p p e l t a" voran. »Der Matzstab", die von Lw Schidrowitz herausgegebene Wiener Zeitschrift zur Krni! des Tbeaters und der Literatur erscheint loriab im Verlag Frisch & Co.. Wikn-Leipria- Zürich. Das ioeb-n berausaekommme neue Heft enthält Aufsätze von Julius B a b. Albert E h r e n st e t n, Ferdinand Gregor i, Ludwig U l l m a n u. Tb'a'erkritiken von Egon F r i e d e l l und L^o S ch i d r o w i v. sowie von Julius B a b, Hermann Bahr und Karl S t e r n h e, nt zu'ammengestelltr Lrstd der empfehlenswertesten neuen Bucherscheinungen. Sport. D!e Prager Slnvka in Men. Nach jahrelanger Panse w-rd am 2. Februar die P ager Slavia wieder ein Wettspiel in W.en anstragen. Der tschechische Meistertlub w'rd aus der Durchreise nach Iugollawien m W'en gegen den S. K. Slovan antrcten. Es bat Znleu gegeben, wo die Slav-a den Wiener Mannschasten glatt überlegen war, jetzt fehlt jed--r Maßstab, kur das Krästeverbälin's. In'olge des von der Entente über uns verbängtm Sp'elboysotrs dürfen dre Tschechen in Wren nur gegen -ihren konraiionaken Verein autreten. der zwar nur zwciikl.sng ist, aber doch genügend stark se>n wnd, um d«e GDmarinschaft^ zur Entfaltung ihres vollen Könnens zu zwingen. Gsnernlvsrfammrung des I. Sp. Hrchawer. Sonntag den 25. Jänner hielt der Jüdische Sportklub Hechawer seine ordentliche Generalversammlung ab, bei der die Neuwablen folgendes Resultat ergaben: Zum geschäfts-- führenden Vorsitzenden wurde der erste- Vizepräsident Herr Arinin Flußmann geipählt; sein Stellvertreter ist Herr Ernst Schiller. Kassier: Herr Hart.mann; Schriftführer: Herr Paul Fluß mann und Herr Hermann Sech er; Sekretär: Herr Ernst Deutschs /Die Fußballsektion seht sich zusammen: Vorsitzender: Herr Leopold Winter; Schriftsührer:' Herr Hermann Becher; Verbandsdelegierter: Herr.Ernst Schiller; Trainer: Herr Lumek, (Hakoäh); Kapitän: Herr Armin Flußmann, Stellvertreter: Paul Flußmann; Zeugwart : Leiter der L e i ch t a t h l e t i k f e k t i o n Herr Much, d>?r Fechtsektion Herr G -ld fchläger. . Der neugewählte Vorstand bringt folgendes zur Kenntnis: Das. Fußballtraining findet bis auf weiteres jeden Mvntag am Hakoahplah statt. Leitungssitzung findet jeden ersten und'dritten Mittwoch inr Monat statt, Fußballausschuß jeden Mittwoch. Leichtathletiksektion jeden Mittwoch, eine Stunde früher. Fechtsektion jeden Samstag 5 -Uhr.. Die allwöchentliche. Spieler- und Mitgliederversammlung findet jeden Samstag um 6 Uhr abends im Cafs Industriellen, woselbst sich auch, das Sekretariat befindet, statt. Zuschriften sind an das Sekretariat, Wien, I., Konkordia-Platz Nr. 4, Cas6 Industriellen, zu richten. Wieder eine Umstellung im Team. Da der Verteidiger N t k s ch e von einer au' der We bnachtötournee erl tienen Verletzung noch n cht l^n'cstellt ist. wird an seiner Stelle S n d r ch (i$. A. C) im Answablsp el gegen Siiddeni'chland tnt'g sein. Ais Euatzmann macht W c r ß (F. A. C.' die Reise mit. Die Meisterschaft der If. Klasse. Die Hakoah führt in der Me'stcrfchast nnt 28 Punk'en und eniem Torverhältnis vvn 32: 7. An zw'itcr Stelle steht die Germania nnt 25 Punkten und einem Toi verbältnis von 54:10. Dann folgen N u st d o r s e r A. C. (22 Pnn'te 38:19). -Sturm (18 Punkte 33:2l). D o n a u st a d t (17 Punkte 30:10) u'n\ Sportklub Hakoah. Das für heute angesetzte Trainittg auf dem Hakoahplatz entfällt. Gerichtssaal. 272.V0S Kronen poraubt. Wie gewöhnlich verließ am 18. August 1219, vormittags, de: Kassen ragen der D'r.'kiron der S aatZc ieubahngesellschift den Ostbahnhof, um auf den Schwarzenbergptatz zur Dircktion zu fahren, wohin er zwei Kassen zu brin-eu hatte. Als der Wagen in der Theresianumgasse einbog, beiobachlete ein Passant iolaen(-es: Zwei I 11 I 1181 Größte Auswahl; k % V Billigste Preist! I Leopold Stemhart, Wien, I., Biberstraße 9. ( 4073/8 •um dort stehrnde Männer paßten, augenscheinlich auf baß Erscheinen des Wagens, einer von ihnen sprang rückwärts auf den Wagen, riß die eiserne Querstan^e los/ öffnete rasch die Tür, nahm aus dem Innern eine große eiserne Kassette und sprang mit dieser wieder ab) Der zweite Mann war inzwischen auf einen vorbeifahrenden einspännigen Wagen aufgesprungen, aus dem sich alsbald der Mann mit der Kassette hinauf-. schwang. Der Passant lief dem Kassenwagen nach und liest dessen Kkltscher durch einen zufällig vorüberfahr«n< ‘ den Fiaker von dem Diebstahl verständigen. ' Die Kassette enthielt Bargeld im Gesamtbeträge von 272.741 Kwnen. Der Polizei gelang es, bas Diebsbonsortium zn eruieren, und heute hatten sich vor dem Schwurgericht un er dem Vorsitze des Oberiandesgerichtsrates Doktor Kohn der Hilfsarbeiter Franz Batista, der Schmiedgehi.'fe Franz Rakuschau, der Monteur Josef Kubieek und der Kutscher Johann Ott wegen Verbrechens des Diebstahls zu' verantworten.; Die Beschuldigten hatten die Kassette in die Wohnung der Geliebten des Batista, Theresia Stanzel, getragen, dort aufgesprengt und die Vorgefundene Beute geteilt, wobei auf jeden der drei Erstgenannten ungefähr 76.000 Kronen kamen, während der Kutscher Ott, das einzige bisher unbescholtene Mitglied der Bande, nur 8000 Kronen erhielt.! Bon der Polizei konnten insgesamt 161.164 Kwnrn zuständegeb rächt werden. Hiervon fanden sich in der Wohnung der, Stanzl unter dem Fußboden versteckt 87.274 Kronen. Auf dem Grabe des Bruders des beschuldigen Rakuschan am Zentralfriedhof' wurden 65.300 Kwnen versteckt aufgefunden. 6980 Kronen hatte noch Johann Ott bei sich, als er verhaftet wurde. Der auf. den ihm ausgefolgten Betrag noch fehlende Rest von 1020 Kronen wurde von seinen Eltern ersetzt. Die Verhandlung wurde in später Abendstunde, beendet Die Geschwornen erkann er Batista, Rakuschan und Kubicek des Verbrechens des' Diebstahls, Ott der Dieöstahlsleilnehmung schuldig. p tz Auf Grurw dieses Verdiktes verurteilte der Gerichtshof Josef Kubieek zu sechs Jahren, Franz Batista zu vier Jahren, Franz Rakuschan zn einem'Jahre schweren Kerkers, Johann Ott zu vier Monaten einfachen Kerkers. Totschlag. Vor dem Scbwurgerickte batten fich gestern der Kutscher Emmerich D u b t it a wegen Totschlages, fein Genosse Antou M r a z e k wegen schwerer Körpeibcschädipuug zu veranhvorten. Letzierrr hatte den Bäckergeb'l'en Richard Kern bei ein« Raufeiei mit dem Meller zahlreiche blutige Verletzungen beigebracht. Schließlich iührte Kubina gegen Kem einen Stich, der dessen Lunge durchbohrte und den sofortigen Tod herbertührte.' Dre Geschworven sprachen b'ide Angeklagtm einstimmig ft&ulbijL worauf der Gerichtshof Dubina zu drerernhal» Iahreri. Mrazek zu fünfzehn Monate« ichmerem Kerker verurteilte. , ^i60,1., Schottenring 21. Filiale: KStHsbäd 550 Alle batik-geschäftlichen Transaktionen für das In- und Ausland. Einlagen gegen Einlagebücher zu den kulantesten Bedingungen. Teleerammo: late bank, Wien. Telephone: 13478, 12090, 16431, 12009, 10168, 16216. Der Volkswirt. Ein politischer Finanzkampf. Krone und Mark in Pole«. Bon unserem Warschauer Korrespondenten.; Der polnische Finanzminister Grabski hat int Landiag das G:seh über den Umtausch von Krone in Mark im Verhältnis 100 Kronen zu 70 Mark du'chgebrackit. Es war eine schwere Geburt. Die Debattni, nelch: der Annahme des Gesetzes vorangingen, haben den..ich ge'.ergt, auf wie schwachen Füßen bic heutige aus Ratio naldemvk raten und der tos scheu Bauernpartei bestehende Mehrheit tf$ auf die sich die polnische Regierung stützt. Die Witospartei hat die Regierungssahne sofort verlassen,, als es sich darum handelte, die Interessen ihrer Mitgliedes der g a l i z' s ch e n B a ue r n zu schützen. Diese sind nämlich die Besitzer und Hamsterer von Kronen und sü haben zur polnischen Mark gar kein. Vertrauen, da sie eben ein völlig ungedecktes Papiergeld ist (di>r Valuta-- anlcihe in Amerika scheint nicht zustandegekomme« zu sein), währenv die ehemalige österreichische Krone wenigstens durch den Friedensvertrag einigermaßen geschützt ist. Die Abwärtsbewegung der polnischen Mark, welche » um Tcil auch auf die galizien- und krönen freundlicher, Operationen ivährend des kurzen Friedensregimes B ilinskis zu"üsl zu sichren ist, hat jedoch ihren wahre» Grund hanpi'ächlich da in, daß die Bevöikerung Galiziens, baS als Lieferant von Naphtha, Hülsenfrüchteu, Salz usw. für Polen wirtschaftlich stark in BetrsM

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