Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 367 (29.1.1920)
- Date
- 1920-01-29
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 ÄZten, Donnersiag > , —— — ----— * Die Bevölkerung Amerikas. Die ersten vrovisorischen Schätzungen des Ergebnisses der jetzt beendigten Volkszählung in den Bereinigten Staaken geben auf 112,000.600 Personen und stellen ein bemerkenswertes Wachstum dar, besonders im Vergleich mit anderen Staaten. Nach der Zählung im Ialne 1910 betrug die Bevölkerung 91,972.266 Personen, was eine Verdreizehnsachung in einem Jahrhundert bedeutet. Im gleichen Zeitraum batte sich die Bevölkerung Englands nur verdrei'ackt. Die BundeZbehörden selber hatten diesmal ein Ergebnis erivartet. das um acht Millionen hinter der jetzigen provisorischen Zisicr nirückblerbt. Für den Beginn des kommenden IabrbmidertS kann nun mit einer Bevölkerung von mindestens 219 Pirliroren Personen mit aller Sicherbeil gerechnet werden. Immerhin ist auch dieie Bevölkerung nicht einer Uebersüllung des Bundesgebietes gkcichzuachten, denn aut eine ganze Onadrannetle entfallen nicht mehr als acht Personen. * Hochwasser in Palästina. Eine Reche ungemütlicher Tage brachte die zweite Dczemberhälfte dem Heiligen Laude. In den letzten zehn Tagen regnete es in Strömen, die heftigsten Stürme fegten mit mächtiger Gewalt über Land und. Meer, der Boden wurde überall -aufgeweicht, zerrissen» überschwemmt. Sämtliche Täler füllten sich mit Wasser und Lad halbe Land war in einen großen See uingewandclt. Dieser 'elementaren Macht deZ Regens konnte die'-'nur lercht gebaute Eisenbahnlinie nicht widerstehen- und so gingen einige Brücken zwischen Gaza und Lud sowie bei Haifa in die Brüche. Der Eisenbahnverkehr von. und nach Aegpiften und Svrien wurde infolgedessen unterbrochen, die Post blieb aus, und da wegen des Sturmes die Schiffe auch nicht anlcgen konnten, war das 'Land über eine Woche vollständig von der übrigen Welt abgeschnitten. -^Die Lage wäre besonders auf dem Lebensmittelmarkt sicherlich schlimm geworden, wenn nicht nach großen Anstrengungen dre Wiederherstellung der Linie geglückt wäre. * Wien—Budapest-Expreß. AuS Budapp st wird gemeldet: Der Beckelnder unter der Bererchnung Balaton- Ervreß zwijchenBudapeft u n d W > e n über Großkanizsa verkehrenden direkten Schnellnige dcoinrn Montag den 2. Februar. Der Erpreß geht von Budapest jeden.Montag und Donnerstag um 8 Uhr 50 Minuten trüb und von Wern jeden Dienstag üud Freitag um 9 Uhr vvrnnttags 'ab. * Der größte Krater der Welt entdeckt. Eine Forschungsreise durch Island haben zwei schwedische Gelehrte, Wal ell und Igberg, unternommen und, nachdem sie das gewaltige Eismeer des Watnajökcl von West nach Ost überquert hatten, Kolar am Hornasjord erreicht. Der Ilebergang,. der 'mit drei Pferden und Schlitten erfolgte, erforderte eine Zeit von neun Tagen. Wie im Prometheus mitgeteilt wird, entdeckten sie auf dem Högjokel einen gewaltigen Krater, 8 Kilometer lang und 5 Kilometer breit, in dem sich heitzeZ Wasser fand. Auch einige warme Quellen wurden m der Umgebung des Kraters gefunden. Dieser Krater, den die schwedischen Gelehrten Evea-Krater' nannten, ist rächt nur der größte Krater Islands, sondern überhaupt' der grüßte Krater der Well. Die Kraterbildung, die bisher -als die größte Islands und damit der gangen Erde galt, liegt in der Vulkaubildung Hveafjör aus Nordisland. * Abraham I. El?«3 Richter des Appelssenats in New-Aork. AuS New-Dork wird uns berichtet, daß der Gouverneur des Staates New-Pork den gewesenen amerikanischen Gesandten am Hose des Sultans, Abraham I. E.lkus^zurn Richter des Appellsenates in New-Nork ernannt hat. Dadurch hat Elkus das höchste richterliche Amt erreicht, das. der Sraat New-Iork zu vergeben hat. Mc. Elkus ist ein angesehener Advokat und war wiederholt mit wichtigen politischen Missionen betraut., * Eine Frauendemonstraüon in New-Pork zugunsten Rußlands. Arrfangs dieses Monats fand in New-Aork eure Kundgebung statt, die großes Aussehen erregte. Zwischen den Palästen der Milliardäre in der 6. Avenue bewegte sich ein Zug von Frauen, die Fahnen mit Aufschriften trugen: „Milch für die Kinder Moskaus! Nieder mit der Hungerblockade?" Jn^ der Wallstreet, inmitten der erstaunten Börsianer, ergriff eine Frau das Wort, verlangte das Selbstbesrimmungsrecht für Rußland und erklärte die amerikanische - Intervention für eine Schande. Unter den Demonstrantinnerr bemerkte man die Frau B u l i t t, deren Mann von Präsidenten Wilson und-Lloyd George nach Rußland geschtztt worden war unh. d2r einen viel bemerkten Bericht über das Sowietregime versaßt hatte, ferner zahlreiche Anhänger eines Friedens mit Lenin, sowie Frau A.'Band erlich, die Frau des ehemaligen. Präsidenten der National Eilst. Bank. .. * Drohender Streik der Aerzle an den IlrriversitnLöklimken. Aus Wiener ärztlichen Kreisen wird uns geschrieben: Die Assisteinen und Aerzte der Kliniken haben beschlossen, wenn ehre Forderungen bis 1. Fcbrnar nicht erfüllt werden, die Klnntcn zu^ verlassen und damit sowohl den llnterricht. als auch den Spitalsbetricb einzustellen. So ungewöhnlich wie diele ^Strestdrobung der Kliniker ist auch die Vorgeschichte dieses Beschlusses. Es sind nickst etwa unerfüllbare oder nicht anerkannte. Forderungen, deren Erfüllung die Aerzte durch diesen Schritt gu erzwingen suchen. Es handelt sich vielmehr teils um gesetzlich -anerkannte . Ansprüche, teils um allgemein gewürdigte Lcbensnotwendigkeiten, besonders der jüngeren Aerzle. Die klinischen Aerzte haben geduldig gewartet und mchtS unversucht gelassen, um au.f normalem Wege zu ihrem Rechte zu kommen. Aber die dringlichsten Vorstellungen Hieben ohne Erfolg. * Aerzte ■ für P-rlen ge'ncht. Das polnische Kriegsgefcmgenenamt richte! an die -! die dringende Aufforderung, sich möglichst zahlreich für de.. - ä an der Grenze Polens zu melden, da sonst die Krame.! und Seüchenverdächtigen unter den .Heimkehrern nicht ausgesucht werden könnten, wodurch beim unkontrollierten Abtransport der Heimkehrer deren Heimat gefährdet würde, zumal da sich die verschiedensten Seuchen im Osten Europas immer mehr aus-- breiten. Tis Aerzte erhalten monatlich 2500 polnische Mark und freie Verpflegung. Weiters werden vom polnischen Kriegsgesangenenamt Bettensorten, insbesondere Strohsäcke und Medikamente, namentlich Sublimat, dringend erbeten. Aerzte, die sich zum §iriegsgesangenendienst bereit erklären, mögen sich umgehend beim Zentralbureau für die Seuchenbekämpfung in Osteuropa (Wien, 1. Bezirk, Milchgasse 1) melden. * Wiederelnbringuttg eines entsprungenen -K-crrrbmörders. Am 19. d. M. traf ein Verschieber der Nordbahn, welcher sich Leopold Ziegler nannte, und einen Unfall im Betriebe gelitten fjatte, mit einem Zuge im hiesigen Nordbahnhof eins er wurde ins Spital der Barmherzigen Brüder verschafft. Während seines Berweilens im Nordbahnhose erblickte ihn durch Zufall der dort stationierte Korporal der Bolkswehr Johann Hussar.^ er erkannte ihn als seinen ehemaligen - skegimentskameradstt Leopold Zajicek. Hussar erinnerte sich aber auch daran, daß' Zajicek im Jahre 1914 in Sarajevo wegen eines Raub m ordeS verurteilt worden ist. Die Erhebttnaeu ergaben, daß der angebliche Leopold Ziegler wirklich Leopold Zajicek. heißt, und am 3. September 1919 aus der Strafanstalt Wisniecz kn Galizien entsprungen fft. Er hat in der Strafanstalt eine im Jahre 1914 wegen Ermordung eines Fiakerlutschers voin Garnisonsgerichte Sarajevo über ihn verhängte achtzehnstlbrige schwere Kersterjsrase zu verbüßen. Wiener Morgenzeikung Beate, 29. Jänner, halb ß Uhr abends, im FVstsaal d<s Militärkasinos, I., Schwarzenbergplalz 1. Erster jüdischer Liederabend. (Mario Kogan. Prof. Storch, Don Fachs, Geaangsveroin „Hailnor“, Luetan Horwits. Sölocellist doß Tonkünstler»Orchestora.) 8S95 * Die Kohlensituatlon. Obzwar nach einer Mitteilung des Staatsamtes für öffentliche Arbeiten die Kohlenemläute gestern nicht genügend waren, ist, wie von derselben Stelle versichert wird, vorderhand kein Anlaß zu Befürchtungen vorhanden. * Wisderauftrahzue politisch gematzregelter Bediensteter. Sladnar W e i g l berichtete in der gestrigen Siadtralssitzung über die Wledeminnähme. von politisch gewaßregel'ten Bedienftrlen der städtischen Stulßenbichncn und beantragte. daß alle jene Bediensteten, die ( ienicr^ftlediglich ans pol-lächen Gründen entlassen oder Pensioniert »worden sind,, nach Maßgabe der DnumauelMeit wieder auigcuonnnen werden- Der Antrag wurde angenommen. . . . *■ Druelktor des BrLnner Stadttheaters firr das norler-LeuLe ÄZieni. D--r - Direk'or Dr. Nndo'f Beer der veremrpt'-n dentschnt Theater - in-Bnin'n hat der Gemeinde - das E'gebnts.' ciitcv WohUätustestSyörftclinng mt Betiage-vou K 2Ö.009 übcrm'ltctt-Brstrierme-ster R c n m au u bat an Drreltor Bcer ein Danischrciden gerichtet.- . * Die HrimftelhvenbeÄk.eLdvn§. D-c Kleidsralwabestelle S'mmning 'Kc-cassvitst V1. HaseulcinwaasiZ wird ab Freitag den P0. d. M. verlegt und sind ^amtliche dortlim ausgestellte AuZfolpesthrilie-sowie mich Gmschriue von di,-em Tage an nur in der Abgab--stelle Wien. Al., Ungargastc <!9. w cmzulrsten. wie sie in den AuLfolgescheinrn 'dalumweise ersichtlich sind. Gutscheine über Sckmbe werden vorläufig noch n i ch t e i n g e l ö ft. Gutscheine über Uebcrröcke könnmn erst ab 3. .Februar Zur Einlösung gelangen. * Die Grippe in Budapest. Die Zahl der Neu« c'lranknngen an Grivve hat gestern abgenonnnen. Heute werden Erkrankungen von l'.B Zivilpersonen'und S2 Soldaten gemeldet. Gestorben sind 15 Zivilpersonen und 2 Soldaten. Bisher wurden insgesamt 1011 fhviltst-.-n und 515 Soldaten wegen Erkrankung an j -Gr>ppe ms Spnal gebracht, von denen bis' heute 90 -Personen acftorbett sind. ' - * Gepinnter Anksus des Kahlenderges ^rurck Holländer. Ein holländisches Konsortium beabsichtigt, w'.e es chußh t-en Kachle n b e r g a n z u f a n f e n. ES sollen ans dem Kahlenberg enie Billenkolonie und em nioderncs Hotel errichtet und d e Kahlenbrrgbahn in eine bts m die Stadt silhrcndc cUfttifdic Schnellbahn umgewandelt werden. * Ende der VerLehrsspeere in Bayern. Aus - München wird gemeldet: Vom Donnerstag 'an ist diebayrische B e r k'ech r s s per re ans ge ho b e n' und, der alte.Fahrplan tiüt wieder in Kraft. An C-op.ntagen blcwt -jeder Perwnknürgsvcrkch!'emgeftellr. FalsHrr tsih:chr-slswaklscher V-vttknotenstempel./ D'a'S' Sicherheitsbureau wurde in ''Kenntnis gesetzt, daß sich hier mehrere Personell mit idem Handel von falschen tschechoslowakischen Banknotenstempetn befassen. Durch die Erhebungen des Sicherheitsbureaus; gelang -es, tue .Verdächtigen in der Person des 23jährigen^ Äüchdr'ückergehilsen Leo Katz, int Horel Wandt' auf dem Pelerspstatz wohnhaft, des 23jährigen Schneidergehiäen Julius Schweröl, 20. Bezirk, Othmargasse Nr. 40 tvohnhgst,- und ^dcs t46jShrigen-' Kausmannes Josef G'u r f«in', „'S.- Bezirk, - Diehlgasse Nr. 50 wohnhaft, am 22. d. M. zu ve'r ha.sten. i Sie hattml '150.000 - Stück tschecho-ssorvallsche. Bankn-stenstempel für 26-Krouen- Noten im Besitze/ Die^ Stempelwürden beschlagnahmt. Die'. Marken hat, wie festgeftellt wurdg,- der 36jährige Stein-- drucker - Jos. f S ch m r d t, 12. - Bezirk,-' SchalLergasse Nrsi-10 wphnha't. am- 11.. d.st M-. -in der- Druckerei, des .Paul- B inder, td. Bezirk,-.TurnergassL-Nr.. 21, erzeugt,- ohne-' daß Herr Binder i Kenntnis . davon hatte, daß das Druckcrzeuguis tschecho-slowalische Banrnotenstempel seien. Bestellt , habet: die Skeinpel Leo 5katz, dann sein Beiter, der 19jährige-'. .Kontorist Moses Katz, 2. Bezirk,- Praterftrajje Nr. 23 ivohnhast gewesL-.!, und -der 35jährige HilfsarbeiLer Ferdinand' Krcal,^ 12.- Bezirk,. Fockygasse Nr. 50 wohnhaft gewesen. Moses Katz und Krcal-konnten nicht ausgesorsiht werden. Adolf SLarrd-StifLung. Fü dte Adoli Stand-Snstung der „Wiener Morgenzeitung" liefen folgende Beträge ein Oskar Karbach. l., K 40.—, Doktor Hermann Ebner. 1., laus einer 'verglichenen- Rechtssache). Li 25.—, Ialvb nnd Moses Grcbler, X., BL 40.—, Bisher eintzelanfen K 16.143.—. BereinsnachriHLer^ t3c ackrichtr n v.o. n B e r e i n e n e r s ch e i n ei n ausnah m tz l o s n ü r a m T mg e d er B e r a n st a ltung.) H e ni e : Zionistische S e k t» o n f ü x diewestlichen B e z i r k e Wiens, VI, Marialnlferstraße 75 (Amerlingstraße 19. Hoiftiege. Mezzaninll V,7 Uhr abends Dr. Sregfrted Bernfeld, Fi öitlctn Hella Spira: Ein jüdisches Kinderheim in Bauuigartrn (Bet-kuch zur Lv-ung der Kinder- und Jugendsürsorge in D.nrrschösterreich). - — Verband d e r i ü d l s ch e n I u v a l r d e n u n d H e t rn k e b r e r t n Sic n. Sir bringen zur allgemeinen Kenntnis, daß nur diejenige Person ermächtig!/ erscheint, sttr den Verband S p e n d e n entgegenzunehmeu, die sich mit einer statutenmäßig unterfertigten und b cid e' V e r b a n d s ft a m p r g l t e n . aufmetsenden Legitimation ausweift. — I ü d : s ch e r H o ch s ch u l a u s s ch u ß. Der heutige Bortran von Adolf Böhm findet wegen Verhinderung des Vortragenden nicht statt. ~ in grien fBreWaaen. Nevarattrreu unter gtarmili?. Farbbänder ■ tut alle Systeme, < erstklassiges Material. Lcop. Kurzer, LLieu, W., Westbahnstraße 23. Telehpon 31537. sae Die/ErMhMKg. Der MarLtbericht. Das Angebot war gestern "auf den Markten etwas reichhaltiger. doch waren btc begehrtesten Artikel in so geringen Mengen vertreten, daß sie bereits in den ersten Morgenstunden völlig ausvcrkauft waren. Auf den Grünwarenmärkten gab cs nach monatelanger Pause wieder enmal Eier, das Stück zu K 3.70. Die Kunde von diesem seltenen Ereignis hatte sich sehr rasch verbreitet, so daß trotz des schwachen Markibesnchcs die geinge Anzahl von Kisten, die aus den einzelnen Märkten zur Vcrtüaung standen, bald ausverkauft war. 2g. Sännet 192» 9tr. 307 Die F i s ch a b t e i l u n g der Großmarklhape hatte tott Karpfen das Kilogramm zu K 25.—, zugewiesen erhalten. Auch diese seltenen Angebote waren bald nach Beginn des Verkaufes vergriffen. Die Beschickung der Markte mit Gemüse hat keim Besserung 'erfahren. Fleischausftdbe in Wien in der Woche vom 29. Jänner bis 4. Februar 1920. Erhöhung der Rindfleischpreise. Da für die Vcrlorgung Wiens fast nur ausländisches Rind" fleisch in Betracht kommt, sind durch den stet'gen Rückgang deS. KronenkurseS die Gestehungskosten dieses Rindfleisches derart gesticg-n, daß eine abermalige Erhöhung der Abgabepreise unvettneidlich wnrde. Auf die unzulängliche Kaufkraft der Bevölkerung wurde dabei Rücksicht genommen, indem die Abgabepieise weit niedriger augesetzt wurden, als die Gestehungskosten sind. Bei einem Erstehungspreis ckon 1*4 Gulden holländischer Währung stir e>n Kilogramm amerikänischeS Gefrierfleisch stellt sich der .Einkaufspreis in /österruchsicher Währung auf mehr .als K 124.— pro - Kilogramm. Der durchschnittliche Abgabepreis der amtlichen Uebernahmsstelle wurde trotzdem nur mit K 82.— bestimmt, so daß sich noch ein bedeutendes Desizrt ergibt, das der Staat zu tragen bar. Um unter diesen schwierigen Verhältnissen' der geschwächten Kaufkraft der. Bevölkerung in irgendeiner,. wenn auch unzulänglichen Werse Rechnung zu tragen, wurden die Preise so durchgerechnet, daß m -einem Turnus von vier Wochen wenigstens in einer WocheHletsch zu einem etwas mäßigeren Preise abgegeben werden kann. Mit Rücksicht auf diese Einteilung m Wochen zu teurem und zu ermäßigtem Precke und unter E>n-> .rechnuflg der den Verkäufern bewilligten Spannung ergeben sich für Rindfleisch folgende, .nach Anhörung der JnteressentenvertretL« amrlich festgesetzte Detailpreise: In Wochen zu ermäßigtem In teuren Wochen (pro Kilo- Preis Gro Kilogramm): . gramm): Vorderes . . . . ..ll 50.—.' Vorderes . » . .K 98»— Hinteres.. 52.— Hmtcres. » 102.— Bratenfletsch . 66.— Bratenfleisch . . .»124.— In der Woche vom 29. Jänner bis 4. Februar wird an alle Haushaltungen in Wien Rindfleisch im Ausmaße, von 10 Dekagramm pro Kopf zu den, für die Wocken mit ermäßigtem Preis angeführten Kleinverkaufspreiscn abgegeben werd/n. -- Der Vetkaüf er olgt gegen Abtrennung der mtt Ziffer „18 -bezeichnten: Abschnitte des Nindfleischemkauficheines. Ab Dienstag-den 3.-Februar dürlen die Rmdfletschabgabe-' stellen das erübrigte Rindfleisch an die bei ihnen rayonterlen Kunden ohne Rücksicht darauf, ob diese ihre Ration behoben baden oder nicht, verkaufen. Dte Kop^uote beträgt auch in diesem Falle 10 Dekagramm. Die Abgabe geschieht ebenfalls zu den für die btllrgen Wochen festgesetzten Preisen. Beim Bezüge der Zusatzquvte wird der m>t dem Buchstaben Qu bezeichnete Abschnitt des Rindfleisch« eittkaufscheines abgelrennt. . Die Zivil« und Militärspiialer sowie Versorgungsanstaltrn erhalten in dieser Woche ihre Quote zur Hälfte in gewöhnlichem, zür Hälfte in knochenlosem Rindfletsch. Den Kriegs- und Gemeinschaftsküchen sowte Gastgewrrbebetriebe» wird knochrnloscs Rindfleisch zugewtesen. Frisches K a l b s l e r s ch wird nach Maßgabe der Anlielerung nach den Bestimmungen der Magistratskundmachung vom 31. 'Mai 1919, gegen Abtrennung des Abfchmttes 80 des amtlichen Elnkaufschernes'abgegeben. " ":.' . : ,,t ..— : . - Erster Wiener Konsumverein. Die Abgabe der cingeteilten Waren erfolgt in dieser Wacht für die zweite Gruppe heute Donnerstag und für die drittr Gruppe am Freitag und Samstag. Zur Abgabe gelangen: Mehl« Schmalz, Salz. In allen Vmchletßstellrn Corned-Beef, Sardinen« Heringe. Lachs m Dosen. Marmelade. Honig, Feigen, Rosinen« Lebkuchen. Pfeffer, Paprika. Kassia tZimmt', Salzgurken, Sauevkraut, Avscl- und Heidelbeermem, Mmeralwäsfer, Ausreibtüchey Putzmitlel. Reisstärke, Totleitcartikel. — Textilabteilung. Hoben« staufengasse 15:" Abgabe an sämtliche Müglteder gegen Vorweisung der Mitgliedskarte oder des Mitgliedsbuches, und zwai Wcbwaren aller Art und Schuhe. . Die Muglieditr werden ersucht, ihre Bezugsbücher und dft Nechnüngszettel der Textilablctlung zwecks Berechnung der Rück« vergülung ehestens in 'jener Verschleißstelle eiyzurnchen, in welcher sie zum Warenbezüge altgemeldet sind. W. I. W. Heute Donnerstag von 9 bis 11 Uhr Fleisch für die Räyonierten (billige Woche). . . Die Zuckerabgabe. Gegenwärtig ist es mit unsere, Zuckerversorgunq so schlecht bestellt, wie schon lange nicht. Bekanntlich ist noch nicht einmal die Novemberquote voll eingeloß worden und in Wien wurde im allgememen bloß die erste Halfti des Novembrrzuckcrs ansgegeben. Nur an einzelne Vubrauchev oraaulsattonen würde bereits der Dezcmberzucker verabfolgt. Dis Ursache dieser Verzögerung liegt m der mangelhaften Belieferun« aus der Tschecho-Slowakei: Die Zuckrrstelle hat, um eine Kürzunj der Kvpfquote zu vermeiden, beschlossen/die F e b r u a r q not \ z u streich e n'und den augenblicklich zur Verfügung stehende, Zucker dazu zu verwenden, dis Quoten für die Monate No« vember, Dezember und Jänner e i n z u lösen.' Für die ev wähnten drei Monate wird die Abgabe des Zuckers noch z i d e n alten P r e i s e n erfolgen,- dagegen wird die nächst! allgerneine Zuckerabgabe schon zu den neuen Preisen vorgenomum werden. Erhöhung dev Wurstpreise. Infolge her in letzte, Zeit neuerlich wesentlich gestiegenen Kosten des aus dein Auslande beichasilen Fleisches sowie des übrigen zur WMstcrzeuaun« nötigen Rohmateriales mußte der Preis der unter amtlicher Aud sicht erzeugten, in Wien zur Ausgabe gelangenden Wurst crhöhl werden. Der necke Wursiprris, der von der amtlichen Uebernahmsstelle für Meh und Fleisch unter Zuziehung von Sachverständiger und Konsumentenvertrctcrn ermittelt wurde urd am 30. d. M. tu Wirksamkeit tritt, beträgt K 98.— pro Kilogramm en groS unl L 108.— .pro Kilogramm en detail. Kartoffelabgabe. Heute Donnerstag bis Sonntag werde« ir den Bezirken Xl, Xll und XlU holländische Kartoffeln zum Preis, von X 510 pro Kilogramm, und zwar 1 Kilogramm pro Kopb gegcu Abtrennung der Buchstaben „k" und der Kartoffelkarte abgegeben. „Gefüg", österreichische GeflugelüberuahmSnull Verteilungsstelle. In dieser Woche kommen wlgende Nummer« zur Belieferung: Heüte Donnerstag, vormittags. Nr. 456 b>^ 510; nackmi'tags, Nr. 831 bis 4ö5. — Fioftag den 80. d. M.. vorm kiags. Nr. 1,5 bis 330; nachmittags. Nr. 1 bis 114. Beietli werden and) jene Bezugsberechtigten, btc Karlen für lebende War! hsäucn.