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Wiener Morgenzeitung · 1920-01-19 · Heft 357 (19.1.1920) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 357 (19.1.1920)
Date
1920-01-19
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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eeot'4 i Wien, ’-atoma^f ■jt~BWffiwnBgiwaw ■r ‘ * Die Lepraevidemie. Aus Antwerpen wird gemeldet: Reisende, die aus dem Kongo emgetroffen sind, berichten, daß die Lepra furchtbare Verheerungen amichte. In dem von Belgien besetzten Gebiet des früheren Deutsch-Ost-Afrika /werde dir Epidemie bekämpft. * Ermordung eines Bürgermeisters. Am 17. d. M. nachts wurde in dem Dörfchen Kirchstetten nächst Neulengbach der Bürgermeister des Ortes Wntschaftsbesitzcr Ignaz E n z i n g e r von Einbrechern erschossen. * Gestohlene Films. Am 17. d. M. wurden von einem Handwagen auf der Fahrt von der Dominckanerbastei bis in die Mollardgaffe sieben Rollen Films in einem braunen Pakete, 160.000 K. wert, gestohlen. Unter den Films befinden sich - .£oto Kleopatra", dann französische Films, die für die Vorstellung vom 18. d. M. im Park-Kino bestimmt waren. * Diebstahl in der Akademie der bildenden Künste. Aus dem Atelier der Akademie der bildenden Künste wurde eine Draperie aus dunkelrotem Seidenbrokat mit eingewobenem Palmenmuster im Werte von K. 8000 gestohlen. /Wiener MorgerrzeitunA w»iiM.««gwnr'>fv... —«»-1... i. i "*»«—.ytfyyw< Letzte Nachrichten %: Lebensmittel für Wien. . Ehristiania» 18. Jänner. Dienstag geht der dritte L e b e n s m i t t e l z u g nach W i e n ab. Es sind bereits so viele neue Spenden eingelaufen, daß man mit der Abfindung eines vierten Zuges in den ersten Tagen de§ Februar rechnet» Ein fünfter Zug wird wahrscheinlich etwas später abgesendet werden. Aus Amerika ansgewiesene Bolschewiken. Berlin, 19. Jänner. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" meldet aus Helsingfors: Der von Amerika kommende Dampfer „Bufort" hat 285 aus Amerika ausgewiesene Bolschewiken gebracht, die nach Sowietrußland überführt werden. Weitere Transporte bis zu angeblich 60.000 Personen sollen folgen. * Amerika rüstet für Antwerpen. Gleich den meisten anderen Ländern hat auch Amerika erst recht spät mit den Vorbereitungen zu den diesjährigen olympischen Spielen beginnen können. In einer Versammlung des amerikanischen olympischen Komitees äußerte Vizepräsident S. Weck unter anderem, daß Amerika den stärksten Trupp Sportsleute entsenden werde, der je die Farben Amerikas im Auslande vertreten hat. Oberst Thompson, bekannt von den letzten Stvckhvlmspirlen — er bestritt hierbei den größten Teil der Kosten für den 174 Mann starken Trupp — hat den Vorsitz des Olympischen Komitees an Mr. Kirsby abgegeben. In dem großen Ausschuß findet man übrigens eine ganze Anzahl Bekannter 1912 wieder. Vereinsnachrrchten. (NachrichtenvonBereinenerscheinenauS-. «ahmslosnuramTagederBeranst altung.) Heute: Das hebraischeSekretariat eröffnet heute um 6 Uhr abends, um denjenigen, die Hebräisch bereits in Wort und Schrift kennen, die Vervollkommnung in der Kenntnis der Sprache und ihres Geistes zu ermöglichen, einen systematischen Grammatikkurs. Leiter: Herr Wiesen. Lehrer am Pädagogium. Der Kurs findet jeden Montag und Mittwoch um 6 Uhr abends im Lokal de- Hapoel Hazair, H., Praterstraße 9/4, statt. Der Kurs ist entgeltlich. Anmeldungen im Landeskomitee, H,, Zirlusgafse 33. _ Die Ernährung. Der Marktbericht. Wie gewöhnlich am Sonntag beschränkte sich das Angebot auf den Märkten ans sehr geringe Reste an Grünwaren und Aepfel. ' ■ ■ ■■■; Aus den Fischmärkten waren Reste von geräucherten Seefischen zu haben. Was erhalt man diese Woche? Mehl: */» Kilogramm Verschleißmehl pro Kopf; Brot: cnl Schwerarbeiter l8/* und an sonstige Verbraucher l Laib Pro Kopf; anFett: 12 Dekagramm Oel pro Person zum Preise von K 12.24; Kondensmilch: anschließend an die gewöhnliche Kondensmilchabgabe für Kinder vom vollendeten ersten bis zum vollendeten zweiten Lebensjahre 6 Dosen, für ^mder vom vollendeten zweiten dis zum sechsten Jahre 3 Dosen. ' Abgabe von Kondensmilch. Dom Staatsamte für Volks- Ernährung wird mitgeteilt: Zur Verbesserung der Milchber» sorgung der Kinder in Wien wird im Anschlüsse an die mit 17. Jänner endigende Ausgabcperiode aus den zur Verfügung fichrnden Milchkonservenvorräten in der Zeit vom 18 bis "t. Jänner 1920 an die Kinder vom vollendeten l.bis zum vollendeten 6. Lebensjahre Kondensmilch abgegeben. Jedes Kind vom 1. bis zum vollendeten 2. Lebensjahre erhält drei, jedes Kind vom 2. bis zum vollendeten 6. Lebensjahre eine Dose Kondensmilch zugewiesen. Zur Abgabe gelangt diesmal für Kinder der Mindestbcmittelten und der mit der Zusatzkarie für Arbeitslose beteilten Arbeitslosen gezuckerte Kondens- Vollmilch zum bisherigen Preise von I( 7.— pro Dose, für die übrigen Bezugsberechtigten ebenfalls gezuckerte Kondensvollmilch zum bisherigen Preise von K 1080. Die Abgabe der entfallenden Quote, die für Kinder vom 1. bis zum 2. Lebensjahre auf einmal oder in Teilmengen bezogen werden kann, wird gegen Vorweisung der Milchkarte und gegen Abtrennung der auf der Karte für Mindestbemittelte vorgesehenen» der Anzahl der verabreichten Dosen entsprechenden besonderen 'Kondensmilchabschnitte, beziehungsweise bei den anderen Bezugsberechtigten gegen Abtrennung einer der Zahl der Dosen entsprechenden Anzahl von Tagesabschnitten der 153. bis 154. Woche, beginnend mit dem Montagsabschnitt der 153. Woche, erfolgen. Parteitag des Zentrums. Teilnahme der bayrischen BolkSparteiler. Berlin, 19. Jänner. Gestem abends begann der Parteitag des Zentrums mit einem Empfang in der Wandelhalle des Reichstages. Unter den Anwesenden befanden sich außer den-Angehörigen der Zentrumspartei beider Häuser zahlreiche Delegierte aus allen Teilen des Reiches, besonders aus dem Rheinlande und Westphalen. Die Begrüßungsansprache hielt der Vertreter der Berliner Organisation Schönborn. Er gab dem Wunsche Ausdruck, gemeinsam mit dem ganzen Volke üm Wiederaufbau des Reiches zu arbeiten. Er erklärte weiters, daß ein großer.Teil der Delegierten der BayrischenVolkspartei offiziell mr den Beratungen teilnehmen werde. Die slowakischen Sozialdemokraten für Prag- Preßburg, 19. Jänner. (Tschecho-slowak. Preßbur.) In einer heute abgehaltenen Versammlung der deutsch und ungarisch sprechenden Vertreter der sozialdemokratischen Partei in der Slowakei, an der 52 Delegierte aus der Provinz und der hiesigen Gewerkschaften teilnahmen, wurde ein Beschluß gefaßt, worin erklärt wird, daß sich die Sozialdemokraten der Slowakei an den Wahlen zurPragerNationalversammlung beteiligen werden. Bühne mch Kunst. : Ariel Birndanm-Abend. ' Uriet Birnbaum hatte es diesmal seinen Anhängern recht schwer gemacht, seinem Abend ohne Mißvergnügen beizuwohnen. Dieser in unsere Gegenwart wie ein Anarchismus aus dem biblischen Zeitalter verpflanzte' eifervolle Bekenner mty Bekehrer schien sich an das Wort halten zu - wollen, daß der wahre Geist auch bei den Einfältigen zuhause ist, soferve sie nur guten Willens sind. So mußte man denn ein ermüdend uninteressantes Programm von Musik- und Gesangvorträgen über sich ergehen lassen, ehe der Autor selbst erschien, rin Programm, das unter anderem ein Klavierquintett von Emil Hoch eit er enthielt, der auch Kompositionen Birnbaumscher Gedichte für diesen Abend beigesteuert hatte. Dieses Quintett reicht nicht über das Mittelmaß eines begabten Dilettantismus hinaus, der mitunter recht unbeholfen das thematische Material in die musikalische Form zu pressen bemüht ist. Das Damenquartett R o d o s i unterzog sich mit liebevollem Ernst der Aufgabe, das Werk im Verein , mit'dem Komponisten zu Gehör zu bringen. Auch die von Hocheiter komponierten Liebeslieder des Dichters weisen keine originelle Note auf. Sie waren ebensowenig wie der Gesang der Interpretation geeignet, besonderes Wohlgefallen zu erwecken. Herr Richard C z i n n e r unterbrach diese musikalische Reihe mit Rezitationen Birnbaumscher Lyrik, dann erst kam der Dichter selbst zu Wort. Man kann micht sagen, daß er als Vorleser der Wirkung seines Werkes forderlich ist. Er spricht reichlich undeutlich und weiß auch len Sinn seiner Schriften nicht recht ins Publikum zu tragen. Trotz dieser Hinderniffe fühlte man bald die innere Kraft dieser starken Eigenart, folgte man mit tiefem Interesse den bildkräftigen, in ihrer Realistik erschütternden, von heiligem Glaubenseiser und Gottvertrauen durchlohten Schilderungen aus „Gottes Krieg", einem Sonettband, der in scharfem Gegensatz zu der pazifistischen Literatur, die Schreckniffe des Krieges als gottgewollten Greuel mit selbstquälerischer Dankbarkeit entgrgennimmt. Widerspruch mit den herrschenden Ansichten dürfte auch jenes Sonett erwecken, mit dem er dem letzten Kaiser eine Gloriole ans anbetenden Worten errichtet. Das Publikum empfing und entließ den Dichter mit starkem Beifall. dl. /19. Immer 1920 Konzert Tomschinsky. Auch der zweite Abend kleinen GeipenkÜnstlerin Mimir Tomschinsky brachte», angenehme Eindrücke, die man der musikalischen Sicherheit und! künstlerischen Reife des Wunderkindes verdankte. Sie spielte das' schwierige Tschaikowsky-Ko.nzert mit männlicher, Energie und! feurigem Elan, entwickelte 'in Bruchs 6-Moll-Könzert warme und ansprechende Tongebung Und zeigte Insbesondere in der von, ihrem Bruder Harry am Klavier begleiteten „Carmens-Phantasie^ von Hubay hochentwickelte Virtuosität. In der nicht mehr geringem Zahl geigender Wunderkinder nimmt die junge Künstlerin einen hohen Rang ein. M. \ In der Over gelangt im Herbst die neue komische. O p e r von Richard Strauß, zu der der KomvomS selbü den Text schrieb, zur Uraufführung. Der Titel deS Werkes steht noch nicht fest. __ Der Volkswirt. Asberlaffrrrrg ausländischer Wertpapiere an den Staat. Offiziell wird mitgeteitt: Durch' die VI. Vollzugsanweisung des deutschösterreichischen Staatsamtes dev Finanzen vom 8. Dezember zum Gesetze vvm 4. Juli! 1919 werden die von den nachfolgenden (Staaten und! in denselben ausgegebenen festver-zinslichen Wertpapierei sowie die Anteilscheine (Aktien) VM Unternehmungen», die in diesen Staaten ihren Sitz haben, zwecksleihweifev! Ucberlassung an den Staat auMrufen: .'s Vereinigte Staaten von Amerika, Aegypten, Bel-!' gien, China, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Großbritannien und Irland samt den britischen Besitzungenüber See und Indien, Italien, Japan, Niederlande^ Norwegen, Persien, Portugal, Rumänien, Rußland,-' Schweden, Schweiz, Serbien, Siam, Spanien, sämtliche süd- und mittelamerikanische Staaten,-die Schütz-' gebiete und Kolonien alter vorstehend - angegebenen Staaten. - - - - Zu. diesem Zwecke sind die aufgerufenen Papiere! zur Einlieferung, beziehungsweise, falls im Ausland erliegend, zur Anmeldung zu bringen, jedoch nur insoweit, als sie an einer der Börsen von New Dvrk, Londons Paris, Mailand, Brüssel, Kopenhagen, Stockholms Christiania, der Schweiz oder Holland notiert sind.! Die Einlieferung, beziehungsweise Anmeldung hat bis zum 25. Jänner 1920 zu erfolgen. ' i Sämtliche im Sinne des Gesetzes vom 4. ' Juli! 1919 abgabepflichtigen Eigentümer solcher aufgerufeneü Wertpapiere, beziehungsweise Verwahrer,' Pfandhalter! |u. s. w. von solchen, gleichgültig ob diese belehnt oder unbelehnt sind oder als sonstige Sicherstellung dienen^, haben die im Inland in nicht bankrnäßiger VerwahrnW-, befindlichen Wertpapierebei einer inländischen Bank oder Bankfirma einzuliefern; die inr /Auslande erliegen- - den bei einer inländischen Bank oder Baukfirma vorerst anzumelden. Die Einreichungsstellen werden deü Parte'eir alle., die Durchführung der Abgabe betreffende: Auskünfte! erteilen und die für die Einlieferung, beziehungsweise;/ Anmeldung nötigen Formulare kostenfrei zur Vers/ stigung stellen. Aus der Einliefernng, beziehungsweise^ Anmeldung sollen für die Parteien keinerlei Kosten odep Spesen erwachsen. Ungarn sistiert Einkäufe. Budapest, 18. Jänner. Wie das Ungarische Telegraphen-Korrespondenz-Bureau von kompetenter Stelle erfährt, hat die ungarische Regierung mit Rücksicht auf die ungeheuren Preissteigerungen auf dem Wiener Markt sowie auf die übrigen aufgetauchten Schwierige keiten ihre Waren ein kaufe si stiert und bezüglich der noch nicht effektuierten Geschäfte alle Ermächtigungen zurückgezogen. _ Wiener Börse. Die heutige Börse eröffnele in geteilter Tendenz. Die Wahl Deschanels wurde günstig ausgenommen. Skodaaktien setzten ihre Auswärtsbewegung fort und gewannen neuerdings K llO.—j ferner bestand lebhaftere Nachfrage nach Salgo-Kohlen, die zu K 5820.— um K 230.— höher einsetzten. Dagegen wurdet Staatsbahn um K 190.— billiger abgegeben. Schwächer lagen auch Alpine Montan. Der Verkehr war wesentlich geringer grgen^ über der letzten Tage. New-Borker Börse. - New-Pork, 15. Jänner. (Kabeltelegramm. Verspätet eingelroffen.) Trotz der ungünstigen Aussichten hinsichtlich der weiteren Gestaltung der Verhältnisse auf dem Geldmärkte war die Börse anfangs sehr fest veranlagt. Nach einer vorübergehenden leichten Abschwächung zogen die Kurse weiter erheblich an, da bekannt wurde, daß eine weitere Diskonterhöhung bei den Staatsbanken nicht in Frage komme. Der Schluß war sehr fest. Aktienumsatz 1,020.000 Stück/ MOTawifH« irnmsBgmcmueBfnmnnv anmasmrwaamfXaBgmxmaca medizinische Instrumente» Röntgen u. elektr. Apparate etc. iu kaufen gesucht. Öfter:«, Kataloge, Illustrationen von Neuheiten an Box 111, Jewish Adverilslng Agency» 3, Granville Chambers, Bury Street, London, W. C. 1. vom jWBWBWiigW^ «IWmmiw, mm > ■ ■< mmmu für Schösse und Mäntel Wäschestickereie» in allen Breiten IT|fco l?aiiQFni3inn Textilwaren mit AuSfnhrbrwillignng »»Ido T öUCl liluUU Wien, Gonzagagasse 3. n Telephon 21044. Mfibel-Gelegenheitskauf in grosser Auswahl. 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T«t.19310 Jüdische Zeitungsv Berlagogesellschast m. b. H! Vercmtworllicher Redatteur: Jacques Schwarz» Buchdracke^n u, V.-A. Ignaz Steinmann. Wien. i ..K.M..bA

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