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Wiener Morgenzeitung · 1920-01-16 · Heft 354 (16.1.1920) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 354 (16.1.1920)
Date
1920-01-16
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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mmmsrrrr_ Nr. 354 ÄBltit, Fceltag Wiener Mvrgenzeitung 16. ISttner 1920 .« -Seitt 7 Der Medervsterrelchifche Enp. Am 25. Jänner wird die letzte Vornmde des CnvS erledigt. »Kon jetzt wliroe dre erste Lauvmmde. die am 8 Februar stattfindet. liMclosi. Dre wichtigsten Cp-elestud: Cioaer aus Kakoab— Rasenspieler sieben Eimmexna, Merdlmger Sp.'Fr.-Nudoffshügel. Siepcr aus Tulln—German a geg-n Ataria, Svor'ttud argen. Breuna. S.cgrr aus Sturm i'.N4—Gnstbvf gegen F.A C., Amateure gegen Hetba. Rapid gegen Adm.ra, Wacker gegen W. A. F.» W. A. C. gegen Srrger aus Slovan-Vorwärts. Die ersten Wettspiele der Hakoah. Die Hakoah er» Met die FriiliiahrSsa»'on am 25. d. M. mit dem Cuvi'piel gegen p r e n e r N a i c n s v t c 1 c r, dann folgt am 1. Februar ern ssttisvrel gegen GerstboterSportvereinrgung. .nt 6.Februar Irrten dre Hakoalrner den S i m m e r i n g ern J Cup gegenüber und am 15. Februar sind sie berm Wiener , I P o r t klub in Dornbach zu Gaste. Gerichtssaal. Mutter und Tochter unter dem Verdachte des Giftmordes. Wie bereits gemeldet, hatten sich gestern die Kupfer» Mmledsgattin Mathilde M a tula und ihre 19jährige Tochter Marie. Matula, erstere wegen Mordes, letztere unter der Anklage deS Kindesmordes . vor dem Schwurgerichte zu verantworten. Nach Ausführung der Anklage soll Mathilde Matula dem neugebornen Kinde ihrer Tochter mit deren Einverständnis Kupfervitriol eingeslößt und dadurch den Tod deS sr-.ndes herbeigesührt' haben. - Die Verhandlung fand im kleinen SchwurgerichtZsaale tm dritten 'Stockwerke des Ländesgerichtes statt. Unter den Geschwornen befand sich auch Frau Fritzi Hruschka, die sich als einzige Frau in dieser Session zur Uebernahme des GcschworneuamteS bereit erklärt hatte. . Die Angeklagte Marie Matula, die zuerst verhört wurde, erklärte auf die Frage des Vorsitzenden» ob sie sich schuldig bekenne: „Mich trifft keine Schuld, ich habe nichts getan." Marie Matula erzählt,, daß - sie sowohl in Wien und dann in. Szegedin als-Kontoristin in Stellung war; erst , seit Jänner vorigen Jahres, als sie mit den Eltern aus Szegedin nach Wien zurückgekehrt -war, habe fr« keine Stellung mehr angenommen. — Vorsitzender: Haben Sie in S'egedin' gemerkt, daß sie in andere Um» stände gekommen sind? — Angeklagte: Nein, ich habe keine Ahnung davon Ehabt und habe auch in Wien nicht daran gedacht, daß ich ein. Kind zu erwarten hätte. — Die Angeklagte schildert dann ihre Besuche bei den verfdjtcbeneu Aerzten und beteuert immer wieder, sie habe nie an eine Schwangerschaft geglaubt, und sei am 3. Mai -von der Geburt überrascht worden. Die Mutter. Mathilde Matula, erklärte sich gleichsallS nichtschuldig. Auch sie habe an die Schwangerschaft der. Tochter nicht geglaubt. Allerdings sei ihr späterhin der stärkere' Leibesumfang der Tochter ausgefallen. Die Tochter ging zu einem Arzte und kam mit der Angabe zurück, der Arzt habe ihr Pillen verschrieben, ei handle sich nur um eine Blutstauung, die bald behoben sein werde. Vorsitzende r; Warum haben Sie die Tochter nicht zum Arzt begleitet? — Angeklagte: Das war ein Versäumnis, darum stehe ich hier; Marie hat gesagt, daß sie alt genug ist und allein zum Arzt gehen könne. — Die Angeklagte schildert dann die Vorgänge bei der überraschend gekommenen Geburt und beteuert, sie könne sich nicht erklären; wie das Gift in den Körper des Kindes gekommen sei. Das Urteil. Die Verhandlung wurde am Abend zu Ende geführt. Der Volkswirt. Die Entwertung der Krone und die Valutenkrrrse. Die Kroncnnotiz gleitet ttt der Schweiz und in Holland unaufhaltsam abwärts. Maßgebend hierfür rst vor allem die sich stets aussichtsloser gestaltende wirtschaftliche Lage DeutschvsterreichS; auch das bisher ucgariv gebliebene Ergebnis unserer Unterhandlungen Mit Prag hat den KurS sehr ungünstig beeinflußt. Endlich ist die überaus schädigende Wirkung unserer lieberschwemmung mit Papiergeld ohne Deckung und deS fortwährenden Aufschubes der Vermögensabgabe zu verzeichnen. Während sich die Krone anfangs 1919 in Zürich um —.80 herum bewegte, nähert sie sich jetzt rasch dem noch bis vor kurzem für unmöglich ange'chenen Kursstand von 2.—. ES zirkülmten sogar bereits Gerüchte von Nachnchlcn über ein Sinken auf 1.—» doch haben sie sich bisher Nicht bewahrheitet und vorläufig wird aus Züuch rin Tiefstand von 1.70 gemeldet. Das Empor schnellen der Preise fremder Zahlungsmittel entspricht der m t jedem Tage abenteuerlicher fortschreitenden Entwertung der Krone. Endlich bcqurmt stch auch die D e v i s e n z e n t r a l e, die Kurse der ausländischen Valuten mit dem eigentlichen Werlverhältmffe mehr in Einklang zu brmarn und nimmt täglich bedeutende Erhöhungen vor. Ihre Notierungen näher» sich beträchilrch denen des freien Verkehres. Im letzteren notierten gestern Leinölen K 6.04, Rubelnotenll 3.26, Marknotenk 6.10, LireL 19.60 undDvllarL 251.—. Erund dieses Wahrspruches verkündete der Vorsitzende den Freispruch beider Angeklagten. Diese dankten mit einer Verbeugung. Die tschechischen Staatsschulden. Prag, 15. Jänner. (Privat.) In der gestrigen Sitzung des Budgetansschusses wurde über d,e Staatsschulden der tschechoslowakischen Republik verhandelt. Berichterstatter Dr. H e r d l e r wies darauf but, daß drrses BudgettapNel fern deutliches Bild der gesamten Staatsschulden ergebe. Man kaltuliert mrt einem Kurs des Dollars gleich K 32.—, dre Lire K 8.50, Frank K 4.-, Pfund Sterlmg K 140.—, welche Zistern jedoch dem heutigen Kursstand nicht entsprechen. Er behandelte hrcraus ausführlich dre einzelnen Posten, und zwar dir Anleihe der nationalen Frecheit im Betrage von 500 Millionen Kronen, - die Doüaranleihe gleich 54( Millionen Dollar, die zweite Staatsanleihe im ungefähren Betrag von 3 Millionen Kronen, dre Lircanlerhe per 20 Mlllrvurn Lire, die Banknotenstaarsanlcihe nn ungefähren Betrage von 700 Millionen Kronen, die weiteren Dollarankechen per 4 Millionen Dollar. 7 Millionen Dollar, 20 Millionen Dollar. 6 Millionen Dollar, ferner dre FraWanlerhe per llO Millionen Franks in Frankreich; die Sterlmganlrrhe per 67 Maronen Mund Sterling in England, die italienische Anleihe per 150 Millionen Lire und die Post österreichische, gcmemfame.und ungarische Vor kriegSschuld. welche Post nrcht ziffernmäßig belegt rst. Das Budget rechnet damit, düst im Lause des Jahres die Vermögensabgabe eingefübrt und daß ein großer Dil der Schulden durch diese Abgabe gedeckt wer den wird. Zum Schluffe beantragte er. daß m einer Resolution ausgesprochen werde, es werde mrt der größten Beschleunigung und unter Beteiligung aller zuständigen Ministerien durch eine Kommiision der Nationalversammlung eine Evidenz über den Stand der auslündischeu Gesamtschulden der Tschecho-Slowaker erngeführt. Beim Kapitel »Eisenbahnen* deS Budgets konstatierte der Eisenbabnmmister Dr. F r a n k e, daß dre Ersenbahnverwalkung für Erdäpfel. Kohle. Getreide und Mehl durchlchmNlrch 90 Prozent Waggons be,stelle, so daß 45 biS 60 Prozent Waggons fehle«. Das ist ein Beweis dafür, daß der Wagenumlciuf fast normal ist. Der Fehler liegt darin, daß dre Eisenbahnen nicht genugKohle zugererlt eihalten, daß die Kohle schleckt,, der Zustand der Lokomotiven zu wünschen übrig läßt. Die Eisendahndlebstähle nehmen ab. Dre K a s ch a u - O de rbergerBahn wurde nn Oktober in die Staatsverwaltung übernomme«. Dir Beleuchtung her Waggon mit G a s wird bald wieder möglich sei«. Die KrleqSanl-ihe in der Tlchsööo-Slswaki! Prag» 15. Jänner. (Privat.) Am Sonntag hat kn Aussig eine Besprechung der ständigen Delegatiou deH Kriegsanleiheschutzverbände Böhmens, Mährens urüz Schlesiens mit den Vertretern der deutschen politischen, Parteien stattgefunden. Vertreten waren der Bund der Lanv-l! Wirte, die deutsche christlichsoziale Volkspartei, die deutsch^ demokratische Freiheitspartei, die deutsche Nationalpartei, deutsche nationalsozialistische Arbeiterpartei. Dr.Lodgmai gab als Vertreter der nationalen deutschen Parteien folge Erklärung ab: „Die nationalen deutschen Parteien nehmen in de«' Frage der Kriegsanleihe folgenden Standpunkt ein: De« tschechische Staat ist in allen Gebieten, welche ihm durchs den Feiedensvertrag zugesprochen worden sind, RechtÄ-i Nachfolger des alten österreichischen Staates geworden.^ Daraus ergibt sich, daß er die Pflicht hat, die Krieg»*! ' anleibe ebenso wie die Vorkriegsschutden deS »ckteeff Staates anzuerkennen und einzulüsen, da er anderer», seits auch in dessen Souveränitätsrechte eingetreten ist-' Abgesehen von diesem Rechtsstandpunkte hätte die Nicht«, anerkennuna der Kriegsanleihen so verheerende Folgen für die Volkswirtschaft und das öffentliche Vertrauen zum Staate, daß ein allgemeiner Zusammenbruch unvermeidlich wäre. Die deutschen nationalen Parteien werden daher in der zu wählenden Nationalitätenversammlung» also auf parlamentarischem Boden diesen Standpunkt ent« schieden vertreten. Einen etwaigen gegenteilige«, von de< jetzigen tschechischen Versammlung in Prag gefaßten Be« schmtz werden sie selbstverständlich nicht anerkennen. 4 Zur Hauffs In den Türkenlosen. Bezeichnend für die wrlde Hausse an der Börse ist uuteB anderem tue Steigerung der T ü r k e n l v s e, welche im gelingen Verkehre, an einem einzigen Tage, von kl 2080.— aus K 89 0.—, also um K 820.— rn die Höhe getrieben wurdet Das Publikum geht von der Devise „Flacht vor der Krone" auS und kaust an Effekten alles wahllos zusammen, um das GelH loszuwerdcn. Die Käufe in Turkcnlosrn waren von großem Umfang. Die Steigerung wurde auch damit begründet, deH dir Niete der Tmkcnlose Franks 210.— betragt. Keine ZrvangSanleihe in Holland. Haag» 14. Jänner. (Privat.) Die Zwcrie Kammer hat dM Antrag der Regierung auf Aufnahme einer funiprozentigen Zwarigsarilerhe von 450 Millionen Gulden mrt VL gegen 25 Stimmen abgelehnt. » Der ValuLaftreit In Jugoslawien. Laibach, 15. Jänner. (Privat.) Der Streit um die Valuta«- regelung droht in das oppositionelle Lager eine Bresche zu lege») Dr. 8 a g i n j a hat namens der kroatischen Volkspartei an den- Mmistrrpräsidrntcn Davidovrc die Forderung gestellt, düst! die Krone im gleichen WertverhÜltniS wie dc^ Dinar eingewechselt werdcn soll, während die serbisch-radikale Partei, die rm oppositionellen Block der stärkste Verband ist, füg den Umtausch im Verhältnrste 4:1 ist. Es droht auS diese» Gegensätzen eine Spaltung im oppositionellen Block. Dt» Widerspruch ergibt sich zwischen dem Dinarland Serbien und bttll Kronländern Kroatien und Slawonien. Kredite der Franzose» in tschechische« Industrie-' Unternehmungen. ES verlautet, daß die R u st o n- und! Skodawerke von den Franzose« bedeutende! K r e d i t e wie auch die Zusicherung erhalten haben, daß ihnen! die nötige Kohle und Lebensmittel für ihre Arbeiter überwiesen! * würden. Szene im Keller. V, '' (AuS den Schrickenstagen in Polen 1919.) Von David Pinoki. (1. Fortsetzung.) Eine Mädchen stimme: Mein Gott, was tä? ich, wcnn'Z hier hell wäre, ich bin ja ganz nackt. Möchte mir nicht jemand irgendeinen Fetzen zur Umhüllung geben? Stille. S t i nt nt e u: — Diese Stille ist furchtbarer als baS Schießen. . — Solange geschossen wurde, konnte man wenigstens gefaßt darauf sein, daß plötzlich eine Bombe über unseren Köpfen zum Platzen kommt und allem -in Ende macht, aber jetzt, diese tvostlose Ungewißheit... — So eine Stille ist der wahre Schrecken. — Es hat den Anschein, daß sie mit diesem Hans hier ctjvas Furchtbares Vorhaben. — Gott soll beschützen! Ein kleiner Junge: Ich werde hinaus- ^riechrn und mich umschauen. Seine Mutter: Bleib liegen, wo du bist! Der k l e i ne I u n g e: Sie können mich ja nicht bemerken, ich schlängle mich hin wie ein Wurm. Seine Mutter: Kriechen möcht' er und kann kaum eine Hand bewegen. Der k l.c i ne Junge: Ich bin ja ganz klein, sie können mich doch nicht bemerken. Seine Mutter (streng): Lieg' ruhig, wo du bist! Der kleine Junge (aufbegchrend): Ich bin hungrig! Die Stimme eines Weibes (sehr schwach): Ein Krümchen Brot . . . ein Krümchen Bwt . . . Eine Mädchen st im me: Ich denk nicht an meinen Hunger, ich denk nur an meine Nacktheit. Wenn ich nur ct:vas hätte» mcine Blöße zu verhüllen! Ein Fieberkranker (aufHreiend): Ich verbrenne! Im Fcuer lieg' ich . . . (hält tnne, einige Frauen schluch en lci^e.) Der unsichtbare ft < ci o : u!? c (ueü '.e: :b): Warum?. Warum?!. Einer der Sitzenden: Genug, um den Kopf zu verlieren! Ein Anderer: M in Kovf ist schon sortgeflogen» wie der Deckel eines Kessels, Zischsch! Erst flog mir die Schädeldecke fort — fort — fort — dann folgte ihm sogar das Hirn, ich feh' sie noch dort hoch oben. Wollt' ich nach ihr langen, müßte ich eine sehr, sehr hohe Leiter haben. Das macht mich so trübselig. Ich habe keine so hohe Leiter. Ein Kind (mit sehr dünner Stimme schreiend): Ich möcht' meine Feuerwehrleiter haben! Die Mutter: Sch! Sch! Ein Weib: Das arme Ding stirbt vor Hunger und verlangt nach seinem Spielzeug. DieMutter (schluchzend):Sch! Sch! Sch! Siille! De r Mann mit dem Gesicht gegen den Sonnenstrahl: Seht, wie der Sönnenftraht uns ruft und uns zuwinkt, er macht uns alles vergessen. Es ist mir, als könnt' ich ihn besteigen und auf ihm reiten, aufwärts, aufwärts . . . und meinen Sinn erfüllen Lieder des Glücks. Warum sehe ich da draußen immer nur grünende Auen und eine glückliche, glorreiche Welt und eine das Weltall beglückende Ruhe? Stimmen: — Eine „beglückende Ruhe" in der Tat! — £Iic sollten aber wirklich doch herausbekommen, was da droben eigentlich vorgeht. Der kleine Junge: Ich krieche hinauf. Stimmen: — Wir sollten alle hinaufkriechen, weShalb im Verborgenen bleiben? — Mögen sie uns ausrottrn und alles ist vorbei! — So lange wir Atem schöpfen, ziehen wir es vor, zu leben! Lieber sich langsam in der Hoffnung auf das Leben erschöpfen, als in den sicheren Tod gehen. DerkleineJungcrJch rutsche auf dem Bauche hin. nicht einmal den Kopf werde ich in die Höhe heben, ich k.abblr hervor, so, so. Der Rabbi: Wir wollen noch diesen Lag zu Ende tvarten. Bleibt es dann draußen noch immer still, dann kriecht einer von unS. hinaus und stellt je st. wie die Dinge stehen. Mj Ein Mann (mit kaum hörbarer Stimme); JH werde diesen Tag nicht mehr überleben, mit mir gehtz es zu Ende. Die Stimme eines Weibes: Ein KrÜmM» Bwt... ein Krümchen Bwt! Stimmen: — Bald werden wir alle so spreche^ wie diese da. — Wir werden vor Hunger uns! selbst an unseren Namen nicht mehr erinnern. — Wir kommen nicht mehr lebend' von hier fort. — Was übrig lassen die Läuse, fressen die Mäuse — Es ist, um den Kopf zu verlieren. Der Irrsinnige: Wir werden einer auf den Schultern des anderen stehen und dann den SchädeL erreichen.! Ein Weib (sitzt gebeugt Über etwas in ihren Lappen und stöhnt verzweifelt): Dahin! Dahin! .. 3 er. ist tot. mein Kind ist tot, Zortele! Awromelel. Leiser'l ist tot, euer Bruder ist tot. { Zwei Kinder (die neben ihr sitzen, brechen In Tränen aus, schluchzen mit ihren dünnen Sümmchen). Das Weib: Er ist tot, nun ist ihm wühl, er ist glücklich. j Stimmen: -- Ach, allmächtiger Gott' den Weltalls! — Wo können wir ihn jetzt begraben? ' — Er wird nicht lang der einzige Leichnam h^Ä sein, bald werden wir ihm alle folgen. i -- Wir werden von hier doch hervorkriechen müssen^ wie kömtcn wir hier länger bleiben? *j — Wir werden hier ein tiefes, tiefes .Grab fchaufel^ müssen. . — Für uns allesamt. ' ' '' * ' K Ein kleiner Junge (heulend): Ich fürcht^ mich! Ich will hinaus von hier (eine Hand preßt ihm * den Mund zu). | Der Fragende (in Tränen ausbrechend)) Warum? warum? j Einer der Sitzenden: Mögen Unserer Sondav« hineinmischen. Weil wir in allem unsere Hand d'rin haben. Wegen unserer Revolutionenl (Schluß folflt.)

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