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Wiener Morgenzeitung · 1920-01-14 · Heft 352 (14.1.1920) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 352 (14.1.1920)
Date
1920-01-14
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wien, Miktwock Schreibmaschinen j erstklassige Systeme, fabriksneu und gebraucht, in allen Preislagen » wieder vorrätig-, 2173 M!., Biberstrasse 22, Mezzanin, <reprenäb6r der Postsparkasse H »CTmaJaiL» i JOEXSSTI NFG. Oegr.|t903|| in Oesterreich befaßte. Bei Beginn der Versammlung gab es'eine kleine Störung, indem einige Polin-che Kommunisten die Teilnehmer zn sprengen verjnchien. Sichersieitörvache mußte zu Hilfe gerufen werden. Als Referent fungierte Redakteur Hernhch. Es wurde eine. Ent'chki ß.'ng angenennnen, in der verlangt wird, daß ne deinschöfterreirbifche Regierung die jetzigen Ver- -egrsnerhättnisse berücksichtigt und die Frist für die e!-'- im'der i'olui’chen Bürger aus Wien nur für kurze V nr erßrec/e. cko daß dasin im Frühjahr alle selbst ^'ien,,'fi-ein'iüch verlassen iverden. Die Polen verte nnrn n-che -ie t.'>aurigen Ernäl-rnugsverhältnissein ^i'n.und'wollen .keineswegs die Wiener bei d-rn Lebens- 'rktt'ln verkürzen. Sie appellieren an bie polnische egierung. damit, den hier weilenden polnü'chen Bürj rn Leb'iiönülte! gugelviesen werden. Ge§on die Pogrome in Angarn. Wu^ichvu cirmüdn. hat die anfangs Jänner in Prag ab- ^b.ünm: ^.ugung dcr jüdischnattonalew Vcandaiare eme gegen die n-e.ariichm Pogrome gerichtete Resolution angenommen. Der .'tut ag lauTct: .Mn fchmcrzlicher Entrüstimg Hiebt sich der am Jänner 1'->20 rn Prag versammelte jüdische Delegiertentag nnan'mßt, wiederum geme Stimme gegen Judenpogrome zu erregen. In Ungarn wurde, w:e insbesondere der grauenvolle Nord an Juden in Kecskemet beweist. eine heute noch r a r u r ch r feststellbare Z a b l v o n Juden' nngnuoi dct. Der Dcl.miertcntag erhebt vor aller Welt gegen diese m-.er ' dem Deckmantel christlichnatianaler G e- : u u u n g veiilbke Kuüurschande-nachdiücklrchst und feierlichst h'-.oteste" - - -_, ■ i Die neuen Poftgebirhren. W'e berens gemeldet, treten die neuen Postgebühren im : n t n disch -e n Berte hr sowie m jenem - nach Ü n gm rn, der Ds checho-Slowakei und Deutschi a n d morgen in Kraft. Bon morgen an kosten -B r i e f e bis 20 Gramm ch .Heller, für je wettere 20 Gramm 10 Heller (eingeschrieben >0 Heller, Rückscheine 60 Hellem,. Postkarten 25 Heller, Doppel-;tnmi finit RnNvortkarte) 50 Heller, nicht eilige Drucksachen für c 50 Gramm 10 Heller, nicht eilige ..sperrige" Drucksachen iv: je 50,Gramm 15 Heller. Als „sperrig" werden Drucksachen md Geßhäskspavicre, .in R o l l e n t o r m verpackt, beeichnet. Für Gcsch'iiispapiere, die wie Drucksachen behandelt werden, -st eine Mindistacbühr, von LY Heller und ein Höchstgewicht 'on 2 Küogramm vorgeschrreben. Für Warenproben betragt die LerörderuuMedschr 10 Heller für je 50 Gramm (Mindestjcüülir 25 Heiler. Höchstgewicht -50m @;anun,_ nach Ungarn i:-o Gramm).' Für Wertbriefe, die verschlossen ausgeycben werden, ü -nur Gri'ichr wie 'ür. einen eingefchneberken Brres von gleichem Äew.ckn.e und eine Wc-.igebnhr von-60 Hellern für je K 300.— n'igc ch.i-,ben '.Franlozwang'. Für osten ausgegebene Wertbriefe .nach Ungarn und Temschland unzulässig) ist noch rin Zuschlag n der.Höbe -der halben Werrycbuhr zu entrichten. Für B a k e t e (Franlözwang) beträgt, die Gewichtsgebühr ,.s 5 Kilogramm K 2.50, h s io Kilogramm X 5.—, bis 15 Kuogramm K 7.50, 'bis' 2-0 .Kilogramm X 10.— und bei i; c i-aut dis 5 Kilogramm K 3.75, bis 10 Kilogramm X 7.50,;is 15-. Kilogramm h 11.25 und bis 20 Kilogramm K 15.—. för Maiaende" Pakete (nach Ungarn unzulässig) ist ein Zuck lag.uou X 1.50 zu entrichten, außerdem die. Eilbestellung, falls ie verlangt.wird. DK Wortgebühr für Pakete beträgt 60 Heller ür je --5 -600.—. Der Rückschein, kür Wertbriefe und Paketen-: nngen kostet 60 Heller, ebenso für Nachitghmen, kür die außer >er gewöimlrchcu Gebühr w'e für eine Sendung gleicher Art r'.me Nachnahme noch eine Borzeigegebühr von 40 Heller.einge- -oben wird. P o st a n Weisungen kosten bis X 50.— 50 Heller, Ür wettere je X50.— 10 Heller mehr; für telegraphische Postmwenungen außerdem die T legrammgcbühr und die Ellzustelltebübrvon 60 Heller. Für dir Auszahlungsbestäiignna sind '»0 Heller zu entrichten. Postanweisungen nach Deutschland 'osten für je K 50.—- nur 25 Heller. UeLernahme von RechLsangelegerrhekten in Amerika. Ter Pi-'sscdienst der Delegation des Jüdischen Nationalrates für Ostgalizwu meldet: Im Aufträge des Exeluttv- .omitees der Zionistischen Lavdesorganisanon begibt sich demnächst n Lachen des Hiliswerkes für den winschairlichen Wiederaufbau oer oßgalizischeu Judmdett eine Kommisston nach Amerika. ' Der Vorsitzende und Nechlskonsulent dicker Kommiffion, vr.r Tr. Moritz P a ch t m a n n, ist bereit, für alle jene Personen, welche An Amerika Rechtsangelegenheiten twie Erbicha tv^, Ehesachen utw) durchtusetzen haben, deren Erledigung koste n t o s zu übernehmen. Diesbezüglich wende man sich direkt an Herrn Dr. M. Pachtmann. Wien, XIX., Hardtgaste 27, oder an die Delegation des Jüdischen Nativnalrates für Ostgalizien- Wien, II., Taborstraße 20a. Wiederernführung der Fahrtverpflichtung und des Taxzwanges für die Fiaker. Erhöhung der Taxe für AutoLaxi und Einspänner in Wien. B'kavntetweise war den Wiener Fiakern bisher eine Sonderstellung emgeräumt, die ihnen das ausgesprochene Gepräge eines Lurussuhrwerkcs gab, die aber den Berkehrsbedürfnissen des großen Publikums, namenilich jetzt in der Zeit der großen Verkehrsnot keineswegs entspricht. Insbesondere, die Besremng der Fiaker von Fahrlverptlichiung'und Taxe haben mit Rücksicht auf dos Derhalien mancher Wagenlenker zu unhaltbaren-Juständen geführt. . Schon die Tatsache, daß für Fahrten mit Fiakern Hunderte Kronen verlangt und auch bezahlt werden konnten, mußte auf den Großteil des Publikums aufrcizeud wirken, In einer eben erschienenen Verordnung der niederoster' reichischen Landesregierung wurde daher für die Fiaker die F a h r 1 v e r p s l i ch 1 u n g in Kraft gesetzt und im selbstverständlichen Husammenhange damit vorläustg, und zwar bis zu der einem späteren .Zeitpunkte vörbehaltenen Einführung des Taxameters auch für Die Fiake r folgende für Tag und Rächt geltende Zeittaxe sestgestellt: Für die ersten 10 Minuten K 40.—, für je wettere. wenn auch nur angesanaene 10 Minuten bl 20.—. Aber auch, wenn die vom Publikum wobl oder übel hmLenommene Wiener MorgenzenunK ' gewohnheitsmäßigen Taxuberschreijuitgen. beziehungsweise die willkürlichen, außerhalb des TariseS stehenden Fahrpreisforderungen des Taxamckerfuhrwerkes dränglest zu einer behördlichen Regelung, die nunmehr durch die gleiche Verordnung der Landesregierung erfolgt ist. Der derzeit geltende Maximaltarif mußte auf das D r e i fache e r h 8 h t->werden. Es wird' somit bei Tag und bei Nacht der simfzehnfäche Betrag bjtr im Fahrpreisanzeiger erscheinenden, jedoch keinerlei' Zuschlag zu zahlen sein. Nach den neuen. Taxen Würden jsum Beispiel folgende Fahrpreise in Betracht kommen: Ihr eine Fahrt mit ,Autotaxi: vom Strphansplatz bis zum Südbahnhof K 57.-^ vom Schottentor bis zum Kriegsministerillm K 45.—, von der Oper bis XII., Drehnvalk. X 9ö.—; mit Einspänner: vom Stephansplatz bis zum Südbahnhof K 33.—, vom Schottentor bis zum Kriegsministerium X 27.—^ von'der Ovepchis Xll., Dreherpark, X 54.—; mtt F i ä k e r : vom Stcfansplatz vis zum Südbahnhof X 60.—, vom Schottentor bis zum Knegsministerium X 60.—, von der Oper bis Xll., Dreherpark, X80 —. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß der Wagenlenkec unmittelbar vor Beginn des Fahrdienstes dem Fahrgast eine richtig gehende Uhr vorzuwcisen hat. Mit dieser Erhöhung ist aber die Landesregierung an die Grenze desiest. gegangen, was sie'an Zugeständnissen noch verantworten zu können glaubt, und sie gedenkt, wenigstens die Ein-- baltung. dieser Taxe mit allen zu Gebote stehenden gesetzlichen Mitteln durchzusetzen. _ Adolf Stand-Stiftung. Für die Adolf Stand-Stiftung der „Wiener Morgenzeitung" erhielten, wir von H. Abraham, Isaak und Jakob Brandstättrr, Wien, X 1000.—, H. Nathan Tartakower, Wien, X 100.—, Deutschösterreichischer Fürsorgeverein für zugereiste kranke Juden X. 100.—. Bisher eingelaufen X 5867.—. - * Trauerfeier. Unter dem Titel einer Trauerfeier für die im Weltkrieg gefallenen Juden fand am 11. d. M. im großen Konzerthaussaale eine Veranstaltung statt, bei der Rabbiner Dr. G r ü n w a l d warme Worte des Gedenkens für die Gefallenen fand... Oberkantor Morgenstern sang, von Chor und Orgel (Pxof. DM begleitet, zwei Sulzersche Komposttioneu sowie das El Mole '.Rachmim und weckte mit seinem beseelten Vorträge tiefe Rührung. An den wetteren Darbietungen beteiligten fick Oberregisseur iEgon B reche r, der mit Zuckermannschen Gedichten den entsprechenden Ernst der Stimmung festhielt, Fräulein Therese N e ü m a n n, die mit dem ausgezeichneten Geiger, Herrn Emanuel S ch a f b e r g, eine Beethovensonate, voll reicher Empfindung und Klangschönheit vortrug sowie Herr Dr. Bruno Fischer, der in Arien von Haendel und Mendelssohn' die Schönheiten seines Organs zu voller Wirkung brachte. Die Feier verlief unter sichtlicher Anteilnahme des Publikums. * Tod des früheren Kriegsmimsters G. d. Z. Pitreich.Gestern mittags ist in seiner Wohnung, IV., Schlüsselgaße 7, der vormalige Kriegsminister Heinrich P itr e i ch, General der Infanterie, im 79. Lebensjahre gestorben. * Die Angehörige» eines kriegsgefangenen Geometers Z i n n aus Sa m b o r wollen sich zum Empfange von Auskünften an Frau Rosa Rinduer, II., Pazmanttengasse 15, wenden. * Vermählung. Heute um Va2 Uhr nachmittags, findet im Schisftemvel, II., Große Schisfgasie 8, die Trauung des Fräuleins Frieda P t n! a §, Tochter drs Herrn Jakob Pmkas, Wen, 1., Heßgasse 7, mit Herrn David Kirsch bäum, Budapest, statt. * Sektionsches Hoheifel —' Generaldirektor des Postwefens. Der Präsident der Nationalversammlung hat dem in die dritte Nangsklasse der Stääisbeamtcn' ad personam ein» gereihten Sektionsches im. Staatsämie für Verkehrswesen und Generaldirektor für Post-, Telegraphen- und Frrnsvrechangelegenheilen Konrad Hohe i s 11 aus- Anlaß der Trennung der Ber- . Wallung des Telegraphen-, Ferniprcch- und Rvhrpostwesens von der Postverwaltung in Würdigung seiner hervorragenden Verdienste um die. Verwaltung des gesamten Post-, Telegraphen- und Fernsprechwcscns'unter gleichzettiger Umänderung seines Amtstiiels in „G ent rä l d i r ekt o r für das P o st me s e n" den Dank und die Anerkennung ausgesprochen. .— Wir wollen hoffen, daß.-Piä>ident S e i tz seinen Entschluß denl neuen Generaldirektor durch einen zuverlässigen Boten Mitteilen läßt. Sollte er dies durch pneumatischen Brief oder gar telephonisch versuchen, so würde - die Ehrung einen längst Verstorbenen antrefjen. Aber wenn Herr Ho Hersel ausgezeichnet wird, weshalb nicht auch S ch e u ch e n st u e l, der ebenso geniale Leiter der Tabakregie? * Spende aus Amerika. Von der Bankfirma Zrmmermann & Forjbay. New-8)ork, sind durch ihren Berliner Vertreter Wolly Cal6 dem Wiener Bankverein X 100.000 mit der Bestimmung überwiesen worden, sie hiesigen Wohltätigkeilsinstituttonen zwecks Verteilung oder Ankauf von Lebensmitteln an die notleidende Bevölkerung vorzugsweise zugunsten armer' Kinder ohne Unrerschied-der Konfession oder der Parteizugehörigkeit zukommen zu lasten. Die Verteilung wurde in Beträgen von X 1000, X 5000 und X 10.000 an 24 Vereine und philanthropische Institutionen vorgenommen. Es muß mtt Dankbarkeit anerkannt werden, in welch großherziger Weise, namentlich aus Amerika, Spenden zugunsten der notleidenden Bevölkerung einlangen. * Von der Technischen Hochschule. Die durch die Kälteferien rmterbroehenen Vorlesungen und Uebungm werden Dienstag den 3. Februar wieder in vollem Umfange ausgenommen werden. » * \ / * Kasseehauspreise. In den Tagesblättem erschien eine Bekanntmachung der Genostenschast der Kaffeesieder, wonach neue Preisaniätze in den Wiener Kaffeehäusern in Kraft treten werden. Hierdurch erfahren die meisten Getränke eine wesentliche Eingesendet. I60LD BRILLANTEN! g?®8 Plritln. Münzen, Perlen, Uhren, falsche Zähne, alle Silbergegenstände HB verkaufen Sie am besten direkt dem Juwelier u. Goldarbeiter S. Holzapfel, «H 9m Wien, VI. Marlahllforslrasse 79, oder Werkstätte: I. Wollzelle 17/13, KB Wo Zahlt b'dohste Preise, da für eigene Verarbeitung. S04 WB Piiirie pFIORlS1 Wien, i.f Graben Nr. 29 $8mt!lch« Pmrfümi, Puder etc. 1Vo!fF & Sohn. Drall«, Lohse, Schwarzio?o, Mounon, Prochaaka etc. t 900 r?r7>nE}?.ur»9ns*Puinente, Kassettesi, Kammu.;kro?waren für den Export lagernd /l4. Icinnrr i9‘2Ö 'Nr. 352 i Steigerung. Um in der Bevölkeruna kein Mißverständnis aus« kommen zu lassen, weist die niederösterreichische Landesregierung darauf hin, daß die eben kundgemachten Preisansätze keine amtlichen Richtpreise sind. Der einzelne Kaffeehausbesitzer bleibt daher datür verantwortlich, wenn' für selben Betrieb einer der veröffentlichten Preise offenbar übermäßig ist. * Anträge auf Einführung des Alkoholverbotes in Polen. Wie. uns aus W a r s ch a u berichtet wird, sind im polnischen Landtag zwei Jnitialivanträge auf Erlassung eines generellen Alkoholverbotes cmgcbracht worden. * 2800 Kronen für einen Liter Wein. Bei einer kürzlich stattgefundenen Weinauktion wurde für einen Liter 1915er Raurnthaler Baiken. feinste Trockenbceranslese, 803 Mark, gleich 2800 Kronen bezahlt. Wohl bekommt! . - * Lawinenstürze. Aus R 0 nr wird telegraphiert: Nach einer Meldung aus Brescia sind durch einen Lawinensturz 15 Menschen umgekommen. Nach einer Türmer Meldung sind durch eine andere Lawine im A 0 st a t a l 12 Menschen getötet worden. . , * Der Raubmord an zwei Wiener Gastwirten. Der wegen Raubmordes an den Gastwirten Weber und Schmucker verhaftete Anstrelchergehilfe Johann H ahn wurde -. gestern im Polizeigesangenhause den Familienangehörigen des - Gastwirtes Weber und anderen Zeugen vorgesührt. Alle, nament-, sich der älteste Sohn Webers, erkannten in dem Verhafteten mit Bestimmtheit den Gast aus dem Weberschen Gasthause, durch dessen Vorspiegelungen stch Herr Weber zu der Reise nach Ziersdorf veranlassen ließ. Nach dieser Konfrontation zeigte stch der Mörder ganz gebrochen und weinte. Frau Hahn wurde bereits gestern auf f r e i e n F u ß gesetzt, da sich lein Anhaltspunkt für ihre Mitwisserschaft an dem Verbrechen ihres Mannes ergeben hat. __ Wiener Gemeinderat. Sitzung am 13. Jänner. In der gestrigen Sitzung wurde die Debatte Wer kür« Stand der Wohnnngsaufnahme fortgesetzt. Hierbei kam t$: zu. sehr erregten Szenen zwischen Sozialdemokraten und Christlichsozialen, als der Referent, das Schlußwort erstattete und den christlichsozialen Rednern entgegentvat. Es lag der Antrag vor, den Bericht des Wohnungsamtes über den Stand und den geplanten Abschluß der Wohnungsaufnahme. . zur Kenntnis zu nehmen. Ferner für die zur Beschleunigung - der Wohnungsaufnahme erfolgte Umwandlung der halbtägigen Immissionen in ganztägige Kommissionen, sowie für die zur Aufarbeitung der jeweiligen Reste in der Zeit vom 11. bis 20. Dezember 1919 aufzustellenden Kommissionen und die verlängerte Beibehaltung der sonstigen' Hilfskräfte, endlich für die statistische Bearbeitung des - Materiales einen Zuschußkredit von 215.000 Kronenzn bewilligen. Als erster Redner in der Debatte führte Gemeinderat Dr. P las chkes unter Anderem folgendes aus: Anläßlich des Berichtes Wer den Stand der Wohnungsaufnahme und die Kosten für die Aufarbeitung des Materiales geben auch wir die Erklärung ab, daß sich die Wohnungsausnahme erfreulicher Weise ziemlich klaglos abgewickelt hat' - und zu größeren Reibungen zwischen Wohnungskommissionen und Publikum nicht geführt hat. i Dagegen haben es sich einzelne magistratische Bezirks- " amtet, deren Wohnungskommissäre und Wohnmigssenate nicht entgehen lassen, das--gewonnene'Materiäl. wiederholt in einer .h durchaus gesetzwidrigen Weise zu verwerten. Dieser Pascha--'' - Wirtschaft einzelner Beamten treten wir mit aller Entschiedenheit entgegen, zumal sie sich meist gegen Juden richtet.. In diesem Zusammenhänge sei darauf, verwiesen, was Dr. Kienböck gestreift hat, auf die Frage dev .' Unterver-. mietung. Der bezügliche Vorgang ist in . § 4, at. 6 a und! 6 b, der Kundmachung geregelt, die Voraussetzungen müssen von den Wohnungskommissären genau geprüft, werden. In den meisten Fällen sind nämlich. die Untervermieter nicht - jene Ausbeuter, auf welche die Verordnung abzielt, sondern recht arme Teufel, welche einen Teil der Wohnung für sich behalten und den anderen an Wohnungsuchende-abgeben, um eine kleine Ausbesserung ihrer Einkünfte zu erzielen.;l: Mir schwebt da ein Fall aus der Praxis vor, der sich im 9. Bezirk ereignet hat. Eine Wohnung bestehend! aus drei Zimmern wurde anläßlich der Wohnungsaufnahme als 'mit zwei' Zimmern untervermietct angetvoffen: Der - Wohnungskommissär des 9.. Bezirkes hat die. ganze Wohnung angesprochen, bei der Senatsverhandlung wurde der Anforderung stattgegeben, eine Mitscheidung, welche der Direktor , des Wohnungsamtes als gesetzwidrig bezeichnete.' Die Kundmachung - spricht nur von Wohnungen, die aus welchen. ' V Gründen immer zur Gänze untervermietet sind. Wohnun- ' gen, in welchen die Untervermieter selbst verbleiben, sind. « nicht anforderbar. Der Direktor des Wohnungsamtes hat diese Entscheidung aufzuheben versprochen. Solche Fälle' sind aber meines Wissens sehr zahlreich, und die Seirate müssen angewiesen, werden, derarttge Schikanen zu vermeiden. Auch in anderen Belangen besteht eine sehr verschiedene Praxis der Bezirkswohnungsämter. Redner bespricht hierbei, die bewährte Tätigkeit des Wohnungsamtes Leopoldstadt, . im Gegensatz dazu Fälle aus dem 9., 16. und 20. Bezirk,! welche sich die Praktischen Anordnungen nicht zu eigen machen ' wollen und verweist auf die Notwendigkeit der Anlage eines guten Spruchrepertoriums in Wohnungssachcn. . Einzelne Wohnungsämter befolgen eine ganz merk, würdige Praxis gegen jüdische Flüchtlinge. Sie erlassen Anforderungen, nicht weil, sie einen gesetzlichen Grund finden, sondern weil Herr L. oder Fr-u. P. gemäß der Verordnung des Landeshauptmannes vom 9. September Wien verlasse» muß. Das sind kühne Streiche. Angefordert werben können nur Wohnungen, die nicht oder nicht genügend benützt werden. . Wohnungen von Flüchtlingen, in denen oft bis zu zehn Personen - Haufen müssen, können nicht qngefordert werben, weil die Famili« abreisen;foli ,iobcr weil der Herr Wohnungskommissär daö gerne möchte. Diese Praxis, welche wir in mehreren Bezirken, vor allem im 16. Bezirke finden, ist lächerlich und dumm. Woher weiß denn der Herr Wohnungskommissär, ob - der Flüchtling nicht gegen den Ausweisungsbescheid ein Rechts, mittel ergriffen hat und Erfolg haben wird. Alle, diese 8fn> forderungen müssen als Ausflüsse antisemitischer Ueberhebuno. zurückgenommen werden. Diesbezüglich sind alle Wohnungs.' ■ kommissäre deutlich zu belehren und die übereifrigen Herren ' . zur Mäßigung anzuhalten. Schließlich verweist Redner auf seine früheren An-, regungen über Anforderung Werflüssiger Weise besetzte, AmtSgebäude für Wohnungszwecke, vor allem der Bureau« räume der Zentralen und der militärisch besetzten Wohnun« gen, hosst, daß die Gemeinde durch energisches Auftreten Remedur schaffen wird und Littet, die erhobenen Beschwerde« . ungesäumt zu berücksichtigen. Nach einigen tatsächlichen Berichtigungen wurden di« Neferentenanträge angenommen. Hierauf wird die Sitzung, nachdem verschiedene Süb« ventiomm, Zuschuhkredite und Baulinienbestimmungen nck)inigt wurden, geschlossen.

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