Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 352 (14.1.1920)
- Date
- 1920-01-14
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2979076-2979416-2979430--03100-2988692- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Agen 1× ep/1043981
- Siedlce 1× ep/1000982
OCR text
Seite 2 , Wien. Mittwoch_, Wiener M-rsenzeiiu«s_ H Jänner 1920__Nr. 352 Berichterstatter Schneider sucht seinen Bericht fortzusetzen. Es sind aber nur vereinzelte Worte zu verstehen. Die Unabhängigen schlagen mit Aktentaschen auf die Tische und rufen fortgesetzt: Wir wollen nichts hören. Schluß! Der Präsident - macht darauf aufmerksam, daß er gegebenenfalls gegen die Ruhestörer Polizei in Anspruch nehmen werde. Mit erhobener Stimme fragt er die Unabhängigen: Ist das eine Achtung vor den Toten? (Tosender Beifall bei der Mehrheit und auf den Tribünen, erneute Schlutzrufe bei den Unabhängigen.) Der Abgeordnete Geher (Sachsen) wird mehrfach zur Ordnung gerufen. Ter Präsident macht darauf aufmerksam, daß er auf Grund der Geschäftsordnung im Falle gröblicher Verletzung der Ordnung die Ruhestörer aus dem Saale entfernen lassen könne. (Rufe: Maschinengewehre.) » Die «»effMöffeu. Um viertel sechs Uhr wird die Sitzung wieder eröffnet. Die Abgeordneten Geher, Düwel und Laukant, sind trotz der Aisschaltung auf^ ihren Platzen geblieben. Ber Eröffnung der Sinnng erstarr der Präsident, als er zuerst von den bedauerlichen Vorgängen gesprochen habe, sei ihm nur bekannt »ewesen, daß Verwundungen vorgekommen fein sollen. (Die Mitglieder der Niegierung und'des Hauses erheben sich.) In der Zwischenzeit seien die Unruhen beigclegt worden. - Inzwischen habe, auch die Zahl der Opfer festgestellt tverden können. ES sei mit der höchst betrüblichen Tatsache zu rechnen, daß zehn Todesfälle sich ereignet haben. Angesichts des Ilmstandes, daß diese Toten von der Straße iri das Haus gebracht U'orden sind und hier liegen, glaube er allerdings auch nicht mehr, daß das Haus in Ruhe'seine Verhandlungen fortsetzen lönne und schlage deshalb vor, die heutige Verhandlung abzubrechen. Er trete nicht in die Untersuchung der Frage ein, wo die Schuld liege, aber die Tatsache dürfe er wohl in Ucbereinstrmmung aller feststellen, daß das Haus. mil den Opfern dieser. unglückseligen Vorgänge das herzlichste Bedauern habe und ihnen und ihren Angehörigen das nefste Mitgefühl der Nationalversammlung gussvreche. lZo.stiwmung.) Der Präsiden! schließt sodann die Sitzung und beraumt die nächs'.e Sitzung für morgen, 10 Uhr vormittags, mit der gleichen Tagesordnung an. Die Verluste der Polizei. Berlin, 13. Jänner. An Verlusten bat die Sicherbcitsbvlnei. soweit bisher festgcstelll wurde, einen Toten ußd fünfzehn Verwundete. Die Verluste der Menae lasten stch heute noch nicht einwandfrei feststellen, doch besteht kein Zweifel, daß sie erheblich sind. Zum Schutze der morgigen Sitzung der Nationalversammlung sind seitens der Sicherüettsvol'zei umfassende Maßnahmen getroffen wor^-n. ebenso tür die Aufrrchterhaliung der Ruhe und Ordnung rn Berlin. Ruhe in Berlin. Berlin. 13^ Jänner. In der Stadt herrscht voll ge Ruhe. Durch die Straßen patrowsteren verstärkte Abteilungen van Sicherheilswrbr sowie m>1 Maschinengewehreii armierte Mil'lär- Momobile. Einzelne Straß mmgänge sind mit Stachrldraht ab- 'vcrrt. Polttische^Rutzdschau. . irdische Natisnrmd „Israelitische Union". Es gehört nachgerade nicht zu den größten Freuden dsS jüdi'chen Tagesch rftstslters, sich mit der Tätigkeit der ,.Ocst erreichis ch - Israelitischen U n i o n'' befassen ni müis'n. D'ese Vereinigung, vor Jahrzehnten aus dem Gesichtskreise des liberalen Wiener Großiudentums entstanden, zu dem Zwecke, um das jüdische Problem durch ProLeftre'olutionen, .durch Eingaben an verschiedene Regi.'rungsstellen und durch die Aufstellung von Rechtsbeiständen für Leute, welche infolge ihres Judentums verfolgt wurden, zu lösen, hat nebenher ihren Agen'^enkreis durch den Kampf gegen all's Lebendige im Judentum, gegen alles, was nicht nachZeren oni n arl und Kultu stuoe roch zuerwe'tern gesucht und der getreueste Diener seiner Herren, Herr Fleischer, wurde nicht müde, den Kampf gegen den Zionismus und g"gen die jüdi'chnationale Arbeit zu predigen. Je erfolg.'o'er dieses Bemühen wur.-e. um so mehr wuchsen die Bemühungen des Herrn Fleischer und die Skrupellosigkeit seiner Mittel. Die „Union", die allmählich ih'e Haupttätigkeit aus das Ein.ammeln von Mitgliedsbeiträgen in Wien und der österreichischen Provinz lonzonriert ja\ welche ihr Bureau (das he ßt Herrn Flei'cher) erhalten sollten, mußte sich einen Daseinsgrund suchen und da fr, das beiß Herr Flei,ch r, keine Möglichkeit zu positiver Arbeit sieht, verlegt man sich immer mehr au'ss Negative, das heißt auf die Hetze gegen die; jüdi'schnationale Bewegung. Der Zu'amincnbruch der Monarchie, der Aufschwung d.s demvk aii'chen Gedankens, der den breiten Massen den Zugang ins pol'/ischr Leben erschloß, und die gewaliigen Fortschr'tte der jüdischnationaien Idee, welche,sich anfchickt, alle Positionen im Judentum zu erobern, drohte der „Union" das mühselig flackernde Lebenslichtlein völlig auszüblasen- Aus der O:sterreichi'ch-Jsrac'itischm Union ist plötzl ch e'ne Den ,'chösterrcichi^h Israelitische Union geworden, die Pwv'nzjuden jener Länder, die zu den Nationalstaaten gehören, finden täglich mehr den Weg ins nationale Lager,. mb in Wien ist für die „Union" immer weniger zu holen. Aber der allgemeine Umsturz hat an der Tätigkeit der „Union" nichts zu ändern vermocht: sie sammelt unbekümmert und mit schöner Gelassenheit auch w.i er ihr? Mitgliedsbeiträge bei den böhmischen und mährischen Provinzjuden ein, soweit es Leute sind, die aus alter Gewohnheit zahlen, ohne sich über die Berwrndung der Gelder weiter Sorgen zu machen sind der Sekretär. H?rr Fleischer, hetzt weiter gegen die jüdi'chna.ionale Arbeit. Die Dreistigkeit und der Dünkel Herrn Fleischers Jtnb des von ihm geführten und mißbrauchten Klüngels übersteigt langsam alles Maß. Man muß die Herrschaften fragen,, was ihnen das Recht gibt, sich eine Art von Führerschaft in jüdischen Hingen anzumaßen und benunziatorische Aktionen zu unternehmen, zu denen in ihrem armseligen Programm keine Berechtigung zu finden ist. Wo blieb die Israelitische Union, als es galt, in den kritischen Tagen des Zusammenbruches die kopfscheu gewordene Judenheit zu führen und zu repräsentieren? Was hat sie zum Schutze und zur Vertretung der jüdischen Masse getan? In welchem Falle hat sie antisemitische Uebergrifse abgewehrt, wann ist sie für jüdische Rechte eingetreten? An d'esrr hoffnungslosen Ghettvgesellschaft sinh alle Ereignisse spurlos, vorübergegangen. Die jüdischest „Notabeln". das sind die assimilationssüchtigen jstdiMn Kommerzialräte mit und ohne Titel, die in ihren Mußestunden in Judentum machen möchten, verkriechen sich feige, wo eß be'ßt, den Mann zu stellen, und kriechen kläffend und verleumdend aus ihrem Versteck hervor, um der nationalen Arbeit eines anzuhängen. Diesmal hat es ihnen die Forderung nach Anerkennung der jüdischen Nation angetan. Was kümmert es die saubere Gesellschaft, daß in Paris seit Monaten ein Komitee der jüdischen De'er Dionen bei der Friedenskonferenz tagt, tvdlches aus ben berufenen Vertretern des Judentums aller Län'er zusammengesetzt ist, daß dieses Komitee in zahlreicher schriftlichen Memoranden und mündlichen Auseinandersetzungen dem Pariser Welttribunal die allgemein-jüdischen Forderungen v or getragen hat und daß seiner zielbewußten Arbeit die Aufnahme " jener Paragraphen in die Friedensverträge der mittel- und osbruvopäilcken Staaten zu danken ist, welche die Anerkennung und den Schuh der jüdischen Sonderrechte enthalten? In den Sumpf des Wiener Union-Judentums dringt von solchem Geschehen keinerlei Kunde. Herr F'«'scher ist um seine - Sinekure besorgt und weiß seit langem, daß man von Ueberzeugungen nicht leben kann, und das Grüppchen der von ihm mißbrauchten Juldenliberalen folgt ihm willig. Die „Union" diktiert und es gibt keine jüdische Nation mehr, Der Gedanke, durch Eingaben von ein paar Judengemeinden ans der Provinz, die den Eindruck einer Volksbeweg"^ »niiä,jfr<x--v sollen, der jüdisch-nationalen Bewegung .n V*h vlnn «allen zu können, ist allzu drollig, uv: t<:^r6U’r ernst genommen werden zu können. Abir bi? be-a.u'ie Fseischersche Me hode, durch Denunziationen armen Provinzjuden gruseln zu machen,' sei in Uw.w ganzen Dummheit und Skrupellosig'ä'ltÄen ^raager gestellt. Es nützt nichts, zu wiederholen, d ßtz wir jeden Zwang ablehnen und bloß das Recht des Je-ennmisses zur jüdischen Nation fordern. Herr weiß es anders und sucht mit durchsichtiger Ma l, w Z.'ammenhang zwischen den jüdischnationaien Erbet'-irigen und einem angeblichen Gesetzentwurf der Ehrisflichso-ialen für die Nationalversammlung herzustrllen. j* welchem jbte Einführung eines ZwängskatasteM" urid einer Prozentnorm gefordert werden soll/Dinge, die natürlich, wie auch die Christlichsozialen wissen, nie .'Gesetz werden können, schon tre l sie gegen den Friedensvertrag verstoßen und gegen welche sich das nationale Judentum mit allen Mitteln zur Wehre setzen würde. Und als Hauptargument gegen die jüdischnationale Forderung, wird eine Resolution der antisemitischen Parteien Tirols angeführt, welche die Ausschließung von Juden beim Ankäufe von Immobilien sowie aus der neuen Armee und aus gewissen Stellen des öffentlichen Dienstes sowie d'e Einführung der Prozentnorm fordert. Wenn man zwischen den Zeilen des schlauen und geriebenen He:r Fleischer zu lesen versteht, so haben die vom Abgeordne'eu Stricker erhoben:» Forderungen die Enifef'eiung 1e: christlichsozialen Agitation verschuldet. Wider alles - bessere Wissen werden hier die Dinge auf den Kopf gestellt, falsche Zusammenhänge konst.uiert und schmutzige Hetzen entfaltet, nur damit Herr Fleischer an den verhaßten Jüdischnationalen sein Mütchen kühlen könne. Dem Judentum in Oesterreich droht eine Katastrophe: Seine staatsbürgerlichen Rechte sollen — immer nach Herrn! Fleischer — durch die jüdischnationale Forderung nach. Anerkennung der jüdischen Nation vernichtet werden. Beweis: Antisemitische Resolutionen. Die Jüdischnationalen brauchen also bloß nichts zu fordern und der Antisemitismus ist mit einem Schlage erledigt, oder Herr Siegfried Fleischer und seine Mummelgreise werden den Kampf mit ihm aufnehmen. Was die Christlichsozialen anlangt, so wissen sie trotz ihrer gelegentlichen demagogischen Exzesse ganz gut, daß ihre Resolution nie Gesetz werden könne und im neuesten Verfassungsentwurf der vereinigte.! Tiroler Klerikalen und Christlichsozialen fehlen die Punkte von der unverletzlichen Glaubens- und Gewissensfreiheit und der allgemeinen Zugänglichkeit der öffentlichen Unlerrichtsanstalten nicht. Herr Fleischer weiß ganz gut, daß in Oesterreich die Rückkehr in ein gesetzgeberisches Mittelalter unmöglich ist, aber es paßt ihm in den Kram, und Gewissensskrupel kennt er nicht. Ueber ein paar Eingaben etlicher Provinz-Kultusgemeindebonzenwerden wir lächelnd zur Tagesordnung übergehen. Herrn Fleischer aber empfehlen wir dringend, von seiner wenig sauberen Tätigkeit endlich abzulassen, sonst könnte uns angesichts seiner Verleumdungen die Geduld reißen. Die Badener Kultusgemeinde gegen die „Union". Der Ausschuß der israelitischen Kultusgemeinbe Baden hat es in der Sitzung vom 3. Jänner einstimmig ab gelehnt, sich für die Kultusgemeinde der Aktion der „Union" zu einer Eingabe an das Staatsamt, welche gegen die Erklärung de/ Juden als eigen- Nation Stellung nehmen soll, anzuschließen. Strafe wegen politischer Betätigung. AnS Lodz wird uns gemeldet, daß die jüdischen Stadt« verordneten von Siedlce, StnSznv und Sliwka Voile Icon), und der voln,sch-soz»alisiische Stadtverordnete B o r o n i e e t i wegen ibier die Approvisionkerung kritisierender Reden in der Stadtverordnetensiyung vor Gericht gestellt wmdrn. DaS Gericht hat CtuSznv und Borvniecki zuzweiJahre» Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte Sliwka wurde fr**« gesprochen. __ Antisemitische Bewegung In Palästina. Der »Telegraf*, daS Abendblatt deS von deat Wiener UniversitätSProiesior Dr. H u g e l m a n n herausgegebrnen »Deutschen Bolksblattrs* läßt sich aus Amsterdam folgenden Gulbenbund senden: D>e Ernennung Sir LowN'Bols (? — Red?, des einstis gen Generalstadschrfs Lord Allenbys. zum Gcneralgonverneur von Püäüina, wird als eine cndgüliige Niederlage der jüdischen Z onistenbewegung angrschrn. - In Jaffa beschloß die Geme.ndrveUremnp, alle jüdischen Gemeindeate auSzu'chließen, alle jüdischen Beamten als landfremd zu enllaffen und keine» Juden mehr irgendeine v'sizielle Stellung rmnebmen zu lassend Auch der Landkauf wird der Judenschafc untelsagt. Wir wollen den „Testgrat* beuchigen. Die AuSweisungs« taktik der Wiener Rltualmordgreisler reicht noch nicht nach Palästina und dort kennt man auch nicht den Herrn Sever. Der «Telegias* möge seine fetten Lettern sparen. Ein neues Werk Masavhkrs. Wie daS ^Prager Tagblatt* mitieilt, jetzt Profeffae M a s a r y k auch als Staatsoberhaupt seine wifsenschasiliche Tätigkeit fort. Unter seinen Manuskripten befinden sich auch die bisher unveröffmllichten Bände deS Werkes «Rußland untz Europa". Dieses ganze Material war von der österreichische» Regierung 19lS beschlagnahmt und nach Wien gebracht worden» im Frühjahr 1919 stellte es die Liquidationskommission samt' alle« Akten seines Prozeßes zurück. Das Programm der bayrische« Deutschen Dolkspartei. Die «Deutsche Volkspartei in Bayern* hielt m Mönche« einen Berte etertag ab, der einer Neuorganisation der Partei diene» sollte. Zum Landesvorsihmden wurde UniversirLtsprofessor Freiherr v. B ssing (München) gewählt. Zur Judrnfrage wurde ein Antrag« keinJude solle mehr in die Partei ausgenommen werden, abgelehnt. DaS heißt z« deutsch, daß jüdisches Geld jederzeit willkommen ist. Dagege» wurde eine Entschließung angenommen, die alle Bestrebungr» zugunsten w e l t b ü r g e r l i ch e r und wesensfremder Auffassung verwirft sowie Zurückdrängung und Ausweisung der Ostjuden fordert. Die seit der Revolution erngetretene UebrrfluMng der leitendenStelleu durch fremdstämmige Elemente {et zu bekämpfen. In den „Deutschen Stimmen* wird das Programm der Partei wie folgt umschrieben: „Die Deutsche Volkspartei verlangt zuerst einen starken, festgefügten Staat. Wir lasten uns weder jetzt noch in der Zrikunst die Urberzeugung rauben, daß «in auf daS Volk gestütztes Kaisertum, das Sinnbild der deutsche» E nhcit, die für Deut'chland nach Geschichte und Wesensart geeignetste Staatsform >st. W:r haben den festen Glauben, daß daS dru'.fchc Volk, angervidert durch die revolurionälen Phrasen und abgcstoßen durch das Paiteiregiment der jetzigen Regierung, t» nicht'?u ferner Zeit den freien Entschluß fasten w.rd, daS über den Parteien stehende Kaisertum wieder aufzurichten.* Bvlschewikrischer Kampsbericht. Mostlau, 13. Jänner. (Funktpruch.) An der Südfront haben die Rvitruppm die irregulären Bandm Maknos' aufgerieben. Am Awwfchen Meer wurde M e l i t o p o l genommen. An der Ostfront wurden CO Werst östlich von Krasnojaisk einigeEisenbahnzüge, mit polnischen Legionären besetzt, erbeutet. _ Inland. Nationalversammlung. Der heute beginnende Tagungsabschnitt der Nationalversammlung wird durch Vollversammlungen der Parleicn und durch eine Sitzung des H a u p t a u s s ch « l s e s eingelestet werden. D«e Parteien treten rm Laufe des Vormittags zu ihre« Beratungen über dre politische Lage und das ArbritSprogram« zusammen. Die Sitzung des Hauptausschusses ist noch nicht einberuft«, da man vorerst die Dispvsilionen des Staatskanzlers abwartrn will. Es ist möglich daß Staatskanzler Dr. R e n n e r mrt Rücksicht auf die Kürze der zur Verfügung stehrnden jjeit von emer besonderen Berichterstattung über die Ergebniste seiner Prager Reise im Kabrneltsrate adschen.und sei« Referat soiort ,m Hauvtaus>chusse erstatten wird, dem dann auch alle Mitglieder des Kabinetts beiwohnen würden. In der Sitzung der Nationalveisammlung, die um 3 Uhr nachmittags beginn^ dürfte StaatSkanzker Dr. Renner das Wort ergreffen, um über daS Ergebnis der Prager Verhandlungen zu bnichteu. Das Landesbudget. Im Finanzausschuß deS Landtages, der gestern die Budget- Verhandlung bis zur Svezialdebatte führte, erklärte der Großdemfchr Brrbaumer daS Budget abzulehnen; nach seiner Ansicht ist de, Bankerott des Staates und des Landes u n v e r rn e i d l i ch, zumal verschiedene finanzielle Maßnahmen, zum Beispiel die Vermögensabgabe, zu spät getivffen worden sind. Diesbezüglich wurde thm erwiedrrt, daß g e.r a d e d r e a r o ß, deutsche Parte» unter FührungdeSAbgeordneten WuttealleS getan habe, um die frühzetrige Durchführung der Vermögevsabgabe zu verhindern. _ Budgetausschuß. Der Budgetauslchuß, erledigte gestern das Kapitcl «BollS, crlläh'üng- und begann mit der Beratung deS lluteriich'Sdndaets. In der Nachimttagssitzung wurde der Voranschlag der Uiiteirlchrsverwallung a » g e n o m m e n.